2015-06-10

Pretty little things to eat

Dass zur Zeit da draußen bei den Händlern entzückendes faustdick nach Saison schmeckendes Obst und Gemüse rumliegt, um Euch zu verführen, muss ich Euch ja nicht erst erzählen. Die letzte Woche, die in Berlin schon gut warm ausgefallen ist, hat mir so leichte – und vor allem fern vom Herd zuzubereitende – Dinge auf den Menü-Teller geschmuggelt wie Melonen-Schafskäse-Salat oder ein Glasnudelsalt mit Mango- und Gureknstreifen, Hühnerbrust (kurz gekocht, während ich auf dem Balkon war, also fern vom Herd), Erdnüssen und einem Limetten-Chili-Dressing.


(Foto schlampig wegen Hunger.)

Diesen Melonen Schafskäse-Salat kann ich im Sommer ständig essen. Zum Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Es gibt de facto keinen Grund für mich, den nicht zu essen. Gestern – als ich schon wieder in den Startlöchern zum Salat stand – fiel mein Blick auf die Weinbergpfirsiche, die gut gereift sind und ich schnibbelte diese zur Melone. Dann fiel mir ein, dass ich ja noch etwas vom Limetten-Chili-Dressing im Kühlschrank hatte und beschied mir einen leicht scharfen knackigen asiatisch angehauchten Obstsalat zuzubereiten. Ich zupfte noch etwas Koriander hinzu und wertete dieses später, weil es alleine etwas verloren schmeckte, mit ganz wenig frische Minze (wirklich nur ein großes Blatt) auf.

Kurz: anders – aber lecker. In die gleiche Mischung wanderte am Abend noch mal Schafskäse. Das war dann perfekt!


Zutaten

2 Limetten, davon den ausgepressten Saft
8 EL Reisessig
1 El Mirin
1 EL Fischsauce
1 Stück Ingwer (2-3 cm) gerieben
1 El Rohrzucker
1 rote Chilischote in kleine Würfel geschnitten (wenn richtig Schärfe gewünscht ist mit allen Kernen)
Salz, Pfeffer

Wassermelone (oder whatever für Melonen dem Geschmack entsprechen)
Weinberg- (Plattpfirsische)
einige Blätter Koriander (wer's mag, ich weiß am Koriander scheiden sich die Geschmäcker)
1-2 Blätter frische Minze.


Zubereitung

Für die Vinaigrette lle Zutaten mischen und verrühren. Etwas stehen lassen. Diese Portion reicht für mehrere Salate und hält sich prima eine Weile im Kühlschrank.

Das Obst in Würfel schneiden, den Koriander zupfen, die Minze in feine Streifen schneiden! (Don't miss the very important Deko-Minze!!!)
Mischen, Dressing darüber geben, mischen, anrichten, essen.

Ich mochte das sehr. Rate aber zur Vorsicht beim Koriander, denn er schmeckt für europäischen Gaumen schon besonders gewöhnungsbedürftig in dieser Kombination.


2015-06-07

Produktempfehlung: Zap-it!



Ungefähr drei Jahre ist es her, da hatte mir Mela im Rahmen einer geschlossenen Frauen-Twitter-Mückenstich-Klage-Tweetrunde (Frauen twittern viel öfter im Sommer über Mückenstiche als Männer und deutlich mehr über Mückenstiche als über Sommersandalen und zwar aus stichhaltigen Gründen) Zap-it! empfohlen. Ich habe mir das angeguckt, fand das irgendwie lustig aber als Produkt, um es online zu bestellen zu günstig, weil die Versandkosten die Hälfte des Kaufpreise ausmachen sollten. Da sträubt es sich immer ein wenig in mir.

Einige Monate später fand ich Zap-it! tatsächlich in einer niedergelassenen Apotheke (hier DocMorris), herkömmliche Apotheken kennen das Produkt meist leider nicht und kaufte ein. Seit dem kratzen mich Mückenstiche nicht mehr. Nicht mehr wirklich.

Zap it! hat zwei kleine Kontakte, die, wenn man den Schalter bedient einen minimalen Stromstoß senden. Vom Gefühl ist gibt das einen kleinen Pieks, eher lustig als unangenehm. Wenn man nun einen Mückenstich sein eigen nennen darf, dann setzt man die Kontakte auf die Hautfläche und – so handhabe ich das – setzt drei Mal um den Stich herum einen „Zapper” – und gut ist es. (Der Anbieter meint, man solle ca. 5 Mal direkt auf den Mückenstich den Stromstoß setzen.) Tatsächlich sorgen die Stromstöße dafür, dass das um den Stich vom Körper zur Abwehr gebildete Histamin nicht weiter im Körper verbreitet. Das ist ursächlich für den Juckreiz.

Bei einem normalen Mückenstich muss ich das genau einmal machen und habe ab der Sekunde Ruhe. Bei diesen fieseren Mückenstichen, die einen auch schon mal drei Wochen lang ärgern können (die Franzosen haben da superfiese Mücken), setze ich 1-3 Tage lang ein bis zwei Mal täglich einen Stoß beziehungsweise immer dann, wenn es juckt. Ruhe.

Bei mir wirkt es 100%ig gut. Bisher habe ich nur eine Stimme vernommen, die meinte, Zap-it! würde bei ihr nicht wirken. Alle anderen, die es probiert haben, waren überzeugt.

Das kleine Teil passt prima in jede Hand- oder Kosmetiktasche und kommt mit Anschluss für's Schlüsselbund. 1000 Mal soll man damit „zappen” können (es hat keine Batterie), ich habe mein Zap-it! jetzt seit drei Jahren in Gebrauch und er tut es immer noch prima. Die Entladung dauert 10 Mikrosekunden Die Stromentladung ist sehr schwach. Wir reden hier von einer Spannung beim Entladen von 13 kV (Amp: 0,7 mA). Herzschrittmacher-Besitzer und Epileptiker sollten allerdings von der Benutzung Abstand nehmen. Kids sollten es erst ab einem Alter von vier Jahren nutzen.



Neulich habe ich gesehen, dass der (vermutlich auch böse) blaue Konkurrent (irgendwas mit T am Anfang) zum bösen roten Konkurrent mit den drei Buchstaben die „Zap-it!” an der Kasse stehen hat für lächerliche drei Euronen. Das sind mal knapp als 60 % weniger als ich damals noch für meinen Ersten bezahlt habe.

Wie gesagt, mich kratzen Mückenstich nicht mehr. Ich bin von dem Teil mehr als einhundertprozentig überzeugt und bin Mela sehr sehr dankbar für ihren damaligen Tipp. Ich habe mir nun noch einen gekauft, der am Bett liegen darf im Sommer. Der andere hängt in der Tasche ab. Keine Salbe mehr, die man bei fiesen Stichen wirklich oft auftragen muss, kein Salbengeruch oder -geklebe, kein in der Nacht trotz Salbe immer wieder wach werden, keine offenen Stellen. Die meisten Mückenstich vergesse ich nach der ersten Behandlung.

Das Ding wird natürlich online kritisch diskutiert, dabei gerne in die Eso-Ecke gedrängt (wobei ich das genau eigentlich nicht begreife, denn die Volleigenblut-Esoteriker, die ich so kenne, meiden ja den Strom wie der Teufel das Weihwasser). Ich kann Euch nur den Tipp geben: ausprobieren! Kostet jetzt nicht mehr die Welt, kann aber viel nervige Auseinandersetzung mit Stichen ersparen!

2015-06-02

Haircut-Tuesday

Geneigte ältere Leser dieser Blogs werden wissen: ich mag nicht zum Friseur gehen. Einen neuen Haarschnitt zu bekommen, das hat in meiner Welt nichts mit Wellness und Wohlfühlmomenten zu tun. Im Gegenteil. Mir zum großen Teil eher unsympathische Menschen waschen, zerren und fummeln an mir herum. Riesenspiegel haben nichts Besseres zu tun als mir jede meiner großen Pore der Haut aufdringlich auf die visuelle Stulle zu schmieren. Aufdringliches Licht mit dem Gemeinheitspotential eines Dieter Bohlen auf der Castingjurybank in Höchstform brennt jede Falte noch tiefer als sie sich schon natürlich angeordnet hat, Halsfalten stulpen sich über zu eng gebundene Friseurumhänge. Dazu spielt Musik, üblicherweise 20 % Rhianna und 80 % lauter Rhianna-Wannabes, die ich mir im Leben nicht auf eines meiner musikabspielenden Geräte kopieren würde, weil sie in mir prompt den Wunsch erweckt weit weg rennen zu wollen. Und wenn es richtig hart läuft, dann will der Friseur mir auch noch ein Gespräch aufzwingen – zusätzlich zu den Gesprächen, die rechts und links meines unbequemen Stuhls bereits stattfinden.

Friseur-Besuche sind für mich eine Qual, erwähnte ich das?

Ein Himmelsgeschenk sind für mich daher diese Cut'n Go-Schnippsler. Ich sehe darin persönlich nur Vorteile, ich kann da hingehen, wenn mein Nervenkostüm sagt, heute ist ein guter Tag – ohne Wochen vorher einen Termin zu machen, was bei mir ungefähr solche Zustände auslöst wie bei anderen Menschen das Wissen „in drei Wochen einen Zahnarztermin mit Wurzelbehandlung zu haben.” So warte ich normalerweise nicht länger als 30 Minuten. Wenn überhaupt, meistens sind es nur fünf Minuten. Das liegt natürlich mit daran, dass ich vormittags hingehen kann, wenn nichts los ist. Und deswegen bin ich meist binnen 40 Minuten wieder raus aus dem Laden. Damit kann ich umgehen.

Cut'n Go-Friseure sehen sich selten genötigt zu ihren Kunden eine persönliche Bindung aufzubauen. „Ich Geld, Du Schnitt” – das ist die einfache Maxime, die uns davor schützt tiefgreifende Gespräche über Wetter, Kinder, Politik und sonstige lustige Alltagsthemen führen zu müssen: I like it!

Wie oft habe ich bei einem Termin-Friseur solche Unmengen an Geld gelassen und war hinterher wochenlang tief unglücklich mit meiner Frisur? Unzählige Male. Und was für irrwitzige Summen! Beim Cut'n Go-Friseur habe ich es nicht mit überambitionierten „Hairstyledresserartisten” zu tun, die nicht hinhören, wenn ich ihnen etwas zu meinen Haaren sage, weil sie der Meinung sind aufgrund ihrer Profession eh alles besser zu wissen als ich, die immerhin mit dieser Mähne seit knapp 50 Jahren auf diesem Planeten weilt und sich davon ca. 35 Jahre intensiv mit deren Gestaltung (aka Bändigung) auseinander setzen muss. Der Cut'n Go-Friseur ist nicht überambitioniert. Für 12,— Euro gibt es einen Schnitt und gut ist es. Früher musste man sich ja immer noch die Haare föhnen lassen – oh, wie ich das gehasst habe, physisch und hinterher visuell.

Um dann nach Hause zu gehen und als erste Handlung den Kopf wieder unter den Wasserhahn zu halten. Jetzt wird geschnitten und ich föhne. Oder föhne nicht und lasse im Sommer den Fahrtwind vom Rad den Rest gestalten. Das ist so entspannend!

Ja, im Grunde sind das dort Ausbeuterpreise. Andererseits muss man sagen, sind es auch faire Preise, denn viele Kunden sitzen mit ihrer Haarlänge keine zehn Minuten auf dem Stuhl. Und warum sollen Leute mit Minimalschnitt irrsinnige Geldsummen beim Friseur lassen? Ich halte es so, dass ich grundsätzlich mindestens 5,— Euro Trinkgeld gebe.

Heute war ich also dann wieder bei meinem favorisierten Cut'n Go-Friseur. Ein Laden in der Zossener Straße in Kreuzberg mit Stammpersonal, wo man schon sagen kann, „ich will die Haare von Dir geschnitten bekommen”, wartet man halt fünf Minuten länger.

Nach einem halben Jahr Mindestlohn hat man dort also die seit Jahren (!) gehaltenen 12,— Euro pro Schnitt auf 14,— Euro erhöht. Das Personal scheint mir erhalten (ein paar Leute haben ja immer frei.) Ich habe hier also nicht den Eindruck, dass der Laden wegen dem Mindestlohn kurz vor der Insolvenz zu stehen scheint. Natürlich verdienen sich Friseure in solchen Läden die Nase nicht golden, schon gar nicht die Angestellten. Deswegen plädiere ich immer wieder dafür ihnen ausreichend Trinkgeld zu geben (und mich macht immer ein bisschen sauer, wenn Leute da wirklich passend zahlen.) Wofür also dieses ganze Mindestlohn-Drama vor der Einführung?

Bei 14,— Euro habe ich heute auf 20,— für meine Friseurin aufgerundet. Ich habe also sogar einen Euro drauf gelegt im Vergleich zu früher. Sie hat (wie immer) sehr gut geschnitten und mich nicht genervt, ich war nach 30 Minuten draußen – alles gut. 20,— Euro für einen guten Haarschnitt sind ein Witz.

2015-05-31

Hummel-Weisheiten

„Guck mal, Shiina, das ist eine Hummel.
Und bist die Pummel-Hummel. Ihr seid Euch beide sehr ähnlich.
Nur dass sie Pollen sammelt. Und Du Kalorien.”

2015-05-25

Ohne dieses Internet …

… hätte ich niemals Sätze geschrieben wie:

»Mein Sauerteig namens Chantalle wird immer aussehen wie Coco Chanel!«

2015-05-17

Das Kissen, das beinahe sechs Mal einen Reißverschluss eingenäht bekam.



Im letzten Jahr habe ich in einer Filiale von Traumbeere (aka Dummydoll) ein Stück Reststoff gefunden, das mein Herz ein Stück höher schlagen ließ. Ein orientalisches Muster mit viel Türkis-Anteilen darinnen, ein schöner fester Baumwollstoff mit etwas Stretch. Leider war der Rest wirklich wenig, einen knappen Meter. Und so bin ich einige Tage später noch mal zur zweiten Filiale gefahren, um dort eventuell noch mehr vom Stoff erhaschen zu können. Aber auch dort gab es nur noch den Rest, das waren wieder nur ein knapper Meter.

Erst zu Hause fiel mir auf, dass der letzte Rest mit einem deutlichen Fehler im Druck gedruckt worden war. Während der Stoff ein leichten Okerton als Grundton trägt, war dieses Stück partiell weiß. Insofern mit dem ersten Stück Stoff so gut wie nicht verwertbar. Zurück bringen wollte ich ihn auch nicht. Und während ich hin und her überlegte, was nun damit zu nähen sei, entschied ich mich für ein Kissen für den Balkon. Da herrscht Türkis gut vor und die Katzen würde etwas Unstimmigkeit im Stoff nicht weiter stören. Überhaupt sollte es für die Katzen sein, denn eine kleine bunte ältere Katze mag die etwas stabileren wenig kuschligen Auflagen nicht zu schätzen.



Also den Kreis zugeschnitten und knapp 20 cm nahtverdeckten Reißverschluss an beide Hälfte geheftet. Reißverschlüsse kann ich mittlerweile halbwegs passabel einnähen, wenn gleich mich ab und an das Nähbild noch nicht ganz überzeugt. Das ist eine Frage der Übung, das ist mir wohl klar. Tatsächlich sehen sie schon recht gut aus, wenn ich mir meine Erstversuche wieder in das Gedächtnis zu rufe. Alleine die Stelle, wo der Zipper am Nähfuß vorbei gezogen werden muss, läuft die Naht manchmal aus ihrer Geraden – obwohl ich die Nadel wie empfohlen immer im Stoff stecken lassen, wenn der Zipper verschoben werden muss. Und die Enden vom Reißverschluss. Die Stelle, an der man zur gegenüber liegenden Seite des Reißverschluss näht. Wann man die Zipfel festnäht, wann nicht, diese Stelle wird mir immer noch und immer wieder gerne zum Verhängnis.



So nähte ich auch bei diesem Stück die Zipfel zunächst fest. Was sich als kontraproduktiv erweisen sollte, spätestens wenn die beiden Kissenseiten aufeinander genäht werden sollten – man hätte sie in der Naht gesehen. Also trennte ich den Reißverschluss noch einmal aus. Der zweite Versuch führte dazu, dass ich den nahtverdeckten Reißverschluss durchnähte, also es schaffte ihn mit sichtbarer Naht zu nähen. Aufgetrennt. Beim dritten Versuch sah es eigentlich ganz gut aus – bis ich die Enden vernähte. Aufgetrennt. Beim vierten Versuch riss der Oberfaden und die Naht verlief auf einer Seite also mit Bruch und doppelreihig. Aufgetrennt. Beim fünften Versuch habe ich alle vorher exerzierten Fehler beherzt ausgelassen und den Reißverschluss – für meinen Perfektionismus – halbwegs ertragbar eingenäht. Ich konnte zum Glück noch selbst über mich lachen. Schlussendlich übt man das natürlich besser an einem einfachen Kissen als in einem teuren Stück Stoff eines künftigen Kleides. Aber Reißverschlüsse sind für Nähnovizen wirklich keine schöne oder formulieren wir es bewusst positiv: eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Finde ich. (Vermutlich gibt es Leute, die es lieben Reißverschlüsse einzunähen.)

Gerade eben habe ich übrigens den Reißverschluss fotografiert und finde, er könnte glatt noch mal aufget… Kleiner Witz.



Nun denn, das Kissen ist fertig. Mit dem Stoff zu arbeiten ist wunderschön und wirklich gerne hätte ich noch mehr davon! (Leider war im Webstreifen kein Name noch Hersteller genannt. Eine widerliche Unsitte! So kann ich nicht einmal online noch forschen, ob es ihn in irgendeinem Shop noch gibt.)



Tally und Nishi sind noch nicht beeindruckt vom Kissen aber Shiina hat den Sinn meiner Reißverschlussqual durchaus erkannt und gibt jetzt das Katzenprinzesschen auf der Erbse.

2015-05-14

Bio-Energy

Bei Aldi gibt es jetzt Grillanzünder mit „Bio-Energy”. Manchmal denke ich, wir sollten weniger industriealisieren, dafür weniger Menschen studieren lassen und viel mehr Menschen wieder auf dem Feld arbeiten lassen. Vor allem die, die BWL und Kommunikationsdesign oder Marketingswissenschaft studieren möchten. Verpackungsdesigner sollen auch wieder mehr Kohl ernten.

Das könnte diese Menschen von weiteren dummen Ideen abhalten.