2026-01-17

Haifa

Haifa, das Drusen-Dorf Usifiya, dann über Nazareth in Richtung See Genezareth mit Bootsfahrt auf demselben. Der zweite Tag unserer Reise durch Israel gen Norden war ein kunterbunter Blumenstrauß in die israelische Kultur, Geschichte und vor allem der Einstieg in Pray, dem einen Teilmotto unserer Pressereise: Eat, Pray, Love!

Vor allem der religiöse Hintergrund Israels sollte uns von nun an ein stetiger und spannender Begleiter sein.
Zunächst aber führte unser Weg auf dem Highway nach Haifa. Im Speckgürtel von Tel Aviv wachsen entlang der Autobahn weiße, spannende Trabantenstädte. Am Anfang säumen die beeindruckenden Bauten der Universitäten des Landes unseren Weg und gehen in die Architekturen der Hightech-Industrien über.
Ein faszinierender Anblick, zumal die weiße Farbe der Hochhäuser sie im Sonnenschein erstaunlich edel strahlen lässt. Ich, für meinen Teil, hatte wirklich Spaß an dieser Autofahrt und fand meine architektonische Aussicht mindestens cool.
Mit der Bahn ist Haifa von Tel Aviv übrigens stündlich zu erreichen, die Fahrt dorthin dauert maximal eine Stunde.
Dagegen hält unsere Ankunft in Haifa einen geradezu bürgerlichen Gegenentwurf parat. HaMoshava HaGermanit – die Deutsche Kolonie – ist ein Stadtteil in Haifa, der Mitte des 19. Jahrhunderts von christlich-deutschen Templern am Fuße des Berg Karmel gegründet wurde. Was sie in weiteren Städten Israels wie Jaffa, Galiäa und Jerusalem auch taten – teilweise mit weniger historischem Überlebenswillen. Auf jeden Fall – Eat, Pray Love – hier wird Love zelebriert:
Hochmütig, wie wir Deutschen nun mal sind, glaubten die Gründungsväter dieser protestantischen Glaubensgemeinschaft aus Süddeutschland, dass ihr Leben im Heiligen Land die Wiedergeburt von Jesus Christus beschleunigen würde. (Nun ja … wenn die Schwaben mit der gleichen Überzeugung nach dem Mauerfall über Berlin eingefallen sind … ist ihre Erfolgsstatistik in beiden Fällen als wohl nur mäßig zu beschreiben.)
1893 weihten sie dort ein Gemeindezentrum mit Schulräumen ein, dem heutigen Haifa City Museum, ein Filmkunstmuseum – mit extra Abteilung für pornographische Kunst auf Zelluloid.
Die von Norden nach Süden verlaufende Hauptstraße Haifas, entlang der sich die Deutschen in den Seitenstraßen in 150 Häuser mit erstaunlich reicher Bausubstanz als Gartenstadt mit Einfamilienhäusern ansiedelten, beherbergte in ihrer Blütezeit ca. 750 Einwohner, die man durchaus als gebildete Elite bezeichnen darf. Der heutige Ben-Gurion-Boulevard verläuft vom Berg Karmel gerade hinunter zum Hafen.
Die Sichtachse hoch entlang des Berges auf die Pracht der Bahai-Gärten ist beeindruckend und zumindest in Richtung des Berges Karmel wunderschön! Einige der Häuser der deutschen Kolonie stehen immer noch, teilweise formidabel restauriert, und ja, heute wird auch hier der Duft der Gentrifizierung der Gegend überdeutlich wahrgenommen. Das exclusivere Gastronomieangebot, Kultur- und Nachtleben Haifas findet man dort.
Es mutet merkwürdig an. Da ist dieser Ort, von deutschen Zuwanderern geschaffen, heute im Namen im Land Israel eine Sehenswürdigkeit von Haifa, um nicht zu schreiben, eine der Sehenswürdigkeiten Haifas. Das mit unserer deutschen Geschichte? Tarsächlich begegne ich solchen Geschichten öfter auf dieser Reise. Eine Handreichung jüdischer Israelis uns Deutschen gegenüber. Also: Love. Mindestens: Menschlichkeit. Es macht mir den zunehmenden Antisemitismus in meinem Heimatland noch unerträglicher.

Denn … in den Jahren der Machtübernahme der Nazis in Deutschland war ein nicht unerheblicher Teil der in Palästina lebenden deutschen Kolonisten Mitglied der NSDAP. So wehten auch hier, in den Jahren bis und die ersten Jahre nach der Machtergreifung Hitlers, die Fahnen des nationalsozialistischen deutschen Schande an den Häusern. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, nahmen die britischen Alliierten die Kolonisten mit deutscher Staatsangehörigkeit gefangen und brachten sie bis zu ihrer Deportation nach Australien – zusammen mit deren Sympathisanten aus Italien und Ungarn – in Internierungslagern unter. Lediglich ein kleiner dreistelliger Teil von ihnen, denen man so gar keine Sympathien für das Dritte Reich nachweisen konnte, durfte im Land bleiben.
Eine tolle Vegetation findet man hier im Stadtbild.
Zumal es auf Chanukka und Weihnachten zuging, Haifa hatte sich schon in formidable Feststimmungen geschmückt.
Visuell omnipräsente architektonische Krönung der Bahá’í-Gärten – und somit auch ein besonderes Kulturgut Haifas – ist das weiß leuchtende Mausoleum mit der goldenen Kuppel: der Schrein des Bab(ismus). Bahá’u’lláh. Basierend auf dem Entwurf des kanadischen Architekten William Maxwell, ausgeführt von dem persönlichen Assistenten Effendis, dem Sizilianer Ugo Giacheriy, der kostbare Baumaterialien wie Chiampo-Marmor und Baveno-Granit aus ganz Europa hier verbauen ließ. Die Kuppel besteht z. B. aus 12.000 vergoldeten und feuerglasierten Ziegeln aus den Niederlanden.

Zu Lebzeiten hatte sich der Begründer der Baháʾí, Seyyed ʿAli Muhammad Schirazis, an diesem Berg seine Grabstätte gewünscht. 1850 hingerichtet, mussten seine sterblichen Überreste bis 1909 warten, um dort in einem ersten einfachen Bau zur Ruhe gebettet zu werden. Diesen hatte sein Sohn Abdul-Bahāʾ errichtet. Der stilvolle, dennoch auch pompöse Bau, der heute die Besucher so beeindruckt, wurde aufgrund der gesamtpolitischen Turbulenzen erst 1949 bis 1953 gebaut. Sechs Kammern enthält das Mausoleum, die allerdings nicht besucht werden können. Besucht und gebetet werden kann man in einem vorgelagerten Raum. Der Schrein gilt heute als das geistige Zentrum der Bahai und als ihre Pilgerstätte.
Die wunderschöne Gartenanlage ist dem Enkel und religiösen Nachfolger des Bab Shoghi Effendi zu verdanken. Das heute als orientalisches Pilgerhospiz bezeichnete frühere Gartenhäuschen, war sein bevorzugter Aufenthaltsort. 100 Meter südöstlich vom Schrein stehend, gestaltete er von hier aus die Gärten nach historischen Vorbildern mit 18 Gartenterrassen.
Davon sind je neun oberhalb und unterhalb des Schreins angelegt. Sie erstrecken sich über eine Kilometerlänge und sind voller Symmetrien mit Zypressen und Orangenbäumen gepflanzt – an die heimatliche Vegetation der Familie erinnernd. Zudem stattete er die Gärten kunstvoll mit Skulpturen, Vasen und Tiermotiven aus.
Uns blieb leider – aber immerhin doch – der Blick auf die Gärten von unten und nach einer kurzen Autofahrt der Blick von einem oberen Standpunkt auf die beeindruckende Anlage. Man kann dort tolle Haifa-Wimmelbilder machen:
Somit steht „einmal die Gärten von Haifa zu Fuß entdecken“ auf meiner persönlichen To-do-Liste. Die Aussicht aber von oben auf das gesamte Haifa, wie sich die Stadt entlang der Bucht mit dem großen Hafen am östlichen Mittelmeer schmiegt, ist faszinierend. In dem Hafen Haifas werden immerhin 65 % des israelischen Containerumschlags abgewickelt. Haifa verfügt auch über hübsche Strände. Kurz: Das bisschen, was ich von dieser Stadt sehen durfte, macht auf jeden Fall Lust auf sehr viel mehr Haifa!

Zurück in die Zukunft

Frau Kiki hat da einen sehr feinen Text geschrieben.

Zurück in die Zukunft

2026-01-16

Guten Tag!

Mein Name ist creezy, ich bin 60 Jahre alt und habe heute zum ersten Mal eine Pizza gefrühstückt.

Ein halbe Pizza. Von gestern aus dem Restaurant mitgenommen, wegen Nachhaltigkeit und so.

Wenn viel Käse drauf war, mit etwas Olivenöl in der Pfanne aufgebacken, geht's eigentlich.

2026-01-14

Gio‘s – Die Küche Georgiens in Kreuzberg

Das Gio's existiert noch nicht lange im Kreuzberger Teil der Dresdener Straße 16. Der Teil zwischen Kottbusser Tor und Oranienplatz hatte lange noch den üblichen Gentrifizierungsmoden trotzen können, mittlerweile zieht überall, wo ein Ladengeschäft frei wird, Gastronomie ein. So das Gio's, das digaonal gegenüber dem Babylon liegt. Hier wird heute die Küche Georgiens serviert in einem einfach eingerichteten, dennoch gemütlichen Restaurant – dem nur leider das grelle LED-Licht etwas die Gemütlichkeit raubt. (Zugang und Toiletten leider nicht barrierefrei.)

Diese Woche haben Frau maske_katja und ich einen merkwürdigen Tag zum Abschluss gebracht. Auf jeden Fall kann man sich im Gio’s hervorragend die Gerichte teilen. Sehr viele Gerichte sind vegetarisch und auch vegan. Gio's Speisekarte ist vergleichsweise übersichtlich, passt auf eine DinA4-Seite, doppelt bedruckt. Es gibt aber noch eine kleine Karte mit neuen Specials. Die Gerichte fangen ab 11,— Euro an und hören bei 20,— auf.
Als erstes haben wir uns den Phakali Mix geteilt. Für zwei Personen eine sehr gut sättigende Vorspeise mit zwei Mal Spinat mit Walnusspaste, Koriander, georgischen Gewürzen, Essig und Knoblauch und Granatapfelkernen, die geschmacklich zurückhaltendste Variante auf dem Teller. Mehr Wumms hatten dagegen eine wirklich grandiose Rote Beete-Paste und die Auberginenrollen. auch mit Walnusspaste pikant abgeschmeckt. haben viel Spaß gemacht.

Glücklich machte die Megruli Khachapuri!
Khachapuri sind runde Teigtaschen in Pizzagröße mit grandiosen Füllungen. Wir wählten die einfache Variante mit Käse gefüllt. Heiß, der Käse schmilzt und ist angenehm aromatisch, dazu der heiße gebackene fluffige Teig – und tut einfach der Seele gut.
Und macht gut satt. Sie gibt es auch mit doppeltem Käse und Fleisch gefüllt oder mit einer Bohnenmus-Füllung für Veganer zu genießen. Wir haben uns die Khachapuri geteilt, wie auch die Chinkali.
Die berühmten georgischen Teigtaschen, große Dumplings, die gekocht serviert werden. Wir hatten die vegetarische Varinate mit Champignons, Estragon, Zwiebeln und der feinen georgischen Aromatik. Alles in allem waren das köstlichen Gänge, vielleicht war unsere Wahl am Schluss doch etwas sehr teiglastig. Aber das kann man beim nächsten Mal auch ändern, denn die georgische Küche hat auch fantastische Topfgerichte (auch mit Fleisch).
Dazu gab es georgische Limonade, die ich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig fand. Katja war mit ihrem Kindheitsdrink aus früheren Urlauben, Limonade mit Estragon – schön giftgrün im Glas, absolut happy. Ich hatte die Birnenlimonade bestellt – fand sie extrem künstlich und übersüßt – sie schmeckte wie aufgelöste Gummibären. Beim nächsten Mal bleibe ich beim Wasser, natürlich könnte man als Biergenießer auch gregorianisches Bier bestellen!

Für das leckere Essen, dem man ein hohes Talent zur Sättigung unterstellen darf, auf jeden Fall alle Daumen hoch. Hier wird wirklich selber gekocht, die Teige sind hausgemacht. Eine (für mich) neue aber sehr geschmackvolle Küche, perfekt zum Teilen und mit einem schnellen und freundlichen Service. Ich freue mich auf das nächste Essen bei Gio's!

Dredener Straße 18, 10999 Berlin
Öffnungszeiten Mo-So: 15:30 Uhr bis 22:30 Uhr

2026-01-12

Arancina Vaniglia – die Vanille Orange

Kennt ihr Vanille Orangen?
Meine allererste Vanille Orange – Citrus sinensis arancina dolce (oder dolce moscato als Blutorange) – hatte ich im November 2025 in der Basilikata genießen dürfen! Eigentlich … waren wir Oliven ernten. Es war ein Traum, reife Oliven an den Bäumen und die ersten reifen Orangen an den Bäumen!
Pino hielt mir sie zuerst kommentarlos hin, als wir auf dem Gelände von einem Freund von ihm waren, …
… der unterschiedliche Arten von Zitrusfrüchten anbaut – und Oliven.
Was war das für ein besonderer Genuss! Dann erzählte er mir, was wir da gerade aßen: eine Arancina Vaniglia.

Pino erklärte, als man in Kalabrien die Menschen aus den schwer zugänglichen Bergregionen in der Nähe der Küste, zum Beispiel in Montalbano Jonico, ansiedelte und ihnen die Behörden einfache Häuser mit Selbstversorgergärten zur Verfügung stellten, wurde in jedem dieser Gärten mindestens ein Baum dieser Sorte gepflanzt. In Süditalien kennen sie also viele Menschen – die Kinder wachsen mit ihr auf. So ist diese Orange der Geschmack seiner Kindheit. Für mich ist sie nun der Geschmack einer wundervollen Basilikata-Reise.
Aus welchen Gründen auch immer – aus der Basilikata wird man diese Frucht selten im Handel finden, noch weniger als Exportware. Womöglich, weil ihr die groß gezüchteten (nicht immer geschmackvollen) Orangen im Anbau und Preisspanne den Rang abgelaufen haben? Hierzulande wird man sie am ehesten als Ware aus Sizilien bestellen können. Meiner Erfahrung nach, solltet ihr das unbedingt einmal tun. Sie ist eine wundervolle Erfahrung, gefühlt für mich ein bisschen wie die Ur-Orange!

Ihren Weg hat sie um 1400 n. Chr. auf die Insel gefunden, ob aus China oder Indien importiert – man weiß es heute nicht mehr so genau. Im Vergleich zu anderen Züchtungen tragen die Bäume kleine bis höchstens mittelgroße Früchte, die komplett kernlos sind. Frisch vom Baum genommen, ist sie sehr leicht mit den Fingern zu schälen. Auch ihr Mesokarp, also die innere weiße Haut, ist essbar und schmeckt süß. (Wir erinnern uns: Im Mesokarp stecken eigentlich nur die relevanten Vitamine der Zitrusfrüchte.) Das Perikarp, also die Haut der Fruchtwände, ist sehr zart. Die typische Bitterkeit muss man suchen. Tatsächlich kann man diese Orange komplett mit Schale essen. Komplett in der Hand und ungeschält, ist sie schon ein aromatisches, duftendes, rundes Stück Glück. Ihr Fruchtfleisch ist relativ hell, besonders saftig und sehr süß. Also, wer auch nur ihr Fruchtfleisch genießt: Es ist deliziös!
Es macht die Arancina Vaniglia so besonders im Genuss, für mich schmeckt sie wie keine andere Orangensorte. Dieses Fruchtfleisch überrascht mit einem duftenden Vanillegeruch und Geschmack, der zart herb-würzig wie ihre Namensgeberin schmeckt und auch ein wenig nach süßem Balsamico erinnert. Sie besitzt im Vergleich zu anderen Sorten keine Säure – ihre Süße ist überraschend und unvergleichlich. Die Vanille-Orange ist also die perfekte Zitrusfrucht für Menschen, die Zitrussäure nicht sehr gut vertragen. Somit ist sie auch für Kinder der perfekte fruchtige Einstieg in die wunderbare Welt der Zitrusfrüchte und liefert ihnen neben Vitamin C auch A, B1 sowie B2 dem Organismus.

Tipp: Stellt sie vor dem Essen jetzt im Winter kurz auf die Heizung. Die Wärme lässt ihre spezielle Aromatik besonders zur Geltung kommen. Und wenn ihr sie dünn aufschneidet mit Schale (wie man es mit der Cedre macht), dann ist sie eine Geschmacksexplosion.
Wie kommt man nun an diese besondere Frucht?
Natürlich im Internet – zur Not. Aber wir in Berlin haben Glück. Die kleine Salumeria Terre Sicily in der Rheinstraße 18 ist die richtige Anlaufstelle für euch!
Peppe und seine Frau Ginevra bieten alles, was das Herz des Italienliebhabers begehrt: Perfekten italienischen Kaffee mit Torta an der kleinen Fenstertheke im Haus zu genießen oder eine Antipastiplatte to go?! Und Produkte aus – vor allem Sizilien –, aber auch frische Köstlichkeiten aus Apulien wie Cime di Rape und Puntanelle sind frisch vorhanden.
Perfekte Auberginen, frische Artischocken (es gibt sie jetzt, die jungen ersten Köpfe von der Insel und auch aus Apulien). Und: Cipolla di Tropea in selten gesehener perfekter Qualität!

Und dann wartet ein für den kleinen Laden riesiges Zitrusangebot auf uns. Duftende Bergamotte, die geschmacksintensive Cedro, …
… Grapefruits, Mandarinen (klein, süß und perfekt), Clementinen und Orangen: Bitterorangen, Blutorangen, alleine fünf Sorten Orangen habe ich gezählt – und mittendrin die wundervolle Arancina Vaniglia!
Alle Früchte in Bioqualität mit Blatt und an diesem erkennbar in sehr frischer Qualität! Kilopreis 6 Euro für perfekte, nicht gespritzte Früchte – und es gibt Rabatte bei Mehrabnahme.

Fast alle der hier angebotenen Zitrusfrüchte stammen von Sizilien. Auf der Insel werden auf über 85 000 Hektar mehr als 16 Millionen Zentner Zitrusfrüchte unterschiedlichster Sorten angebaut. Früher wurden die Früchte für den Eigenbedarf im Garten angebaut. In die großflächige Produktion, auch für den Export, stieg man nach der Besetzung durch die Briten im frühen 19. Jahrhundert ein, der steigenden Nachfrage durch die Besetzer geschuldet. Viele der Zitrusfrüchte, die heute auf Sizilien geerntet werden, tragen das DOP-Siegel. Jetzt – in der italienischen fünften Jahreszeit – ab Januar bis April sind die geschmackvollsten Züchtungen reif und bei Terra Verde Sicilia zu erhalten: Blutorangen, Orangen, Mandarinen und Clementinen. Als auch Zitronen (Femminiello), die Cedre und Bergamotte.
Und … aufgrund der Bio-Qualität kann man die gesamte Frucht verwenden: natürlich für Marmelade, als Würze z. B. für Pasta, Risotto und Fleischgerichte. Oder kandiert als gesunde Süßigkeit und gedörrt als Aromazusatz für Salz, Zucker oder Teemischungen. (Ich vakuumiere und friere frische Schalen auch ein, damit ich im Sommer aus ihnen aromatisches Orangen- oder Limoneneis machen kann.)
Ganz nebenbei möchte ich die Frischetheke bei Terra Verde Sicily mit italienischem Käse und Wurstwaren, Oliven und Antipasti natürlich nicht unterschlagen. Frisches, köstliches Olivenöl der Familie lässt man sich abfüllen. Samstags bekommt ihr hier frische und hausgemachte Arrancini! Lange Rede: Terra Verda Sicily – für Menschen wie mich ein kleines Paradies.
Peppes Frau hat mir auch gleich die Idee mit auf den Weg geben, was man mit der geschmacksintensiven Schale der Vanille Orange macht, denn sie ist definitiv zu schade für den Kompost: Kandieren natürlich. Für einen leckeren, zitronigen Kick auf Torten, im Joghurt oder Müsli oder auf dem Salat. Für eine spätere Verwendung lassen sich die köstlichen Schalen eingefroren aufheben. Und Peppe hat mir noch ein weiteres leckeres sizilianisches Rezept in die Ohren geflüstert. Die Rezepte kommen die Tage!


Terra Verde Sicily

Rheinstraße 18, 12159 Berlin
phone: +49 176 3554 9700
Öffnungszeiten: Mo-Mi 10:00-18:00 Uhr, Do-Sa 10-22 Uhr (Küche ab 12-21 Uhr)

2026-01-11

Kleine unschuldige

Schneemänner töten.

Wie traurig muss (s)ein Leben sein?

2026-01-08

Masada – 1000 Shades Of Brown

Masada, das Felsplateau, das in der Wüste von Judäa östlich vom südlichen Ende des Yām ha-Melaḥ, des Salzmeeres (Meer des Todes), mit einer Fläche von 276 Hektar in die Höhe ragt, beeindruckt alleine von seinem Anblick. Aber noch viel mehr, wenn man von dessen tausend Jahre langer Geschichte erfährt. Von Mythen umwoben, mehrfach in der Geschichte vergessen und immer wieder entdeckt. Masada – definitiv ein Ort, die bei Israel-Besuchen auf der To-do-Liste stehen sollte.
Und sei es, möchte man einmal im Leben der schieren Unendlichkeit und erstaunlichen Eleganz möglicher Brauntöne ansichtig werden.

Die frühere Festung mit Palastanlage von König Herodes zeigt je nach Tageszeit, Sonnenstand und Wetterverhältnis unglaublich viele Töne des Farbspektrums der Farbe Braun. Eine für mich neue Visualisierung dieser Tertiärfarbe in erstaunlich großer Vielfalt: glänzend, schillernd, leuchtend, matt oder dumpf, hell bis dunkel. Das ist alleine ein besonderes Erlebnis. Und gleichzeitig begegnet man hier frühester erstaunlicher Technik- und Architekturkultur – und einem der relevanten Orte des sehr frühen jüdischen Freiheitskampfes.

Unsere Reise führte uns früh am Morgen im Südbezirk Israels an das südliche Ende des Toten Meeres auf dessen östlicher Seite bei Ein Gedi. Hier, im Masada National Park, befinden sich beeindruckende Salinen entlang der Küste, dort wird das Salz des Toten Meeres abgebaut. Auch David Nahal, ein beeindruckender Canyon mit Wasserfällen und grandiosen Wanderwegen, ist eine weitere Sehenswürdigkeit, die einen Ausflug unbedingt wert ist.
Uns war er leider an diesem Tag nicht vergönnt, denn in den Höhenlagen regnete es. Was unten am Meer als einzelne Tropfen bei strahlendem Sonnenschein mit leichten Quellwolken kaum wahrnehmbar war, sorgte als Wassermassen in der Schlucht für einen reißenden Fluss. Als wir später an deren Eingang ankommen, stehen wir vor Absperrungen. Ein Wächter erklärt uns noch schnell den Sachverhalt und ist in seinem Fahrzeug kurz danach regelrecht auf der Flucht verschwunden. Spätere Fotos zeigen, wie die Straße, auf der wir enttäuscht gen Jerusalem weiterfahren, einen Tag lang nicht mehr passierbar sein wird. (Eine beeindruckende Lehrstunde: Wenn Einheimische sagen, macht dies und das aufgrund des Wetters nicht, dann ruhig auf diese hören, auch wenn das Wetter gerade etwas anderes erzählen will.)
Kurz, hier begegnen uns Naturphänomene. 440 Höhenmeter über dem Niveau des Toten Meeres ragt Masada als ein in der Landschaft isolierter Berg aus Kalkstein, Mergel und Dolomit der Sonne entgegen. Ein riesiges Plateau – dessen eigene beeindruckende Weite man erst überblickt, wenn man hinauffindet – ist umschlossen von fast senkrecht abfallenden Wänden.
Unsere Idee, das Plateau zu Fuß zu erklimmen auf einem der drei Snake Paths (festes Schuhwerk), wurde von der Reiseleitung abschlägig beschieden: keine Zeit im Programm. Leider. Aber man kann das sehr gut machen. Es gibt drei Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Der schnellste Aufstieg kann in ca. 40 Minuten bewältigt werden, ist aber nur Menschen mit Kondition und Erfahrung im Gelände zu empfehlen. Denen schon der Weg das Ziel ist, gönnen sich etwas mehr Zeit mit den längeren und weniger steil laufenden Schlangenwegen. An besonders heißen Tagen bzw. Tageszeiten, können die Wege auch gesperrt sein.
Eine komfortable Alternative ist die Seilbahn, die gerade fünf Minuten benötigt, um eine gehörige Menge Menschen oben auf dem Plateau auszuspucken. Die Aussichten mit beiden Methoden auf die Steilhänge, die Felsmassive im Hinterland oder das Tote Meer: sensationell! Was für eine Weite zu allen Seiten. Besonders beliebt ist dieser Ort natürlich bei Sonnenaufgang über dem Meer.
Vor (oder nach) dem Einstieg in die Seilbahn können in deren Talstation noch ein kurzer Informationsfilm bzw. das dazugehörige Museum besichtigt werden. Tipp: Spätestens hier sich im Shop lieber mit einer Flasche Wasser mehr als geplant eindecken, was natürlich viel früher schon für den Aufstieg gilt. Wir waren Anfang Dezember früh am Vormittag dort oben bei vergleichsweise gemäßigten Außentemperaturen um 23 Grad – und es war unglaublich heiß auf dem Plateau. Sonnenschutz auf der Haut und mittels Kleidung sind hier keine schlechte Idee.

Damit ist eines der vielen Faszinosa von Masada beschrieben, nämlich wie Menschen ernsthaft auf die Idee kommen konnten, unter der eh schon sengenden Sonne der Wüstenlandschaft dieser noch weiter entgegenkommend leben zu wollen? Denn archäologische Funde lassen auf eine Besiedelung der Höhlen schon 4000 Jahre vor Christus schließen. Spuren einiger früherer Gebäude beweisen die Besiedelung des Plateaus bereits 1000 bis 700 Jahre vor Chr. Später wurde hier das Vorbild eines unabhängigen jüdischen Staates unter den Häsmonaer begründet, wenn dieser auch ca. 63 v. Chr. zerschlagen wurde. Es erklärt die erste, sehr frühe historische Bedeutung dieses Ortes für Israel.
Mit den langen und harten Kampferfahrungen der Römer galt der Berg nach dessen schwieriger Übernahme für den römischen Vasallenkönig Herodes I. (zu dem Zeitpunkt noch nicht als der Große betitelt) als uneinnehmbar, und so ließ er sich 36 und 30 v. Chr. hier eine Mezadá (hebräisch für Festung) auf den Ruinen erbauen. Mit einer das Plateau umlaufenden Schutzmauer von 1,3 Kilometern Länge und mit 40 Wachtürmen, unterstrich er architektonisch nochmals den besonderen Schutz. Sich seiner Unbeliebtheit durchaus bewusst, wollte er einen Ort für seinen Rückzug haben, an dem er mehrere Jahre überleben konnte mit seiner Familie und Bediensteten und Soldaten. Der Überlieferung nach war Herodes nach der Fertigstellung der Anlage nie mehr vor Ort. Entsandte jedoch seine Familie dorthin, die den pompösen, an der Nordseite mit Meeresblick gebauten Palast bewohnten.
Nicht zum Spaß. Zu ihrer Sicherheit, während er nach Rom reiste, um sich dort von dem späteren ersten römischen Kaiser Augustus, damals noch Marcus Antonius und Octavian, als König von Judäa inthronisieren zu lassen.

Auf drei Ebenen wurde gebaut, mit einer Architektur und Logistik, die in Anbetracht ihrer modernen Ideen heute beeindruckt. Neben dem persönlichen Palast und Unterkünften für die Soldaten und generell notwendiger Infrastruktur, wurden großflächige Lagerhallen in das Gestein geschlagen, in denen kaum vorstellbare Mengen an Getreide und Lebensmitteln gelagert wurden. Eines dieser Lebensmittel soll der Legende nach italienischer Rotwein gewesen sein.

Der zu Fuße des Plateaus liegende Steinbruch lieferte die Quadersteine zum Aufbau der Tempel und Behausungen. Zwölf tiefe und große Zisternen dienten in der Wüste der Vorratshaltung von Regenwasser. Insgesamt konnte das Zisternen-System bis zu 4.000 Kubikmeter Wasser fassen. Gefüllt wurden sie auch mit Wasser der Wadis der Umgebung, die ausreichend Wasser führten, sobald es regnete. Die dazugehörige Kanalisation umläuft heute noch beeindruckend in den Stein gehauen den gesamten Tafelberg.
In seinem Palast hatte Herodes eine exklusive römische Thermalbadelandschaft bauen lassen. Einige der kunstvollen Wandmalereien sind heute partiell erhalten. Sie wurden mithilfe italienischer Restauratoren in ihren Originalfarben wiederhergestellt. Unter den Mosaikböden befanden sich sogar Fußbodenheizungen – wie auch Heizungen in den Wänden der Aufbauten –, die mit Ziegeldächern überdacht wurden. Ihre Reste vermitteln einen Eindruck kunstvoller und für die Zeit erstaunlich praktischer Pracht.
Mit der späteren, für die jüdische Geschichte aber relevanteren Besetzung der Festung durch die Zeloten sind jüdische Ritualbäder, Mikwe, in das Gelände integriert worden. Es befinden sich davon drei dieser Bäder auf dem Gelände. Allen drei Bädern ist der Aufbau nach streng orthodox-jüdischer Kultur gemein. Weniger galten diese Bäder als Reinigungsstätte im heutigen Sinne.
Hier konnte sich reinwaschen, wer mit unreinen Gegenständen in Berührung kam, beispielsweise nach der Berührung eines Verstorbenen. Ein Sammelbecken für das Regenwasser – die streng rituelle jüdische Tradition verlangt Reinigung mit reinem, fließendem Wasser. Ein Becken für die Fuß- und Handreinigung und schließlich das eigentliche Tauchbecken, das die Person wieder unter den kulturellen Maßstäben reinwusch. Dieser Zeit werden auch der Bau einer Synagoge, Bäckerei und ein Taubenverschlag zugeordnet.
Wir haben lauter gute Momente hier oben an diesem besonderen Ort. Karl beweist uns sein Talent als Vogeldompteur und füttert die Stare, die nur auf ihn gewartet haben.
Tatsächlich ist die Menge anderer Besucher überschaubar. Liegt es an der frühen Tageszeit oder an dem radikalen Rückgang der Tourismuszahlen in Israel aufgrund der politischen Lage? Uns jedenfalls gibt das die Möglichkeit, die vielen Besichtigungspunkte geradezu alleine sehen zu dürfen. Lediglich zwei Reisegruppen mit US-Amerikanern und Afrikanern hauchen mit uns Masada an diesem Vormittag Leben ein. Letztere skandieren in ihren Gruppenfotos mit großer Freude immer wieder „We love you, Jesus!” und scheinen einfach sehr glücklich in diesem Moment an diesem wundervollen Ort. Wer würde sich da ihren Emotionen entziehen wollen an diesem berührenden Platz im Sonnenschein?
Solche Glücksgefühle hatten die Zeloten (Sikarier) nach ihrer Übernahme Masadas hier eher nicht leben dürfen. Im ersten jüdischen Krieg gegen die Römer 66 nach Christus hatten sie mit einem Handstreich die restlichen auf Masada verbliebenen Römer überwältigt und die Festung eingenommen. Aufgrund innerjüdischer Meinungsverschiedenheiten hatten diese sich früher schon von anderen jüdischen Gruppierungen losgesagt und Jerusalem verlassen. Sie siedelten sich auf Masada an, bauten die Anlage aus, errichteten Wohnhäuser und lebten dort einige Jahre unbehelligt. Nach der Niederschlagung des Aufstandes der Juden im Großteil Israels haben die Römer unter Flavius Silva Masada 72 n. Chr. als letzte einzunehmende Bastion belagert und um die Festung ihre Lager errichtet.
Aber eine echte Übernahme sollte ihnen der Legende nach erst nach vielen Monaten gelingen, nachdem sie über neun Monate eine Rampe errichtet hatten und mit deren Aufbauten, sie die Schutzmauer einreißen konnten. Insofern, die Treppe hier ist ein etwas späteres Relikt:
Damit galt der erste israelische Krieg offiziell als beendet.
Die Zeloten waren als durchaus radikal in ihrem gegen die Römer leistenden Widerstand zu bezeichnende Juden. Auf dem letzten Stück der errichteten Rampe, bedienten sich die Römer eines grausamen Schachzuges. Natürlich wehrten sich die Zeloten gegen die Übernahme und warfen große Steine hinunter, um die Römer direkt unterhalb der Festungs zu töten und damit abzuwehren. Daraufhin setzten jene nur noch als solche zu erkennende jüdische Sklaven an diesem Ort ein. Die eigenen Glaubensleute zu verletzen bzw. zu töten, war auch den Zeloten indes nicht möglich. Mit diesen schlechten Aussichten sich ergeben zu müssen, …
… wie vom jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, beschlossen sie unter der Führung von Eleasar ben Ja’ir in ihrem Exil lieber in den ruhmvollen Tod zu gehen, als ein Leben (als Sklaven der Römer) im Elend zu führen. Das Losverfahren bestimmte zehn Männer, die die anderen Bewohner töteten und sich dann gegenseitig. Die letzten zwei verbliebenen Männer richteten sich selbst.
So fanden die Römer am Morgen nach der Eroberung der Festung neben 960 Leichnamen lediglich zwei lebende Frauen und fünf Kinder vor, die sich in einer der Zisternen versteckt hielten – und den Sachverhalt schildern konnten.

Diese Geschichte gilt in der heutigen Geschichte Israels und im jüdischen Glauben als eines der herausragenden geschichtlichen Ereignisse im jüdischen Widerstandskampf. Wenngleich … heutige Forschungen und Berechnungen unter Berücksichtigung der Menge der vorhandenen römischen Soldaten vermuten lassen, dass die Einnahme Masadas den Römern deutlich schneller, vermutlich binnen zwei Wochen, gelungen sein dürfte. Dennoch: Die Legende des jüdischen Widerstandes lebt.

Wieder wurde Masada lange Zeit von Römern bewacht, nach einem sehr schweren Erdbeben aber aufgegeben. Zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert von christlichen Mönchen erneut besiedelt, bauten sie in der Nähe der früheren Synagoge eine byzantinische Kirche. Sie ist heute noch in Resten erhalten.
Danach wurde Masada trotz ihres großen Mythos für viele hunderte Jahre schlicht vergessen. Man wusste all die Jahre von der Existenz und erzählte von den ikonischen Zeloten – nur die Lage Masadas, die hatte es nicht in die Überlieferung geschafft. Erst 1838 (!) wurde die Festung von den amerikanischen Forschern Edward Robinson und Eli Smith wiederentdeckt und vier Jahre später von Samuel Walcott und W. Tipping erstmals bestiegen, um Lageskizzen anzufertigen.
Und dann sollte es immer noch über ein Jahrhundert dauern, bis dort die ersten Ausgrabungen stattfanden. Dies passierte in zwei relevanten Schritten durch israelische Archäologen mit staatlicher Unterstützung. 1963–1965 grub Yigael Yadin einen Teil der Anlage aus und ließ Teilbereiche rekonstruieren. 1966 wurde Masada zum Nationalpark erklärt und konnte von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Ab 1989 führte der Archäologe Ehud Netzer weitere Grabungen durch. In deren Folge wurden die Rampe der römischen Übernahme und römische Lager wiederentdeckt. Tatsächlich finden in und um Masada heute noch Ausgrabungen statt.

2001 wurde Masada zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.


Masada National Park

Hier geht es zur offiziellen Homepage des Masada National Park. Tickets können online gebucht werden. Bemerkenswert ist die musikalische Lichtshow in der Dunkelheit „Masada from Dusk to Dawn”, die Dienstags und Donnerstags von Mai bis Dezember stattfindet.

Am Fuß des Plateaus an der Westseite gibt es einen Camping Platz. Unzählige Hotels entlang der Stände des Toten Meeres laden zur Übernachtung ein. Tatsächlich sollte man bedenken: Masada ist durchaus auch einen zweiten Besuch wert.

Trüffeliges aus Berlin

Nachdem mich die kalabrische Trüffel im vergangenen Jahr ein bisschen auf ihre Spur gebracht hatte, und die mitgebrachten kleinen Gläser mit Trüffelbutter und -salsa erstaunlich schnell zu Neige gingen, hatte ich im Herbst noch einmal (die größere Variante) nachgekauft. Das ist so gar nicht verkehrt für eine schnelle Pasta. diese Butter im Haus zu haben. Pasta ins Kochwasser geben, Butter in der Pfanne zerlaufen lassen, die Pasta al dente in die Pfanne geleiten lassen mit etwas Salz und Pfeffer würzen – fertig. Das sind zehn Minuten vom Gedanken zum Teller. Der Duft während der Zubereitung sorgt für noch viel mehr Wohlfühlgefühl als es die Aussicht auf den Teller schon schafft.
Letztes Jahr gab es zu Weihnachten beim L-Discounter als Aktionsartikel tatsächlich Trüffel im Glas, drei Stück an der Zahl für knappe 8 Euronen. Diese habe ich mir testweise gegönnt, ich wollte wissen, ob ich alleine der Magie lukanischer oder kalabrischer Trüffel erlegen bin. Und somit gab es diese Woche den Teller Pasta, wie oben beschrieben, aber mit zusätzlichen dünnen Trüffelspänen.

Ehrlich? Nicht kaufen! Geschmacklose Masse, kein Duft, null Aroma. Ich habe Zweifel, ob das überhaupt echte Trüffel sind. Die Trüffel wird leider mittlerweile auch viel gefälscht. Aber gut. Nun wissen wir Bescheid und ihr müsst meinen Fehler nicht nachmachen beim nächsten Mal, sondern könnt gleich ordentliche Knollen kaufen bei Bedarf.

Das passiert halt leider, wenn ein Produkt Mainstream wird und alle daran verdienen wollen. Immerhin werden mittlerweile jährlich 60 Tonnen Trüffel alleine in Deutschland vermarktet! Die schwarze Trüffel, die einzige Sorte, die sich auch züchten lässt, ist dabei das am häufigsten nachgefragte Produkt. Nun, immerhin gibt es sie als Winter- und Sommertrüffel. Die höchsten aromatischen Spähren mit Glückspotential bieten natürlich die weißen Trüffel. Aber … sie sind weiterhin rar. Sie haben bis jetzt jedem Zuchtversuch den duftenden Mittelfinger gezeigt.
Aber ich habe da etwas für die trüffel-süchtigen Berliner und Grüne-Woche-Besucher: In Berlin zum Beispiel gleich in diesem Januar bei dem allersten Truffle & Truffle Festival. Zur besten Trüffel-Jagdsaison serviert euch das True Italian Team (Berlin Italian Communication) an zwei Tagen im Festsaal Kreuzberg (Flutgraben 2, 12435 Berlin) sagenhafte Köstlichkeiten aus der Erde – und aus der Confiserie. Denn die Namenszwillinge werden an beiden Tagen mit ihren köstlichen Aromen um unsere Gaumen battlen. Für mich klingt das paradiesisch!

Natürlich wird es Showcookings geben und die Street Food Trucks servieren u. a. Cheesecake mit Birnen und getrüffeltem Honig (!), knusprige Spaghetti-Bällchen à la Cacio e Pepe mit Trüffeln oder chinesische Hähnchenspieße in schwarzer Trüffelsauce. Demgegenüber wird es süße Variationen geben, ein Beispiel? Wie klingen Mochis mit Milchschokoladenfüllung, frischer Sahne und Trüffelöl?
Und natürlich gibt es auch Pizza mit Trüffel. Und Pasta mit Trüffel von Pasta in mani (Best Berlin Italian Street Food Award 2025). Und Gnocchi mit Trüfel. Vermutlich sogar Panzerotti mit Trüffel … für Trüffel-Fans muss das doch himmlisch klingen, oder? Und wie immer: Alles frisch vor Ort zubereitet.
Und … eingekaufen könnt ihr die trüffeligen Spezialitäten oder die Knolle auch vor Ort. Also, ich freue mich schon sehr darauf. Der Festsaal ist an beiden Tagen von 12 und bis 21 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 5,— Euro Eintritt, Kinder (bis 16 Jahre) haben freien Eintritt.

Weitere Infos wie immer auf der Homepage von True Italian und immer aktuell in deren Instagram-Account.

2026-01-07

Geschirrspülersalz …

… ist auch so ein Produkt, das du* einmal vergessen hast auf Vorrat nachzukaufen. Und dann sendet dir der Geschirrspüler Signale. An einem Sonntagnachmittag nach feistestem Geschirrgelage. Und Montag vergisst du es wieder zu kaufen. Und irgendwie am Dienstag …

Aber dann! Dann kaufst du gleich zwei Packungen, eine auf Vorrat. Und vier Wochen später siehst du welches im Angebot und nimmst auf Vorrat eine Packung mit. Zwei Monate später stehste im Drogeriemarkt, kaufst Geschirrspülmittel und denkst: „Ach, Salz könntest du auch gleich mitnehmen. Da gab es ja vor Jahren mal einen persönlich implementierten Engpass.” Und vier Monate später steht es direkt neben dem Angebot der Katzenstreu und du packst es mit ein. War da nicht einmal was?

* = Ich, streichelt zärtlich ihre umfangreiche Geschirrspülersalzsammlung

2026-01-05

Erste komplette Verkaufswoche in einem neuen Jahr …

… und ewig grüßt die China-Bioprodukte-Gymnastikwoche bei allen Discountern.

Schon leicht ermüdend. Mindestens fantasielos.

2026-01-04

With or without Strom …

Ja ja, wir haben seit Jahren schon in den Wahljahren nachweislich russische Angriffe auf analoge und digitale Infrastrukturen und Attentate, denen man später auch oft russischen Hintergrund zurechnen musste. Und immer mit dem Versuch es zunächst politisch links stehenden Kräften zuzuschieben – vorrangig um rechte Gewalten zu stärken.

Superwahljahr in Deutschland 2026. Angriff auf Berlins Infrastruktur mit erstaunlich massiven Instrumentarium. Und sofort ein Bekennerschteiben linksradikaler Vereinigung vorgelegt. Die gab es früher auch schon, stellten sich bisher immer später als falsch heraus.

Wer will’s glauben?

Persönlich wünsche ich mir einen Bundesinnenminister und eine Generalbundesstaatsanwaltschaft, die AfD-Abgeordnete, die in Zeiten wie diese nach Russland reisen zu einem politischen Austausch, ihnen sofort die Immunität entziehen und gegen sie wegen Volksverrat ermitteln würden.

Bedienstete unseres Staates, die diesen unbedingt schützen wollen. Mit allen ihnen gegebenen Möglichkeiten unseres Rechtsstaates.

Wäre ein Anfang.

2026-01-03

Ich habe heute …

… schon eine Pomelo geschält.

Trainingsprogramm für den Tag erledigt.

2026-01-01

Herzlich willkommen 2026!

Ich hoffe Ihr seid alle gut durch- und reingekommen. Habt bitte ein bonfortionöses Jahr! Bleibt gesund und munter – ich möchte euch im nächsten Jahr um diese Zeit noch alle bei mir haben!

Steht mit den richtigen Menschen aufrecht zusammen. Genießt eure Zeit auf diesem Planeten. Liebt euch und lasst euch wertschätzen. Und vergesst es bitte nicht, weil es leider so viele andere Menschen in dieser Zeit wieder zu vergessen scheinen: Arme Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen von woauchimmerher – sie sind nicht eure Feinde. Sie tun euch nichts!

Das sind die reichen, weißen Menschen mit zu viel Geld und den falschen Ideologien!

Fight it 2026!

2025-12-17

Krähen-Freundschaft

Das ist Krähe.
Krähe befindet sich täglich am Vormittag auf dem Baum vor meinem Arbeitszimmer ein. Wenn ich Krähe erblicke und direkt aufstehe, um ihr eins, zwei, drei Walnüsse vom Balkon zu werfen (zielgerichtet auf den Weg, damit Krähe nicht erst die Nuss noch knacken muss), dann ist alles gut. Wenn nicht, macht Krähe draußen freundlich rabatiös mich auf sich aufmerksam.

Was Krähe aber immer macht, wenn ich huldvoll die Gaben vom Balkon geworfen habe, ist drei Mal zu krähen. Krähe und ich sind uns einig: Ich bin hervorragend fernzusteuern. Und Krähe ist außerordentlich höflich erzogen.

Ich mag Krähe. Und habe neulich gelesen, dass Krähen solche Erlebnisse, Routinen, die sie wertschätzen (bzw. natürlich auch gar nicht wertschätzen) an ihre Nachkommen vererben. Wir können also festhalten: Ich bin bis an das Ende meiner Tage als winterlicher Nusslieferant bei Krähe und den Krähen, die ihr folgen werden … geliefert.

Möge der Walnuss-Reichtum immer mit mir sein!