2013-03-17

Agenda 2010

Dieser Tage wird ein besonderer Geburtstag gefeiert, zehn Jahre Hartz-Konzeption im Vollzug. Während die Verantwortlichen tatsächlich glauben, sie hätten die deutsche Wirtschaft gerettet, durften diese Woche in den Medien besonnene kritische Stimmen zu Worte kommen.

Peter Boffinger lehrt Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg und gehört dem Rat der „fünf Wirtschaftsweisen” an. Er schreibt in der taz in seinen Kommentar „Die Mythen um Hartz VI„In Westdeutschland gibt es heute nur 230.000 weniger Erwerbslose als im Januar 2001.”

Der Sozialrichter Jürgern Borchert ist Mitglied im 6. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. Das Gericht, das 2010 vor dem Verfassungsgericht die Neuberechnung der Regelsätze erstritt, das diese dann bekanntermaßen als verfassungswidrig einstufte. Er wird in der Süddeutschen Zeitung „Warum die Agenda 2010 als Erfolg begriffen wird, ist mir ein Rätsel” interviewt. „Dass wir eine Entwicklung erleben, die mit Erosion und Abwärtsmobilität der Mittelschicht beschrieben werden kann. Dabei ist sie der Garant für demokratischen und sozialen Frieden in Deutschland.”

Plusminus hat in der ARD diese Woche in einem Bericht offen gezeigt, wie der Leistungsdruck dem die Mitarbeiter in den Jobcentern unterliegen, den Leiharbeitermarkt in Deutschland zu ungeahnter Blüte verhilft. Einem Beschäftigungsbereich in dem die Arbeitnehmer nicht selten unzumutbaren Arbeitsbedingungen ausgesetzt werden, den Gehältern hinterher klagen müssen und oft gar kein Geld erhalten.

Währenddessen kommt die Agentur für Arbeit ihrer Sorgfaltspflicht nicht annähernd nach: „Zuständig für die Kontrollen der Zeitarbeitsfirmen ist die Bundesagentur für Arbeit. Hier stehen für derzeit über 20 000 Zeitarbeitsfirmen mit über 900.000 Leiharbeitern gerade einmal 55 Prüfer zur Verfügung.” und "[…] Es ist absurd jemand zum Kontrolleur zu machen der eine Branche ganz bewusst nutzt als Instrument bessere Ergebnisse bei der Integration zu bekommen.

2013-03-16

Seine Gene

Das ist der Uwe. Seines Zeichens mein Paps.

Während ich auf die Welt kam und gefühlt mein erster bewusster Gedanke war „Ich will eine Katze haben!”, der mich die nächsten zwölf Jahre so erst mal nicht weiterbringen sollte, tat mein Vater direkt nach der Trennung von meiner Mum das einzig Sinnvolle. Er brachte sich, noch vor der neuen Freundin – seiner späteren zweiten Frau und einer tollen Stiefmutter –, einen Kater mit von der Baustelle. Hier bewies mein Vater selbstverständlich hohen Sachverstand und außergewöhnlichen Geschmack; denn er trug nicht nur heutige Hipsterschaukel vor dem Mund, sondern erwählte sich einen Kuhkater, wie wir alle wissen die Elite aller Katzen, und nannte diesen sehr sehr weltmännisch „Felix”.



Von meinem Papa habe ich gelernt: die Katze gehört ins Bett!

Die kleine schwarze Katze auf der linken Seite des zweiten Fotos, elegant im Würgegriff getragen, ist Püppi. Püppi war die Tochter meiner ersten Katze Sweety, die noch als sehr junge, kleine Katze zu uns (dann endlich, endlich!) kam und sich bei uns einige Wochen später – selbstverständlich völlig unberührt und wie durch ein Wunder – vervielfältigte. Püppi, die Zweitgeborene, zog dann bei meinem Papa und neuer Freundin ein. Zu dem Zeitpunkt lebten bei ihnen noch eine Maus (umgezogen aus meines Bruders Schule in meine Puppenstube zu unserem Opa von meiner Oma zwangsverwiesen) in der Butterdose und viele Fische im Aquarium und ein Hase mit Felix und Püppi frohen Mutes (den brauchten sie ja auch) unter einem Dach. Später wuchs noch ein brauner Tiger namens Odin nach.



Ihr seht also, es lag in meinen Genen. Ich kann wirklich nicht dafür. Er ist schuld. Und Oma. Aus mir konnte gar nichts anderes werden!

2013-03-12

Heute gibt es …

… lecker bunten Katzenbraten.

2013-03-10

58,2 Prozent aller Frauen in Deutschland erlebten Sexismus

taz: „Werden Männer denn zunehmend Opfer von sexueller Belästigung?”

Charlotte Diehl: „Nein. Etwa 30 bis 50 Prozent der berufstätigen Frauen sind von sexueller Belästigung betroffen. Und etwa 10 Prozent Männer. Und vergessen wir auch nicht: Diese 10 Prozent werden zur Hälfte von Männern belästigt. In diesem Feld sind Frauen als Täterinnen also recht selten.”

Die Psychologin Charlotte Diehl im taz-Gespräch zu Sexisums und der Aufschreidebatte.

2013-03-09

Bloggersupport

Mit zwei Katzen war ich diese Woche insgesamt drei Mal beim Tierarzt. Ich habe also eine ungefähre Ahnung, was der lieben Frau Mutti gerade die Grießentfernungskur ihres Katers mit Übernachtung beim Tierarzt vor Ort kostet.

Auch deswegen möchte ich Euch höflich einladen, sich im Osterschaufenster bei ihr die sehr schönen selbst genähten großen und kleinen Taschen, Häkelkränze und sonstigem Dinge einmal anzugucken. Und nach dem Überlegen vielleicht sogar bei ihr zu bestellen. (Ich wette, die Monster wachsen nach.)

Ist ja für einen guten Zweck … also einen tollen Kater, den dicken Martin!

2013-03-08

Telefonnummern …

… von Krisendiensten werden in der Praxis meiner Ärztin sehr souverän verschwiegen zugesteckt. Ich lerne immer dazu.

Wenn mich professionelle Menschen fragen, was sie für mich tun sollen. Was sind das für Fragen? Hätte ich Antworten, würde ich mir selber helfen können. Bilde ich mir ein.

Neben sich stehen, auf sich gucken und nicht glauben können, was da mit einem passiert. Warum und wieso. Verwundert sein darüber. Traurig sein.

Ich will mich nicht mehr mit Leuten treffen. Dann tue ich immer so, als wäre alles okay. Fällt die Tür dann hinter mir zu, ist der Akku noch leerer als vorher. Das kann nicht die Lösung sein.

Kein Verständnis für mich selbst, dass es mir schlecht geht; geht es mir im Vergleich zu anderen doch so gut.

Habe eine Woche gebraucht, um eine Überweisung auszuführen. Online. Eine Woche.

2013-03-07

Der Armutsbericht der Bundesregierung

ist für den Deutschen Science Fiction Preis nominiert. Zu Recht. Sehr schöne Kommentare übrigens …

Den bisher besten (ernsthaften) Kommentar hat gestern Markus Preiß in den Tagesthemen zu dem jüngst veröffentlichten Armutsbericht gesprochen. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.