2026-02-17

Wat ‘ne fiese Möp!

Dieser Infekt, der sich gerade herumschleicht. Täuscht ein bisschen an mit Halsschmerzen und Hüsteln. Tut so, als wäre er drei Tage später vorbei, um dich dann aber so etwas von aus der Bahn zu kippen.

Ich war fünf Tage lang froh überhaupt einmal am Tag das Katzenklo säubern zu können, mir eine Kanne Tee kochen zu können (und trinken zu können) und mir die Zähne zu putzen.

Nebenbei habe ich mich von irgendeinem zu früh geschlüpften Insekt im Schlafzimmer abstechen lassen.

Laut Test kein Covid, keine Grippe. Einfach nur eine Bronchitis aus der Hölle. Ganz ehrlich, diese erste Hälfte vom Februar kann weg.

High Five an eine sehr verständnisvolle, kleine, schrecklich gelangweilte, graue, zuckersüße Katze.

2026-02-12

Pickeldi …

… und Pickelda, Pickel sind für alle da!

Hört dat mit diesen Dingern jemals auf, frage ich mich?

Ich wette, die Dinger wachsen mit noch, wenn ich längst in der Kühlung der Pathologie liege.

2026-02-11

Am Grad …

der Verfilzung der Haare am Morgen, die unmögliche Abwesenheit von Nachtruhe ablesen können.

2026-02-10

Von nix gewusst!

Der Herr Buddenbohm, der, wie ich, gerade malade in den Seilen hängt, stellte gestern fest, dass er im Vorfeld nichts von den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina mitbekommen hatte. (Für die derzeit schwierigen Konstellationen sende ich sehr viele gedrückte Daumen.)

Mir ging es genauso. Zwar wurde ich wenige Wochen zuvor zu einem kleinen Presseevent eingeladen, das den Ort Borca di Cadore zusammen mit den Dörfern Cancia, Villanova und Corte uns vorstellte – wo auch ein Teil der Winterspiele ausgetragen werden bzw. Unterkünfte bereitgestellt werden. Das war sehr nett, aber irgendwie doch auch etwas launig – so ohne Bildmaterial und Kontaktdaten. Naja, NextGenerationEU macht das schon. Aber tatsächlich hörte auch ich an diesem Tag erstmals davon, dass die Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden und dazu in Europa.

Offensichtlich ist der mediale, weltweite und auch deutsche Lärm über so viel Mist mittlerweile so überlaut geworden, dass kaum noch Energie bleibt, die kleinen schönen Dinge zu erfassen. Es ist die doppelte Last dieser Tage, nicht nur, worüber berichtet wird, sondern auch, wie geschrieben wird über die Skandale. Ich erlebe gerade eine große Vermissung des souveränen Journalismus meiner Jugend, der beschrieb, aufklärte und in Kolumnen sauber ein Urteil formulierte. Wir sind abgebogen zu einer Carmen Miosga*, die wirklich mal besser bei den Tagesthemen geblieben wäre. Die Art und Weise, wie sie ständig der als vom deutschen Verfassungsschutz in Gänze als rechtsextrem und somit demokratiefeindlichen begutachtete Partei jeden verdammten Sonntag den Teppich ausrollt, sie widert mich nur noch an.

Ansonsten gab es in der letzten Woche ein nettes Get together mit der einen Hälfte der Journalisten der Israel-Pressereise. Eine davon kam aus der Schweiz zu Besuch nach Berlin und alle anderen Teilnehmer*innen konnten sich unserem Termin kurzfristig anschließen. Die Nachbesprechung der Reise bei natürlich geteiltem Hummus (Hummus & Friends) war wirklich schön, und die Freude, diese reizenden Menschen wiederzutreffen, tut der frustrierten Berliner Winterseele im Glatteis mit BVG-Streik on top sowas von gut!

*Ich bin übrigens so alt, da wurden keine Mitglieder des BDNS, JF oder NS in die öffentlich-rechtlichen Medien geladen, weil es keine Notwendigkeit gab, Rechtsextreme inhaltlich zu stellen. Allen war klar, wofür die standen. Punkt. Und es ist auch klar, wofür die AfD steht. Punkt.

2026-02-06

Ui ui ui!

Man stelle sich jetzt vor, die SPD würde soziales Rückgrat zeigen, der Bundesfinanzminister (SPD) würde Attacke schreien und konsequent gegen Steuerhinterziehung von Überreichen vorgehen, sie würden die CDU – die sich sowieso nicht an den Koalitionsvertrag hält solange es die SPD-Punkte anbelangt – genausowenig in deren Punkten unterstützen und der Finanzminister (immer noch SPD) würde sich weigern, Gelder aus dem Sondervermögen an CDU-nahe Organisationen bzw. Vereine zu überweisen. Und Erbmasse eintreiben. Und damit den Sozialstaat auf die Sprünge helfen. Schulen auf Vordermann bringen. Und die Infrastruktur Deutschlands.

Was dann los wäre! Es ist so bitter: Denn mit den Geldern könnte die SPD in ihren Positionen wie Phoenix aus der Asche steigen! Wenn sie nur …

2026-02-05

Serkan C.

ist tot. Verprügelt von einem Schwarzfahrer. 60 Euro gegen ein Menschenleben. Und der Vater von Serkan C. hatte in der Folge des Todes seines Sohnes einen Herzinfarkt. Wegen 60 Euro.

Serkan C. war alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teenageralter.

In italienischen Eisenbahnen wird seid Covid regelmäßig eine Ansage in den Zügen abgespielt, von einer sehr resoluten Männerstimme vorgetragen – sie klingt sehr anders als als die üblichen freundlich-dynamischen Ansagen – dass jede Beleidigung, Angriff gegen Zug-/Bahnhofsmitarbeiter mit einer Anzeige geahnet werden. In jedem Fall die Polizei dazu gerufen wird.

Diese Verrohung der Menschen findet offensichtlich woanders auch statt, das hilft uns nicht weiter aber es scheint, als hätten wir ein gesellschaftliches Problem.

Mein Tipp, wenn ihr Zeug*in eines solche Vorfalls einmal werdet an Bahnhöfen, geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit: Greift euch den nächsten Feuerlöscher und richtet den Strahl in das Gesicht des Angreifers. Niemand mag Löschschaum/-pulver in seinen Augen haben. Die werden dann ablassen, weil sie ganz andere Probleme haben. Und: Selbst, wenn sie fliehen, sie werden diese Probleme in einem Krankenhaus lösen lassen wollen. Was einen Zugriff ziemlich sicher durch die Behörden möglich macht.

Was Züge anbelangt, hilft es generell sich zu orientieren, wo die untergebracht sind. (Auch für andere Situatioen) Auf Bahnhöfen hängen sie mindestens in der Nähe der Wachhäuser.

Das ist dann Notwehr. Schlimmstenfalls muss man einen Feuerlöscher ersetzen, rettet aber ein Menschenleben.

Und:

2026-02-04

Das Epstein-Grauen

Vorgestern wird mir auf Instagram ein Clip reingespült von einer sehr verzweifelten, jungen Frau, die völlig in Panik und weinend immer wieder ruft: „Sie essen Menschen!” Das Ganze wird inhaltlich im Kontext mit den Epstein-Files kommuniziert und kam über einen Account, der sich vornehmlich für Frauenrechte stark macht.

Ich hatte das direkt weggeklickt, weil es mir als unseriös vorkam und ich die Vermutung hatte, dass dies einer dieser Internetinhalte sind, die gefaket lanciert werden, um Stimmung zu machen, Skandale zu pushen, dabei helfen, dass selbst Menschen, die sehr professionell Fakten analysieren und zurückhaltend argumentieren, ein Stück ins falsche Boot zu holen.

Und ich dachte in dem Zusammenhang auch direkt: Die Frau ist auf einem Drogen-Trip.

Natürlich will man selbst den abscheulichsten Gestalten unserer Gesellschaft keinen Kannibalismus unterstellen. Heute, nachdem ich den Clip ein bisschen auf mich habe wirken lassen und das Gesehene für mich reflektiert habe, muss ich feststellen, ich schäme mich, weil ich zuerst die hervor getragene Ungeheuerlichkeit damit abtun wollte, und der Frau Drogenkonsum vorgeworfen habe.

Wir wissen, dass die missbrauchten Frauen im Epstein-Millieu unter Drogen gesetzt worden sind. Und sehr viele von ihnen werden dieses Drogen genau nicht bewusst selbst eingenommen haben. Shame on me, dass ich das thematisch dieser Frau als ihr eigenes Verhalten unterstellen wollte. Denn gerade ich als Berlinerin weiß natürlich, dass Drogenkonsum sehr oft eine eigene persönliche Entscheidung ist – ganz oft leider eben auch nicht. Und meist trifft der letztere Punkt: junge Mädchen und Frauen.

Und zum Thema „Sie essen Menschen!”, kann man sich sehr sicher vorstellen, dass in solchen Kreisen mindestens sehr schlechte Witze darüber gerissen werden. Was, wenn diese Idee in den erlauchten engen Kreisen hochstillisiert wurde bis zum Machbaren?

Und, wenn Menschen sich so völlig abartig benehmen, wenn Menschen sich aufgrund ihrer Erfolge und Verbindungen sowieso für nicht justiziabel halten? Wenn Menschen sich aufgrund ihrer unfassbaren Reichtümer zudem für gänzlich unangreifbar halten, weil ihnen so viele Menschen (mit vermeintlicher Macht) wie Marionetten zuspielen (müssen), weil sie längst erpressbar geworden sind? Wenn Menschen generell gar keine Grenzen einer Gesellschaft mehr für sich erkennen, weil sie es einfach nicht mehr wollen? Wenn Menschen so unglaublich abgehoben sind mit den allerschlechtesten Eigenschaften menschlicher Daseinsform, die man sich überhaupt vorstellen kann?

Was soll diese Klientel eigentlich davon abhalten, menschliches Fleisch zu essen und dabei keinerlei Schuldgefühle mehr zu spüren?

Was?

Wie sehr ich es hasse, mich mit solchen Möglichkeiten in der Realität beschäftigen zu müssen.