2026-03-08

Wo Deutschland dank der CDU auch zum Entwicklungsland geworden ist …

Dieser Tage hört man öfter im Zusammenhang mit den Angriffen der USA und von Israel auf den Iran, das insbesondere bei Einschlägen in Beirut (Libannon) auch Einschläge hinnehmen muss, die Menschen dort aber weder von Sirenen gewarnt würden, noch sich in Schutzräume zurückziehen könnten – weil es sie nicht gäbe. Und ein Alarmsystem eben auch nicht.

Und dann denke ich immer, wie bei uns in Deutschland.

Ja gut, mit der Covid-Epidemie und folgend des Ukraine-Kriegs ist auch uns aufgefallen, dass wir überhaupt kein funktionierendes Sirenen- bzw. Kommunikationssystem in Deutschland hatten. Danke an 15 Jahre Merkel-CDU-Regierung! Was dann unter den letzten Jahren von Merkel korrigierend angegangen wurde und von Scholz und Habeck erstaunlich schnell perfektioniert wurde, hier dann wirklich fei von Ironie: Danke!

Aber wohin verkriechst du dich, wenn die Sirenen von Angriffen tönen? Wo ist dein Schutzraum? Dein Schutzbunker? Und glaubst du, ernsthaft, die aktuelle Regierung wird da an irgendeiner Stelle nachbessern? Trotz der steigenden Kriegsgefahren?

Und ich möchte mich in diesem Jahr nicht in Internationaler Frauentag-Happiness ergehen. Es gibt nichts zu feiern für Frauen seit Merz, Linnemann und Klingbeil. Gar nichts mehr zu feiern!

2026-03-07

Heute bin ich zum ersten Mal …

in diesem Jahr gleich am Morgen nur mit Jeansjacke bekleidet einkaufen gegangen. Also … ich hatte schon noch etwas mehr an – aber Übergangsjacke war eben nicht mehr. So. Fantastisch. Es ist mir nämlich ein äußeres und inneres Fest, gewisse dicke Kleidung nicht mehr tragen zu müssen.

Allerdings betrübt mich doch ein wenig im Frühlingsrausch, das mich alles anschreit und um den Frühlingsputz bettelt. Die Wände und Ecken wollen entstaubt werden, die Fenster wollen geputzt werden. Die Griffe der Küche wollen geschrubbt werden, überall will Staub geputzt werden. Schränke rufen auch permanent nach Abspeckung. Der Balkon! OMG!!! Der Balkon! Und der Vorgarten und und und …

Örgs.

2026-03-04

Was man sich wirklich abgucken kann …

… von den Italiener*innen, das ist deren Optimismus!

Gestern war der erste Tag der Internationalen Tourismusbörse Berlin, ITB, und natürlich war ich bei der Eröffnungspressekonferenz der ENIT. Agenzia Nazionale Italiana del Turismo, die vom italienischen Botschafter, Fabrizio Bucci, in Berlin unterstützt wurde.
Und von einer Strativari – denn die italienische Nationalhymne wurde uns gestern gegeigt auf allerwertvollstem Holz.

Und wer es mitbekommen hatte, es fand in der deutschen Presse nicht so sehr statt, in Süditalien, nämlich Sardinien, Sizilien und Kalabrien fanden in diesem Winter mehrfach extreme Stürme und Hochwasserphänomene statt und in den Sturmgeschehen sind die Küstenstriche sehr beschädigt worden. Auch gab es Hochwasserkatatstrophen – und es waren Menschenleben zu beklagen.

Aber genau diese drei Regionen, die der Sturm am härtesten getroffen hatte – und stellenweise die bekanntesten Strände und Küstenstraßen nun erst eimmal sperren mussten bzw. wieder aufbauen müssen – sind dann da gestern auf der Pressekonferenz und werben dennoch – und das heißt: gerade jetzt – um die Touristen mit dem höflichen Hinweis, dass sie über mehr, vielleicht weniger Strände und ein spannendes Inland verfügen.

Da wird so ein Pragmatismus praktiziert, der hatte mich gestern doch schon sehr beeindruckt. Hut ab!

2026-03-03

Menschlichkeit

Arme Touristen oder Deutsche, die aus finanziellen Gründen lieber in Dubai leben bzw. arbeiten als in Deutschland, müssen aus Krisengebieten mit geschlossenem Luftraum eskortiert werden. Schlimm.

Zu bedauern.

Der hohe Benzinpreis! Der hohe Barrelpreis! Alles wird teuer! Auch der Strom! Ein Bundeswirtschaftsministerin, die erzählt, Deutschland bezieht gar kein Öl aus dem Kriegsgebiet, weswegen doch alles gut sei. Verstimmte, weil Verbrennerautos fahrende, deutsche Bürger, die viel Geld bezahlen müssen für den Liter Sprit, die ihre Besorgnis in die Kameras formulieren.

So traurig.

Öl transportierende Frachter, die jetzt in den Kriegsgebieten liegen, weil der Iran die Meerenge, Straße von Hormus, versperrt und die, egal wohin, entweder zurück durch Kriegszonen oder andere Seewege nehmen müssen, die schon lange nicht genommen werden aufgrund dort herrschender Piraterie. Wie es diesen vielen Menschen an Bord gerade ergeht, denn sie haben Sorge (und müssen die auch haben), bombardiert zu werden auf einem Frachter mit hochexplosivem Gut, wie die sich fühlen. Die nicht wissen, wie lange Vorräte reichen werden.

Keinen interessiert es.

2026-03-02

Schon interessant, wie …

… die aktuelle Bundesregierung in der gleichen Woche in der sie ihr eigenes Heizungsgesetz kassiert hat und Deutschland energetisch zurück in das letzte Jahrhundert führt, von dem US-Boy jetzt aufgezeigt bekommt, wie schnell Öl und Gas auch mal wieder nicht fließen können.

Ich möchte es wirklich betonen: Habecks Heizungsgesetz war nie sein Heizungsgesetz, sondern das von Merkel und CDU/CSU. Habeck hatte lediglich vollzogen, was die Vorgängeregierung in der voraus gegangenen Legislaturperiode – und das waren CDU/CSU und SPD – gesetzlich ihm vorgegeben hatte. Was irgendwie immer unter den Fisch fällt in der Berichterstattung und ja, mich wurmt das.

Aber hey, sie werden es dennoch nicht lernen. Frau Reiche sowieso nicht. Sie gestern wieder ein TV-Interview gegeben und man muss sich wieder einmal mehr fragen, wie diese Person, die keinen Satz gerade heraus bekommt, je an diesen Ministerposten gelangen konnte?

Auch finde ich erschreckend, dass Wadepuhl als Außenminister seit dem US-Angriff auf den Iran faktisch nicht stattfindet oder Wolfram Weimar, der erschreckend amtsanmaßend durch den Kulturbereich Deutschlands poltert, mit was für Inkompetenzen Merz sein Kabinett ausgestattet hatte. Und wie wirklich blass dann immer noch auch Merz hinter diesen Leuten, die so gar nicht wirken, selber wirkt.

2026-03-01

Teile des Internets …

… diskutiert heute das Aussehen von älteren Frauen mit und ohne Geld für Selbstoptimierung oder mit und ohne Lust für Selbstoptimierung. (Das Internet lernt es nicht.)

Teile des Internets weiß auch, wie es sich gerade anfühlt in Dubai zu leben. Wie in Israel, interessiert wieder nicht. Wie im Iran auch nicht wirklich. Ich empfehle immer Michel Abdollahi. Den ich gerne als ersten Bundespräsidenten Deutschlands mit Migrationsvordergrund sehen würde.

2026-02-28

Erchie in Apulien zelebriert San Giuseppe, den Vatertag

Der Vatertag in Italien, der am 19. März stattfindet, ist generell dem heiligen Vater San Giuseppe gewidmet. Der Vater von Jesus Christus ist hoch angesehen im katholischen Italien. Kein Wunder also, dass jeder zweite Mann in Italien Giuseppe, Josef, heißt. Auch in Apulien wird der Vatertag als Geburtstag von San Giuseppe zelebriert, ein Fest mit Prozessionen. Serviert werden die köstlichen Zeppole di San Giuseppe und gleichzeitig nimmt man den Feiertag zum Anlass, überall den Abschied vom Winter zu feiern – und voller Vorfreude den Frühling zu begrüßen. Dieser besondere Feiertag wurde erstmals im Jahr 1479 erwähnt.
In Süditalien ist um diese Zeit der Frühling bereits voll in seinem Element, die Obstbäume blühen, zwischen den Olivenbäumen sprießt das fette Grün. Die Tage sind schon angenehm warm, wenngleich die Nächte noch sehr kalt sein können. Die Regenschauer werden seltener, dafür begleitet blauer Himmel und die hochstehende Sonne durch den Tag.
Zelebriert wird der Feiertag je nach Region oder Gemeinde durchaus unterschiedlich. In Giurdignano im Salento wird der Vatertag mit den wundervollen Il Tavole di San Giuseppe – den gedeckten Tischen des heiligen Giuseppe – zelebriert und die Armenspeisung nachgelebt. Ich hatte euch dorthin bereits im Blog mitgenommen.
Auch der Ort Erchie in der Provinz Brindisi im Salento zelebriert den Vatertag und Winterabschied mit der üblichen Prozession. Im vergangenen Jahr durfte ich den besonderen Feierlichkeiten, die sich über zwei Tage erstrecken, beiwohnen. Anlässlich seines Ehrentages wird San Giuseppe nach der Messe am Vorabend des 19. März auf der Sänfte aus der Wallfahrtkirche Santuario di Santa Lucia getragen – und hält dabei als sichtliches Merkmal das kleine Jesuskind auf dem Arm.
Ein Bildnis, das wir eher von Darstellungen der Mutter Maria kennen. In Erchie wird er von sehr vielen Menschen und von der Blaskapelle begleitet und zu einem großen Vorplatz gebracht.
Natürlich begleitet von den in Apulien alle Festivitäten schmückenden bunten Lichtern.
Dort erwartet ihn ein riesengroßer Scheiterhaufen, aus Stroh und Olivenreisig aufgetürmt und mit Bildnissen von San Giuseppe geschmückt.
Eine fast ebenso große Bühne steht in der Nähe – und die Bewohner und Gäste Erchies warten, teilweise amüsieren sich schon auf dem Platz die Kinder in den kleinen Fahrgeschäften.
Rund um den Scheiterhaufen, keine Sorge, Giuseppes Statue wird in ausreichendem Abstand platziert, zelebrieren Feuerschlucker ihre Kunst. Im späteren Verlauf werden zwei große Reispapierballons in die Luft entsendet – zum Gedenken an zwei Mitglieder des Organisationsteams, die diesen besonderen Tag leider nicht mehr erleben durften. Bin ich ein bisschen berührt angesichts dieser schönen Geste? Ja, bin ich.

Es folgen Reden, die üblichen langen Danksagungen, und es werden Geschichten erzählt. Natürlich wird San Giuseppe gesegnet und mit einem gemeinsamen Vaterunser bedacht.
Immer mit dem grandiosen Enthusiasmus und Pathos, wie ihn nur Italiener parat haben. Während wir mittlerweile in der dann doch noch sehr kühlen Frühlingsnacht ordentlich frieren, wird der Countdown heruntergezählt – und dann beginnt ein grandioses und minutenlanges Feuerwerk, das wunderschön anzusehen ist. Ich finde, jeder Winter, der so laut und kunstvoll verabschiedet wird, jeder Frühling, der so bunt begrüßt wird, kann sich darauf etwas einbilden! Was für eine Show uns geboten wird!
Am Ende des Feuerwerks entzünden die letzten Raketen den Scheiterhaufen, der dann mit imposanter Macht dank seiner Größe niederbrennt – unter den Ahs! und Ohs! und Applaus von uns Zuschauern. Habe ich eben noch gefroren? Na, nun garantiert nicht mehr! Im Gegenteil. Es war ein grandioses Spektakel, ehrenamtlich organisiert und absolut sehenswert!
Keiner Feier in Italien ohne gemeinsame Speisung, sie lässt uns zu dem Stand führen, an dem Ehrenamtliche in feiernder Stimmung die schon seit Tagen vorbereiteten, regionalen Köstlichkeiten verteilen.
Sie laden uns großzügig ein zu Wein und Pasta mit Muscheln und Tomaten, die in riesigen Pfannen in viel Olivenöl geschwenkt werden, und uns wärmt wieder einmal mehr die unglaubliche Lebensfreude und Gastfreundschaft der Apulier*innen das Herz. Allein wie sich diese Menschen über einen Teller Pasta freuen können – mich erdet es ungemein.
Und über allem liegt die frohe Aussicht auf den Frühling, der tagsüber bereits deutlich präsent ist.

Am Vatertag selber wird natürlich weiter gefeiert. Auch innerhalb der Familien wird der besondere Tag den Vätern gewidmet: Sie werden mit Rosen und den köstlichen Zeppole beschenkt. In Echrie werden auf der Piazza rund um die relevante Kirche Echries, die Wallfahrtskirche Santa Lucia, viele Tische aufgebaut. An bis zu 40 Tischen werden Speisen angeboten, die die Ehrenamtlichen und Mitgliedeer der Vereine gekocht und gebacken haben, von den Unternehmen der Stadt finanziell unterstützt. Das Festmahl, La Mattra, besteht aus den Speisen der Region. Was auffällt: Sie sind besonders hell, vielleicht der nun immer früher aufgehenden Sonne entsprechend: Taralli, Salate aus Kichererbsen, frittierter Fisch, Blumenkohl, L’ampasciuni (eingelegte Zwiebeln der Traubenhyazinthe), Pasta – heute mit Honig serviert, frittierte Pettole und Chiacchiere, getrocknetes Obst und Nüsse.

La Mattra bezeichnet im lokalen Dialekt eine rechteckige Holzkiste, in der früher große Mengen Mehl mit Livieto madre und Wasser mit den Händen zu dem Teig für das Pane Pugliese verknetet wurden – sie steht symbolisch für Wohlstand und Überfluss und auch sie wird man ausgestellt anlässlich des Festes hier und dort aufgebaut sehen.
Aus einem Teig aus Mehl und Wasser werden in Echrie kleine Küken – die L’Uccellino – geformt, gebacken und mit einem Gruß vom San Giuseppe als Glücksbringer verteilt! Früher war es der Brauch, beispielsweise, wenn eine Unwetterkatastrophe drohte, dass man diese Vögelchen zerbröselte und ihren Teig in alle Winde zerstreute – damit sollte ein etwaiges Unheil abgewendet sein.

Natürlich folgt ganz Echrie auch am Vatertag dem Ruf in die Kirche, San Giuseppe, der Schutzpatron der Arbeiter, Zimmerleute und der Familie, hat in der Nacht in die Kirche Santa Lucia zurückgefunden. Erneut wird er in einer Prozession im Tageslicht durch die Stadt getragen und gefeiert – mit dem Segen des Erzbischofs von Oria. Das passiert genau um 12 Uhr und alle gedeckten Tische werden dabei gesegnet. Salutschüsse signalisieren das Ende des Umzugs und geben gleichzeitig den Startschuss zum gemeinsamen großen Mittagessen zu Ehren von Vater San Giuseppe.

Bei strahlendem Sonnenschein mit leichten Schäfchenwolken werden Fahnen geschwungen – von den „Brüdern” der Erzbruderschaft der Unbefleckten Empfängnis (ja, selbst die unbefleckte Empfängnis hat sich das Patriarchat offensichtlich angeeignet), auch die Blaskapelle ist wieder lautstark dabei.

Es ist Frühling in Echrie und ganz Apulien – und ab jetzt werden in Süditalien offensichtlich wieder die Sonnenbrillen getragen. Also lasset die Feste beginnen!

2026-02-25

OpportunItality – Made in Italy goes global!

Es ist schon faszinierend. Während in Deutschland die Wirtschaft nur noch schwerfällig stöhnt und unbegeistert auf das deutsche Wirtschaftsministerium blickt, das den Unternehmen nur noch Stöcke zwischen die Beine wirft, scheint Italien sich freizuschwimmen und sehr engagiert neue Wege einzuschlagen. Und das lautstark unter dem Slogan Made in Italy, den der aktuelle Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida mit seiner Amtsübernahme ausgerufen hatte.

Ein Beispiel ist das jüngst aus der Taufe gehobene Projekt OpportunItaly. Die digitale Matchmaking-Plattform bietet sich als neue und innovative Lösung zur Förderung im internationalen Handel mit Italien an. Vorgestellt wurde Opportunitaly anlässlich der Fruit Logistica 2026 Anfang Februar in Berlin.

Das Projekt ist eine globale Initiative zur Förderung des italienischen Absatzmarktes, mit besonderem Fokus auf die Verstärkung von Verbindungen zwischen internationalen Einkäufern und italienischen Unternehmen. Ziel ist es, dass sich internationale Kunden und Distributoren Italiens unkompliziert miteinander begegnen und vernetzen können – das übrigens völlig kostenlos und unabhängig.

Dabei stellt OpportunItaly auf der Online-Plattform maßgeschneiderte Inhalte und exklusive Dienstleistungen zur Verfügung und fördert die Vernetzung von Unternehmen in zehn strategischen Sektoren unter der Brand Made in Italy. Dazu gehören Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Lebensmittelindustrie, Mode und Luxus, Automobilindustrie, Maschinenbau, Design, Luft- und Raumfahrt und Smart Agriculture. OpportunItaly fokussiert sich zunächst auf 20 strategische Märkte, darunter Deutschland, Frankreich, USA, China, Brasilien, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate, und zielt darauf ab, italienische Exzellenz in den genannten Branchen stärker im Markt zu etablieren.

Das Herzstück der Initiative ist der OpportunItaly Buyers’ Club, der es internationalen Käufern ermöglicht, von persönlichen Besuchen bei internationalen Messen und Exklusivzugang zu italienischen Messen zu profitieren. Online goes real life: OpportunItaly wird exklusive Veranstaltungen, Messen und Business-Foren organisieren, um den Businesspartnern im realen Leben einen Meetingpoint für ihre erfolgreichen Geschäftsverbindungen mit den Produzenten und Dienstleistern Italiens zu kredenzen.

Für die Durchführung von OpportunItaly ist die staatlich organisierte Agentur ICE-Agenzia – Italian Trade & Investment Agency – verantwortlich. Die Agentur unterstützt mit ihrer langen globalen Erfahrung das Projekt durch ihre Expertise in der Förderung des internationalen Handels und der Vernetzung von Unternehmen: Made in Italy! Finanziert wird das Projekt unter anderem vom Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit in Italien.
Kein Geringerer als der italienische Minister für Landwirtschaft, Lebensmittelhoheit und Wälder, Francesco Lollobrigida hatte gemeinsam mit Matteo Zoppas, Präsident der ICE-Agenzia (Foto 1. rechts), Fabrizio Bucci, Botschafter Italiens in Deutschland (2. rechts), und Ferdinando Fiore, Direktor der ICE-Agenzia (3. rechts) auf der Fruit Logistica den Startschuss für OpportunItaly gegeben.

OpportunItaly wird als zentrales Projekt mit seinen vereinten Ressourcen die italienischen Produzenten und Unternehmen auf internationalen Märkten stärken und deren globale Geschäftsbeziehungen fördern. Interessierte Kunden, Produzenten und Dienstleiter sind eingeladen, sich auf der Plattform OpportunItaly Buyers' Club kostenlos zu registieren.


Weitere Informationen über Berlin Italien Communciation:
Ansprechpartnerin: Medea Sisti
E-Mail: press@berlinitaliancommunication.com
Telefon… ​+49 30 628 674 42

2026-02-24

10 Jahre Lyon Street Food Festival

Ach Lyon!
Les Berges du Rhône, face au Grand Hôtel-Dieu © Brice Robert Photographe for Only Lyon Tourisme

Damals … naja, also als ich noch mit wahlweise dem (sehr geliebten) Citroën AX oder später dem Peugeot 106 si von Berlin über Aachen nach Südfrankreich in die Cevennen gefahren bin, lag auf dem Weg immer Lyon. Die Ausfahrt von Lyon zu passieren, das war immer das Zeichen, dass der größte Teil der Reise hinter uns lag und der Süden Frankreichs begann. Ab Lyon war irgendwie … Urlaub. Nur noch vier Stunden bis nach Saint-Jean-de-Buèges – aber ab da mit viel mehr Abwechslung, die uns wach sein ließ. Oft sind wir in der Nacht (wir waren immer Nachtfahrer) durch Lyon gefahren und haben diese schöne Stadt in völliger Ruhe genießen dürfen.

Ja, ich gebe es zu: Ich habe Sehnsucht! Nach dieser Stadt, die seit 2.000 Jahren der südliche Gegenentwurf zu Paris in Frankreich ist. Die mit ihrer Entwicklung zu einer modernen Stadt mit kunstvoller Ausrichtung der französischen Hauptstadt wirklich Paroli bietet. Deren historischer Stadtbereich bereits 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden ist. Wunderschön Vieux-Lyon, die Altstadt, die ein einziges wunderschönes Festival der Renaissance-Architektur ist! Oder der arbeitende Hügel, Croix-Rousse, das frühere Zentrum der Seidenweber. Schließlich befinden wir uns in der Region der früheren Seidenraupenzucht und Seidenspinnerei.

Der Zusammenschluss der größten Flüsse Frankreichs, der Rhône und Saône, die im Süden der Altstadt aufeinander treffen und mit ihren kleinen Nebenflüssen, Lyon fast so etwas wie venezianischen Charme verleihen, brachte Lyon den Titel wichtigste Handelsstadt im westlichen Europa ein. Es gibt so unendlich viel zu entdecken in dieser wunderschönen Stadt, die ihre Schönheit in die heutige Moderne hinübergerettet hatte.
Vue panoramique sur la Saône vers le quai Saint-Antoine, © VL for Only Lyon Tourisme

Und dann … Paul Bocuse. Der Koch aller Köche, Koch des Jahrhunderts, wurde in Collonges-au-Mont-d’Or in der Nähe von Lyon geboren und machte mit seiner Geschichte Lyon zum Mekka der Nouvelle Cuisine. Und das heißt in Zahlen: Alleine in Lyon locken 5.300 Restaurants um die Gunst ihrer Gäste aus dem In- und Ausland. Alle mit dem Erbe dieses großen Künstlers ihrer Zunft im Gepäck. Man kann hervorragend essen in Lyon. Und viel.

So feiert in diesem Jahr das Lyon Street Food Festival in den Hallen des Les Grandes Locos, der ehemaligen Lokomotiven-Hallen, sein zehnjähriges Bestehen. Vom 10. bis 14. Juni wird hier gekocht, probiert, gegessen und getrunken. Hierfür treffen sich 140 namhafte Köche aus dem In- und Ausland, die ihre Kunst zelebrieren und ihre Kochkunst einem Publikum aus Connaisseuren präsentieren. Lyon ist eine einzige köstliche Party mit Musik und Kultur – die nicht nur auf den Tellern stattfindet.
Le quartier Saint-Georges vu depuis la Saône, © NinOVersaLPhotographY for Only Lyon Tourisme

Lyon ist von Deutschland aus direkt mit der Bahn zu erreichen. Über 1.200 Kilometer Radwege machen das Automieten im Grunde überflüssig. Über 400 Leihstationen von Velo’v im Stadtgebiet verteilt, ermöglichen es Touristen, Lyon bequem mit dem Rad zu erkunden. Oder man setzt auf die City Card, die preislich mit 29,90 Euro für das 24h-Ticket beginnt, dafür kostenlose Nutzung des ÖPNV, freien Museumseintritt, Sightseeing Cruise auf der Saône und eine geführte Tour auf dem Croix-Rousse bietet.

Wer durchaus luxuriös residieren möchte in einer der spannendsten Städte Frankreichs – in die Räume eines Renaissancegebäudes aus dem 14. Jahrhundert ist das Hôtel Cour des Loges Lyon (Radisson Collection) frisch eingezogen. Florentinische Innenhöfe, französische Kassettendecken, römische Säulen – alles wurde charmant erhalten und mit dem heutigen Anspruch einer 5-Sterne-Hotellerie ergänzt. SPA-Bereich mit Pool, Fitnessbereich und 61 individuellen Zimmern bzw. Suiten, dem Bistro Le Comptoir und Gourmetrestaurant Les Loges – unter der Leitung von Küchenchef Anthony Bonnet, der sich schon mit 29 Jahren seinen Michelin-Stern erkochte.

Kurz: Lyon ist immer einer Besuch wert!


Radisson Hôtel Cour des Loges Lyon
6 Rue du Bœuf, 69005 Lyon, Frankreich
Telefon: +33 4 72 77 44 44

2026-02-23

Ich verstehe es immer nicht …

Gestern war ich in einem Restaurant. Ab 18 Uhr, ich war mit dem Besitzer verabredet und habe dann auch die Zeit in der das Restaurant (zum Glück) gut besucht war den Abend dort verbracht. So gegen 20:00 Uhr bin ich auf die Damentoilette gegangen.

Erst einmal habe ich feststellen dürfen, dass auf der Toilette (es gibt zwei Kabinen) in meiner das Toilettenpapier alle war. Nun steht in der Toilette ein Regal und in diesem Regal stehen sichtbar ausreichend viele Toilettenpapierrollen. Es wäre also gar kein Problem gewesen, die Papierrolle zu wechseln. Die letzte Besucherin wird bemerkt haben, dass sie die Rolle alle gemacht hatte. Und selbst, wenn man sich nicht zuständig fühlt – was hindert Frauen, Menschen, daran, zum Tresen zu gehen und zu sagen: Das Toilettenpapier ist alle? Wenn man etwas Verantwortung für die Gemeinschaft fühlt? Ich habe dann die Rolle gewechselt, es war eine Sache von drei Sekunden.

Ich verstehe es nicht. Niemand will auf eine Toilette gehen und feststellen müssen, dass das Papier alle ist. Und der Service bekommt das natürlich auch nicht ständig mit. Also, was zur Hölle ist das Problem?

Dann bin ich zum Waschbecken gegangen. Man kann sich dort die Hände waschen und am Automaten trockenpusten lassen, als auch Papier benutzen. Für die Papierhandtücher steht dort ein offener Korb direkt am Waschbecken.

Es lagen drei Papiertücher vor dem Korb, zwei Papiertücher hinter dem Korb. Und auch das kapiere ich nicht. Erst einmal verstehe ich nicht, was so schwer daran ist, so ein Papierknäuel zielgerichtet in den Korb zu bekommen. Und was, wenn es ausnahmsweise nicht klappt, so schwer daran ist, sich kurz zu bücken und die Sache in Ordnung zu bringen?

Wann sind wir deutschen Frauen zu solchen rücksichtslosen Ferkelinnen geworden? Und ich sage bewusst deutsche Frauen – denn ich erlebe solche Toilettenzustände eher nicht im Ausland. Also, was ist genau das Problem – wieso kann man eine Toilette nicht so hinterlassen, wie man sie selber vorfinden möchte? Was?

2026-02-22

Die RIVO Spreeterrassen

Die RIVO Spreeterrassen sind wunderschön – aber auch etwas versteckt – an der Spree auf der Kreuzberger Seite gelegen und servieren mediterrane Küche mit einem Hauch Levante-Style. Mir hat der Besuch sehr viel Spaß gemacht!

Es gibt eine Tradition im Sommer, die gepflegt werden will. Bei der bevorzugten italienischen Eisdiele in der Skalitzer Straße wandern zwei Kugeln Eis in das Cornetto und dann wird gemütlich hochgelaufen zum Schlesischen Tor und zur Spree hinunter. Dort findet der Eisgenuss meist sein logisches Ende – weil nämlich aufgegessen – und dann guckt man beglückt über die Steinbrüstung und bewundert auf der gegenüberliegenden Seite die Schiffe entlang der East Side Gallery und die Oberbaumbrücke. Ganz nebenbei ist man gerade ziemlich happy mit dem eigenen Berlin.
Und rätselt, was für eine Restauration sich unterhalb dieser Mauer wohl befindet? Zur Lösung dieser Frage müsste man die Treppen herabsteigen, um das RIVO zu entdecken. Aber … wer macht das schon so ins Blaue, denn selbst wenn im Sommer die Terrassen bestuhlt sind? Alles wirkt eine Spur intim und es gehört schon eine Portion Chuzpe dazu, auf Entdeckung zu gehen.

Dass ich neulich einer Einladung ins RIVO folgen durfte, hatte mich dann sehr vorfreudig gestimmt, dieses Restaurant erleben zu dürfen. Und das sogar in einem Winter, in dem die Spree rund um die Oberbaumbrücke zugefroren ist und die Terrasse des Restaurants direkt am Eis abschließt – was selten genug vorkommt.
Ich habe dann aber doch nicht die Schlittschuhe genommen, um vorzu(r)eisen. Vom U-Bahnhof Schlesisches Tor sind es keine vier Minuten bis zum RIVO, das zur FARO Gruppe gehört, zu Fuß. Die Anreise mit dem Auto mit langer Parkplatzsuche kann man sich wirklich sparen, zumal die RIVO-Bar hervorragend bestückt ist, von Talenten bedient wird und auch die Weinkarte umfangreich und abwechslungsreich durch aller Menschenländer gestaltet ist. Auf der Karte bietet sich eine feine Auswahl von Cocktails als Aperitivi an.
Mein persönlicher Favorit: der Negroni, dessen Bitternis den Magen vorsortiert für das, was kommen mag. Der Espresso-Martini zeugt ebenso von edlem Aperitivo-Charme. Wie schon angemerkt, die charmanten Menschen hinter dem Bartresen, verstehen ihr Handwerk!

Wer nach Nennung der Cocktails vermutet, hier würde italienisch verwöhnt, liegt genau richtig! Dabei ist die Karte des RIVO angenehm übersichtlich: sieben Vorspeisen, acht Hauptgänge, zwei Desserts. Vorrangig Süditalien grüßt mit einem Hauch Frankreich. Etwas Levante-Küche zeigt sich vor allem in den Beilagen, die gerne püriert auf die Teller kommen. Wer es luxuriös mag, darf sich gerne optional eine Portion Trüffel der Saison oder Imperial Kaviar zu seinem favorisierten Gang dazu bestellen. In beiden Kategorien findet sich je ein veganes Gericht.

Ich werde im ersten Gang doch wieder schwach bei dem Pulpo, der auf einem Beet von schwarzem Bohnenpüree ruht. Ach, so zart bekommen ihn nur Italiener hin! Gut abgeschmeckt, wird er mit einer leichten Ziegenkäsecreme und S’chug serviert, das eine prägnante Schärfe auf den Teller bringt und durchaus südlichen Charme vermittelt.
Das Püree zurückhaltend, aber in Kombination mit den anderen Beilagen war seine Aufgabe, aufmerksamer Begleiter zu sein, gut gelöst. Visuell sowieso! Der Oktopus war wirklich zart, gut gewürzt – eine Freude. Eine gute Wahl von mir.
Auf den anderen Tellern tummelten sich eine ordentliche Portion Rindertartar mit einer noch erstaunlicheren Portion Schnittlauch, frisch gehobeltem Meerrettich und Senfkaviar oder luftige Jacobsmuscheln auf Erbse, mit Vanille und Minze abgestimmt und Croûtons für den Crunch.
Beim nächsten Mal würde ich die Ceviche bestellen, die fruchtig mit Ananas, Koriander und Mais auf dem schönsten Teller am Tisch serviert wurde. Der Testlöffel hatte mich sehr begeistert!
Preislich liegen alle Vorspeisen bei 16–21 Euro. Glücklich macht das dazu gereichte würzige Sauerteigbrot mit einer fantastischen Kruste.

Eine vegane Variante wäre Schwarze Walnuss mit Beeten und Petersilienwurzel gewesen.
Im Glas begleitete uns ein Cloudy Bay Sauvignon Blanc aus dem schönen Neuseeland (2024). Ein eleganter Weißwein, der edle tropische Früchte im Glas zeigt, wie Stachelbeere und Passionsfrucht, etwas Grapefruit. Leichter Genuss, aber eine erhabene Präsenz.

Der vegetarische Gang im Secondo: Spitzkohl, Barigoul, Trüffel, den nur niemand von uns wählte. Ich bestellte den Kabeljau mit andalusischem Kartoffelpüree, Tapenade und Cime di Rapa. Sehr fein, geschmacklich gut abgestimmt, und die würzige Tapenade aus schwarzen Oliven wie auch die leicht bittere Cime di Rape sorgten für geschmackliche Abwechslung auf dem Teller, der von dem grünen Kartoffelpüree farblich dominiert wurde.
Den Kabeljau hätte ich mir hautseitig etwas krachender gewünscht, aber er war perfekt glasig und gut gewürzt. Auf den Tellern meiner begeisterten Mitesserinnen: Petersilien-Risotto mit Walnuss, Kräutersaitling, Ziegenkäse und Trüffel – eine Portion, die von meiner Nachbarin nicht zu bewältigen war.
Auch die Lobster Linguini sahen fantastisch aus.
Und die Damen mit dem Dry Aged Rinderfilet (ganze 250 Gramm) teilten mit uns ihre Contorni – die man ganz italienisch – extra zum Gang wählen kann im RIVO. Unsere Gänge begleiteten wilder Broccoli, Trüffel Parmesan Fries (ich brauche keine Trüffel auf Pommes) indes im fluffigen Trüffelpüree – was für ein Vergnügen! Das hatten wir wiederum alle sehr ins Herz geschlossen. Die Hauptgänge liegen preislich bei 23–42 Euro, Beilagen ab 6 Euro.

Zu meinem Kabeljau war der Schiefer-Riesling von Nik Weis (St. Urbans-Hof) der erwachsene Begleiter. Bis 60 Jahre alte Reben auf blauem Schiefer (Mosel) und rotem Schiefer (Saar) gezogen, im Stahltank ausgebaut und lustige 11,5 % Vol. Dieser Wein hat eine edle, kühle Präsenz, leichte Raucharomen mit weißen Blüten von Aprikose und apfeliger Säure. Spaß im Glas!

Holy crunch! Steht Crème brûlée auf der Karte, ist sie meine – altes Naturgesetz.
Die im RIVO ist ein Gemälde mit ihrem Beeren-Potpourri und in der Creme mit leichter Nougat-Note. Maik, der uns den Abend mit seiner höflichen Aufmerksamkeit perfekt gestaltete, schenkt uns dazu einen Sauternes 2022 von Chateau Jany aus dem Bordeaux ein.
Ein feiner Desertwein, der weiße Früchte und Honig im Glas verschmelzen ließ, die im Abgang einen Hauch Earl Grey dalassen. Fein.
Fazit: Ich bin froh, endlich einmal die Treppen zum RIVO gegangen zu sein. Wer sich das traut, wird ein wirklich charmantes Restaurant (bzw. Eventlocation) in allerbester Berliner Lage vorfinden.

Mit einem wirklich charmanten Service, einer kreativen Küche, die problemlos in frühere Urlaube entführt, und der Blick auf die Spree ist sowieso eine kleine Sensation für sich! Unbedingt probieren – nur: Besser vorher reservieren, denn als Eventlocation kann es auch passieren, dass das RIVO nur für die jeweilige Gesellschaft geöffnet ist.


RIVO - Spreeterrassen Restaurant & Eventlocation
May-Ayim-Ufer 9, 10997 Berlin
E-Mail: kontakt@rivo-spreeterrassen.de
Tel.: +49 (0)30 208477440
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 17 - 24 Uhr

2026-02-19

Der dümmste Schwachsinn …

… der seitens dieser desaströs inkompetenten Bundesregierung nun durch die Medien tapert, ist meiner Meinung nach, das Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche. Das kommt so sehr sichtlich aus der Kiste: „Wir haben selber keine Ahnung vom Thema, also verbieten.”

Dieses Verbot würde lediglich bedeuten, dass man Kindern versagt, frühzeitig kompetent in die Nutzung des Internets eingeführt zu werden, damit sie hier so früh wie möglich umfassende Kompetenz aufbauen können. Weil man selber technische wie auch inhaltliche Zusammenhänge nicht begreift – und schon mal gar nicht Geld in die Hand nehmen möchte, um Kindern das Wissen womöglich in Schulen zu vermitteln (für mich heute absolutes Pflichtfach) –, geht man lieber den bequemen Weg: Ein Verbot muss her.

Völlig albern in einer Zeit, in der die Nutzung sozialer Medien zur Jugend gehört, wie für uns früher die BRAVO. Und: Australien zeigt es gerade, das Verbot wird in großem Stil umgangen werden. Übrigens von den Eltern selber. Warum? Weil heutige Eltern soziale Medien als Kommunikationsform mit den Kindern zum Nachrichtenaustausch verwenden. Das ist state of the art, da gibt es auch kein Zurück mehr. Keiner schreibt heute noch eine SMS. Natürlich nutzen Eltern mit echter Medienkompetenz hierfür auch die richtigen sozialen Medien (z. B. Signal) und sorgen dafür, dass die falschen Medien (WhatsApp) nicht auf dem Smartphone der Kids landen.

Regierungsseitig wird doch bloß wieder Bequemlichkeit zelebriert. Ja. Netzbildung für Kinder ist ein herausforderndes Thema, und nicht alle Eltern verfügen heute (das ist nämlich längst keine Frage mehr des Alters, sondern eben von eigener Kompetenz, die auch heute längst nicht jede*r hat) über diese in ausreichendem Rahmen. Das merkt man immer dann, wenn Papis mit Klarnamen Influencerinnen auf TikTok dissen.

Es ist sicherlich richtig, Medienzeiten zu beschränken. Genau hinzusehen, wo das Kind online agiert, mit wem es kommuniziert. Den Kindern müssen Inhalte erklärt werden, Strukturen müssen aufgezeigt werden. Sie müssen unter Anleitung lernen zu differenzieren – sich davon zu distanzieren. Selber erkennen lernen, wann es richtig und wichtig ist, eigene Stoppschilder zu setzen.

Das schafft man aber nur mit Zeit, die man in Kinder investiert. Mit Vertrauen, das man in sie setzt. Mit klugem Austausch. Das ist auch keine einmalige Sache, da muss man dranbleiben, hinterfragen, beraten und sich unter Umständen selbst Beratung holen. Es ist ein Prozess und nein, keiner, der irgendwem in den Schoß fällt. Aber nur so gibt man dem Kind die faire Chance, für sich die guten Seiten des Internets ins Leben zu holen und die sehr üblen Seiten selbstbestimmt (!) abzuwählen. Denn selber Gefahren zu erkennen und mit Vertrauenspersonen darüber zu sprechen – das ist echte Medienkompetenz bei Kindern. Auch immer wieder den eigenen Konsum zu hinterfragen, das eigene Auftreten im Netz, ist ein hervorragendes Instrument, das man Kids unbedingt mitgeben sollte. Es wird solche Instrumente öfter wiederverwenden können, spätestens wenn es Partydrogen und Rauschmitteln begegnet.

Aber ganz vorne dabei sehe ich die Schulen in der Pflicht. Es braucht Lehrer*innen, die – zwingend – weitergebildet gehören in dem Thema. Die darin Kompetenz erlangen müssen – egal, ob sie es interessiert. Immer noch ist an viel zu vielen Schulen das Thema Internet, Smartphone, Computer bei den Lehrern verankert, die sich dafür interessieren. Das genau reicht eben nicht mehr! Da dürfen sich heute immer noch viel zu viele Lehrkräfte wegducken.

Und: Es braucht Investitionen. Aber die schieben CDU/CSU und SPD ja lieber den reichen Lobbyorganisationen auf das Konto, anstatt in unsere Zukunft zu investieren.

Und noch eines: Der meiner persönlichen Meinung nach inkompetenteste Bundeskanzler, der jetzt wieder das zu Tode gerittene Pferd Klarnamenpflicht aus dem Hut zaubert, ist schon deswegen das völlig falsche Sprachrohr für irgendwelche Forderungen im Internet. Zumindest solange er, seine politischen Strippenzieher und öffentliche Behörden Deutschlands aktive Accounts bei X führen.

Setzt euch erst mal auf euren Hosenboden, ihr Pfeifen, und macht eure demokratischen Hausaufgaben auf dieser faschistoiden Plattform.

2026-02-18

Ich bin sehr verliebt …

… in dieses unglaublich schöne, kreative, intelligente (!), energiegeladene, künstlerisch abwechslungsreiche, genial von den Kameras geführte Stück Kunst und Musik, dass da Bad Bunny im Super Bowl vom Leder gerissen hatte.

Ich bin auf so vielen Ebenen beeindruckt und überzeugt, bin wieder einmal begeistert von dem riesengroßen Talent der Lady Gaga, möchte, dass Ricky Martin bitte nur noch melodramatische Chansons singt und liebe diese täglichen Reaktionen der Menschen im Internet, die einfach so wundervoll viel Spaß mit diesem Event hatten und sich davon haben die eigene Kreativität entzünden lassen.

Funfact No. 1: Ich weiß bis heute nicht, wer den Super Bowl gewonnen hat.

Funfacht No. 2: Die einzige Person, die das Spektakel (im schönsten Sinne dieses Wortes) ganz fürchterlich fand, ist der olle weiße, in die USA zugewanderte Mann mit schlechtester Frisurberatung, der gerade auf dem Präsidententhron seiner Demenz zollt – und kein Wort verstanden hat!

Und ich gebe zu, ich hatte Bad Bunny bis dato nicht wirklich auf der Liste. Klar, kennt man einige seiner Hits, weil die einen auch hierzuland hier und da begleiten. Aber was ist das für ein entzückendes Menschenkind? Wie unglaublich viele Gehirnzellen hat der? Was für ein Rückgrad? Was für gnadenlose Stylisten lässt der an sich ran – und wann kommt dieser Gegenentwurf Lateinamerikas zu Ken endlich als Barbie-Puppe?

Ich glaube, diese knapp 14 Minuten Ausflug in lateinamerikanische Geschichte, werden einen sehr großen Run auf spanische Sprachkurse auslösen und die Tourimuszahlen in Lateinamerika ordentlich wachsen lassen. Mehr kann man wirklich nicht verlangen von einer solchen Show.

2026-02-17

Katzen Israels

Was natürlich noch fehlt aus der israelischen Berichterstattung, die weisen Schönheiten auf den Straßen Israels! Teil 1.

Mein absoluter Liebling ever ever ever. Aus Gründen:
Die Hafen-Diva von Jaffa in Tel Aviv
Mrs. Wärempumpe, dealt in Jerusalem mit sinnvoller Technik.
Dieses freundliche Reiseführerin begleitete uns in Jerusalem auf dem Kreuzgang
Man streitet ja etwas über Marias wirkliche Herkunft: Jerusalem, Nazareth, Jerusalem …? Jedenfalls, falls doch Jerusalem, ist dieses Exemplar Marias besonders ehrenvolle Müllkeeperin. (In der Nähe ihres angeblichen Geburtsortes.)
Cafehausbetreiberin irgendwo an der Autobahn in Richtung Totes Meer
Sie war mit ihren kleineren Brüdern und Schwestern charmantes Unterhaltungsprogramm in einem Hotel.
Dieses wunderschöne Expemplar begrüßte unseren Bus am Ort der Bergpredigt am See Genezareth. Zum Klauen!
Echtes Tel Aviver-Gangmitglied.
Zur gleichen Gang gehörend:
Langhaarkatzen in Wildniss haben es wirklich nicht leicht, dieser kleine Engel hätte dringend eine Schur gebraucht.

Wat ‘ne fiese Möp!

Dieser Infekt, der sich gerade herumschleicht. Täuscht ein bisschen an mit Halsschmerzen und Hüsteln. Tut so, als wäre er drei Tage später vorbei, um dich dann aber so etwas von aus der Bahn zu kippen.

Ich war fünf Tage lang froh überhaupt einmal am Tag das Katzenklo säubern zu können, mir eine Kanne Tee kochen zu können (und trinken zu können) und mir die Zähne zu putzen.

Nebenbei habe ich mich von irgendeinem zu früh geschlüpften Insekt im Schlafzimmer abstechen lassen.

Laut Test kein Covid, keine Grippe. Einfach nur eine Bronchitis aus der Hölle. Ganz ehrlich, diese erste Hälfte vom Februar kann weg.

High Five an eine sehr verständnisvolle, kleine, schrecklich gelangweilte, graue, zuckersüße Katze.

2026-02-12

Pickeldi …

… und Pickelda, Pickel sind für alle da!

Hört dat mit diesen Dingern jemals auf, frage ich mich?

Ich wette, die Dinger wachsen mit noch, wenn ich längst in der Kühlung der Pathologie liege.

2026-02-11

Am Grad …

der Verfilzung der Haare am Morgen, die unmögliche Abwesenheit von Nachtruhe ablesen können.

2026-02-10

Von nix gewusst!

Der Herr Buddenbohm, der, wie ich, gerade malade in den Seilen hängt, stellte gestern fest, dass er im Vorfeld nichts von den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina mitbekommen hatte. (Für die derzeit schwierigen Konstellationen sende ich sehr viele gedrückte Daumen.)

Mir ging es genauso. Zwar wurde ich wenige Wochen zuvor zu einem kleinen Presseevent eingeladen, das den Ort Borca di Cadore zusammen mit den Dörfern Cancia, Villanova und Corte uns vorstellte – wo auch ein Teil der Winterspiele ausgetragen werden bzw. Unterkünfte bereitgestellt werden. Das war sehr nett, aber irgendwie doch auch etwas launig – so ohne Bildmaterial und Kontaktdaten. Naja, NextGenerationEU macht das schon. Aber tatsächlich hörte auch ich an diesem Tag erstmals davon, dass die Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden und dazu in Europa.

Offensichtlich ist der mediale, weltweite und auch deutsche Lärm über so viel Mist mittlerweile so überlaut geworden, dass kaum noch Energie bleibt, die kleinen schönen Dinge zu erfassen. Es ist die doppelte Last dieser Tage, nicht nur, worüber berichtet wird, sondern auch, wie geschrieben wird über die Skandale. Ich erlebe gerade eine große Vermissung des souveränen Journalismus meiner Jugend, der beschrieb, aufklärte und in Kolumnen sauber ein Urteil formulierte. Wir sind abgebogen zu einer Carmen Miosga*, die wirklich mal besser bei den Tagesthemen geblieben wäre. Die Art und Weise, wie sie ständig der als vom deutschen Verfassungsschutz in Gänze als rechtsextrem und somit demokratiefeindlichen begutachtete Partei jeden verdammten Sonntag den Teppich ausrollt, sie widert mich nur noch an.

Ansonsten gab es in der letzten Woche ein nettes Get together mit der einen Hälfte der Journalisten der Israel-Pressereise. Eine davon kam aus der Schweiz zu Besuch nach Berlin und alle anderen Teilnehmer*innen konnten sich unserem Termin kurzfristig anschließen. Die Nachbesprechung der Reise bei natürlich geteiltem Hummus (Hummus & Friends) war wirklich schön, und die Freude, diese reizenden Menschen wiederzutreffen, tut der frustrierten Berliner Winterseele im Glatteis mit BVG-Streik on top sowas von gut!

*Ich bin übrigens so alt, da wurden keine Mitglieder des BDNS, JF oder NS in die öffentlich-rechtlichen Medien geladen, weil es keine Notwendigkeit gab, Rechtsextreme inhaltlich zu stellen. Allen war klar, wofür die standen. Punkt. Und es ist auch klar, wofür die AfD steht. Punkt.

2026-02-06

Ui ui ui!

Man stelle sich jetzt vor, die SPD würde soziales Rückgrat zeigen, der Bundesfinanzminister (SPD) würde Attacke schreien und konsequent gegen Steuerhinterziehung von Überreichen vorgehen, sie würden die CDU – die sich sowieso nicht an den Koalitionsvertrag hält solange es die SPD-Punkte anbelangt – genausowenig in deren Punkten unterstützen und der Finanzminister (immer noch SPD) würde sich weigern, Gelder aus dem Sondervermögen an CDU-nahe Organisationen bzw. Vereine zu überweisen. Und Erbmasse eintreiben. Und damit den Sozialstaat auf die Sprünge helfen. Schulen auf Vordermann bringen. Und die Infrastruktur Deutschlands.

Was dann los wäre! Es ist so bitter: Denn mit den Geldern könnte die SPD in ihren Positionen wie Phoenix aus der Asche steigen! Wenn sie nur …

2026-02-05

Serkan C.

ist tot. Verprügelt von einem Schwarzfahrer. 60 Euro gegen ein Menschenleben. Und der Vater von Serkan C. hatte in der Folge des Todes seines Sohnes einen Herzinfarkt. Wegen 60 Euro.

Serkan C. war alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teenageralter.

In italienischen Eisenbahnen wird seid Covid regelmäßig eine Ansage in den Zügen abgespielt, von einer sehr resoluten Männerstimme vorgetragen – sie klingt sehr anders als als die üblichen freundlich-dynamischen Ansagen – dass jede Beleidigung, Angriff gegen Zug-/Bahnhofsmitarbeiter mit einer Anzeige geahnet werden. In jedem Fall die Polizei dazu gerufen wird.

Diese Verrohung der Menschen findet offensichtlich woanders auch statt, das hilft uns nicht weiter aber es scheint, als hätten wir ein gesellschaftliches Problem.

Mein Tipp, wenn ihr Zeug*in eines solche Vorfalls einmal werdet an Bahnhöfen, geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit: Greift euch den nächsten Feuerlöscher und richtet den Strahl in das Gesicht des Angreifers. Niemand mag Löschschaum/-pulver in seinen Augen haben. Die werden dann ablassen, weil sie ganz andere Probleme haben. Und: Selbst, wenn sie fliehen, sie werden diese Probleme in einem Krankenhaus lösen lassen wollen. Was einen Zugriff ziemlich sicher durch die Behörden möglich macht.

Was Züge anbelangt, hilft es generell sich zu orientieren, wo die untergebracht sind. (Auch für andere Situatioen) Auf Bahnhöfen hängen sie mindestens in der Nähe der Wachhäuser.

Das ist dann Notwehr. Schlimmstenfalls muss man einen Feuerlöscher ersetzen, rettet aber ein Menschenleben.

Und: