2012-07-01

Bilder einer Großstadt, …

… die man gar nicht braucht.

Fahre ich eben zum Ostbahnhof frische Brötchen & Co. kaufen. Dann steht am Bethaniendamm ein Fahrzeug und ich denke, das ist Gerichtsmedizin. Fahre ich weiter und sehe wie sich Polizisten die Handschuhe anziehen und sich aufmachen das Grün zu durchsuchen. In dem Moment fällt mir dann auch die Absperrung auf, sowie die Frau mit der Kamera auf deren Rücken „Kriminalpolizei” steht.

Dann weißte, da ist ein Mensch zu Tode gekommen und vermutlich nicht natürlich.

2012-06-30

Die haben fertig.

Ich wundere mich mit zunehmenden Alter über immer weniger. Gleichfalls jedoch wird meine Erkenntnis, zunehmend unglaublich vielen und immer mehr werdenden Absurditäten gegenüber zu stehen, immer größer. Man hat eben schon recht viel gesehen. Beispiel: Tampons. Also die Dinger mit denen wir Frauen unsere Ersatzflüssigkeit in Schach halten. (Was Jungs damit machen, will ich lieber nicht wissen.)

Der Tampon ist im Prinzip zu Tode erfunden, da passiert nicht mehr viel. Na ja, wenn man davon absieht, dass es ihn jetzt auch mit Flügeln gibt und Seidenoberflächen (von vermutlich total fleißigen chemischen Seidenraupen erzeugt) oder schick quer und längs gerillt. Und weil das so ist und der Tampon im Erfindungsreichtum nicht mehr viel hergibt hinsichtlich seiner Produktentwicklung, weil er ja blöderweise immer noch eine gewisse Funktionalität beweisen muss, verpackungsmarketeln sie sich jetzt an des Tampons Verpackung dumm wie Brot.

Es gibt keinen Tampon, der auch nur annähernd ähnlich wie ein anderer Tampon öffnen ließe. Nicht einmal Tampons nur einer Firma könnten das noch als Feature liefern: ein gleiches Öffnungsprocedere! (Was sie früher konnten, es ist also nichts, was man ihnen nicht zutrauen dürfte.) Früher war Zellophan irgendwie aufzubekommen, das hat sicherlich manchmal genervt in wenig praktikabler toilettöser Dunkelheit oder aus anderen beschwipsten Gründen. Dann kam lediglich einen Schnipsel finden und aufziehen, danach der farblich sichtbare Schnipsel. Es folgte die Variante gegeneinander drehen und heute sind wir bei „wir brechen das Zellophan auf”. Ich muss nun also immer sehr rabiat mit dem Tampon umgehen, obwohl ich das persönlich gar nicht möchte. Wer will schon seines Tampons Willen brechen?

Gegeneinander drehen fand ich persönlich schon ganz gut praktisch aber grenzwertig nahe der Gewalt. Tampons verbiegen indes geht so von der Coolness her eher nicht. Ich will's nicht. Ich will auch keine verbogenen Tampons wieder gerade biegen müssen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich eine sehr einfach strukturierte traditionelle Tamponnutzerin, wenn ich mal wieder einen Ersatzflüssigkeitsanfall meinen eigenen nennen darf. Tatsächlich will ich das Ding aufbekommen und verwenden. Aber wahrscheinlich ist Schnickschnack der neue Trend beim hygienischen Menstruieren.

Worauf ich indes seit gefühlten Jahrhunderten warte und was nicht kommt, nicht kommt, nicht kommt: das ist die smarte bedruckte Cellophanhülle – nur für die Frau. So etwas wäre dem Thema und dem Aufenthaltsort des Produktes dermaßen naheliegend, da kann natürlich kein Marketingheini drauf kommen. Zu simpel. Was ist denn an einem Konterfei von Keanu, George, Colin oder Brad (Brad nur für Euch, der lässt mich ja exemplarisch kalt) oder wie hier: Sexy Boys einzuwenden?

Nein, auf das eigentlich Naheliegende kommen die natürlich nicht. Nerven uns lieber mit Verpackungsöffnungsschnickschnack, den die menstruierende Welt nicht braucht. Eines Tages, das schwöre ich Euch, bieten die Tampons nicht mehr nach Tages- oder Nacht oder in S, M, X, XL-Größen im Regal an, sondern nur noch Verpackungsmechanismus sortiert.

Aber dann bin ich zum Glück im Klimakterium. Hoffentlich.

2012-06-24

Liebe

Das wohl schönste Bild, das ich aus diesem Wochenende mitnehme: die Frau, die mit ihrer (vermutlich) Mutter, die sehr alt, dem Tod offensichtlich ganz nahe, im Rollstuhl liegend schon sehr abwesend, am Kanal saßen. Die Frau nahm den Kopf so zärtlich in beide Hände und küsste ihre Mutter sehr hingebungsvoll.

Plötzlich war alles voll Liebe.

2012-06-22

Bisschen viel Arbeit …

… sonst alles gut.

2012-06-16

Fischsuppe …

… heute mal mit:

2012-06-15

Kurze Momente

In der S-Bahn. Ich trage sommerliche Sandalen mit so 'nem esorterischen Gebömel als Schmuckstück dran. Unauffällig, sonst hätte ich die Dinger nicht gekauft. Sieht so ein bisschen aus, als hätten meine Füße das dritte Auge. (Nicht blöd an sich, denn ich bin ja bekanntermaßen trottelig unterwegs. Ist immer prima, wenn einer mehr guckt.)

Eine Frau sieht in der S-Bahn, als ich einsteige, auf meine Füße und lächelt entzückt versonnen während sie die Sandalen betrachtet.

Ich wüsste so gerne die Geschichte zu diesem Lächeln!

2012-06-14

So komisch

Der Veranstaltungsort täglichen Werkens und Amüsements bedient seine Kunden mit einer der schnellsten und modernsten Technologien, an denen man landläufig Interesse vermelden kann und ist dabei so behäbig und naiv unwissend auf gleichem Gebiet, dass ich zumeist in ein verwundertes Stauen verfalle. Täglich neu. So bleibt gelegentlich das Gefühl das exorbitante luxuriöse steinernde Foyer, das ich täglich durchschreite, ist doch nichts anderes als der Eingang zur Höhle der Steinzeit.

Es ist nicht so, dass sie nicht wollen. Es ist so, dass sie 500 Seelen verwaltet bekommen müssen und sich nebenbei einer Qualität versichern und viele Dingen regeln und natürlich die eigenen und noch mehr die fremden Daten so schützen, dass darüber hinaus ein logisches sinnvolles Arbeiten immer weniger möglich zu sein scheint. Das größte Unverständnis dabei, dass Datenschützer tatsächlich so weit gehen, dass man im Kundendienst dem Kunden keinen Support anbieten kann, den er dringend erfragt. Erklärt man ihm die Situation, fragt er weiter und das ist gut so, denn seine nächste Frage, ob man eventuell nicht alle Tassen im Schrank hat, lenkt ihn sehr prompt und sicher von seinem eigentlichen Problem ab. Wir nennen das Support.

Doch, doch haben wir. Die Tassen sitzen fest in den vielen Küchen des Unternehmens mit dessen Logo verziert, wie sich das gehört. Aber wir haben auch TÜV-Zertifizierungen. Und wir haben deutschen Datenschutz. Wir arbeiten halt mit Daten.

Das Einzige, was mich gelegentlich in meinem Unglauben, man könnte so tatsächlich geschäftlich erfolgreich sein, beruhigt, ist das Mutterschiff. Das ist mittlerweile so dermaßen behäbig, dass es nur noch still steht. Und dieser Stillstand wirft prima und ohne Ende Geschäfte auf die vielen Töchter ab. Also muss man sich diesbezüglich gar keine Sorgen machen. Und überhaupt: neben der Mutter wirkt man glatt wieder jung, flexibel und wild bis sorgenlos.

So gesehen arbeite ich in einem Unternehmen, in dem der Punk herrscht.