2017-03-05

Sternstunde

Und noch ein Fernsehhinweis. Ich nutze es gerade noch ein bisschen aus bevor am Monatsende DBV-T gekappt wird. Den umsteigen und für Privatsender (interessant, wie die sich den Todesstoß versetzen) bezahlen, werde ich nicht. Dann eben nur noch ausgesucht TV online gucken, eventuell werde Netflix oder was auch immer Kunde. Vielleicht lese, nähe, stricke oder schreibe ich auch einfach mehr. Wir werden sehen. Womöglich ist DBV-T ein ganz wundervoller Neuanfang in meiner persönlichen Zeitrechnung.

Aber … in dieser Woche (der Equal Pay Day nähert sich wieder) macht der Sender 3sat mit dem Thema Ungleichheit auf und stellt diese Themenwoche unter das schöne Motto „Die Zukunft ist weiblich” – mit sehr interessanten Filmen und Dokumentationen (Morgen, Montag z. B. porträtiert „The Power of Women” Frauen in Machtpositionen wie Politik und Wirtschaft – unter anderem: Hillary Clinton, Margot Käßmann, Melinda Gates oder Christine Lagarde).

Den Anfang machte heute in der Sendung Sternstunde die Ökonomin und Philosophin Lisa Herzog im Gespräch zum Thema „Was ist schlecht an Ungleicheit?” – interessante Ansichten weltlich ganzheitlich betrachtet. Sehr spannende Sendung, die neue Denkanstöße vermittelt.

2017-03-04

Im Land der Lügen

Dieser Beitrag der ARD ist schon etwas älter (sprich vom vergangenen Jahr) aber ich persönlich finde, dass er gerade in einem Wahljahr so relevant ist, dass man ihn sich unbedingt antun möge. Es geht letztendlich darum, wie Industrien, Unternehmen und leider auch Politiker auf Basis von Zahlmaterialien, in Statistiken verfasst, die Realität umdrehen und für ihr Business nutzen – eher häufiger zu unserem Schaden als zu unserem Nutzen.

Besonders ärgerlich dabei, wie gerade Politiker immer weniger sich an den Ehrenkodex halten, die Bürger genau nicht manipulieren zu dürfen! (Siehe Beispiel TTIP.) Lügen zu Grippen, Lügen hinsichtlich der Pharmaindustrie bis hin zu eigenmächtigen Neudefinitionen von Blutwerten, die ganze völlig gesunde Bevölkerungsgruppen plötzlich als krank definieren, Verfremdung von Statistikinhalten bis hin zu völlig konträren Aussagen derer eigentlichen Resultate.

Meine Empfehlung, weil wirkliches Bildungsfernsehen: Im Land der Lügen.

2017-03-03

Kleines großes Glück

Nach Hause kommen nach einem langen anstrengenden, wenn auch angenehmen Tag und wissen, man muss noch mal kurz los, der Tally eines von den wenigen Katzenfuttersorten kaufen, die sie zur Zeit fressen mag (ältere Katzen unterscheiden sich da kaum von älteren Menschen). Was gleichbedeutend ist mit zu dem Supermarkt zu gehen, wo man sich Freitag nachmittags gemütlich mit Campingstuhl in die langen Reihen der langsamen Kassen niederlassen kann (das Staubtuch nicht zu vergessen, damit man ohne Spinnenweben an der Kasse aus dem Nickerchen auftauchen kann.)

Also … nach Hause kommen und dann hat der DHL-Bote der Nachbarin und mir je ein Paket vor die Tür gestellt. Für mich ein Paket mit reichhaltigen Lieblingsfutter für eine kleine bunte Katze und eine kleine zierliche graue Katze. Geschickt anonym von unserer Wunschliste.

Aber ich und die Tigern entsenden gerade große Luftherzen zum Dank in Richtung dieser herzlichen Person.

Und ich konnte auf das Sofa sinken … was so … wirklich einfach so schön war!

(Aus der Reihe: Hach!)

2017-02-28

Komme ich eben …

… vom Blutabnehmen zurück (Morgenstund hat …) liegt Shiina auf ihrem Kissen auf dem sie morgens so liegt und guckt schrägt. Gucke ich besorgt, denn wenn Katzen so schräg gucken, trägt das liebende Katzenbesitzerherz schnell Sorge, da könnte sich etwas anbahnen. Etwas bei dem dann schnell die Berufsart Tierarzt involviert sein könnte.

Kümmere ich mich um das Tier, streichele sie, spreche mit ihr – schräger Blick und kein Schnurren sind die Antwort. Kaum widme ich mit anderen Dingen wie E-Mails checken am Rechner und Kaffee holen, rollt sich Shiina zusammen und schläft tief weiter. Ganz offensichtlich habe ich die Katze …




… IN IHRER MORGENDLICHEN ROUTINE GESTÖRT UND GENERVT!

2017-02-24

Übrigens …

… muss ich sagen, wenn einem auf so einem netten Feierabend-Food-Event so ein B-mehr-C-Promi begegnet, der seinen B-mehr-C-Promi-Status damit festigte auf einer Insel als Nackedei vor einem TV-Publikum in einem Trash-Sender rumzuhampeln, dann … ist das richtig richtig schwer, so eine Type irgendwie noch ernst zu nehmen als … ja, als was eigentlich?

Und das finde ich insofern komisch (und vielleicht auch etwas verlogen, darüber muss ich selbst noch nachdenken), weil mir das schlussendlich völlig an der Hutschnur vorbei ginge, hätte ich den auf irgendeinem FKK-Strand zufällig ohne Höschen getroffen.

(Aus der Reihe: dieses Mal trug er Hose.)

2017-02-23

Womöglich …

… regele ich das mit meiner Altersarmut dergestalt, dass ich lebenslänglich in den Knast einfahre, weil ich einem laut im Bus, U-Bahn, Tram etc. seine Scheißmusik über einen beschissenen Handy-Lautsprecher hörenden Deppen ins Jenseits, also in den sicheren Tod blicke.

2017-02-19

Es wird kalt werden

Gestern fuhr ich mittags S-Bahn. Touristenlinie, die, die über Kreuzberg in die für Besucher attraktive Mitte dieser Stadt führt. Ich stand im Türbereich am Ende des Wagons, dort wo üblicherweise je zwei Sitzplätze sich gegenüber liegen. Alle Sitzplätze von Menschen mittleren Alters besetzt, ein Mann stand daneben. Alle sprachen Deutsch, mehr oder weniger. Die einen konnten ihren bayerischen Dialekt, wenn auch nicht komplett verstecken, allgemein verständlich unterdrücken, bis auf einen Mann, der kurz vor dem Zertifikat „muss untertitelt werden” kommunizierte.

Der Unterhaltung zufolge war der stehende Mann nach Berlin gezogen. Diese Menschen, höchstwahrscheinlich seine Freunde bzw. Bekannte, schienen ihn nun zu besuchen. Man fuhr S-Bahn und gönnte sich dabei den Blick auf die besonderen Attraktivitäten dieser aus dem Zugfenster im Winterschlaf liegenden Stadt.

All diese ganz normal aussehenden Menschen waren fixiert. Auf Ausländer. Das ging so: Man sprach darüber, dass außerhalb der Bahngleise Müll liegen würde. Und prompt war das Thema Dreck in der Stadt und wie sehr die Ausländer daran schuld sein. Und dass sie das doch „zu Hause” machen sollten. Ständig wurden z. B. Anekdoten erzählt bei denen es sehr wichtig war, dass die Protagonisten „drei Schwarze” sein. Auch diese Geschichte endete mit dem sauberen, überheblich mahnenden, deutschen Finger.

Das war an sich schon völlig unangenehm für mich als Deutsche anzuhören. Der Höhepunkt dieser Ungeheuerlichkeit zeichnete sich dann ab als an der gleichen Station mit mir ein Mann aussteigen wollte, der sich eben von einem der Sitzplätze inmitten dieser Reisegruppe erhob und er bzw. dessen Vorfahren höchstwahrscheinlich einmal in Indien oder Pakistan beheimatet waren/sind.

Diese Menschen, hier in der Stadt zu Besuch, hatten also keine Chance ausgelassen sich über Ausländer auszulassen, sehr abschätzig, während so einer zwischen ihnen saß.

Den Zug verließ ich dann doch mit einer Bemerkung, dass Berlin solche Besucher mit derartiger rassistischer Gesinnung, wie sie es offensichtlich wären, hier nicht bräuchte und sie hoffentlich sehr bald wieder nach Hause fahren würden.

Ich habe gestern erstmals begriffen, wie sehr weit und wo überall dieser Hass auf vermeintliche Andersartigkeit wieder in den Köpfen der Menschen in diesem Land gekrochen ist. Und wen diese Menschen im Herbst wählen werden.

Ich habe Angst.