2009-03-06

Ich darf zur Zeit gar nix …

zum Thema «Essen» oder so bloggen, weil ich tatsächlich Freunde habe, die hier lesen und gerade fasten. Andererseits …



Nö, entsetzt sein und «iehhh» rufen, gilt nun nicht. Dafür kommt bei uns hierzulande das Fleisch viel zu billig auf den Tisch. Erstens essen sehr viele von uns zu Ostern wieder ganz gerne Lamm. Und noch lieber das feine Milchlämmchen (der Name kommt übrigens nicht davon, dass das Fleisch in Milch eingelegt wird, sondern davon, dass das Lämmchen vor seinem Tod noch nicht einmal «abgestillt» ist – also noch säugt und Tiermutter und Tierkind nicht einmal die von der Natur vorgebene Zeit hatten, sich voneinander zu entwöhnen.) Und zweitens ist das genau das, woraus das Futter unserer Vierbeiner besteht und glaubt mal nicht, dass nicht genau das vom Tier in den Brühwürfeln oder industriell gefertigten Fonds steckt, die in Euren Speisekammern schlummern. Dafür darf man den Tieren ruhig einmal ins Gesicht gucken. Post mortem.

Ich schätze die Art und Weise des Fleischangebotes in den südeuropäischen Ländern sehr. Sie erinnert hin- und wieder daran, wer für meinen Genuss das Leben lassen musste. Sie erinnert mich aber wiederum auch daran, wie gutes frisches oder auch gutes abgehangenes Fleisch auszusehen hat: wie in Südeuropa eben. Und nicht wie in unseren gekühlten Auslagen unserer Supermärkte. Die Unterschiede darf man getrost als himmelweit bezeichnen. Der Spanier kauft noch gerne das Fleisch vom Schwein an dessem Kopf und klaren Augen er erkennen kann, wie kurz zuvor die Sau erst das Zeitliche gesegnet hat und an den anderen Signalen des Kadavers, ob das Tier denn auch ein gesundes war. Da hält der Fischverkäufer Dir den Fisch hin und drückt direkt von Deinen Augen in das Fleisch, damit Du Dich selber überzeugen kannst, wie frisch der Fisch ist. Oder der Franzose offeriert Euch den Vogel mit Kopf, denn auch an dessen Augen wird der Verwesungsprozess am sinnvollsten bestimmt bzw. an dessem restlichen Federkleid lässt sich noch erkennen, ob wir wirklich die Vogelart erhälten, die wir auf dem Tisch haben wollten.



Hin- und hergerissen bin ich dennoch immer, wenn ich in den Markthallen der Länder stehe und mir den Tod vor Augen führen lasse. Für mich, die ich in dieser (Städte-)Kultur Deutschlands groß geworden bin, wo bitteschön von mir allzuweit fern gehalten wird, dass es ja doch Tiere sind (mit einem Bewusstsein, daran glaube ich fest), die für mein Steak ihr Leben lassen, ist der Anblick des toten Ferkels oder grinsender Lammköpfe doch ein simples Spiegelbild der ungerührten Brutalität meiner eigenen Rasse; von meinem Egoismus, ein schlimmes Zeichen meiner Macht als Mensch, die ich hier voll auskoste gegenüber dem mir unterlegem Individuum. Es gruselt und fasziniert mich zugleich. Ein perfides Spiegelbild.



Bis vor kurzem hatte ich den naiven Gedanken in den Ländern, in denen einem der Tod des Tieres visuell ungeschönt in der Kühlauslage serviert wird, würde deutlich weniger Fleisch gegessen. Interessenshalber habe ich den Fleischverbrauch in Europa recherchiert und bin eines Besseren belehrt worden. Interessant zu lernen, dass selbst in den Ländern, die täglichen Fisch auf dem Tisch haben könnten, deutlich mehr Fleisch essen. Dort gilt Fleisch wohl immer noch als das Luxusgut, das man sich früher nicht leisten konnte und der Fisch als das Mahl der Armen mag eher unattraktiv sein (obwohl die Fischpreise auch im Süden Europas mittlerweile eine ganz andere Aussage haben.) Tatsächlich aber essen wir Deutschen im europaweiten Vergleich (vor allem zu den Ländern, die deutlich weniger Einwohner haben als wir) nicht übermäßig viel Fleisch. Frankreich beispielsweise liegt weit vor uns.

Da ist eine Art von Schmerz, die mich seit einigen langen Jahren durch mein Leben begleitet und der beim Gang durch die Markthallen im wieder hochkommt: ich wäre gerne Vegetarierin. Ich war das auch in der Vergangenheit, mich treibt's immer wieder dahin. Gesundheitliche, ökologische oder öknonomische Aspekte sind mir, ehrlich gesagt, egal dabei. Historische Argumente «der Mensch hat schon immer …» fallen auch flach. Ich rede von einem Gefühl, meinem. Mir schmeckt Fleisch. Ich fühle mich aber unwohl dabei, dass für mich jemand sein Leben lassen muss und wie jemand für mein Wohlwollen sein Leben fristen muss, wie ängstlich und wenig «human» sein letzter Weg, seine letzten Stunden dabei sind. Alle Varianten habe ich mittlerweile durch (ausser dem Dasein als Veganer), ob komplett ohne Fleisch oder nur mit Fisch. Die Ernährung war soweit ausgewogen, ich habe darauf geachtet. Ich finde das generell gut ohne Fleisch zu leben, meiner Überzeugung nach bin ich damit sehr zufrieden. Nach drei Monaten ist man im übrigen auch durch mit dem «Jieper» nach Fleisch. Nur: mir geht es leider nach drei Monaten gesundheitlich auch schlecht, ich sehe aus wie der Tod auf Latschen und ich fühle mich, als würde ich nicht mehr nur auf drei sondern nur noch auf anderthalb Töppen laufen. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen zu glauben, dass es manche Menschen gibt, die fleischlos leben können und andere es wohl nicht können auf Dauer. Meine persönliche Lösung daher: wenig Fleisch essen und wenn es bewusst zu tun und es wertschätzen, dass ein Tier für mein Wohlergehen sein Leben gelassen hat.



Ich stamme noch aus einer Generation, wo – als wir klein waren – gebetet wurde, wenn wir zusammen am Essenstisch saßen. Nicht, dass ich meine Familie zu dieser Zeit als besonders christlich aktiv in der Erinnerung hätte. Man tat das damals halt so. Auch im Kindergarten. Es ist eigentlich ein sehr schönes Ritual vor dem Essen für das Essen auf dem Tisch zu danken. Man muss das, je nach Gusto und Glauben, heute nicht zwangsläufig bei Gott tun. Aber man könnte im Geiste ruhig einmal am Tag «Danke!» zum Schwein, zum Huhn, Rind oder der Garnele sagen, auch zur Kartoffel. Und dann vielleicht viel bewusster essen, das, was für uns sein Leben gelassen hat. Zumal «gutes» Essen auf unseren Tischen seltener werden wird in den kommenden Jahren.

Wo ist denn unser Respekt vor dem Lebewesen (von anderen Anwesenden ganz abgesehen), wenn wir unser morgendliches Wurstbrot essen während wir dabei Zeitung lesen? Wenn wir vor dem Kochtopf stehen, das Gulaschfleisch anbraten und lauthals über die miese Fleischqualität schimpfen, weil das für «unsere gesunde Ernährung» mit Antibiotika gespritzte Schwein nun im Topf Wasser lässt ohne Ende? Wir hatten ihn einmal, diesen Respekt, damals als Fleisch nur am Sonntag auf den Tisch kam. Der Bauer hat ihn heute noch, wenn er seine Kuh zum Schlächter führt und es ihn dann doch schmerzt von ihr Abschied zu nehmen. Der isst sein Huhn, das ihm morgens noch über den eigenen Weg lief, noch deutlich bewusster als wir das tun – für die der Gockel nie einen Kopf hatte. Wir sollten diesen Respekt nicht verlieren vor einem Wesen, das wir vielleicht als «niedriger» schätzen, nur weil es uns als Futtermittel zu dienen hat. Sehr wahrscheinlich keine Entscheidung, die je von einem Tier bei Selbstwahl so gefällt worden wäre. Er ist das Einzige, was uns in dieser Sache schließlich noch «menschlich» macht. Und da wir ihn allerspätestens schon bei unserem ersten Burger von McDonals verloren haben, könnten wir uns ruhig auf die Suche machen und versuchen ihn wiederzufinden. Anstatt in unsere Kultur das Essen lebendiger Insekten (vor TV-Kameras) Einzug halten zu lassen.

Fasten könnte ein Weg sein.

Wortfolter

Aktivurlaub

2009-03-04

Es gibt da so ein Ritual bei uns

und das beinhaltet, dass, sobald ich an das Anziehen von Jacke und Schuhen nur denke, das kleine bunte Katzenmädchen hocherfreut um mich herumtänzelt und mich mauzend und schnatternd gar nicht schnell genug aus der Wohnung treiben kann. (Ich versuche mein schmerzendes Herz an dieser Stelle immer seelisch aufzubauen, denn ich weiß ja, es ist nichts Persönliches an sich … ÄH …oder doch?) Nun, die Tradition will es – und das ist es worauf Talytha so abfährt – dass es zum Abschied kleine Nascheinheiten gibt. Hat für mich den Vorteil, dass ich bei drei Katzen weiß, dass keine auf dem Balkon ausgesperrt ist und für die Katzen den Vorteil, dass es was Bonfortinöses in den Bauch gibt. Nun, Nishia und Lino nehmen dieses Ritual gnädig an, ich darf es ihnen hintertragen – Tally aber würde indes dafür töten. In der Variation dessen, was gegeben wird, ob Malzpaste, Whiskasherzchen im Miniformat, Vitamintabletten und leckere Katzensticks, gibt es natürlich eine Hitliste und die geht so: alles ist lecker – für die Katzensticks aber würde Tally wieder … richtig: töten! (Katzensticks müssen irgendwie gepresste Spatzen an Bulimie sein, keine Ahnung.) In dem Moment in dem ich nur die Tür anfasse, hinter denen sich die Katzensticks befinden, sucht «el mampfo» Körperkontakt, widerspricht Küchentischverboten, macht verbal deutlich, dass ich ein Auspacklahmarsch bin und hat den irren Blick eines Katzenmonsters auf dem Beutemachtripp. Katzenbesitzer wissen genau wovon ich schreibe, jeder Hund beim Betteln ist auf Valium dagegen.



Nun also dieser Tage wegen der Allergie der kleinen Maus: Sticksverbot. Ich hatte zur gleichen Zeit als ich eine neue Sorte des üblichen Futters ins Haus holte, gleichzeitig angefangen die Sticks bei einem neu aufgemachen Drogerie in meiner Nähe zu kaufen. Weiß also nun nicht genau, worauf sie allergisch reagiert – also wanderte strikt beides vom Speiseplan.

Gestern tat ich das einzige Sinnvolle, ich brachte den Nachbarn (mit ein Katz) das restliche Futter und die vielen restlichen Sticks. Tallys Lieblingssticks (Hier auf dem Foto die «guten»). Von denen sie seit Samstag keinen einzigen mehr erhalten hatte – obwohl ich natürlich mehrfach das Haus verlassen hatte in der Zwischenzeit. Wir können sagen, Tally ist komplett auf Sticksturkey. Nur zu ertragen, weil die von der Ärztin verabreichte Spritze sie für zehn Tage etwas ruhig stellt und den Leck- und Kratzmodus runterregelt. (Leider funktioniert die LMAA-(leck-mich-am-Ar*)-Stimmung der Medizin genau bis kurz vor den Stick und keinen Schritt weiter.)

Ergo also keine Sticks momentan für Tally und dann auch noch der Gang meinereine an den Schrank, beim Nachbarn geklingelt und ihm mein Vorhaben der Futter- und Sticks-Schenkung erklärt.

Tally stand währenddessen in der Tür. Und glaubt es mir, Tally steht nie in der Tür, wenn es um den Nachbarn geht. Er ist ihr zu laut und überhaupt liebt sie das Treppenhaus nur solange es komplett unberührt ist von anderen Zweibeinern oder sich öffnenden alternativ sich schließenden Türen. Also Tally stand in der Tür, breitbeinig, guckte fassungslos wie der Nachbar ihre Sticks entgegen nahm … das Gesicht, der Blick …

Ich fürchte, Tally wird töten.

2009-03-03

Ich bin dann mal beim Augenarzt, die Nasenfalte pimpen

Ein interessanter Beitrag lief gestern in der ARD bei report aus München zum Thema «Fachärzte werden zu Schönheitsspezialisten». Bis Minute 00:02:09 ist das sehr Wesentliche bereits gesagt, weiter gucken lohnt natürlich dennoch.

Ich werde so sauer bei der Argumentation des Augenarztes. Wenn der Mann allen Ernstes in seiner marketingorientierten Aussage erklärt, ohne seine zusätzliche Fachqualifikation wäre er vorher nicht in der Lage gewesen, seinen Patientinnen und Patienten zu erklären, warum die eine Brille bei ihnen nicht sitzt (im übrigen ein Gespräch, das tendentiell wohl eher mit dem Optiker geführt wird als mit dem Augenarzt – und überhaupt dachte ich, die haben gar keine Zeit mehr für diese Form von BlaBlaBla weil sie soviel Verwaltungskram auszufüllen haben?), war er vorher schlicht bereits ein inkompetenter Augenarzt. Der Sitz einer Brille hat garantiert nichts mit Nasendesign oder Labialfalten sondern allenfalls mit mangelndem Brillenfunktionsdesign zu tun. Eingriffe in einen gesunden Körpfer, dazu gehören auch Injektionen mit nicht langzeitgeprüften Materialien (es weiß niemand, was Botox oder Eigenfettbehandlungen in zehn Jahren in den Körper der allermeisten Nutznießer anrichten), bergen immer ein Risiko für die Gesundheit des Patienten. Und Fachärzte, die dieses Risiko ihren Patienten verkaufen, nur um ihr Konto aufzubessern, denen sollte sofort die Approbation entzogen werden. Hier wird Geld verdient immer mit dem unbedingten Risiko Menschen zu schädigen und das geht, meiner Meinung nach, absolut nicht mit der eigentlichen Aufgabe eines Arztes konform.

Wenn man sich desweiteren anhört, wie hier in diesem Land diese zusätzlichen «Qualifikationen» (möglichst billig, natürlich, die ganze Sache muss sich für den Arzt ja ordentlich lohnen) vermittelt werden, kann einem schon mal die Sprache wegbleiben.

Andererseits, wenn ich mir die jungen Schickse angucke, die in dem Beitrag bei ihrem Zahnarzt auf dem Stuhl sitzt und sich ihre Lippen aufspritzt, fällt mir auch nur ein: «Selbst schuld die Maus, wenn's dann schief geht!” Patienten suchen sich eben an mancher Stelle wohl auch zielgenau die Mediziner aus, die sie verdienen.

Skript und Video zu «Fachärzte auf Abwege» (schöner Titel!) stehen hier nachträglich zur Verfügung.

Von Sehnsüchten und so.

2009-03-02

Ich glaube …

hier kann jemand (Jens Weinreich) unsere Unterstützung gebrauchen. Kleinvieh macht auch Dreck.

Für einen Hotelriesen natürlich nur Peanuts,

für eine kleine Designerin womöglich die Existenz. Die in Berlin ansässige Designerin Mari Otberg kreiert Kleider, hauptsächlich Hochzeitskleider. Ihren eigenen Namen hat sie in dem Namen für ihre Label mit dem passenden Wortspiel zum Heiraten: «JustMariOt» (mit einem «t») also zu deutsch «nur Mari Ot» und führt unter diesem Namen ihren eigenen kleinen Laden. Kommt eine große Hotelkette daher, die sich Mariott (mit zwei «t») nennt und findet, der Name der Designerin würde doch zu sehr dem eigenen Firmennamen ähneln, entwickelt ein Angstsyndrom und zwingt die Frau juristisch ihren Labelnamen zu liquidieren. Ohne ihren Namen nutzen zu dürfen, sieht die Designerin allerdings keinen Sinn mehr in dieser Form von Existenz und gibt konsequent den Laden auf.

Müssen wir uns künftig umtaufen lassen, wenn wir zufällig Mercedes heißen und einen Mann heiraten, der zufällig Benz heißt, wenn unser berufliches Glück in Führung einer Imbissbude liegt und wir diese nach uns selbst benennen wollen?

Ich habe gerade via Kontakseite des Mariott-Konzerns kurz und knapp dem Konzern erzählt, was ich von seinem Handeln halte und warum ich garantiert nicht in diesem Leben in einem der Hotels dieses Konzerns nächtigen möchte und werde.

Kicher …

Geht doch mal wieder zur Volkshochschule:

Männer  Frauen

Wir sind die Sintflut …



Ab Minute vier läuft er sich richtig warm.

via Tilla

2009-03-01

Nun mehr …

befinde ich mich hinsichtlich meiner neuen beruflichen Aufgabe (der einen von den dreien oder nein, es sind doch eher vier) auf einem neuen Level des Lernens. In den ersten drei Monaten lernte ich viele Gesichter, Namen, Abkürzungen (im Geiste auszuschreiben), Zuordnungen (offensichtliche und versteckte) kennen, erlernte wieder das Reisen, das sehr frühe Aufstehen, lernte den Sekt von Lufthansa, die Laugenstange und den Playboy als Morgenlektüre von AirBerlin kennen. Lernte über merkwürdige Umgänge miteinander, hintereinander, voreinander, dass gestärkte Hemden ein trügerisches Anzeichen von Vorhandensein von Stil sein können aber nicht sein müssen, wie käuflich Menschen doch sind, wie armselig Menschen doch sind, wie – und das nehme ich am liebsten und am meisten mit – großartig Menschen doch sind. Ich lernte wie schlecht das Essen im Gesundheitswesen sein kann: werdet mir bitte bloß nie Politiker und seid dabei Vegetarier, denn das passt gar nicht! Ich las mich durch Akten, Fakten, Schreiben, Berichte, wunderte mich über Sprachen, denen ich doch aufgrund meiner geburtlichen Disposition eigentlich mächtig sein sollte, verstand vieles nicht. Und wenn ich verstand, erschreckte es mich recht ordentlich. Zum Glück werde ich wissend und wohlbehüted begleitet. Kurzum: ich habe meinen Spaß und sehe eine Entwicklung hinsichtlich des Verstehens zum Positiven hin. Allmählich.

Also folge ich nun der nächsten Stufe des Lernlevels: man schult mich. Sehr freundlich und intensiv sowie wohl umsorgt. Dabei lerne ich über mich, dass ich ja doch an der Schule ein bisschen was vom Dreisatz mitgenommen habe und man sich vor dem Wurzelziehen nicht übertrieben sorgen muss, solange man einen Taschenrechner besitzt. Ihr werdet es nicht glauben, ich hatte doch tatsächlich in der vergangenen Woche mathematische Erfolgserlebnisse. (Ich lernte übrigens auch, wie sehr unglaublich unterschiedlich einzelne Taschenrechner funktionen. Obwohl sie alle das Gleiche machen sollen.) Ich lerne, dass Menschen, mit 6+3 (oh, diese Aufgabe spendierte passend zum Thema eben der auf der Tastatur stehende Lino, dann soll sie bleiben) … mit abgeschlossenem Studium und Dissertationen im Hintergrund genau so ungerne rechnen wie ich, obwohl sie es in ihrem Job viel öfter können müssten als ich. (Was ein wenig Panikgefühl auslösen könnte, würde man länger und intensiver darüber nachdenken. Aber solange sie wenigstens unterm Strich ausgerechnet bekommen, was sie verdienen oder nicht – immer zuwenig –, ist's ja gut.)

Ich lernte in dieser Woche Studien und Reviews lesen und auswerten, was Evidenz bedeutet und wo sie einen in der Beurteilung von Statistiken gerne auf das Glatteis führt. Nun werde ich noch mehr Freude an Statistiken haben. Besonders viel Spaß machen dabei übrigens die der besonderen Sorte: von der Pharmazie in Auftrag gegeben. Heissa! Dann empfindet man detektivische Freude beim Lesen zwischen den Fakten und Zeilen. Zum Beispiel, wenn ein alteingesessenes Medikament in der Behandlung einer Diagnose untermedikamentiert wird, damit das als neu einzuführende Allheilmittel entgegen der alten Behandlung als das bessere Medikament dargestellt werden kann. (Was im Klartext bedeutet, dass man eine Menge x von Patienten schlicht bei krankhafter Disposition mal eben für die Zahlen über die Klinge springen lässt.) Kurz und gut: ich habe wirklich meinen Spaß! Nur ob mir die neue Form von Zynismus wirklich gut zu Gesicht steht, die ich gerade entwickle, ich weiß es nicht …

Wieder was gelernt!

Kannte ich noch nicht: Das Godwin-Gesetz Trifft es aber, wie die Faust auf‘s Auge.

2009-02-28

Raten mit Katzen

Stellt Euch vor, Ihr habt drei Katzen. Stellt Euch nun auch vor, eine der Katzen hat ein Ekzem entwickelt und daher wartet ein samstäglicher Tierarzttermin auf sie. Stellt Euch nun vor, Ihr räumt den Abend vorher den Katzentragekorb zusammen, legt ein gut von den Katzen eingelegtes Handtuch hinein.

Welche Katze wird garantiert den Katzentragekorb – der auf die anderen Katzen eine ungemein spannende Spiel- und Höhlenwirkung zu haben scheint – nicht einmal mit der Schwanzspitze angucken?

Das kleine bunte Katzenmädchen scheint eine Allergie zu haben, nun wissen wir nur nicht, ob gegen die neue heißgeliebte Futtersorte (vergessen wir nicht: wir reden hier von el mampfo!), gegen die leckeren heißgeliebten Sticks vom neuen Discounter oder gegen die heißgeliebten uns neulich von der lieben Frau Hackblog spendierten Vitamintabletten. Das kleine bunte Katzenmädchen hat während des Transportes die ganze Zeit gesungen, das tat sie noch nie. Das kleine bunte Katzenmädchen hatte auch während der Untersuchung absolut die Hosen an und war das – sehr liebe – aber sehr große Selbstbewusstsein in Person. Die Tierärztin meinte nur, das ist ja wohl mal eine unerschrockene Katze. Ich überlegte die ganze Zeit. ob ich die gleiche Katze mit zum Tierarzt genommen habe, die ich vor ein paar Jahren zu mir genommen habe. Wisst Ihr, wir reden hier von Tally, dem schüchternsten und schreckhaftesten Katzenmädchen, dass ich je zu Gesicht bekommen habe. Sie schmiegte sich dann irgendwann in die Arme der Tierärztin und entlockte dieser einen Seufzer «Ich bin auch wieder reif für eine Katze.” (Sie hat zur Zeit einen Hund) und ich glaube, eigentlich wollte sie Tally auf der Stelle haben. Ich erzählte ihr, was für einen guten Einfluss ich der Kater auf sie hätte. Sie erklärte mir, dass sich Katzen ein Leben lang entwickeln würden, die könnten sich noch mit 15 ändern und erzählte mir die Geschichte von einer schreckhaften alten Katze, die nach einem Leben als alleinige Katze zu einer Familien mit Hund kam und tunlichst aufblühte und zu einem ganz anderen Fellwesen wurde. Tally entwickelt sich hervorragend, schreibe ich hier ja immer wieder, bin stolz auf meine kleine Maus. Dass sie nun so eine olle Allergie haben muss, macht mir mein Herz schwer.

Der Kater riecht eben an ihrem Fell, findet aber, dass sie zu sehr nach Chemie stinkt als das er Lust hätte sie anzuknabbern. Nishia hat sie gleich an der Tür begrüßt, ich kann mir gut vorstellen, wie sie Tally die ganze Zeit vermisst hat.

2009-02-27

Neulich …

fand ich im Schnee so einen kleinen Pointer mit LED-Taschenlampe, der wohl leider jemandem vom Schlüsselbund abgegangen ist. Nun, ich nahm das Ding mit – machte irgendwie Spaß kleine rote Lichter in den Schnee zu malen. Macht auch total viel Spaß drei Katzen komplett in den Wahnsinn damit zu treiben … Nishia hatte natürlich nach 30 Sekunden sofort raus, wo das Licht her kam. Aber sie scheint meine Gene zu haben – ich vergesse mir erklärte Zaubertricks auch binnen zehn Sekunden wieder. Sowas raubt einem schließlich die ganze Illusion und darum geht es ja bei dem Vergnügen.

Sie suchen jetzt seit zehn Minuten den roten Punkt …

Sch… Idee

wenn sich das Toast mit einem hübschen Pilz vereinigt hat, man morgens um 4:00 Uhr hoch und unbedingt etwas essen möchte, auf Kochblogs zu klicken.

2009-02-26

Die Security im Kölner Flughafen,

die gehen mir so dermaßen auf den nicht vorhandenen Sack. Die meinen allen Ernstes den Trolly untersuchen zu müssen, nur weil da eine simple Plastikhaarbürste drinnen ist. Deppen. Echte Deppen.

2009-02-25

Weitwinkelregel Nr. 1

Ich schenkte mir kurz vor dem Urlaub noch ein sehr feines gebrauchtes Weitwinkelobjektiv. Vorletztes Jahr passten ja so ein paar Motive nicht ganz ins Bild (nicht, dass ich dieses Mal überhaupt dazu gekommen wäre, nochmals zu ihnen zu kommen), dem sollte Abhilfe geschaffen werden.



Das erste, was ich an dem ersten Tag gelernt habe mit dem Objektiv unterwegs gelernt habe, wenn man am Hafen Fotos damit macht: bewege Dich nie mit der Kamera vor den Augen, wenn Du ein Weitwinkel drauf hast. Sonst schwimmst Du schneller im Hafenbecken als Du es Dir je erträumt hättest. (Nein, ich blieb trocken.) Aber lustig ist es schon, wie so ein Weitwinkel Objekte in die Ferne rückt, optisch steht man dann deutlich weiter von der Kante weg, als man es in der Realität tatsächlich tut.

Gleiches empfiehlt sich übrigens zu beachten, wenn man die Einfahrt in einen Tunnel mit einem Weitwinkel fotografieren möchte, der Tunnel kommt in der Realität schneller als es die Linse einen glauben macht … *zong!*

2009-02-24

Wie???!

Heute gar nix gebloggt hier?

Schweinerei!

2009-02-23

Meine erste Orange



Auch Mallorca ist – genau wie das spanische Festland – Zitrusfruchtland. Während man dank der vielen unterschiedlichen Artenvielfalt von Zitrusfrüchten das ganze Jahr über auf der Insel an Orangenbäumen vorbei kommen kann, die gerade den unwiederstehlichen Duft ihrer Blüten an ihre Umwelt verteilen oder auf in voller Frucht stehende Zitronenbäumen trifft, ist jetzt natürlich ab Januar/Februar die eigentliche Zeit der Orangen, Zitronen, Mandarinen und Clementinen. Zwar wird bereits im November geerntet aber richtig schmecken, das tun die Früchte jetzt erst.

Als ich Freitag nach der Zugfahrt nach Sollér kam und mich dort mit meiner Interviewpartnerin traf, eine ungemein sympathische und großartige Frau, die bei allem Erfolg, den sie die letzten Jahre mit ihrem Salzvertrieb hat, sehr geerdet zu sein scheint, war die erste Frage: wo reden wir? In welchem Café? Sie meinte, der Café in der Bar am Bahnhof in der sie auf mich gewartet hatte, sei eher schlecht und den besten Café gäbe es bei ihr daheim. Und so schlug sie ihr eigenes Zuhause vor. Kurz darauf liefen wir für fünf Minuten durch sehr schmale Gassen in Sollér und erzählten uns schon die ersten Geschichten zum Kennenlernen bzw. ich erzählte von der wundervollen Zugfahrt und wie fasziniert ich von dem Anblick der Masse an Zitrusbäumen sei, die einem bei der Zugfahrt in Richtung Sollér – dem Tal der Orangen – begegnen. Und dass ich dieses Jahr zum ersten Mal endlich eine Orange direkt vom Baum essen muss. Einen sehr kurzen Moment später, nachdem wir den jungen Retriever eines Nachbarn begrüßt hatten und sie ihm am Wochenende einen Ausflug in die Berge versprochen hatte, standen wir in ihrem Garten und ich pflückte als etwas länger geratene Frau die Orangen von den unten schon abgepflückten Bäumen, an die sie als, im Vergleich zu mir, eher kleinere Frau sonst ohne Hilfe nicht käme. In ihrer wunderschönen nach eigenen Ideen umgebauten kleinen Finca, die sie erst am 24. Dezember letzten Jahres bezogen hatte, schnitt sie mir dann die Orange auf und das war einer dieser sehr besonderen Genussmomente, den man den Rest seines Lebens nie mehr verlieren wird: die erste, dafür die beste Orange meines Lebens, direkt vom Baum.

2009-02-22

Salute



Gestern Abend mit Wein am Strand auf den Felsen sitzend den letzten Abend zelebriert. Besser hätte es nicht sein können. Später dann am Tresen (der Mann meiner Freundin hat ein Restaurant in einem der sehr exklusiveren Wohnanlagenclubs gepachtet) Weinprobe zelebriert. Auch mit Cava, der verdammt nahe einem Champagner kam. Heute irgendwie Kopf … und wetterlich bedingter Frustmoment. Aber auch schön wieder hier zu sein.

2009-02-21

Nordfriesiches auf Mallorca

Dieser Film zeigt unter anderem eine meiner Lieblingsblüten: die des Kapernbusches und er erklärt, was Schleswig Holsteinische Rindviech auf Mallorca zu suchen hat, ansonsten höre man auf die kritischen Untertöne … In Es Trenc hoffe ich mit einer erfolgreichen deutschen Geschäftsfrau ein Interview führen zu können. Drückt mir die Daumen!