2010-12-29

Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Von Marius Sixtus ein zorniges Anschreiben an die deutschen Verleger – und zu gut, um den Text nur zu verlinken. Steht unter CCO-Lizenz, den dürft Ihr also in Euren Blogs auch in Gänze bringen!

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Liebe Verleger,

das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen! Niemand hat gesagt: “Mein Internet ist so leer, kann da nicht mal jemand Zeitungstexte oder so was reinkippen?“ Ihr seid freiwillig gekommen, und ihr habt eure Verlagstexte freiwillig ins Web gestellt. Zu Hauf. Und kostenlos. Ihr nehmt keinen Eintritt für die Besichtigung eurer Hyperlink-freien Wörterwüsten, weil ihr genau wisst, dass niemand dafür Geld ausgeben würde. Ihr habt seriöse und un- seriöse SEO-Fritzen mit Geld beworfen, damit Google eure Seiten besonders lieb hat. Ihr seid ohne Einladung auf diese Party gekommen. Das ist okay, ihr könnt gerne ein wenig mitfeiern. Prost! Aber wisst ihr, was gar nicht geht? Dass ihr jetzt von den anderen Gästen hier Geld kassieren wollt. Sogar per Gesetz. Verleger: geht’s noch?

Bitte unterbrecht mich, falls ich etwas falsch verstanden habe mit diesem “Leistungsschutzrecht“, was gut sein kann, denn logisch ist das alles bestimmt nicht. Ihr wollt eine Art Steuer kassieren für all die Arbeit, die es bereitet, Texte online zu publizieren. Das ist die Leistung, die geschützt und bezahlt werden soll. Nicht etwa die Texte selbst sind es, für die ihr honoriert werden wollt, sondern das Zusammentragen und online stellen. Richtig? Wo und wie dieses Geld eingesammelt werden soll, ist zwar noch nicht ganz klar, aber immerhin habt ihr da schon ein paar Ideen. Vielleicht aber könnte man dazu auch Wahnvorstellung sagen. Einer dieser Einfälle, der ein wenig nach Megalomanie, Irrwitz und gekränktem Narzissmus schmeckt, lautet: News-Aggregatoren sollen zahlen. Also Angebote wie Google News. Dafür, dass sie diese Textschnipselchen anzeigen, die als Hyperlinks dienen, die zu euren Verlagsangeboten führen. Google spült euch die Hälfte eurer Besucher auf die Seiten und jetzt sollen sie dafür bezahlen? Das ist in etwa so, als würde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen Gäste bringen.

Dann ist da noch die Idee, gewerbliche Computernutzer zur Kasse zu bitten. Pauschal und auf Verdacht. Denn sie könnten ja irgendwie davon profitieren, dass ihr umgeklöppelte Agenturmeldungen, Oktoberfest-Bilderklickstrecken und überlaufende Inhalte eures Print-Redaktionssystems ins Web pumpt. Eine Verleger-GEZ wollt Ihr euch zusammenlobbyieren. Einerseits. Auf der anderen Seite droht ihr mit rituellem Selbstmord, wenn die gebührenfinanzierte Tagesschau eine iPhone-App bereitstellt. Wie geht das zusammen? Die Öffentlich-Rechtlichen sind aufgrund ihrer Gebührenfinanzierung eure erklärten Todfeinde, andererseits wollt ihr euch in gebührenfinanzierte Verleger verwandeln? Ja habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Die Gewerkschaften habt ihr schon auf eurer Seite. Das ist kein Wunder. Gewerkschaften sind in etwa so fortschrittsfreudig wie die Taliban. Hätte es sie damals schon gegeben, wären sie sicherlich auch gegen die Einführung des Buchdrucks gewesen, da er schließlich zu Arbeits- platzabbau in den klösterlichen Schreibstuben führt. Und die schwarz-gelbe Regierung hat ein wie auch immer geartetes Leistungsschutzrecht sogar schon in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Das ist ebenfalls kein Wunder, schließlich hat sich die politische Elite mit der alten Medien-Oligarchie prima arrangiert. Man kennt sich und weiß sich zu nehmen.

Der CTRL-Verlust-Blogger Michael Seemann hat den hübschen Begriff “Leistungsschutzgeld“ erfunden. Eigentlich wollt ihr auch ein “Leitungsschutzgeld“: Wer beruflich eine Internet-Leitung hat, soll zahlen, zu eurem Artenschutz. Wisst ihr was, Verleger? Haut doch einfach ab aus dem Web, wenn es euch hier nicht gefällt. Nehmt eure Texte mit und druckt sie auf Papier oder schickt sie meinetwegen per Fax weg. Denn: Euch hat niemand gerufen.

Source: networkedblogs

2010-12-28

Ihr erinnert Euch …

an den Goldfischschwamm? Heute nach immerhin drei Jahren ist er dem Dekanter entfleucht! Unzählige Zangen in unterschiedlichsten Ausführungen (braucht jemand zufällig Küchenzangen?) und Messerattacken, Zuckerstückzangenvorgänge hat es gedauert, bis ich heute auf die Idee gekommen bin, das stabilere Paketband vom zooplus-Paket als Schlaufe einzuführen und den Goldfischschwamm auszurichten und mit einem beherzten Zug aus seinem Goldfischschwammglas zu ziehen. Er sprang dann auch direkt in den Mülleimer, wo er sich einem Bad von ausgedrückten Orangenschalenhälften hingab.

Bin ob meiner Genialität selbst sehr beeindruckt. Überlege ab morgen zu meiner Belohnung und zum Gedenken an den Goldfischschwamm den Konsum von Rotwein gänzlich einzustellen.

Chef der Arbeitsagentur Heinrich Alt

stellt in der Arbeitsleistung Langzeitarbeitslose auf die gleiche Stufe wie Menschen mit schweren Handicaps.

Das heißt, Menschen, die in der Bundesrepublik – weil zu alt, zu verbraucht, zu teuer – keinen Platz mehr finden im Kapitalismus der Unternehmen, sind in Behindertenwerkstätten abzuschieben? Ich frage mich gerade, wo er die Menschen mit sehr schweren Handicaps einsortiert, die trotzdem einer regulären Beschäftigung nachgehen?

2010-12-22

Liebe Information und Informationinnen

2010-12-21

Gestern in Mitte …

die kleine Tochter, Vorschulalter, stapft an der Hand ihrer Mama durch die Schneeberge und resümiert: „Aber die Jungs sind ALLE doof!“

(Aus der Reihe: nicht mehr lange, Kind, nicht mehr lange.)

2010-12-20

Made my day!

Wie Pentax mir erklärt, dass ich einzigartig bin! (Facebook-Account notwendig – und spendet Eurem Account vorher ein wirklich cooles Avatar von Euch.)

Winterschlaf