2009-08-31
2009-08-30
Nishia

meine Nishine, Nishikowski, der kleine niedliche Fellbomber, die coolste Katze überhaupt, entstieg heute nachmittag nach einer gemütlichen Kuschelsession von meinem Bauch, legte sich zum Kater ans Fußende, direkt vor seine Nase, ließ sich von ihm das Fell putzen und dann liebevoll in den Nacken beißen … all das, wovor sie sonst immer bei ihm wegrennt, ließ sie zu, sie forderte sogar freiwillig ein. Das war vor gut fünf Stunden!
Der Kater und ich gucken immer noch blöd.
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Labels: tieffliegende fellträger
Unfassbar!
Die haben überhaupt keine Ahnung, was der Impfstoff gegen das H1N1-Virus mit ungeborenem Leben macht – und der Leiter vom Paul-Ehrlich-Institut ruft allen Ernstes völlig unkritisch auf, dass sich Schwangere impfen lassen sollen – weil es bislang keine Hinweise gäbe, dass die Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich wären.
Klar, ohne Standardtests kann man auch keine Hinweise darauf haben. Nebenbei weiß jeder Mediziner, dass Inhaltsstoffe auf unterschiedliche Menschen (Geschlecht, Alter, Konstitution, Gegenwirkungen bei anderer Medikamentation) sehr unterschiedliche Wirkungen haben können. Selbst wenn die Standardtests vorliegen, weiß man immer noch nichts darüber, wie Föten auf die Impfung reagieren – und das wird man auch nie wissen, weil derartige Tests aus Ethikgründen nicht durchgeführt würden. So wäre es schon schön und würde seiner fachlichen Kompetenz auch besser zu Gesicht stehen, wenn Herr Johannes Löwer sich dann allenfalls auf die wenigen Schwangeren mit besonderem Infektionsrisiko oder aber aufgrund einer medizinischen Disposition besonders gefährdeten Schwangeren, weil dann nämlich Patientinnen, in seiner Empfehlung beschränken würde.
Denn wenn wir dann weltweit einen neuen Contergan ähnlichen Fall haben, will es wieder keiner gewesen sein! Interessanterweise sagt medizinisches Pflegepersonal weltweit eher „nein“ zur Impfung für sich selbst. Darüber kann man ja auch mal nachdenken …
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Labels: große weite welt
2009-08-29
Meine Fresse, liebe Presse …
mal ehrlich, wenn einen 77-jährigen Mann das Zeitliche segnet, dann ist das ein zeitlich gesehen recht legitimer Abgang von dieser Welt.
In dem Zusammenhang die olle Kamelle vom Fluch der Kennedys hervorzukramen, das ist nur wieder der Beweis eurer Einfallslosigkeit. Aber die kennen wir ja, insofern geschenkt.
Selbstverständlich ist es bescheuert mit 77 sich von einem Hirntumor aus dem Leben kicken zu lassen. Ich habe mir aber sagen lassen, das sei schon viel jüngeren Menschen passiert. Und die mussten dazu nicht mal aus besonders machtvollen Familien stammen.
Ach, und wenn das stimmt …, dann möchte man ja bestimmte Familiennamen wirklich gar nicht mehr lesen müssen.
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Labels: dies und das
Linda ist tot – es lebe Linda!
Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass wir die Samen dieser alten Sorten, die aufgrund der allgemeinen Normierungswut in Europa hin zur lagerungssicheren, eher geschmacksneutralen "Einheitstomate", keine Saatgutszulassung erhalten, nur noch zu Dekorationszwecken für Hobbygärtner verkaufen.
Das sind die kleinen hübschen Klauseln, die ein Online-Shop aussprechen muss, wenn er sich – entgegen der Idee von Lobby getriebenen EU-Hanseln die Pflanzen- und Gemüselwelt auf ein Minimum runter zu regulieren – gerne mit der Vielfalt z. B. alter Tomatensorten auseinandersetzt und seinen Kunden die Möglichkeit eröffnet, dies auch (wieder) zu tun. So werden vom Ingana Shop alte Tomatensorten als Zierpflanzen verkauft.
Da hört man unaufhörlich die Uhr des Regulierungswahns ticken. Die Fünf vor Zwölf hat der Zeiger dabei die längste Zeit bereits hinter sich gelassen. Die EU erklärt ihre Regulierungswut darin, es sei doch im Sinne des Verbrauchers, nur noch Pflanzen vorzuhalten, die Parasitenresistent und möglichst unkompliziert im Anbau seien. Eine idiotische Idee, die so ganz nebenbei ja übrigens Bienen gerade den Garaus macht. Würde man mit Bauern und Gärtnern diskutieren, ob sie Pflanzen in der einfachsten Aufzucht mit dem besten Geschmack hervorbringen würden wollen, würde man eine eindeutige Antwort erhalten. Die brauchen wir Verbraucher aber gar nicht stellen, diese Frage. Wir kennen die Antwort.
Ein sehr schönes Beispiel dieses EU-Irrsinns ist „Linda“. Die Kartoffel, die von Kartoffelliebhabern tatsächlich geschmacklich sehr geschätzt wurde, ist vor drei Jahren vom Markt verschwunden, nachdem deren Rechteinhaber Europlant sie vom Markt nahm. Warum, darüber kann man nur spekulieren. Hilfreich könnten folgende Informationen sein: „Linda“ war unkompliziert zu ziehen, sehr ertragreich und das zu allem Überfluss ohne all zu viel Einsatz von Düngemitteln. Darüber hinaus ließ sie sich lange lagern ohne ihren exzellenten Geschmack zu verlieren. Die perfekte Knolle für Bauer und Verbraucher! Aber seien wir ehrlich: eine Knolle mit solchen marktschädigenden Eigenschaften kann weder Samenvertrieblern noch Düngemittelherstellern wirklich schmecken. Boris Schulz hat das Procedere in seinem Artikel genau beschrieben. Die meisten von Euch dürften sich noch an die Aktion erinnern, denn es gab niemanden, der „Linda“ einmal bewusst auf seinem Teller hatte, der auf diese Kartoffel verzichten wollten – aus einem einzigen Grund: weil sie im Vergleich zu ihren spätgezüchteten Kolleginnen schlicht Geschmack hatte.
Nun aber es gibt Hoffnung, dass „Linda“ wieder zurückkommt. Mit viel Aufwand und viel Geld, Geld das übrigens wir EU-Bürger zu zahlen haben, die wir deren Kommissionen und den Blödsinn, den die oft fabrizieren, ja alle mitfinanzieren. Der Retter von „Linda“: Karsten Ellenberg. Der verkauft Kartoffeln, sein Bauernhof in Barum trägt dabei den schönen Namen „Bioland Bauernhof Karsten Ellenberg“. Ellenberg verkauft Pflanzkartoffeln als auch Speiskartoffeln, online. Dort kann man u.a. „Linda“ kaufen, hier in Deutschland. Wieso das? Ellenberg hatte seinerzeit schon für den Erhalt von „Linda“ gekämpft und als er die Kartoffel in den Gesetzeswirrungen der EU bergab gehen sah, entführte er die Pflanze und zog von ihr Kartoffelproben in England. Dann beantragte er beim britischen Sortenschutzamt die Zulassung der Kartoffel. Die ließen die Sorte prompt zu und somit kommt eine ehemals deutsche Kartoffel als Importartikel von England wieder nach Deutschland auf unseren Acker. Der Tagesspiegel berichtet dazu heute. Offiziell sind natürlich noch einige EU-Behörden-Hürden zu nehmen, aber die Zeichen stehen momentan ganz gut für die neue ex-deutsche-nun-britische Knolle. Lustig im Artikel zu lesen, das abschließende Zitat vom Geschäftsführer von Europlant, Jörg Renatus, „Der Markt hat entschieden“, sagt der und verweist auf den großen Verkaufserfolg der „Linda“-Nachfolgerin.
Nee, mein Lieber! Ein Markt, dem ein Produkt vom Teller aus Profitgier heraus wegreguliert wird, entscheidet nicht selbst. Er wurde nur zum Verzicht gezwungen!
Also noch mal: hier gibt es tolle Tomatensamen von alten aufregenden Tomaten. Die kann man beispielsweise auch verschenken zu Weihnachten und Geburtstagen an Gartenfreunde und Balkonienliebhaber!
Und hier gibt es für den Küchenfreund leckere, seltene Bio-Kartoffeln, kommen per Post ins Haus! Menschen, wie ich, freuen sich übrigens auch immer über einen Tüte gute, leckere Kartoffeln als Mitbringsel – es müssen gar nicht immer Blumen sein!
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Labels: große weite welt, ran an den herd
2009-08-28
Baby
Gestern eine junge Mutter in der S-Bahn gesehen. Jung im Sinne von jung entbunden, im Sinne von Alter war sie offensichtlich längst schon ihren 20igern entsprungen. Das kleine schlafende Etwas, das sie im Tuch vor sich hertrug, von dem wir eigentlich nur ein kleines dunkles beinahe frisch geborenes Köpfchen sahen, dass noch viel kleiner war als nur klein, hatte schon etwas fast zu früh geborenes an sich, so klein. Die junge Mutter indes strahlte. Sie sah sicherlich nicht jugendlich frisch aus, die Haare etwas wirr, die Haut etwas unausgeschlafen. Sie hatte sich den neuen Umständen von Schlafverlust offensichtlich mit Hingabe ergeben. Aber sie strahlte. Aus jeder Pore ihres Körpers, selbst dem kleinen Zeh; jeder ersten Falte, jeder ungelegten Strähne ihres Haares entschlüpfte ihr das mütterliche Glück in Form einer hellen unübersehbaren Strahlerei. Jede Faser ihres Körpers strahlte, hätte ich sie sehen können, hätte ich sogar die Kniekehlen strahlen sehen. Bin mir sicher. Das war der hellste S-Bahn-Waggon, in dem ich je gesessen habe.
Vorgestern ein sehr junge werdende Mutter in der S-Bahn gesehen. Sehr jung. Ein kleines Babybäuchlein im sechsten Monat ungefähr, dazu ein blasses sehr hübsches Mädchengesicht. Sie fasste sich ständig an, richtete träge alle 20 Sekunden ihre langen naturgewellten blonden Haare nach hinten, die zwischendurch gar keine Zeit hatten ihr wieder ins Gesicht zu fallen, fasste sich danach direkt an ihre Kette am Hals, wie in Trance und gähnte. Sie tat das dauernd, in einer ewigen Schleife, ungefähre drei Mal zwischen den einzelnen Bahnhöfen. Sie fasste dabei nicht einmal ihre Bauch an. Neben ihr saß ein sehr junger Mann, hat eine kleine Ratte unter dem T-Shirt. Beide, junger Mann und junge Frau, scheinen zusammen zu gehören. Er unterhielt sie ständig und ohne Pause mit Belanglosigkeiten, er sprach von seiner Ratte, sehr liebevoll wie von einem Baby. Kümmerte sich, ist besorgt, als sie sich einmal erschrickt, weil einem Passagier die Tasche vom Schoß fiel. Sie fahren irgendwohin, offensichtlich um sich Computerspiele abzuholen. Jemand hatte sich nicht ganz legal viele Spiele besorgt. Sie sagte, ein einziges Mal für einen kurzen Moment zum Leben erwacht: „Bin jespannt wat det für Spiele sind, da soll eina 20 Spiele bekommen haben, hat der jesacht.“ Dann richtete sie sich wieder die Haare und suchte nach ihrer Kette.
Vorvorgestern eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen in der S-Bahn gesehen. Ihre kleine Tochter ist vielleicht zwei, knapp drei Monate alt. Ein zierliches Mädchen, sie guckte schon sehr aufmerksam und staunend mit noch sehr blauen Augen in die Runde und beglückt alles, was sie sah, mit lustigen Mundbewegungen und Geräuschen. Als ihre Mama sie, sehr verliebt in ihre kleine Tochter, auf den Arm nahm, rutschte deren Körper schnell wieder zusammen und das Köpfchen sackte immer wieder weg, wenn sie es eine Weile aufrecht gehalten hatte. Sie konnte schon ihrem Alter entsprechend viele Dinge aber noch nichts ganz richtig oder lange. Ich musste daran denken, wie so ein kleines Lebewesen in den zwei Monaten, die es erst auf der Welt ist, die Welt ihrer Eltern ordentlich auf den Kopf stellt und komplett aus den Fugen hebt. Mit unschuldiger Selbstverständlichkeit. Wie sich der Horizont momentan wohl nur um sie drehen wird und alles, was Mama und Papa tun, alleine auf ihr Wohlbefinden abgestellt ist.
Dann musste ich daran denken, wie unfassbar groß das Loch sein muss, das so ein kleiner Mensch in das Leben seiner Eltern reißt, wenn er abends einschläft und morgens einfach nicht mehr aufwacht. Wie unfassbar groß dieser Schmerz sein muss, so ein kleines Wesen abgeben zu müssen, nachdem man es gerade erst so kurze Zeit kennenlernen durfte. Wie unfassbar tief das Loch sein muss in das man fällt, muss man so ein kleines lebenslustiges Wesen nach so kurzer Zeit des Glücks in einen kleinen weißen Holzkarton der dunklen Erde anvertrauen.
Wie unfassbar schmerzhaft und unglaublich.
at 11:26 0 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
