2009-09-30

Krankenhäuser …

sind üblicherweise Orte in denen Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen behandelt werden und im günstigsten Fall geheilt, zumindest wieder halbwegs hergestellt, entlassen werden. Dann gibt es die Notaufnahmen. Das sind Orte in denen Menschen behandelt werden sollen, die akut erkrankt sind. Ein hoher Prozentteil der Menschen, die unvermittelt – mit einem Krankenwagen – in die Notaufnahme eingeliefert werden, sind tatsächlich lebensgefährlich erkrankt. Schlaganfall, Herzinfarkt, schwer verunfallt, was es noch alles gibt. Es geht also um Leben und Tod, die Teams sind hoch spezialisiert, in Kliniken in Großstädten müssen sie je nach Auftragslage Menschenleben im Akkord retten können. Notfallmedizin ist eine sehr teure Form der Medizin.

Gestern war Themenabend bei vox. Die stern TV-Reportage berichtete über das Oktoberfest und die bekannte Tatsache, dass dieses Fest seinen Sinn primär in dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu haben scheint. Spiegel TV extra berichtete im Anschluss über das Trinkverhalten von Jugendlichen in Deutschland und den Konsequenzen für sie und uns, die Allgemeinheit.

Eine dieser Konsequenzen bedeutet – und man berichtet hier von steigenden Zahlen in einem erheblichen Ausmaß – Einweisungen dieser Jugendliche mit Notfallwagen in die Notaufnahmen der Kliniken. Sind diese nämlich beim Komasaufen noch nicht ins Koma gefallen, melden die Organe nicht mit allen Notsignalen, die sie senden können, dass sie die aktuelle Vergiftung nicht mehr geregelt bekommen, dann sind die Jugendlichen zumindest vorher gerne eine Gefahr für sich und von anderen in diesem Zustand. Ab einer bestimmten Menge des Alkoholkonsums muss man bei ihnen von einem das junge Leben gefährdenden Zustand ausgehen und so kutschiert man man die Suffköppe exklusiv bei Bedarf mit Blaulicht in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Anstatt sie in die nächste Polizeiwache zu verfrachten, wie man es mit den Kandidaten älteren Jahrganges zu tun pflegt, die dort hinter einer Stahltür ausnüchtern dürfen.

Man legt den Jugendlichen, natürlich auch den Anderen, die sich durch Zugabe nichtkörpereigener Substanzen in lebensgefährliche Zustände manövriert haben, gerne über die erste Nacht, in der sie ausnüchtern, eine Windel an. So erspart man den Patienten, dass sie in ihrem eigenen Ausscheidungen im Bett liegen müssen, da sie im fortgeschrittenen besoffenen Zustand weder Kontrolle darüber, noch über ihre Beine haben, die sie sonst zum öffentlichen Ort geleiten würden. So möchte man das Pflegepersonal der Klinik schonen, als auch die anderen Patienten im Zimmer, die neben den krakelenden Besoffenen schlafen möchte, um tatsächlich schwer krank eine Chance auf Gesundung zu erhalten. Die Krankenschwester in dem Beitrag, die vorher mit einem Riesenteam versucht hatte einen völlig betrunkenen, ausrastenden und schreienden jungen Patienten zu fixieren und nur noch sarkastisch anmerkt, sie hätte mit der Pflege den falschen Beruf gewählt, hätte besser Polizistin werden sollen, erzählt auch, das sei den Patienten schon am nächsten Tag etwas peinlich in einer Windel aufzuwachen.

Ein Krankentransport. Wenn unter Blaulicht, passiert dieser mit dem Risiko, dass zwei bis drei Angestellte verunfallen hätten können, ein Team der Notfallaufnahme, eine Komplettreinigung dieser Aufnahme, ein Bett, Unterbringung, Medizin, Betreuung – das sind eine Menge Kosten für ein „es ist ihnen auch schon mal peinlich in einer Windel aufzuwachen.“

In unserem Gesundheitssystem, das als eines der besten dieser Welt gilt und somit ein teures ist, wird gespart. An allen Ecken. Auch wir Patienten müssen das tun. So gibt es Patienten, die aufgrund ihrer schweren, meist chronischen und mitnichten selbstverursachten Krankheit auf Inkontinenzprodukte angewiesen sind. So mancher Patient muss in Deutschland bei seiner Krankenkasse hart dafür kämpfen, um die ausreichende Menge an Windeln für seinen täglichen Bedarf zu erhalten. Im Fall unserer Suffkowskis wird sie ihnen im Rahmen der Behandlung ins Bett gelegt. Genau wie die teure medizinischen Behandlung im Krankenhaus, die zahlt ja die Krankenkasse. Wir zahlen.

Mittlerweile bin ich bei solchen Härtefällen auch für die ultimative finanzielle Härte. Behandelt diese Jugendlichen bitte als Privatpatienten, lasst sie ihren Auftritt und dessen Konsequenzen selbst bezahlen. Einfach damit sie lernen, was ihnen der suffbedingte Totalausfall künftig wert ist.

Zur Strafe dafür, dass sie mit ihrer Fun-Scheiße medizinisches Fachpersonal, Raum und Material in dem Moment ihrer Behandlung für andere schwer kranke Menschen blockieren, die ihren lebensbedrohlichen Zustand nicht selbst vorsätzlich verursacht haben.

Dyskalkulie auf Schwedisch



Wenn Du drei Billysss kaufssst, bekommst Du den dritten Billy umsonsssst. Dasss ist wie sssechs Eier kaufen aber nur fünf heile nach Haussse bekommen.

2009-09-29

Simon's Cat

2009-09-28

Das sind Dramen …

die passieren schon mal.

Das passiert schon mal, dass sich in 18 Monaten 24 Mitarbeiter eines Unternehmens selbst richten? Da sollte der gute Chef der France Télécom aber mal gut aufpassen, dass ihn nicht noch einer der nächsten Selbstmörder einfach mal mitnimmt, bei so einer unsensiblen Klappe.

rette deine freiheit.de



Kann man sich getrost angucken. (via don dahlmann)

Ich bin schuld!

Fürchte ich. Ich habe bei der diesjährigen Grünen Woche in Berlin einen FDP-Kugelschreiber vom Infostand mitgenommen. Ich tat das übrigens ohne mich informieren zu lassen. Auch gab ich den Stift bei nächster Gelegenheit offensiv als Geschenk weiter (so offensiv, dass ich erst beim vierten Versuch einen Abnehmer finden konnte.) Nun treibt mich die Angst um, dass meine Stiftmitnahme diese Leute so übermäßig motiviert haben könnte, dass sie letztendendes so viele natursatte Wähler einsacken konnten. Und ich habe bis jetzt nicht begriffen, womit die Wahlkampf gemacht haben.

Nun, jetzt haben wir die Abwechslung. Habt Ihr gestern einen Blick auf das johlende Fußvolk bei den Live-Mitschnitten aus dem Konrad-Adenauer-Haus werfen können? Mann, o mann, oh mann.

Ich habe Wahlkater, ganz schlimm.

2009-09-26

Wahlkampf

Dieser Wahlkampf war mit Abstand der Unterirdischste in seiner Qualität, den ich bisher erlebt habe. Seitens der Parteien, seitens der Medien. Nur heiße Luft seitens der Politik und viel zu wenig offensive Kritik aus den Reihen der Medien gegen das, was ihnen da zur Berichterstattung serviert wurde von diesen „Staatsmännern und -frauen“.

Eine Reihe anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl ins Leben gerufen, die ich ungemein interessant gefunden habe, ist „Unerhört“ von der taz. In den 17 Gesprächsprotokollen, meist Filme auf youtube gehostet, sprechen unterschiedliche Menschen, Bürger, Wähler in die Kamera, wo sie die besonderen Kritikpunkte an der Politik in ihrem Alltag sehen, wie sie sich Verbesserung vorstellen können.

Einfache Meinungen von Menschen, die engagiert leben. Leider ist diese Reihe mit der heutigen Folge zu ihrem Ende gekommen. „Unerhört“ ist das Einzige, was mir wirklich fehlen wird nach diesem Wahlkampf.