2015-12-14

Schokokuchen made by Kenwood



Kenwood veranstaltet seit einigen Monaten (und wird es noch einige mehr tun) Kennwood Küchenpartys. Menschen treffen sich gemeinsam zum Kochen bei einem Gastgeber, dem die Kenwood Cooking Chef Major von Kennwood in die Küche gestellt wurde.



Dann wird ein Motto vorgegeben, dazu reichen alle Teilnehmer Rezeptvorschläge ein über die auf dem dazu gelaunchten Portal abgestimmt wird – und so entsteht ein Menü, das dann am Partytag gemeinsam gekocht und verspeist wird. Am Ende wird ein Menü-Gewinner aus allen Teilnehmern gekürt, die müssen dann zur freudigen Strafe ab zum Johann, dem Lafer, kochen lernen!

Dies Party ist quasi so etwas wie eine Kenwood-Tupper-Party nur ohne Tupper und somit ohne der am Ende des Abends mit einem gezückten Bestellblock dastehenden Propagandistin, die die Unterschrift für die Bestellung einfordert. Auch angenehm.

Hier in Berlin ist die Kenwood-Gastgeberin die reizende Sandra-Ann von „Frau Bunt kocht”, Mitorgansiatorin der (mittlerweile bei uns Berliner foodambitionierten Bloggern sehr geschätztem) Foodie Meetup Berlin-Meetings und Kochdozentin im Kochatelier bzw. Kochhaus . Da ich Sandra-Ann persönlich sehr mag, ihre Wohnung ungemein gemütlich finde (No-Ikea-Style) und ich mich zudem herzlich gerne der holden silbernen Schönheit von Kenwood einmal persönlich nähern wollte, meldete ich mich an und durfte letzte Woche bei ihr kochen und genießen.

Nicht dass wir nicht seitens Kenwood ausreichend mit Budget und Zutaten versorgt gewesen wären. Dennoch brachte ich als Gastgeschenk dank freundlicher Unterstützung eine Flasche Piper Heidsieck Champagner (im Geschenkkondom, also Champagner in Neopren – so cute!), eine Flasche New Amsterdam Vodka, einen kalifornischen fleischfressenden Roten, Carnivor,



und freundlichen Himbeeressig von Gegenbauer (Link folgen! Finally! Es gibt einen Dirndl-Essig!) mitbringen.



Man muss die Wetterlagen feiern, wie sie fallen und weil uns dieser Dezember prima einen Frühling vorgauckelt, haben wir uns für ein Valentinsmenü entschieden, es progressiv in Anti-Flirt-Menü umbenannt und als Aperitif einen Flirtini gewählt, in dem man Komponenten wie Vodka



mit Ananas-Saft mixt und dann mit Champagner aufgießt. Mangels Ananas-Deko ließen wir Blaubeeren im Glas schwimmen und da ich – null Ahnung vom Cocktail mixend – Vodka und Ananas 1:1 einfüllte, ging es uns allen nach dem Getränk ziemlich gut.



Ein sehr leckerer Cocktail, ein feiner Vodka dieser Vodka und wäre der Champagner nicht dann doch alle gewesen, hätten wir sicherlich noch mal die Gläser gefüllt.



Aber ob wir dann noch zum Kochen gekommen wären?

Ein bisschen Weihnachten war dann übrigens doch!



Zum Glück gab es zum ersten Stelldichein mit Glas in der Küche von Sandra gereichte Crostini mit einer sehr feinen selbst gemachte Patè (Love!) und Mozarella mit Burrata, die uns schnell noch Thomas Bauer aus der nebenan liegenden Cooks Connection hoch brachte und uns etwas Grundlage besorgten.



Nach dieser ersten Begrüßung ging es in die Vollen. Bei der Vorspeise hatte die quirlige elektronische Küchenhilfe noch nicht viel zu tun. Wir schnitten uns ein hübsches Carpaccio von Roter Beete und Apfel auf,



füllten die Mitte nochmals mit Burrata (wir hatten glücklich machend viel davon!) und träufelten etwas Vinaigrette darüber.

Und niemand, nicht eine einzige Person moserte wegen der Roten Beete. Wie viel mehr Glück kann man mit so einer frisch zusammen gewürfelten Meute haben?



Unser Valentins-Anti-Flirt-Tisch:



… und der erste Gang komplett:



Für den Hauptgang schälte ich Kartoffeln. Zusammen mit einem Linkshänder.



Rechter Haufen meiner, linker Haufen seiner. Ich hatte den Sparschäler. Er, seinem Bekunden nach, hat nicht einmal eine Küche! Die Kartoffeln überließen wir der elektronischen Küchenhilfe. Die zierte sich ein wenig mit der Garkochung – was ich aber wohlmeinend eher unserer Ungeduld und möglichen Bedieninkompetenzen eher zu Lasten legen wollen würde als dem Gerät.



Wir stellten die Kartoffeln irgendwann doch wieder zurück auf den Herd, wozu hatten wir denn Gas? Und ehrlich, einer 1.200,— Euro teuren Küchemaschine den schnöden Kartoffeljob aufzuzwingen? Ist selbst für Berliner Verhältnisse etwas sehr dekadent. Später durfte die Kenwood mit ihrem Rührhaken die Kartoffeln gemeinsam mit einer Portion nicht unter der Maßeinheit von einer Portion Horst Lichter-Butter (Maßeinheit in kurz 1HL) rühren. Das kann sie allemal. Ob man Kartoffelstampf nun wirklich rühren sollte? Wir diagnostizierten beim Essen dann eher den nicht ganz so gewollten „Pürierstab-Effekt”. Pürees wollen einfach von der Hand geboren werden. Aber für andere Speisen sicherlich eine praktische Kompetenz der Maschine.

Ich kümmerte mich derweil um die Vanille-Peperonata, also gedünstete Paprika mit Vanille parfümiert, denen ich einige von Sandras im Regal stehende Chiliflocken spendierte, die so dermaßen viel Feuer in der Hose hatten, dass wir beim Standesamt für die Peperonata flugs eine kleine Namensänderung in Chili-Vanille-Peperonata beantragen mussten. Ich gönnte dem von uns liebevoll in Rauten (!) geschnittenem Gemüse auch eine ordentliche Portion Pfeffer aus Sandras Peugeot-Pfeffermühle, die ich hysterisch zu bedienen einforderte, nachdem mir Sandra eine schnöde normale Glaspfeffermühle hinstellte. Weil Sandra die heilige Mühle aus dem Hause des Autofabrikateurs offensichtlich nur zur Zierde in der Küche stehen hat und selten benutzt, quietschte diese fröhlich vor sich hin. FREVEL! (Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich Peugeot-Pfeffermühlen-Messiene bin?)

Also ich fand meine Peperonata fein. Sie sortierte zwar das vom anwesenden Koch, den man uns für Filmaufnahmen aus welchen Gründen auch immer in unsere Reihe sortiert hatte, abgeschmeckte Kartoffelstampf höflich auf die hinteren Plätze. Konnte aber super gut mit unseren Gamba-Balls, die tatsächlich Gamba-Calamari-Balls waren (Farce mit der Kenwood püriert und Bällchen in der Pfanne kurz gebraten, muss ich unbedingt nachmachen) mithalten und et voilà: der Hauptgang!



Das Dessert überließen wir komplett der Kenwood, da durfte sie mal so richtig aus sich rauskommen,



sie durfte zwei Sorten (dunkel/weiß) Schokoladen schmelzen, den Teig für unsere warmen Schokoladenküchlein (zum Glück keine Malheurs, ich kann sie wirklich nicht mehr sehen – wann genau sind eigentlich die netten kleinen durchgebackenen Schokoladenkuchen auf den Index gekommen? –)



bis auf den Backvorgang natürlich. Ach, ich war glücklich! Einstimmige Meinung: Schokoladenkuchenteige kann die Kennwood.



Aber sowas von!

Mein Fazit zu der Maschine? Natürlich habe ich an dem Abend lediglich den Bruchteil ihres Könnens kennengelernt. Was mir zu ihren Ungunsten auffiel, das ich in meinem Alter ihre Bedienungselemente ab bestimmten Lichtverhältnissen schlicht ohne Lesebrille gar nicht mehr bedienen könnte. Und den Knopf, um den Rührarm hoch- und runter zu stellen, ja … der ist tricky. Das klingt jetzt komisch aber ich habe den Arm einfach nicht bewegt bekommen. Zumindest den dazu gehörigen Knopf nicht. Somit also auch den Arm nicht! Aber … das kann natürlich alles auch am Vodka gelegen haben, da möchte ich jetzt nichts Falsches behaupten.

Als Rühr- und Schmelzmaschine macht sie ihr Ding sicherlich gut. Ich wette, Hefeteige kann man dank der Temperaturwähler auch bonfortionös in ihr gehen lassen. Und mich persönlich würde wahnsinnig interessieren, ob und wie gut man mit der Kenwood Cooking Chef auch Sous Vide garen kann. Müsste man eigentlich prima können. Um sie richtig kennen zu lernen, so dass man eine Kaufempfehlung aussprechen könnte guten Gewissens, müsste ich etwas mehr Zeit mit etwas mehr Ruhe mit ihr verbringen können.

Unsere Runde war, da auch ein Filmteam anwesend war, das unseren Abend aufzeichnete, natürlich dadurch deutlich trubeliger. (Dank der deswegen herbei geführten Anwesenheit einer einzelnen Person auch merkwürdig skurril.) Unter anderen Bedingungen hätten wir uns sicherlich viel mehr mit der Maschine an sich beschäftigen können. Die Runde war jedenfalls eine lustige und wer möchte, kann die Blogs der beiden anwesenden Bloggerinnen gerne besuchen: Maike von Berlin ißt Eis! und Raphaela von Raphaelas Welt.

Und nein, kein Witz. Wir Foodblogger sind wirklich so irre und beten unsere Teller an:



Das Essen und die Getränke, einschließlich der uns kredenzten Weine: sehr sehr lecker! Sandra-Ann war uns eine großartige und ganz herzliche Gastgeberin! Die Kenwood eine – übrigens erstaunlich leise – und – wie ich finde aber da wollten mir nicht alle Anwesenden mit mir einer Meinung sein – äußerlich sehr aparte Küchenhilfe. Diese Kenwood Küchenpartys finden Deutschlandweit statt und es gibt auch 2016 ein paar Termine. Wer also jetzt „angefüttert” ist und Lust hat das silberne exklusive Maschinen „on duty” kennenzulernen, bewerbt Euch einfach!



Anmerkung: Obwohl ich hier den einen oder anderen Produktnamen nenne, manch einen sogar mehrmals, bin ich nicht dafür bezahlt worden, noch habe ich sonstige Vergütungen dafür erhalten. Von einem Essen und einer Küchenschürze und neuen netten Bekanntschaften abgesehen. Blöd war, dass ich das Produkt das ich hier im Text öfter genannt haben aus irgendeinem Grund ständig mit zwei „n” schrieb, schrub, schrubte, deswegen ständig korrigieren musste, was mich ein bisschen nervte aber für was bin ich schließlich 'ne gefärbte Blonde, näch? Wisst Ihr Bescheid!

2015-12-12

Adventskalender von 1x umrühren bitte aka Kochtopf

Er läuft zwar schon ein Weilchen, der »Kulinarische Adeventskalender 2015« und die erste Verlosung hat auch schon stattgefunden aber es lohnt sich bei der zweiten und dritten auch dabei zu sein – zumal die vielen weihnachtlichen Blogbeiträge, die zorra hier verlinkt, sich nicht nur interessant, sondern auch sehr lecker lesen … und es ist ja großartigerweise immer das Rezept mit an Bord!

Kulinarischer Adventskalender 2015

Viel Glück, wenn Ihr mitmacht!

2015-12-10

Kann ich bitte einen Hund haben?

Bei Shiina habe ich schon seit längerem das Gefühl, dass sie mit Hunden sozialisiert wurde. Die immer noch unbefriedigende Katzengemeinsamkeitsituation hier signalisiert deutlich, dass sie Angst vor Katzen hat; sind hier Hunde im Haus sie wiederum deutlich wenig Respekt vor Hunden zeigt. Auch ihr ganzes Verhalten, wie sie Besuch an der Tür empfängt, mir bei Fuß läuft – sie sieht nur mehr aus wie ein Kätzchen als sie sich überhaupt so auch benimmt. Oft jedenfalls. So ganz kann man halt nicht aus seinem Pelz.

Gestern war wieder einmal Sherlock da. Sherlock ist ein Pons. Allerdings deutlich größer als der Durchschnitt seiner Rasse, eine Seele von einem Hund, irre klug, bezaubert jeden, begleitet sein Frauchen ins Hospiz bei ihrer Arbeit und macht (nicht nur) dort die Menschen glücklich mit seiner freundlichen souveränen und sehr anhänglichen Art.

Über Sherlock lernten wir, dass es einen interessanten Hundeaustausch zwischen polnischen und deutschen Tierheimen gibt, denn während der Pole bei einem Hund großen Wert eher auf Wach- und Verteidigungskompetenz legt, mag der Deutsche beim Hund mehr den Hütehund. Die einen wollen ein Tier, das signalisiert, gefährlich sein zu können. Die anderen eines, das sich einfügt ins familiäre Leben. Sherlock also machte von einem polnischen Tierheim rüber nach Deutschland, ist gut mit Katzen sozialisiert und hat nun bei Freunden seit Anfang des Jahres ein neues Zuhause gefunden – und macht genau diese Leute etwas wahnsinnig mit seiner Intelligenz, die nur noch übersteigert wird von seiner Abneigung alleine bleiben zu müssen.



Ein reizender Hund – und immer in geschlossenen Räumen eine kleine Nummer zu groß. Ein Traumtier!

Sherlock und Shiina haben sich neulich schon kennengelernt. Shiina nahm ihn damals zur Kenntnis als sie wieder aus dem Zimmer raus kam, wo wir sie eingesperrt hatten, damit sich der Hund erst einmal in meiner Behausung einfinden konnte. Blieb im Zimmer mit ihm und zog sich in einen Umkarton zurück, der zu dem Zeitpunkt im Wohnzimmer lag und den Katzen viel Freude bereitete. Sie war verdächtig unbeeindruckt. Sherlock selbst ist sehr aufgeregt aber sehr freundlich aufgeregt, wenn er Katzen sieht, denn er mag sie und möchte ihnen gerne nahe sein. (Auf dem eigenen Grundstück hängt er gerne mit Nachbars Katze ab bzw. hält mit ihr Siesta.) Leider hat er da wohl in jüngster Zeit hier und dort auf die falsche Katze gesetzt und ist nun etwas prügelgeschädigt aber offensichtlich voller Hingabe zu diesen Wesen (wer kann es ihm verdenken?).

Gestern haben wir die Sache auf die nächste Ebene gehoben und die Tiere (Shiina wollte ihn schon an der Tür begrüßen, was ich ihr aber untersagte, weil der Hund eben am Anfang, wenn er die Wohnung betritt, schon sehr wuschig ist – und dabei in meiner kleinen Wohnung sehr groß wirkt.) Wir ließen ihn also erst einmal zur Ruhe kommen (sein Tag war anstrengend), zufällig fand ich im Regal ein Schweineohr, das ich ihm übergab und er dankend entgegen nahm und dieses seiner Bestimmung zuführte, die da heißt: Inhalation. Dann ließen wir Shiina raus. Und achteten auf etwas Abstand und später ließen wir beide Tiere machen.

Katze und Hund halten sich gerne, sich natürlich beobachtend, in einem Raum auf. Da diese in meiner Docking Station der Q3A-Bauweise ja gelegentlich auch sehr klein wirken (Flur, Küche), sind es genau das die bevorzugten Räume in der die beiden sich die Luft teilten. Dabei tat Shiina genau das, was Katzen immer tun, wenn sie auch nur einen Hauch das Gefühl verspüren, sie könnten die Oberhand haben (dazu reicht ein kleines Fiepen des Hundes und er hat's für sich versaut): schön in der Tür sitzen und das andere Lebewesen in Grund und Boden starren.

So richtig gefaucht und einen auf dicken Schwanz machte Shiina nur einmal. Nämlich als es ihr Abendessen gab und der Hund in ihr Zimmer kam und „nur mal gucken wollte”. Ansonsten ging man sehr respektvoll miteinander um, einschließlich diverser Ruhemomente in denen man sich entspannte, wenngleich man natürlich immer ein Auge auf das Gegenüber hatte.

Ein sehr sehr lustiger Moment als Sherlocks Frauchen die sanitären Anlagen besuchte und er vorne an der Küchentür liegen bleiben sollte, also bei mir (in der Küche) bleiben sollte. Und Sherlock hört. Plötzlich klebte der Hund aber bei mir in der Küche, dezent aufgeregt und fiepend und ein bisschen ratlos anhänglich, was sich selbstklärend erklärte, weil Shiina eben auch mit in der Küche sein wollte und schon hinter der Waschmaschine saß. In meiner Küche heißt das ein Mensch, ein großer Hund, eine kleine Katze auf knapp anderthalb Meter. Im Grunde ist es Liebe.



Da Sherlock bei mir auf das Sofa darf und er ein Schoßhund ist – er kann ja nix dafür, dass sein inneres Wesen nicht ganz im Einklang steht mit seiner äußeren Gestalt – entstand zur späteren Stunde dieses Foto. Sherlock bei uns auf dem Schoß. Shiina tiefenentspannt gibt den relaxten Clown.

Wird. Shiina möchte einen Hund!

2015-12-09

Auf den Punkt gebracht.



Ich kann es immer noch nicht glauben, nicht fassen. Obwohl es so ist. Darüber schreiben kann ich auch noch nicht wirklich, sprechen schon gar nicht. Aber gestern ist mir der Satz in den Sinn gekommen, der wohl am Besten den Zustand beschreibt: mir ist mit Nishias Tod ein sehr großes Stück Lebensqualität abhanden gekommen. Sie war so dermaßen präsent und umsorgend und mitmachend. Und der Intelligenzdurchschnitt ist auch massiv gesunken. Hier ins unseren so traurig verwaisten vier Wänden.

2015-12-08

Neues von der Pilzfront!

Die gelben Austernseitlinge in der Zuchtpackung von Prêt à Pousser machen sich langsam! Um nicht zu sagen, sie machen sich langsam ziemlich gut und das rasant schnell!

Samstag habe ich entdeckt, dass sich eine erste Pilzknolle unter der Folien aus dem Substrat bildete. Shiina entdeckt sie auch und fing schon mal an den Geschmack zu testen, also wanderte die Packung um in die Küche auf den Küchenschrank.



So sah dann die Zucht am Sonntag Morgen aus:



Und so bereits am Abend:



Der heutige Stand zeigt schon wildestes Wachstum, die Pilze bilden sich jetzt schön heraus.







Mein persönlicher Spaßfaktor, davon abgesehen, dass ich die Pilze vor den Katzen retten muss, ist ziemlich hoch! Ich mag es den Dingen beim Wachsen zuzusehen und die Pilze wachsen gerade minütlich!

2015-12-07

Liebes Tagesbuch!

Heute ist der siebente Dezember im Jahr 2015, einen Tag nach Nikolaus, und ich habe mir heute sehr früh den Wecker gestellt. Nachdem ich die üblichen relevanten Dinge wie Katzen beschmusen, Katzen füttern, Kaffee kochen, Duschen usw. erledigt hatte, ging ich (noch im Bademantel) auf den Balkon, um die übliche Piepmatz-Befütterung vorzunehmen.

Draußen war es noch sehr dunkel. Und sehr mild. Zarte Vogelstimmen zwitscherten in der lauen Frühlingsnacht an dem milden Wintermorgen und das noch junge frisch verliebte Pärchen in der Nachbarschaft gegenüber verabschiedete sich herzlich knutschend in den Alltag der Woche.

Ich began die Blumenpracht zu gießen, man vergisst das im Winter sehr leicht. Zum Glück verstehen sich die Winterblüher, die dreifarbige Erika (also natürlich einfarbig aber dreifarbig in einem Topf gepflanzt) und irgendwas mit roten Kugeln mit dem blühenden Lavendel, der ebenso Blüten zeigenden Malve und der nun (im Sommer wurde sie etwas von den Tomaten zurück gedrängt) sehr aktiv blühenden Physalis.

Die zwei kleinen Erdbeeren werden vielleicht zu Weihnachten auch noch rot und reif.

Dann holte ich mir einen Kaffee und setzte mich mit einer kleinen bunten Katze, namens Tally, auf unsere Balkonbank und wir lauschten den zarten Vogelstimmen. Interessanterweise ist die Schwerhörigkeit bei Vogelstimmen bei Tally weniger stark ausgeprägt als bei allen anderen Geräuschen des Alltags, bei denen ich sie mittlerweile als komplett taub bezeichnen würde. So lauschten wir verzückt in die Dunkelheit.

Dann sage ich dummer Mensch zu ihr „Guck mal, wie die Meise zwitschert.” Und sie antwortet weise: „Ich höre es!”

2015-12-05

Confierte Gänskeulen Teil 1

Bei „Das Perfekte Dinner” confierte neulich eine Teilnehmerin Gänsekeulen zum Hauptgang. Es klingelte bei mir erinnerungstechnisch. Confierte Ente hatte ich in einem meiner gerne besuchten Restaurants in Südfrankreich und fand sie ganz wunderbar.

Tatsächlich bekommt man in Frankreich sehr häufig confiertes Geflügel, denn es ist einfach zu machen bzw. man kann nur sehr wenig falsch machen und man kann das Geflügel so sehr gut vorbereiten und lange vorrätig halten. Das Confieren, Fleisch in eigenem Fett bei niedrigen Temperaturen schmoren und dann einzulegen, ist eine althergebrachte Methode der Haltbarkeitmachung. So kann man sich den Stress zu Weihnachten prima schon Wochen vorher machen und muss die Keulen nur noch für ein paar Minuten in den Ofen schieben am Tag des Menüs. Tatsächlich werden die confierten Keulen mit der Lagerung immer besser, eine Woche im eigenen Fett sollte man ihnen schon gönnen!

Was man zur – je nach Wahl – ganzen Gans, Brüsten oder Keulen neben den Gewürzen benötigt ist das eigene Fett der Gans, hier also Gänseflomen. Das ist das Unterhautfettgewebe der Gans, das aufbereitet wird, meist nach tagelanger Wässerung durch einen Fleischwolf gedreht, zusätzlich durch ein Sieb passiert und „als Fettklumpen” verkauft beliebig weiter verwendet wird. Wir kennen es meist als Gänseschmalz mit Zwiebeln, Grieben (geschmolzene Gänsehaut), Äpfel und Gewürzen. Oder als Rillettes, also Schmalz mit den Fleischresten der Gans, heute würde man es wohl als „Pulled Duck” bezeichnen, angereichert. (Für eine gute Rillettes könnte ich sterben!)



Aber soweit sind wir noch nicht. Ich guckte mir also die Dame an, wie sie Gänsekeulen confierte in ihrer wunderschönen Hochglanzküche (mit Katzen)und beschloss es in meiner wundervollen türkisen Küche ohne Hochglanz (auch mit Katzen) nach zu kochen.

Rezepte gibt es dergestalt sehr viele im Internet. Ich entschied mich für die Würzung aus dem Rezept von Diethard Urbansky aus der Elle, werde aber, weil ich Keulen verwende und nicht Brüste wie im Original, diese bei 78 Grad Celsius ca. zweieinhalb Stunden confieren. Diese Zeitdauer schlagen alle anderen Rezepte mit Keulen vor. Man kann also gar nichts falsch machen. Bei den Temperaturen kann man auch locker die Dauer im Ofen versehentlich erhöhen.

Das witzige Problem, ich schrieb neulich schon darüber, diese urplötzliche Gänseflomenknappheit, die sich in den letzten Tagen prima gleichfalls in ein „ich finde auch kein fertiges Gänseschmalz mehr”-Erleben manifestierte. Ich wurde gestern dort erlöst, wo ich im Prinzip immer erlöst werde: bei Rogacki. Hach, ich bin in dem Laden ein bisschen groß geworden, immer an Omas Hand. Rogacki ist so etwas wie Omas zweites Zuhause in meinem Erleben. Und hatte gestern natürlich (warum gehe ich nicht gleich dorthin?) Gänseflomen für mich, wenn auch tiefgefroren, aber immerhin: sie hatten Flomen! Das Kilo für € 7,95. Ich nahm ein Kilo. Laut Rezept brauche ich anderthalb, da ich dort wegen der Frostung aber nur zwei Kilo hätte kaufen können … und ich davon ausgegangen bin, dass nun der allgemeine Gänsefett-Bann über mich gebrochen sein müsste, fand ich natürlich auch prompt gegenüber im Supermarkt meiner Kindheit Gänseschmalz und erhöhte so die gesamte Menge auf 1540 g leckeren Gänseabfall.



Der Flomen taut nun im Kühlschrank. Und die vier schönen Gänsekeulen wurden gestern mit gut drei Lorbeerblättern, 100 g Meersalz, zehn Wacholderbeeren, fünf schwarze Pfefferkörner, acht Pimentkörner, Thymian, Rosmarinnadeln im Mörser zerstoßen und eingerieben und vakuumiert und warten nun auf weitere Behandlung.

Glaubt es mir, Gänsebrüste im Vakuum im Kühlschrank können sehr sexy sein und das Gemüt ein Stück weit erheitern!

Und morgen wird confiert …