2008-08-12

Super Stillbeschäftigung für x, y und z

gleichermaßen: Gefrierschrank abtauen. Katzen können dann mit den Eisbrocken Curling in der Küche durch Abtauwasserpfützen spielen. Jetzt, seit er wieder frisch gepudert vor sich hin brummt, liegen sie glücklich und geschafft flach in den Ecken rum. Das Tiefkühltruhenmonster ist besiegt! Und ziemlich leer dazu.

Nebenbei die Chorizo entsorgt, die mir meine Mum von ihrem letzten Mallorca-Aufenthalt mitgebracht hatte. Sie wäre wohl doch nicht besser geworden. Keine Wein-Gene. Und man muss es mit den Andenken nicht übertreiben.

Sie fehlt mir dieser Tage, ich habe oft diese bestimmten Geruchs-Fata-Morganen in der Nase. Naja, der 16. September ist bald. 66 wäre sie geworden und das ist verflucht noch mal auch nach zwei Jahren immer noch kein Alter zum sich davon stehlen. Der Kater, ihr Kater, mein Kater, der Katzenmädchen ihr Kater biss mir heute liebesdienstlich in den Arm. Deftig und immer wieder. Das tut weh, ich hab's ausgehalten, soll er mich doch lieben wie er will. Sie ist nun mal komisch. Die Liebe.

Gestern gelesen, dass ein junger Mann urplötzlich gehen mußte. Für immer. Zurück bleiben ein dreijähriger Junge und eine in der 38. Woche hochschwangere Ehefrau, Mutter und Bloggerin. Das sind die Katastrophen, die echten.

Alles andere ist Beiwerk und schnurz. Überhaupt schnurz, Menschen, die anderen Menschen keinen Respekt zollen wollen oder können. Könnten auch mal überlegen, wann was bei ihnen schief gelaufen ist. Oder einfach tief fallen. Irgendwann mal. Schnurz.

Die Fliege sitzt auf dem Ausschalter vom Mac. Soll sie ihn drücken. Für heute.

Gute Nacht!

2 Kommentare:

mariong hat gesagt…

das fremde Leid macht das eigene nicht unbedingt kleiner, man ermahnt sich höchstens mal "stell dich nicht so an, dir gehts ja noch gut."
Hier im Dorf auch: junge Frau gestorben, hinterlässt 4-jährige Zwillinge, erst vor kurzem starb ihre Mutter, also die Familie auch gebeutelt.

Mein Vater ist vor anderthalb Jahren gestorben, und immer wieder überrascht mich sozusagen ein Schuss von hinten ins Knie, das Gefühl, ihn zurückhaben zu wollen, das Gefühl, er guckt einem gerade über die Schulter...

Am schlimmsten ist auch, wenn man z.B. im Keller was räumt und kramt und einen Schrank/Dose/Tüte öffnet und ein altvertrauter Geruch einen fast von den Socken holt. Diese Präsenz bei Abwesenheit sozusagen.

Und dann wundere ich mich, weil es doch schon so lange her ist.

Und diese Gedanken, was war/ist wichtig, was nicht, kommen immer wieder auf. Auch in Bezug auf das was ich tue und wie ich lebe und wie ich in das Leben anderer hineinwirke.

Ganz plötzlich sind wir verschwunden, unsere Spuren auch und alles was wir für "wichtig" hielten. Bei manchen dauert es eben etwas länger, bis sich keiner mehr erinnert.

creezy hat gesagt…

@Mariong
Nein, das stimmt, es macht das eigene Leid nicht leichter. Aber erträglicher und manchmal erinnert es doch daran, es hätte einen gerade im Moment auch schlimmer treffen können. Und Angesichts dessen, wird es wohl doch gelegentlich auch leichter.

Ich verstehe Dich mit Deinen Gefühlen zu Deinem Vater genau. Ich kann Dir da aus eigener Erfahrung sagen, meiner ist ja seit über 20 Jahren schon tot, das ist heute noch so. Wenn einer einen bestimmten Rauch von kalten Zigaretten versprüht oder wenn ich mir manchmal nur die Fotos ansehe … dann kommen die Eindrücke wieder hoch und alle Sinnesorgane helfen. Also knapp 1,5 Jahre sind nichts aber auch gar nichts.

Ich habe aus der Wohung meiner Mum ein paar Kleidunsstücke mitgnommen, als eher Halstücher, die sie noch getragen hatte. Eines hat sich der Kater gleich geschnappt. Ein anderes habe ich in eine Plastiktüte gelegt, in der Hoffnung der Geruch hält sich. Das hat der Kater (ihr Kater) neulich gefunden und ausdauernd beschmust.

Ich denke, es gibt nichts Schöneres für eine/n Verstorbenen als vermisst zu werden, in guter Hinsicht. Das man sich gerne erinnert. Es/Sie uns noch irgendwie begleitet.

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Fröhlich sein, freundlich bleiben und bitte immer gesund wieder kommen!