2026-07-08

Strandalbernheiten

Wer regelmäßig in Italien urlaubt, kennt schon deren Strandsitten. Strandabschnitte werden mit temporären Holzhäusern verwaltet, das Geschäft mit den Sonnenschirmen und Sonnenliegen hat in den letzten Jahren preislich Dimensionen angenommen, die mittlerweile Thema der Gesetzgeber geworden sind.

Gerade auf den Inseln werden teilweise rund um Luxusresorts bis zu 1500 Dollar von den Touristen pro Tag verlangt, absurd. Vor allem die Region Apulien, von der ich bekanntermaßen eine große Verehrerin bin, scheint in ihrer Preisgestaltung in allen Bereichen des Tourismus merkwürdig ausufernde Formen anzunehmen – auch dort geht es stellenweise ab 30 Euro los, manche Betreiber versuchen bis zu 100 Euro zu verlangen. So sind in der Hochsaison mittlerweile Strände, an denen ein jeder auch ohne finanziellen Einsatz Spaß am Wasser haben darf, dann meist ohne Badewächter, eine selten gefundene Spezies – aber es gibt sie.
Dort, wo der Tagesaufenthalt am Meer kurioserweise nicht kostenlos ist, merken zunehmend die Betreiber, dass die Urlauber sparen müssen. Was sich darin äußert, dass sie sich nicht jeden Tag ihr Pranzo für die ganze Familie in dem dazugehörigen Lido mehr leisten können. Und sich alternativ selber versorgen mit Lebensmitteln aus dem Picknickkorb. Was ihnen die Besitzer der Lidl gerade in Apulien nun sehr gerne verbieten wollen, aber dazu hat die italienische Rechtsprechung eine klare Aussage getroffen.
Und auf diese verweist Antonio Decaro, Präsident der Region Apulien, jetzt zum Ferienbeginn nochmals sehr deutlich. Er betont, dass die apulische Strandverordnung es erlaubt, eigene Speisen und Getränke an den Strand mitzubringen – auch an konzessionierten Stränden. Allerdings in einem überschaubaren Rahmen. Seit 2019 gilt allerdings: Wer Essen von zu Hause mitbringt, muss biologisch abbaubares Besteck und Geschirr verwenden. (Was auch lustig ist, denn in vielen Lidi wird das hauseigene Menü nach wie vor auf Plastikgeschirr serviert. Und noch lustiger ist Plastikgeschirr im Lido am Strand, wenn etwas Wind geht.)
Whatever, solltet ihr dieser Tage in Apulien am Strand urlauben, lasst euch nichts erzählen – verweist auf den Präsidenten. Und in anderen italienischen Provinzen lohnt sich womöglich eine kurze Auseinandersetzung mit deren Strandgesetzen zu diesem Punkt. Die jeweiligen Tourismusbehörden sollten Bescheid wissen.

Source: T-Online

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