2026-01-26

Müggelsee on the rocks

Neulich waren Frau @maske_katja und Frau Willekes und ich unterwegs auf unserem traditionellen „Die Schottin ist mal wieder in der Stadt”-Wanderung. Zwischen den Jahren nutzten wir den wunderschönen eisigen Tag für einen Rundgang um den großen und einen Teil entlang des kleinen Müggelsees. So mit Picknick an der Eisbahn und so …

Und der verfrorene See war sehr gut zu uns!
Sehr selbst:
Hübsches Fundstück. Der verfrorene Graureiher mit Hintergrundsteele:

2026-01-25

Crottole – Stadt des Honigs

Sich treiben lassen auf Reisen und widrige Umstände annehmen, sie sein lassen, das kann wirklich schöne Momente schenken.

Einen solchen Moment erlebten wir im Herbst letzten Jahres in der Basilikata. Und das kam so: Uns begleiteten eine kurze Zeit der Reise ein langjähriger Freund von Pino mit seiner Tochter. Beide waren auf dem Weg an die Küste des Tyrrhenischen Meeres, wo sie ihre Wurzeln haben. Die Tochter war zuvor noch nie in Matera und Pino wollte ihr die Stadt zeigen. Ich kann sowieso nicht oft genug in Matera sein und bin selbst über den kürzesten Ausflug in diese Stadt (in der ich immer öfter das Gefühl habe, dann zu Hause zu sein) sehr froh.

Also besuchten wir Matera. Dummerweise zwangen uns im Umfeld der Stadt uns nicht bekannte Bauarbeiten in Staus, die wiederum unsere Zeitplanung – Mittagessen mit einem Freund Pinos – ziemlich zerschossen hatten. Wir hatten uns verfranzt, das half dem Termin auch nicht auf die Sprünge (und nein, nicht immer ist Elektronik dabei eine Hilfe).
Irgendwann also vertagten wir das Treffen mit dem Freund und reisten durch die Gegend. Mit dem Wissen, wir sollten in baldiger Zukunft irgendwo eine Gelegenheit zum Essen finden – der Süden Italiens ist, ich erwähnte es mehrfach schon, zeitlich strikt geregelt, was das Pranzo anbelangt.
So fuhren wir durch die schöne Landschaft mit ihren Hügeln und landwirtschaftlichen Flächen (die Basilikata auch gerne als Garten Italiens bekannt), teilweise schon abgeerntet, teilweise schon wieder neu bestellt. Was sollte uns passieren?
Der Himmel war blau und mit hübschen Schäfchenwolken bestückt, wir hatten Urlaub und irgendwo im Hintergrund, 30 Autominuten (falls kein Stau stört) von Matera entfernt, erblickten wir einen der typischen Orte in der Basilikata. Gebaut rund um eine Anhöhe, auf deren Spitze ein Castello ruht.
Crottole. Wer alt genug ist, erinnert sich an die schweren Erdbeben in den Abendstunden des 23. November 1980 in ganz Süditalien, denen über 3 000 Menschen zum Opfer fielen und über 400 000 Menschen ihrer Wohnungen und Häuser beraubt wurden. Crottole hatte, wie viele Dörfer in dieser Region, schweren Schaden nehmen müssen.

Viele Menschen dieser Region sind daraufhin weggezogen, die wenigsten wollten hier mehr wirklich neu bauen. Dennoch sieht man der Stadt an, dass ihre Bewohner immer noch an sie glauben. Tatsächlich findet man die Spuren der grausamen Naturgewalt heute noch in dem Ort – und wenn es stützende Gerüste sind, die mittlerweile vor sich hinrosten.
Knapp 2000 Einwohner zählt Crottole heute – in der Sternstunde dieser Stadt, so um 1010 n. Chr., waren es über 13 000 Einwohner. Damals hieß sie auch noch Cryptulae, kleine Grotten. Der Tatsache gehorchend, dass heute noch unter der Stadt viele prähistorische Grotten zu finden sind. Das über allem thronende Castello Feudale entstammt dem 9. Jahrhundert n. Chr. – als diese Gegend vom Fürstentum Salerno regiert wurde. Auch das Castello zeigt heute noch die Wunden des Erdbebens.

Als wir in Crottole auf der Via Nazionale hineinfuhren, grüßte uns stolz das Schild „Stadt des Honigs”. Das sind Neuigkeiten, auf die Menschen wie Pino, Sibi und ich (und auch unsere Begleiter) natürlich sofort hereinfallen. Ach, Honig! Durch die Straße rasende Traktoren, signalisierten deutlich welche Tageszeit geschlagen hatte!
Wir liefen ein paar erste Meter durch die Stadt, rechter Hand eine kleine Salumeria mit prachtvollem Gemüse in der Auslage, linker Hand eine Bar, Bar Trattoria Quaranta, die nicht wirklich den Eindruck eines Restaurants auf mich machte.
Aber das ist auch der Charme Italiens: Wenn man denkt, da geht man vielleicht besser nicht hinein, das sieht nicht sooo gemütlich aus – ruhig hinein mit euch! Meist passiert die Magie in irgendeinem Hinterzimmer und die Küche schmeckt göttlich!
Nun, Pino kennt natürlich die regionalen Gepflogenheiten seiner Heimatprovinz, also traten wir ein, fragten nach einem Mittagessen und wurden zu dem Zeitpunkt noch als erste Gäste in einen fantastisch, leicht skurril dekorierten Hinterraum geführt.
Der sich übrigens kurze Zeit später sehr füllen sollte – ein simples Zeichen dafür, dass wir hier mehr als richtig waren.
Mit einem irrsinnigen Tempo servierte man uns erst den Wein (zum Wasser) und dann die deftigen Antipasti mit Schinken, Speck, …
… feinstem Käse und Nodini, …
… Oliven und eingelegtem Gemüse.
Später Pastagerichte mit duftender Sugo …
die Orecchietti mit aromatischen Cruschi! Die übrigens in einem weiteren Hinterzimmer vor sich hin trockneten.
Beste einfache Küche mit den fantastischen Produketen der Heimat namens Lucania.
Während ich von der hochbetagten, sehr gepflegten Patronin ins Herz geschlossen wurde, von deren Erzählungen ich nicht so viel verstand, sie aber außerordentlich genoss – und das ist halt der Unterschied zu unseren deutschen einfachen Gaststätten, wo selten mehr Austausch stattfindet neben der Bestellung. Im italienischen Gegenentwurf freut man sich immer über neue Gesichter und will deren Geschichte erfahren.
Pino, der trotz seines Alters sich immer noch die Neugierde eines kleinen Kindes bewahren konnte, fragte natürlich auch nach dem Honig, den die Stadt zu ihrem besonderen Namen verholfen hatte. Ich liebe diesen Stolz der Italiener, den ich in Deutschland sehr vermisse: Da schafft jemand ein gutes Produkt, das vielleicht sogar prämiert wird, und die ganze Gemeinschaft derer Heimat ist stolz wie Bolle!
Kurz nachdem wir das Essen beendet hatten, betrat ein hübscher junger Mann die Szenerie, mit vier Honiggläsern im Beutel – und erzählte uns seine Geschichte und stellte uns seinen Honig vor. Und was für Sorten! Korianderhonig (Coriandolo) Süßkleehonig (Sulla), Trifoglio (Klee) und Millefiori (Tausend Blumen) – insgesamt elf Sorten – bekannt unter dem Namen L’Oro Dei CampiDas Gold der Felder!
Rocco Filomeno (links im Foto, rechts Pino) ist in Grottole aufgewachsen und fand schon als Kind Bienen spannend. Imker ist er erst nach seiner Ausbildung zum Friseur geworden. Seine Leidenschaft für die schöne Landschaft Lukaniens, die absolut nachvollziehbar ist, hat ihn zu einem mittlerweile im Land sehr anerkannten Imker werden lassen. Diese Liebe ist aus der seiner Familie zu ihm entstanden, denn sie war es, die ihm das erste Buch über Imkerei zusammen mit seinem ersten Bienenstock geschenkt hatten. Daraus sind binnen zwölf Jahren 150 Bienenstöcke geworden und er ist der Vater von über 90 000 Bienen, mit denen er je nach Jahres- und Blütezeit durch die Region zieht – ein Bienennomade. Und wird mit seinem Honig hochgeschätzt, von dem sein Millefiori 2020 als bester Honig dieser Bezeichnung in der Basilikata prämiert wurde, 2022 wurde sein Kastanienhonig mit dem Tre Grocce D’Oro (Grande Mieli D’Italia) sogar als bester Honig Italiens prämiert. Kein Wunder, dass alle seine Honige von 2025 – zumindest in seinem Onlineshop – ausverkauft sind. Und dass sich Crottole ihm zu Ehren nun Stadt des Honigs nennt.

Daran sind aber auch wir ein bisschen schuld, denn, obwohl er so liebenswürdig war, mir die mitgebrachten Honige zu schenken (und ich bin sehr dankbar dafür, sie sind wirklich köstlich!), haben wir alle noch vor Ort bei ihm ordentlich eingekauft. Für uns selbst, Pino und Sibi für die Trattoria. Aber … merkt euch den Namen L’Oro Dei Campi und die Webadresse für die nächste Honigsaison, schreibt ihm eine Mail, es lohnt sich wirklich!

Wir haben also Crottole zufällig gefunden, haben diesen Ort sehr satt, reich beschenkt und im Honigglück verlassen – und möchten unbedingt wiederkommen. Auch das ist die besondere Schönheit Italiens.

2026-01-24

Kleine Erinnerung: Truffle-Festival

Heute (24. und 25.01.2026) findet im Festsaal Kreuzberg (Flutgraben 2) das erste True Italian Truffle & Truffle Festival statt. Ab 12 Uhr geht es los mit vielen Köstlichkeiten mit dem erdigen Gold – und natürlich Süßkram!

2026-01-23

Usfiya – das Dorf der Drusen in Israel

Am letzten Abend unseres Aufenthaltes in Tel Aviv lernten wir Taimur Mansour kennen. Er ist Kampagnenleiter im Ministerium für Tourismus von Israel und hatte in das Restaurant MEATOS in Tel Aviv eingeladen. Wieder begeisterte die Küche Israels mit ihren aromatischen Vorspeisen und Weinen.
Wir sollten und wollten Taimur am nächsten Tag wieder treffen. Er gehört der arabisch sprechenden ethnisch-religiösen Minderheit der Drusen in Israel an. Und lud uns erneut ein, dieses Mal in die Welt seines Heimatdorfes und in dessen Kultur, um die sehr feine Küche der Drusen kennenzulernen. Tatsächlich wurden mir die köstlichsten gefüllten Weinblätter serviert, die ich je kosten durfte!

Usfiya – die ältesten Olivenbäume der Welt

Es war ein faszinierender Ausflug. Ich nehme euch mit nach Usfiya (auch Isfiya), einem von zwei von Drusen bewohnten Dörfern im Karmel-Gebirge, dem Bezirk Haifa zugeordnet. Wir befanden uns nach dem Stopp in Haifa auf dem Weg nach Nazareth. Eine halbe Stunde von Haifa liegt die Gemeinde Usfiya. Die Drusen haben im frühen 18. Jahrhundert hier ihre Heimat gefunden und heute leben in dieser Region und der grünen Landwirtschaft des Bergmassivs Carmel ungefähr 12.000 Menschen. Der größte Teil davon Drusen, neben einigen Christen, Muslime und wenigen Juden.
Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft, vor allem dem Anbau von Oliven, Trauben und Honig. Und so ist der Blick von der Anhöhe, auf der wir aus dem Bus steigen, auf eine erstaunlich grüne Landschaft voller Olivenbaumplantagen und Weinreben. Der Blick von hier geht sehr weit! Die Landschaft ist durchzogen von stark befahrenen Straßen. Hier oben jedoch herrscht, vom Durchgangsverkehr der einen Hauptstraße abgesehen, Ruhe. Und je höher wir ins Dorf steigen, umso friedlicher scheint die Welt um uns herum.
Die junge Generation der Drusen studiert und lebt das normale, moderne Leben, pendelt täglich auch nach Tel Aviv zur Arbeit – so wie Taimur. Gerade aber den alten Männern im Dorf sieht man die langen Jahre harter landwirtschaftlicher Arbeit in der sengenden Sonne auf den Feldern an. Hier auf dem Berg werden die Olivenbäume von den Drusen hochgeschätzt. Einige der Olivenbäume können in die Zeit der Römer datiert werden. Also Bäume, die über 2000 Jahre alt sind! Jüngere Exemplare werden der Periode der Kreuzfahrer zugesprochen. Auch sie wachsen hier bereits über 800 Jahre. Der Stolz der Bevölkerung auf diese Ur-Bäume ist mehr als verständlich!
Nachdem uns der Bus an der Hauptstraße ausgespuckt hatte, erklimmen wir auf der einfachen Straße den Berg. Poetische Graffitis erzählen kunstvolle Geschichten an den Wänden, buntgemalte Treppen machen den Aufstieg leichter. Die Sonne wärmt jetzt im Dezember, und überall in diesem Dorf locken Motive zum Fotografieren in ihrem strahlenden Schein.
Jeder Mensch, dem wir begegnen, begrüßt uns mit großer Herzlichkeit. Warmes Wohlwollen, das beschreibt die Aura dieses Ortes wohl am besten. An einem kleinen Platz begrüßt uns Taimur mit seiner fröhlichen Familie.

Carmel Center of Druze Heritage

Vor einem Haus wehen Fahnen mit grün, rot, gelben, blauen und weißen Streifen, das ist die drusische Flagge. Sie symbolisiert den einzigartigen Glauben der Drusen. Jede Farbe repräsentiert spirituelle Prinzipien und historisch relevante Persönlichkeiten ihrer Gemeinschaft. Grün steht für den universellen Geist, Rot für die universelle Seele, Gelb symbolisiert die Sonne, Blau die Zukunft und Weiß steht für die Kernlehren ihres Glaubens. Er basiert auf den Elementen des Islam, des Christen- und Judentums – mit der Intelligenz der griechischen Philosophie gepaart.
Taimurs Familie hat in Usfiya das Carmel Center für das Erbe der Drusen (Carmel Center for Druze Heritage) eröffnet. Ein kleines, wirklich charmantes Museum mit vielen familiären und kulturellen Unikaten, an einem Platz gelegen, in dem interessierte Besucher*innen in die Geschichte und Kultur der Drusen eintauchen können.
Auch die von den Dorfbewohnern hergestellten landwirtschaftlichen Lebensmittel und kosmetischen Produkte sind hier erhältlich: Tee, Gewürzmischungen, Olivenöl oder Seife. Und die trockenen Bestandteile eines typischen Getränks der Drusen: Maghli.

Der Glaube der Drusen

Drusen sind eine in sich sehr geschlossene Religionsgemeinschaft. Weltweit gibt es von ihnen, als Monotheisten bezeichnet, geschätzt etwas mehr als eine Million Menschen. Sie bezeichnen sich selbst als „Bani Maaroof” – Menschen der guten bzw. göttlichen Taten.
Ihr Glaube ist stark von ismailitischen Traditionen geprägt, wobei sie sich allerdings im 11. Jahrhundert bereits vom Islam losgelöst haben. Sie begegnen dem Koran deutlich differenzierter und folgen auch den Lehren griechischer Philosophen.
Die gesamte drusische Lehre kennen nur die sogenannten „Wissenden“. Es sind ausgesuchte Personen innerhalb einer Gemeinde. Wobei sich Gemeinde tatsächlich auf zusammen an einem Ort lebende Menschen ihres Glaubens bezieht. Deren Regeln können sich von denen anderer drusischer Dörfer bzw. Gemeinden durchaus unterscheiden. Wer in eine andere Gemeinde einheiratet, umzieht, wird sich an die Regeln dieser drusischen Gemeinde gewöhnen müssen.

Dabei vertrauen Drusen auf drei Prinzipien: Ein Prinzip verlangt, dass man den Geist seines Verstandes nutzt – nur so wird man seine Seele reinigen, um dem Glauben an Gott gerecht zu werden. Dieser Gott, dabei ist egal, wie er genannt wird, ist immer der gleiche Gott aller Menschen, das zweite Prinzip der Drusen. Ein drittes Prinzip ist der Glaube an die Unendlichkeit der menschlichen Seele. Sterben Drusen, lebt ihre Seele in dem Körper eines neugeborenen Kindes sofort weiter. Drusen glauben an Reinkarnation und daran, dass die Umstände der Geburt vorbestimmt sind. Für Drusen existieren auch parallele Welten.
Und wer das nun alles spannend findet und für sich nachvollziehbar, dem ist die Enttäuschung nahe: Konvertierung wird grundsätzlich abgelehnt. Das erschließt sich natürlich ein Stück weit aus dem Prinzip der Seelenwanderung. Als Drus*in geboren zu werden, ist von Gott vorbestimmt. So kann man nur als Drus*in geboren werden, per se schließt sich damit der Sinn jeglicher Missionierung aus. Heiraten Drusen Menschen, die keine Drusen sind, sind sie ein Leben lang von ihrer religiösen Gemeinschaft ausgeschlossen.
Ihre Tracht sind weite. dunkle Gewänder mit hochgeschlossenen Schuhen, ähnlich wie bei den orthodoxen Juden: Man zeigt einfach kein Bein. Dazu tragen sie bei Festivitäten in den Farben der Fahnen bestickte Westen, die Kopfbedeckung ist immer weiß. Frauen tragen meist weiße Kopftücher – sie sollten übrigens nicht (!) fotografiert werden, Männer einen hohen Hut, oft mit Tuch, der Fes genannt wird.
In Israel leben derzeit ungefähr 150.000 Drusen, die sich im sozialen Leben einfügen und auch die israelische Staatsbürgerschaft haben. Männer leisten Wehrdienst in Israel, Frauen das soziale Jahr. So loyal sich die Drusen dem Staat Israel gegenüber verstehen, sieht sich dieser ebenfalls als Schutzmacht der Drusen und hatte bei Übergriffen gegen die syrischen Drusen seitens des Assad-Regimes mit Gegenangriffen reagiert.

Die farbenfrohen Köstlichkeiten der Drusen

Das alles erzählte uns Taimur in einem Affenzahn in dem Museum, während uns Maghli gereicht wurde.
Ein kalter, süßer Tee mit einem köstlichen Aroma, der bei den warmen Außentemperaturen alle Lebensgeister wieder erwachen lässt.
Er besteht aus getrocknetem Zimt, Süßholz, Kurkumawurzel und Ingwer. Natürlich kommt diese Gewürzmischung in mein Gepäck.
Taimur gibt uns freundlicherweise das Rezept mit auf den Weg: Die Zutaten eines Beutels sind für mindestens einen bis vier Liter Tee berechnet und werden ungefähr eine halbe Stunde lang gekocht. Einfach nach dem Absieben einfrieren und beim nächsten Mal (bis zu vier Mal) erneut aufgießen. Bei Bedarf wird der Tee gesüßt. Gekühlt serviert – vor allem in der Hitze – da kann jede künstlich hergestellte Limonade einpacken!
Taimur führte uns durch das Dorf und in das Haus von Rina Halil. Sie hatte für uns ein grandioses Mittagessen mit köstlichen Gerichten der drusischen Küche zubereitet.
Mich begeisterten die gefüllten Weinblätter Warak Enab (Warak Dawlai) so sehr! Sie sind dünn gefüllt, daher schmeckt man auch viel mehr das sie umhüllende zarte Weinblatt, gekocht in einem würzigen Sud. Für mich die besten gefüllten Weinblätter meines Lebens – und zu meinem Glück, hatte sie uns davon sehr viele serviert. Was für eine Arbeit!
Natürlich gab es auch hier köstlichen Hummus mit dem würzigen Olivenöl. Zusammen mit Chicken Mansaf,
einem saftigen Reis mit würzigem Hühnerfleisch und sehr viel (!) Pinieniekernen. Wie großzügig!
Mnazahleh: geschmorte Auberginen mit Kichererbsen in einer scharfen Tomatensauce, dank der orientalischen Gewürze keine Spur langweilig! Eine Art Auberginen-Gulasch – und ich werde es unbedingt nachkochen. Fantastisch gut, dennoch simpel: Balila Wa Shiria, eine Art Salat aus altem Weizenkorn und Weizennudeln (Pitim), pikant abgeschmeckt. Hackbällchen mit Kreuzkümmel in einer samtigen Joghurtsauce. Ein Krautsalat mit Schwarzkümmel, gefüllte Zucchini und natürlich der typische frische Salat mit Gurken, Tomaten und Petersilie. Zum Nachtisch gab es einen starken Kaffee mit Keksen.
Jedes einzelne Gericht war so köstlich, wer bis dato nicht von der Küche Israels begeistert war, hier auf dem Tisch standen köstliche Offenbarungen. Und das Ganze in einem sehr familiären Umfeld, wobei uns Taimur verspricht, die Drusen würden immer so gut gemeinsam in der Familie zu Mittag essen! Satt und sehr begeistert von diesem Ort mit seinen wundervollen, freundlichen Menschen sind wir wieder in den Bus gestiegen. Besucht Usfiya – man hat dort wundervolle Momente.