2015-03-07

Rosa Pillen



Die lustigen kleinen rosa sündhaft teuren (1,— €/Pille, Tally nimmt davon 2 täglich) neuen Pillen möchte die kleine bunte Katze, die sonst sehr relaxt alles an Tabletten in Catsticks versteckt schluckt, partout nicht nehmen. Ich habe alles probiert von in Hälften teilen, zermahlen in Vitaminpaste auflösen etc. Gerade eben habe ich den Waschzettel gelesen, der mir befiehlt die Dinger ja bloß nicht in Hälften zu teilen oder gar zu zermahlen. Und mit befehlen meine ich: die machen keine Gefangenen in diesem zweiseitigen Pamphlet!

Mir wird sogar verboten, während des Wechselns der Katzenstreu kein Essen oder Getränke zu mir zu nehmen. Rauchen darf ich dabei auch nicht. Das ist alles so bitter!

Neben des regelmäßig wiederkehrenden bronchialen Infekts, der ihr wieder einmal eine Runde Antibiotika einbringt (ich muss die Mieze heute spritzen) hat die kleine ältere Dame nun eine hochgradige Schilddrüsen-Überfunktion und ist somit die erste in ihrer miezigen Ahnengallerie, die bei mir leben durften, mit dieser Diagnose, die ältere Katzen gerne trifft.

Somit hatte ich wenig Ahnung mit dieser Diagnose und ihren besonderen Eigenheiten bzw. den Veränderungen bei der Katze, die ich eher abgetan hatte unter „sie wird halt älter”. Da sind zum Beispiel: Unruhe und wenn die Mieze anfängt lieber auf kühlen Plätzen zu liegen anstatt auf kuschlig warmen, auch übergroßer Hunger ohne gleichzeitige Gewichtsaufnahme sind wohl ein sicheres Anzeichen. Letzeres hatte ich bemerkt und war auch der Grund für die Blutuntersuchung. Trotzdem mache ich mir jetzt Vorwürfe, ob ich die anderen Zeichen nicht hätte früher anders deuten können, sollen.

Während ich mich gestern beim Tierarzt noch während der Aufnahme der einen Diagnose noch darüber freute, dass ihre Nierenwerte aber sonst ohne Befund sind, durfte ich mittlerweile beim Leerlesen des Internets zum Thema zur Kenntnis nehmen, dass eine Hyperthyreose bei Katzen manchmal eine Niereninsuffizienz auch überspielt, die dann unter der Behandlung zum Tragen kommt.

Die Mieze ist ungefähr 14 Jahre alt, ganz genau weiß ich es nicht und natürlich haben wir die längste Zeit miteinander verbracht, das ist mir klar. Aber ich hätte sie wirklich sehr gerne noch eine Weile bei mir, solange es ihr gesundheitlich halbwegs gut geht. Sie ist eine unglaublich liebe und tapfere Katzenpatientin.

Nun ja, ich muss also in meine Tally morgens und abend eine rosa Pille hinein bekommen, die ich laut Waschzettel nicht mal anfassen sollte. Und in drei Wochen ist wieder Blutkontrolle. Drückt ihr die Daumen. Und mir. Also uns.

11 Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Hier sind alle Daumen und Pfötchen ganz fest gedrückt! Ich kann dir gut nachfühlen, wir haben auch gerade so einen tapferen kleinen Kater-Patienten. Gleich geht's erst mal in die Klinik, um 'ne Runde zu kuscheln.

Anonym hat gesagt…

oh! arme tally-miez, arme creezy! ich drück euch alle daumen und pfötchen!
caterina

Monikda hat gesagt…

:-(

fotoralf hat gesagt…

Gaaanz ruhig...

Die beiden aus unserer vorletzten Katzengeneration hatten es jahrelang alle zwei ziemlich heftig, und sind trotzdem alt geworden: 16 und fast 18. Und nein, Du hast nix falsch gemacht. Klar findet man es erst mal nett, wenn die Herrschaften auf ihre alten Tage plötzlich wieder anfangen, zu spielen und herumzurennen, und schaltet erst, wenn sie stark abnehmen. Das war hier auch so.

Das Zeug (ich nehme an Felimazole) wird in der Tat höchst ungern genommen. Hier ging es gewöhnlich mit Leber- oder Streichmettwurst, aber auch nicht immer. Völlig problemlos mit Paté au confit d'oignons, aber den hat man halt nicht immer vorrätig. ;-)

Man sollte sich überhaupt bei sowas nicht allzu verrückt machen. Der Waschzettel ist vor allem dazu da, dem Hersteller den Rücken freizuhalten. Natürlich sollte man sich nicht die Finger ablecken, nachdem man die Pillen angefasst hat, aber sonst sind wir damit eher entspannt umgegangen und leben immer noch. Und wenn sie sie mal einen Tag partout nicht nehmen wollten, sind sie auch nicht gleich tot umgefallen.

Wir haben irgendwann statt zweimal täglich auf einmal mit der höheren Dosierung umgestellt. Auch das ohne Probleme. Ist übrigens auch wesentlich billiger.

Falls es Felimazole ist, geht alternativ auch Vidalta. Das gabs bei uns manchmal, wenn der Tierarzt gerade nix anderes hatte.

Wir haben noch frische Restbestände. Die kann ich auf Wunsch in ein Kuvert stecken. Hier verfallen sie sowieso nur.

Gruß,
Ralf

Felis hat gesagt…

Hast du einen Arzt, der nett ist, bitte ihn dir das Humanmedikament zu verschreiben. (vergl.:http://www.felismajor.net/2011/der-gerade-weg/) Gerne darfst du mir auch Löcher in den Bauch fragen - The One ist mit dem gesamten Erkrankungskomplex fast 21 Jahre alt geworden. Was die Verabreichung angeht: Die Humanvariante ist nicht dragiert. In wenig Wasser aufgelöst läßt sie sich gut per 2mm-Spritze ins Maul verabreichen, man kriegt da schnell Routine und für Katz ist der Spuk vorbei, bevor sie kapiert, was passiert ist. :) Es gilt aber tatsächlich: Hände vorher und vor allem nachher waschen, allgemein darauf achten, daß man selbst nichts davon aufnimmt, darum geht es. Es ist ein hochpotentens Mittel und einen Einfluss auf die eigene gesunde Schilddrüse will man nicht haben.

Bhuti hat gesagt…

Du, Lieblingstalytha, bitte bitte schluck die rosa Pillen, ja? Ich möchte doch noch viele Fotos von Dir bewundern und Dich ab und zu mal streicheln dürfen. Und vor allem möchte ich nicht nach Shari und Toulouse schon wieder eine kleine bunte Katze betrauern müssen. Das ist zu viel, zu schnell hintereinander. Also, bitte schön die Pillen schlucken.

hühnerschreck hat gesagt…

der kater der lieblingsschwester hatte auch eine überfunktion. da pillen in ihn nicht reinzubekommen waren, bekam er täglich ein gel in die ohrmuschel (also auf die wenig behaarte haut). das musste zwar mit handschuhen gegeben werden, aber der alte herr hat's toleriert und ist auch deutlich über 15, 16 geworden. falls gewünscht, erfrage ich den namen des medikaments.

ansonsten: was felis sagt.

Anonym hat gesagt…

Vielleicht ist das eine Hilfe... unsere Katze und wir hatten Stress ohne Ende beim Verabreichen scheußlich schmeckender Cortison Tabletten. Sie hat uns gemieden, wollte kaum noch in unsere Nähe kommen. Bis ich mal Teewurst (einen Miniböbbel) um die Tablette hüllte und diesen Böbbel noch mit Frischkäse Natur großzügig ummantelte (und danach gibt es noch eine kleine Extraportion Frischkäse). Seit über einem Jahr funktioniert dies ohne Probleme! :)
Lieben Gruß und gute Besserung,
Birgit

fotoralf hat gesagt…

Genauso ging das hier. Teewurst, Streichmettwurst, Leberwurst. Nur nicht soviel, dass sie anfangen, daran herumzulecken, Es muss gerade soviel sein, dass die Pille nicht auffällt, das ganze aber in einem Happs verschluckt werden kann.

Ralf

creezy hat gesagt…

@Alle
Erst mal ganz lieben Dank für Eure Kommentare, geteilten Erfahrungen und gedrückten Daumen.

Tally nimmt die Medikamente jetzt seit über zwei Wochen und nachdem ich ihr einmal in Ruhe die Notwendigkeit erklärt habe, hat sie diese auch sehr brav doch im Catstick versteckt zu sich genommen.

Was ich schade finde – ich weiß nicht, wie das bei Euch war – sie reagiert auf die Tabletten mental mit vergleichsweise viel Apathie. Es geht ihr nicht schlecht, sie frisst – wenn auch ich mich an den normalen Appetit von ihr erst wieder gewöhnen muss, neuerdings ist sie auch miesepetrig bei der Futterauswahl – aber sie ist wie eine wandelnde Schlaftablette unterwegs. Habt Ihr ähnliche Beobachtungen auch gemacht?

@Ralf Das Angebot mit den Tabletten nehme ich gerne an. Ich muss mal gucken, ob ich noch eine E-Mail von Dir habe, dann schicke ich Dir meine Adresse. Ganz lieben Dank für das Angebot!

@Felis
Danke für den Tipp mit dem Humanmedikament. Ich denke meine Ärzte werden das nicht machen aber ich kann ja mal fragen. Weißt Du noch, wie das Äquivalent dazu heißt?

Wenigstens scheint heute die Sonne, da sieht die kleine Katzenwelt gleich wieder anders aus.

Felis hat gesagt…

Liebe Creezy,
das Humanmedikament heißt einfach wie sein Wirkstoff: Thiamazol. Und warum sollte dein Doc das nicht verschreiben, wenn du ihm die Lager erklärst? Er kann dir ja eh nur ein Privatrezept geben, die Kasse wird nicht belastet. Ich habe leider keines mehr - ich habe die Restbestände nach dem Tod von The One meiner Tierärztin gebracht.
Daß die Kleine jetzt eine Schlaftablette ist, ist erstmal normal. Die Dosis muß sich erst einpegeln, Körper und Mittel sich aufeinander einstellen. Mindestens vier Wochen solltest du das beobachten, ist sie dann immer noch so'n Barbiturat auf Pfoten, braucht sie vermutlich weniger, und ein Vet würde die Dosis anpassen. Die Katzentiere muß man individuell einstellen wie Menschen.
Alles Gute!

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