2017-01-03

Heute …

… ist so ein Tag, da würde ich mich ganz gerne in meinen Vitamix stecken und von außen auf'n Knopf drücken.

(Aus der Reihe: seufz)

2017-01-01

Geburtstagsmädchen

Shiina wird heute ganze stolze sieben Jahre alt. (Und ich bin sehr stolz auf mich daran gedacht zu haben, weil man so einen Geburtstag am 1.1. eines jeden Jahres ziemlich leicht vergisst.) Leider hat DHL gestern nicht wie angekündigt ihr Geburtstagspaket geliefert. Aber die kluge Katzenflohzirkusbeaufsichtigungsbeauftragte hatte mit Gambas vorgesorgt.

Und zwar so: ich kaufte gestern noch schnell für das nachbargemeinschaftliche Raclette-Essen einen Garnelenring und übergab ihn der Gastgeberin mit den Worten: „Falls wir die Garnelen auch essen wollen, müssen wir mindestens acht Stück aufheben für Shiina.” Sie übergab mir daraufhin den Garnelenring zurück mit den Worten „Stelle ihn in den Kühlschrank, wir haben sooo viel Fleisch zu essen.” Sie ist nämlich gar kein so schlechter Mensch, obwohl sie immer behauptet Shiina sei gar keine schlanke Katze, hatte sie dann gestern mit mir gemeinsam um kurz nach 24:00 Uhr dem Shiinchen im Treppenhaus ein Geburtstagsständchen gesunden. (Es gibt überhaupt keinen Grund sich nicht in jedem Moment lächerlich zu machen, der sich einem dafür bietet.)

Shiinchen mümmelt also seit heute nacht Garnelen und ansonsten sitzen wir hier und gucken uns Garnlen-Aquarien an und verlieben uns gemeinschaftlich in jede verdammte Garnelensorte, die es auf diesen Planeten gibt. Sie achtet dabei mehr auf Vermehrungskompetenz und Wuchsfreude, ich achte eher darauf, ob ihnen Ginger und Fred gut als Namen stehen würde.

Tally mag übrigens Garnelen nicht so sehr. Seit ihr der Handel Krabben in Salzlake vom Speiseplan gestrichen hatte, bewundert sie neuerdings mehr so Möwen.

Und nun zieht Euch ordentlich an, wascht Euch die Hände und gratuliert dem kleinen pelzigen Zauberwesen:

















2016-12-31

Meine Nachbarn …

… essen nicht so gerne Süßes. Behaupten sie immer. Nehmen mir aber auch immer den Kuchen ab.

Wenn ich jetzt für den heutigen Abend, an dem wir gedenken ollen Käse in die Pfannen zu schmeißen, noch schnell eine Mousse au chocolat mache, werden sie die nicht essen können, weil sie doch nicht so gerne Süßes essen. Dann bleibt mehr davon für mich. Oder auch nicht. Und beide Möglichkeiten haben durchaus ihre Vor- und Nachteile.

(Aus der Reihe: einfach mal an einem Samstag über Mousse au chocolat in Philosophie promovieren.)

2016-12-30

Morgen kommt …

…, so es der DHL-Gott will, die neue Katzenkrallenzange.

Dann kann ich ja morgen die alte Zange wieder finden.

Lesempfehlung

Ich möchte Euch in diesem alten Jahr noch flink ein bisschen Lesespäßeken unterjubeln …

Vincent Klink lässt sich in einem Interview in der aktuellen Effilee über die Allergie-Mania aus. Er spricht einiges gelassen aus, was schon längst gesagt gehörte. „So was ist der Medizin natürlich ein Dorn im Auge, mit Menschen, die ihrem Instinkt folgen, fröhlich vor sich hin leben und dabei auf natürliche Art gesund bleiben, kann man kein Geld verdienen. Insgesamt ist das schon eine Art Endzeitverbrecherkapitalismus. Das Geschäft mit der Angst vorm Sterben ist ein ganz enormes.

Sehr interessantes – und über unsere Gesellschaft aussagekräftiges – Gespräch der taz mit den Soziologen Hans-Albert Wulf „Wer faul ist, muss bestraft werden.”: „Es (Faulheit) ist ein zweckmäßiger Begriff, der Menschen aussondert und es erlaubt, auf sie herabzuschauen.

Dazu stimmig schreibt Marcel Fratzscher in seiner Kolumne bei Zeit Online: „Und mehr Sozialausgaben lösen nicht das Problem der schädlichen und zu hohen sozialen Ungleichheit. Denn diese fordert eine massive Investitionsoffensive in Bildung und Ausbildung, in die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt und eine zielgenaue Stärkung der Sozialsysteme.Die Elite verschließt die Augen.

Redaktionelle Anzeige bei der FAZ – aber spannend: Andrea Robitzki,Direktorin des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums der Universität Leipzig, entwickelt mit ihrem Team Biochips die möglich machen, lebende Zellen oder Gewebe – zum Beispiel Tumore – in Echtzeit zu untersuchen.

The Wine Party hat sich nach dem Tod George Michaels „Das Arschjahr” noch mal vorgeknüpft. „Und wir wissen, dass die Zeit dem allen zuzuschauen, vorbei ist.” Kluger Text.

Auf Edition F schreibt der Psychologe Tomas Chamorro-Premuzic etwas ketzerisch „Warum unfähige Männer so oft in Führungspositionen sind.”: „Denn überhebliche, narzisstische, inkompetente, aber trotzdem erfolgreiche Frauen gibt es schließlich auch. Man denke zum Beispiel an die französische, rechte Politikerin Marine Le Pen. Es kann also nicht darum gehen, Frauen darin zu fördern, aggressiver und überheblicher zu werden, damit sie durch die gläserne Decke stoßen können.

Last but not least hat Die Welt die Jahreshoroskope 2017 von Susan Miller auf deutsch parat gestellt, leider muss man sie auf der Seite etwas suchen, weil der Link oben auf der Seite zunächst zu den Horoskopen von Virgina Bell führt. Also etwas scrollen, dann könnt ihr sie lesen Eure Jahreshoroskope einer der besten Astrologinnen unserer Zeit.

Ich denke …

… ich beende jetzt meine persönliche Testreihe des gelegentlichen doppelten Kaffeeaufgusses mit der Melitta Bentz-Methode.

Der Kaffee wird nix.

2016-12-29

Anstrengend

Ich liebe dieses Internet und soziale Medien. Aber manchmal sind sie so anstrengend.

Zum Beispiel immer dann, wenn sich Jahresereignisse wiederholen und zum x-millionsten Mal die üblichen Witze gerissen werden. Oder Hinweise auf die „gefälligst so zu handhabende Lebensweise”, weil man die eigene für die einzige richtige Methodik hält.

Wenn Weihnachten ist, und jene – die sich noch glücklich schätzen können, Eltern zu haben – über ihre Qualen Sprüche machen, weil eben dieses Weihnachten mit den Eltern so dermaßen nervt, dass sie ein bitfundiertes Ventil brauchen. Ich fühle mich dann immer ein wenig als Mülleimer missbraucht. Warum lese ich so oft in meiner Timeline wie schrecklich das Weihnachtsfest im familiären Umfeld ist? Immer und immer wieder?

Auch ein ewig wieder kehrendes Thema zwischen den Jahren: Feuerwerk. Tieraccounts werden missbraucht, in dem die tippenden Tierbesitzer ihre ureigene persönliche Meinung zu Feuerwerken und Böllern ihren Tieren in den twitternden Mund legen. Und so sicher auch ist, dass die Kreaturen wirklich große Angst vor dieser menschlichen Tradition haben – manchmal frage ich mich, ob es dem einen oder anderen Tier nicht womöglich leichter ginge in diesen Tagen, würde Frauchen und Herrchen nicht die eigene Angst vor dem Feuerwerk zusätzlich auf ihre Tiere projizieren. Jeder, der sich mit Ängsten bei Tieren einmal auseinander gesetzt hat, kennt die Regel, dass Ignoranz dem Tier eher hilft als Bestätigung in dessen Angst. Ist so. Auch wenn es einem selbst schwer fällt.

Derzeit erklären erwachsene Menschen wie immer in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken, was andere erwachsene Menschen mit ihrem Geld besser anstellen sollten, anstatt es für Feuerwerk auszugeben.

Entschuldigung? Geht's noch?

Ich habe volles Verständnis für jeden, der sagt, er mag kein Feuerwerk; er habe Angst davor – er kann's schlecht aushalten. Er wünschte andere Menschen würden sich dem entsagen. Das ist ehrlich und es ist nachvollziehbar.

Menschen aber zu erklären, was sie gefälligst mit ihrem ureigenen Geld anzustellen haben, damit es einem selbst besser geht „weil dann halt einer weniger knallt” und nicht etwa empfehlen, für Feuerwerkskörper gar kein Geld auszugeben – nein! – das wäre (fast) noch im Rahmen. Sondern direkt gleich anraten, man könnte das gesparte Geld dann doch gleich spenden – weil dann der Fremde nach persönlichem Gusto etwas „Sinnvolles” mit seinem Geld anstellen würde. Also anderen etwas Gutes tun, wenn man schon sich selbst nichts Gutes tun darf, nach Meinung der anderen. (Gutes in dem Sinn, weil es schon noch Menschen gibt, die sich mit einer uralten Feuerwerkstradition böse Geister zu vertreiben, selbst einen guten Start in ein neues Jahr gut gestalten mögen.)

Nochmal: geht's noch?

Können wir sagen, dass das ziemlich (deutsch) übergriffig ist? So'n Stückchen über das Ziel hinausgeschossen? Dazu ein Stück zu weit von oben herab, will man definieren, was andere Menschen mit ihrem Geld anzustellen haben?

Lasst uns doch bei solchen Themen bei uns selbst bleiben. Das ist für viele hart genug damit umzugehen. (Und womöglich liegt genau darin der Hase im Pfeffer.) Ich finde es ist sehr okay mit seinem eigenen Gefühl und Wunsch zu den hiesigen Traditionen zum Jahreswechsel an die Öffentlichkeit zu gehen. Daraus ein Verhalten für andere abzuleiten? Da fällt's mir schwer zustimmend zu nicken.

Können wir das bitte lassen?

(Aus der Reihe: Texte die mal geschrieben werden musste, damit man sie Jahr für Jahr immer wieder praktischerweise neu verlinken kann.)