2006-04-01

Noch eine Liebeserklärung: Sie ist da!

Aber auch so etwas von präsent. Nishia hat ein Sommerfell, dann ist sie der 'Glückskäfer'.



Sie hat ein Winterfell, dann ist sie der 'Fellbomber'.



Im Vergleich zur anderen Jahreszeit sieht sie wie eine komplett andere Katze aus. Während beider Jahreszeiten behält sie ihren überdimensionalen Schwanz.

Nishia steht morgens auf und murrt sich erst mal ihre gesamte Fangemeinde zusammen, mich eingeschlossen. Sie freut sich immer, wenn sie einen sieht. Sie ist so lebendig. Wacht sie auf, nach einer (für sie) langen Nacht, muss sie erst mal gucken, ob noch alles da ist, sie muss die andere Katze überzeugen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mit dem Tag zu beginnen, sie muss mit der gelben Maus spielen, das Band auf's Bett schleppen, die blaue Maus vermöbeln, den Ball jagen, die Aufziehmaus alleine aufziehen, die Brotverpackungsklemme in die Luft werfen, gucken, ob alle Fenster noch zu sind, schauen, ob auf dem Schrank alles klar ist, aus dem Fenster gucken (auf der einen Seite), aus dem Fenster gucken (auf der anderen Seite), sich auf den Laptop legen, sich fragen, wohin die CD verschwunden ist, sich wundern, warum da die Stimmen aus diesen viereckigen Boxen kommen, sich den Flash-Film im LCD-Display ansehen, sich unter dem Tuch verstecken, unter die Dusche springen, die Wasserhahnaufdrehautomatik (ich) überzeugen, dass Wasserspiele angesagt sind, das Seepferdchenabzeichen machen, gemeinsam mit mir auf Toilette gehen, gelegentlich etwas fressen, die andere Katze jagen, die andere Katze küssen, die andere Katze putzen, die Waschmaschine inspizieren, ins Treppenhaus raus wollen, die Badvorläufer durcheinander bringen, das Katzenklo komplett einmal umgraben, die Katzensteine vor die Toilette schippen, die Vögel draussen zählen, der anderen Katze das Ergebnis mitteilen, mir beim Schminken helfen, dem Bügeleisen im Weg liegen, das Bett unterhalb der Bettdecke machen, sich Höhlen bauen, den Kratzbaum treffen, die rote Maus verprügeln, der anderen Katze auf den Kopf hauen, mir zeigen, wozu PC-Tastaturen wirklich gedacht sind (sie dienen eigentlich als Katzenunterlage), den Besuch an der Tür begrüßen, sich zwischen den Abwasch drängeln, die defekte Tchibo-Maus zu ihrer Maus erklären zu einem Zeitpunkt, als das Kabel noch nicht defekt war, im Fernsehen die Laufbänder mit den Börsendaten fangen, überhaupt sehr gerne im Fernsehen Trickfilme gucken, dem Gekko im Tierfilm eine runterhauen, weil er ihre Heuschrecke auch haben will, das Band fangen, beide Enden vom Band gleichzeitig, dabei keine 0.003 Sekunden vergehen lassen bis sie gefangen sind, die Einkaufstüten auspacken, versehentlich den Stapel Papiere vom Schreibtisch fegen, sich freudig begeistert mit mir 'diesen Unfall' ansehen und Fehleranalyse betreiben, beim nächsten Mal für den gleichen Stapel nur eine andere Flugbahn bestimmen, sich nur mal ganz kurz schlafen legen, aufstehen und sich ihre Fangemeinde zusammen murren, mich eingeschlossen, ihre Welt wieder von vorne entdecken, den Tag noch mal neu beginnen, dieses Mal von der anderen Seite, den Eingang dabei rot anmalen.



Wenn Kinder sich so verhalten, unterstellt man ihnen gerne ein ADS, ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Hyperaktiv. Von dieser Katze habe ich gelernt, dass sie – und vermutlich auch diese Kinder – einfach nur aufstehen und wissen, die Welt hat sich in dieser Zeit des Schlafens weitergedreht und sich somit logischerweise komplett verändert, und muss deswegen sofort neu entdeckt werden.

Sie ist einfach etwas intelligenter als andere Tiere und etwas wissbegieriger.



Als sie im Himmel in der Fertigungsstätte 'Katze' auf dem Fließband vor den Engeln in den Abteilungen 'Neugierde' und 'Lebensfreude' vorbeigezogen wurde, muss das Fließband einmal gestoppt sein, einmal zurück gezogen worden sein und die Engel haben ihr versehentlich eine bis zwei weitere Kellen Neugierde und Lebensfreude extra zugeteilt. Das passiert eben. Manchmal.

In der Abteilung 'Charme' könnte das noch einmal passiert sein. Obwohl, so wie ich sie kenne, ist sie hier selber vom Fließband gesprungen, weil der Engel neben sich eine 'Scientific American' liegen hatte und sie hat angefangen mit ihm über Astrophysik zu debatieren. Nebenbei haben beide dann ein Konzept entwickelt, wie man die Fließbandtechnik für die Zukunft pannensicherer machen kann. Was auch immer, sie hat währenddessen unzählige viele Spritzer abgekommen, von all‘ den Kellen voller Charme, die alle anderen Katzen auf dem Fließband erhalten haben, die derweil auf dem Fließband vorbei gezogen sind. Wenn sie nicht gar von ganzen Kellen Charme versehentlich zusätzlich getroffen wurde.

Ja, so wird es gewesen sein!

(Eine Liebeserklärung: Sie ist so anders!)

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Talytha .. Nummer 1. Nishia ... Nummer 2.
Mhm ... also wenn da mal nicht noch eine Lieblingskatzenliebeserklärung fehlt ... vermutet der hochfliegende Fellträger ... und bürstet sich schon mal sein Sommerfell.

Unreal hat gesagt…

Traeum....Traeum..........sehr schoen.......:-)

reisschuessel hat gesagt…

Ganz große Worte, warum Katzen so wichtig sind.
Ganz große Worte, warum Katzen persönlichkeiten sind.
Ganz große Worte, warum ich Katzen so mag. Nur, daß Du sie geschrieben hast.
Tut gut so etwas zu lesen, wenn man keine eigenen hat, aber doch so gerne hätte. Vielleicht später, wenn die Wohnung größer ist...

creezy hat gesagt…

@reisschuessel
Bei Deiner Sehnsucht nach diesen Tieren: Ach trau‘ Dich doch einfach! Der Katze selber ist eine große Wohnung gar nicht so wichtig, Katzen leben ja zum Glück auf mehreren Ebenen … die Hauptsache ist, ein Kratzbaum passt rein!

Claudia hat gesagt…

Puuuuuuuuuuhhhh - da bekomme ich leider schon vom ankucken am Montor eine Allergie.
Was für ein Fell!

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