2026-06-16

Zusage

Ich wollte das schon immer einmal machen. Wahlhelferin sein. Jetzt beim dritten Anlauf hat es geklappt und ich habe die Zusage für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Man sichert uns Abbau von Bürokratie zu und Online-Schulungen.

Spannend. So spannend. Ja, ich freue mich!

2026-06-15

Französischer Wind im the Main im TITANIC Gendarmenmarkt Berlin

Selbst die gesündeste Beziehung benötigt dann und wann einen Tapetenwechsel. Diesen hat Familie Aygün, die Betreiber des Hotels TITANIC Gendarmenmarkt Berlin, ihrem Beef Grill Club (by Hasir) 2026 radikal verordnet. Mit der kompletten innenarchitektonischen Umgestaltung ist auch eine neue Restaurantleitung ins Boot geholt worden. Einen neuen Namen gibt es obendrauf: the Main (by Beef Grill Club)!

the Main möchte unter sich Küchenleitung von David Creuzet – aus Paris stammend, hat sich nach Deutschland verliebt – am hugenottisch eingefärbten Straßenumfeld wie dem Gendarmenmarkt, vor allem der Hausadresse Französische Straße 30, frankophil-international präsentieren. Creuzet kocht elegant französisch mit wenig Chi-Chi, dafür absoluter Konzentration auf sein gutes Handwerk.
Für einen italienischen Einfluss auf der neuen Karte zeigt sich Sous-Chef Matteo De Angelis (rechts im Bild), der aus Rom stammt, kreativ. Er komplettiert das Menü mit luxuriös begleiteter Pasta, neu konstruierter Burrata und einem cremigen Tiramisù con Pistacchio …
Der den früheren Beef Grill Club dominierende Reifeschrank ist einer transparenten Theke gewichen, in der immer noch die fleischigen Klassiker in sehr großzügigen Cuts auf ihre Zubereitung warten.
Echte Fleischfans brauchen sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Doch wird sich die Karte künftig mehr der Raffinesse der französischen und internationalen Haute Cuisine annähern. Natürlich mit den saisonalen Produkten der Region.

Asien klingt auch hier und dort an, z. B. mit dem perfekt gebratenen Tuna Tataki mit Kaviar-Krönung. Und mit der französischen Zwiebelsuppe und Gruyère, einer Rinderconsommé, dem Lammkarree in Kräuterkruste oder dem Café-de-Paris-Steak grüßt die Grande Nation nicht schüchtern in den Gängen.
Oliver Töremis (rechts im Bild) ist der Exot im the Main: der seltene gebürtige Berliner. Er öffnet als Restaurantleiter und Sommelier des Hauses seine erlesenen Flaschen und freut sich besonders darauf, mit der neuen Karte verstärkt auch neue Weinschätze heben zu dürfen. Spürbare Freude, wenn man mit ihm darüber spricht, künftig noch mehr die französischen Weingüter ins Haus zu holen. Zur Seite stehen Creuzet und Töremis ein motiviertes und lebendiges Serviceteam auf sehr hohem Niveau, das vielsprachig den internationalen Gästen des Hauses den perfekten Aufenthalt garantiert. Man fühlt sich hier als Gast in jeder Sekunde ausgesprochen wohl.
Ich darf Journalistin Anke Sademann anlässlich ihrer Pressedinnereinladung begleiten – und habe selber aber das Vergnügen, die neue Bar-Lounge-Restaurantwelt des the Main unbeeinflusst einer Pressemitteilung auf mich wirken zu lassen. Das Restaurant befindet sich nun in der Endphase seines dreimonatigen Soft-Openings. Am 18. Juni ist die offizielle Eröffnung, danach möchte man sich in der Hauptreisezeit (nicht nur) den Gästen des feudalen Titanic Hotels präsentieren.
Gleich der Eingang erinnert an eine typische Berliner Hinterhofzufahrt früher Jahre und dank der neuen Lichtinstallationen aber auch an ein von Rot dominiertes Studio 54 in New York. Im Restaurant grüßen jede Menge Lichtschwerter im Design. It all comes back! Dass künftig auch einmal im Monat zu einem Dine-and-Dance-Evening geladen wird, wundert also nicht.
Direkt in diesem Entrée liegt die Bar, die sich als Einladung aller Bewohner und Besucher Berlins versteht. Integriert in das luxuriöse Hotel TITANIC Gedarmenmarkt Berlin, möchte das the Main künftig ein Treffpunkt der internationalen Berliner Vielfalt sein und versteht seine Bar als gleichberechtigtes Zuhause der Gäste zum Restaurant.
Nach links öffnet sich die Bar in einen gemütlichen Raum, in dem sie eine Theke komplett umläuft.
Rechter Hand darf in der gemütlich-gediegenen Lounge natürlich auch dem qualmenden Laster gefrönt werden. Geradezu öffnet sich dann der Restaurantraum des the Main mit 125 Sitzplätzen, einem Außenbereich und offener Küche, die in ihrer faszinierenden Länge, dennoch fragil in die räumliche Konzeption des großen Raumes konzipiert wurde. Vielleicht sitzt man etwas tief in dem Ledersofa, aber immer sehr bequem.
David Creuzet serviert uns einen Querschnitt seiner neuen Karte und Oliver Töremis kredenzt uns mit höflicher Noblesse seine (perfekt ausgewählten) Weine. Begrüßt werden wir klassisch und charmant, très français mit Austern, Zitrone und geliebter Échalotte-Vinaigrette, dazu einen Champagner Moët Chandon Rosé. Deliziös!
Die folgend beschriebenen Gänge sind keine besondere Offerte für die Presse: „the Main zum Teilen” ist Bestandteil der Karte und als Menü ab zwei Personen zu bestellen. Mit einem Preis von 99,— Euro pro Person bildet es die Karte in ihrer Vielfalt komplex ab. Uns wird es in einer Variante für drei Personen serviert.
Dem Entrée folgt eine Auswahl der Vorspeisen, alle natürlich auch einzeln à la carte zu bestellen. Das Tuna Tataki mit Sesam, Yuzu, Koriander und Kaviar trifft man immer öfter auf den Karten der gehobenen Berliner Küchen. Die hervorragende Qualität des Thunfischs spricht für sich. Das the Main Tatar Tokyo Style ruht auf einem sehr knusprigen Brioche-Taler, ist deutlich gewürzt mit leicht süßlicher Note und wird mit einem vorbehandelten Jaune d’Oeuf serviert. Der Crunch des Brioche, der zarte Schmelz vom Rind – das macht einfach Spaß! Ponzu und Nori sorgen für den asiatischen – sprichwörtlichen – Hauch.
Von mir visuell vermeintlich als Polenta identifiziert, enttarnt sich eine als im Dreieck servierte Pommes Anna, einfach mit zarter Röstung und Würze, das Luxustopping regelt Sauerrahm mit Kaviar. Die größte Freude löst bei uns allen die Burrata aus: Sie wird auf einem Bett von knackiger junger Artischocke, leicht gegrillt und mit zartem Petersilienpesto mariniert, serviert, die alleine schon dem Magen eine öffnende Grundstimmung vermittelt und ein aromatische Erlebnis mit knackigem Biss ist. Dazu die perfekte, säuerliche und cremig fließende Burrata mit Haselnussspalten, die sich unter einer großzügigen Haube von Sommertrüffeln versteckt. Grandios!
Ein Weißwein, ein Grauburgunder von Konrad Salwey aus Baden (2024) begleitet unsere Vorspeisen. Hell im Glas ist er ein würziger Begleiter zu dem Arrangement unterschiedlicher, eben aucha asiatischer, Nationen mit seiner Mineralik und Aromen gelber Früchte.
Den Primo, die Pasta, lassen wir aus – aber ihre Variationen lesen sich durchaus losgelöst von Nonnas Hausfrauenkunst. Die Sugo der Rigatoni hat Vodka gesehen, Tagliatelle kommen al Tartufo, Ravioli mit Meeresfrüchten in einer Hummer-Bisque und Spaghetti in Limetten-Creme mit Dill werden mit Kaviar serviert (ab 18,– bis 38,– Euro). Durchaus eine Empfehlung für den Mittagstisch!

Zum Main Course schenkt uns Oliver Töremis einen La Vitalis, Cairanne (Domaine Jubain) aus dem Rhône-Tal ins Glas. Die Reben Syrah, Carignan, Grenache, Mourvèdre, Cinsault wachsen auf Schotter und kargem Lehm. Es ist ein sehr harmonischer Rotwein von 2020 mit der eindrucksvollen Note roter Beeren ohne aufdringlich zu wirken. Er bietet dem kräftigen Porterhouse Paroli, schmeichelt aber auch dem kräftig gewürzten Hummer mit seiner unaufdringlichen Eleganz einer Zartbitter-Praline.
So folgt also auf unserem Tisch der Anschluss an frühere Zeiten, als sich das Haus noch über den Grill definierte, qualitativ sehr hochwertiges Rind mit Hummer Thermidor! Serviert wird uns (für drei Personen) ein beeindruckendes US-Porterhouse, am Tisch geschnitten. Das Roastbeef ist geschmackvoll durchzogen, das Filet (Tenderloin) zart mit geschmackgebender Fettkrone. Wenn solo aus der Karte bestellt, sind mit 1,2 kg Gewicht hier für 179,– Euro mindestens vier Personen gut bedient. Im Menü heißt es offen Beef Mastercuts.

Dazu gibt es im Menü ein feines Kartoffelpüree mit Räuchernote, das zart und damit eindeutig, der feinen französischen Kochkunst geschuldet, durch das Sieb passiert ist: zart, butterig und wirklich ein delikater Begleiter zu den kräftigen Saucen und Fleisch. Pommes (Loaded Fries) gibt es auch, aber für mich finden sie neben diesem Püree nicht mehr statt!

In Knoblauch gedünsteter wilder Brokkoli mit Grilltomaten. Dazu gleichberechtigte, geschmackvolle Begleiter: die Kalbsjus und eine Sauce de Cognac (Remy Martin) mit grünem Pfeffer. Begeisterung über die würzige Beurre de Café Paris: Sie schmilzt mit leichtem Karamellgeschmack und einen intensiven Currynote im Abgang auf dem Fleisch, das sich selbstverständlich auch an Salzflocken und frisch geschrottetem Pfeffer auf dem Teller bedienen kann. Das Fleisch ist sehr rare serviert und saftig aromatisch.
Den Hummer Thermidor möchte ich nicht unerwähnt lassen. Er ist vom Garpunkt perfekt, so perfekt! Zart, leicht glasig, schmilzt er förmlich im Mund. Aber auch sehr würzig serviert, denn mit Gruyère gratiniert – dass man das zarte Hummeraroma leicht vermissen konnte. Diese Zubereitung ist sicherlich einzigartig, persönlich hätte mir etwas nussige Beurre gereicht – zumal alle Beilagen des Hauptganges durchaus Dominanz in ihrer eigenen Würze mit auf den Teller brachten.
David Creuzet und Matteo de Angelis zeigen ihr Können und vor allem, dass sie Spaß an Kräutern und Gewürzen haben. Übrigens: Die Fleischkarte mag zur früheren Grillküche etwas reduzierter scheinen, aber ein Chateaubriand zu servieren, lässt sich David Creuzet nicht nehmen! Und ja, es gibt auch feine Fischgerichte und Angebote für Vegetarier im the Main.
Die Auswahl an Desserts überzeugt ganz anders und besonders, nämlich mit auffällig zurückgenommener Süße. Auch hier wieder die Fusion der beiden Kochidentitäten: Im the Main wird die Italo-Legende Sorbetto al Limone zum Champagner-Zitronen-Sorbet. Das Tiramisù di Pistacchio (langsam reicht’s jetzt aber auch wieder mit der Pistazie) ist luftig, cremig und eben mit einer feinen Note dieses Sumachgewächses.
Die am Tisch mit Vanilleeis vorgelegte Baklava (von mir liebevoll Baklava-Whopper getauft) ist zart, auch sie ist in Kombination mit dem Eis nicht zu süß und sie wirkt mit ihrem Knusper erstaunlich frisch und leicht. Herausragend aber ist der New York Cheesecake mit einem Beerencoulis! Kein klassischer NY-Cheesecake, denn der sparsame Einsatz von Süßmitteln kommt diesem Cheesecake so sehr zugute. Er ist luftig, sein Boden kross – ein Dessertraum, der die übliche amerikanische Schwere vor der Eingangstür hat stehen lassen. Man kann, sollte aber das the Main nicht verlassen, ohne ihn probiert zu haben! Alle Desserts haben uns große Freude bereitet und – das ist ein kleines Wunder – es geschafft, uns genau nicht pappsatt zurückzulassen!

Fazit also: Das the Main kann sich sehen lassen, einen Besuch – ob nur der Bar oder gemeinsam mit einem fantastischen Restauranterlebenis – empfehle ich sehr. Denn … mindestens der New York Cheesecake muss erlebt werden!


the Main
Titanic Gendarmenmarkt Berlin
Französische Straße 30, 10117 Berlin-Mitte
phone: Tel. 030 / 20 14 37 08 60
Öffnungzeiten: Mo–Do, 12–1 Uhr, Fr/Sa, 12–2 Uhr

2026-06-12

Die junge Generation kocht famos!

Es dürfte Lesern meines Blogs bekannt sein, ich gucke sehr gerne die Küchenschlacht. Aktuell läuft eine Championsweek, heißt: Sechs Gewinner*innen der Vorrunden stellen sich erneut dem Wettkampf, um Ende des Jahres in die große Schlussrunde einziehen zu dürfen. Der Titel Hobbykoch des Jahres und 25.000 Euro Hauptgewinn winken. Sie sind allerdings dann auch hart erarbeitet, finde ich!

Und auch dieses Mal ist die Runde sehr jung. Vorrangig Menschen unter und rund um die 30 Lebensjahre. Und was sie auf den drehbaren runden Tisch zaubern, ist fantastisch, kreativ, zeigt deren herausragendes Können.

Ich bin begeistert. Und damit zeichnet sich eine Entwicklung ab, die mich doch froh stimmt. Das Interesse vieler junger Menschen in diesem Land am Essen, am Kochen. An der Zubereitung hervorragender Produkte, dem Erlernen spezieller Zubereitungen in Workshops oder schlicht den üblichen sozialen Medien. Dass junge Menschen heute u. U. auch viel weiter reisen als meine Generation noch, wird auch hineinspielen. In der internationalen Küche macht man ihnen auch nicht mehr sehr viel vor. Toll!

Zunehmend kommen ältere Hobbyköch*innen kaum noch über die wöchentliche Ziellinie – vermutlich bewerben sie sich inzwischen auch weniger. Meine Generation, mit den gleichen Interessen, wird sich schon dort durchbeworben haben. Aber wer dort jetzt kocht in der Küchenschlacht, kocht einfach auf einem ganz anderen, deutlich höheren Niveau – als es in den Anfangsjahren dieses Formates üblich war. Und das freut mich sehr.

Man lernt nicht mehr von den Profiköch*innen sondern von den Teilnehmer*innen – besser geht’s eigentlich nicht. Und die Entwicklung vorrangig anhand der Teilnehmer festmachen zu dürfen. Ich finde es respektabel.

Und … in dieser Woche habe ich erst einmal aufgehört zu streamen. Ich finde alle so grandios, dass ich nicht möchte, dass die Woche zu Ende geht. Kann so ein Format von seinen Zuschauer*innen ein schöneres Lob bekommen?

2026-06-09

Rad fahren

Utopia hat einen kurzen und schmerzlosen Artikel über die Vorteile des Radfahrens für den Körper und die Psyche verfasst.

Jetzt könnte man meinen, eine kluge Regierung – ob in den Städten oder die des Bundes – würde in einem Land, das zunehmend vergreist, im Hinterkopf haben, wie lange körperliche Fitness der Menschen wichtig ist (die vielschichtigen Gründe muss ich da ja nicht aufzählen). Wie sinnvoll also wäre es, in der Infrastruktur immer mehr auf das Fahrrad zu setzen, Radwege auszubauen, Radwege zu reparieren?

An meiner Wohnung sind am Sonntag anlässlich der ADFC Berlin - Fahrradsternfahrt 2026 die Teilnehmer des (nur) einen Familienstranges vorbei gefahren. Es waren so viele Eltern mit ihren Kindern, die offensichtlich das Fahrrad zu ihrem alltäglichen Verkehrsmittel gewählt haben. Lt. offiziellen Meldungen sollen es insgesamt 30.000 Teilnehmer gewesen sein (wenn ich die Bilder sehen, kann man sicherlich noch einmal mindestens 10.000 darauf legen.) Mir erscheint die offizielle Zahl erstaunlich nach unten korrigiert.

Sinnvolle Politik für die Bürger in diesem Land, sichere Radwege für Erwachsene und Kinder – sie sind ein echter Bedarf. Worauf warten die verdammt noch einmal?

2026-06-06

Unmöglich!

Zwischen der vorherigen und gestrigen Plasmaspende soll ich ein Kilo an Gewicht verloren haben.

Was gar nicht sein kann, denn dazwischen lagen acht Tage Italien, italienisches Essen, Wein und fast täglich einen Chinotto.

2026-06-05

Italienischer Sommer in Berlin

In Berlin läuft zur Zeit die Italienische Woche, die von dem Botschafer der Italienischen Botschaft, Fabrizio Bucci, gemeinsam mit dem Leiter des Kulturinstitut Italiens, Alessandro Turci, ins Leben gerufen wurde. 2026 gibt es für Italien als auch Deutschland besondere Jubiläen zu begehen, denn Italien feiert den 80. Jahrestag der Gründung der Republik, dazu jährt sich zum 75. Mal der Pakt zur deutsch-italienischen Freundschaft. Diese besonderen Jahrestage möchten zelebriert werden.

An diesem Wochenende gibt es zu Abschluss noch ein ausgefeiltes kulturelles und köstliches Program rund um diese Feierlichkeiten: Zum einen ist das Italian Street Food Festival, das am Samstag, 6.6. und Sonntag 7.6. zur, wie ich finde, besten Sommerparty am Osthafen einlädt: Live-Musik, DJ-Sets und Karaoke sorgen an beiden Tagen für Festivalstimmung. Der Limoncello Spritz kostet nur 5 Euro, also zum echten Italienpreis erhältlich und Viani verschenkt eine Trüffelpraline zur Begrüßung. Selbstverständlich gibt es an den vielen Food-Ständen beste Spezialitäten aus allen Provinzen Italiens: Pasta, Pizza, Panzerotti, Puccini, Gelato und, und und …

Seit dem 4.7. und noch bis zum Sonntag laufen auch die Italian Short Film Days. Zum ersten Mal findet in Berlin dieses Kurzfilm-Festival rund um den italienischen Film statt. 30 Kurzfilme werden (in Originalsprache, teilweise mit englischen Untertiteln) in den Lichtspielhäusern ACUD Kino, Lichtblick Kino und IL KINO gezeigt. Übrigens unterstützt von arte.tv. Ja nicht die After-Event-Partys verpassen. Auch die Berliner Gemäldegalerie lädt zu Führungen ein, die Besuchern insbesondere die alten italienischen Meister präsentiert.

Genießt den italienischen Sommerflair in der Stadt!

2026-05-18

Aus der Reihe, …

… was wir Deutschen auch nicht so richtig gut können:

Wale in Ruhe sterben lassen.

2026-05-16

Bites n‘Bikes Street Food Festival

Falls ihr in Berlin nicht wisst, was ihr heute, 16.05.2026, oder morgen tun sollt. Im Jules-B Part (Gleisdreieckpark) findet dieses Wochenende das Bites n'Bikes-Festival statt. Da gibt es (nicht nur) viel Essen, Design, alles mögliche von Leuten in Berlin, die ihr Business ökologisch nur auf Lastenrädern machen.

Das Festival findet zum zweiten Mal statt, von Nico von Mercurio Streetfood als Idee 22025 entwickelt und – gleich beim ersten Mal – sehr erfolgreich umgesetzt.

Auch die zweite Ausgabe ist nicht nur spannend, sondern auch lecker (für mich gibt es Panzerotti!) und natürlich auch gibt es vegetarische oder vegane Küche und Drinks. Alles vor dem Rad serviert. Musik gibt es natürlich auch! Und Kinderprogramm. Und und und …

Außerdem scheint die Sonne. Ich radle jetzt hin und ihr?

Die Bites n'Bikes-Tickets gibt es online bei Eventbrite (heißt keine Warteschlange) oder an der Kasse. Eintritt pro Person 3,— Euro.

Ungarn – ein Wechsel

Viktor Orbán war 16 Jahre an der Macht und hat Ungarn zu allem aber keiner reinen Demokratie umgeformt. Es mag uns eine Warnung sein, was passiert, wählt man nationalkonservative und rechtspopulistische Parteien wählt. Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, hat einige Stimmen junger Ungarn eingefangen und um einen Gedankenaustausch zum politischen Neuanfangs mit Péter Magyar gebeten. Und das Ergebnis liest sich sehr interessant, denn 16 Jahre – viele junge Ungarn kennen nur das System unter Orbán.

„Ich war überrascht, welche Last mir von den Schultern gefallen ist.”

2026-05-07

Parteien verlassen X formerly known as Twitter

Scheint gerade die große Sensation in der deutschen Presse zu sein. Menschen, die dem Internet auch auf einer politischen Ebene begegnen, fordern das von demokratischen Parteien seit Jahren.

Early Adopter fordern das, seitdem Twitter X heißt – ab dem Moment als Musk den Microbloggingdienst zurück gekauft hatte und sehr deutlich machte, was er damit vorhat und was er (meiner persönlichen Meinung nach) für ein verkorkstes nazionalistisches Ego ist. Das war 2023.

Spätestens seit der orange Honk wieder ins Amt gewählt wurde und Musk zu seinem Drillinstructor gemacht hatte im Rückbau der US-Demokratie hin zum Faschismus, war es Zeit X den Rücken zuzudrehen. Mindestens für demokratische politische Vertreter anderer Nationen. Mal ganz davon abgesehen, dass politische Musik – auch von den rechtsextremistischen Parteien Deutschlands – längst auf TikTok und Instagram gespielt wird.

Wenn einige volksvertretende Parteien nun endlich ihre Konten löschen auf dieser Plattform, ist das nur ein weiteres Signal deutscher digitaler Ahnungslosigkeit. Damit möchte ich sagen, der Skandal ist ein ganz anderer:

Fax-Deutschland hat's also schon kapiert. Über drei Jahre zu spät. Aber wie treffend, dass der Bundeskanzler Deutschlands den Schuss weiterhin nicht gehört hat.

Passt alles.

2026-04-27

Malta und Gozo köstlich entdecken!

Südlicher geht es in Europa kaum noch: Malta. Der Inselstaat hat es sich mit seinen drei Inseln Malta, Gozo und Comino zwischen Italien und Tunesien im Mittelmeer bequem gemacht. Mit zwei köstlichen Projekten Malta Taste Heritage Dish und Taste of Gozo möchten die Malteser sich künftig ihren Gästen mit einer ganz besonderen Zutat in deren Gaumen einschmeicheln: ihrer historischen und traditionellen heutigen Küche.

Hobz tal-Malti: knuspriges Sauerteigbrot; Ftira: Fladenbrot, gefüllt mit Thunfisch, Kapern, Oliven und Tomaten; Stufat tal-Fenek: gaaanz langsam in Wein und Tomaten geschmortes Kaninchen und Ġbejna, kleine Käselaibe in Schilflaiben aus Ziegen- oder Schafsmilch, zusammen mit Galletti (Cracker) gereicht. Im Glas Kinnie, die maltesische Bitterorangenlimonade mit Kräuterauszügen – oder einen der hervorragenden Weine Maltas. Die Küche von Malta, Gozo und Comino kennt viele Köstlichkeiten aus den regionalen Produkten der Inseln.
Seeräuber, Kreuzritter – immer wieder kriegerische Übernahmen: Die bösen Gestalten der Vergangenheit haben ihre Spuren auf den Inseln hinterlassen. Auch in den Küchen. Viele der traditionellen Rezepte Maltas entspringen einer langen Geschichte der Inseln im Kampf um ihre Übernahme durch wenig friedliche Geister. Es ist kein Wunder, dass die hiesige Küche an die südeuropäische Küche mit den arabischen, spanischen und römischen Einflüssen erinnert.
Dennoch hat die Küche Maltas eigene historische Ursprünge – und Touristen sind eingeladen, den Malta Taste für sich zu entdecken. Malta Taste Heritage Dish und Taste of Gozo sind zwei Projekte, die das Augenmerk von Gourmets auf die Geschichte der maltesischen Küchenwelt und auch Gegenwart lenken möchten.

Heritage of Malta

Heritage of Malta ist eine Kooperation maltesischer Historiker und Köche. Köche Maltas, wie Malcolm Baldacchino und Philipp Zammit, laden ein, der Geschichte und den Rezepten ihrer Vorfahren auf intensive Weise zu begegnen und so Malta neu zu entdecken. Das kann man am besten im Museum. Der Gast reist umgeben von historischen Artefakten und frühen Kochgeschichten durch die spannende Zeit maltesischer Küchenkultur.

In verschiedenen Museen, das kann das Malta Maritime Museum sein, und besonderen historischen Orten der Insel, wie der Inquisitor's Palace, werden die Gäste bei einem besonderen Dinner, dank der Funde in historischen Rezeptbüchern aus den Archiven, lukullisch verwöhnt. Während zahlreiche archäologische Küchengeräte und Dokumentationen in die handwerkliche Kunst entführen und Geschichtsfreunde dazu von den Tischgeschichten aus früheren Jahrtausenden berichten.
Diese historischen Menüs werden natürlich aus den lokalen, saisonalen Produkten Maltas gezaubert, gelegentlich mit modernen Noten versehen. So können Touristen selber schmecken, wie wenig die armen Bewohner Maltas auf ihren Tellern hatten, und wie dekadent hingegen die Kosaren und Kaufleute schon in früheren Jahrhunderten speisten. Oder wie ein maltesisches Fastenmahl aussah. Wer will, wird den Urformen der Geschmäcker und Gerüche vergangener Jahre begegnen. Auch Weine wurden schon sehr früh auf Malta getrunken. Wie werden diese wohl damals geschmeckt haben?
Frisch zubereitete Limonade, Vermicelli mit Bottarga, Kaninchenrisotto, in Ziegenkäse geschmortes Hammelfleisch, Kaninchen-Pastizzi, Schiffsgebäck mit würziger Schweinswurst, Taglioni mit Endivie und Buttersauce, gegrillter Tintenfisch, würziger Muscheltopf, frische Erdbeeren, mit Minze und Rohrzucker gewürzter Rum, Mandelgebäck und, und, und … es gibt viel zu entdecken!

Mehr Informationen serviert euch die Homepage tastehistory.mt.

Taste of Gozo

Mit Taste of Gozo begebt ihr euch auf Maltas kleinerer Schwesterinsel auf den Gozo Gourmet Trail. Mit ihm folgt man einer genussvollen Entdeckungsreise, abseits der bekannten Routen und besucht auf seinen Wegen traditionelle, handwerkliche Produktionsmethoden.

Selbst Malteser setzten regelmäßig extra nach Gozo über, nur um hier Ġbejna zu kaufen. Die Schafe oder Ziegen leben natürlicher und ruhiger – der Käse aus deren Milch soll daher besonders gut schmecken!
Leanne, Derek und Jeffrey bieten unterschiedliche Food-Touren auf Gozo an, die interessierte Besucher in die kulinarische Gegenwart der Insel entführen. Natürlich mit zahlreichen Tastings, die von der kulturellen Identität erzählen.

Dieses junge Familienunternehmen nimmt euch mit zu den kleinen familiengeführten Betrieben, wie Bäckereien, Schafzüchtern, Imkern und Zitrusbauern – oder auf Gozos Salinen. So lernen die Besucher, das besondere Brot Gozos zu backen, können je nach Jahreszeit Oliven ernten, Honig produzieren – und natürlich den Käse mit ansetzen.
Gozo ist lediglich 67 Quadratkilometer groß – auf den Touren von Leanne & Co. fahrt ihr auf der Tagestour quer über die Insel und werdet im Westen, wo der Tag seinen Abschluss bei einem ländlichen Picknick findet, die köstlichen Erzeugnisse eurer Tour genießen. Der Ort ist besonders – wie die Küche von Gozo heute ist!

Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Touren, die euch köstliche Begegnungen mit der Kulinarik Gozos schenken, die mit bis zu zwölf Personen gebucht werden können, findet ihr auf der Homepage von Taste of Gozo.

2026-04-25

Mexikali Cantina – das Mexikali-Team eröffnet das erste Restaurant in Kreuzberg

Es ist … Dekaden her, da bin ich mit meinen Kolleg*innen auf Kosten unserer Arbeitgeber zur Belohnung eines sehr guten Geschäftsjahres (ja, damals gab es das noch) für einige Tage zu einem Incentive-Trip nach Miami eingeladen worden. Das war alles sehr nett, vor allem, weil es kurz nach dem Mauerfall war und einige unserer neuen Kollegen aus dem anderen Teil Deutschlands erstmals so weit bzw. überhaupt in die USA gereist sind. Deren Begeisterung zu erleben, war wunderschön. Das Essen vor Ort war indes grottenschlecht, und wenn ich an das Frühstück in unserem Apartmenthotel denke, wird mir jetzt noch anders.
Aber da war dieser kleine mexikanische Imbiss, ca. anderthalb Kilometer die Strandstraße hinauf von unserem Hotel entfernt. Ein wirklicher Imbiss, ein kleiner Kiosk, keine Innenplätze – nur ein – für amerikanische Verhältnisse – lächerlich kleiner überdachter Gartenbereich mit Stehtischen. Und da gab es Mexican Food zum Niederknien!
Frisch, lecker, spicy – der Mann hatte uns mit seinem Team wirklich über die Tage gerettet. Und mein Herz für die mexikanische Küche groß und weit gemacht. Ich denke heute noch so oft an diesen Imbiss und muss sagen, dass bisher leider kein Mexikaner in Berlin diese Lücke hatte füllen können.
Die Mexikali Cantina ist nahe dran, das zu ändern. Einige kennen schon die Mexikali Imbisse in der East Side Mall (Tamara-Danz-Straße 11) und Mall of Berlin (Leipziger Platz 12).
Mit der Mexikali Cantina hat sich Naoufal el Harrak jetzt den Traum eines eigenen mexikanischen Restaurants erfüllt.
Die Wrangelstraße in Kreuzberg hat sich in letzter Zeit zur Independent-Fressmeile entwickelt. Ganz ehrlich, wenn ihr neu in Berlin seid und Hunger habt: Fahrt zum Schlesischen Tor und schlemmt euch durch diese Straße. Oder bleibt gleich in der Mexikali Cantina in der Hausnummer 92 hängen. Das liebevoll eingerichtete Restaurant macht mit seinen bunten Farben Spaß. Die Küche serviert wirklich authentische, feine mexikanische Küche und natürlich die passenden Drinks.
Das Team hinter der Bar und im Service ist sehr charmant, Naoufal steht hier selbst in der Küche. Bis auf die Tortillas, wird hier alles hausgemacht. Die Salsas, drei sind es an der Zahl, alle vegan und unterschiedlich spicy, können sich sehen lassen.

Tacos, Burritos, Quesadillas und Enchiladas. Da muss man nichts vermissen! Die Tacos con Costra in vielen Variationen sind das Signature Dish vom Mexikali Cantina. Von allen Varianten gibt es vegane Versionen, z. B. die Taxos Vegan Chorizo mit Soja-Granulat, Bohnen und Avocado.
Die Cocktailkarte ist übersichtlich aber gut bestückt, mein Favorit ist die Spicy Jalapeño Margarita. Die frischen Jalapeño Scheiben bringen feurigen Spaß ins Getränk.
Das merke ich mir auch für meine Sommerdrinks, ich wusste nicht, dass echte Schärfe im Glas so attraktiv sein kann!
Anlässlich des Openings hatten uns Naoufal und Miles, Chef im Service, den Chef’s Choice serviert. Das Menü mit Vorspeise, Drink, Hauptgericht und Dessert gibt es pro Person für 29,99 Euro.
Obligatorisch fanden Nachos mit den drei Salsas zu uns auf den Tisch. Dann liegen mit Limettensaft gesäuerte Chili-Garnelen in einer grünen Chili-Sauce, die schön scharf und frisch ist. Me encantó! Wer es vegan mag, bekommt diesen Gang mit Palmenherzen serviert.
Als flüssige Aufräumerin passt eine Mezacilta.
Die Tacos con Costra werden uns in der Variante Carne Asada serviert. Auf zwei Maistortillas mit Guacamole, Salsa Negra, und gebratenem Käse tummeln sich die 140 Gramm Ribeye, dünn aufgeschnitten mit gerösteten Chiles Toreados. Zartes Fleisch, runden Aromen. Portion … geht so.

Als Alternative der Hauptgerichte dürfen wir auch den Burrito klassisch als Pollo al Pastor probieren: langsam geschmortes Hähnchen mit gerösteter Ananas, dazu Bohnenmole, Guacamole, Zwiebeln, Koriander, Queso Fresco und Chipotle-Mayo.
Gute Würzung, zartes Fleisch – lecker! Und last but not least verwöhnen uns knusprige Churros mit Zimt und heißer Schokolade.
Ich fand’s sehr lecker – für meinen Geschmack könnte es hier und da schärfer sein, die Spicyness ist schon sehr dem europäischen Geschmack angeglichen –, aber das lässt sich bei der Bestellung formulieren. Ich mag den Style vom Restaurant, sehr relaxed, und es gibt auch einige Außenplätze für den Sommer in einer der lebhaften Straßen Kreuzbergs.
Die Mexicali Cantina freut sich darauf, euch von Montag bis Sonntag von 17:00 bis 22:00 Uhr ihre mexikanischen Köstlichkeiten servieren zu dürfen! Charmante mexikanische Grooves gibt es natürlich auch aufs Ohr.


Mexicali Cantina
Wrangelstraße 92
10997 Berlin

2026-04-15

Ab ins Aostatal mit der ganzen Familie!

Aoste Fontainemore © Davide Camissasca

Das Aostatal – Valle d’Aosta – Vallée d’Aoste! Sind wir ehrlich, die Regionen in Europa, die mehrsprachig sind, bieten doch einen sehr besonderen Charme in ihrer Entdeckung. Das Valle d’Aosta liegt im Nordwesten Italiens und grenzt an Frankreich und die Schweiz. Im westlichen Teil ihrer Alpen grüßen das legendäre Matterhorn, der Mont Blanc, Monte Rosa und Gran Paradiso. Parliert wird hier in aller Herrenländer Europas (na gut, außer Spanisch und Hochdeutsch).
Champillon Doues © Aoste Tourisme

Natürlich ist man im Winter auf Skiern und Snowboards in den herrlichen Skibegiebten unterwegs. Und im Frühling? Da wird diese Regionen erwandert, es werden Burgen besucht, Steinböcke gesichtet (mit etwas Glück) – und zur Belohnung gibt es die reichhaltige Küche mit ihren Einflüssen des piemontesischen Nachbarn, die satt und glücklich macht. Was auch sonst? Eh! Italia!
© Maurice Chatelain

Das Aostatal versteht sich als ein perfekter Ort für den Familienurlaub über Generationen hinweg. Die teilweise flachen Wanderwege lassen sich auch mit dem Kinderwagen und von Menschen mit körperlichen Einschränkungen sehr gut bewältigen. Seit Jahren wird im Aostatal daran gearbeitet, Ausflugsorte, Wege und Unterkünfte auch barrierefrei zu gestalten. Das Projekt Abilmente ermöglicht in fünf Skigebieten im Aostatal auch Menschen mit motorischen, sensorischen oder geistigen Einschränkungen, Wintersport zu betreiben. Im Frühling darf unter den gleichen Bedingungen gewandert werden, statt Loipe gelaufen.
Camino Balteo Strada Romana Donnas © Aoste Tourisme

Als Erstes dürfte der Nationalpark Gran Paradiso mit der Pont-d’Ael alle Familienmitglieder beeindrucken. In 66 Metern Höhe mit sechs Kilometern Länge, haben die Römer schon im Jahr 3 vor Christus mit dem Bau der Äquaduktbrücke für die Wasserversorgung einer neuen Siedlung gesorgt. Die lustigen Römer begründeten in ihrer über fünf Jahrhunderte währenden Herrschaft über das Tal auch die Stadt Augusta Praetoria, heute besser bekannt als Aosta. Wo früher Wasser floss, wird heute die Strecke zu Fuß bewältigt – fantastische Aussichten garantiert.
Skyway Monte Bianco © Antonio Furing

Die hat man natürlich auch in den Skigebieten, in die auch im Frühling und Sommer Besucher von den Gondelbahnen bequem transportiert werden. Die Gondelbahn Pila-Couis-Stella führt zur Stella-di-Pilla auf 2.723 Metern Höhe und garantiert einen Blick auf die vier höchsten Berge der Region.

Wer es noch höher mag, vertraut sich der Skyway Monte Bianco in Courmayeur an. Auf der Punta Helbronner genießt man den Blick direkt auf den Mont Blanc in einer Höhe von 3.466 Metern – und hat keinen Tropfen Schweiß auf dem Weg dorthin verloren. Für Menschen, wie mich als Flachland-Berlinerin, die sehr gerne wandert, auch im Gelände, aber gar nicht so gerne im Berg hängt, die ideale Form der Gipfelerklimmung!

Man wird hier selten einen Felsvorsprung entdecken, auf dem nicht seit Jahrhunderten eine Burg oder ein Turm ruht. Schließlich ist das Aostatal auch als das Tal der hundert Schlösser bekannt. Viele von ihnen locken große und kleine Besucher in ihre alten Gemäuer. Die jüngeren Besucher werden in dem naturwissenschaftlichen Regionalmuseum der Burg in Saint-Pierre voll auf ihre Kosten kommen.
Fort di Bard © Enrico Romanzi

Oder in der Festung von Bard (Forte di Bar), wo sie im Alpenmuseum die Tierwelt der westlichen Alpen entdecken. Falls es in der Landschaft doch nicht mit dem Steinbock klappt. Mehr an Geschichte interessiert? Diese Festung hatte Napoleon immerhin zwei Wochen lang abwehren können und erzählt mit Stolz ihre Geschichte. Wundervolle mittelalterliche Fresken dürfen im Castello di Fénis bewundert werden. In dem Ort wartet auch das Museum für traditionelle Handwerkskunst auf Besucher*innen.
Spezialitäten des Aostetals © Aoste Tourisme

Und dann warten überall die hübschen Dörfer auf ihre Besucher, wo sie nach einer langen Wanderung die herrlichen Produkte der Region in den Gaststätten probieren können. Falls sie nicht schon auf den Wegen direkt bei den Erzeugern eingekauft und an den vielen Picknickplätzen direkt verkostet wurden. In den Berghütten gibt es natürlich die beste und satt machende Polenta mit dem regionalen Käse.

Überhaupt: Der Käse aus dem Aostatal! Fontina, Fromazdo (Valdostana) und andere Sorten, teilweise nach den Familienrezepten seit Jahrhunderten so hergestellt – natürlich DOP-signiert. Auch der würzige Bergschinken Jambon de Bosses mit mindestens 16 Monaten Reife und der Speck Lard d’Arnad mit drei Monaten Reife im Holzfass tragen das DOP-Siegel der Region.
Polenta e Carbonada © Alexis Courthoud

Hier und da wird natürlich auch Pizza serviert. Von rustikaler Küche bis zum Fine Dining – die ganze Familie wird perfekt verköstigt. Im Glas befindet sich dann ein spannender DOC-Wein, der über 20 autochthonen Reben im Aostatal. Sie werden hier teilweise in einer Höhe von 1.300 Metern angebaut. Dazu gehören Petit Rouge, der Fumin, Vien de Nus oder Prié Bland – die am höchsten angebaute Rebe Europas, weil frostresistent. So besondere Tropfen!

Na, habe ich eure Sehnsüchte geweckt? Auf der Homepage der Tourismusorganisation im Aostatal könnt ihr euch direkt die Unterkunft suchen für einen herrlichen Urlaubsausflug ins Valle d’Aosta und findet auch alle anderen Informationen!

Fai buon viaggio! Bon voyage! Gute Reise!

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