2026-01-22

Ein zarter Glücksmoment

Die kleine Plüschkugel Shiina lebt sehr gerne auf dem Balkon. Wenn ich auch im Sommer merke, dass sie älter wird und bei sehr heißen Temperaturen sie sich doch wieder tagsüber ins Innere verzieht, erst am frühen Abend die beschränkte Freiheit sucht, schafft sie es im sehr späten Herbst bis in den frühen Winter hinein, draußen zu liegen. Und wenn ich höflich anfrage, ob wir nicht doch langsam die Balkontür schließen können, weil mir kalt ist? Blinzelt sie ein bestimmtes „Nein!” in meine Richtung.

Seit Mitte Dezember verweigert aber sogar Shiina den Balkonaufenthalt. Nun ist es sogar ihr zu kalt, trotz ihres Pelzes. Nervige Böllerei, die uns in diesem Teil Berlin bereits seit Oktober begleitet, tun in dieser Zeit ihr übriges.

So bleibt uns beiden immer nur ihr am Morgen und am Abend, die Balkontür für eine formidable Lüfterei zu öffnen. Und dann sitzt sie dort einige Minuten, guckt ein wenig in die Luft und schnuppert verheißungsvolle Düfte unserer Stadtnatur. Das ist sehr niedlich anzusehen. (Es gibt nicht viele Momente in denen sie nicht niedlich anzusehen ist, muss ich anmerken.)
Heute früh, die Sonne war aufgegangen und zeigte sich uns auch dank winterlicher Hochdruckwetterlage in ihrem Glanz, erzählte ich dem Kätzchen wieder an der Tür sitzend, dass ich verstehe, dass es ist ihr zu kalt sei. Aber dass in wenigen Monaten es wieder aufwärts gehen würde mit den Temperaturen. Dass sie dann wieder auf ihrem Balkon sitzen kann. Es wäre nur noch eine knappe Woche der Monat Januar, dann käme der Februar und dann der März.

Und wenn wir Glück haben, käme im März schon etwas Frühling um die Ecke mit einigen warmen Tagen und das wäre sehr schön.

Ich weiß nicht genau, wie mein Geschwafel bei Shiina ankam (sie versteht erstaunlich viel, meine ich) aber bei mir hatte diese wohlfeil formulierte Aussicht auf einen März mit schon einem Hauch Frühling einen Schmetterlingsflügelschlag Glück durch mich geschickt. Und plötzlich war ich sehr froh. Frohe Momente sind in diesen Zeiten schwierig zu kapern. Hier aber war er. Bei uns in unserer Wohnung. Mit der kleinen Katze vor der offenen Balkontür, dem kühlen Wohnzimmer und die Meineeine.

Manchmal helfen Selbstgespräche eben doch. Oder die zur Katze.

Übrigens hat eine meiner Feigen über den Winter drei Früchte produziert, das wilde Ding!

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Fröhlich sein, freundlich bleiben und bitte immer gesund wieder kommen!