2009-09-04

People of Wal-Mart

Don Dahlmann twitterte gerade diesen wundervollen Link der schönen Fotos rund um Wal-Mart-Kunden.

Falls Getränk während des Anguckens verfügbar, bitte Screen und Tastatur vor Feuchtigkeit schützen.

Gestern …

habe ich tolle Dinge gesehen: zum Beispiel das Autoauspuffrohr in unserem Hausmüll abgegeben. Schön säuberlich in die gelbe Tonne sortiert. Na gut, die Altpapiertonnen waren auch gerade nicht am Platz.

Bei Aldi gab es dann endlich wieder Glühwein satt. Wir schreiben den 4. September 2009 und ich muss erschreckt ins Logfile schreiben, dass mir bis heute noch keine Lebkuchenherzen feil geboten wurden.

Aber dieses Jahr habe ich auch vorgesorgt, ich horte noch zwei Packungen Dominosteine vom letzten Jahr!

2009-09-03

Mehr Biss

Es gibt Krankheiten und gar nicht so wenige, in deren Folge oder als Nebenwirkung der Medikamentation der Patient mit dem Verlust seines Zahnapparates rechnen muss. Das ist zum Beispiel bei Diabetes Mellitus der Fall. Parodontitis ist ein Symptom dieser Erkrankung und ein schlecht eingestellter Diabetes kann zu Knochenschwund führen, davon ist auch der Kiefer irgendwann betroffen. Bei den HNO-Carzinomen, Krebserkankungen im Hals-, Mund- und Nasenbereich, kommt es aufgrund der Bestrahlungstherapien bei Patienten häufig zur Notwendigkeit sich alsbald mit den „Dritten“ auseinanderzusetzen. So werden zum Beispiel Kehlkopfkrebs (Larynxcarzinom) oft „prophylaktisch“ die Zähne vor der Bestrahlung gezogen. Ein Grund dafür ist, wenn es nach der Bestrahlung zur Notwendigkeit kommt einen oder mehrere Zähne zu extrahieren, eine Wundheilung in diesem Bereich für einen langen Zeitraum nur sehr langsam oder gar nicht stattfindet. Übrigens kann plötzlicher Zahnverlust im Alter infolge von Paradontose auch ein Indikator für eine bevorstehende kardiovaskuläre Erkrankung (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) sein. Das Zwischenspiel Zahn zum Rest des Körpers eines Menschen, ist ein intensives.

Nun mag man glauben, dass Patienten, wenn sie mit einer solchen Krankheit, ihrer nicht angenehmen Behandlung, ihren Nebenwirkungen leben müssen, kommt es in deren Folge zum Zahnverlust und der Notwendigkeit eines Ersatzgebisses, sie hier von ihren Krankenkassen 100%ig unterstützt werden und nicht die üblichen Zuzahlungen verlangt werden. Denn die Behandlung hat ihren Ursprung nicht darin, dass sie ihre Zähne nicht gut gepflegt hätten – sie können nichts für die Notwendigkeit dieser Therapie. Unter anderen Umständen hätten sie ohne die Therapie ihre Zähne ein Leben lang behalten.

Schön naiv geglaubt! Habe ich übrigens bis Anfang dieser Woche auch getan. Dann habe ich Menschen getroffen, die nach ihrer Kehlkopferkrankung, die Übernahme der Kosten für den Zahnersatz erst langwierig und schwierig einklagen mussten. Meist bekommen sie (noch) übrigens Recht – vorausgesetzt, sie haben das Glück das Urteil noch zu erleben. Für selbstverständlich jedoch halten viele Krankenkassen in Deutschland die Übernahme dieser Kosten nicht! Sie müssen das tun, nur ist für den Patienten der Umstand oft schwer beweisbar (falls er von solchen gesetzlichen Regelungen überhaupt Ahnung ha).

Und noch ein kleiner Insider aus der wundervollen Welt unserer zahnärztlichen Krankenversorgung: Patienten, deren Erkrankung oder die Behandlung dieser Erkrankung mit einem zusätzlichen Symptom namens Parodontitis oder einer Parodontose daher kommt, erhalten üblicherweise eine Parodontosebehandlung. Auch hier möchten sich die Krankenkassen gerne der Kostenübernahme verweigern, weil die Diagnosen ihrer Meinung nach nur bei ungenügender Pflege der Zähne gestellt würden. Das stimmt nicht, es gibt sehr viele Gründe für eine Parodontitis, für die ein Patient überhaupt nicht verantwortlich ist. (Wünscht er allerdings den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, wird ihn die Kasse dabei nicht unterstützen.) Die Kasse übernimmt die Kosten für die Behandlung nur bei einer bestimmten Taschentiefe ab, so ab 3,5 mm hält sie es für nötig dem Patienten finanziell unter die Arme zu greifen, denn dann geht es dringend um den Zahnerhalt. Das wiederum heißt, dass Patienten, die aus den offensichtlichen Gründen sich mit diesen Erkrankungen chronisch auseinandersetzen müssen und regelmäßig zur Zahnreinigung als auch Parodontitisbehandlung gehen, müssen sobald diese Behandlungen Wirkung zeigen und sich die Zahntaschentiefe als positives Ergebnis wieder verringert, für die Behandlung selber gerade stehen.

So oder so steht vor einer Parodontisbehandlung immer die sogenannte professionelle Zahnreinigung (PZR). Diese ist eine IGeL-Leistung, eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse übernommen. Tricky: empfohlen wird die PZR zwei Mal im Jahr, will man die Kosten für die Parodontitisbehandlung übernommen bekommen, muss man sie mindestens drei Mal vornehmen lassen. Schließt sich der Kreis bei den schwerkranken Krebspatienten, die sich einerseits mit ihrer Kasse um den Zahnersatz streiten müssen, andererseits, wollen sie ihre Zähne erhalten, drei IGeL-Leistungen im Jahr in Anspruch nehmen müssen. Für die sie selbst zu zahlen haben, damit sie an einer weiteren Zahnbehandlung teilnehmen können – für die ihre Haupterkrankung die eigentliche Ursache ist! Thrombosen, Blutgerinsel, gehen oft mit einer Krebserkrankung einher. Patienten erhalten daher in der Therapie Blutgerinnungsmittel. Onkologen und Kardiologen werden somit von einer Behandlung, die nicht zwingend lebenserhaltend notwendig ist aber möglicherweise mit Blutungen einhergeht (das tut die PZR im Allgemeinen) abraten müssen. Keine PZR, keine Parodontosebehandlung auf Kosten der Krankenkasse. Das nennt man von hinten dem Patienten ins Portemonnaie geschossen.

Kann sich jeder Patient die in Folge seiner Krankheit entstehenden zusätzlichen Kosten leisten? Üblicherweise muss er eingeschränkt von Krankengeld oder Rente leben und schon die primäre Erkrankung bringt ein gesundes Maß an Nebenkosten mit sich für manche Behandlung, an der man sich wenigstens teilweise zu beteiligen hat.

Was bleibt als Rat für den Patienten: zunächst einmal sollte er sich im Vorfeld informieren, wenn der Arzt eine Diagnose erhält, mit welchen Nebenwirkungen man ggf. bei dieser Krankheit aber eben auch unter ihrer Behandlung rechnen muss. Im Anschluss sollte direkt zum Zahnarzt gehen und sich seinen Zahnstatus auf den Tag festlegen lassen. Nötigenfalls mit einer Röntgenaufnahme. Sich den Befund schriftlich geben lassen, damit im schlimmsten Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung problemlos dargelegt werden kann, was an Verschlechterung nach Erkenntnis der Diagnose eingetroffen ist und somit auf im Streitfall diese sehr wahrscheinlich zurückgeführt werden kann. Selbsthilfeverbände können sehr gut beraten!

Und am Allerbesten: gesund bleiben!

Ich schätze mal …

so knappe sechs Monate noch, dann werden die ersten Meldungen von Angestellten in die Öffentlichkeit getragen werden, die seit Monaten finanziert Kurzarbeit machen und trotzdem längst wieder 40 Stunden arbeiten, weil dennoch Kündigungen ausgesprochen wurden und die, die übrig bleiben vor Angst, dass es sie selbst trifft, deren Arbeit übernehmen ohne zu murren.

Der Unternehmer indes haut sich ins Fäustchen, weil's bei ihm womöglich schon wieder rund läuft und die Bilanz 2010 die Bilanz seines Unternehmens werden dürfte.

2009-09-02

Four Solaire

An einem schönen Tag im Urlaub haben wir uns aufgemacht in die Cerdagne, in ein Gebiet der Ostpyrenäen, zu reisen. Eigentlich Skigebiet, im Sommer natürlich sehr grün angelegt und eine Region Frankreichs, wo die von mir sehr geschätzten typischen Steinhäuser Südfrankreichs verschwinden und zu alpinen Skihütten mutieren. Auch wenn die Anfahrt wirklich wunderschön war, uns durch sehr hübsche Ort, auch interessante verlassene Orte führte, gefiel es mir dort eher nicht. Das ist nichts gegen die Landschaft, ein rein persönliches Empfinden – ich bin nicht so sehr die Skimaus und das drumherum war mir … nicht mehr südfranzösisch genug. Also so, wie ich das mag.



Aber in einem Ort, in Odeillo, steht ein Solarkraftwerk, das Größte seiner Art in Europa. Das Four solaire. Die 1969 (!) in Betrieb genommene Anlage dient primär Forschungszwecken auf dem Gebiet der Solarenergiegewinnung. Eine imposante Installation! Da steht ein riesiger Hohlspiegel in der Landschaft in dem sich das gegenüber liegende Felsmassiv, die Sodane spiegelt.



Und vor ihm sind 63 bewegliche Planspiegel (Heliostaten) installiert, die die Sonnenstrahlen auf den 2000 qm großen Hohlspiegel werfen, dessen Spiegelfläche aus 9130 kleineren konkaven Spiegelelementen besteht.



Die so gebündelte Sonnenenergie befeuert einen in dem Temperaturen von mehr 3200 Grad Celsius erreicht werden können. In Four solaire werden feuerfeste Stoffe untersucht, die starken Temperaturschwankungen, wie z. B. in der Raumfahrt oder im Einsatz von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, eingesetzt werden. Drum herum auf dem Gelände stehen natürlich nette, sich nicht mehr im Betrieb befindliche Gerätschaften aus dem Forschungsbetrie.



Und im Forschungszentrum selbst informiert eine kleine Ausstellung über die Forschungsarbeiten, die unterschiedlichen Energien – übrigens mit Informationsfilm, der in mehreren Sprachen gezeigt wird, auch in deutsch. Die Ausstellung fand ich lustig. Sie dürfte mit eine der ersten Ausstellungen gewesen sein, in denen die Franzosen (die darin Vorreiter waren) auf multimediale Weise informiert haben. In einem Bereich der Ausstellung haben sie Fotos aus dem Weltraum von dem Hubble-Teleskop angefertigt in groß aufgezogen: die Galaxie wundervoll visualisiert. Da ist mir einmal mehr klar geworden, dass wir nicht immer nur für's Web fotografieren sollten. Fotos gehören manchmal wirklich ausgedruckt: in groß!



Leider hatten wir an dem Tag kein so schönes Wetter vor Ort, auch mit Regen. Strahlend blauer Himmel in so einem Hohlspiegel macht sich auf Fotos natürlich deutlich besser …



An dem Tag trafen wir übrigens die toteste Forelle, seit es tote Forellen gibt. Aber von ihr erzähle ich ein anderes Mal …

2009-09-01

Fetzen

Heute früh, sehr früh, viel zu früh, unmenschlich früh einen Hummer gesehen. Er kämpfte sich so durch das Gelände, mehrachsig, schwer arbeitend, wahrscheinlich den Vierrad, Vielrad, Daniel Düsentrieb und was weiß ich was noch für Antriebe auf volle Schubkraft geschaltet, um dem komplett unwegsamen Gelände der Großstadt Herr werden zu können.

Auf der Stadtautobahn.
In Berlin.

Eben zum Flughafen nach Köln gefahren. Vorher etwas im Stau gestanden. Nichts Schlimmes: es regnet hier nur seit heute Nachmittag wie gewohnt. Herbstlaunen. Sitze nun im Kaffee und langweile mich ein wenig. Kommt eine aufgelöste Frau um die 50 an den Nachbartisch und begrüßt die ehemaligen Reisenden, die sie nicht pünktlich abholen konnte – wegen dem Stau. „Oh mein Gott, ich bin das gar nicht mehr gewöhnt, wir fahren doch sonst nur noch zum Golfclub.“

Heute hatte ich so einen Tag, an dem mir viel und über lange Zeit hart erkämpfte Arbeit von vielen sehr ambitionierten Menschen präsentiert wurde – als das Ergebnis ihrer Arbeit über viele Jahre, in denen sie gegen viel Widerstände entwickelt, gekämpft, durchgesetzt, notiert, analysiert, zurückgespielt, reagiert haben. Zu unserem Nutzen. Von uns allen. Auch von Euch. Euren Eltern. Menschen, die Ihr liebt. Heute hatte ich so einen Tag an dem ich mir angucken musste, wie diese hart erarbeiteten Ergebnisse mit einem Schulterzucken abgetan wurden. Von denen, die jetzt reagieren müssten. In den Arsch getreten haben die den Menschen, Arbeitsbienen, schon etwas früher.

Manchmal mag ich dieses Deutschland nicht.

Natürlich nur eine Phase an einem verregneten Dienstagabend in Köln. Nennen wir es den Köln-Blues. Und immer noch eine ganze Stunde bis zum Rückflug. Ich hätte jetzt gerne mit netten Menschen- und im Grunde auch liebenswerten Katzen-Kontakt. Und warm hätte ich es auch gerne. Am liebsten Decke über'n Kopf.

2009-08-31

Habe darüber nachgedacht …

und zwei Nächte darüber geschlafen. Über die Wahlergebnisse vom Sonntag. Es haut mich schon um, wie eine Partei wie die FDP, die sich insbesondere durch Dummlaberei ihrer Politiker und politischer Nichtpräsenz als auch dem nicht vohandensein einer eigenen politischen Meinung über eine längere Distanz von drei Wochen hinweg bis zur Adoption der neuen eigenen Drittmeinung, einen derartigen Wahlerfolg erreichen konnte. Mit völligem Nichtstun. Einfach nur mit Aussitzen. Und Nachsprechen.

In einer hellen Minute ahne ich, das spricht so gar nicht für den Wähler. Da kann ich womöglich noch froh sein, dass die Anwesenheit der Linken das Schlimmste verhindert haben.

Über den Grünen-Gau schlafe ich dann lieber eine weitere Nacht. Ach und nein, SPD, stimmt nicht. Das war kein Gewinn von Euch. Was Ihr weiterhin macht, ist absaufen auf hohem Niveau! Mit Sieg-Gelabere macht Ihr Euch zudem nur noch lächerlich dabei.

Angstmanipulation, nettes Filmchen bei Feder & Herd