2011-10-31

Lange nicht mehr so gelacht!

Sie dürfen sich diskriminiert fühlen als …

Ja, Diskriminierung ist ein ernstes Thema aber das hier entspricht in etwa meinem Verständnis hinsichtlich der aktuellen Diskussion, die stellenweise wirklich schräg, schräg, schräg verläuft. Ich glaube, manchmal ist etwas Humor wirklich die beste Medizin! Und hier und da ist es vielleicht ganz gut, sie zur Prophylaxe zu schlucken.

„Wer nichts hat …

, der ist am Ende noch normal und das ist nun einmal wirklich kaum zu heilen.

Malte Welding, „Opferkult” aus seinem Buch „Männer und Frauen passen nicht zusammen – auch nicht in der Mitte

Sehr schöner Aufmacher vergangene Woche …



in der großen deutschen intellektuellen Tageszeitung: „Bei »Bauer sucht Frau« stinkt es zum Himmel!” Die dahinter liegende Neuigkeit für den „Daily Tagebuch aus dem Milieu”-Zuschauer: Bauern sind gar keine Bauern, die Kühe kalben gar nicht in echt, die Küsse wollen nicht geküsst werden, die Inka heißt eigentlich der Ingo und die geweinten Tränen haben auch noch nie einen menschlichen Tränenkanal von innen gesehen.

Ich ahnte immer schon, eine jede Frau, die relativ früh in diesem Format die Rückreise nach Hause antreten darf, hat Glück – ihren persönlichen Jackpot in der Tasche. Auch war mir schon nach der ersten Staffel klar, ab jetzt kaufen sie die Bauern ein, denn mehr als sechs Wahnsinnige in diesem Beruf auf dem Land unter den Bedingungen kann es in Deutschland nicht mehr geben. Und warum ich auch noch sehr früh wusste, warum das Format von RTL erstunken und erlogen ist? Weil Bauern nun mal SO aussehen!

2011-10-30

Kennt Ihr das?

Seit 30 Jahren keine analogen Fotos mehr geklebt haben und jetzt dieses EINE Foto suchen?

Rituale …

Ich sitze gerne auf Böden. Grundsätzlich. Das ist meiner frühkindlichen buddhistischen Sozialisierung geschuldet. Wir haben damals viel Zeit auf Fußböden verbracht. Wir haben auch immer unsere Schuhe in geschlossenen Räumen ausgezogen. Macht man so vor dem Butsudan. Wir trugen dabei nie Hausschuhe. Deswegen tue ich all das auch heute noch gerne bzw. nicht so gerne. Wer mir in seinem Zuhause Hausschuhe offeriert, quält mich. Ich möchte a) keine Hausschuhe tragen und b) auch keine Hausschuhe, die mir unbekannte andere Menschen vor mir schon trugen. Das hat für mich was von getragener Unterwäsche von Fremden tragen müssen. Mag ich nicht. Als ich übrigens einige Jahre nicht praktiziert habe und dann wieder zu einer Versammlung gegangen bin, saßen plötzlich alle Buddhisten auf Stühlen und trugen Schuhe. Da habe ich wieder einmal gemerkt, immer wenn ich in meinen social geskillten Bewerbungsunterlagen behaupte, ich sei flexibel, stirbt irgendwo auf dieser Welt bestimmt ein giftiger Röhrenpilz.

Wo war ich? Ich sitze gerne auf Böden. Das Ritual will nämlich, dass ich Samstags im Discounter den Werbeprospekt mitnehme und im Hausflur die gesammelten eingeschweißten Werbeprospekte aus dem Mülleimer entnehme, den irgendein Nachbar dorthin entsorgt hatte, der nicht so klug wie ich war seinen Briefkasten mit einem „Keine Werbung!”-Aufkleber aufzuhübschen. (Mir war damals wirklich nur nach Verschönerung zumute! Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich mich damit tragischerweise dem gemeinschaftlichen sozialen Kauferlebnis 2.0 entsage, weil ich nie die sein werde, die als Erste twittert „Der Ikea-Katalog ist da!”)

Wo war ich? In der Küche. Auf dem Boden. Da sitze ich also Sonntags immer ganz gerne mit einer Tasse Kaffee, gebe zwei Katzen einen aufs Haus aus, die Dritte mag Milch so wenig wie ich die Hausschuhe, und lese diese Prospekte gemächlich entspannt, so wie andere echte Intellektuelle die wöchentliche Sonntagsausgabe der ZEIT. Und das liest sich dann schon einmal so:

Uhrenradio mit Projektion
Stereo Boombox
Digitales Elektrostimulationsgerät „SEM 40” 3-in-1
Electro-FleX* Reflexzonen-Massagegerät
AirClean Ionizer
Maxx Bodycare „Taiko” Klopf-Massagegerät
Damen-Kuschelsocken
4 in 1 Infrarot-Thermometer
Maxx Cuisine Salat Plus Salatschleuder
6er Pack Teeglässer
Glaskanne
Fruchthelfer-Set
Nur echt mit dem Scottie. (Üblicher Prospekt-Claim immer rechtsseitig links oben gedruckt. Hier besonders lustig, weil dann folgt:)
Salzkristall-Leuchte
Kochrezeptfächer oder Die 100 besten …
Edelstahl-Entsafter
Duschdas
Frische Salatbox

auch schön auf der nächsten Seite:

Diät Butterzeug, Vanillekipferl oder Dominosteine.

Bin mir übrigens nicht sicher, ob „Taiko” im Zusammenhang mit Klopf-Massagegerät nicht auch verdammt fies rassistisch und feministisch übergriffig ist. Ist:

Weihnachtsmännchen

aber auch irgendwie.

*kein Rechtschreibfehler enthalten

(Aus der Reihe: gelegentlich tut mir dieses Internet nicht gut.)

2011-10-29

Schöner Zug fahren …

… mit Kraftwerk:



(Aus der Reihe: ich kann ja auf multimedial schön sauber reduziert noch am Besten.)

2011-10-28

Marco Zeh hat Wut im Bauch

der Mann ist Programmierer, ernährt von seinem Gehalt seinen Blindenhund und lässt sich zu Recht erbost über zwei sehr große Relaunches zweier Unternehmungen aus, deren Hauptfunktion es ist zu informieren: die Hompage des Bayerischen Rundfunks als auch das Portal vom „Der Westen.” In den Genuss dieser Informationen kommt allerdings nur ein Teil der Internetuser. Die, die auf Barrierefreiheit im Web angewiesen sind, gehören eher nicht dazu.

Und bei Euch so …?

2011-10-27

Die Intelligenz von Frauen …

… manifestiert sich aus meinem persönlichen Blickfenster als Frau immer dann auf besondere Weise, wenn ich (weiterhin als Frau) auf die Damentoilette gehe, an deren Toilettentür eine Frau in direkter Anrede dem Florian geschrieben erzählt: „Florian, ich liebe Dich!”

(Aus der Reihe: gibt ja zum Glück auf Frauenklos selten Tischplatten. Mein Kopf!)

Geht doch bitte mal wählen!

Und zwar hier im Racingblog! Ihr könnt darüber bestimmen, welcher der drei von fünf übrig gebliebenen Kandidaten den Trip nach Abu Dhabi mit Ferrari-Kuschelkurs und Shell-Glück gewinnt. Ich bin aus parteipferdischen Gründen für Frau Jekylla. (Es hat Gründe, ich kochte schon einmal für's Pferd!)

Nicht, dass ich nicht allen Kandidaten den Trip wünschen würde, aber ich würde dem Racingblog-/Shell-Veranstaltungsteam die Frau Jekylla von Herzen gönnen, wegen ihrem unvergleichlichen Spaß-, Charme- und Chaotenfaktor! Wir wollen doch, dass alle diese Reise niemals vergessen werden …

Realsatire Deutschland



Extra3 über die Ausladung des Jahres.

Geht ja nix über diese Einhörner …

2011-10-26

Menschliches …



via Nilzenburger

Winter!

Heute ist offizieller Winteranfang. Sagt der Kater. Der saß nämlich heute früh vor der Heizung. Für sich etwas verloren wirkend aber stolz königlich, wie es nun mal seine natürliche Natur ist. Aber er zog so ein Gesicht (die üblicherweise bei Katzenbesitzern bekannte Hackfresse von Katzen, die schlimme Katzentaten ankündigt, wenn man nicht gleich, sofort und am besten heute noch etwas besser funktioniert) dabei und ich dachte bei mir: „mein Kater will mir irgendwas sagen. Was will er mir nur sagen?” Da ich ja super konditioniert bin, habe ich natürlich sofort sämtliche anderen meiner wichtigen Tätigkeiten (Zähne putzen, Kaffee trinken, Walnüsse pulen) unterbrochen, in die Arbeitsroutinen nach hinten sortiert und nachgedacht. Dann fiel es mir ein! Es gibt eine Zeit im Jahr da gilt es vor die Lieblingsheizung des Katers (alternativ der Katzen) Lieblingsdecke oder Lieblingskissen direkt vor die Heizung zu installieren, damit des Katers (oder der Katzen) Gedärme schön beim Zimmertemperatur in Richtung medium gegrillt werden können.

Ein Glück habe ich das geschnallt!

Aber Winter ist jetzt trotzdem.

2011-10-25

Ersatzverkehr

In Berlin fährt ja ab und an die S-Bahn mehr so nicht. Manchmal gar nicht. Gelegentlich partiell nicht. Auf der Strecke zum Flughafen Schönefeld fährt sie nun nach jahrelangem Chaos seit Neuestem mal wieder etwas häufiger, dafür aber gelegentlich des Nachts wieder auch nicht und dann fährt ein Bus. Mit diesem Bus hatte ich gestern die Freude zu fahren. Die nennen das Schienenersatzverkehr. Und der ging so: wir fuhren mit dem Bus ab der S-Bahnstation und Ersatzhaltestelle Grünbergallee bis zum S-Bahnhof Grünau, der eigentlich sonst nicht auf der Strecke dieser S-Bahnlinie liegt. Dann durften wir zwei Stationen bis zum Betriebsbahnhof Schöneweide mitfahren, und dort in den gegenüber wartenden Zug umsteigen, der eine Station bis Schöneweide fuhr, dort durften wir dann zu einem anderen Gleis wechseln, um in unsere gewünschten Linien der bevorzugten Weiterfahrt zu wechseln.

Das war schön viel Umgesteige und Gewechsle für so eine späte Nacht und ich habe bis heute, selbst nach erfolgreichem Rotwein-Abbau, immer noch nicht begriffen, warum die den Scheißbus nicht einfach alle Stationen abfahren lassen bis zum ersten Bahnhof der baufreien Zone?

(Aus der Reihe: versteht Ihr das doch, ich will nicht mehr!)

Gestern …

das Älterwerdungsritual von Frau multikulinarisch.es. Food-Blogger feiern den lieben ganz langen Abend am liebsten wo?

Nebenbei gestern die beste Kürbissuppe der Welt gegessen, muss ich ehrlich sagen! Und ich war von meiner eigenen schon immer überzeugt.

Wenn ein Mensch

aufgrund einer beruflichen und sozialen Frustration, z. B. weil er arbeitslos ist und für sich keine Zukunftsperspektive sieht, kriminelle Handlungen begeht, ist es medial zur allgemeinen Imageverschlechterung von Langzeitarbeitslosen ungemein wichtig nicht etwa zu schreiben, „ der arbeitslose Maler”, „der Mensch ohne Arbeit”, der „Arbeitslose” oder „Langzeitarbeitslose”, es ist nur richtig ihn als „«Hartz IV-Empfänger» fackelt Autos ab” zu beschreiben.

Weiterhin hat noch nie ein Mensch in diesem Land eine Leistung namens „Hartz IV” empfangen, bezogen noch erhalten. Ein Umstand, den ich meinen Freunden seit Jahren versuche zu erklären und sie bitte, sie mögen sich doch nicht auch noch an diesem Prozess der Stigmatisierung von Arbeitslosen beteiligen. Sinnlos. Leider. Sie begreifen es nicht.

2011-10-21

Deutschland, armes Facharbeiterland.

Arbeitsgebiet: Simulation des Wäschefalls in der rotierenden Trommel zur Vorhersage des Waschergebnisses. Eine Möglichkeit zur Promotion wird angestrebt.

An der Beuth Hochschule für Technik Berlin ist im Rahmen des Drittmittelprojekts "DynTexTro - Ansätze zur Vorhersage der Wäsche in der bewegten Trommel" im Fachbereich VIII - Maschinenbau, Verfahrens- und Umwelttechnik (Fachgebiet: Struktur- und Strömungssimulation), eine Stelle zu besetzen.

Fachliche Anforderungen: Abgeschlossenes naturwissenschaftliches oder ingenieurtechnisches Hochschulstudium mit Schwerpunkt numerischer Simulation. Erwartet werden umfassende Kenntnisse der numerischen Methoden der Strömungs- und Struktursimulation, sowie praktische Erfahrung mit den Softwarepaketen ANSYS, ANSYS CFX und LSDyna.

Außerfachliche Anforderungen: Kenntnisse auf den Gebieten Strömungsmechanik, Thermodynamik und Festigkeitslehre sind vorteilhaft. Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Kreativität und Fähigkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit wird vorausgesetzt.

(via bel, danke!)

2011-10-20

1,8 Millionen Euro in den Wind geblasen …

Julia Probst von Augenschmaus hat sich auf Facebook – ebenso wie ich über diese – weil letztendlich inhaltslose – Imagekampange der Bundesregierung aufgeregt. Nun, sie weiß natürlich noch viel besser als ich, was sich genau nicht tut in Deutschland hinsichtlich der Integration von Menschen mit Behinderungen im Alltagsleben dieser Republik. Die Kampagne kostet übrigens 1,8 Millionen Euro. Ein Schnäppchen im Vergleich zu dem was den Support echter integraler Aktionen kosten würde.

Dazu passt das heutige Mahnschreiben, verfasst vom Sozialverband Deutschland (SoVD), Deutscher Behindertenrat (DBR) und Elterninitiative „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen” an die Kultusministerkonferenz, die weiterhin auf dem besten Weg ist, die UN-Behindertenrechtskonvention zu ignorieren. Integrativer Unterricht findet einfach nicht statt in diesem Land, vor allem dann nicht, wenn Kindern mit Behinderungen die Schulhelfer ohne Sinn und Verstand weggekürzt werden und ihnen damit schon der Besuch der Schule überhaupt schwer bis unmöglich gemacht wird!

Also wieder einmal: außer Spesen nichts gewesen!

Geahnt habe ich das schon immer …

… Knut ist gar nicht tot, Knut ist nur umgezogen:



Und zwar zum:



(Aus der Reihe: Ihr kennt diese unglaubliche Kreativität gepaart mit wilder Schönheit von Neuköllner Hochparterre-Fenstern nicht!)