2009-09-25

Heute gibt's Obst!

Im Urlaub kroch ich am ersten Tag hinter die Mauer, die unser altes Bauernhaus vom Neubau des Bauern trennte und fotografierte dort Blumen und Katzen, prompt stand ich vor dem ersten Pfirsichbaum in meinem Leben.



Aprikosen-, Orangen- und Zitronenbäume kenne ich, Pfirsich ist mir bis dato – zumindest mit Fruchtstand – nie zuvor begegnet. Also fotografierte ich und stahl dem Koch ein Ei bzw. mopste dem Baum einen Pfirsich und schenkte ihn der nebenan auf der Urlaubsliege schlummernden Urlaubsbegleitung, die meinte, der sei sehr lecker. Dann fotografierte ich weiter.

Offensichtlich hatte ich damit die Ursachen für die auf uns zu kommende Pfirsich-Diät gesetzt, denn prompt stand am Abend der Bauer vor uns vor dem Haus und brachte eine Kiste Pfirsiche und Nektarinen:



Frisch von den Bäumen gepflückt und uns geschenkt. Er war ein sehr reizender Mensch, generell, im Besonderen und überhaupt. Diese erste Woche also ernährten wir uns von Pfirsichen, morgens zum Frühstück, mittags zum Nachtisch, Nachmittags zum Kaffee, Abends püriert im Salatdressing. Wir mussten morgens immer einige aussortieren, denen ging es nicht mehr so gut. Trotzdem hatten wir Pfirsiche. Ausreichend, genug, wenn nicht sogar im Übermaß.



Also wir am Ende der ersten Woche glaubten, der Pfirsich-Massen halbwegs Herr geworden zu sein, nicht, dass sie schon alle wirklich komplett vernichten worden wären, stand der Bauer bei seiner abendlichen Small-Talk-Patrouille vor uns mit …



Pfirsichen.

In den Nachrichten wiederum gab es im Regionalteil in der ersten Woche eine nette Geschichte aus der EU-Reihe: „Lege Dich mit allen aber nicht mit französischen Bauern an!“ Ein Supermarkt-Besitzer in der Gegend (wir waren sicherlich näher zu spanischen Grenze als zu belgischen untergebracht) hatte sich erdreistet, anstelle der Produkte seiner Landsmänner, spanische Pfirsiche anzubieten. Und so fuhr eines Tages ein 20-Tonner auf den Parkplatz und beglückte diesen mit einer Ladung voll französischer Pfirsiche, die versehentlich unter medialer Beobachtung vom Hänger kullerten. Der verkaufte dann erst einmal überhaupt keine Pfirsiche mehr, dieser Supermarktbesitzer, vor allem keine spanischen.

Ich kann die gut leiden, die Franzosen. Vor allem die Bauern.

2009-09-24

Schweingerippelobbyismus

Letzten Montag bei plusminus ein neutraler Beitrag zum Thema Schweingrippe, ein paar realistische Zahlen und wer der Grippe(impfstoff) echter Freund ist.

Empfehlung!

2009-09-23

Lust habe ich keine …

schon lange nicht mehr. Wieder einmal werde ich Parteien wählen, nur um andere zu verhindern. Es wird nicht funktionieren. Vermutlich. Längst habe ich keine echte Leidenschaft mehr für das Thema. Zu durchgekaut, zu oft erlebt. Dinge, Phänomene, Vorhsehbarkeiten wurden zu oft negiert zum Schaden dieses Volkes. Regierungsdilletantismus, nur noch Wegwerfideologien, schlimmsten Falles wird Second Hand zur Schau getragen in einer Zeit in der nur Liebe zur Subkultur und Mut zur Relevanz noch retten kann.

Neulich hat ein Freund meine Person und unsere Freundschaft verkauft. Vorgeführt und weggeworfen, damit er als großer starker Held da steht. Dabei war er nicht einmal souverän. Ein reizender Mensch, großherzig und mit gutem Ansinnen an sich, dachte ich bis jetzt bei mir, ungläubig, denn wann trifft man solche Menschen noch? Bis mir nun klar wurde, auch ihm geht es gar nicht mehr um die Sache, nur um seine Macht. Endlich! glaubt er sie zu haben. So erklärte man und glaubt damit, das sei somit legititim entschuldigt, mir, die offensichtlich zu naiv ist, „da ginge es eben um Politik.“ Ja , wenn es um Politik geht, das erklärt natürlich alles, denn wenn es um Politik geht, dann muss man schon mal hinnehmen, dass Freunde zu fiesen Fratzen mutieren, die die Seelen der anderen verkaufen, ihrem Team und damit von einem selbst, damit dann endlich die „Großen“ mit einem spielen.

Ich indes bin gar nicht so naiv. Ich weiß nämlich, dass noch nie etwas Großes, Wunderbares, Positives, Schönes aus etwas Schlechtem geboren wurde. Wer das glaubt und anfängt, Schlechtes zu sähen, der hat schon verloren.

Und ich weiß, was ich nie wollte. Mein Rückgrat verbiegen.

Gestern war Küchentag …

zunächst einmal brachte ich meine guten altgedienten japanischen Messer zum Schleifer, weil ich mit ihm das Metallfraßphänomen im Übergang Klinge/Griff klären wollte. Wir diskutierten das lange und ich war wieder einmal sehr beeindruckt von der Fachkompetenz eines Einzelnen und dessen Liebe zum Thema. Wenn Menschen sich einem Thema verschreiben und ihr Wissen einfach nur gerne teilen ohne zwanghaft überzeugen zu wollen – so etwas erfreut mich immer sehr. Nun, wir sind so verblieben, dass er die Messer einschickt und wir hoffen mit gedrückten Daumen (ich) auf die Kulanz des Herstellers. Das wäre einerseits natürlich sehr schön, andererseits … die Messer schenkte mir meine Mum. Und … naja, ich hänge sehr an ihnen. Ich nehme sie üblicherweise mit in den Urlaub, sofern ich weiß, ich kann dort kochen. Mir bedeutet so etwas viel. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich mit neuen Messern ordnungsgemäß selbst belügen kann.

Holzapfel bietet Kurse an in denen man sich selbst sein Messer schmieden kann. Hatte ich erwähnt, dass mein Opa Schmied war? Ich auf so etwas genetisch bedingt sehr abfahre? Es juckt in den Oberarmen. Allerdings kostet so ein Kurs auch richtig Geld.

Alsdann schlich ich ohne Messer weiter die Bergmannstraße hoch und fand im Antiquariat auf der Tischauslage das:



Ein Dr. Oekter Warenkundelexikon von 1969! Mensch, ich habe doch schon von meiner Mum das Dr. Oetker Kochbuch von 1963 vererbt bekommen, dass mich immer wieder sehr beglückt und für die Heiterkeit der 50iger in meiner Küche sorgt. Pat und Patachon zusammen geführt:



Und nun das Warenkundelexikon in dem mir beim Blättern schon Fischarten mit einer Selbstverständlichkeit begegnet sind, die der Fischer von heute vermutlich überhaupt nicht mehr kennt. Überhaupt ist sehr beeindruckend, was 1969 dort schon für exotische Früchte aufgeführt sind, die doch erst in den letzten zehn Jahren bei uns auf den Tisch fanden. Meine bisherigen Lieblinge:

Fuchshai … ist eine Bezeichnung für Kalbfisch (Schwimmende Babykuh mit Fuchsschwanz?)

Lolly … ist ein –> Stilbonbon (Stilbonbon entfällt auf den späteren Seiten.)

Just als ich mich mit dem Buch in der Hand in Richtung Ladeninneres begeben wollte, verabschiedete der Besitzer draußen eine Bekannte sinngemäß mit den Worten „heute läuft hier nichts.“ Da widersprach ich und meinte, während ich das Buch hoch hielt, das würde ich nun aber ändern wollen. Er aber konnte meinen 5-Euro-Umsatz nicht ganz für voll nehmen und erklärte mir, er würde das alles nur zum Spaß machen. Was sein Sohn überhaupt nicht verstünde, denn der sei der Meinung, wenn man nicht anständig verdient bräuchte man doch gar nicht erst aufstehen. Daraufhin erklärte ich dem Mann, wie glücklich mich jetzt dieser Buchfund machen würde und ich erklärte ihm, dass ich aus der Reihe schon ein Kochbuch, dieses Erbstück hätte, und mich über das gefundene Pendant sehr freuen würde. Wir waren uns schnell einig, dass – wenn der Job schon wenig Geld brächte – dann es doch schön wäre, wenn man damit wenigstens anderen Freude bereiten würde und dass sich manchmal alleine dafür das Aufstehen lohne.

So ist das in diesem Kreuzberg, manchmal bewegt man sich hier keine 50 Meter vorwärts und hat innerhalb von einer halben Stunde einen Bildungsurlaub bezüglich Messerkunde und eine Philosophierunde der Extraklasse hinter sich gebracht.

Dann ging ich ins Kino: Julie & Julia. 17 Uhr-Vorstellung, Kinotag. Ein Riesenkino, fünf Frauen. Feine Unterhaltung und alleine wie Meryl Streep wieder in einer Rolle komplett aufgeht und dieser Fundus an Kochrequisiten und diese entzückende Ehe, die sie in dem Film lebt … Allerdings: die Tischmanieren des jungen Ehemannes von Julie fand ich überzogen bis gelegentlich ekelerregend. Und … nun ich habe schon Kochfilme gesehen in denen ich Gerichte riechen, ja schmecken konnte (ich erinnere mich u.a. an Chocolat) und diesbezüglich sprang der Funken hier nicht über. Und ja, ich zucke zusammen und finde es recht ärgerlich, wenn es in einem Film die ganze Zeit heißt, „der“ Blog. Wenn es schon laut Duden Möglichkeiten gibt, einem Substantiv zwei Artikel zu verleihen – warum muss man ausgerechnet in einem Film den Artikel nehmen, den nur die Leute verwenden, denen ein Blog in den letzten zwei Jahren erstmals begegnet ist oder aber Blogs hassen? Und wenn es dann heißen sollte, „das Post“ oder der Blogeintrag, dann auch sachlich falsch von dem ganzen Blog zu sprechen, das ist ärgerlich. Ja, solche Fehler sind ärgerlich, wenn ein Blog in einem Film eine tragende Rolle spielt, also wenn 'se mich fragen!

Zum Film: Magnum Mandel.

2009-09-22

Heute …

war ich bei einem Messerschleifprofi, der mich nach langem intensiven Gespräch über Messer, Metallfraß etc. für meine Schleifkünste lobte und mir bestätigte auf dieser Ebene hätte ich nichts falsch gemacht mit meinen Messern! Und das nach gut 20 Jahren Besitz, ich war also noch sehr jung als ich sie geschenkt bekam und hatte von nix eine Ahnung.

Ich würde nun sehr gerne vor Stolz platzen.

Aber wer erbt dann die Katzen und wer schreibt das Blog weiter?

2009-09-21

Der hier …

ist Prokastinierer und seit kurzem Neuberliner, macht gerade die Urlaubsvertretung von Niggemeiers Blog, hat solcher Art Dreck im Ärmel und schreibt nicht nur bonfortinös über Oma und Opa, von denen man auch nicht weiß, ob sie ihrem Enkel nur Gutes wollen. Herm's Farm. Mit Apostroph. Im Browser dann ohne.

Pentax K7 und Kundenliebe

Als ich die Pentax K7 im Frühsommer diesen Jahres testen durfte, konnte ich nur einen einzigen echten Kritikpunkt an dieser sonst, meiner Meinung nach, absolut gelungenen durchdachten Kamera feststellen. Man hatte uns über den Vierwegregler die Möglichkeit genommen, direkt den Spot zum Scharfstellen im Sucher verstellen zu können. Das wurde in den zahlreichen Foren diskutiert, zunehmend auch leidenschaftlich heiß, weil in deutschen Foren es ja nur ein schwarz oder weiß zu diskutieren gibt. Und wer auf diese Funktion Wert legte, galt halt ein bisschen blöd, denn schließlich gäbe es althergebrachte Methoden, die zum gleichen Ergebnis brächten. Das stimmt, es gibt sie, ich beherrsche sie auch. Dennoch konnte ich nicht verstehen, warum man eine in der Praxis sehr willkommene Weiterentwicklung einer solchen Methodik zugunsten der Möglichkeit bunte Filter direkt auswählen in einer dem professionelleren Fotografenbereich zugeordneten Kamera nach hinten stellt. Ich hätte nix gesagt, hätte es sich bei der K7 um eine abgespeckte Einsteigerkamera gehandelt. Es wurde also diskutiert, ob ein „ok“ mehr uns im direkten Fotografierprozess zumutbar sei oder nicht. Ich fand nicht. Und mich hatte das auch richtig geärgert. Ich wollte fotografieren, nicht spielen. Vorgestellt wurde die K7 am 20. Mai 2009, ausgeliefert wurde sie ab Ende Juni. Das erste Firmware-Update, das genau diese Funktion denen, die direkt über den Vierwegregler den Fokuspunkt ändern wollen ermöglicht, kam Ende Juli. Das finde ich schnell reagiert und dafür ein „thumps up, Pentax!“ Insofern meine Empfehlung für die Pentax K7 endgültig und ohne Widerrede: kaufen!