2018-09-14

Tapas lernen rheinhessisch

Werbung – Produktpräsentation in einer Kooperation mit Rheinhessenwein e.V.

„Wir schicken Dir Rheinhessische Köstlichkeiten und Weine, und Du machst daraus Tapas?” Haben sie gefragt.
„Ihr schickt mir Rheinhessische Köstlichkeiten und Weine, und ich mache daraus Tapas!” Habe ich gesagt.



Mit einer Mutter, die drei Jahre lang auf der Insel weilte, die das 17. Bundesland aller Deutschen präsentiert, ist Tapas quasi mein zweiter Vorname. Nun gut, der dritte, der zweite Vorname ist bereits gesetzt. Aber aus feinen Dingen Tapas zaubern, das kann ich. Und ein Paket zugeschickt zu bekommen mit lauter Überraschungen, um daraus Dinge zu kreieren, kann ich auch.

Tapas, übersetzt: Deckel, haben ihren Ursprung darin, dass man im schönen Spanien sein, meist alkoholisches Getränk, mit einem Deckel abdeckte, um es vor Insekten oder möglichen Verunreinigungen vom Wind zu schützen. Da der Wind (nicht nur am Meer) aber mit dem Deckel eher leichtes Spiel hatte, beschwerte man diesen anfänglich mit Brot und eretzte ihn später durch kleine Teller auf denen zum Beschweren Oliven lagen. Heute kennt man die Tapas eher in den typischen spanischen roten Tontellern serviert. Oder auch in Pfannen, die größere Ración (die im Gegensatz zur kostenlos zum Getränk servierten Tapa) ausdrücklich ausgesucht und bestellt wird, wird auch auf Tellern serviert. Sie kommen heiß und kalt auf den Tisch, einfach als eingelegte Oliven, köstlich als heiß als frittierter Fisch und in Öl gekochten Gambas oder als Innereien in fantastischen Soßen. Pure Inspiration!

Meine Aufgabe hier mit dem mir zur Verfügung gestellten Zutaten das perfekte Wein-Tapas-Pairing zu kreieren – und hier im Blog zu präsentieren. Im Hintergrund stiften die Winzer von Rheinhessen den Gewinnern viel Wein, also ein Gewinnspiel ist auch dabei – aber vorrangig geht's mir um das Kochvergnügen!

So kam also vor kurzer Zeit hier ein Paket an und dem durfte ich viele Spezialitäten aus dem schönen Rheinhessen entnehmen: drei Weine von den sonnig gelegenen Weinhängen Rheinhessen …



• Rheinhessen Silvaner, 2017, trocken vom Weingut Posthof, Doll & Göth, Stadecken-Elsheim
• Niersteiner Spätburgunder, 2015, trocken vom Weingut Georg Gustav Huff, Nierstein-Schwabsburg
• Portugieser & Dornfelder Rosé 71|95, 2017, feinherb vom Weingut Bernhard, Wolfsheim

… deren Aufgabe es ist, diese ganze Tapas-Sache rund zu machen.



Hierzu gesellten sich eine riesige Fleischwurst, Rote Beete, Kartoffeln, Kohlrabi und breite Bohnen – ehrliche Produkte aus den Ställen und Böden Rheinhessens. Sowie ein poussierliches Glas mit Wildkräuterpesto.



Rheinhessische Vielfalt par excellence! Meine Aufgabe aus drei dieser Zutaten zwei Tapas zu kreiieren und dazu den perfekten Wein auswählen.



Dieses Sortiment habe ich ein Weilchen auf mich wirken lassen, von links nach rechts und von oben nach unten überlegt, Zettel geschrieben, auf ihm gestrichen und wieder hinzugefügt, ausgetauscht, zwischendurch sogar nachgedacht, eingekauft und dann … losgelegt.



Fakt: zwei Tapas sind nichts. Also zwei Tapas sind nett aber sie reichen gerade einmal dazu aus der Tapa die Tapas zu machen. Das ist an sich schon eine schnieke Aufgabe, aber mehr Tapas sind immer besser! Mehr Tapas sind nämlich die konsequentere Grundlage für herrlichen Wein und für eine spätsommerliche laue Nacht … nicht nur während der Weinlese.



Fünf hübsche Tapas-Kreationen darf ich nun mein eigen nennen, die gemeinschaftlich mit zwei der mehr als patenten Weinen, hier dem Silvaner und Portugiesen auf den Berliner Balkontisch wandern durften. Natürlich wäre der köstliche Spätburgunder für die Tapas eine großartige Begleitung im Sinne ihres Heimatlandes – nur für einen Roten mit so viel Substanz ist mir das Berliner Wetter noch zu hochsommerlich. Ein warmer Septembertag mit 27 Grad schätzt einen gut gekühlten Wein sehr.



So gab einen geeisten Kohlrabi-Gazpacho-Shot, dem der Rheinhessen Silvaner vom Weingut Posthof Doll & Göth bereits beim Kochen ein wenig auf die Sprünge helfen durfte. Seine feine Säure schenkte dem Kohlrabi mehr Frische, begleitete die zitronige Note vom verwendeten Ingwer und unterstützt charmant die frische Schärfe des Piment d'Espelette. Und wo der Silvaner erst einmal drinnen war, wird der Silvaner natürlich auch zum Trinken empfohlen!



Zum Shot gesellte sich eine Tapenade aus den breiten Bohnen, die eventuell auch prima als Bohnen-Hummus durchgehen könnte, aber da Hummus bekanntlich keine Tapa wäre, weil er eher zu den Mezedes gehört, bleiben wir bei Tapenade gemäß dem köstlichen Vorbild aus Oliven.



Zu ihr passte der Portugieser & Dornfelder Rosé 71|95 vom Weingut Bernhard perfekt. Trocken mit der intensiven Note von roten Früchten – ohne allzu sommerlich verspielt zu schmecken –, schmeichelt vor allem die Dornfelder Traube den herbstlichen Bohnen und harmoniert mit der Dominanz von Knoblauch und Kreuzkümmel.



Das Wildkräuter-Pesto durfte gebratene Kräuterseitlinge lackieren und natürlich mussten die Kartoffeln und die Fleischwurst eine ordentliche Tortilla hermachen!



Die Rote Beete würfelte sich mit herbstlicher reifer Birne in einer köstlichen Senfvinaigrette und schubste sich tatsächlich, nach dem Kohlrabi-Gaszpacho-Shot, als eigener Favorit in mein Herz. Auch hier war der Rosé der richtige Partner!



Die Bohnen-Tapenade hat wirklich das Zeug zu etwas Großem. Die Kräuterseitlinge sowieso.

Die Tortilla ist … das tippe ich jetzt ganz frech, vermutlich die Tapas-Variante, die wir teilnehmenden Blogger vermutlich fast alle gezaubert haben.

Nun denn, Tapas lernen rheinhessisch – und lassen sich vom Wein begleiten, hier die Rezepte, sehr frei nach Google übersetzt:


Colinabo-Gazpacho-Shot con Hielo
Geeister Kohlrabi Shot – im Wein-Paring mit dem Rheinhessen Silvaner vom Weingut Posthof, Doll & Göth, Stadecken-Elsheim, 2017


(Natürlich ist die Gazpacho keine echte Gazpacho, denn hier wird gekocht – aber … es klingt einfach tapasiger!)



Zutaten

Zwei kleine Kohlrabi-Köpfe
1 Eschalotte
1 kleines Stück frischer Ingwer (1 Zentimeter)
frischer Kerbel (einige Blätter für die Deko übrig behalten)

1 Stück Butter

150 ml trockener Weiswein, hier der Silvaner
200 ml Gemüsebrühe
200 ml Sahne

Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette

Kleine Schnapsgläser in der Tiefkühltrühe geeist.




Zubereitung

Die Eschalotte klein würfeln und in der Butter im Topf anschwitzen. Den Kohlrabi ebenfalls klein gewürfelt hinzu geben und angehen lassen. Alles mit dem Weißwein ablöschen, den Wein reduzieren lassen und dann mit Gemüsebrühe aufgießen und den Kohlrabi weich kochen lassen. Etwas frischen Ingwer hineinreiben. Wenn der Kohlrabi weich gekocht ist (ggfs. zwischendurch etwas Brühe nachgießen) den Kerbel dazu geben und alles pürieren. Nun die Sahne hinzufügen und alles nochmals leicht (!) köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Piment d’Espelette abschmecken. Alles durch ein Sieb pürieren. Dann die Flüssigkeit abkühlen lassen, später in den Kühlschrank stellen.

Vor dem Servieren mit dem Pürierstab kurz aufmixen. In die kalten Gläser aus der Gefriertruhe füllen, mit einem Hauch Piment d’Espelette und einem frischen Kerbel-Zweig garnieren und schnell servieren.


Tapenade de frijoles
Bohnen-Tapenade im Wein-Paring mit Rheinhessen Portugieser & Dornfelder Rosé 71|95, vom Weingut Bernhard, Wolfsheim, 2017




Zutaten

200 g breite Bohnen (alternativ Zuckererbsen)
200 ml Tahini
2 Knoblauchzehen
Saft von einer Zitrone

Salz, Pfeffer, 1 Messerspitze gemahlener Kreuzkümmel, etwas Zucker

Gutes kaltgepresstes Öl (Olive oder Rapsöl) zum Anrichten



Zubereitung

Die grünen Bohnen säubern und von den feinen Fäden befreien. Im Ganzen kurz in kochendem Salzwasser blanchieren und in eiskaltem gesalzenem Wasser (Eiswürfel) abschrecken – damit sie ihre schöne grüne Farbe behalten.

Im Standmixer mit Tahini, den Knoblauchzehen und dem Zitronensaft zu einer feinen Paste mixen. Falls sie zu fest wird ggfs. mit etwas kaltem Wasser oder noch etwas mehr Zitronensaft die gewünschte Konsistenz mixen. Mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Kreuzkümmel und einer kleinen Prise Zucker abschmecken.

Wer die Bohnen-Tapenade etwas schärfer möchte, kann noch etwas Chili dazu geben. Anrichten, mit etwas Öl beträufeln und mit einem guten Brot servieren.


Hongos con Pesto
Pesto-Pilze




Zutaten

Zwei Kräuterseitlinge
Rheinhessisches Pesto
1 Knoblauchzehe

Öl
Fleur de Sel
Pfeffer

Zubereitung

Die Kräuterseitlinge in möglichst dünne Scheiben längs schneiden. In der Pfanne mit etwas Öl mit der Knoblauchzehe leicht von beiden Seiten anbraten, mit dem Pesto dünn einpinseln. Auf einem Teller anrichten und mit frischem Pfeffer aus der Mühle und Fleur de Sel dezent bestreuen.


Enlace de remolacha y pera
Salat mit Roter Beete und Birne




Zutaten

Vier kleine Rote Beete-Knollen
2 kleine bzw. 1 große Birne

Senf (in dem Fall mein Orangen-Honig-Mohn-Senf)
Walnussöl
Salz und
Peffer

Saft einer Zitrone mit Wasser für die Birnen

Zubereitung

Die Rote Beete in Backpapier eingewickelt und mit einer Leihgabe aus dem Büro, dem Klammeraffen, zugetackert in einer Auflaufform ca. 20 Minuten bei ca. 180 Grad im Ofen gar, nicht zu weich, backen. Abkühlen lassen. Schälen und in kleine Würfel schneiden.

Die Birne schälen, ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Die Birnenwürfel kurz im Zitronen-Wasser baden lassen, damit sie sich nicht verfärben.  (Ich habe mir hier mit den Zitronenschalen der Bohnen-Tapenade ausgeholfen.)

Eine Vinaigrette aus Senf und Walnuss-Öl, Salz und Pfeffer herstellen und die Rote Beete- und Birnenwürfel damit vermengen und ziehen lassen. Anrichten.


Tortilla con Salchicha de Cerdo
Tortilla mit Fleischwurst




Zutaten

Ca. 300 g Kartoffeln
2 kleine Chilischoten

Salz
2 Kardamonkapseln

200 g Fleischwurst in hauchdünne Scheiben geschnitten

3 Eier
40 ml Milch
Salz, Pfeffer
ggfs. frische Petersilie

Zubereitung

Die Chilischoten mit einer Gabel ringsherum einpicken und zusammen mit den geschälten Kartoffeln (ganz lassen!) und den beiden Kardamonkapseln in Salzwasser aufsetzen und leicht ankochen – nicht gar kochen lassen. Die Kartoffeln sollten noch in dünne Scheiben geschnitten werden können. Abgießen und abkühlen lassen, in dünne Scheiben aufschneiden.

Die Fleischwurst in etwa der Dicke der Kartoffeln ebenfalls in Scheiben schneiden.

Etwas Öl in eine Pfanne geben und die Kartoffeln mit der Fleischwurst darin schichten. Auf dem Herd den Boden leicht anbacken, dann die mit Milch und Salz und Pfeffer aufgeschlagenen Eier (ggfs. klein gehackte Petersilie) darüber geben und im Ofen für ca. 30 Minuten bei ca. 200 Grad Celsius stocken lassen.

Alle Fotos nur echt mit Hintergrundkatze!



Und hier die tollen Rezepte aller anderen bloggenden Teilnehmer – was für eine kreative und köstliche Vielfalt, da wieder kreiert worden ist von uns allen!

Held am Herd

Farbenfreundin

Mini.Me

Dreams on a Plate

House No. 15

Rhein Hertz Elbe

Ina is(s)t

Magentratzerl

Jankes Soulfood

Liebstöckelschuh

Salzig, Süß und Lecker

3 Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Hui! Für mich einmal von allem bitte ��!

Arthurs Tochter hat gesagt…

Mit großer Rheinhessenliebe im Herzen habe ich mich ja sehr gefreut auf Deinen Beitrag ❤🍷 Besonders mag ich den Kohlrabi-Shot und die Fleischwurst-Tortilla, ja, ganz besonders die! ❤ Weißt Du, von welchem Metzger sie kam? Das ist hier in Rheinhessen extrem wichtig und jeder hat nur einen, maximal zwei (ich) Metzger, von denen die Fleischwurst am besten schmeckt. 😉
Noch ein Tip zu den Weinen, die ich tatsächlich alle kenne, ist ja alles Nachbarschaft. Der Huff-Spätburgunder mag gerade an Sommertagen leichte Kühlung und eignet sich dann hervorragend als Berliner Sommerbalkonwein. #gutbeihitze

creezy hat gesagt…

@Susanne
Kommste rum? ;-)

@Arthurs Tochter
Gut gewählt, meine Große! :-) Die Tortilla war sehr lecker (sehr saftig vor allem, ich mag die nicht, wenn die so totgestockt wurde). Aber ich habe wieder einmal gemerkt: Fleischwurst ist nicht meine Wurst. War sie noch nie. Das jetzt war gut und lecker aber jetzt brauche ich erst einmal keine mehr. Leider haben sie uns die Herkunft der anderen Produkte neben den Weinen nicht verraten.

Zum Spätburgunder – glaube ich Dir sofort! Das ist ja eher meiner Eigenart geschuldet in den helle Monaten lieber Rosé als Rot zu trinken. Den Huff habe ich mir jetzt schön für gut für graue Novemberabende reserviert! Da schmeckt der noch mal besser!

Der Kohrabi-Shot ist auch mein Favorit, wirklich super lecker und der Kerbel mit dem Kohlrabi kann sogar in kalt etwas. :-) Und danach ganz klar die Bohnen-Paste, wie Hummus aber sehr frisch. Richtig (erstaunlich) gut! :-)

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