2012-08-14

Es gibt also tatsächlich …

… Frauen, die beim Anblick einer riesengroßen „in mir findest Du nie etwas”-Handtasche auf dem Sonderangebotetisch in eine Art unreflektiertes nicht mehr selbstbestimmtes Kreischen fallen. Außerdem gibt es Frauen, die Messer kaufen, deren Klinge und Griff farblich Ton in Ton daher kommen. In Pink. Aus Porzellan.

Ich bin keine von ihnen. (Aus der Reihe: mein wunderliches Leben außerhalb des Baumarktes.)

Ich höre …

schon am Tonfall des aufgeregten Mauzens der kleinen bunten Katze, ob sie mir gerade ein grünes, gelbes oder blassrosa Band apportiert. (Okay, sie apportiert nur ihr grünes Band derzeit. Die mdchenfarbigen Bänder darf Nishia bespielen.)

2012-08-11

Balkonien

Gestern meilenweit gefahren, um im schwedischen Albtraumkaufhaus einen Balkontisch namens Tärnö zu erwerben. Ich muss dazu sagen, dass ich seit einiger Zeit nach einem für den Balkon als auch Budget geeigneten Balkontisch Ausschau halte, sehr intensiv und sehr erfolgslos. Ich war dabei zum Teil schon sehr erschrocken über das Preis-/Leistungsverhältnis von neuem Schrottmöbiliar.

Gerne hätte ich lieber Bollö einziehen lassen, aber der ist bereits im Sommeruhestand und wird nicht mehr geliefert. Tärnö ist gerade noch mal so in Spandau als einzigem schwedischen Albtraumkaufhaus in Berlin verfügbar gewesen, was er letzte Woche auch schon nicht mehr war. Und er ist mit knapp 15 Euronen dann doch unschlagbar günstig. Viel viel lieber hätte ich die kleinere faltbare Variante von Äpplarö, weil man mit dem auch locker mehr Gäste und einen Tischgrill bedienen kann. Der ist budgetmäßig mit 99,– auf deutlich später vertagt.

Aber Tärnö macht sich gut als Frühstückstisch. Er trägt mit Stil und Gelassenheit Obst, Brötchen, Teller, Kaffee und Lektüre und sieht dabei unscheinbar präsent gut aus.

Die Brötchen auf dem Foto sind übrigens unglaublich gut. Ich habe heute bei mir im weiteren Umfeld eine Bäckerei(kette) namens Lila entdeckt, die allen Ernstes noch Brötchen produzieren, die sehr schwer sind und innen noch komplett gefüllt sind und man richtig gerne den schweren Brötchenteig rausfummelt. Wie früher, unglaublich! Und dann noch knackig braun gebacken. 30 Cent. Die fünf Minuten Fußweg lohnen sich! (Verdammt, ich mag meinen Kiez SO SEHR!)

Ansonsten habe ich Schmetterlinksraupen meinen einen Rosenkohl fressen lassen. Als ich eben eine dabei erwischt habe, wie sie den Balkon überquerte, um sich an den nächsten Rosenkohl (sie knospen sogar!) ranzumachen, musste ich ihr leider einen Schubs vom Balkon geben. Überleben Raupen das? Vom ersten Stock auf Rasen? Ich will ihr ja nix Böses. Und ich habe ihr den einen Rosenkohl warmen Herzens gelassen, denn ich will ja auch im nächsten Jahr wieder Schmetterlinge sehen und natürlich habe ich in Bio aufgepasst und weiß, wie das geht. Aber meine Rosenkohlanlage hat auch ihre Grenzen!

B.P.S. Mit der Nennung von Äpplarö wollte ich natürlich auch ein klitzekleines Bisschen angeben, denn der würde auf meinen neuen Balkon tatsächlich passen und man hätte immer noch Platz zum sitzen. /angabetag_off

Weil heute Samstag ist …

… und Ihr dementsprechend Zeit zum Lesen habt, möchte ich zum wiederholten Male das Stilhaeschen ans Herz legen. Niemand schreibt eleganter, gelassener, pragmatischer und spannender über ein Mutterdasein als sie.

Und Stilhaeschen kommt von Stil, nicht von Stillen. Die Dame kann noch viele andere Themen …

2012-08-10

Tillen die jetzt eigentlich alle?

Fahre ich heute mit der S-Bahn eine Station Richtung Ostbahnhof. Steht plötzlich so ein VokuHila-Asso pöbelnd von seinem Sitz auf und wirft dem jungen – dunkelhäutigen – Mann mit Reisetasche ihm schräg gegenüber sitzend an den Kopf „Ich kann Deine Visage nicht sehen. Du widerst mich an!”, stellt sich an die Tür und motzt weiter.

Der Zug die ganze Zeit gaffend still. Da habe ich überlegt, entschuldige ich mich jetzt stellvertretend bei dem jungen Mann für etwas, was ich nicht getan habe? Und bin dann lieber zu dem Deppen gegangen und habe ihm ziemlich laut, damit der ganze Zug es hört, ins Ohr gebrüllt, dass er ein widerliches rassistisches Arschloch sei. Hat er wie am Spieß berührt „Nein!” geschrien. Und ich habe nur zurück angemerkt: „Doch, keine Widerrede.” Da war er dann ruhig.

Und ich bin kein Deut besser: ich kann diese Nazifressen auch nicht mehr sehen, die widern mich so etwas von an!

Gestern …

der kleinen bunten Katze gesagt, „So, das ist die letzte Tablette.” (Mal wieder Lebensmittelallergie). Prompt saß sie heute nicht im Esszimmer auf dem Tisch (!), um sich die Tablette in ihrem Catstick abzuholen. Sie kann da nämlich total gut sitzen und mich durch Wände hindurch hypnotisieren. Stundenlang. (Habe ihr heute den Stick in den Schrank hinterher getragen.)

Hatte ich erwähnt, dass wir jetzt ein Esszimmer haben?

2012-08-06

Pilze!

Neulich, beim Entdeckungsessen in meinem neuen Kiez (und es gibt hier viel zu entdecken, weil viel zu essen), lande ich im Gorgonzola Club und es schmecken von der Tageskarte Steinpilzravioli in Salbeibutter. (Foto in der Handykamera, reiche ich nach.) Sehr selten treibt mich ja mein Selbstbewusstsein auf gesunde Weise um, aber beim Genuss dieser Ravioli muss ich für mich selbst feststellen, dass ich meinen Nudelteig deutlich leckerer finde, weil leichter. Also gehe ich nach Hause und habe auf der Küchen-ToDo-Liste: Steinpilzravioli in Salbeibutter.

Es ist der erste Nudelteig, den ich in der neuen Küche anfertige. Die Steinpilze kommen noch in der getrockneten Variante her, was auch logisch ist, denn so sind sie aromatisch kräftig zum Teig. Und wer will schon frische Steinpilze in eine Mousse verwandeln?

Das Tantra-Diplom ist schnell reaktiviert. Der Nudelteig ist fix gemacht (wie immer bei mir mit Nagel- und Handpflege, da per Hand geknetet und auf das Olivenöl nicht verzichtet.) Die Füllung passiert aus knapp 100 g getrockneten Steinpilzen, eingeweicht, zwei Esslöffel Ricotta, ca. drei Lauchzwiebeln klein geschnitten und einer kleinen Knoblauchzehe. Alles wandert mit Salz und Pfeffer in den Mixer, auf den Nudelteig und wird mit der zweiten Nudeldecke verschlossen. Dann übe ich mit dem Ravioliausstecher Weihnachten und Plätzchen ausstechen.

Die gefüllten Freunde wandern ins kochende Salzwasser und die Butter wird ausgelassen bis die Salbeiblättchen in See stechen können. Parmesan ist schnell gerieben, dank der Mutter aller Reiben. Et voilà!

2012-08-05

Hat einen Kater.

Heute. Hört auf den Namen Chardonnay.

(Aus der Reihe: bin heute sensibel.)

2012-08-04

Zum Thema Christentum und Ehe …

… fällt mir beim Lesen dieses Artikels ein, Adam und Eva … die waren doch gar nicht verheiratet oder?

Oder hat jemals jemand von denen das Hochzeitsfoto gesehen?

2012-08-03

Hetenraten in Berlin

Kann man vermutlich prima aus dem Stand gewinnen, wenn man bei jedem Mann auf „schwul” tippt, anstatt noch ernsthaft zu raten.

*dickerfetterhetenseufzer und geht ab*

Gestern nacht kam der weltbeste Grund …

… zur Welt mit dem mir je eine abendliche Verabredung abgesagt wurde.

Den stolzen Eltern meinen allerherzlichsten Glückwunsch und dem kleinen übereiligen Baby sehr sehr viel Glück und Gesundheit auf dieser Welt! Was für wunderschöne Neuigkeiten!

2012-08-02

Fische Hospiz und Security Dog

„Wenn's ihnen nicht gut geht, dann kommen sie in unser Fische-Hospiz.”
„Fische-Hospiz? Wie muss ich mir das vorstellen?”
„Ist bei uns so eine Plastik-Dose. Von Haribo. Da kommen die rein und dann kommen ein paar Tropfen Nelkenöl dazu bis sie betäubt sind. Und dann Nelkenöl volle Kalotte. Ist schnell vorbei.”

„Ins Klo spülen geht gar nicht. Freund XYZ hat ja Fische seit seiner Kindheit. Der schneidet denen kurz und knapp den Kopf ab.”

Fische bringt man also nicht zum Tierarzt zum Einschläfern. Wieder was gelernt. Wir haben uns übrigens darüber auf dem Weg von Aquaristik Meier am Kotti unterhalten. Lustige Fische gekauft, der eine hat sich im neuen Aquarium sofort in volle Farbe und Schönheit geworfen (Mädchen eben), Junge war so ergriffen und traute sich nicht aus der Ecke. Ich verstehe Menschen, die Fische mögen. Von Aquaristik verstehe ich nicht die Bohne, musste ich heute in dem Laden feststellen, der mich komplett überforderte. (Zum Glück ein Hund mit Ball in Spiellaune anwesend. Heißt dort Security Dog. Ball war bei ihm total sicher.)

2012-08-01

Heute …

Schmetterlingseinflugschneise. Schmetterlinge sehen dürfen, das ist auch so ein besonderes Glück.

2012-07-31

Von wegen DDR-Einheitskram …

Ich wohne ja neuerdings in diesem Hauptstädchen in der sogenannten Mitte. Um genau zu sein, fünf Häuser weg vom Mauerweg. Ich bin halb Ostmieze, halb Kreuzbergerwestschnalle, son'n altmodischer Mischmasch aber das macht nichts. Hauptsache mitten drinnen und dabei.

Ich möchte meinen kaum vorhandenen Platz im Flur mit einer selbstgebauten Garderobe im Schlafzimmer kompensieren. Von der Decke hängend, schick am Haken zwei Rohre, basta. Im Original der Anleitung, vor 5 Millionen Jahren aus irgendeiner Zeitung rausgerissen, wird sogar im Boden verankert. Das kneife ich mir, so verliebt der Hausverwalter in diesen schrecklichen Laminatersatzsurrogatextraxtboden war.

Gehe ich also vorhin in mein Lieblingsklamottenkaufhaus, dem Bauhaus, und suche mir einen jungen Mann in roter Weste und stelle eine Fachfrage, nämlich: welcher Dübel ist der richtige Dübel für meine Idee, weil ja keine geringe Lasttragekraft berücksichtigt werden darf. Fragt er mich die Frage, vor der ich schon immer Höllenschiss hatte: „Wie sieht Ihre Decke denn aus?” „Keine Ahnung, so nah waren wir uns noch nicht.” „Na, ist eine Hohlraumdecke oder eine Dünndecke?” „Hat sie mir nicht gesagt, wie finde ich das raus?” „Na, in dem Sie mal ein Loch reinbohren.” Ich muss ihn angeguckt haben, als würde ich Vorschlag nicht akzeptabel finden, was ich auch tatsächlich nicht fand. Ich versuchte es mit angeben: „DDR-Bau, 50iger Jahre, noch keine echte Platte.” (Weil, man hat ja gehört in der DDR waren alle Bauten gleich und alle waren so ein bisschen einheitlich WHH GT-18 oder Q3A). Tatsächlich ist meine Wohnung mehr Q3A als P2, aber genau noch vor 1957 gebaut und gilt deswegen noch nicht als Platte.

„Dielen oder Steinboden?”, bohrt er weiter. „Keine Ahnung, da klebt so ein Laminatersatzsurrogatextraxtboden drauf.”

Dann kam der Mann in rot mit einem passablen Gegenvorschlag um die Ecke: „Fragen Sie doch mal den Hausmeister, der könnte das auch wissen.“ Also wieder nach Hause trödeln, Eberhard, den besten Hausmeister der Welt (O-Ton Hausverwalter) anrufen.

Bin ich also, anstatt fette Dübel und Haken und Metallseile und Klammern etc. zu kaufen, wieder nur zum Drogeriemarkt an die Ecke und habe Waschmittel gekauft. Voll das Mädchen!

Regeln

Manchmal muss man sich eben Regeln setzen und ich tue das hiermit. Regel Nr. 1: ich werde täglich mindestens ein Semikolon setzen. Ich mag das Semikolon. Es ist ein intelligentes und hübsch anzusehendes Satzzeichen. Es vermag schöne lange fundamentreiche Sätze enstehen zu lassen, wo in modernen Dreiwortsätzen schon zwei Kommata den Leser überfordern. Ich weiß, wenn ein Semikolon in einem Satz steht, dieser Satz wurde nicht lapidar dahin geschleudert; nein, er wurde mit Überlegung und Liebe zum Satzbau geformt. Und ich finde, es gehört dagegen gesteuert, dass das Semikolon von der künftigen Jungend nur noch als ein Element der Smileybauerei anerkannt wird.

Regel Nr. 2: Pro Woche mindestens zwei Blogs vorstellen bzw. verlinken. Wir tun das in letzer Zeit alle viel zu wenig. Ich prangere das an. Und ich werde das wieder bei mir hier ändern.

2012-07-30

Die Feinschmeckerei

… wird beschrieben und betrieben von sehr feinen mir bekannten Menschen, Kollegen, Bloggern, nämlich Christiane und Thomas, und sie schreiben über ihre kulinarischen Erlebnisse vor allem in Berlin und auf ihren Reisen, vorzugsweise im asiatischen Raum.

Da sie vergangene Woche ihr Blog endlich auch mit dem zwingend notwendigen Premiumcontent geadelt haben, bleibt mir nun gar nichts anderes übrig, als Euch einzuladen, drüben bei „feinschmeckereischmecken und meckern über Restaurants vorwiegend in Berlin – weiter zu lesen …

2012-07-29

Bei Ikea

„Du, Schatz, wir könnten doch Astrid im Bad aufhängen.”

2012-07-28

Mein Blog

hat, wie langjährige Blogleser wissen, heilende Kräfte. So hat sich die Waschmaschine das nach dem Blogpost gestern nochmals überlegt mit dem nicht mehr heizen wollen und die Bettwäsche dann doch brav als 90 Grad-Waschvorgang nach Vorschrift behandelt. Ich werde natürlich weiterhin sparen zur Sicherheit, aber das macht die Sache jetzt doch nicht mehr ganz so dringend und vielleicht reicht das Geld bis dahin für einen Neukauf.

Der Kollege, der mir den Geschirrspüler schenkte, hat nun bei seinem Umzug die Gebrauchsanleitung gefunden. Also sprach ich gestern zum Geschirrspüler: „Du, ich habe jetzt Deine Gebrauchsanleitung.” Sagt der Geschirrspüler zu mir: „Brauche ich nicht. Ich weiß, was ich tue.”

Ja, ich kommuniziere mit meinen Elektrogeräten. Das ist ausreichend schräg aber richtet auch nicht sooo viel Schaden an im Allgemeinen. Dass meine Elektrogeräte mit mir kommunizieren, ist indes neu.

2012-07-27

Soulfood

Sommersalate, auch etwas, das sehr glücklich machen kann. Die besten eingelegten Boquerones der Stadt, gibt es meiner Meinung nach an dem spanischen Stand in der Marheineke Halle Ausgang Marheineke Platz. Die Anchovis vom Imbiss gegenüber sind auch nicht zu verachten. Man kann nach deren Genuss die Nacht durchschlafen ohne sich den Wolf zu trinken. (Wichtiges Feature bei Anchovis!)

2012-07-26

So muss es sein …

… heute Abend bin ich nach Hause gekommen nach einem „so lala“-Tag. Ihr wisst schon, ist es eine Seitenstrangangina, die das halbe Gesicht lahm legt oder die Klimaanlage (die wir zum Glück in unserem Büro haben, es ist mehr ein Klimaanlägchen, also nichts Schlimmes)? Und dann so Diskussionen über Dinge, die echt wundern lassen. Und … aber auch gute Sachen, Kolleginnen, die im richtigen Moment das Richtige sagen, Kollegen auch. Menschen, die im Nachhinein von dem, was ich ihnen angeboten habe, sehr begeistert und motiviert sind. Schönes warmes Wetter. Dicke Füße. So ein Tag halt.

Dann stelle ich mein Fahrrad an der heimischen Dockingsstation ab und denke bei mir, „gehste zum Lieblingsspanier.” Eine Stunde in der letzten Sonne sitzen, ein Glas Rosé. Abschalten. Die dicken Füße baumeln lassen. Und ich hüpfe die 200 Meterchen um die Ecke. (Liebe Frau Mutti, gerade mit Dir wäre ich so gerne da mal …)

Ich bekomme den letzten Vierertisch an der freien Luft und habe ein schlechtes Gewissen, finde aber auch, dass er mir nach dem Tag zusteht. Das Pärchen, das kurz darauf ankommt und nach einem Tisch sucht, dem signalisiere ich direkt, dass sie sich ruhig setzen dürfen. Wir floskeln ein bisschen, klären die getrennte Order und ordern dann doch zusammen Rosé.

Sie und er erzählen sich vom Alltag und halten ab und zu ihre Hände. Irgendwann kommen erst meine, dann ihre Tapas und irgendwann fällt das Stichwort Mallorca, wo die Frau mit ihren Kindern gerade Urlaub gemacht hatte und Essen auf Mallorca und so kommen wir ins Gespräch.

Er ist Lehrer, sie ist Fotografin, er lebt am Oranienplatz, sie in Potsdam. Er hat einen Garten, sie Katzen und drei Kinder.
Und das war dann ein angenehmer vergnüglicher Abend. Small Talk der schönen unverbindlichen Sorte. Small Talk, worauf ich, als ich zum Spanier ging, null Lust gehabt habe.

Mein Lieblingsspanier eben …