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2026-01-26

Scharfe Hauptstadt

Diesen Mittwoch, den 28. Januar 2026, startet in Berlin die erste True Italian Spicy Week mit dem Fokus auf das wunderschöne Kalabrien! Es wird jetzt wirklich heiß in der Stadt, egal wie kalt es draußen ist. Und auch lange heiß, denn diese Spicy-Woche dauert ganze zehn Tage!

In 31 der besten italienischen Restaurants in der Stadt könnt ihr für nur 18 Euro ein besonderes italienisches Gericht mit deutlicher Schärfe auf dem Teller und dazu einen scharfen Amaro Spritz genießen – der richtig Spaß macht.

Auch die Begleiter im Glas zum Event sind scharfe Dinger! Der kalabrische Spirituosenproduzent Caffo präsentiert die neue Red Hot Edition seines legendären Vecchio Amaro del Capo. Das ist die pure Essenz Kalabriens: der ehrwürdige Amaro, der bittere Kräuterlikör aus dem Land der scharfen Schoten, deutlich aufgepeppt mit Auszügen der Chili. Da wird einem gleich zweimal warm in diesem Winter.
Das kulinarische Jahr in Berlin startet also mal richtig spicy!

Keine Region Italiens ist so bekannt für ihre hervorragend würzige bis richtig scharfe Küche, wie die Kalabriens. Von hier aus hat die rote Peperoncini ihren Siegeszug auf den Tellern hinaus in die Welt gemacht. Nicht umsonst gilt die kalabrische rote Peperoncino als das Symbol für Glück und Gesundheit. Jede*r hat in Kalabrien, ganz Italien, mindestens eine rote Schote als Dekoelement, trägt sie als Kette oder Schlüsselanhänger. Klar, auch meine Küche ist mittlerweile der Ort von Glück und scharfer Lebensfreude!
Und wer könnte dem scharfen Aroma einer Nduja di Spilinga entsagen? Die zarte rote Streichwurst, unserer Teewurst ähnlich, die in dem heißen Stövchen warm serviert zu geröstetem Brot als Antipasto serviert wird. Sehr charmantes (nicht nur) Winterfood!
Oder auch als Sugo, als Sauce, mit etwas Tomate, dann am besten noch mit den Chips der getrockneten frittierten Cruschi (die haben zwar von der Basilikata nach Kalabrien rübergemacht – aber die Grenzen nehmen die benachbarten Regionen da nicht so eng) für den Crunch serviert. Trippa a calabrese, scharf dank der Peperoncini? Königsklasse.
Die Soppressata di Calabria DOP, die scharfe Salami aus Kalabrien, die aus magerem Schweinefleisch und gutem Lardo allermeist in Handarbeit produziert wird. Sie muss mit einer guten Portion Chili mindestens 45 Tage im Naturdarm reifen, bevor sie die Antipasti bereichert oder eine knusprige Pizza schmückt. Oder – meist dünner geformt – die Salsiccia di Calabria, die gerne zusätzlich zum Fenchel und Knoblauch mit Chili verfeinert wird, als Bratwurst serviert. Oder ihr Fleisch zu Kugeln geformt als Polpette, die jeder schnellen Pasta sehr gut zu Gesicht stehen. Kommt, Ihr kennt und liebt sie doch alle!
Mein Favorit ist eine Pasta mit einem aromatischen, festen Pilz, am liebsten natürlich einem Steinpilz, und dazu das aromatische, Schärfe spendende Chiliöl – natürlich mit einem kalt gepressten Olivenöl selber hergestellt. Das ist das Beste und es gibt gerade erdigen Pilzen ein so wundervolles Aroma von Frische.

Falls ich euch jetzt Appetit gemacht habe und wer in Berlin gerne die scharfen Pasten Kalabriens oder Nduja oder Salsiccia Kalabriens kaufen möchte – in einer der drei Fillialen von Centro Italia werdet ihr mehr als fündig. Und: Keine Angst, sie tun gar nicht weh!
Die teilnehmenden Restaurants der True Italian Spicy Week findet ihr, wie immer, in der Map auf deren Homepage. In Mitte, Wedding, Tiergarten, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain, Treptow, Neukölln, Schöneberg, Charlottenburg und Halensee – überall in diesen Berliner Bezirken wird es am Mittwoch scharf.

Und das liest sich auszugsweise so: Gefüllte Ravioli mit Nduja, Ricotta, Tomaten und Kapernpesto. Oder als Pizza Sapori di Kalabria (auch mit Nduja), Fiamme Ioniche. Platte mit kalabrischen kalten Vorspeisen, Salami, Prosciutto und Käse oder Salat mit Fenchel, Orangen, grünen Oliven und Tropea-Zwiebeln.
Fischfan? Dann sind es die Tagliolini Nudeln mit scharfen Sardellen aus Calabrien, Stracciatella und Bergamottenzeste und mit scharfem Brotcrumble, die durfte ich gestern bei Modi – Salumeria & Bistro (Ringbahnstraße 4, drei Fußminuten vom S-Bahnhof Halensee) für euch vorschmecken. Übrigens ein sehr charmantes Bistro, wo ich gestern bestimmt nicht zum letzten Mal war. (Liebe Grüße!) Wie immer bei den True Italian Events, bieten die teilnehmenden Restaurants mindestens eine vegane Variante an.
Bei Modi ist das die Casarecce Pasta mit einem Ragout von karamellisierten Cipolle di Tropea (so köstlich!), Tomate, Chili, gerösteten Brotkrumen. Und mit einem Hauch Lakritz – auch so ein Geschenk Kalabriens: Aber meine Blogleser*innen wissen das ja längst. Die Pastagerichte bei Modi waren gestern beide richtig gut, ich mochte die Schärfe der veganen Casarecce sehr!

Wir hatten dabei auch viel Spaß mit der Verkostung der scharfen Pasten von z. B. Delizie di Calabria oder La Bumba. Die Schärfe Kalabriens ist eine vornehme Schärfe. Manchmal kommt sie gleich vorne an und macht wach, verschindet aber wieder schnell. Manchmal lässt sie den Gaumen etwas auf sich warten, bleibt dafür länger. Aber sie tut nie weh, ganz im Gegenteil. Sie macht Spaß, weckt den Organismus und das Capsaicin der Chilischoten reget unseren Stoffwechsel an und fördert damit die Durchblutung – was wiederum die Infektionsbereitschaft des Körpers senkt. Die True Italian Spicy Week Fokus Kalabrien ist Medizin!

Also: Ab Mittwoch, 28.01. bis einschließlich 8.02.2026 – ein scharfes Pastagericht oder Pizza – dazu ein Capo Arrabbiato Spritz und einen Amaro del Capo Red Hot Edition als Digestif für 18 Euro. Das Jahr startet scharf. Alle teilnehmenden Restaurants findet ihr hier.
Und wenn die True Italian Spicy Week euer Interesse an Kalabrien geweckt hat – es ist eine traumhaftschöne Reiseregion Italiens mit einer wundervoll abwechslungsreichen Landschaft, tollen Küsten und viel Geschichte. Vielleicht überzeugen euch meine Blogposts zu dieser wunderschönen Region Italiens) Lest selbst!

2026-01-12

Arancina Vaniglia – die Vanille Orange

Kennt ihr Vanille Orangen?
Meine allererste Vanille Orange – Citrus sinensis arancina dolce (oder dolce moscato als Blutorange) – hatte ich im November 2025 in der Basilikata genießen dürfen! Eigentlich … waren wir Oliven ernten. Es war ein Traum, reife Oliven an den Bäumen und die ersten reifen Orangen an den Bäumen!
Pino hielt mir sie zuerst kommentarlos hin, als wir auf dem Gelände von einem Freund von ihm waren, …
… der unterschiedliche Arten von Zitrusfrüchten anbaut – und Oliven.
Was war das für ein besonderer Genuss! Dann erzählte er mir, was wir da gerade aßen: eine Arancina Vaniglia.

Pino erklärte, als man in Kalabrien die Menschen aus den schwer zugänglichen Bergregionen in der Nähe der Küste, zum Beispiel in Montalbano Jonico, ansiedelte und ihnen die Behörden einfache Häuser mit Selbstversorgergärten zur Verfügung stellten, wurde in jedem dieser Gärten mindestens ein Baum dieser Sorte gepflanzt. In Süditalien kennen sie also viele Menschen – die Kinder wachsen mit ihr auf. So ist diese Orange der Geschmack seiner Kindheit. Für mich ist sie nun der Geschmack einer wundervollen Basilikata-Reise.
Aus welchen Gründen auch immer – aus der Basilikata wird man diese Frucht selten im Handel finden, noch weniger als Exportware. Womöglich, weil ihr die groß gezüchteten (nicht immer geschmackvollen) Orangen im Anbau und Preisspanne den Rang abgelaufen haben? Hierzulande wird man sie am ehesten als Ware aus Sizilien bestellen können. Meiner Erfahrung nach, solltet ihr das unbedingt einmal tun. Sie ist eine wundervolle Erfahrung, gefühlt für mich ein bisschen wie die Ur-Orange!

Ihren Weg hat sie um 1400 n. Chr. auf die Insel gefunden, ob aus China oder Indien importiert – man weiß es heute nicht mehr so genau. Im Vergleich zu anderen Züchtungen tragen die Bäume kleine bis höchstens mittelgroße Früchte, die komplett kernlos sind. Frisch vom Baum genommen, ist sie sehr leicht mit den Fingern zu schälen. Auch ihr Mesokarp, also die innere weiße Haut, ist essbar und schmeckt süß. (Wir erinnern uns: Im Mesokarp stecken eigentlich nur die relevanten Vitamine der Zitrusfrüchte.) Das Perikarp, also die Haut der Fruchtwände, ist sehr zart. Die typische Bitterkeit muss man suchen. Tatsächlich kann man diese Orange komplett mit Schale essen. Komplett in der Hand und ungeschält, ist sie schon ein aromatisches, duftendes, rundes Stück Glück. Ihr Fruchtfleisch ist relativ hell, besonders saftig und sehr süß. Also, wer auch nur ihr Fruchtfleisch genießt: Es ist deliziös!
Es macht die Arancina Vaniglia so besonders im Genuss, für mich schmeckt sie wie keine andere Orangensorte. Dieses Fruchtfleisch überrascht mit einem duftenden Vanillegeruch und Geschmack, der zart herb-würzig wie ihre Namensgeberin schmeckt und auch ein wenig nach süßem Balsamico erinnert. Sie besitzt im Vergleich zu anderen Sorten keine Säure – ihre Süße ist überraschend und unvergleichlich. Die Vanille-Orange ist also die perfekte Zitrusfrucht für Menschen, die Zitrussäure nicht sehr gut vertragen. Somit ist sie auch für Kinder der perfekte fruchtige Einstieg in die wunderbare Welt der Zitrusfrüchte und liefert ihnen neben Vitamin C auch A, B1 sowie B2 dem Organismus.

Tipp: Stellt sie vor dem Essen jetzt im Winter kurz auf die Heizung. Die Wärme lässt ihre spezielle Aromatik besonders zur Geltung kommen. Und wenn ihr sie dünn aufschneidet mit Schale (wie man es mit der Cedre macht), dann ist sie eine Geschmacksexplosion.
Wie kommt man nun an diese besondere Frucht?
Natürlich im Internet – zur Not. Aber wir in Berlin haben Glück. Die kleine Salumeria Terre Sicily in der Rheinstraße 18 ist die richtige Anlaufstelle für euch!
Peppe und seine Frau Ginevra bieten alles, was das Herz des Italienliebhabers begehrt: Perfekten italienischen Kaffee mit Torta an der kleinen Fenstertheke im Haus zu genießen oder eine Antipastiplatte to go?! Und Produkte aus – vor allem Sizilien –, aber auch frische Köstlichkeiten aus Apulien wie Cime di Rape und Puntanelle sind frisch vorhanden.
Perfekte Auberginen, frische Artischocken (es gibt sie jetzt, die jungen ersten Köpfe von der Insel und auch aus Apulien). Und: Cipolla di Tropea in selten gesehener perfekter Qualität!

Und dann wartet ein für den kleinen Laden riesiges Zitrusangebot auf uns. Duftende Bergamotte, die geschmacksintensive Cedro, …
… Grapefruits, Mandarinen (klein, süß und perfekt), Clementinen und Orangen: Bitterorangen, Blutorangen, alleine fünf Sorten Orangen habe ich gezählt – und mittendrin die wundervolle Arancina Vaniglia!
Alle Früchte in Bioqualität mit Blatt und an diesem erkennbar in sehr frischer Qualität! Kilopreis 6 Euro für perfekte, nicht gespritzte Früchte – und es gibt Rabatte bei Mehrabnahme.

Fast alle der hier angebotenen Zitrusfrüchte stammen von Sizilien. Auf der Insel werden auf über 85 000 Hektar mehr als 16 Millionen Zentner Zitrusfrüchte unterschiedlichster Sorten angebaut. Früher wurden die Früchte für den Eigenbedarf im Garten angebaut. In die großflächige Produktion, auch für den Export, stieg man nach der Besetzung durch die Briten im frühen 19. Jahrhundert ein, der steigenden Nachfrage durch die Besetzer geschuldet. Viele der Zitrusfrüchte, die heute auf Sizilien geerntet werden, tragen das DOP-Siegel. Jetzt – in der italienischen fünften Jahreszeit – ab Januar bis April sind die geschmackvollsten Züchtungen reif und bei Terra Verde Sicilia zu erhalten: Blutorangen, Orangen, Mandarinen und Clementinen. Als auch Zitronen (Femminiello), die Cedre und Bergamotte.
Und … aufgrund der Bio-Qualität kann man die gesamte Frucht verwenden: natürlich für Marmelade, als Würze z. B. für Pasta, Risotto und Fleischgerichte. Oder kandiert als gesunde Süßigkeit und gedörrt als Aromazusatz für Salz, Zucker oder Teemischungen. (Ich vakuumiere und friere frische Schalen auch ein, damit ich im Sommer aus ihnen aromatisches Orangen- oder Limoneneis machen kann.)
Ganz nebenbei möchte ich die Frischetheke bei Terra Verde Sicily mit italienischem Käse und Wurstwaren, Oliven und Antipasti natürlich nicht unterschlagen. Frisches, köstliches Olivenöl der Familie lässt man sich abfüllen. Samstags bekommt ihr hier frische und hausgemachte Arrancini! Lange Rede: Terra Verda Sicily – für Menschen wie mich ein kleines Paradies.
Peppes Frau hat mir auch gleich die Idee mit auf den Weg geben, was man mit der geschmacksintensiven Schale der Vanille Orange macht, denn sie ist definitiv zu schade für den Kompost: Kandieren natürlich. Für einen leckeren, zitronigen Kick auf Torten, im Joghurt oder Müsli oder auf dem Salat. Für eine spätere Verwendung lassen sich die köstlichen Schalen eingefroren aufheben. Und Peppe hat mir noch ein weiteres leckeres sizilianisches Rezept in die Ohren geflüstert. Die Rezepte kommen die Tage!


Terra Verde Sicily

Rheinstraße 18, 12159 Berlin
phone: +49 176 3554 9700
Öffnungszeiten: Mo-Mi 10:00-18:00 Uhr, Do-Sa 10-22 Uhr (Küche ab 12-21 Uhr)

2025-11-18

Die Wandmalereien von Montegiordano

Montegiordano ist eine kleine Gemeinde mit ca. 1600 Einwohnern in Kalabrien, nahe der Grenze zur Basilikata. Von der Provinzhauptstadt Cosenza liegt sie 86 Kilometer entfernt. Sie teilt sich in den historischen Stadtkern oben auf einem – für Kalabrien und Basilikata typischen – Berg in ca. 570 Höhenmetern liegend und die Montegiordano Marina unten an der Küste.
Sie liegt am Ionischen Meer und lockt mit ihren charmanten Kieselstränden die Urlauber entlang der Costa degli Achei. Will man die Strecke nach oben zum Borgho beispielsweise auf dem Rad bewältigen, darf sich auf eine gut ausgebaute Passstraße mit ca. 8,7 Kilometern Länge bei Steigungen von bis zu 6 % freuen. Auch der Ortskern legt gelegentlich noch aufsteigende Maßstäbe an die Besucher*innen.
Zumindest im Herbst wird man im alten Ortskern oben dann doch mit deutlich kühleren Temperaturen als unten in der Marina belohnt. Und: Mit einer Vielfalt von Geschichten erzählenden Wandmalereien an den Hauswänden, die in Anzahl und Vielfalt ihresgleichen sucht.

Als wir von Rocca Imperiale die 13 Kilometer nach Montedgiordano fahren, um bei Sassone Tartuffi feine Trüffelspezialitäten einzukaufen, genießen wir die Freiheit dank unseres Mietwagens, als Pino beschließt, uns nach oben in die historische Stadt von Montegiordano zu führen.

Was in Rocca Imperiale die wundervolle Poesie – inspiriert von der Limone Rocca di Imperiale IGP – auf überall im Centro Storico verteilte Fliesen gemalten Verse mit dementspechenden Bildnissen sind, hier locken großformatige bunte Malereien.
Sie sind zum allergrößten Teil von dem Künstler und Maler Franco La Teana († 2022) geschaffen worden. Leider findet man nur sehr wenige Informationen über ihn – in diesem Internet. Tatsächlich finde ich es blamabel bis bitterböse, dass es die Leitung des Borghos nicht einmal geschafft hat, ihm einen Wikipedia-Eintrag zu gönnen.
Aber er hat sich selbst in Montegiordano ein wirklich großes Denkmal gesetzt – und ein fundamentales künstlerisches Erbe seinem Heimatdorf hinterlassen. Er erzählt in ihnen Geschichten aus dem Alltag des Borgho, von saisonalen Festen, religiösen Monumenten, historischen Berufen der Region …
– mal kindlich naiv, plakativ, mal in einem eigenen modernen Stil mit erstaunlich feinem Strich und Komplexität.
Die im Vergleich zu anderen Borghi in Süditalien etwas schmucklose Altstadt wird durch diese Straßenkunst deutlich aufgewertet.
Spaziert man durch die schmalen Gassen, entdeckt man eine Illustration nach der anderen. Einfarbig …
… wie auch plakativ bunt. Die Malereien sind konsequent bis auf die Rückseite des Borghos ausgeführt. Die Piazza Tarsia Vittorio, der Hauptplatz von Montegiordano, dient als zentraler Punkt, … … von dem aus Besucher ihre Erkundung dieser fantasiereichen Freiluftgalerie beginnen können.
Dass man unterwegs an diversen Stellen im Ort eine fantastische Sicht auf die wunderschöne Landschaft bis hinunter zum Meer haben kann, ein zusätzliches Geschenk.
So ist es ein großes Vergnügen für junge und ältere Besucher, durch die Stadt zu spazieren und sich von den Gemälden einnehmen zu lassen. Unser Ausflug endet in einer Bar in der Nähe der Piazza, wo ich mein sehr geliebtes Chinotto bekomme, …
… Sibi einen Campari und die anderen ihr Biera. Ich steigere mit einem Schlag den Frauenanteil in der Bar von 0 auf 100 Prozent und erhalte eine Aufmerksamkeit der anderen Besucher, die mich gefühlt in meine Jugend zurückkatapultiert. Nun, es sind die kleinen Dinge …
Die Siedlung von Montegiurdano lässt sich auf das 4. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Funde aus der griechischen und später römischen Epoche, sowie die Ausgrabungen einer sehr alten Farm in Menzinàra beweisen eine Besiedlung seit der Antike.
Historisches Wahrzeichen ist das Castello von Montegiordano. Einst von der Familie Pignone del Carretto als Jagdschloss und Winterresidenz erbaut, befindet es sich heute im Privatbesitz und ist Firmensitz der Tenuta del Castello, einem Weingut, das mehrfach prämierte Weine produziert. Und natürlich: Olivenöl.
Es dient heute auch gelegentlicher Veranstaltungsort und interessierte Besucher dürfen das Schloss zu bestimmten Gelegenheiten besichtigen. Es wurde erst im 17. Jahrhundert auf den Ruinen des Klosters S. Anania erbaut, das im 12. Jahrhundert n. Chr. durch die Sarazenen zerstört wurde. Seine Architektur entspricht also im Vergleich zu anderen Castelli in dieser Gegend eher der Moderne.

2025-09-01

Hotel e B&B Casa Solares di Maria Pia Tamaro

Zum Casa Solares kann es nur eine Meinung geben: Ich möchte wiederkommen!

Dieses Kleinod, ein charmantes, ruhig gelegenes kleines Hotel und B&B, das Maria Pia Tamaro gemeinsam mit Stefano Mascaro, ihrem Ehemann, im kalabrischen Solfara Mare (Corigliano Rossano) geschaffen hat, ist die Einladung in einen traumhaft schönen Urlaub mitten in den Clementinen-Hainen Kalabriens und dennoch fußläufig zu den Stränden der ionischen Meeresküste gelegen.
Das Meer ist nur wenige Minuten zu Fuß entfernt und die Familie hält dort in der Saison einen kleinen Privatstrand mit Bar und eigenem Bademeister für ihre Gäste bereit.
Dorthin wandert man zu Fuß entlang der dicht besiedelten Olivenbaumplantagen der Familie Toscano Mandatoriccio Mascaro. Seit dem 16. Jahrhundert produziert sie auf ihrem Terrain, Casello Mascaro, schon das I.G.P. prämierte Olivenöl La Dolce di Rossano. Nicht wenige der Olivenbäume sind sichtlich genauso alt.
Überall stehen aber auch die Bäume der Zitrusfrüchte. Die Azienda Agricola Casello Mascare produziert auch noch heute noch das feine grüne Gold, mit dem durchaus beeindruckenden Namen Olio Extravergine di Olivia Toscano Mandatoriccio Contrada Casello Mascaro.
Aber hat sich in den letzten Jahrzehnten auch zu einem der größten Zitrusfruchtproduzenten entwickelt. Was muss für ein unfassbar intensiver Zitronenduft über diesem Land liegen, wenn die Zeit der Blüte der mehr als 25000 Bäume gekommen ist?
Corigliano Rossano liegt mitten im kalabrischen Anbaugebiet der Clementinen und Orangen. Und auch rund um das Casa Solares stehen in Reih und Glied unfassbar viele Bäume mit noch jungen Fruchtansätzen. Jetzt, Anfang Juli, sind die Früchte klein und grün, aber in der ersten Oktoberwoche wird der Startschuss für die neue Ernte gegeben und dann versorgt die Region der Sibaritide uns Europäer mit ihren köstlichen orangefarbenen Früchten. Die „Frutti di Casello Mascaro” namentlich mit den Sorten Hernandina, Rubino und Espinoso verschönern uns die kalte Jahreszeit, wenn wir uns etwas Kalabrien auf den Tisch holen – bis in den Januar hinein.
Es ist wie eine Reise in vergangene Zeiten, fährt man die lange Zufahrt zum Gelände hoch. Der Eindruck bestätigt sich, begegnet man dem weiblichen Personal, das bunte Schürzen mit Rüschen trägt. Auch die kleinen Appartments, die in einem Mix aus den Antiquitäten der Familie, modernen Möbeln und aparten Accessoires gestaltet sind, erinnern ein wenig an südamerikanische Fincas. Und dennoch wirken sie nie überladen.

Kein Zimmer ist hier gleich eingerichtet, sie sind alle nach den besonders schönen Formen der mediterranen süditalienischen Flora benannt: Oleandro, Ibiskus oder Bougainville. Jeder Raum führt in seine eigene Fantasiewelt.
Frische, helle Blautöne erinnern an die Nähe zum Meer, frische Blumenzweige, ein Glas Clementinenkonfitüre als Willkommensgruß zum Beweis, dass wir uns hier inmitten der Clementinen- und Olivenplantage der Familie Toscano Mandatoriccio Mascaro befinden.
Das Bett mit einem traumhaft schönen Leinen bezogen.
Die Bäder, groß mit Tageslicht, Wanne und Dusche, sind bezaubernd mit ihren Fliesen mit botanischen Blumenornamenten – alles wirkt ein wenig entrückt. Süditalienische Romantik versüßt vom ersten Moment an meinen Aufenthalt.
Natürlich urlaube ich hier mit dem typischen modernen Standard, kostenlosem WiFi, Smart-TV, Klimaanlage (warm/kalt), Tee, Wasser u. v. m. Mich wundert persönlich, dass diese Anlage nur mit drei Sternen ausgezeichnet ist.
Mein Appartment trägt den Namen Bougainville – und der Name ist Programm. Ein unfassbar großer Bougainvilleabaum hat die Vorderseite des einstöckigen Appartementhauses eingenommen und versteckt beinahe die Eingangstür in der satt bewachsenen Grünanlage.
Ich mag das: Die Wege zu den Häusern muss man ein wenig suchen in dem satten Grün dieser prächtigen Gartenanlage. Mein Zimmer ermöglicht mir Zugang zu einer kleinen Terrasse mit Blick auf den großen Garten des Casa Solares. Im Flur, gleichzeitig ein Stück Wohnbereich mit seinem Schreibtisch, gibt es einen Zugang zu einem weiteren Balkon. Dieser ist völlig zugewachsen von dieser grandios schönen Bougainville und verspricht einen verwunschenen, schattigen Platz an den heißen Sommertagen in Kalabrien. Es wohnt sich hier ruhig und zurückgenommen. Ich erlebe die viel zu kurze Zeit, die ich hier verbringe, sehr erholsam und wunderschön.
Ein kleiner Pool, Fitness- und SPA-Bereich, alles sehr familiär und privat gestaltet, runden den Aufenthalt im Casa Solares ab. Das Restaurant L’Arantceto mit seinen überdachten Außenflächen serviert morgens ein typisches italienisches Frühstücksbuffet (die üblichen Wünsche für ein internationales Frühstück erfüllt das Personal gerne auf Wunsch)
und am Abend eine traditionelle kalabrische Küche mit modernen. martimen Einflüssen, geprägt von Chefkoch Robertos Kreativität.
Beeindruckend ist die Vielfalt der Gartenanlage, man spürt es einfach, hier ist die Liebe zum Land und zu allem, was es den Bewohnern schenkt, groß und wird wertgeschätzt. Wer grün urlauben möchte und sich inmitten von Stauden wie Strelizien, Bougainvillaen und großem Baumbestand besonders wohlfühlt, dem ist das Casa Solares zu empfehlen. Die perfekte Kulisse für besondere Familienfeste, wie zum Beispiel eine Hochzeit, hier lebt die Romantik – und man urlaubt jenseits der Anonymität großer Hotelanlagen.
Ein lebendiges, erfolgreiches Imperium haben sich Maria mit ihrem Mann Stefano und den vier längst erwachsenen Kindern geschaffen. In der Stadt führen die Nachkommen Shops mit Keramiken, Textilien oder Olivenöl. Maria wirkt jung und energetisch, Stillstand ist sichtlich nicht ihr Ding. Und so präsentiert uns diese lebensfrohe Italienerin aus Mailand, die nach ihrem Marketing-Studium in den USA in einen alten kalabrischen Landadel der Familie Toscano Mandatoriccio Mascaro einheiratete, ihr persönliches Werk.
Dass auf diesem schönen Stück Land in den früheren Landwirtschaftsgebäuden heute Touristen einen traumhaft schönen Urlaub erleben können, ist ihrem Ideenreichtum und Engagement zu verdanken.
Maria lädt uns ein, den Privatbesitz der Familie zu besuchen, der ca. einen Kilometer entfernt liegt. Dort befindet sich in einem Seitengebäude dieser hochherrschaftlichen Anlage auch der Shop, der zum Einkauf aller landwirtschaftlichen Produkte der Familie einlädt. Auch hier stehen Gäste vier weitere Ferienzimmer zur Verfügung.
Eine Villa im spanischen Stil – vor Jahrhunderten von Stefanos Vorfahren erbaut - erwartet uns mit eigener Auffahrt und einem großen Patio. In den besonderen Genuss einer Führung können alle Gäste der Casa Solares nach Anmeldung kommen.
Traumhaft schön eingerichtet ist auch dieses Haus in dem die Mutter von Stefano noch ihr Regiment führt.
Die vielen Antiquitäten, Gegenstände und Bildnisse der Vorfahren der Familie Toscano Mandatoriccio Mascaro laden zu einer Begegnung mit der langjährigen Familiengeschichte ein. Deren Ursprung liegt in der Familie Mandatoriccio, die in ca. einer Stunde Entfernung vor vielen Jahrhunderten den Ort Mandatoriccio geschaffen haben und dort eine Burg errichteten.
Wir können nur staunen, als wir in dem Esszimmer einen Espresso trinken und Maria uns ihre persönliche Geschichte und die der Familie ihres Ehemannes erzählt.
Überall locken kleine und große Gegenstände mein fotografisches Herz. Hier hat jemand große Liebe zu Dingen aus früheren Jahren und den Geschmack, sie in Szene zu setzen. Für Gäste ist hier ein besonders schönes Refugium geschaffen worden. Wie schon geschrieben, ich möchte wiederkommen!

Hotel e B&B Casa Solares di Maria Pia Tamaro
C.da Casello Mascaro
87064 Corigliano Rossano CS
e-Mail: info@casellomascaro.it