2018-12-16

Lesen, gucken, staunen

Ich weiß, es ist illusorisch sich dieser Tage zurück zu lehnen und entspannt zu lesen oder irgendwelche anderen Dinge zu tun, die nichts mit diesem Weihnachten und dem ganzen schönen und nicht so schönen Gedöns drum herum zu tun haben. Ich hänge prima hinterher, so eine Woche krank tut im Terminplan irgendwie nicht gut.

Aber … gestern bin ich auf dem Weihnachtsmarkt am Charlottenburger Schloss gewesen. Beim Losgehen wehten sachte kleine Schneeflocken im Berliner Abendhimmel und die blieben noch eine Weile bis wir zum Weihnachtsmarkt kamen. Natürlich blieben sie nicht liegen und wirkten eher wie eine unwirkliche Animation für mich (bin nach diesem Sommer immer noch nicht in diesem Winter angekommen.) Aber: Schnee! Echter, niedlicher, zierlicher, unwirklicher, bemühter Schnee. Im Dezember. In Berlin.

Auf dem ersten Weihnachtsmarkt erstmals in meinem Leben Eierpunsch getrunken. I declare: Eierpunsch ist mein neuer Freund auf Weihnachtsmärkten!

Falls Ihr es Euch heute doch auf dem Sofa gemütlich machen wollt und etwas lesen möchtet, möchte ich Euch den Text von Robert Habeck dringend empfehlen. Er macht sich – wie selten ein Grünen-Politiker zuvor – ausgiebig und hartnäckig Gedanken über die künftige Arbeitswelt in diesem Land und auf der Welt. Was eines der vorrangigen Themen neben dem Klimaschutz nun eimal ist. Um so erschreckend, dass hierzu von den Regierungsparteien so schrecklich wenig kommt. „Die Stunde des mutigen Karnickels. (Wie wir die digitale Arbeitswelt gestalten können.)” Sehr lesenswert!

Gilt gleichfalls für diesen Text aus der brand eins, der eine perfekte Ergänzung zum Text von Habeck ist. Mir ist selbst nicht ganz klar, ob man diesen Text nicht besser vor dem von Robert Habeck lesen sollte. Dorit Kowitz hat sich nämlich einmal genauer mit dem Modell Behindertenwerkstätte auseinander gesetzt. Mit dem Kuriosum, dass es immer mehr davon gibt, dort auch immer mehr Menschen arbeiten, denn sie sind immer mehr auf ökonomischen Wachstum ausgelegt. Und das obwohl in Deutschland aufgrund der fortgeschrittenen Pränataldiagnostik immer weniger Menschen mit Behinderungen geboren werden? Werkstattbericht

Ja. Klar. Auch hier frisiert sich die Arbeitsagenturen die Arbeitslosenstatistik schön! Unfassbar.

Mir ist diese Generation natürlich immer noch sehr nahe. Es ist die Generation meiner Großeltern, meiner Eltern, ich bin in diesem Nachwirken eines Krieges, mit dem, was er mit den Menschen gemacht hat, aufgewachsen. Die berührende Dokumenation „Kulenkampffs Schuhe” ist wieder online in der Mediathek zu sehen. Wichtig in dieser Zeit!

Shiinchen und ich wünschen Euch einen schönen dritten Advent!

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