Freunde
schenkten mir zum Geburtstag eine aufblasbare 44 in zwei einzelnen 4en in … flieder.
Erste 4 erlebte gerade dank der Katzen ihren höchstpersönlichen Exitus.
Jetzt bin ich wieder vier!
schenkten mir zum Geburtstag eine aufblasbare 44 in zwei einzelnen 4en in … flieder.
Erste 4 erlebte gerade dank der Katzen ihren höchstpersönlichen Exitus.
Jetzt bin ich wieder vier!
at 16:22 2 comments
Labels: dies und das

Dieser Text stammt aus einem Artikel, der in einer Frauenzeitschrift (wenn ich noch wüsste, welche …?) russische Frauen vorstellte. Gutes schmackhaftes Brot ist mittlerweile auch hierzulande ein Luxus. Davon abgesehen, dass für so manchen von uns hierzulande auch weniger gutes schmackhaftes Brot schon ein Luxus sein wird.
Das Walchenbrot - Roggenschrot und geröstete Walnuss, mein absoluter Favorit
In Berlin gibt es eine Straße, die Bergmannstraße, sie verbindet den Südstern über den Marheinekeplatz mit dem Mehringdamm, um als Kreuzbergstraße fortgeführt tatsächlich den Kreuzberg zu seinen Füssen umschmeicheln. Die Bergmann war früher guter solider Kreuzberger Kiez, so etwas wie der Ku-Damm aber für die Berliner Subkulturenten. Türkische Antiquariate, Second Hand-Kluft kiloweise in Hinterhöfen, ansonsten ein Mix aus Gothic-Klamottenläden mit einem bisschen Blümchen-Kosmetik, die völlig überschätzte Kaffee-Rösterei einer Amerikanerin und dem ersten Berliner Schuh-Outlett, Knofi wurde hier geboren, es gab eine schöne rustikale Alt-Berliner Markthalle. In den Querstraßen Comic-Läden, Möbelaufbereiter und der Friseur, der berlinweit erstmals bei Vollmond schnitt – viele der Geschäfte im Souterrain, Kohlenkellerverkaufspolitik.
Man hat die Markthalle vor zwei Jahren restauriert und viele deutlich überteuerte Fresstempel in ihr installiert – alles ist schön mulitkulti. Alleine der Umsatz schwächelt offensichtlich hier und dort, denn manchem Käsestand möchte man empfehlen den Käse, der es sehr offensichtlich hinter sich hat, aus dem Tresengeschehen zu entfernen. Die Markhalle schön offen in der Transparenz der klinischen Postmoderne gehalten, ihr und damit dem Markthallenkauf den eigentlich Reiz genommen, vermutlich hatte niemand außer den Investoren und Architekten jemals nach kontinentaler Übersicht in einer Markthalle gefragt. Alleine der kleine Stand in der Ecke, der Drogeriebedarf, Sonnenbrillen und Lotto feil bietet, führt noch den Urberliner Flair einer vergangenen Tante Emma-Exotik. In der Folge der Markthallenmutation hat sich auch die Bergmannstraße zur neuen Berliner Fressmeile gewandelt, verkrampft wollte man gegen den Wandel der Ost-City westlich anstinken. Nun also viel Öko-Kost, unzählige In-In-Thais und SlowFood-Style, dessen Tempo sich qualitativ bis zur Bedienung manifestiert. Man mag kaum glauben, wie sehr sich die neue Qualität der SlowFood-Bewegung in der zeitlichen Dauer – ab ihrer Bestellung eine Flasche Vitell in PET-Flasche endlich auf den Tisch gestellt zu bekommen – manifestieren mag. Die türkischen Antiquariate (ungeputzes, unsortiertes Silber) haben abgenommen oder sich plötzlich zu gehobenen Verkaufstellen von geputzem, sortierten Silber entwickelt, den exorbitanten Aufschlag im neuerdings Festpreis übersehen wir galant. That's the way love goes.
Der Ostblock
Und weil die Bergmannstraße von der Miete her jetzt ein teures Pflaster geworden ist, jede Designmarke hier glänzen möchte und auf der attraktiven Höhe dieser neuen ganzjährigen Halloween-Meile keine Gewerbeflächen mehr zu ordern sind, breitet sich das elitäre Fressen über ihre Grenzen aus und füllt inzwischen auch die bis vor kurzem kommerziell brachliegende letzte Ecke vom Südstern mit sinnlosem Design und gourmanden Leben. Das alles kann man gut finden und auch ablehnen. Hier und da will man es gerne wertschätzen. Zum Beispiel bei einem Angebot wie dem von SoLunda® Brot und Oel GmbH. Im Laden steht der Steinbackofen, die Zutaten sind aus kontrolliertem biologischen Anbau. Die Brote aus Hefe heißen „Blues“, „Jazz“, „Tibeter“ oder „La Boule“. Aus der Sauerteig-Ecke bestellt man den „Ostblock“, das „Hildegardbrot“ oder „Walchenbrot“. Diese Brote kosten meist über 5 Euro das Kilo, sind damit penetrant teuer. Aber sie werden auch gerne in kleinen Mengen abgegeben und geschmacklich trifft man auf eine Qualität, die man hierzustadt lange vermisst hat und daher gerne bezahlt.
Nun denn, Euro 5,60 für ein Kilo Brot sind immerhin knappe elf Ex-Deutsche Mark! Irgendwas sollte dann an der Lieferung gefälligst auch stimmen.
Hildegardbrot (nach Hildegard von Binnen, nur echt mit Galgant und Fenchel.)
Wenigstens ist deren Homepage noch echt Web 1.0. Gneisenaustraße 58, 10961 Berlin, Öffnungszeiten in der Woche 10:00-20:00 Uhr, Sa. 8:00-16:00 Uhr, Donnerstags auf dem Öko-Markt am Wittenbergplatz, Samstag auf den Märkten am Hackeschen Markt und Lehniner Platz zu finden.
Ach, und echtes Schwarzbrot gibt es da auch. Heißt „Schwarzkorn“ und dürfte in Berlin eine Rarität sein.
at 10:07 4 comments
Labels: mein kiez, ran an den herd
Am Freitag bin ich endlich dazu gekommen, die neue Pfanne einzuweihen. Gemäß der Anleitung auf der LeCreuset-Homepage habe ich viel, sehr viel Öl, in der Pfanne solle es mindestens zwei Zentimeter hoch stehen, ordentlich heiß werden lassen, bis es dampfte und die Räumlichkeiten einmal ordentlich in den Geruch von Frittierfett einhüllte, um es dann wieder abkühlen zu lassen.
Danach habe ich mich am ersten Steak probiert. Steak vom türkischen Supermarkt. Ich kaufe es dort sehr gerne, weil das Rindfleisch anständig abgehangen und somit viel zarter angeboten wird als beim hiesigen Fleischer, der sich leider dem Wunsch seiner Kundschaft dahingehend gefügt hat, dass das Fleisch vor allem frisch auszusehen hat. Völlig ungeachtet der Farbe, dass Rindfleisch nun mal (ungefärbt) tiefrot aussehen muss und Merkmale eines Vergänglichkeitsprozesses aufweisen muss, die die fremdgesteuerte Hausfrau gleich wieder an die Sagrotan-Keule denken lassen.
Es passt mal wieder zusammen. Gestern kochte Tim Mälzer in der ARD in seiner neuen, aber leider unglaublich lahm produzierten Kochsendung ein Hüftsteak im ganzen Stück. Dabei sprach er länger über die Qualität von Rindfleisch und erzählte, dass er gerne sein Rindfleisch beim Metzger kauft und dort schon mal zehn Tage länger in dessen Kühlung liegen lässt, bis er es für die Zubereitung abholt.
Ich kaufe Rindfleisch lange schon gerne beim kleinen türkischen Supermarkt in der Hermannstraße. Dabei ganz bewusst einkalkulierend, dass der täglich längst nicht so viel Fleisch-Umsatz hat, wie der sehr schöne riesige sehr gut laufende türkische Supermarkt in ungefähr 300 m fußläufiger Entfernung. In der Konsequenz heißt das, bei dem liegt das Fleisch vom Rind ein paar Tage länger in der Kühlung und hat eine Chance zu reifen. Und das merkt man einfach. Ein Qualitätsmerkmal. Hühnerfleisch kaufe ich dort übrigens nie.
Gut kochen bedeutet in der Hauptsache gut einkaufen. Das funktioniert leider überhaupt nicht, hat man den Anspruch alles an einem Ort einkaufen zu wollen. Wer gut kochen möchte, muss sich bewegen, sich seine Zutaten erkämpfen. (Okay, das fällt auf dem Rad in der Stadt deutlich leichter als im Auto, ich habe keine Parkplatzprobleme.)
Das Fleisch war gut. So gut, dass der Kater, der nie rohes rotes Fleisch isst, plötzlich unten neben mir stand und sehr höflich eine milde Gabe einforderte. Gut, das tut er rein interessenhalber öfter, um solche Dinge dann nach Geruchstest gerne links liegen zu lassen. Nicht so am Freitag. Der beste Qualitätsindikator für einen guten Fleischer sind die Katzen, die können sehr konsequent Fleisch- oder Wurst, die sie eigentlich mögen, ablehnen. Üblicherweise kaufe ich dort dann nicht mehr ein.
Zurück zur Pfanneneinweihung, das Fleisch habe ich offensichtlich eher geschmort als gekocht. Der Grilleffekt war noch kaum vorhanden. Mein Fehler! Ich hatte unterschätzt bzw. gar nicht auf dem Schirm, dass eine gußeiserne Pfanne natürlich viel länger vorgeheizt werden muss, als eine Grillpfanne aus Alu. (Den Energietest hätte damit natürlich die Alu-Pfanne bestanden). Gut, heute Abend neuer Test. Offensichtlich muss ich mir diese Pfanne erst noch erarbeiten. Ich mag so kleine Wiederstände in der Küche, die man erst überwinden muss. Steckt darin doch das eigentliche Potential an Weiterentwicklung und irgendwann die Liebe zum Gerät.
So oder so ist es eine Freude, eine karibikblaue Pfanne zu reinigen. Ich gehe jetzt in die Küche zum Armtraining, Pfanne stemmen …
at 09:45 2 comments
Labels: ran an den herd
Nachdem ich im Sommer gemeinsam mit 6.000 anderen Berlinern angeschrieben wurde, an einer Bürgerbefragung mit meinen Ideen zum Nutzungskonzept des Flugfeldes des ehemaligen Flughafens Tempelhof teilzunehmen, gab es vorletzte Woche wieder Post: man hätte ausgewertet und würde die Bürger gerne am Ort des Geschehens über erste Ergebnisse informieren und ihnen vor allem das Gelände zeigen. Was in der Hauptsache heißt: endlich rauf auf das Flugfeld zu dürfen! Angekündigt waren Begehungen zu Fuß als auch mit Bustouren. Das Ganze angekündigt für das letzte und dieses Wochenende, die Buchtouren waren online zu buchen. Ich tat das für letzten Samstag in der maximal verfügbaren Menge und so haben wir am Nachmittag – nachdem sich das Wetter dankenswerterweise doch zu blauem Himmel und Sonne entschieden hatte – uns das Flugfeld erobert.
Für jemanden wie mich, die ich seit über zwanzig Jahren in unmittelbarer Nähe dieses Flughafens wohne, früher also noch die amerikanischen Schwergewichtsflugzeuge auf mein Badezimmerfenster habe zufliegen sehen, seinen Füchsen nachts gute Nacht gesagt habe, am Ende der Startbahn den Flugzeugen beim Starten und Landen zugesehen habe, mich von ihm bei Krokusse fotografieren ablenken ließ, war das ein besonderer Moment. Da ist diese Geschichte der Stadt mit der Geschichte dieses Flughafens mit meiner eigenen Geschichte verknüpft und nun einmal auf die andere Seite des Zaunes zu dürfen – solange noch alles ganz ursprünglich ist – das ist ein sehr besonderer Moment gewesen.
Die Bustour war dementsprechend spannend und informativ, der Sprecher zeigte uns die frühen Warmlaufplätze, als es noch keine Lande- und Startbahnen gab und die Flugzeuge „kreuz und quer“ auf der Wiese immer gegen den Wind gestartet sind. Es gab enorm viel Informationen über das alte und nie gemäß seiner Planung fertig gebaute riesige Gebäude vom Flughafen. Wir bekamen die Stelle gezeigt, an der es 1923 mit dem Flughafen überhaupt begonnen hatte, die eigene (sich längst nicht mehr in Betrieb befindende) Müllverbrennungsanlage mit denen um sie herum immer noch gelagerten Altlasten. Mehr will ich gar nicht schreiben, das ist so sehens- und erfahrenswert, das sollte man sich selbst gönnen. Auch sind die Bustouren bei dieser Bürgerbefragungsrunde zwar kostenlos aber deutlich kürzer als die, die ab nächsten Wochenende für alle Bürger zu buchen sind und dann ganze 90 Minuten dauern werden. Natürlich machte der Busfahrer sich mit uns den Spaß mit maximaler Geschwindigkeit einmal die Süd-Landebahn in Richtung Abheben lang zu brettern. Ich fand das cool, naja, ich bin halt nie von Tempelhof geflogen!
In der Führung ging der Sprecher auch darauf ein, warum man das Gelände des Flugfelds, das immerhin einige wenige Hektar größer ist als der Tiergarten, nicht von heute auf morgen für die Bürger zugängig machen konnte: das Gelände muss gängig gemacht werden – die Wiesen sind wohl noch uneben, teilweise unterhöhlt (ich vermute, die müssen auch noch mit modernerem Equipment doch noch mal nach Blindgängern suchen). Die Altlasten müssen erst entsorgt werden und ein besonderes Problem der natürlichen Art besteht: die Wiesen auf dem Flugfeld haben sich zum größten Bodenbrütergebiet Europas entwickelt, die Feldlerche brütet dort und in der Konzeption muss man sich besonders darüber Gedanken machen, wie man diese Lebensarten geschützt in das Öffnungs-Konzept integrieren kann. Bis Mai kommenden Jahres will man das Gelände soweit aufbereitet haben, um es in der Ausschreibungsphase für die Parkkonzeption bereits den Berliner zugängig zu machen.
Rauf auf's asphaltierte Feld kann man aber bereits sofort. Aber: unbedingt sehr warm anziehen! Es ist unglaublich windig auf dem freien Flugfeld. Das glaubt man gar nicht, aber dieses Phänomen macht spürbar deutlich, wie wichtig dieses Bereich für das Klima dieser Stadt ist. Im Hangar werden die ersten Ergebnisse der Bürgerbefragung präsentiert, zumindest dieses Wochenende kann man sich daran vor Ort auch noch selbst beteiligen.
Übrigens hat sich Berlin an der Ausschreibung für die Internationale Gartenausstellung beworben, die soll dann auf dem Tempelhofer Feld statt finden. Die Vergabe ist morgen, Sonntag, 11. Oktober 2009. Bitte Daumen drücken! (Berlin hatte den Zuschlag bekommen und die Gartenausstellung dann doch nicht auf dem Wettbewerbsgelände durchgeführt. Üblicher Berliner Politsumpf.)

at 09:29 3 comments
Labels: mein kiez, photography