2016-11-15
Ich habe gerade …
… so eine gute halbe Stunde auf so ein Ding gestarrt, dass ich mit Trinken eines Milchkaffes in den Mundraum bekommen habe, aus diesem sortierte, weil nicht als zum Kaffee gehörig diagnostiziert. Klein, hell, fest. Ein Rätsel. Kommt die Milch jetzt mit festen Bestandteilen? Hat sich im Milchschäumer irgendwas fest gesetzt? Eine kleine Kunststofffüllung aus dem Zahn? Zahnprobe gemacht, alles sitzt.
Sagen wir mal so, es hat eine ganze Weile gedauert bis ich kapiert habe, dass ich da vor einem Zitronenkern saß, den die Geschirrspülmaschine offensichtlich nicht aus dem Glas sortiert hatte und ich es die letzten Tage beim Glas in den Schrank sortieren auch nicht gesehen hatte.
Wie man Dinge des Alltags nicht sofort erkennt, wenn sie einem nicht im Kontext serviert werden.
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2016-11-13
Ich …
… habe jetzt seit genau 14 Tagen diese mordsdoofe Erkältung und ganz ehrlich: ich bin es leid!
(Aus der Reihe: Nase voll, gestrichen voll.)
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2016-11-10
Wie ich einmal meine Tierärzte vor der bösen schwarzen Katze rettete …
Ich war heute vormittag wieder einmal beim Tierarzt (gebt es zu, Ihr habt meine Tierarztgeschichten doch schon sehr vermisst!), um dort das Wartezimmer zu bevölkern. Ohne Tally, ich wollte nur neue Medikamente und Diätfutter abholen. Im Wartezimmer waren heute nur Hunde im Angebot. Mit einem von denen habe ich auch direkt geflirtet. Das war der, dem ich allerdings erklären musste, dass er sich natürlich hinter mir verstecken könne und wir kuscheln könnten, ich ihn aber schlussendlich auch nicht vor dem Tierarztbesuch würden retten können. Aber dafür, dass er mich beim Betreten des Wartezimmers gut angeknurrt hatte, waren wir später fast so etwas wie echte Freunde.
Irgendwie war's heute sehr wuschig im Wartezimmer. Alle schienen so in Eile bis konfus, die Tierärztin war relativ häufig mit am Tresen bzw. konsultierte meine Schilddrüsen-Salbe-an-Tally-Erstversuche-Beschreibungen im Wartezimmer. Als ich dann später so gut wie fertig war mit der Erfüllung meiner Wünsche für eine kleine bunte Katze, kam dann die Tierärztin nochmals raus und entschuldigte sich bei allen Wartenden mit dem Hinweis, man habe einfach kein Behandlungszimmer frei. In einem sei ein Hund immer noch am Kotzen. Im anderen sei eine Katze ausgebüxt und würde sich partout weigern, sich einfangen zu lassen.
Nun, da Hunde sich meiner Erfahrung nach lieber vom Frauchen/Herrchen beim Kotzen die Pfote halten lassen, konnte ich da natürlich nicht so viel ausrichten; beim Katzenproblem indes fragte ich in einer unachtsamen lebensmüden Sekunde, ob ich da mal helfen solle?
Meine Tierärztin, die ich persönlich sehr schätze, die aber, das weiß ich, für eine Tierärztin erstaunlich großen Respekt vor Katzen hat (hat sie sich vermutlich über die Jahre fleißig angeeignet), überließ mir dann in Eigenverantwortung die Entscheidung, ob ich mir das wirklich antun wolle und so ging ich dann in den mit bekannten Behandlungsraum nach ihren Worten „Gehen Sie ruhig rein, der sitzt da hinten in der Ecke, erschrecken Sie nicht vor dem Mann, der dort steht.”
Der Mann war des Katers noch recht junger Besitzer, der, anstatt sich vielleicht um seinen panischen in die Ecke gedrückten Kater zu bemühen und zu beruhigen, lieber ratlos und für meinen Geschmack auch etwas tatenlos herum telefonierte. Ich zog dann meine Jacke aus, stellte die Tasche ab und ging in die Ecke, wo der Kater sich sehr klein und sehr unsichtbar (dummerweise nicht allzu sehr vom Erfolg gekrönt) hockte und erklärte ihm, dass ich ihn in seiner Situation wirklich verstehen würde und wir die Sache jetzt lang, sehr aufregend und sehr sehr unangenehm für ihn beenden könnten oder in kurz, auch aufregend aber etwas weniger unangenehm. Aber dass wir die Sache jetzt auf alle Fälle beenden würden. Dann testete ich mit meiner Hand an, ob der ältere Herr eher Typ Austeiler mit Pfote oder Typ Festbeißer sei und als er mir fauchend signalisierte, dass er wirklich nur ein kleiner Schisser wäre – ohne ernsthaft aggressiv zu sein – griff ich einmal mit einem bereit liegenden Handtuch zu, zog ihn vor und hob das sich windende kleine Bürschchen hoch. Er quittierte diese Unverschämtheit meinerseits mit dem üblichen Mordsgeschrei, dann herrschte ich das Herrchen an, er möge jetzt vielleicht mal endlich den Korb mir hinhalten und wir verstauten den schwarzen befellten Herren in sein sicheres Körbchen, wo er sich gleich sichtlich wohler fühlte und mir auf seine Art signalisierte, dass ich zwar auch echt blöd sei aber er sich jetzt in seinem Körbchen deutlich besser fühlen würde. Keine zwei Minuten hatte das gedauert. Für irgendwas müssen ja 40 Jahre Leben mit Katzen, davon zehn Jahre mit einer Nishia, gut gewesen sein.
Oder wie sein Herrchen sagte, „Zuhause wäre es der liebste Kater der Welt, nur beim Tierarzt bekäme er Panik.”
Ich hatte tatsächlich auch nur einen klitzekleinen Kratzer an der Hand, bediente mich an der Desinfektionsbar von Braun Melsungen und bin dann gegangen. Der Kater mochte mich eh nicht mehr leiden und nebenan kotzte ja noch der arme Hund.
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Entsetzt
Nein, ich bin zu hellsichtig, dass ich wirklich im Vorfeld glauben wollte, Trump hätte am Ende Hillary gegenüber kaum noch eine Chance im Kampf um den Einzug ins Weiße Haus. Ich habe das gestrige Ergebnis mehr als geahnt – schlussendlich kenne ich die Ergebnisse der letzten Wahlen hier in Deutschland. (Das Einzige, was uns hierzulande bei den letzten Wahlen einzelner Bundesländer noch gerettet hatte vor einem noch größeren Stimmengewinn der AfD, ist die hiesige größere Parteienvielfalt am Wahltag.) Wie viele Präsidenten in den Vereinigten Staaten kennen wir denn, die nach acht Jahren Präsidentschaft nicht auch mit ihrem Weggang einen Wechsel der Partei mit sich gebracht haben?
Spätestens mit den neuen Ermittlungen eines republikanischen FBI-Chefermittlers gegen Clinton in der E-Mail-Affäre, die vor Monaten als abgeschlossen galt und für die sie sich bereits, unter Eingeständnis der von ihr gemachten Fehler, entschuldigt hatte, war klar, dass Trump (meiner Meinung nach unfaire Register gezogen hatte) und längst nicht so abgeschlagen war, wie ihn – nicht nur die hiesige – Presse sehen wollte.
Ich bin daher sehr gespannt, ob ein Trump, der einer Clinton als Todessünde vorwirft, sie habe ihren eigenen Mail-Server für berufliche Mails verwendet, nun wirklich auf seinen schönen größeren schicker ausgestatteten Privatjet verzichten wird – und künftig mit der AirForce One zu reisen gedenkt. Ich hege Zweifel.
Im Grunde war die Sache bereits mit der Kandidatur Trumps entschieden. Die allermeisten Menschen wählen viel weniger klug als wir es uns wünschen möchten. Sie wählen ichbetont, denken kaum weiter als bis zur eigenen Haustür, möchten ausschließlich persönliche Vorteile aus ihrer Wahlentscheidung ziehen können. Das ist … menschlich. Und: so sehr ich Frau Clinton einerseits schätze, ich hätte sie wohl auch nicht gewählt. Dafür ist sie mit ihren Altlasten (die ich persönlich weniger kritisch sehe als die Allgemeinheit, dazu ist das politische System in den USA, wo Wahlkämpfe von Kandidaten selbst mit finanziert werden müssen, einfach viel zu anders) mir zu wenig mit ihren politischen Zielen aus dem Schatten von Obama getreten.
Dass man allerdings ausgerechnet einer Frau wie Clinton vorgeworfen hatte, sie sei politisch nicht als neutral zu bewerten, weil sie bei Firmen für Geld Vorträge gehalten habe – und zudem – ganz große Schande: sogar für sehr viel Geld (was unterm Strich in dieser Welt immer noch heißt, sie hat höchstwahrscheinlich deutlich weniger bekommen als jeder männliche Speaker in vergleichbaren Foren und Positionen) diese verdammte Verlorgenheit, die macht mich wirklich krank.
Auch erzürnt mich sehr, wie sehr dieser Wahlkampf gezeigt hatte, wie man im Jahr 2016 mit einer Frau als Kandidatin immer noch umgehen kann. Dass man Frauen Dinge als No-Go! vorwerfen kann, die für Männer längst als legitimiert gelten. Was für eine verlogene Gesellschaft das immer noch teilweise ist: rückständig, ignorant, sexistisch, kein bisschen emanzipiert. Es fällt mir persönlich sehr schwer unter dem Aspekt einer demokratischen Wahl Frauen das Recht zuzugestehen, dass sie Trump gewählt haben. Betont höflich formuliert: ich begreife sie nicht.
Viel schlimmer als einen Trump als neuen US-Präsidenten, sehe ich allerdings die Tatsache, dass so ganz nebenbei die Republikaner nach den Wahlen die – doch, man kann es so nennen – eine erschreckende, fatale politische Übermacht haben in den USA. Das wird für viele Amerikaner, vor allem für arme Amerikaner, eine noch fürchterliche Wandlung nehmen.
Trump kommunizierte gestern in seiner Rede, er möchte Amerika wieder zu einer Einheit werden lassen. Es ist so gut wie sicher, dass er als erste politische Entscheidung Obamacare rückgängig machen wird. Dafür sitzen nun viel zu viele Republikaner im Kongress, als dass diesem Vorhaben sich noch jemand auf der Seite der Demokraten wirklich entgegen stellen könnte.
In Amerika werden nun künftig die Ärmsten der Armen wieder nicht medizinisch behandelt werden, noch Vorsorge erfahren, also sterben, weil sie sich eine gesundheitliche Versicherung gar nicht leisten können. Waffen wird unter Trump nun jeder haben dürfen. Die Behandlung von Schusswunden von Unbeteiligten im Straßenkampf wird arme Familien in die hoffnungslose Verschuldung stürzen.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es auch ein erklärtes Ziel der AfD ist, das hiesige Gesundheitssystem so zu verändern, dass hierzulande arme Menschen keine gesundheitliche Versorgung mehr so ohne Weiteres, geschweige denn überhaupt die Unterstützung eines Sozialstaates noch erfahren dürfen.
Ich hoffe sehr, die deutsche Bundesregierung hält sich zurück mit Einladungen an den künftigen US-Präsidenten Deutschland zu besuchen. Ich möchte kein Geld verschwendet sehen an einen Mann, der in seinem Land eine Mauer errichten möchte.
Solche Menschen haben in Deutschland nichts verloren!
at 09:05 5 comments
Labels: große weite welt
2016-11-08
Bericht aus Brüssel
Martin Sonneborn, Die Partei, hängt ja nun in Brüssel ab und schreibt in der Titanic lustige Histörchen aus dem europäischen Sitzungs- und Feieralltag. Parlamentgedöns mal anders. Sehr unterhaltsam!
at 09:40 0 comments
Labels: große weite welt
2016-11-07
Zum Heulen …
Bei Kaiser's (nur echt mit Deppenapostroph) an der Kasse stehen und zu „Dancing in the Street” von Mick Jagger und David Bowie aus dem Lautsprecher säuselnd wippen. Denken „Ach, der David Bowie …”, dann realisieren „verdammt, er ist wirklich dieses Jahr gestorben.” Sich auf einmal ganz verloren fühlen, ganz taub. Traurig. David Bowie ist tot und es ist kein Gerücht mehr.
Beim Bezahlen richtig feuchte Augen haben und nur noch weg wollen, nach dem Taschentuch greifen …
at 20:22 0 comments
