Ganz besonders campen in der Basilikata: Le Due Barche!
Pino bringt uns zum Strand. Und erzählt. Von seinem Freund, der auf einem Campingplatz lebt. Der ein besonderer Mensch ist. Ein Künstler. Luciano Palermo.
Im November ist auf dem Campingplatz Le Due Barche (Die zwei Boote) natürlich tote Hose, vermeintlich. Dazu später mehr. Auf unserer Reise, die uns die Freiheit schenkt, zwischen der Basilikata und Kalabrien hin und herzuspringen, sind wir wieder in der Basilikata unterwegs. In Scanzano Jonico, Pinos Heimat. Der Ort Montalbano Jonico liegt etwas höher im Landesinneren, sein Pendant, Scanzano Jonico, hat es sich an der Küste des Ionischen Meeres gemütlich gemacht.
Dieses kleine Paradies ist von Matera in nur einer halben Stunde Autofahrt zu erreichen. Als wir aus dem Auto steigen, werden wir von dem Begrüßungskomitee in Emfpang genommen. Während ich ganz verzückt bin, grinst sich Pino eins, während wir weitergehen. Er weiß genau, wie es noch tierisch weiter gehen wird.
Ein langer, weißer Sandstrand liegt ruhig vor uns. Gelegentlich unterbrochen von etwas Gestein. Dann und wann schimmert weißes Treibholz im Sand. Im Sommer ist der Strand natürlich vollgestellt mit den geometrisch in Linie ausgerichteten Strandliegen der Lidi – wo es immer eine einfache, fantastische Küche in den dazugehörigen temporären Restaurants gibt. Der Campingplatz stellt in der Saison auch Rettungsschwimmer mit Gerät. Das Must have, um mit der blauen Flagge zertifiziert zu werden.
Jetzt im späten Herbst ist dieser Ort ein Paradies der Ruhe.
Stundenlange Spaziergänge, die völlig Schmerzbefreiten springen auch jetzt noch einmal kurz in das Meer an den wärmeren Tagen. Die Füße kann man auf jeden Fall noch ins Wasser halten. Kneipen in der Basilikata.
Alles ist so charmant ruhig, der Campingplatz ist leer.
Bis auf eben Luciano Palermo (kann denn ein Name italienischer sein?), der sich hier eingerichtet hat. Mr. Campingplatz lebt das ganze Jahr hier und macht diesen Ort zu einem sehr besonderen Fleck.
Er hat einen bezaubernden, kleinen und einladenden botanischen Garten installiert. Baut sein eigenes Gemüse an.
Überall gibt es etwas zu bestaunen. Seine Holzarbeiten, aus Treibgut oder gefällten Olivenbäumen hergestellt, laden auf dem Gelände zum Sitzen ein, mindestens zu ihrer Bewunderung.
Später zeigt uns Luciano seine Bilder. Umrahmt von selbst gezimmerten Hölzern.
Der Mann ist ein Tausendsassa! Und alles, was er hier geschaffen hat, macht diesen Campingplatz zu einem besonders liebevollen Urlaubsort.
Aber vorher ist er uns ein sehr herzlicher, ausgesprochen charmanter Gastgeber. Und nicht nur uns. Auch seinen Tieren. Die Katzen, die jetzt vorbeigucken, kennt er alle mit dem Namen.
Der junge, noch scheue Fuchs Willi, lebt hier mit seinen Eltern und gehört, …
… wenn auch mit etwas Abstand, zu ihrer Gang.
Wir sind hier einfach und es ist wunderschön. Die Sonne steht am Himmel, das Meer im Hintergrund plätschert vor sich hin, wir (später vor allem ich mit großer Begeisterung) füttern die kleinen Rabauken mit Wurst. Pino und Luciano kümmern sich um unseren Rossato. Sie zelebrieren dabei ihre lange Freundschaft. Besser geht’s nicht!
Das hier ist einfach ein wundervoller Platz. Kein auf Glamping gestylter Campingplatz. Er hat alles, was Camper brauchen in einfacher Weise. Hier man kann man noch wirklich campen, so wie diese Art des Urlaubs einmal angedacht war – in der Natur, gerade mit dem ausreichenden Comfort. Und Pino hatte seine diebische Freude uns diesen wunderschönen Platz am Meer zu zeigen. Man merkt ihm an, wie sehr er es liebt hier zu sein.
Blumentöpfe, in denen einige Pflanzen noch oder wieder blühen, Lucianos Papagei, den er irgendwie gerettet hatte, spricht mit uns. (Immerhin: Mein erster Papagei, der Italienisch kann!)
Und als wir den Ausflug an den Strand machen, folgen uns die Tiger samt Willi, spielen im Sand – und das alles mit dem Blick auf die türkisblaue See! Wer hat schon einmal einen Fuchs mitten in den Agaven gesehen?
Für mich war das der perfekte Moment in völliger Harmonie und für immer im Herzen festgeschrieben! Nun, was auch sonst bei solchen Aussichten?
Ja klar, in der Saison lebt es sich hier natürlich völlig anders auf diesem Campingplatz, dann tobt hier – seit immerhin 50 Jahren – das Leben: Tursi, Rabatana, Montalbano, Valsinni, das von Carlo Levi geliebte Aliano, das antike Eraclea, Bernalda, Scanzano, Rotondella. Alles spannende Orte in der nahen Umgebung, in denen man von „Le Due Barche” aus auf die eigene Entdeckungsreise in der Basilikata gehen kann.
Der Campingplatz lockt mit Musik und Kultur, hat seine eigene Bibliothek und verkürzt so die Sommerabende mit dem lukanischen Charme. Rundherum genießen Touristen die herzliche Gastfreundschaft der Lukanier, die die köstlichen Produkte direkt aus dem Garten Italiens servieren.
Der alternative Campingplatz hält über 100 Stellplätze bereit, die größtenteils im Schatten der hohen Pinien liegen. Es gibt darüber hinaus 15 mobile Häuser, die gemietet werden können, falls einem selbst der Camper fehlt. Tiere dürfen mitgebracht werden, ansonsten gibt es alles, was das Camperherz begehrt: Internet, Waschgelegenheiten,
Waschmaschine, Kühlschränke und Einkaufsmöglichkeiten. Und Lucianos Zoo, als auch seine Kunst und Freundlichkeit. Das alles ist so charmant, einfach und herzlich.
Homepage: Le Due Barche































