2026-07-30

Orchestral Manoeuvres in the Dark still alive 'n kicking – und keiner hat's mir gesagt!

tl;dr Orchestral Manoeuvres in the Dark war die Band, wegen der ich als sehr junger Mensch mein allererstes Überweisungsformular ausfüllte. Sie leben noch bzw. spielen wieder zusammen – haben nur 2007 vergessen mich anzurufen, um mir das mal mitzuteilen.

Heiligt das Internet! Da ich mich schon seit Dekaden nicht mehr von pervers gut gelaunten Radiosendern anschreien lasse, TV sehr selektiv gucke und Spotify aus sozial-finanzpolitischen Gründen den unbekannteren Künstlern gegenüber ablehne – habe ich prompt 20 Jahre lang nichts mitbekommen von dem Get-together von Orchestral Manoeuvres in the Dark.

Sie waren wohl 2005 für eine Chart-Show und sicher okayes Geld vom deutschen Privat-TV angefragt worden und haben danach ein Kooperationsbierchen auf ihre Zukunft getrunken. Ha, sind wir Deutschen also doch noch zu was gut!

Ich recherchiere neulich im Web zum ehemaligen Telegraphenamt in Berlin-Mitte, spült mir Google Telegraph von Orchestral Manoeuvres in the Dark in die Suche und nur zweikommafünf fremdgeleitete Klicks später stehe ich vor der Tatsache, dass Orchestral Manoeuvres in the Dark wieder existieren in alter Formierung. Das seit offensichtlich bereits zwei Jahrzehnten, und sie haben sogar wieder mehrere Alben (und MUSIKKASSETTEN) veröffentlicht, und touren konsequent durch die Welt – wenn nicht gerade Pandemien den Spaß tilten. Quelle surprise délicieuse!

Ein gesunder pubertierender Geist separiert sich erst einmal vom Musikgeschmack seiner Eltern, das war bei meinen Eltern die Musik der 60er. Der ältere Bruder hatte mich zu viel mit den üblichen Größen des Rock und Glitterrock der 70er dominiert. Da war elektronische Musik für mich ausreichend anders als deren gehörter Mainstream, dass ich ohne sie nicht erwachsen werden wollte. Als Fan elektronischer Musik konnte man in den 80ern noch so herrlich gar nicht verstanden werden. Absolut hilfreich im juvenilen Abgrenzungsmodus.

Kraftwerk veröffentlichten Autobahn 1974. Da war ich gerade acht Jahre alt und war sofort völlig fasziniert von dieser Musik, die im Radio des Benz meines Onkels lief. Der, in dem mir immer schlecht wurde. Die prägnanten Töne hatten mich sofort, nur die Roboterstimmen nicht. Die haben mich als Kind zu Tode gegruselt, will sagen, die Erfahrung, in meine Musik erst hineinzuwachsen, die habe ich ziemlich früh gemacht. (Ich möchte heute übrigens immer noch keinen Cher-Effekt in der Musik haben. Kannste singen, kannste singen. Kannste nicht singen, brauchste so ein Gedöns, um dich erträglich hörbar zu machen, verschone mich.)

Also zunächst kein Kraftwerk, dafür den ganzen Kram mitgehört, den mein Bruder präferierte – das waren vorrangig die Bands aus meist Großbritannien mit schönen Langhaarfönfrisuren, vor deren Namen immer THE stand. Dass mein Bruder seine ersten feuchten Träume auf die Hauptprotagonistin der THE Suzie Quatro Band hatte, können wir als gesichert voraussetzen. Ich driftete indes erst noch einmal kindlich komplett auf Abba ab, wie alle innerhalb Europas (außer GB) und habe mir dort vermutlich meine bis heute nachwirkende Überdosis an schmalzigen Liebesliedern abgeholt.

Aber nur solange bis ich dann alt genug war bzw. mich an Stimmen gewöhnt hatte, die ausreichend verfremdet waren, um so zu tun, als wären sie in der Lage, so zu klingen, wie wir uns vorstellen, dass künstliche Intelligenz zu sprechen habe. Kraftwerk waren mittlerweile deutlich häufiger im Radio zu hören, so konnte ich mich auch an die Computerstimmen gewöhnen. Es wurde in den Charts immer elektronischer. In unserem Schwarzweißfernseher trat Gary Numan auf. Liebe. 1981 schwuppte Orchestral Manoeuvres in the Darks Enola Gay in unsere deutschen Charts. Auch Liebe. Sie erschienen mit prägnanter Coolness und den sehr schmalen Krawatten ihrer Zeit im "Musikladen" und bei „Disco." Noch mehr Liebe.

Bei uns erschien zuerst das grandiose zweite Album Organisation. Und als deren erstes Album Orchestral Manoeuvres in the Dark etwas später auch endlich in unseren Plattenläden eintrudelte, war ich hin- und weg! Mittlerweile komplett im politischen Aufbruch einer pubertierenden 15-jährigen West-Berlinerin angekommen – wie großartig passte denn da Bunker Soldiers auf meinen Plattenteller? Und seien wir ehrlich: Mit Electricity haben sie doch den sehr frühen Wegweiser in Richtung Techno gelegt! Und wie sehr passend den Kalten Krieg meiner Jugend dominierend: Es gab so gut wie keine schmalzigen Liebeslieder!

Das alles war große britische Königsklasse, genauso wie das britische Auto, das meine Mum damals fuhr. Immerhin, auch wegen Bands wie Kraftwerk und Orchestral Manoeuvres in the Dark hatte ich auf dem Gymnasium EDV als Wahlpflichtfach belegt.

Auch extrem motivierend an Orchestral Manoeuvres in the Dark: Endlich hatte eine Band aus dem United Kingdom nicht das obligatorische „THE” als enervierendes Zeitzeugnis vor dem Namen stehen. Zwar im Namen später verbaut, war da immer noch ein kleines sprachliches Foul für uns Deutsche. Dennoch akzeptabel, hatten sie das Kürzel OMD sprachvereinfacht gleich mitgeliefert. Kein „THE” vorm Namen, war für mich ein Signal für … alles! Mindestens intellektuelle Größe. Dank Orchestral Manoeuvres in the Dark war plötzlich alles modern und anders. Ich ahnte eine grandiose musikalische Zukunft – und ich war mittendrin!

Dann der Name selber, großes Kino! Lang und ungefähr genauso bedeutungsschwanger wie bedeutungslos, das ging einfach nicht besser! Keine selbstreferentielle Eigennamenreklame mehr, wie seinerzeit üblich. Wo andere Fragezeichen im Gesicht hatten, sah ich mit Orchestral Manoeuvres in the Dark krasse Anzeichen von Genialität bei der Band – alleine schon nur wegen dieses absurden Namens. Und habe voll elitärem Genuss nie die Abkürzung benutzt, wie so ein echter Fan eben.

(Selbstverständlich schreibe ich in diesem Blogpost den Bandnamen ausschließlich aus. Handgeschrieben quasi, weil ich's kann. Soviel ehrerbietender Spaß muss sein. Kann mir aber gut vorstellen, dass die Band später total froh war, als "Type it for me" für Apples OS gelaunched wurde.)

Ein echter Fan tritt in den Fanclub ein, glaubte ich. Support your unlocal musician. Und weil ich noch relativ jung war, kein eigenes Bankkonto hatte, die Dinge überhaupt sehr analog noch funktionierten, mein Einkommen Taschengeld hieß und ich vermutete, meiner Mutter würde nicht gefallen, wohin ich ihr hart verdientes Geld tragen würde (eigentlich dumm, denn meine supercoole Mum hatte meine musikalischen Ambitionen immer unterstützt), habe ich meinen Mitgliedsbeitrag als Devisen für ein Jahr ins Ausland via Bareinzahlung überwiesen, was damals so unglaublich fucking irrsinnig teuer war. Natürlich auch sehr aufregend, denn wir können festhalten: Wegen Orchestral Manoeuvres in the Dark habe ich mein allererstes Überweisungsformular ever ausgefüllt – und dann gleich eine internationale Überweisung! Und so ein teures dazu. Ich meine mich zu erinnern, die Bearbeitungsgebühr war ähnlich teuer wie der Mitgliedsbeitrag. Oberhammerultrasuperteuer! Die drei oder vier Hochglanzmagazine, die ich im Gegenzug erhielt, waren ganz schick. Ich habe dann aber trotzdem nicht verlängert. Dieses Konzept Fanclub war irgendwie … gar nicht mal so befriedigend für mich.

Am 3. Februar 1982 traten Orchestral Manoeuvres in the Dark im Berliner Metropol-Theater auf. Bin ich hingegangen. War ich immer noch erst 16. Alleine, tatsächlich habe ich selten meinen Musikgeschmack mit meinen Freund*innen wirklich teilen dürfen. Meine Mutter ließ mich auch alleine gehen und holte mich später ab, wie schon gesagt: cool! Ich kann mich noch erinnern, dass ich das Konzert toll fand – und irgendwie untoll kurz. Ich glaube nicht, dass die überhaupt auf 90 Minuten gekommen sind mit Zugabe. Fanden die Berliner Gazetten am Tag darauf übrigens auch und schrieben das Konzert dezent nieder ob seiner Kürze. Orchestral Manoeuvres in the Dark konterten in einem Interview später mit „Sie hätten nirgendwo so dreckigere Umkleiden erlebt wie im Berliner Metropol.“ Jut, war’n wa quitt jewesen: die kurz, wir dreckig.

Wie auch immer, ich bin heute noch schwer beeindruckt vom ersten Album Orchestral Manoeuvres in the Dark. Ich halte das nach wie vor für ein grandioses Stück E-Punk und finde heute im Übrigen, dass es richtig gut gealtert ist. Es klingt immer noch überhaupt nicht beliebig, immer noch erstaunlich progressiv … frisch. Und teilweise so schön aggro! Natürlich waren Organisation und Architecture & Morality auch feine Alben und für den Mainstream tanzbarer (tanzen war wichtig – da konnte man sich bei OMD immer drauf verlassen), aber Orchestral Manoeuvres in the Dark war kompromissloser. Ich bin heute noch fasziniert, wie man mit erst 21 oder 22 so ein Masterpiece von Musik wie The Beginning and the End komponieren und texten und übrigens auch so singen kann. Das Lied ist heute immer noch komplett underratet! Alleine der Mut, einen Song (in der damaligen Zeit!) zu servieren, der nicht mit Verse, Chorus, Verse, Chorus, Bridge, Chorus langweilt. Von seinem musikalischen Aufbau ganz abgesehen.

Dann kam Dazzle Ships 1983. Ich glaube, in heutigen Zeiten würden Künstler für einen solchen Move von Fans ernstgemeinte Todesdrohungen im Web erhalten. Vermutlich.

Ich hab’s geliebt! Fing schon mit der Artwork des Covers an, meine Farben. Für mich war Dazzle Ships sehr viel weniger das Problem als das, was danach an Alben kam.

Mir ist Dazzle Ships auch nicht gleich in den Schoß gefallen, wohl den wenigsten Fans damals. Ich musste mir die Großartigkeit dieses Albums erhören – aber genau das war auch so grandios daran. Sensationell anders, allem anderen weit voraus! Selbst für übliche Kraftwerk-Verhältnisse experimentell weit vorne! Und ich wusste einfach nach dem zweiten Hören, dass ich hier etwas sehr Besonderes auf dem Plattenteller hatte – und ich es überhaupt noch nicht verstehen konnte.

Aber können dir Künstler ein größeres Geschenk machen, indem sie dir ein Album geben, an dem du selber musikalisch, somit auch intellektuell mitwachsen darfst? Ob als junger oder älterer Mensch und sofern du dich dazu entschließt, ihr Angebot anzunehmen? Für mich ist das heute noch die eigentliche Größe von Dazzle Ships, dass es uns Fans in unsere individuelle Entfaltung entsendete. Ohne dieses Album wäre ich später nie in die Post-Industrial-Welt mit EBM und Power Electronics abgetaucht. Sehr sicher nicht. Es war das richtige Album zur richtigen Zeit für mich, das hat mir eine enorme, neue Weite in meiner musikalischen Entwicklung zum damaligen Zeitpunkt ermöglicht. Beste Platte, immer noch. Ich habe mir das auch gerade noch einmal angehört im Zuge der Wiederentdeckung. Es ist immer noch großartig. Danke für Dazzle Ships!

Nur … nachdem mich Orchestral Manoeuvres in the Dark mit dem Album erst einmal auf den Weg geschickt hatten, wurden mir persönlich die folgenden Platten zu sehr für „Wir wollen jetzt auch in Amerika was werden“-mainstreamig. Also nach Dazzle Ships mit Junk Culture klarzukommen, das war echt nicht meine Kernkompetenz. Bei dem Album konnte ich nur noch mit Junk Culture und White Trash etwas anfangen. The Pacific Age, Crush … naja.

Und dann haben sich die Herren auch erst einmal getrennt, und bei sowas bin ich ungefähr so flexibel wie ein Brennelement im AKW Sellafield. Trennungen von mir liebgewonnenen Bands kann ich ungefähr so gut leiden wie Trennungen in meinem Privatleben oder Zahnarztbesuche. Da hat der clean gestylte Mr. McCluskey in den folgenden Jahren bei MTV in den Hochglanzvideos seiner Popausspielungen (mir) auch nicht weitergeholfen.

Nun, also jetzt neu auf dem Radar zu haben, dass Mr. Paul Humphreys und Mr. Andy McCluskey sowie Mr. Martin Cooper und Mr. Malcolm Homes, aus gesundheitlichen Gründen ersetzt von Mr. Stuart Kershaw, vor nun fast 20 Jahren erneut zusammengefunden haben und touren – das ist schon extrem charmant. Wenn man bedenkt, dass die in zwei Jahren ihre goldene Bandhochzeit feiern, eine Timeline, die von Bands selten beschritten wird.

Vor allem darf ich noch einmal neue Alben von Orchestral Manoeuvres in the Dark entdecken! Das ist gerade wie eine alte Serie spät für sich zu erleben, dafür mit dem Wissen, da liegen noch vier Staffeln auf „on hold“. Bisher habe ich mir nur das letzte Album Bauhaus Staircase (2023) intensiver angehört und das finde ich sensationell gut. Da ist nichts mehr süß-schmalzig, noch dieser Mainstream existent, dessen, was OMD in den 2000ern verströmte. Auch die Artwork der Clips, was für eine ästhetische Freude! Wie großartig aufbauend ist doch Anthropocene? (Btw. sehr cooler Katername, könnte man prima auf Anthri abkürzen – also wenn man doch noch an etwas Zukunft glaubt.) Oder wie angemessen wütend Kleptocracy? Bauhaus Staircase – auf den Treppen vom Bauhaus knutschen wollen, welche/r Deutsch*e könnte es nicht nachvollziehen? (In diesen schon wieder prä-faschistischen Zeiten im geschichtlichen Bauhaus-Kontext.) Exzellentes, so tanzbares Album. Wenn so etwas aus einer Covid-Pandemie entwachsen will, nur zu – ich habe da gerade richtig Spaß!

Und wenn ich jetzt schon finde, dass die Alben OMD und Dazzle Ships kaum gealtert sind, kann man das Kompliment doch gleich an die Herren weiterreichen. Die Mitglieder dieser Boyband sind jetzt wohl auch schon so um die Mitte 60, wenn mir meine Dyskalkulie da nicht hineingrätscht. Brille, um was auf dem Screen vom Mac lesen zu können – wer kennt's nicht von uns? Guckt man die aktuelleren Gig-Mitschnitte auf YouTube an, dann sind sie geradezu entzückend bis herausragend gut gealtert! (Diesen zärtlichen Moment lasse ich jetzt auch hier so stehen.) Vielleicht haben sie immer die richtigen Drogen genommen oder rechtzeitig damit aufgehört.

Dass McCluskey immer noch den energiereichen Tanzbären in Konzertlänge gibt, da zolle ich jeden Respekt. Als Mensch, der schon immer gerne tanzende Menschen beobachtet hat, derzeit alle drei Tage ungefragt das personifizierte Grauen eines tanzenden Trump-Memes auf den Screen gespült zu bekommen, ist überhaupt nicht leicht für mich. Glaubt mir, da den eigenen Algorithmus mit einem tanzenden McCluskey zu frisieren, möchte ich geradezu als therapeutisch positiv bewerten. Den tanzen zu sehen, war nicht nur für mich immer eine besondere Freude. Selten tanzen Musiker so perfekt punktiert wie dieser Mann. Und man kann wirklich nicht vielen Musikern nachsagen, auf der Bühne ein ganz eigenes Genre mit ihren Bewegungen erfunden zu haben. Oft kopiert, nie erreicht. Hätte ich Tanzpädagogik studiert, McCluskeys Danceart wäre das Thema meiner Masterarbeit gewesen.

Auf jeden Fall halte ich das Konzept, in etwas fortgeschrittenem Alter immer noch auf Bühnen herumzuspringen, dabei Spaß zu haben und offensichtlich die Fans zu beglücken, für prima. Auf jeden Fall für viel besser, als auf dem heimischen Sofa abzuhängen und auf das Verklumpen des eigenen Blutes zu warten. Gut, doof, so ließen ihre politischen Texte immer schon anmuten, waren die ja noch nie. (Das Einzige, was mich leicht verstört, ist, wenn sie schon singen: „I’m gonna kick down fascist art“ – da ließe sich einfach bei ihrem Account bei X anfangen. Warum hält man 2026 noch Accounts bei gesicherten Faschos?)

So. Ich habe jetzt ungefähr trillionen Mal mit viel Freude Orchestral Manoeuvres in the Dark ausgeschrieben (ich kann's jetzt), hatte bei dem Spaziergang zurück in meine Jugend Spaß und möchte in der mir eigenen eleganten Art ganz nebenbei darauf hinweisen:

Orchestral Manoeuvres in the Dark touren im August 2026 durch Deutschland und Osteuropa. In Berlin spielen sie z. B. am 18. August 2026 in der Zitadelle Spandau. Alle anderen Termine auf deren Homepage. Tickets, falls überhaupt noch verfügbar, für geradezu günstige 70 Euronen.

Geht hin, supportet diese großartige Herrenkombo mit ihren elektronischen Spielzeugen. Sie machen immer noch ganz feine Musik – arme britische Künstler haben doch nach dem Brexit auch nix mehr auf der Tasche.

2026-07-26

Shiina …

… hat gerade eine wunderschöne Fellwurst ausgekotzt. Allerdings wirklich wie so eine Kanone durch die Luft geschossen. wie in so einem schlechten Katzencomic.

War ja dann heute doch noch etwas lustig.

2026-07-22

Die machen mich wirklich irre!

So, so, die AfD hat sich also vergangenen Montag anlässlich des Gedenkens an das Attentat von Carl Graf Schenk von Stauffenberg und seinen Mannen vom 20. Juli 1944 versucht einzuklinken und ihren Kranz hinzulegen. Kann man natürlich machen als gesicherte rechtsextreme Partei, das Geld (der Steuerzahler) ausgeben für einen derartigen Affentanz. Muss man dann auch aushalten können, dass es Gegenwehr gibt. Die man natürlich wieder für den persönlichen Opferstatus nutzen möchte. Geht mir doch bitte weg mit dieser Kinderkacke! Danke an die Menschen, die noch gegenwehren!

Geneigte Leser meines Blogs wissen vielleicht noch, dass ich genau auf dem Ehrenhof der Gedenkstätte vom 20. Juli 1944 in der Stauffenbergstraße aufgewachsen bin. Schräg diagonal aus dem Kinderzimmer geguckt, habe ich auf die Wand gesehen, wo ein Teil der Attentäter dort erschossen worden ist.

20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren worden zu sein, 20 Jahre nach dem – endlich – Ende des grauenvollen Holocausts. Vier Jahre nach dem Mauerbau und dann zudem im Westteil Berlins hatte diese Vergangenheit Deutschlands auf mich, meine Kindheit einen enormen Einfluss. Gerade wir Kinder in Berlin (egal ob West oder Ost) sind dann doch permanent auf die politische Gesamtsituation aufmerksam gemacht worden, und zwar auf so sehr vielen Ebenen. Dazu muss man nicht einmal, wie meine Oma väterlicherseits, Familie im Osten haben. Wir waren die dritte Nachkriegsgeneration, und auch das macht etwas mit einem!

Mir hatte es mein Leben lang von frühester Zeit an einen kleinen weißen Teufel auf die Schulter gesetzt, der mir ständig ins Ohr flüsterte, ich hätte keine Verantwortung für die Vergangenheit meiner Heimat zu tragen, jedoch durchaus verantwortlich zu sein für das, was in Zukunft nicht mehr passieren darf. Das war okay für mich, nachvollziehbar und nie diskussionswürdig. Ich habe mit dem mein Leben lang in relativer Einigkeit gelebt, wir waren uns einig.

Mittlerweile strengt er mich unfassbar an. Er ist die letzten Jahre unglaublich viel gewachsen. Hat deutlich an Gewicht gewonnen. Und: Er flüstert mir nicht mehr leise ins Ohr, der schreit. Täglich. Stündlich. Er ist so unglaublich präsent und ich weiß nicht wirklich, wie ich ihm, noch mir helfen kann. Sein Schmerz über das, was gerade politisch in Deutschland passiert in Bezug auf den Zuzug geflüchteter Menschen, und ihrer Familien.

Diese grauenvollen hohen Abschiebungen, eben auch in Länder, in denen wir nie abschieben dürften – also sehr oft völlig vorbei an unserer Rechtsprechung, das Versenden der Menschen in Lager … Deutsche schicken Menschen wieder in Lager! Hätte ich mir das jemals vorstellen können? Dass Dobrindt offensiv (!) mit Terroristen lieber gemeinsame Sache macht, um diese verzweifelten Menschen loszuwerden? Dass dieser Bundeskanzler beinahe täglich Menschen aus anderen Ländern niederschreit, während er mit dem Faschisten in den USA liebäugelt?

Der kleine weiße Teufel schreit zornig und kugelt mir langsam das Schultergelenk aus mit seiner Präsenz. Und ich fürchte, das Einzige ist, was ich tun kann, ist im rassistischen Alltag bewusst Stoppzeichen zu setzen denen gegenüber, die mir immer häufiger in Gesprächen abverlangen wollen, ihren braunen Gedanken Zustimmung zu zollen. Selten war weniger die Zeit als heute, Rassismus zu ignorieren oder zu dulden.

Wer sich dem entzieht, bloß weil er um Followerschwund in den sozialen Medien fürchtet, der sollte sich einmal überlegen, wessen Geistes Menschen er/sie in seiner Timeline wirklich vereinen möchte. Kann man sich heute mit politischen Inhalten den Algorithmen zerschießen? Ja. Und was wird Menschen zerschossen, deren komplette Familie hier in der Nacht aus ihrer vermeintlich gesicherten Existenz in eine Heimat abgeschoben wird, die über zwanzig Jahre nicht mehr ihre gewesen ist? Wo sie als Frauen genau gar keine lebenswerte Zukunft erleben dürfen? Wenigstens einmal in der Woche Stellung beziehen, ist das zu viel verlangt? Man! Ich habe so eine Wut!

Und dann kommen diese Mitfahrer der AfD um die Ecke und legen Kränze nieder. Nazis! Zum Gedenken eines Attentäter Hitlers – wen wollen die denn verarschen?! Die Generation meines Großvaters, und seines Vaters hat dieses Land seit 1933 komplett an die Wand gefahren. Dieses Land aber auch so etwas von zerstört. Einschließlich der eigenen Bewohner zusätzlich zu diesen unfassbaren Zahlen der Toten, die der Holocaust Leben kostete. Und: Sie haben komplett versagt, so etwas auf ganzer Linie. Nur: Als die auf die Autobahn von Rassismus und der Vernichtung aufgesprungen waren, wussten sie in ihrem verblendeten Optimismus nicht, dass am Ende eine Mauer steht, auf die sie so etwas von in voller Fahrt prallen werden.

Die Leute von der AfD und CDU sowie CSU wissen das! Sie müssen zumindest damit rechnen. Und springen dennoch in großen Mengen in dieses Auto völlig idiotischer Ideologien und rasen mit Highspeed schon wieder auf genau der gleichen Straße auf diese Mauer zu. Und das nicht einmal 100 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?! Wir konnten uns nicht einmal 100 Jahre lang dummen Rassismus und Ausgrenzung versagen mit unserer Geschichte? Wie doof können Menschen sein? (Und bevor hier jetzt jemand wieder das übliche Arme-wählen-AfD-Bashing der Medien anstimmt – den größten AfD-Anteil im Bundestag stellen Anwälte, Ärzte und übrigens Lehrer.)

Wer mit einer solchen Gesinnung da dann Kränze niederlegt an einem Gedenken von Attentätern, die vor allem Hitler weghaben wollten, sollte wirklich erst einmal überlegen, ob seine psychische Gesundheit die allerbeste überhaupt ist. Der kleine weiße Teufel und ich hätten sehr berechtigte Zweifel.

Wir leben nicht mehr in naiven Zeiten. Der deutsche Faschismus ist schon wieder so etwas von real und greifbar! Und nein, nur richtig wählen, reicht nicht mehr! Jemanden die Kranzniederlage zu verbieten, die aus hinterhältigen Gründen puren Populismus bedient: Ja. Bitte. Immer und immer wieder! Diese dummen Opfer!

Vier Wochen lang …

… keine Nachrichten im hiesigen TV-Angebot geguckt, weil ich es nicht ertragen konnte, Nachrichten auszuhalten von dieser unsäglichen Fußballweltmeisterschaft 2026 in diesem (derzeit) unsäglichen Land unter diesem unsäglichen Präsidenten mit diesem unsäglichen FIFA-Korruptions-Management.

Das macht doch gar keinen Spaß mehr. Die haben eines der grandiosesten Sportereignisse gekillt.

Ich ziehe den Hut vor Javier Milei. Wenigstens eine Person mit Rückgrat.

2026-07-19

Natürlich …

… ist der Rücktritt als Fraktionsvorsitzender der CDU von Jens Spahn lediglich ein Viertelrücktritt. Die Sicherheit nicht seine Immunität entzogen zu bekommen als weiterhin Bundestagsabgeordneter, sich gegebenenfalls juristischen Aufklärungen stellen zu müssen, vollumfänglich. Die hat er sich erhalten, wie auch seiner Diäten und sonstigen Vorzügen als Bundestagsabgeordneter.

Wie schnell man dann doch wieder politische Relevanz zurückbekommen kann, das hat ihm ja Parteifreund Philipp Amthor vorgelebt.

Ich möchte jetzt wirklich die Diskussion haben, wie es sein kann, dass sich gerade nach außen erzkonservative CDU-Politiker das Recht herausnehmen – übrigens in diesem Fall auch indirekt auf Kosten von uns Steuerzahlern, denn er wird die Leihmutterschaft auch von seinen Einkommen bezahlt haben – uns deutschen Wähler*innen gleichzeitig das gleiche Recht auf Leihmutterschaft zu versagen.

Ich bin kein großer Fan von Leihmutterschaft – ich weiß dank meiner adoptierten Mutter, was es für ein Leben bedeutet, nicht zu wissen, wo man eigentlich herstammt – aber wisst Ihr was, ihr verlogenen CDU-Leute? Fahrt. Zur. Hölle. Alle!

2026-07-17

Fahre ich …

… in der Berlin U-Bahn und gucke in die Gesichter dieser noch sehr jungen wundervollen Männer, die Merz & Co. demnächst irgendwelchen Schwachmachten als Kannonenfutter andienen wollen.

Kann gar nicht sagen, wie aggressiv mich das macht!

2026-07-11

Diese stille, beglückte …

… und mütterliche Zufriedenheit, wenn die Youngsters in der U-Bahn mit einem Joy Division-Shirt auf dem dürren, blassen Körper ihre selbstherrliche Coolness verbreiten.

2026-07-10

Alle unter einem Himmel – Weinbar Cielo

Für mich die Food-Entdeckung des Jahres in Berlin: Die Weinbar Cielo am Ostkreuz!

Es sind vier Minuten zu Fuß vom Bahnhof Ostkreuz, Ausgang Sonntagsstraße. Die erste Kreuzung rechts in die Straße befindet sich auf der linken Straßenseite das Restaurant. Damit liegt die Weinbar Cielo ruhig in der schönen baumbewachsenen Lenbachstraße 7 – und jetzt im Sommer perfekt im Schatten.
Im Februar 2025 als Weinbar eröffnet, die ausschließlich biodynamische Weine und Naturweine serviert und mit gelegentlichen Pop-up-Menüs getestet, ergänzt inzwischen eine feste und kleine, aber sehr feine Karte das ausgesuchte flüssige Sortiment des Cielo. Ivano Pirolo hat hier seit etwas über einem Jahr eine charmante Insel der Gastfreundschaft für seine Gäst*innen geschaffen.

Ein echter Wohlfühlort mit klassisch-einfachem Interieur, einer kleinen Bar, auch die Küche scheint übersichtlich groß. Kunst an den Wänden wechselt je nach Kauflust, eine übersichtliche Cocktailkarte versteht ihr Handwerk zu angenehmen Preisen. Helle Farben, Blautöne, klares Konzept – hier kann man gut einfach sein.
Alea König im Service und in der Küche Kea Kiknadze ergänzen Ivanos kleines Team. Der Koch aus der Nähe von Neapel in Kampanien lebt seit mittlerweile 14 Jahren in Berlin. Seine Ausbildung als Koch hatte ihn durch halb Europa getragen, bis in die spanische Sterneküche.
Die Tretmühlen der gehobenen Cuisine haben ihm beinahe den Spaß am Job verdorben. Eine Leidenschaft, die er von seinen Großeltern mitbekommen hatte, die ihm früh auf ihrem Bauernhof die Verbindung von der Natur zu den Köstlichkeiten auf dem Tisch vermittelten. Von Fine Dining hat er erst einmal genug. Fine? Immer noch in dem Sinn, dass Qualität auf seine Teller kommen soll und die Aromen sprechen dürfen. Von besonderen Weinen im Glas begleitet. Zu erstaunlich angemessenen Preisen. Fair Dining lautet heute sein Konzept.
Das Cielo ist für ihn die Antwort: keine elitäre Gaststätte, sondern ein Platz für alle, die wir unter diesem einen Himmel leben. Er steht auch symbolisch für das Blau der Mediterranae wie auch für eine unendliche Weite, keine mentale Enge, keine Grenzen – von allem etwas. Vor allem das Beste! Seine Tapas, die klar mediterranen Ursprungs sind, begleiten ein grandioses Sauerteigbrot, zu dem ein Olivenöl aus Griechenland gereicht wird – er hält dieses Öl halt für das Beste. Das Brot wird auch nicht selbst gebacken, denn das kann die Bäckerei Keit um die Ecke halt besser, als sie es können, sagt Ivano.

Ganz im heimatlichen Gebrauch sollen seine Gerichte auch geteilt werden, die sich dann und wann an der Saison und Verfügbarkeit ihrer Zutaten ausrichten. Man schmeckt, dass das, was hier verarbeitet wurde, besonders aufmerksam ausgewählt wurde. Auf dem Teller liegt Liebe zum Essen, sie zeigt sich in der Qualität aller Zutaten.

Menschenskinder, ist das lecker hier! Zum Brot serviert uns Ivano eine Stracciatella mit Chimichurri mit Chiliöl. Ich freue mich, dass Stracciatella mittlerweile auch in unseren Küchen langsam haus- und hoffähig wird. Ihre wundervolle, sahnige Aromatik zu dem säuerlichen Brot mit enorm knuspriger Kruste, zusammen mit dem frischen Kick des Chimichurri, ist eine tolle Begegnung! Dazu stellt uns Ivano marinierte Oliven und Taralli auf den Tisch.
Es folgt ein Fisch-Crudo mit Zitrus-Dressing und einem Chutney der Tropea-Zwiebel sowie Oliven, ergänzt um einen weiteren kühlen Gang: Frisches Thunfischfilet mit Filets von Orange und Pampelmuse rosé in einer feinen fruchtsauren Vinaigrette mit Olivenölfäden – das ist wie ein Spaziergang durch den duftenden Limonenhain.
Zartrosa gelungen, nicht zu dezent aufgeschnittenes Kalbfleisch für das Vitello tonnato – letztere wundervoll säurebetont. Zu ihr möchte ich „Sie“ sagen und einen ganzen Eimer voll mitnehmen. Da ist eine spannende Würze, die den Thunfisch nicht alleine dominieren lässt. Was wirklich auffällt: Alles, was im Cielo mit einer Vinaigrette, Soße oder Bisque gereicht wird, verdient ein herausragendes Prädikat. Sie sind von einer aromatischen Frische, geschmacklich einzigartig, und das Brot wird niemals reichen.
Kreativ serviert und bringt eine Runde Aufregung in unsere Runde: Das Rindertatar auf dem längsgeteilten warmen Markknochen des Rindes. Das Tartar mit einer pikant-sauren Würze, in dem man die Kapern nicht suchen muss, so wie ich es mag. Dazu das warme Mark vom Rinderbein. Göttlich. Das Gebein in Berlin so geschnitten zu bekommen, ist nicht leicht, erzählt Ivano. Da muss man sich seinen Fleischer gut aussuchen und er schwört auf Treue bei seinen Lieferanten.
Stimmt! Da waren ja noch die Weine, derentwegen man eigentlich ins Cielo geht. Tatsächlich sind sie bei unserem Dinner etwas ins Abseits geraten, so überrascht und begeistert hat uns die Küche. Wir haben sie dennoch genossen, die Weinkarte, auch klein und fein, ist eine Reise durch alle europäischen Weinländer. Sie zählt drei Variationen, die blubbern, sechs Weißweine, je zwei Rosè und Orange Weine sowie drei Rote.
Auch hier hat sich Ivano überall die beste Essenz für seine Gäste erwählt. Seine fachliche Expertise ist unser Einstieg: Der Sampagnino kommt von der Cantine Bulli aus Piacentini in der Emilia Romagna. Die Rebe Ortrugo wird in Flaschengärung ausgebaut, unfiltriert, kein Schwefel. Junge, lebendige Mineralität. Hallo Sommer!
Gefolgt von einer Cuvée aus Welschriesling, Chardonnay und Traminer. Der Naturwein „Weißes Handgemenge” (2025) von Wachter-Wiesler ist blumig, voller gelber Aromen wie Quitte, Winterapfel, Zitrusfrucht. Ein guter Einstieg in die Welt der Naturweine mit 11,5 % Alkohol.

Für uns Alkoholgenießerinnen geht es weiter mit einer traumhaft schönen Farbe aus einem Keller in den Abruzzen: Kriya Cerasuolo d’Abruzzo DOC Biowein aus der Montepulciano. Ein veganer Bio-Rosé mit trockener Substanz und einem Potpourri vieler roter Beeren.
Die Person in unserer Runde, die keinen Alkohol möchte, trinkt einen Frizero (Valpolicella), aus der Kaltgärung und alkoholfrei, mit Bubbles in Weiß. Elegant, macht Spaß und grüßt mit intensiven grünen Noten von Apfel und Birne.
Der Oktopus-Spieß mit Padrón-Piementos entsendet uns an den Lungomare, und auch dieser ruht wieder in einer aromatischen, pikanten Begleitung, von der man nichts auf dem Teller lassen möchte. Der Oktopus ist wundervoll zart, keinesfalls trocken gegrillt. Selten so perfekt zubereitet bekommen! Kann es noch besser werden?
Die Miesmuschel in pikanter 'Nduja-Escabeche mit frischen Frühlingszwiebeln ist Glückseligkeit mit ihrer Schärfe. Wie gut das Fett vom Schwein den Muscheln tut!

Die grüne Lasagne mit Zucchini, Scamorza und Salsiccia ist genauso fein, hat es aber mit ihrer erdigen italienischen Grundständigkeit nicht leicht, an die vorangegangenen Gänge heranzureichen. Tatsächlich schafft es das Cielo, jeden Gang mit einem eigenen Sidekick auf den Tisch zu bringen, den man nicht erwartet – wie einem der Gang zuvor noch nie serviert wurde. Das macht die Küche von Ivano und Kea hier wirklich zu einem intensiven Erlebnis.
Die Dessertkarte ist übersichtlich. Gefühlt schwärmt ganz Berlin von der Mascarpone Mousse. Zart aufgeschlagene Kalorie grüßt in ihr das teuerste Gewürz der Welt – il safrano – und weiße Schokolade ergänzt das Träumchen. Auch die Windbeutel mit Zitrus-Creme und Erdbeeren machen Spaß zum Caffè.
Ach ja, das Cielo hat auch eine Cocktailkarte, ich empfehle die leichte Sommervariante eines Negronis, den Sbagliato – auf Basis eines Negronis ohne Gin, dafür mit Prosecco. Bin ich Fan! Falls ich euch noch nicht vom Cielo überzeugen konnte (hä?) wie es sich für ein wirklich gutes Restaurant mit italienischen Wurzeln gehört, lässt sich hier ein ordentliches Chinotto ordern!

Ich komme wieder!

2026-07-08

Strandalbernheiten

Wer regelmäßig in Italien urlaubt, kennt schon deren Strandsitten. Strandabschnitte werden mit temporären Holzhäusern verwaltet, das Geschäft mit den Sonnenschirmen und Sonnenliegen hat in den letzten Jahren preislich Dimensionen angenommen, die mittlerweile Thema der Gesetzgeber geworden sind.

Gerade auf den Inseln werden teilweise rund um Luxusresorts bis zu 1500 Dollar von den Touristen pro Tag verlangt, absurd. Vor allem die Region Apulien, von der ich bekanntermaßen eine große Verehrerin bin, scheint in ihrer Preisgestaltung in allen Bereichen des Tourismus merkwürdig ausufernde Formen anzunehmen – auch dort geht es stellenweise ab 30 Euro los, manche Betreiber versuchen bis zu 100 Euro zu verlangen. So sind in der Hochsaison mittlerweile Strände, an denen ein jeder auch ohne finanziellen Einsatz Spaß am Wasser haben darf, dann meist ohne Badewächter, eine selten gefundene Spezies – aber es gibt sie.
Dort, wo der Tagesaufenthalt am Meer kurioserweise nicht kostenlos ist, merken zunehmend die Betreiber, dass die Urlauber sparen müssen. Was sich darin äußert, dass sie sich nicht jeden Tag ihr Pranzo für die ganze Familie in dem dazugehörigen Lido mehr leisten können. Und sich alternativ selber versorgen mit Lebensmitteln aus dem Picknickkorb. Was ihnen die Besitzer der Lidl gerade in Apulien nun sehr gerne verbieten wollen, aber dazu hat die italienische Rechtsprechung eine klare Aussage getroffen.
Und auf diese verweist Antonio Decaro, Präsident der Region Apulien, jetzt zum Ferienbeginn nochmals sehr deutlich. Er betont, dass die apulische Strandverordnung es erlaubt, eigene Speisen und Getränke an den Strand mitzubringen – auch an konzessionierten Stränden. Allerdings in einem überschaubaren Rahmen. Seit 2019 gilt allerdings: Wer Essen von zu Hause mitbringt, muss biologisch abbaubares Besteck und Geschirr verwenden. (Was auch lustig ist, denn in vielen Lidi wird das hauseigene Menü nach wie vor auf Plastikgeschirr serviert. Und noch lustiger ist Plastikgeschirr im Lido am Strand, wenn etwas Wind geht.)
Whatever, solltet ihr dieser Tage in Apulien am Strand urlauben, lasst euch nichts erzählen – verweist auf den Präsidenten. Und in anderen italienischen Provinzen lohnt sich womöglich eine kurze Auseinandersetzung mit deren Strandgesetzen zu diesem Punkt. Die jeweiligen Tourismusbehörden sollten Bescheid wissen.

Source: T-Online

2026-07-05

Stadt Furaidis in Israel: Höhlenentdeckung aus der sehr frühen Zeit der Acheulo-Yabrudian-Kultur

Ausgrabungen Universität Haifa in Furaidis © Emil-Aladjem, Israel-Antiquities-AuthorityLes

Im nördlichen Teil Israels, im Karmelgebirge nahe der Stadt Furaidis bei Haifa ist schon 1970 bei Bauarbeiten eine bedeutende prähistorische Fundstätte entdeckt worden. Damals wurde die Höhle in ihrer Entstehung auf einen Zeitraum von 200.000 Jahren vor heute geschätzt.

Die eigentliche Sensation ist allerdings das dort arbeitende Forschungsteam, geleitet von Dr. Kobi Vardi und Amit Gabbay von der Israel Antiquities Authority (IAA), in Kooperation mit Prof. Ron Shimelmitz vom Zinman Institute of Archaeology und der School of Archaeology and Maritime Cultures der Universität Haifa jetzt erst bewusst geworden. Sie konnten eine Besiedlung schon vor 400.000 Jahren nachweisen!
Ausgrabungen Universität Haifa in Furaidis © Emil-Aladjem, Israel-Antiquities-AuthorityLes

Es handelt sich um eine – im wahrsten Sinne des Wortes – uralte Höhle aus dem Beginn der Acheulo-Yabrudian-Kultur, die in der gesamten Levante und in Bereichen des Nahen Ostens lebten. Sie konnte in ihrem originalen Zustand entdeckt werden. Mit ihrem frühen Entstehungsdatum reiht sich diese Höhle in die nur eine Handvoll Fundstätten aus jener fernen Epoche ein.

Die Acheulo-Yabrudian-Kultur ist eine spätsteinzeitliche Kultur von großer Bedeutung für die menschliche Evolution im Nahen Osten. Zu ihrer Zeit entwickelten die Menschen erstmals soziale Gefüge und bildeten Lebensgemeinschaften in größeren Gruppen und nutzten stärker Elemente, wie Feuer und sie fertigten Waffen und Werkzeuge.
Die gefundenen Artefakte wie Handäxte, Schaber und Klingen, sowie Tierknochen von Damhirschen, Gazellen und Urpferden beweisen bereits ein langes Leben innerhalb dieser Höhle über Jahrtausende hinweg. Es muss hier Wasservorkommen gegeben haben, was diese Umgebung für Jäger und Sammler besonders einladend machte, sodass sie über diesen enorm langen Zeitraum immer wieder aufgesucht worden war. Das macht sie zu einem besonders frühen Zeugnis für soziales Zusammenleben und die Weitergabe von Wissen in jener Zeit – über menschenähnliche noch vor den Neandertalern lebende Wesen.
Historische Handäxte © Emil-Aladjem, Israel-Antiquities-AuthorityLes

„Diese Zeitkapsel gehört einer einzigartigen Phase am Ende des frühen Paläolithikums an – kurz bevor Neandertaler und moderne Menschen dominant wurden. Lediglich eine Handvoll Fundstätten aus dieser wichtigen Periode wurde im Levant freigelegt, und die meisten sind für die Forschung unzugänglich“, unterstreicht Prof. Ron Shimelmitz von der Universität Haifa diese besondere Entdeckung. Und fügt hinzu: „Die schrittweisen Veränderungen dieser Epoche in menschlicher Physiologie, Technologie und Gesellschaft waren Vorläufer der komplexen Verhaltensweisen, die Neandertaler und moderne Menschen später prägten. Wir betrachten sie als die Samen, aus denen unsere komplexe Kultur erwuchs.“

Dr. Kobi Vardi, Head of the Prehistory Branch der Israel Antiquities Authority, betont den außergewöhnlich gute Erhaltungszustand dieser Höhle, was sie zu einer archäologischen Stätte von globaler Bedeutung macht, denn selten zuvor wurde eine archäologische Stätte in einem solchen unberührten entdeckt! Für ihn als Prähistoriker reiht sich dieser Ort in seiner Bedeutung auf dem Niveau der bekannten Nahal-Meʽarot-Stätte ein – beide werden in die gleiche Epoche datiert.
Ausgrabungen Universität Haifa in Furaidis © Emil-Aladjem, Israel-Antiquities-AuthorityLes

Aktuell planen die Israel Antiquities Authority und die Universität Haifa ein groß angelegtes Forschungsprogramm, das rekonstruieren soll, wie Menschen damals lebten, sich anpassten und neue Technologien entwickelten. Langfristig wird die Stätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – für die Bewohner von Furaidis, Schulen der Region und alle, die sich für die Urgeschichte des Nahen Ostens interessieren.

2026-07-02

Vermaledeite Zeit!

Die Dinge sind schwierig und bleiben es leider auch. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich im letzten Dezember die große Freude hatte, nach Israel reisen zu dürfen. Lange Zeit nach dem grauenvollen Überfall auf Isral am 7. Oktober 2023 und dessen ebenso grauenhaften Folgen, vor allem für das palästinensische Volk. Endlich, nach den Friedensvereinbarungen, schien es langsam wieder möglich für Israel zurück in die Zeitrechnung zu finden, in der es wieder nach langen schwierigen Jahren, die auch hier wie überall mit der Covid-Pandemie begonnen hatten, Touristen begrüßen konnte.

Das weitere Verhalten der israelischen Regierung steht – absolut zu Recht – in der Kritik und gehört unbedingt beendet. Dass ich das genauso sehe wie die allermeisten Menschen auf diesem Planeten, setze ich als bekannt voraus unter meinen Lesern. Ich finde es fürchterlich und menschenverachtend. Wie alle Kriege auch völlig sinnlos. Wobei ich mir nicht anmaße, alles, was dort vor sich geht, wirklich begreifen zu können.

Es tut mir weh, meine letzten Reiseberichte für mich zu behalten, ist es gefühlt nicht die richtige Zeit, darüber bloggen zu können. Aber … da ist noch meine Zeit in Jerusalem. Dem Jerusalem. Meine Ausflüge zu den besonderen Orten am See Genezareth. Die Weine Israels!
So viel will noch erzählt werden. Es gibt doch auch immer noch dieses so besondere Land, das ich kennenlernen durfte, in dem so viele Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religionen in Frieden zusammenleben. Frieden für alle wollen! Das Land, das eben auch geflüchteten Menschen seit Jahren – nicht nur aus der Ukraine – aus anderen Krisengebieten ein neues Zuhause bietet. Ein Land voller offener, für den Frieden betender Menschen, herzlicher Menschen – so, wie ich sie erlebt habe. Die mir eine wunderbare Zeit in dieser Schönheit, ihrer Menschlichkeit, der Besonderheit ermöglicht haben. Und mich viel über Leben im Krieg, Neuanfang und Optimismus gelehrt haben.

Diese Menschen arbeiten auch im Tourismus Israels. Sie erleben seit Covid eine fürchterlich lange Zeit des Verzichts, mussten sich teilweise neue Existenzen suchen, haben ihre Agenturen verloren und mussten in andere berufliche Tätigkeiten, die womöglich überhaupt nicht ihrer eigentlichen Leidenschaft entsprechen, wechseln. Und oft sind es die Ärmsten, die in diesem Bereich arbeiten, nicht wenige Menschen davon übrigens arabischer Abstammung. Sie leiden besonders unter dem kaum noch möglichen Tourismus. 

Vor einigen Wochen bin ich eingeladen worden in die israelische Botschaft in Berlin. Eingeladen waren alle Besucher Israels, die seit 2015 Israel bereist haben, sei es mit den Delegationen über die Botschaft im politischen Austausch. Sei es, wie ich, auf Einladung des israelischen Tourismusministeriums auf einer Pressereise, oder wie ich es im Vergleich gerne nenne: Spaßreise (sie war pure Freude), und in der Folge Botschafter für das Land Israel geworden sind.
So verstehe ich mich eben auch. Als Botschafterin trotz oder wegen aller Widrigkeiten zum Trotz. Ich bin keine für diese Politiker und ihr Handeln, aber ich möchte Fürsprecherin für das Land und die Menschen Israels sein. Ich möchte weiterhin über ein besonderes Land, das Leben dort, die wundervollen Menschen, die fantastische Landschaft und die unfassbar leckere Küche schreiben. Das ist mir ein Bedürfnis. Und damit die Menschen, die dort leben und eben auch unter dieser vermaledeiten Situation leiden, unterstützen.
Mich hat auf diesem Sommerfest entsetzt, die Menschen erzählen zu hören, die aus dem gesamten Bundesgebiet, teilweise auch aus dem Ausland angereist sind, wie sehr sie aktuell, also wieder in unserem Land, unter antisemitischen Angriffen zu leiden haben, weil sie Juden sind. In Deutschland geborene Menschen, die hier immer lebten und sich jetzt nicht mehr wohlfühlen dürfen in ihrer Heimat – weil sie Juden sind. Das darf doch nicht sein!

Das darf nicht die Konsequenz sein, die wir hierzulande ziehen, dass Menschen in eine Verantwortung genommen werden – für die sie in keiner Weise verantwortlich sind! Haben wir denn wirklich so sehr wenig aus den vergangenen 100 Jahren deutscher Geschichte gelernt? Und sollten vor allem wir Deutschen uns aktuell nicht zunächst an die eigene Nase fassen im erstarkten und lauten Rassismus seitens der demokratisch gewählten Regierung?

Ron Prosor, der Botschafter Israels in Deutschland, sprach treffend und versöhnend in seiner Rede anlässliches des Sommerfestes: „Diejenigen, die Israel erleben – das hält jahrlang! Die israelische Realität sehen, verstehen. Und umgekehrt. Ich freue mich, weil ich hier diese Menschen sehe, die Israel seit 2015 bis 2025 besucht haben. Es gibt kein besseres Mittel, Israel zu verstehen.”

Das stimmt so sehr! In seiner Rede bat er uns alle freundlich, wir mögen weiterhin Botschafter Israels sein. Und ja, ich möchte das. Wie gesagt, es gibt noch so viel zu erzählen …

Es war mir ein Bedürfnis, das einmal aufzuschreiben: Lange Rede, kurzer Sinn: Erlaubt mir bitte weiterhin, in einem positiven Sinn über Israel zu schreiben – als das Land, das es eigentlich ist: Sensationell schön, voller Herzlichkeit, ein besonderes Land!

2026-07-01

Tante Auguri zu 35 Jahre Trattoria a'Muntagnola!

Auf den Tag genau vor 35 Jahren, am 01. Juli 1991, hatte Pino Bianoco seine Trattoria a'Muntagnola in der Fuggerstraße 27 eröffnet – und sie bis heute offengehalten. Nicht viele Gastronomen haben das über so viele Jahre hier in Berlin geschafft!
Seit fünfunddreißig Jahren, haben uns Pino und Mamma Angela mit ihrer italienischen Lebensfreude und Herzlichkeit als Gastgeber begleitet. Fünfunddreißig Jahre, in denen sie uns die besondere kulinarische Tradition der Basilikata näherbrachten und uns die köstlichen Weine (nicht nur) Lucaniens einschenkten. Oder uns ihre italienische Kultur vorgestellt haben, Künstler unserer Region eingeladen haben: Musiker, Fotografen, Kunstmaler und Autoren. So viele wundervolle Feste haben sie mit uns gefeiert!

Aber natürlich als eines der allerersten wirklich italienisch-traditionell italienischen Restaurants die hausgemachte Küche aus der Basilikata – mit Pasta fatta a mano, Pizza, Fisch- und Fleischgerichten, besonderen Desserts, selbst gebackenem Brot und bestem Olivenöl serviert. Diese wundervolle Küche von Angela Mattarese ist seit jeher das Sinnbild der Leidenschaft und Gastfreundschaft dieser Trattoria.

35 Jahre – was für eine lange Zeit! Eine Zeit voller gemeinsamer Erinnerungen, persönlicher und gesellschaftlicher Veränderungen, voller besonderer Momente – glücklicher, aber manchmal auch schwieriger. In all diesen Jahren habt ihr uns mit eurem Restaurant eine Flucht aus dem Alltag, ein warmes Zuhause geschaffen.

Und: Seit fünfunddreißig Jahren sind auch wir, die Gäste, eurer Einladung in die große Familie der Trattoria a’Muntagnola gefolgt. Wir sind zu guten Freunden geworden, haben zum Teil eure wundervolle Heimatregion, die Basilikata (Lucania), besucht und lieben gelernt. Wer weiß, sicher haben einige von uns nur dank euch dann auch angefangen, Italienisch zu lernen.

Grazie di cuore!
Es ist logisch, dass nach so langer Zeit für Pino und Mamma Angela (im Juni 92 Jahre alt geworden und kocht noch immer!) die Zeit gekommen ist, in der es ruhiger werden darf. Ihre Nachfolger Tina Sento als Restaurantleiterin
und CB, Donovan Cole, als Chefkoch
sind längst Teil der großen Trattoria-Gemeinschaft und zeigen weiterhin, was echte italienische Gastfreundschaft heißt. Mit den bewährten Rezepten von Mamma Angela, neuen kreativen Ideen aus der Küche von CB, einem feinen Gespür für außergewöhnliche Weine von Tina – und vor allem mit ihrer gleichen Qualität, Leidenschaft und Herzlichkeit, die die Trattoria a’Muntagnola seit 35 Jahren auszeichnen.

So ein besonderes Jubiläum muss gefeiert werden: Am Sonntag, den 5. Juli 2026, ab 12.00 Uhr lädt die Trattoria a'Muntagnola zur großen Jubiläumsparty in die Fuggerstraße 27 ein.

Pino, Mamma Angela, Tina und CB feiern mit den vielen Freunden und auch langjährigen Produzenten aus der Basilikata, die extra anreisen, ihr lange Zeit lukanische Küche in Berlino!

Es wird auch ein besonderer Gast aus der Kunstszene vor Ort sein, der deutsch-iranische Künstler Kani Alavi, Mitinitiator der Berliner East Side Gallery. Seine Kunst präsentiert er in dem Restaurant und bereichert mit seiner Kreativität diesen besonderen Tag. Er wird den Berliner Buddy Bär, der vor der Trattoria seit vielen Jahren die Gäste begrüßt, in ein neues, kunstvolles Gewand einkleiden!

2026-06-30

Wenn deutsche weiße Männer die deutsche weiße Freiheit genießen …

Ich greife juristisch vorweg, im nachfolgenden kommuniziere ich ausschließlich meine persönliche Meinung:

Dieter Nuhr hatte neulich mal wieder unfassbaren Mist gelabert, was wir allerspätestens seit der Covid-Pandemie von ihm gewohnt sind. Dieses Mal aber fand er es lustig, sich über Opfer lustig zu machen bzw. Frauen, die sexuelle Übergriffe, Angriffe auf ihr Leben bis hin zu ihrem Tod erfahren mussten, in die Schublade der Schlampe zu stecken. Natürlich alles unter dem Etikett „Satire darf das“.

Kleine Randbemerkung: Der Mann ist Vater einer Tochter.

Daraufhin gab es Antworten. Viele Antworten von Frauen. Jetzt geht es dem alten, weißen und deutschen Mann nicht gut. Er ist ein Opfer. Opfer seiner unverstandenen Kunst, wie er es sieht. Opfer seiner sehr wohl verstandenen, schlechten Satire, wie viele Frauen, auch ich, es sehen. Es ist, er ist – meiner persönlichen Meinung nach – ganz schön erbärmlich.

So lange im Geschäft und hält Kritik an seinem Werk so sehr schlecht aus. Die ARD duckt sich weg und findet, das sei alles Kunst. Ja, mag sein. Aber manchmal kann Kunst eben auch weg.

Was wirklich bemerkenswert merkbefreit ist (höflich formuliert): Während sich der Herr Nuhr hinter seiner künstlerischen Freiheit versteckt, möchte er über ihn kritisch schreibenden Frauen im Journalismus deren Meinungsfreiheit verbieten. Auch findet er es unnötig, dass wir Frauen über Frauenfeindlichkeit diskutieren.

Der alte weiße deutsche Mann möchte also wieder einmal einer Frau vorschreiben, was sie zu befinden und zu schreiben hat. Wann sie Sex haben darf mit einem neuen Partner, ja sowieso. Es wird, das muss man auch hinbekommen, also immer schlechter als besser.

Mela Eckenfels hat hierzu die exzellente Antwort „Nuhr SLAPPdashery” verfasst. Durchaus lesenswert!

2026-06-27

Es ist schon ein bisschen merkwürdig anzusehen, …

… fährt man* dieser Tage im provinziellen Hauptstädtchen mit öffentlichen Fahrzeugen, diese jungen Mädchen, Frauen zu sehen, die den üblichen Online-Schminktutorials dem Trend „Glow, mehr Glow, ganz viel Glow” zum Opfer gefallen sind und stellenweise aus „ganz viel Glow”, vermutlich, weil mehr wichtig ist, „super viel Glow” in ihr Gesicht malen.

Glow ist in. Soweit ist's klar.

Aber wenn sich auf „super viel Glow” aus dem Schminkkasten dann natürliches 40-Grad-Glow darauf legt, dann liegt die Assoziation mit Öl eingeschmierter Schweinespeckschwarte einfach sehr nahe.

*Von einer aus der Schminkgeneration „bloß ja nirgendwo glänzen” gesendet.

2026-06-26

Wird warm …

… deswegen serviere ich euch das eine oder andere Rezept hier aus dem Blog nochmals, vielleicht helfen euch die Anregungen über die kommenden tropischen Tagen und Nächte. Einiger der Rezepte habe ich auf Reisen innerhalb Europas kennengelernt und ins Reisegepäck gesteckt.

Aus Osteuropa stammt das Rezept der kalten Kirschsuppe. Ganz schnell aus Sauerkirschen gemacht, muss halt nur abkühlen. Perfekt dazu auch gekühlter Grießbrei. Wirklich mein Lieblingsessen an heißen Tagen, seit … schon immer.

Von Mallorca und nach wie vor mein Lieblingssommerdrink, ein echter Energizer ist der Mix aus frischer Gurke, frischer Ananas (und/oder ihrem Saft) und Eiswürfeln durch den Mixer (Pürierstab kann es auch) entsendet. Köstlich und man fühlt sich hinterher einfach so viel besser!

Gleiche Richtung in der Wirkung mit etwas Koffein, grandios der Caffè Lecese oder förmlicher Caffè alla Salentina. Ihr benötigt einen Espresso (oder Kaffee), Mandelsirup (oder Mandelmilch, dann noch Zucker zusätzlich – das Gehirn braucht die Energie bei dem Wetter) und Eiswürfel. Für alle, die das Sahnige im Affogato al Caffè nicht mögen, die perfekte Alternative. Hier geht's zum Rezept. Ja, da wo Caffè drauf steckt, steckt Italien drinnen.)

In Tunesien wird die wundervolle Citronade Tunisienne serviert, benötigt etwas Vorbereitungszeit. Aber der Sommer hat ja erst begonnen, das geht noch was.

Trotz der Hitze schnell etwas kochen? Da empfehle ich die Seppie e piselli com un volta. Sepia und Erbsen aus der Tiefkühltruhe zusammen mit klein geschnittenen angedünsteten Zwiebeln, Sugo und Basilikum. Geht ratzfatz und die Aufenthaltzeit am Herd ist sehr übersichtlich. Mit etwas Chili aufgepeppt, sorgt die Schärfe bei der Hitze auch antibakteriell. Magen-Darm-Viren mögen Hitze ja sehr.


Melonengurken-Pfirsich-Salat mit Garnelen

Ich persönlich mag herzhafte Gerichte mit Früchten sehr. Ich weiß, da scheiden sich die Geister. Zur Zeit gibt es noch keine Pfirsiche aus Deutschland – dafür Nektarinen oder die, von mir mehr geschätzten, Urfrüchte mit Pelz aus Griechenland oder Spanien. Diese Früchte im nachhaltigen Anbau aus der EU werden übrigens gerade in dem schönen Projekt EU Fruit Basket (auch mit schönen Rezepten) beworben. habe ich neulich einen Sommersalat gemacht. Melonengurke, Garnelen, Pfirsich und Zitrone (Limette), Salz und Pfeffer. Auch Tropeazwiebeln, kurz in etwas Weißweinessig gepickelt, passen perfekt dazu. Geht schnell, kann jeder ud ist schön bunt und wirklich sehr lecker bei hohen Temperaturen!

Zutaten

1 Melonengurke (alternativ Salatgurke)
2 reife Pfirsiche
200 Gramm Garnelen (kurz anbraten)

Salz (besonders schick und crunchy: Salzflocken), Pfeffer
Saft einer Zitrone und etwas Abrieb

Zubereitung


Das Gemüse bzw. Obst in Würfel schneiden. Die Melonengurke schält man zuvor, eine Bio-Feldgurke besser nicht. Die Garnelen kurz anbraten. Alles in eine Schüssel geben, salzen und pfeffern mit etwas Olivenöl und Zitronensaft (und Abrieb) abschmecken. Die optionalen Zutaten hinzufügen.

Optional


1 Tropea-Zwiebeln in Scheiben geschnitten und in etwas Weißwein einlegen (stoppt Gärprozess der Zwiebel) – Tropea-Zwiebeln sind süßer mit weniger Schärfe als herkömmliche Zwiebeln – und die rote Farbe tut dem Salat auch gut.
Oliven passen natürlich auch
Frische Chili klein geschnitten
Warum nicht ein paar Pinienkerne dazu geben?

Die Melonengurken gibt es in Berlin derzeit auf einigen Wochenmärkten, in manchen Edeka-Filialen und sicherlich bei der Osteria Terra Verde in der Rheinstraße 18. Natürlich tut es auch die hiesige Feldgurke zur Not.

2026-06-25

So so …

Verbote von sozialen Medien für Kinder funktionieren also gar nicht. Also nicht wenig. Gar nicht. Sagt Australien nach sechs Monaten Testlauf. Karin Prien: „Doch, wir machen das.”

2026-06-16

Zusage

Ich wollte das schon immer einmal machen. Wahlhelferin sein. Jetzt beim dritten Anlauf hat es geklappt und ich habe die Zusage für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Man sichert uns Abbau von Bürokratie zu und Online-Schulungen.

Spannend. So spannend. Ja, ich freue mich!

2026-06-15

Französischer Wind im the Main im TITANIC Gendarmenmarkt Berlin

Selbst die gesündeste Beziehung benötigt dann und wann einen Tapetenwechsel. Diesen hat Familie Aygün, die Betreiber des Hotels TITANIC Gendarmenmarkt Berlin, ihrem Beef Grill Club (by Hasir) 2026 radikal verordnet. Mit der kompletten innenarchitektonischen Umgestaltung ist auch eine neue Restaurantleitung ins Boot geholt worden. Einen neuen Namen gibt es obendrauf: the Main (by Beef Grill Club)!

the Main möchte unter sich Küchenleitung von David Creuzet – aus Paris stammend, hat sich nach Deutschland verliebt – am hugenottisch eingefärbten Straßenumfeld wie dem Gendarmenmarkt, vor allem der Hausadresse Französische Straße 30, frankophil-international präsentieren. Creuzet kocht elegant französisch mit wenig Chi-Chi, dafür absoluter Konzentration auf sein gutes Handwerk.
Für einen italienischen Einfluss auf der neuen Karte zeigt sich Sous-Chef Matteo De Angelis (rechts im Bild), der aus Rom stammt, kreativ. Er komplettiert das Menü mit luxuriös begleiteter Pasta, neu konstruierter Burrata und einem cremigen Tiramisù con Pistacchio …
Der den früheren Beef Grill Club dominierende Reifeschrank ist einer transparenten Theke gewichen, in der immer noch die fleischigen Klassiker in sehr großzügigen Cuts auf ihre Zubereitung warten.
Echte Fleischfans brauchen sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Doch wird sich die Karte künftig mehr der Raffinesse der französischen und internationalen Haute Cuisine annähern. Natürlich mit den saisonalen Produkten der Region.

Asien klingt auch hier und dort an, z. B. mit dem perfekt gebratenen Tuna Tataki mit Kaviar-Krönung. Und mit der französischen Zwiebelsuppe und Gruyère, einer Rinderconsommé, dem Lammkarree in Kräuterkruste oder dem Café-de-Paris-Steak grüßt die Grande Nation nicht schüchtern in den Gängen.
Oliver Töremis (rechts im Bild) ist der Exot im the Main: der seltene gebürtige Berliner. Er öffnet als Restaurantleiter und Sommelier des Hauses seine erlesenen Flaschen und freut sich besonders darauf, mit der neuen Karte verstärkt auch neue Weinschätze heben zu dürfen. Spürbare Freude, wenn man mit ihm darüber spricht, künftig noch mehr die französischen Weingüter ins Haus zu holen. Zur Seite stehen Creuzet und Töremis ein motiviertes und lebendiges Serviceteam auf sehr hohem Niveau, das vielsprachig den internationalen Gästen des Hauses den perfekten Aufenthalt garantiert. Man fühlt sich hier als Gast in jeder Sekunde ausgesprochen wohl.
Ich darf Journalistin Anke Sademann anlässlich ihrer Pressedinnereinladung begleiten – und habe selber aber das Vergnügen, die neue Bar-Lounge-Restaurantwelt des the Main unbeeinflusst einer Pressemitteilung auf mich wirken zu lassen. Das Restaurant befindet sich nun in der Endphase seines dreimonatigen Soft-Openings. Am 18. Juni ist die offizielle Eröffnung, danach möchte man sich in der Hauptreisezeit (nicht nur) den Gästen des feudalen Titanic Hotels präsentieren.
Gleich der Eingang erinnert an eine typische Berliner Hinterhofzufahrt früher Jahre und dank der neuen Lichtinstallationen aber auch an ein von Rot dominiertes Studio 54 in New York. Im Restaurant grüßen jede Menge Lichtschwerter im Design. It all comes back! Dass künftig auch einmal im Monat zu einem Dine-and-Dance-Evening geladen wird, wundert also nicht.
Direkt in diesem Entrée liegt die Bar, die sich als Einladung aller Bewohner und Besucher Berlins versteht. Integriert in das luxuriöse Hotel TITANIC Gedarmenmarkt Berlin, möchte das the Main künftig ein Treffpunkt der internationalen Berliner Vielfalt sein und versteht seine Bar als gleichberechtigtes Zuhause der Gäste zum Restaurant.
Nach links öffnet sich die Bar in einen gemütlichen Raum, in dem sie eine Theke komplett umläuft.
Rechter Hand darf in der gemütlich-gediegenen Lounge natürlich auch dem qualmenden Laster gefrönt werden. Geradezu öffnet sich dann der Restaurantraum des the Main mit 125 Sitzplätzen, einem Außenbereich und offener Küche, die in ihrer faszinierenden Länge, dennoch fragil in die räumliche Konzeption des großen Raumes konzipiert wurde. Vielleicht sitzt man etwas tief in dem Ledersofa, aber immer sehr bequem.
David Creuzet serviert uns einen Querschnitt seiner neuen Karte und Oliver Töremis kredenzt uns mit höflicher Noblesse seine (perfekt ausgewählten) Weine. Begrüßt werden wir klassisch und charmant, très français mit Austern, Zitrone und geliebter Échalotte-Vinaigrette, dazu einen Champagner Moët Chandon Rosé. Deliziös!
Die folgend beschriebenen Gänge sind keine besondere Offerte für die Presse: „the Main zum Teilen” ist Bestandteil der Karte und als Menü ab zwei Personen zu bestellen. Mit einem Preis von 99,— Euro pro Person bildet es die Karte in ihrer Vielfalt komplex ab. Uns wird es in einer Variante für drei Personen serviert.
Dem Entrée folgt eine Auswahl der Vorspeisen, alle natürlich auch einzeln à la carte zu bestellen. Das Tuna Tataki mit Sesam, Yuzu, Koriander und Kaviar trifft man immer öfter auf den Karten der gehobenen Berliner Küchen. Die hervorragende Qualität des Thunfischs spricht für sich. Das the Main Tatar Tokyo Style ruht auf einem sehr knusprigen Brioche-Taler, ist deutlich gewürzt mit leicht süßlicher Note und wird mit einem vorbehandelten Jaune d’Oeuf serviert. Der Crunch des Brioche, der zarte Schmelz vom Rind – das macht einfach Spaß! Ponzu und Nori sorgen für den asiatischen – sprichwörtlichen – Hauch.
Von mir visuell vermeintlich als Polenta identifiziert, enttarnt sich eine als im Dreieck servierte Pommes Anna, einfach mit zarter Röstung und Würze, das Luxustopping regelt Sauerrahm mit Kaviar. Die größte Freude löst bei uns allen die Burrata aus: Sie wird auf einem Bett von knackiger junger Artischocke, leicht gegrillt und mit zartem Petersilienpesto mariniert, serviert, die alleine schon dem Magen eine öffnende Grundstimmung vermittelt und ein aromatische Erlebnis mit knackigem Biss ist. Dazu die perfekte, säuerliche und cremig fließende Burrata mit Haselnussspalten, die sich unter einer großzügigen Haube von Sommertrüffeln versteckt. Grandios!
Ein Weißwein, ein Grauburgunder von Konrad Salwey aus Baden (2024) begleitet unsere Vorspeisen. Hell im Glas ist er ein würziger Begleiter zu dem Arrangement unterschiedlicher, eben aucha asiatischer, Nationen mit seiner Mineralik und Aromen gelber Früchte.
Den Primo, die Pasta, lassen wir aus – aber ihre Variationen lesen sich durchaus losgelöst von Nonnas Hausfrauenkunst. Die Sugo der Rigatoni hat Vodka gesehen, Tagliatelle kommen al Tartufo, Ravioli mit Meeresfrüchten in einer Hummer-Bisque und Spaghetti in Limetten-Creme mit Dill werden mit Kaviar serviert (ab 18,– bis 38,– Euro). Durchaus eine Empfehlung für den Mittagstisch!

Zum Main Course schenkt uns Oliver Töremis einen La Vitalis, Cairanne (Domaine Jubain) aus dem Rhône-Tal ins Glas. Die Reben Syrah, Carignan, Grenache, Mourvèdre, Cinsault wachsen auf Schotter und kargem Lehm. Es ist ein sehr harmonischer Rotwein von 2020 mit der eindrucksvollen Note roter Beeren ohne aufdringlich zu wirken. Er bietet dem kräftigen Porterhouse Paroli, schmeichelt aber auch dem kräftig gewürzten Hummer mit seiner unaufdringlichen Eleganz einer Zartbitter-Praline.
So folgt also auf unserem Tisch der Anschluss an frühere Zeiten, als sich das Haus noch über den Grill definierte, qualitativ sehr hochwertiges Rind mit Hummer Thermidor! Serviert wird uns (für drei Personen) ein beeindruckendes US-Porterhouse, am Tisch geschnitten. Das Roastbeef ist geschmackvoll durchzogen, das Filet (Tenderloin) zart mit geschmackgebender Fettkrone. Wenn solo aus der Karte bestellt, sind mit 1,2 kg Gewicht hier für 179,– Euro mindestens vier Personen gut bedient. Im Menü heißt es offen Beef Mastercuts.

Dazu gibt es im Menü ein feines Kartoffelpüree mit Räuchernote, das zart und damit eindeutig, der feinen französischen Kochkunst geschuldet, durch das Sieb passiert ist: zart, butterig und wirklich ein delikater Begleiter zu den kräftigen Saucen und Fleisch. Pommes (Loaded Fries) gibt es auch, aber für mich finden sie neben diesem Püree nicht mehr statt!

In Knoblauch gedünsteter wilder Brokkoli mit Grilltomaten. Dazu gleichberechtigte, geschmackvolle Begleiter: die Kalbsjus und eine Sauce de Cognac (Remy Martin) mit grünem Pfeffer. Begeisterung über die würzige Beurre de Café Paris: Sie schmilzt mit leichtem Karamellgeschmack und einen intensiven Currynote im Abgang auf dem Fleisch, das sich selbstverständlich auch an Salzflocken und frisch geschrottetem Pfeffer auf dem Teller bedienen kann. Das Fleisch ist sehr rare serviert und saftig aromatisch.
Den Hummer Thermidor möchte ich nicht unerwähnt lassen. Er ist vom Garpunkt perfekt, so perfekt! Zart, leicht glasig, schmilzt er förmlich im Mund. Aber auch sehr würzig serviert, denn mit Gruyère gratiniert – dass man das zarte Hummeraroma leicht vermissen konnte. Diese Zubereitung ist sicherlich einzigartig, persönlich hätte mir etwas nussige Beurre gereicht – zumal alle Beilagen des Hauptganges durchaus Dominanz in ihrer eigenen Würze mit auf den Teller brachten.
David Creuzet und Matteo de Angelis zeigen ihr Können und vor allem, dass sie Spaß an Kräutern und Gewürzen haben. Übrigens: Die Fleischkarte mag zur früheren Grillküche etwas reduzierter scheinen, aber ein Chateaubriand zu servieren, lässt sich David Creuzet nicht nehmen! Und ja, es gibt auch feine Fischgerichte und Angebote für Vegetarier im the Main.
Die Auswahl an Desserts überzeugt ganz anders und besonders, nämlich mit auffällig zurückgenommener Süße. Auch hier wieder die Fusion der beiden Kochidentitäten: Im the Main wird die Italo-Legende Sorbetto al Limone zum Champagner-Zitronen-Sorbet. Das Tiramisù di Pistacchio (langsam reicht’s jetzt aber auch wieder mit der Pistazie) ist luftig, cremig und eben mit einer feinen Note dieses Sumachgewächses.
Die am Tisch mit Vanilleeis vorgelegte Baklava (von mir liebevoll Baklava-Whopper getauft) ist zart, auch sie ist in Kombination mit dem Eis nicht zu süß und sie wirkt mit ihrem Knusper erstaunlich frisch und leicht. Herausragend aber ist der New York Cheesecake mit einem Beerencoulis! Kein klassischer NY-Cheesecake, denn der sparsame Einsatz von Süßmitteln kommt diesem Cheesecake so sehr zugute. Er ist luftig, sein Boden kross – ein Dessertraum, der die übliche amerikanische Schwere vor der Eingangstür hat stehen lassen. Man kann, sollte aber das the Main nicht verlassen, ohne ihn probiert zu haben! Alle Desserts haben uns große Freude bereitet und – das ist ein kleines Wunder – es geschafft, uns genau nicht pappsatt zurückzulassen!

Fazit also: Das the Main kann sich sehen lassen, einen Besuch – ob nur der Bar oder gemeinsam mit einem fantastischen Restauranterlebenis – empfehle ich sehr. Denn … mindestens der New York Cheesecake muss erlebt werden!


the Main
Titanic Gendarmenmarkt Berlin
Französische Straße 30, 10117 Berlin-Mitte
phone: Tel. 030 / 20 14 37 08 60
Öffnungzeiten: Mo–Do, 12–1 Uhr, Fr/Sa, 12–2 Uhr