2010-01-13

Da weiß ich heute schon, wie …

meine Freundin bel im Dreieck springen wird.

Bundeskanzlerin spricht sich für Zeitarbeit aus – In der Debatte um Leiharbeiter bei der Drogeriekette Schlecker spricht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Abschaffung der Zeitarbeit aus. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) will die Branche überprüfen. Leiharbeitern ergeht es laut der OECD in Deutschland besonders schlecht.

Mesdammes, da gibt es nichts zu prüfen. Einfach mal den Aussagen Glauben schenken der Menschen, die diese Ausbeutung seit Jahren mitmachen.

2010-01-11

Küchenkatastrophen



Meine persönliche kleine bis mittelschwere, auf alle Fälle superfiese Küchenkatastrophe hatte ich im letzten Jahr. Ihr erinnert Euch sicherlich. Die Gänse-Rotweinbeize macht sich immer noch hübsch auf meinem Holzfußboden.

Bei meiner Mutter, so erinnere ich, stand eines Tages die Feuerwehr vor der Tür, weil die Rouladen auf dem Herd sich still und heimlich zu Briketts verwandelt hatten. Wir wohnten erdgeschossig, das Küchenfenster stand offen, die Küchentür war wegen der Katzen in solchen Momenten immer geschlossen und so bekam man dank zehn Meter langem Flur im Wohnzimmer nur selten mit, was vorne eventuell vergnügt vor sich hin kohlte. (Hatte ich in diesem Blog schon erwähnt, dass meine Mutter einer dieser typischen weiblichen Telefonjunkies war? Daneben hatte meine Mutter generell ein aufdringliches, um Aufmerksamkeit heischendes Rouladenkarma. Wenn die Dinger aber mal nicht verbrannten oder vor sich hinflogen, dann waren sie meist unbezahlbar lecker.) Aufgrund der Rauchschwaden, die aus dem Fenster zogen, hatte ein Nachbar die Feuerwehr gerufen. Dieser Nachbar hatte es übrigens nicht als relevant empfunden, an unserer Tür zu klingeln und Bescheid zu geben, dass es seiner Meinung nach in unserer Wohnung brennen würde …

Inspiriert von meinem Fiasko hatte die reizende Frau Kelef schon in den Kommentaren eine ihrer hübschen (offensichtlich zahlreich vorhandenen) Küchenkatastrophen zum Besten geben und auf meine Bitte hin in ihrem Blog tatsächlich „Fasan, gebraten“ köstlich nachgereicht.

Wie steht es denn um Eure persönliche größte Küchenkatastrophe? Wäre die Geschichte nicht feines Blog-Füllmaterial für diesen einen lazy-daisy verschneiten Januar?

„Seriöse Information hat Zukunft“

Interessantes Interview mit Tyler Brûlé, dem Herausgeber von „Monocle“ – ich mag das Magazin sehr – zur Qualität und wie sie sich auf eine mediale Zukunft auswirken wird.

2010-01-10

Hochfliegender Fellträger

Stechwurst

Der Fleischereiverkäuferin will ich aber auch nicht im Dunkeln begegnen …

2010-01-08

Schnee



Wir haben hier dieses Jahr (und letztes Jahr ebenfalls) also auch mal Schnee und zwar in ordentlicher Menge und Qualität. Berlin hat ja leider nicht so oft Schnee. Berlin hat lieber fiesen Ostwind. Und wenn dann der Schnee mal kommt, dann liegt er dünn vor sich hin und spätestens Mittags um zwölf Uhr haben ihn die Verkehrsräderigen schon zu einer schwarzen Pampe verunstaltet, die Ähnlichkeit mit dem Sand von Lanzarote hat – nur ohne Meeresrauschen. Vielmehr mit Platsch, Pitsch, Batsch. Das mit dem Sound kann er also auch nicht so schön. Dann gefriert der Matsch und wenn dann tagelang die Sonne nicht scheint, dann haben wir die Stadt im schönsten Grauton, wie ihn sich nicht einmal die damaligen Obigen der DDR hätten ausmalen können.

Letztes und dieses Jahr haben wir also Schnee in Berlin. Ganz weiß, Schlittenwetter. Sogar vor Weihnachten lag schon einmal Schnee! Zu Weihnachten … naja. Das wäre auch zu sehr aus der Rolle gefallen. Silvester haben wir bei mir vor der Tür etwas gefeiert und hinterher ordentlich unseren Krawallmüll eingesammelt und im Hausmüll entsorgt, obwohl in allen Frauenzeitschriften ohne echte Modells (was ist eine Person eigentlich, die sich für Geld zum Zwecke der Zurschaustellung mit Kleidung oder MakeUp fotografieren lässt?) mit Bombenbauanleitung steht, man sollte Blindgänger nicht anfassen und die Mienensuche den Jungs von der Müllabfuhr überlassen. Ich habe noch nie meinen Knallermüll im Hausmüll entsorgt. Das hat aber wirklich Spaß gemacht. Auch und besonders, weil es so bescheuert ist. Und weil es noch ein netter kleiner Spaziergang (die Müllübergabe bei mir muss man sich ordentlich erlaufen) mit Freunden war. Ins neue Jahr stießen wir auf der Straße mit einem Crémant an in plastikkristallisierten Gläsern, die Herr Exit extra für einen Euro teuer im Elsaß kaufte und nach Berlin importierte. Das war auch schön. Ein frankophiler Abschluss für ein französisches Jahr. Jedenfalls liegt drüben auf der Straße nun kaum Knallermüll, den ich aus dem Fenster zählen könnte, falls mir einmal langweilig ist. Ist es mir allerdings nicht.





Nun ist dieses Jahr alles anders und deswegen ist auch Lino ab und zu dabei zu beobachten, wie er vorsichtig seine grazilen vorgeheizten spanischen Pfoten in den Schnee setzt und dabei unterdrückt um Fassung ringt.



Nishia findet den Schnee lustig wie immer und erklärt dem Kater freundlich, wie das so funktioniert mit dem kalten Nass.



Talytha mag den Schnee auch. Allerdings bemängelt sie, dass auf ihrem Aussichtsplatz soviel Schnee liegt, dass sie dort keinen Platz findet und überhaupt singen ihr im Moment die Vögel zu wenig.



Tally agiert im Moment recht verhalten und in sich gekehrt, so dass ich manchmal fürchte, sie brütet etwas aus.



Sie ist aber winterlich knuffig und hat guten Appetit. Daher sagt mir mein Gefühl, dem Kätzchen scheint im Moment einfach zu wenig die Sonne und sie vermisst den Gesang der Vögel wie keine andere Katze. Oft sehe ich sie lauschen und die Welt dabei nicht mehr verstehen, weil sie ihr die geliebten Töne versagt. Ich werde einen Vogelkalender kaufen und ihn auf Fußleistenhöhe aufhängen. Und ich werde Amselgesänge auf dem Rechner laden und eine Tageslichtlampe besorgen. Die sollen ja Wunder wirken bei winterlichen Depressionen!

2010-01-07

Jahresendfeierflügelschwein



Mir war ja für die diesjährige Jahresendfeierlichkeit nix zu teuer und so erwarb ich neben Marzipanschwein auch Kerzenschwein, ganz entzückende Zwei mit glitzernden Flügeln. Allerdings hat man mir verboten, sie anzuzünden. Die glorreichen Sechs entschieden dem Schwein 2010 wieder begegnen zu wollen, dabei ist das doch schon als Jahr der Ziege früh bestimmt.

Ach ja, Schwein. Und Grippe. So viel TamTam um Rüssels Nase. Da hat man viel Geld rausgeworfen, weil das Impfstoff herstellende Unternehmen befand zwei Impfungen müssen sein und dem Robert-Koch-Institut erst nach Vertragsunterzeichnung später auffiel, eine Impfung reicht wohl doch. Jetzt verkaufen wir das Zeug an die Rumänen oder auch nicht, verhandelt wird und inmitten all dieser vielen kompetenten Entscheidungen stoppt man Mittendrinnen, ziemlich pünktlich ungefähr zu dem Zeitpunkt als man sich eingestehen musste, da hatte man hysterisch epdimemischen Blödsinn verzapft – und zwar Big grande Kaka! –, die Zählungen von Erkrankungen und den angeblich an den Folgen der an einer schweinischen Grippe Erkrankten und Verstorbenen oder eben auch nicht, damit man schlussendlich wenigstens wieder einmal gar nichts hat – außer Spesen. Und das ist ungemein praktisch, denn dann muss man wenigstens aus dem ganzen Schweinekram nix lernen für die holde Zukunft.

Vielleicht lässt sich der Schweineimpfstoff noch schnell auf Ziegenimpfstoff umlabeln. Dann kann unsere Bundesregierung den gleichen Stoff doppelt einkaufen. Würde es wen wundern? Ich meine, ernsthaft wundern?

Ach ja, als mein bester Einkauf hat sich der Lurch Karamellisierer entpuppt. Dann klappt's mit dem Bleigießen nämlich noch im gleichen Jahr. (Wir fingen 2010 damit erst an, waren aber bei den ersten Kerzenversuchen nicht sicher, ob wir's bis 2011 schaffen würden!)



pix by Frau Indica