2012-12-18

Instagram möchte Geld verdienen

Ein Dienstleister namens Instagram stellt seit 2010 ein Applikation frei zur Verfügung mit der Smartphone-Anwender Fotografien mit Effekten (Filtern) verändern können und über die verwendeten Microblogging-Dienste mit der restlichen Welt teilen können. In diesem Jahr erhalten die User die Möglichkeit auf einer personalisierten Homepage beim Anbieter gehostet „ihr” Werk im Kollektiv zur Schau zu stellen. Das tun bis September 2012 immerhin weltweit 100 Million Anwender laut Eigentümer.

Im Dezember 2012 verkündet der Dienstleister, mittlerweile von Facebook aufgekauft , sein künftiges Gschäftsmodell. Es wird künftig mit den Daten der User gehandelt werden (also von den Leuten, die in den letzten Monaten wie blöd sich dort ihre Micro-Homepages aufgebaut haben) und man möchte mit deren Fotos durch (wahrscheinlich Lizenz-)Verkauf Geld verdienen.

Das finden nun alle sehr sehr schlimm.

Ich finde ja eher schlimm, dass sich alle dieser Dienstleistungen mit Wonne kostenlos bedienen, sich aber aber keine oder kaum Gedanken über deren Geschäftsmodelle machen. Sich also im Grunde nicht mal einen Pfennig Geist darum scheren, wovon die Leute, die ihnen solche Dienste anbieten, die Miete, Essen und Lebensstil bezahlen. Das ist schon ganz schön ignorant, wenn mir diese Kritik gestattet ist.

Dann ist man vergleichsweise sauer, dass mit den „eigenen” Fotos Geld verdient werden soll. Das wäre ich, als Fotografin, wohl auch. Weswegen ich meine Fotos, also zumindest jene mit denen ich Geld verdienen möchte, nicht irgendwo online stelle, wenn ich das Gefühl haben muss, ich gebe damit einen Teil meiner Rechte am Urheberrecht ab – oder auch nur die Kontrolle darüber.

Das genau aber tut man natürlich bei Instagram genau immer – denn man bedient sich einer Filtersammlung, die man – im Gegenteil zu einer selbst z. B. in Photoshop generierten Aktion – nicht selber produziert hat, das heißt also daran auch keinerlei Rechte besitzt. Kurz: Instagram-Fotos sind ab dem Filtereinsatz kein Bildwerk an dem nur noch ein Einzelner ein Recht besitzen kann. Schon mal darüber nachgedacht?

Das andere Hühnerauge auf das ich Euch, so Ihr Instagram-Fans seid, leider treten muss: kommt bitte schön wieder runter von Euren unrealistischen Träumen. Instagram-Fotos sind lediglich eine Mode, ein Trend. Sie sind aber weder besonders attraktiv, noch dienen die Filter ernsthaft dafür, ein Foto zu einem besseren, weil im Ausdruck stärkeren Foto zu machen. Ganz im Gegenteil. Ich denke so oft, das hätte ein sehr nettes Foto sein können (bedenkt man es ist vergleichsweise mager aufgelöst aus einer Smartphonekamera entsprungen), hätte man es nicht mit so einem besch… übergesehenen Filter hässlicher gestaltet, als es im Original vermutlich ist. Kurz: wer glaubt Ihr denn soll Euch Eure Instagram-Fotos im großen Stil abkaufen? Wo soll denn dafür dieser Markt sein? Der Markt seid lediglich ihr, die ihr glaubt, die Hipster in der Modewelle Instagram zu sein. Was völlig okay ist, den Spaß sollt Ihr haben. Aber bittet haltet Eure Füße auf den Boden der Tatsachen: die wenigsten Medien – ausgenommen einiger expliziter für den Instagram-Markt geschaffener Magazine – würden sich Eurer Fotos wirklich gerne und im großen Stil bedienen. Wenn es einen Markt dafür gibt, dann seid Ihr dieser Markt. Und nur Ihr!

Und wir reden hier von Fotos im übrigen, die Ihr doch selber gerade in einem Online-Medium publiziert habt, dass hierfür kaum echte Kontrollmöglichkeiten in der Fremdverwertung kennt.

So wäre es im Grunde doch noch ganz nett, wenn Euer Foto wenigstens offiziell verkauft wird. Die viele anderen, die Euer Werk mit einem simplen Rechtsklick und einer Umbenennung als eigenes Werk ausgeben oder einer anderen Verwendung zuführen, haben Euch doch bisher auch kaum gestört, nicht wahr?

Ach, Ihr findet es blöd, dass jemand mit Eurem Werk Geld verdient? Derjenige hat dafür, dass Ihr seine Technik nutzt, seine Filter nutzt in den letzten Jahren viel Geld hingelegt. Denn auch Instagram-Filterprogramierer kosten Geld, brauchen Technik. Auch Instagram-Server laufen nicht ohne Strom, überstünden keinen Regenschauer ohne Dach über deren Kopf. Ja, ich habe echt doofe Nachrichten für Euch heutigen Heulsusen: „It's all about money.” Und nein, Instagram kann keine Ausnahme bilden.

Ich diskutiere wirklich gerne über die Rechte am eigenen Werk und halte diese hoch – denn ich verdiene ja gelegentlich auch Geld damit. Aber heulen, weil eine Kostenlosleistung nun erstmals ihr Income-Modell definiert? Ich mag diesen Egoismus nicht von Euch Anwendern. Und ich mag auch nicht diese Naivität von Euch Nutzern.

Und wirklich mit Verlaub: die meisten Instagram-Fotos sind leider wirklich hässlich. Wenn es der Style einer Generation sein soll, nicht fotografieren lernen zu wollen und Schrott mit einem Filter zu vergolden, dann tut es mir leid, muss es aber natürlich respektieren.

Inhaltlich bin ich aber bei jedem Koch, bei jedem Wirt, bei jedem Schöpfer sichtbaren Eigentums, wenn diese befinden, dass sie ihre Schöpfungen nicht hässlicher dargestellt sehen möchten, weil verfremdet, als sie von ihnen kreiert worden sind.

Edit: Die schriftliche Auseinandersetzung von Don Dahlmann mit dem Thema – vom künstlerischen Kram ganz losgelöst. Noch einen Tag später beschreibt Thomas Knüwer das Instagram-Debakel aus journalistischer Sicht.

2012-12-16

Meet Autismus

Aus der unsäglichen Unterstellung von Spiegel.de aber auch anderen journalistischen Medien, die den Amokläufer auch im aktuellen schrecklichen Fall in den USA grundsätzlich in die Ecke „Autisten” schreiben, formiert sich eine Gegenwelle von bloggenden Menschen, die mit der Diagnose Autismus leben.

Diese Blogposts zu lesen, das erweitert seit gestern meinen Horizont und ich treffe auf interessante für mich neue Blogs von Menschen, die über ihr Leben mit der Diagnose Autismus – in den unterschiedlichen Stufen – schreiben. Wieder einmal wird deutlich, worin die Grandezza dieser Blogwelt liegt, nämlich in dem Austausch mit Menschen zu denen man sonst wenig Kontakt hat, noch sie zur Kenntnis nehmen könnte, alleine aus geographischen Gründen.

Insofern hat das Vergehen der nicht recherchierten Vorverurteilung dieser Journalisten etwas Gutes: sie bildet. Sie lehrt. Ich hoffe sehr, die Journalisten nehmen die Gegenargumentation aus dem Web als genau das an, was sie schlussendlich ist: Belehrung. Bildung. Die herzliche Aufforderung, es künftig besser zu machen.

Bitte lesen – und vergesst die verdammte(n) Verlinkung (Herzen) nicht!

Realitätsfilter Lieber Spiegel online
dasfotobus Ich töte keine Menschen!
autzeit Fremdbestimmt
Aspergerfrauen Mein Name ist Sabine und ich bin keine Massenmörderin
Quergedachtes Autismus: das Medienbild und die Wirklichkeit

Edit: Schnell reagiert haben Enno Park und Anatol Stefanowitsch und mit Bloggern, die offensiv mit Bloggern mit der Diagnose Autismus über eben das Thema Autismus in den Medien „Angriff der Killerautisten” gesprochen.

2012-12-15

Flugpate von Teneriffa nach Berlin gesucht!



Eine mir bekannte Tierschützerin sucht sehr dringend für einen niedlichen Katerfratz, Nelson, einen Flugpaten von Teneriffa nach Berlin. Der kleine Kerl hätte hier ein neues Zuhause, ist aber vor Ort derzeit in einer Auffangstation eingesperrt und leidet sehr darunter.

Die Katzen kommen in einer Tasche und sind leicht für den Flug sediert. Man hat also wirklich keine Umstände mit ihnen – ausser einer Tasche (meist) Handgepäck mehr. Alles Organisatorische wird vor Ort von Beatriz übernommen. Die Mieze wird direkt am Flughafen von den neuen Besitzern in Empfang genommen.

Zur Not ginge natürlich auch ein Flug von Teneriffa an einen anderen deutschen Flughafen in Berlin Nähe (Dresden etc.), sicher lässt sich eine Weiterfahrt organisieren.

Ich wäre dankbar, würdet Ihr Augen und Ohren offen halten, das Blogpost ggf. verlinken!

Dankeschön!

2012-12-11

Therapeutin im Kosmetik- und Beauty-Bereich



Beschrieben wird hier die Freundin von Uwe Ochsenknecht und ich überlege seit ich diesen Artikel gelesen habe – ein Artikel in dem sich Uwe als echter Dinosaurier präsentiert übrigens – was bitte schön und zur Hölle macht eine Therapeutin im Kosmetik- und Beauty-Bereich?

2012-12-10

Vermutlich …

… das netteste Graffiti auf Berlins S-Bahn-Strecken überhaupt:

2012-12-08

Is' 'ne Ansage!

2012-12-07

Was mich dieser Tage wirklich amüsiert …

dass sind die Leute im Web, die es völlig beschränkt finden, wie Gaga diese unsere Welt nun auf die Nachricht eines einzelnen britischen Babys reagiert, weil aus ihrer Sicht gänzlich unwichtig.

Aber mit dieser ihrer Meinung dann das Internet ausgiebig betexten. In aller relevanten Irrelevanz.

In irgendeinem Kommentar, auch irgendwo in diesem Internet, regt sich jemand auf, dass die faulen arbeitslosen Bastarde ja keine Sportprogramme bräuchten, würden sie ihren Arsch nur mal in Richtung Ehrenamt bewegen.

Richtig ist: ALG II-Bezugsempfänger dürfen maximal drei Wochen Ehrenamt im Jahr absolvieren, sonst müssen sie um ihre Leistung fürchten, denn sie gelten nicht mehr als vermittlungsfähig. (Amtsdenke: die gleichen Menschen, die sich noch neben einem Fulltimejob bewerben können, wenn sie eine neue Aufgabe suchen, können dies aus irgendwelchen Gründen plötzlich nicht mehr, sind sie erst einmal arbeitslos und würden sie dabei gleichzeitig ein Ehrenamt bekleiden.) Ehrenamtliche Organisationen können es sich aus ganz unterschiedlichen – jedoch immer sehr nachvollziehbaren – Gründen gar nicht leisten, alle drei Wochen neue Mitarbeiter einzuarbeiten und lehnen den willigen ALG II-Bezugsempfänger daher zwangsläufig ab.

Zunehmend bin ich für eine deutschlandweite Zwangsmaßnahme: Menschen, die zu ihrem Glück noch nicht im Bezug standen und einen Wissenstest zum Thema nicht bestehen, gehören die Inhalte der Sozialgesetzgebung in aller Realität in einer Zwangsschulung vermittelt. Pseudowissen zur 4. Stufe der Hartz-Konzeption nach acht Jahren ist nicht mehr akzeptabel. Ich meine, in Anbetracht der Tatsache, dass es jeden von uns treffen kann.

Bin heute geweckt worden durch sehr dringliches und sehr frühes Kindergeschrei. Was für hiesige Wohnverhältnisse eher unüblich ist. Naheliegend ist es eher, von der über mir wohnenden Nachbarin geweckt zu werden, die schon mal um 04.30 Uhr agil senil aus ihrem Bett flüchtet, um lautstark ihre Wohnung umzuräumen (jeden Morgen gefühlt auf ein Neues). Dieser Hausputz wird dann so gegen 05:30 Uhr, kurz nach meinem erneuten Einschlafen durch eine Niesarie (Hausstaub eben) abgeschlossen.

Ich war geneigt, das weinende Kind zu mir zum Spielen ins Bett zu holen. Da wir ja eh alle zur gleichen Zeit wach waren …

Überhaupt Schlaf. Schlaf ist auch so eine Sache.

Die Financial Times Deutschland zelebriert heute ihre letzte Ausgabe und die Geschäftleitung verabschiedet sich in einer Weise, die von einem Teil der Internetleser kritisch bewertet wird. Ich denke, wer glaubt in einer ähnlichen beruflichen und menschlichen Situation den absolut perfekten Abgang hinzubekommen, werfe bitte den ersten Wattebausch.