2009-06-19

Der Bundespräsident …

der das Zensursula -Gesetz noch unterschreiben muss, hat übrigens ein Gästebuch.

(Morgen kommt wieder ein Foto, versprochen! Sieht ja grauenvoll aus hier.)

Morgen 12:00 Uhr aber bitte auch demonstrieren gehen.

Sehr lang, sehr sehr schön

nilz denkt

Aus ‘nem Pentax-Buch für Dummies

Auch wenn man die K20D nicht zum Einschlagen von Nägeln zweckentfremden sollte, …

Mist!

2009-06-18

Tschüss Demokratie!

War schön mit Dir!

Artikel 5

Offener Brief an die SPD-Bundestagsfraktion

von einem 22-jährigen SPD-Parteimitglied, der die mittlerweile riesengroße Kluft der Regierenden mit dem Volk, vor allem mit der Generation der Neuwähler so deutlich formuliert – in aller Konsequenz – wie selten zuvor, und ist daher meine dringende Leseempfehlung.

(Ich vermute, der gleiche Brief könnte auch 1:1 von einem jüngeren CDU/CSU/FDP-Parteimitglied mit gleichen Worten formuliert werden.)

Tritt das Gesetz in Kraft, trete ich aus der SPD aus und verabschiede mich von einer meiner Generation fremden Partei.
Torben Friedrich


via spreeblick via twitter

Ich mache mal jetzt in Tempelhof …



Nachdem vergangenes Jahr der Flughafen Tempelhof geschlossen wurde, was einige Widerstandskämpfer immer noch nicht wahr haben wollen, weswegen wir Tempelhof-Schöneberger alle Neese lang Kreuze für Tempelhof's Öffnung, Tempelhof als Weltkulturerbe und was sie sich nicht noch alles einfallen lassen wollen, machen dürfen, Tempelhof gerne besetzt werden soll,



damit das Areal für die Bürger geöffnet würde, plant die Stadt im Stillen die Erschließung des Tempelhofer Feldes (ehemaliges Flugfeld) als Park- und Grünanlage.



Dazu hat die Senatorin für Stadtenwicklung in Vorbereitung für die Gestaltung ein Unternehmen beauftragt, das in ihrem Auftrag nun 6.200 Bewohner aus den umliegenden Stadtquatieren des Tempelhofer Felds zu deren Vorstellung der Nutzung des Feldes befragt, gleichzeitig werden Berlinweit ebenfalls eine Menge x an Bürgern um deren Meinung gebeten. Also hatte ich gestern Post im Briefkasten. Ich bin … repräsentativ.



Was ich sehr lustig finde, sind Sätze wie „Wie Sie vielleicht aus den Medien wissen, beabsichtigt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, das Tempelhofer Feld als Grünanlage für Freizeit und Erholung der Bevölkerung zugänglich zu machen. […]“ und im Folgenden die Frage: „Wussten Sie bereits, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens eine Grünanlage entstehen wird?“

Ich glaube nicht, dass in Berlin irgendjemand davon schon einmal gehört hat. Das war sicherlich die Hoffnung der Bürger dieser Stadt – aber dass es in irgendeiner Weise bereits reale Konzeptionen für die Nutzung von Tempelhof gibt, dürfte den allermeisten Berlinern neu sein. Soviel zur kompetenten Kommunikation der Senatoren in dieser Stadt. Vielleicht aber hat man auch alle anderen schlicht überhört, weil Sarrazin immer so laut gebrüllt hat.

Nun liegen mir jedenfalls zehn Seiten Fragebogen vor, das Ganze sieht schon ganz gut aus – auch wenn sich mir noch nicht so ganz erschließen mag, warum ich mich eigentlich zu meinen Einkommensverhältnissen äußern soll bzw. welche Relevanz das wieder auf die Beantwortung der Fragen haben soll. Selbstverständlich wird aber gleichzeitig abgeklopft, inwieweit man denn bereit wäre für die Nutzung der Parkanlage zu zahlen und man bereit wäre, für Pflanzung und Pflege mit der eigenen Hände Arbeit oder mit Patenschaften aufzukommen.

Garantiert kein Kreuz bekommt von mir „Vollständige Sperrung des Parks für Hunde.“ Ich hasse das Bild von Hunden an der Leine in abgegrenzten Laufställen.

2009-06-17

creezy, die Beziehungschreckin

Ich habe ihn neulich verlassen. Schnöde. Brutal. Einfach links liegen gelassen. In Süddeutschland. Nass und nackig ließ ich ihn unter der Dusche stehen. Ich bin ihm davon gefahren, ungeachtet dessen, dass ich ihn damit den sicheren Mülltod weihe. Aber wenn ich mich trenne, dann richtig und endgültig. Ich bin so. Ich gucke nicht zurück. Dafür vorwärts.

Vorwärts guckten dann auch zwei Tage später die kleinen Härchen an den Beinen und woanders übrigens auch. Also musste ich mich aufmachen, um nach einem neuen Nassrasierer zu gucken. Da ich schon ein paar Tage länger rasiere, ich fing ungefähr Jahre später an nachdem Nena noch Härte-Shirts trug ohne sich die Achseln nackig zu machen, was neulich in einem Sender mit den drei großen Buchstaben als x-vielter peinlichster Haarmoment Deutschlands den jüngeren Generationen verkauft wurde, was natürlich Sender übliche Dämlichkeit war, denn in den 80igern hatten wir Deutschen was Körperbehaarung anbelangte uns noch gar nicht komplett blind und blöd im Copymode an die Amis verkauft, insofern waren Haare unter den Achseln etwas völlig Normales und dem Körper gegebenes, was uns nicht die Bohne scherte. Jedenfalls fing ich relativ früh mit dem Rasiermist an und musste mich dementsprechend schon frühzeitig mit Rasierutensilien auseinander setzen. Und für mich heute noch erstaunlich muss ich sagen, hatte die Nassrasiererindustrie erstaunlich lange gebraucht, die Frau als Rasseuse also Kundin und Marketingopfer zu entdecken. Da hatte Braun deutliche Jahrzehnte früher die ersten elektrischen Damenrasierer auf den Markt geworfen, bis Gillette & Co ansatzweise nach rechts und links auf andere Geschlechter einen Blick geworfen hatte und deren finanzielles Potential erkannte.

Ich indes erkannte nunmehr auch mein Potential als Frau und stellte mich stolz ein Weib zu sein neulich im befreundeten Drogeriemarkt (der mit den tollen Feuchttuchmasken) erstmals vor das Hängeregal mit den Rasierern für Hasi, Mausi und Co. Zwei Sekunden später bereute ich bitter nicht farbenblind zu sein. Vier Sekunden später ergriff mich der Ekel in Anbetracht dessen, was so genannte Marketingprofis und Haarentfernerinstrumentedesigner ernsthaft glauben, mir als Frau im Farbdesign vorsetzen zu dürfen. Ich weiß nicht, was die rauchen – im Ergebnis aber ist deren Arbeit in der Folge kaum zu ertragen.

So drehte ich bei und sortierte mich gewohnheitsgemäß vor das Hängeregal mit den Rasierern für Schatzi, Dicker und Co. Da war alles schwarz, zwei Euro günstiger, die Rasierer selber sind nur mittlerweile kilometerweit hoch aufgrund der zugenommenen Anzahl an Rasierklingen. Ich blieb bei dem, der meinen Härchen den flotten Dreier macht. Lieb gewonnene Gewohnheiten soll man nicht brechen, außerdem regelt nun mal bereits die erste Klinge den Verkehr.

Zu Hause stellte ich fest, dass ich mit dem Erwerb des neuen Nassrasierers gleichzeitig den neuen Geiz der Rasiererindustrie mit erworben hatte, denn während man früher einen Rasier mit Klinge auf dem Scherenkopf kaufte und dem Zusatzspruch auf der Packung + 2 Ersatzklingen glauben durfte was insgesamt ein einsatzfähiger Rasierer mit zwei Ersatzklingen war, steckt heute auf dem Rasierer nur noch ein Plastikschutz mit + 2 Ersatzklingen, was einen nicht einsatzfähigen Rasierer mit zwei Ersatzklingen ausmacht. Muss total viel bringen in der Bilanz am Ende eines Geschäftsjahres, diese Kundenverblödung.

Hätte ich ihn nur nicht verlasssen!