2006-04-29

Übermorgen: 1. Mail 2006. Leute, geht demonstrieren!

Ihr macht das nicht für unnütze arbeitslose Drückeberger. Ihr macht das für Euch. Ihr macht das für Eure Kinder. Oder wollt Ihr sie hier sehen?

Demonstrationen für die Arbeit in Europa finden morgen in allen größeren deutschen Städten statt und übrigens auch in Amsterdam, Barcelona, Copenhagen, Helsinki, L'Aquila, Liege, Limoge, London, Marseille, Milano, Paris, Sevilla, Stockholm, Tokyo, Wien – um nur einige zu nennen.

Auch wenn man glaubt, man kann selber nichts ändern: man kann aber wenigstens seiner Regierung zeigen, dass man die jetzige Situation nicht akzeptabel findet.

Gemeinsam im Mondschein menstruieren

Es hält sich die Mär von Forschern gestreut, Frauen, wenn sie sich sehr freundschaftlich zugetan wären, würden sich über kurz oder lang in ihrem Zyklus angleichen, um sich irgendwann gemeinschaftlich einem monatlichen Blutungs-Ritual hinzugeben. Hm… ja, wie kommt man darauf so etwas untersuchen zu wollen als Forscher? Gute Freundinnen haben eh immer Ersatzwattestäbchen und Bauchschmerzwegpillchen für die beste Freundin dabei, Angleichungsmanöver bzw. Forschungsergebnisse brauchen wir dafür nicht bis ungefähr überhaupt nicht.

Jedenfalls scheine ich mich mit einer anderen meiner besten Freundinnen, der Arbeitsagentur, zyklusmässig auch zunehmend anzugleichen. Bis dato habe ich es immer geschafft, meinen Antrag bzw. die Folgeanträge bei dem uns beiden freundschaftlich zugetanen outgesourcten Antragsannehm-Unternehmen eine Woche vorher abgegeben zu haben, bevor mir die Agentur den neuen Antrag zugeschickt hat. Aber dieses Mal, man lese und staune, habe ich morgens erst bei dem uns freundschaftlich zugetanen outgesourcten Antragsannehm-Unternehmen angerufen und den Termin für nächste Woche vereinbart und hatte bereits am selben Tag den Antrag im Briefkasten.

Das nenne ich jetzt aber mal ein gemeinschaftliches Hartz IV-Regelverfahren. Schöner auf den Punkt geht kaum, oder?

Ich rechne dann ja dieses Mal mit der Leistungsbewilligung auch mit der schriftlichen Empfehlung mich langsam mal nach einer günstigereren Wohnung umzuschauen. Denn schließlich liege ich genau zwei qm über dem erlaubten Quadratmeteranteil, der mir als allein lebende Person zusteht und dummerweise auch € 32 über dem mir seitens meiner Kommune zugestandenem Brutto-Warmmietesatz. Gut, erstmal kann ich ja auf Formfehler vertrauen, wie hier schön nachzulesen ist.

Damit die Agentur überhaupt mal einen Überblick bekommt, wieviel Geld sie im Leistungsbereich 'Wohnen' noch an den aktiven Arbeitsuchenden sparen kann, hat sie sich mit einem im Stadtforschungsbereich tätigen Unternehmen zusammen geschlossen, den Job als wieder mal outgesourct. Was kriegt die Arbeitsagentur eigentlich noch alleine auf die Reihe?


Oh, feine neue Strategie der Agentur bezüglich hoher Mietkosten: sie empfehlen dem aktiven Arbeitsuchenden jetzt grundsätzlich erst einmal zum Vermieter zu gehen und diesen um eine Mietminderung zu ersuchen. Schön, nimmt die Agentur erst einmal aus der Pflicht für Umzugskosten gerade zu stehen.

2006-04-28

Dieser Film wird sehenswert sein …

We Feed The World

Einen lustigen Blogeintrag

könnt Ihr mal wieder auf dem Blog vom grillmaster 2000 lesen: Er äußert seine Meinung über die modische Vereinigung von Frau und Twinsets. Habe ich gerade gelacht. Die Überschrift drängt in die richtige Richtung: Das Grauen …

2006-04-27

So so …



Da habe ich's nun schwarz auf weiß: Pornoqueen bin ich nur deshalb nie nicht geworden, weil ich mich partout nicht mehr an den Namen meines ersten Wellensittichs erinnern kann. Dabei fing der Mädchenname meiner Mutter so schön mit Schw… an.

Es sind die Töchter, die gefressen werden!

Zur Zeit herrscht wieder große Krisenstimmung im Mutter-Tochter-Konsortium. Das Muttertier möchte mit nur 64 Lebensjahren ganz schnell alt werden und zunehmend mehr über häufig bis ständig in Richtung immer umsorgt werden. Das Muttertier ist seit längerer Zeit krankheitsbedingt pensioniert aufgrund eines Bandscheibenvorfalls bzw. Spinalstenose und leidet ansonsten an Krankheiten wie Diabetis Typ II und Bluthochdruck. Alles Krankheiten, die, so muß man es leider formulieren, im direkten Zusammenhang mit dem Übergewicht und einer langjährigen 100%igen Bewegungsunlust des Muttertieres zusammenhängen.

Die Diagnose der Ärzte, Operation ist möglich aber vorher Gewicht reduzieren, wird aus irgendwelchen Gründen gar nicht zur Kenntnis genommen und in eine eigene Diagnose 'austherapiert' übersetzt. Um die ortsansässigen Orthopäden auf diesem Gebiet spezialisiert, wird ein großer Bogen gemacht.

Die undankbare Tochter weigert sich nun, dem Wunsch des Muttertieres zu entsprechen und regelmäßig für sie einkaufen zu gehen und ihr alltägliche Dinge wie z.B. das Saubermachen auf Alltagsniveau abzunehmen. Es steht dabei überhaupt nicht zur Debatte, dass die undankbare Tochter sehr wohl größere und schwerere Einkäufe oder schwere Hausarbeiten abnehmen würde. Nur die alltäglichen Dinge möchte sie das Muttertier so lange wie möglich selber machen lassen, weil sie ziemlich genau weiß, was kommt, wenn man sich jede auch noch so dumme Aufgabe aus dem Leben streicht: purer physischer und sozialer Abbau!

Das Muttertier glaubt, man kann mit zunehmendem Alter unliebsame Aufgaben abgeben zu dürfen, weil man keinen Bock mehr darauf hat (auch verständlich) und zudem auch jemand regelmässig ins Haus kommt (man langweilt sich ja doch zunehmend). Als Alternative zur Hauspflege könnte das ja die undankbare Tochter machen. Die undankbare Tochter versteht nicht, warum auch ein alter Mensch nicht mit Bewußtsein und Stolz sein Bad bis ins hohe Alter noch selber reinigen können sollte, zumal es die wenigen Tätigkeiten im TV-bestimmten Alltag des Muttertieres sind, bei denen noch Kalorien verbraucht werden. Außerdem versteht die undankbare Tochter ein Alter von 64 Jahren als noch nicht so alt und würde diese Diskussion auf einen Zeitraum in zehn Jahren vertagen wollen.

Die undankbare Tochter ist natürlich ein Arschloch. An dieser Stelle wünscht sich die undankbare Tochter gelegentlich ein Retorten-Baby gewesen zu sein.

Die undankbare Tochter erinnert sich an ihre Großmutter, die mit 76 Jahren nach zwei Herzinfarkten und Kniearthrose im vierten Obergeschoss lebend, nicht einmal das Wort Haushaltspflege in ihre Nähe gelassen hatte.

2006-04-26

Liquidatoren

hat man die Männer genannt, die vor 20 Jahren in Tschernobyl ohne besondere Schutzkleidung alle Maßnahmen vor Ort getroffen haben, den havarierten Reaktor in Block 4 des Atommeilers mit einem vorläufigen Sarkopharg zu umlegen, um die ausgetretene Strahlung schnellstmöglich einzudämmen.

Diesen Männern muß klar gewesen sein, dass sie ihr Leben geben, um unseres bestmöglich zu schützen.

Die am 26. April 1986 freigesetzte Strahlung hatte die 500fache stärkere Strahlung der in Hiroshima gezündeten Atombombe.

Von diesen 600.000 - 1.000.000 Liquidatoren sind heute ca. 100.000 bereits gestorben. 900.000 dieser Arbeiter sind heute schwer, d.h. lebensbedrohlich, erkrankt.

Viele Kinder dieser Männer sind ebenfalls mit schwerwiegenden Schädigungen zur Welt gekommen. Nur bei 10 % der nachfolgenden ersten Generation sind Schäden zu erkennen. Die restlichen 90 % werden erst in den nachfolgenden sieben Generationen zum Tragen kommen. Dies ist auch genetischen Forschungen bekannt und umunstritten.*

Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) spricht hingegen von 50 Strahlentoten und noch ca. 4.000 zu erwartenden Krebs- und Leukämietoten.


* Diese Zahlen stammen von der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW