2009-03-11

Die Quadratur der Badewanne

Der einzige Raum in meiner Docking Station, der so etwas wie einen Teppich besitzt, ist das Badezimmer mit seinen Badvorlagen. Diese sind rot. Katzen lieben rot. Katzen lieben es auch ausschließlich auf Teppiche und Vorleger zu kotzen. Auch weil sie rot sind. Vorallem aber weil sie danach das halbe Bad umschaufeln müssen, weil sie es nicht vor sich, anderen Katzen, der Welt im Allgemeinem, dem neuen Hund des amerikanischen Präsidenten und den Katzenflohzirkusbeauftragten ertragen auf die Vorleger gekotzt zu haben. Umschaufeln funktioniert mit Badvorlegern deutlich besser als mit Holzdielen. Übrigens gibt es in Google zu den Suchbegriffen «katzen kotzen» 81.900 Einträge, zu «katze kotzt» 182.000. Gemäß der Logik, die mir neulich erst wieder ein ehemaliger Psychologiestudent mit total viel langjähriger Weberfahrung zu verstehen gab: je mehr Google-Einträge, desto richtiger die These der Suchbegriffe. (Alleine schon aus Suchbegriffen Thesen abgeleitet zu sehen, ist ja auch ‘ne Kunst an sich.) Dementsprechend kotzt in Deutschland die Katze also viel häufiger als es die Katzen in Deutschland tun. Bei mir vorzugsweise auf Badvorlegern. Den Roten. «drei katzen kotzen» kennt Google nur 68.700 Mal – also sind wir eigentlich gar nicht da. Und im Prinzip kotzen wir zu dritt auch weniger als nur eine Katze es tut. Oder so.

Ach so, was ich schreiben wollte: Katze(n) kotzte(n) neulich grünes Gras mit braunem Restfutter auf die roten Vorleger. Der hausfrauengetriebene Plan sagt somit, ab in die Wäsche damit! Nun aber ist es so: ich müsste duschen und ich müsste das Bad putzen. Duschen finde ich ohne Vorlagen ziemlich eklig, weil es kalt ist an den Füßen, wenn ich aus der Wanne steige. Außerdem ist das Bad dann so unrot. Was ich auch gar nicht mag. Gleiches gilt fürs Bad putzen, denn ich laufe grundsätzlich barfuß in meiner Wohnung. Auch wenn es draußen schneit oder Glascherben herum liegen. Es bietet sich grundsätzlich an, vor dem Bad putzen zu duschen, dann hat die Badewanne wenigstens mal zwölf Stunden Ruhe. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, auf Stein zu stehen nach dem Duschen oder Putzen, müsste ich beides zuerst tun, bevor ich die Badvorleger in die Waschmaschine stecke. Wozu ich momentan allergrößte Lust hätte. Zum duschen und zum Bad putzen indes nicht.

Was tun?

bettlebum

auf der CeBit. So schön treffend.

Besser essen auf Wanderschaft!

NutriCulinary hat‘s entdeckt und dessen Einleitungstext bietet schon ausreichend Humoriges. Insofern meine Empfehlung seinen Text zu lesen, bevor Ihr Euch dieses Video anschaut, in dem es um Testessen und -trinken von Cheeseburgern aus der Dose und gefriergetrocknetem Rotwein geht. Ach ja, ich habe das dumme Gefühl, irgendwie werden in dem Beitrag offensichtlich dann doch lebende Tiere gequält:

Schön, vielleicht sogar besser

Erst Blogs lesen am Morgen, dann die Tageszeitung (online).

2009-03-10

Mogli



Die Geschichte von Mogli hatte ich schon anlässlich meines letzten Insel-Urlaubs erzählt. Der Hund ist nach wie vor ein Goldstück, extrem witzig und hat für viele gute Lacher gesorgt. Wie auch immer – zu einem guten gelungenen Urlaub gehören auch Tiere, meiner kleinen unbedeutenden Meinung nach. Bei langen Wanderungen mit Hunden sieht man eben die Welt auch noch mal aus einer anderen Perspektive. Jedenfalls finde ich, wenn man sich Mogli so anguckt, dass natürlich völlig klar ist welche Hunderasse bei dem Entwurf der Figur von Goofy wohl Pate gestanden hatte … muss ein Königspudel gewesen sein.



Geständnis

Ich gehöre zu den Lesern, die an keiner «Was macht eigentlich …?»-Kolumne vorbei kann.

2009-03-09

Lieber Freund!



Erstens: mit mal eben eilig ist heutzutage nix mehr. «Schnell» ist out, das lerne ich täglich aus den Spam-Mails dieser Viagra-Offerten aus meinem Spam-Ordner aus dem ich zufällig Deine Mail gefischt … habe, mein lieber Freund. Tut mir natürlich total leid, Du!

Zweitens: bevor Du nach Deutschland spammst, informiere Dich erst mal darüber, dass und wie hier gerne gegendert wird. Frauen sind nämlich auch super gerne total doof und machen einen auf dubioses Geldgeschäft, reagieren aber echt total zickig auf nicht gegenderte Mails und so.

2009-03-08

Frauentag

Heißt das, ich bin heute mehr Frau als an den anderen 364 Tagen im Jahr? Oder weniger? Oder überhaupt? Oder was?

2009-03-07

1a-Frühlingsymbolik

In einer Mail schreiben: «Ich habe nichts anzuziehen!»

2009-03-06

Ich darf zur Zeit gar nix …

zum Thema «Essen» oder so bloggen, weil ich tatsächlich Freunde habe, die hier lesen und gerade fasten. Andererseits …



Nö, entsetzt sein und «iehhh» rufen, gilt nun nicht. Dafür kommt bei uns hierzulande das Fleisch viel zu billig auf den Tisch. Erstens essen sehr viele von uns zu Ostern wieder ganz gerne Lamm. Und noch lieber das feine Milchlämmchen (der Name kommt übrigens nicht davon, dass das Fleisch in Milch eingelegt wird, sondern davon, dass das Lämmchen vor seinem Tod noch nicht einmal «abgestillt» ist – also noch säugt und Tiermutter und Tierkind nicht einmal die von der Natur vorgebene Zeit hatten, sich voneinander zu entwöhnen.) Und zweitens ist das genau das, woraus das Futter unserer Vierbeiner besteht und glaubt mal nicht, dass nicht genau das vom Tier in den Brühwürfeln oder industriell gefertigten Fonds steckt, die in Euren Speisekammern schlummern. Dafür darf man den Tieren ruhig einmal ins Gesicht gucken. Post mortem.

Ich schätze die Art und Weise des Fleischangebotes in den südeuropäischen Ländern sehr. Sie erinnert hin- und wieder daran, wer für meinen Genuss das Leben lassen musste. Sie erinnert mich aber wiederum auch daran, wie gutes frisches oder auch gutes abgehangenes Fleisch auszusehen hat: wie in Südeuropa eben. Und nicht wie in unseren gekühlten Auslagen unserer Supermärkte. Die Unterschiede darf man getrost als himmelweit bezeichnen. Der Spanier kauft noch gerne das Fleisch vom Schwein an dessem Kopf und klaren Augen er erkennen kann, wie kurz zuvor die Sau erst das Zeitliche gesegnet hat und an den anderen Signalen des Kadavers, ob das Tier denn auch ein gesundes war. Da hält der Fischverkäufer Dir den Fisch hin und drückt direkt von Deinen Augen in das Fleisch, damit Du Dich selber überzeugen kannst, wie frisch der Fisch ist. Oder der Franzose offeriert Euch den Vogel mit Kopf, denn auch an dessen Augen wird der Verwesungsprozess am sinnvollsten bestimmt bzw. an dessem restlichen Federkleid lässt sich noch erkennen, ob wir wirklich die Vogelart erhälten, die wir auf dem Tisch haben wollten.



Hin- und hergerissen bin ich dennoch immer, wenn ich in den Markthallen der Länder stehe und mir den Tod vor Augen führen lasse. Für mich, die ich in dieser (Städte-)Kultur Deutschlands groß geworden bin, wo bitteschön von mir allzuweit fern gehalten wird, dass es ja doch Tiere sind (mit einem Bewusstsein, daran glaube ich fest), die für mein Steak ihr Leben lassen, ist der Anblick des toten Ferkels oder grinsender Lammköpfe doch ein simples Spiegelbild der ungerührten Brutalität meiner eigenen Rasse; von meinem Egoismus, ein schlimmes Zeichen meiner Macht als Mensch, die ich hier voll auskoste gegenüber dem mir unterlegem Individuum. Es gruselt und fasziniert mich zugleich. Ein perfides Spiegelbild.



Bis vor kurzem hatte ich den naiven Gedanken in den Ländern, in denen einem der Tod des Tieres visuell ungeschönt in der Kühlauslage serviert wird, würde deutlich weniger Fleisch gegessen. Interessenshalber habe ich den Fleischverbrauch in Europa recherchiert und bin eines Besseren belehrt worden. Interessant zu lernen, dass selbst in den Ländern, die täglichen Fisch auf dem Tisch haben könnten, deutlich mehr Fleisch essen. Dort gilt Fleisch wohl immer noch als das Luxusgut, das man sich früher nicht leisten konnte und der Fisch als das Mahl der Armen mag eher unattraktiv sein (obwohl die Fischpreise auch im Süden Europas mittlerweile eine ganz andere Aussage haben.) Tatsächlich aber essen wir Deutschen im europaweiten Vergleich (vor allem zu den Ländern, die deutlich weniger Einwohner haben als wir) nicht übermäßig viel Fleisch. Frankreich beispielsweise liegt weit vor uns.

Da ist eine Art von Schmerz, die mich seit einigen langen Jahren durch mein Leben begleitet und der beim Gang durch die Markthallen im wieder hochkommt: ich wäre gerne Vegetarierin. Ich war das auch in der Vergangenheit, mich treibt's immer wieder dahin. Gesundheitliche, ökologische oder öknonomische Aspekte sind mir, ehrlich gesagt, egal dabei. Historische Argumente «der Mensch hat schon immer …» fallen auch flach. Ich rede von einem Gefühl, meinem. Mir schmeckt Fleisch. Ich fühle mich aber unwohl dabei, dass für mich jemand sein Leben lassen muss und wie jemand für mein Wohlwollen sein Leben fristen muss, wie ängstlich und wenig «human» sein letzter Weg, seine letzten Stunden dabei sind. Alle Varianten habe ich mittlerweile durch (ausser dem Dasein als Veganer), ob komplett ohne Fleisch oder nur mit Fisch. Die Ernährung war soweit ausgewogen, ich habe darauf geachtet. Ich finde das generell gut ohne Fleisch zu leben, meiner Überzeugung nach bin ich damit sehr zufrieden. Nach drei Monaten ist man im übrigen auch durch mit dem «Jieper» nach Fleisch. Nur: mir geht es leider nach drei Monaten gesundheitlich auch schlecht, ich sehe aus wie der Tod auf Latschen und ich fühle mich, als würde ich nicht mehr nur auf drei sondern nur noch auf anderthalb Töppen laufen. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen zu glauben, dass es manche Menschen gibt, die fleischlos leben können und andere es wohl nicht können auf Dauer. Meine persönliche Lösung daher: wenig Fleisch essen und wenn es bewusst zu tun und es wertschätzen, dass ein Tier für mein Wohlergehen sein Leben gelassen hat.



Ich stamme noch aus einer Generation, wo – als wir klein waren – gebetet wurde, wenn wir zusammen am Essenstisch saßen. Nicht, dass ich meine Familie zu dieser Zeit als besonders christlich aktiv in der Erinnerung hätte. Man tat das damals halt so. Auch im Kindergarten. Es ist eigentlich ein sehr schönes Ritual vor dem Essen für das Essen auf dem Tisch zu danken. Man muss das, je nach Gusto und Glauben, heute nicht zwangsläufig bei Gott tun. Aber man könnte im Geiste ruhig einmal am Tag «Danke!» zum Schwein, zum Huhn, Rind oder der Garnele sagen, auch zur Kartoffel. Und dann vielleicht viel bewusster essen, das, was für uns sein Leben gelassen hat. Zumal «gutes» Essen auf unseren Tischen seltener werden wird in den kommenden Jahren.

Wo ist denn unser Respekt vor dem Lebewesen (von anderen Anwesenden ganz abgesehen), wenn wir unser morgendliches Wurstbrot essen während wir dabei Zeitung lesen? Wenn wir vor dem Kochtopf stehen, das Gulaschfleisch anbraten und lauthals über die miese Fleischqualität schimpfen, weil das für «unsere gesunde Ernährung» mit Antibiotika gespritzte Schwein nun im Topf Wasser lässt ohne Ende? Wir hatten ihn einmal, diesen Respekt, damals als Fleisch nur am Sonntag auf den Tisch kam. Der Bauer hat ihn heute noch, wenn er seine Kuh zum Schlächter führt und es ihn dann doch schmerzt von ihr Abschied zu nehmen. Der isst sein Huhn, das ihm morgens noch über den eigenen Weg lief, noch deutlich bewusster als wir das tun – für die der Gockel nie einen Kopf hatte. Wir sollten diesen Respekt nicht verlieren vor einem Wesen, das wir vielleicht als «niedriger» schätzen, nur weil es uns als Futtermittel zu dienen hat. Sehr wahrscheinlich keine Entscheidung, die je von einem Tier bei Selbstwahl so gefällt worden wäre. Er ist das Einzige, was uns in dieser Sache schließlich noch «menschlich» macht. Und da wir ihn allerspätestens schon bei unserem ersten Burger von McDonals verloren haben, könnten wir uns ruhig auf die Suche machen und versuchen ihn wiederzufinden. Anstatt in unsere Kultur das Essen lebendiger Insekten (vor TV-Kameras) Einzug halten zu lassen.

Fasten könnte ein Weg sein.

Wortfolter

Aktivurlaub

2009-03-04

Es gibt da so ein Ritual bei uns

und das beinhaltet, dass, sobald ich an das Anziehen von Jacke und Schuhen nur denke, das kleine bunte Katzenmädchen hocherfreut um mich herumtänzelt und mich mauzend und schnatternd gar nicht schnell genug aus der Wohnung treiben kann. (Ich versuche mein schmerzendes Herz an dieser Stelle immer seelisch aufzubauen, denn ich weiß ja, es ist nichts Persönliches an sich … ÄH …oder doch?) Nun, die Tradition will es – und das ist es worauf Talytha so abfährt – dass es zum Abschied kleine Nascheinheiten gibt. Hat für mich den Vorteil, dass ich bei drei Katzen weiß, dass keine auf dem Balkon ausgesperrt ist und für die Katzen den Vorteil, dass es was Bonfortinöses in den Bauch gibt. Nun, Nishia und Lino nehmen dieses Ritual gnädig an, ich darf es ihnen hintertragen – Tally aber würde indes dafür töten. In der Variation dessen, was gegeben wird, ob Malzpaste, Whiskasherzchen im Miniformat, Vitamintabletten und leckere Katzensticks, gibt es natürlich eine Hitliste und die geht so: alles ist lecker – für die Katzensticks aber würde Tally wieder … richtig: töten! (Katzensticks müssen irgendwie gepresste Spatzen an Bulimie sein, keine Ahnung.) In dem Moment in dem ich nur die Tür anfasse, hinter denen sich die Katzensticks befinden, sucht «el mampfo» Körperkontakt, widerspricht Küchentischverboten, macht verbal deutlich, dass ich ein Auspacklahmarsch bin und hat den irren Blick eines Katzenmonsters auf dem Beutemachtripp. Katzenbesitzer wissen genau wovon ich schreibe, jeder Hund beim Betteln ist auf Valium dagegen.



Nun also dieser Tage wegen der Allergie der kleinen Maus: Sticksverbot. Ich hatte zur gleichen Zeit als ich eine neue Sorte des üblichen Futters ins Haus holte, gleichzeitig angefangen die Sticks bei einem neu aufgemachen Drogerie in meiner Nähe zu kaufen. Weiß also nun nicht genau, worauf sie allergisch reagiert – also wanderte strikt beides vom Speiseplan.

Gestern tat ich das einzige Sinnvolle, ich brachte den Nachbarn (mit ein Katz) das restliche Futter und die vielen restlichen Sticks. Tallys Lieblingssticks (Hier auf dem Foto die «guten»). Von denen sie seit Samstag keinen einzigen mehr erhalten hatte – obwohl ich natürlich mehrfach das Haus verlassen hatte in der Zwischenzeit. Wir können sagen, Tally ist komplett auf Sticksturkey. Nur zu ertragen, weil die von der Ärztin verabreichte Spritze sie für zehn Tage etwas ruhig stellt und den Leck- und Kratzmodus runterregelt. (Leider funktioniert die LMAA-(leck-mich-am-Ar*)-Stimmung der Medizin genau bis kurz vor den Stick und keinen Schritt weiter.)

Ergo also keine Sticks momentan für Tally und dann auch noch der Gang meinereine an den Schrank, beim Nachbarn geklingelt und ihm mein Vorhaben der Futter- und Sticks-Schenkung erklärt.

Tally stand währenddessen in der Tür. Und glaubt es mir, Tally steht nie in der Tür, wenn es um den Nachbarn geht. Er ist ihr zu laut und überhaupt liebt sie das Treppenhaus nur solange es komplett unberührt ist von anderen Zweibeinern oder sich öffnenden alternativ sich schließenden Türen. Also Tally stand in der Tür, breitbeinig, guckte fassungslos wie der Nachbar ihre Sticks entgegen nahm … das Gesicht, der Blick …

Ich fürchte, Tally wird töten.

2009-03-03

Ich bin dann mal beim Augenarzt, die Nasenfalte pimpen

Ein interessanter Beitrag lief gestern in der ARD bei report aus München zum Thema «Fachärzte werden zu Schönheitsspezialisten». Bis Minute 00:02:09 ist das sehr Wesentliche bereits gesagt, weiter gucken lohnt natürlich dennoch.

Ich werde so sauer bei der Argumentation des Augenarztes. Wenn der Mann allen Ernstes in seiner marketingorientierten Aussage erklärt, ohne seine zusätzliche Fachqualifikation wäre er vorher nicht in der Lage gewesen, seinen Patientinnen und Patienten zu erklären, warum die eine Brille bei ihnen nicht sitzt (im übrigen ein Gespräch, das tendentiell wohl eher mit dem Optiker geführt wird als mit dem Augenarzt – und überhaupt dachte ich, die haben gar keine Zeit mehr für diese Form von BlaBlaBla weil sie soviel Verwaltungskram auszufüllen haben?), war er vorher schlicht bereits ein inkompetenter Augenarzt. Der Sitz einer Brille hat garantiert nichts mit Nasendesign oder Labialfalten sondern allenfalls mit mangelndem Brillenfunktionsdesign zu tun. Eingriffe in einen gesunden Körpfer, dazu gehören auch Injektionen mit nicht langzeitgeprüften Materialien (es weiß niemand, was Botox oder Eigenfettbehandlungen in zehn Jahren in den Körper der allermeisten Nutznießer anrichten), bergen immer ein Risiko für die Gesundheit des Patienten. Und Fachärzte, die dieses Risiko ihren Patienten verkaufen, nur um ihr Konto aufzubessern, denen sollte sofort die Approbation entzogen werden. Hier wird Geld verdient immer mit dem unbedingten Risiko Menschen zu schädigen und das geht, meiner Meinung nach, absolut nicht mit der eigentlichen Aufgabe eines Arztes konform.

Wenn man sich desweiteren anhört, wie hier in diesem Land diese zusätzlichen «Qualifikationen» (möglichst billig, natürlich, die ganze Sache muss sich für den Arzt ja ordentlich lohnen) vermittelt werden, kann einem schon mal die Sprache wegbleiben.

Andererseits, wenn ich mir die jungen Schickse angucke, die in dem Beitrag bei ihrem Zahnarzt auf dem Stuhl sitzt und sich ihre Lippen aufspritzt, fällt mir auch nur ein: «Selbst schuld die Maus, wenn's dann schief geht!” Patienten suchen sich eben an mancher Stelle wohl auch zielgenau die Mediziner aus, die sie verdienen.

Skript und Video zu «Fachärzte auf Abwege» (schöner Titel!) stehen hier nachträglich zur Verfügung.

Von Sehnsüchten und so.

2009-03-02

Ich glaube …

hier kann jemand (Jens Weinreich) unsere Unterstützung gebrauchen. Kleinvieh macht auch Dreck.

Für einen Hotelriesen natürlich nur Peanuts,

für eine kleine Designerin womöglich die Existenz. Die in Berlin ansässige Designerin Mari Otberg kreiert Kleider, hauptsächlich Hochzeitskleider. Ihren eigenen Namen hat sie in dem Namen für ihre Label mit dem passenden Wortspiel zum Heiraten: «JustMariOt» (mit einem «t») also zu deutsch «nur Mari Ot» und führt unter diesem Namen ihren eigenen kleinen Laden. Kommt eine große Hotelkette daher, die sich Mariott (mit zwei «t») nennt und findet, der Name der Designerin würde doch zu sehr dem eigenen Firmennamen ähneln, entwickelt ein Angstsyndrom und zwingt die Frau juristisch ihren Labelnamen zu liquidieren. Ohne ihren Namen nutzen zu dürfen, sieht die Designerin allerdings keinen Sinn mehr in dieser Form von Existenz und gibt konsequent den Laden auf.

Müssen wir uns künftig umtaufen lassen, wenn wir zufällig Mercedes heißen und einen Mann heiraten, der zufällig Benz heißt, wenn unser berufliches Glück in Führung einer Imbissbude liegt und wir diese nach uns selbst benennen wollen?

Ich habe gerade via Kontakseite des Mariott-Konzerns kurz und knapp dem Konzern erzählt, was ich von seinem Handeln halte und warum ich garantiert nicht in diesem Leben in einem der Hotels dieses Konzerns nächtigen möchte und werde.

Kicher …

Geht doch mal wieder zur Volkshochschule:

Männer  Frauen

Wir sind die Sintflut …



Ab Minute vier läuft er sich richtig warm.

via Tilla

2009-03-01

Nun mehr …

befinde ich mich hinsichtlich meiner neuen beruflichen Aufgabe (der einen von den dreien oder nein, es sind doch eher vier) auf einem neuen Level des Lernens. In den ersten drei Monaten lernte ich viele Gesichter, Namen, Abkürzungen (im Geiste auszuschreiben), Zuordnungen (offensichtliche und versteckte) kennen, erlernte wieder das Reisen, das sehr frühe Aufstehen, lernte den Sekt von Lufthansa, die Laugenstange und den Playboy als Morgenlektüre von AirBerlin kennen. Lernte über merkwürdige Umgänge miteinander, hintereinander, voreinander, dass gestärkte Hemden ein trügerisches Anzeichen von Vorhandensein von Stil sein können aber nicht sein müssen, wie käuflich Menschen doch sind, wie armselig Menschen doch sind, wie – und das nehme ich am liebsten und am meisten mit – großartig Menschen doch sind. Ich lernte wie schlecht das Essen im Gesundheitswesen sein kann: werdet mir bitte bloß nie Politiker und seid dabei Vegetarier, denn das passt gar nicht! Ich las mich durch Akten, Fakten, Schreiben, Berichte, wunderte mich über Sprachen, denen ich doch aufgrund meiner geburtlichen Disposition eigentlich mächtig sein sollte, verstand vieles nicht. Und wenn ich verstand, erschreckte es mich recht ordentlich. Zum Glück werde ich wissend und wohlbehüted begleitet. Kurzum: ich habe meinen Spaß und sehe eine Entwicklung hinsichtlich des Verstehens zum Positiven hin. Allmählich.

Also folge ich nun der nächsten Stufe des Lernlevels: man schult mich. Sehr freundlich und intensiv sowie wohl umsorgt. Dabei lerne ich über mich, dass ich ja doch an der Schule ein bisschen was vom Dreisatz mitgenommen habe und man sich vor dem Wurzelziehen nicht übertrieben sorgen muss, solange man einen Taschenrechner besitzt. Ihr werdet es nicht glauben, ich hatte doch tatsächlich in der vergangenen Woche mathematische Erfolgserlebnisse. (Ich lernte übrigens auch, wie sehr unglaublich unterschiedlich einzelne Taschenrechner funktionen. Obwohl sie alle das Gleiche machen sollen.) Ich lerne, dass Menschen, mit 6+3 (oh, diese Aufgabe spendierte passend zum Thema eben der auf der Tastatur stehende Lino, dann soll sie bleiben) … mit abgeschlossenem Studium und Dissertationen im Hintergrund genau so ungerne rechnen wie ich, obwohl sie es in ihrem Job viel öfter können müssten als ich. (Was ein wenig Panikgefühl auslösen könnte, würde man länger und intensiver darüber nachdenken. Aber solange sie wenigstens unterm Strich ausgerechnet bekommen, was sie verdienen oder nicht – immer zuwenig –, ist's ja gut.)

Ich lernte in dieser Woche Studien und Reviews lesen und auswerten, was Evidenz bedeutet und wo sie einen in der Beurteilung von Statistiken gerne auf das Glatteis führt. Nun werde ich noch mehr Freude an Statistiken haben. Besonders viel Spaß machen dabei übrigens die der besonderen Sorte: von der Pharmazie in Auftrag gegeben. Heissa! Dann empfindet man detektivische Freude beim Lesen zwischen den Fakten und Zeilen. Zum Beispiel, wenn ein alteingesessenes Medikament in der Behandlung einer Diagnose untermedikamentiert wird, damit das als neu einzuführende Allheilmittel entgegen der alten Behandlung als das bessere Medikament dargestellt werden kann. (Was im Klartext bedeutet, dass man eine Menge x von Patienten schlicht bei krankhafter Disposition mal eben für die Zahlen über die Klinge springen lässt.) Kurz und gut: ich habe wirklich meinen Spaß! Nur ob mir die neue Form von Zynismus wirklich gut zu Gesicht steht, die ich gerade entwickle, ich weiß es nicht …

Wieder was gelernt!

Kannte ich noch nicht: Das Godwin-Gesetz Trifft es aber, wie die Faust auf‘s Auge.