2016-01-04

Meisenbar



1. Man frage die Nachbarn, ob sie eventuell ein paar alte Tassen übrig haben, die sie sonst wegwerfen würden.
2. Man kann natürlich eigene alte Tassen nehmen, die man sonst wegwerfen würde.
3. Man kauft je einen Sack Streufutter, Sonnenblumenkerne und Erdnussbruch im befreundeten Drogeriemarkt.
4. Man kaufe je zwei Packungen à 200g Schweineschmalz und Kokosfett im befreundeten Supermarkt.
5. Man sammelt ein bis drei relativ dünne Äste.
6. Man lässt das Schmalz bei leichter Hitze schmelzen, mixt das Vogelfutter, rührt es zum Schmalz und füllt es in die von den Nachbarn gespendeten Tassen ab.
7. Man kürzt die Äste auf ca. 12-15 cm (je nach Tassentiefe) und steckt sie mitten in das Schmalz.
8. Man lässt alles kalt und dann fest werden.
9. Beim befreundeten Bastelshop (hier modulor) lässt man sich für einen Appel und 'nen Ei ein paar Wachstuchreste hinterher werfen. Stoffreste tun es auch. Was auch immer, man schnippelt es in Streifen.
10. Man lässt sich zu Weihnachten ein Snap Kam-Set schenken, freut sich und setzt jeweils an das Ende der Streifen zueinander passende Druckknöpfe. (Bürotacker tut's auch, dann aber besser erst draußen tackern – ist leichter.).
11. Man zieht sie um die Henkel.
12. Man hängt daran die Tassen in die Bäume bzw. Sträucher und oder an den Balkon.
13. Wenn 's gut läuft, kommen kleine Piepmätze, setzen sich auf die Äste und knabbern sich unter lautem Vogelgetöse die Bäuche voll.

2016-01-01

Dieses kleine unauffällige Blog …

… wird am Sonntag, 3. Januar 2016 ganze zehn Jahre alt! Zehn – also 1, 2, 3, 4, 5, 6. 7. 8, 9, 10 Jahre! Eine Dekade holy fruit salad! Was habt Ihr mir mir alles durch. Und ich mit Euch!

Naja, ich wollte ich Euch das nur mal sagen, damit ich mich Sonntag selbst daran erinnere, weil ich es sonst wieder vergesse.

Irre. Komplett irre. Zehn Jahre.

2015-12-31

Jahresrückblicke …

… sind mein Ding ja nicht. Jahre in denen mir liebe Menschen und/oder Katzen wegsterben, sind eh gelaufen und gehören nicht wertgeschätzt. Und das neue Jahr wird mit an sehr großer grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einen sehr hässlichen Moment bereit halten für mich (und andere). Und mindestens einen sehr schönen Moment für mich (und andere). Das steht soweit fest. Nun.

Mir bleibt mich nur zu bedanken bei allen, Euch allen, die mir in diesem Jahr Freunde waren, Hilfe waren, Glück waren, Lachen brachten, Sorgen nahmen, Freude schenkten, Feenstaub hinterließen, schöne Dinge sagten, milde Dinge meinten, ein Ohr hatten, „ja!” sagten, da waren, Vertrauen gaben und im richtigen Moment für mich still waren – mein Leben einfach schöner und heller machten.

Euch allen einen guten Rutsch in ein für Euch hoffentlich schönes strahlendes und gesundes Jahr 2016. Dass wir uns wieder sehen und lesen in neuer und in alter Frische – mit Euch ist's nämlich viel schöner! Immer wieder!

Prost!

2015-12-30

Ein wunderschöner intensiver Satz …

… von der Barbara, den sie da gestern getwittert hatte:



Damit kann man wohl jede lahme Silvesterparty in eine fröhliche philosophische Therapierunde verwandeln …

*geht diabolisch grinsend ab*

2015-12-29

Frau Wal …

… folge ich schon ewig auf Twitter. Niemand twittert eloquenter über den Tag im Büro als sie. Endlich bloggt die Frau und ich finde, sie macht das so dermaßen fein, dass ich sie auch sehr gerne lesen würde, wenn sie gar keinen Premiumcontent lancieren würde.

Also, Ihr lieben Katzenfreunde, ab mit Euch HIER weiterlesen.
Alle anderen übrigens auch.

Der Lemmy †

… ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Lemmy Kilmster Samstag die Diagnose „Krebs im Endstatium” vernommen hat, daraufhin in die nächste Bar gegangen ist und sich konsequent zwei Nächte höchstpersönlich selbst in den Tod gesoffen hat. Na, 'nen bisschen gevögelt hat er wohl auch noch mal.

Schönes Interview mit ihm von 2010. Ich hätte ihn wirklich zu gerne Abbas „Fernando” singen gehört.

2015-12-28

Kleiner Feuerwerkskörperablehner-Diss

Feuerwerk zum Jahreswechsel abzubrennen, dem liegt die Tradition die bösen Geister für das neu anbrechende Jahr zu vertreiben zugrunde. Einer sicherlich abergläubische aber für den einen oder anderen eine vielleicht sinnvoll erscheinende Grundidee.

Es gibt sicherlich sehr viele Argumente für und sehr viele Argumente gegen das Abbrennen von Feuerwerksartikeln. Die mögen sich aus dem jeweiligen Standpunkt einzelner Personen und ihrer persönlichen Meinung zum Thema unterschiedlich in den Vordergrund schieben. Und: beide werden sie Recht haben auf ihre Weise.

Ich kann mit Sätzen wie „ich mag Feuerwerk nicht, weil …” sehr gut umgehen und die gefühlte und geäußerte Abneigung einer solchen Person immer verstehen und respektieren.

Was ich nicht respektiere ist, wenn man seine persönliche Abneigung gegen Feuerwerk darüber zu verklären versucht, in dem man – wie jedes Jahr wieder und ich kann es wirklich nicht mehr hören noch lesen – völlig quellenbefreite Behauptungen aufstellt, dass vorrangig Menschen ohne ausreichendes Geld, gerne umschrieben als „bestimmte soziale Schichten”, gerne also solchen, denen man keine akademische Bildung unterstellt, nicht vorhandenes (!) Geld in Feuerwerkskörper investieren würden.

Oder – der neue Trend in diesem Jahr – zwei syrische Kinder in einem .jpg-Text (also nicht barrierefrei) vorschickt, deren Verhalten man beobachtet habe, wenn neben ihnen ein Feuerwerkskörper explodiert und man deswegen im Besonderen auf den Kauf von Feuerwerksartikeln verzichten wolle.

Ich kann die Sorge darum absolut verstehen – aber man muss sich nicht der Schwächsten bedienen, um die eigene persönliche Abneigung gegen irgend etwas zu „verkaufen” oder den mahnenden Finger gegen eine Masse X zu erheben.

Habt bitte einfach so viel Hintern in der Hose und sagt: „Ich mag es nicht, weil … es mir Angst macht.” (Oder alternative andere persönliche Gründe).

Denn weder werden von Käufern von Feuerwerksköpern Bildungs- noch Einkommensnachweise verlangt, die solche Aussagen überhaupt real bestätigen könnten und ob nun alle Menschen, die hierzulande als Flüchtlinge Zuflucht suchen, niemals in ferner Zukunft einen Feuerwerkskörper in die Hand nehmen werden, muss auch erst noch bewiesen werden.

Und auch Menschen, die wenig Geld in der Tasche haben, haben ein absolutes Recht darauf das Silvester so zu feiern, wie sie es für sich für richtig halten. Für alles andere gibt es in der Tat auch in diesem Land zum Stichwort „Feuerwerk” bereits Gesetze.

Steht zu Eurer eigenen Abneigung ohne bitte ungefragt Dritte für Eure Abneigung zu instrumentalisieren!

Danke.