Ich war diese Woche schon drei Mal Ökoschwein. Einmal gab es Seeteufel und zweimal habe ich meiner Kochwäsche die Vorwäsche gegönnt. Daneben bin ich drei Mal Müll wegbringen gewesen und habe Müll entsorgt, um den ich 1. nie gebeten und 2. ihn nie gebraucht hätte.
Neulich bei Kaiser's (Apostroph hier ja Firmen-CI-Idiotie, ich war's nicht!) an der Kasse die Milchtüte wieder getroffen. Habe fast weinen müssen über das Wiedersehen nach so langer Zeit.
Ich bin reif. Im Sinne von fertig. Ich gehe zu Kaiser's, nur um Käse zu kaufen. Und dann flüstert in meinem Hirn eine Stimme: „Gehe zur Fischtheke. Gehe JETZT zur Fischtheke!“ Und dann gehe ich dorthin, ferngesteuert von der Stimme in meinem Hirn und diese flüstert weiter: „Kaufe diese eine Forelle. Kaufe JETZT diese eine Forelle.“ Ich halte es für obsolet diese eine Forelle zu kaufen, weil es die letzten zwei Tage schon Fisch zum Abendessen gab und kaufe die Forelle. Ich komme nach Hause, der Kater guckt mich unschuldig an und während der folgenden zwei Stunden bis zum Abendbrot weicht er nicht von meiner Seite und kommen wir zum sitzen, sitzt er mir gegenüber und macht sein Forellengesicht.
Ferngesteuert. Ich. Nicht nur von Werbung. Auch vom Kater.
Am gleichen Tag vor der stillgelegten Postfiliale gestanden. Ersatzlos gestrichen. Im gleichen Umfeld befinden sich die ehemaligen Sozialbauten mit hohem Behindertenwohnanteil. Was hat ein Rollstuhlfahrer auch mit der Post zu schaffen?
Anfang der Woche dem Inhaber von McFit geschrieben und höflich darauf aufmerksam gemacht, dass Bestattungen und Überführungen (für Opfer aus dem Ausland) sehr teuer sind und man als Veranstalter für eine Übernahme stehen kann, ohne damit ein Schuldgeständnis einzugehen. Die Stadt Duisburg organisiert eine Trauerfeier am Samstag für die Opfer und vergisst die Eltern der Opfer einzuladen. Vergisst Beileid auszusprechen. Vergisst mit ihnen über eine Bestattung zu sprechen. Es ist nicht alleine das Unglück an sich, das so fassungslos macht. Es ist der Umgang der Offiziellen mit der Tragödie jenseits aller menschlichen Konventionen, der so sprachlos macht! Offensichtlich soll sich die Sinnlosigkeit bis zum Ende durchziehen. (Edit: Die schweigende Minderheit.)
Manchmal den Wunsch irgendwo in ein kleines Dorf zu ziehen. Irgendwo auf dem Berg. Über alle und alles blicken können, aber nichts und niemanden mehr an sich heranzulassen. Den schlimmen Dingen außen von innen die Tür zu verschließen.