2016-02-24

Gestern …

… eine Einladung zum Brustkrebs-Sceening erhalten. In anderen Worten, ich bin jetzt offiziell alt oder auch nun 50.

Nun ist gegen eine solche Einladung sicherlich nichts zu sagen, wenn es denn zunächst erst einmal eine Einladung wäre und man mir nicht direkt einen Termin auf das Auge drücken würde, der

a) bei einer mir völlig unbekannten Ärztin
b) ratzfatz binnen 14 Tage
c) aus Berliner Sicht am A.d.W.* (Arsch der Welt) stattfinden soll, was hier heißt fast einstündige U-Bahnfahrt, während das Brustkrebsscreening im Urbankrankenhaus für mich ein Weg von zehn Minuten wäre. Zu Fuß.

Ich werde mich sicherlich demnächst mit Absprache meiner – mir bekannten Ärztin – mammographieren lassen. Die Letzte liegt nun zehn Jahre zurück. Sehr sicher werde ich mich nicht auf den möglichen Anraten eines Screenings hin alle zwei Jahre röntgen lassen. Ich vertraue da zuallererst auf eigene Beobachtung und Arztkonsultation. Warum? Ich traue bei einem Screening schlicht der Routine nicht.

So oder so werde ich zickig, wenn man mir Ärzte aufdrücken will – ohne mich über diese zu informieren. Vom Schutz meiner Daten ganz abgesehen. Wo sind wir hier eigentlich?

2016-02-21

Früh am Morgen …

… noch im Halbschlaf beschließen, heute mit der Mum zu telefonieren. Vorfreude umgibt den Halbschlaf und macht alles ganz leicht, hell.

Im Wachwerden begreifen, dieses Telefonat wird es nie mehr geben.

Tagesform gesetzt.

2016-02-18

Kiezpflege …

Ein ganz wichtiger Artikel, den ich bitte zu lesen (und vielleicht zu teilen), den natürlich betrifft das nicht nur Neukölln in Berlin. Man sollte diese Denkanstöße wirklich mitnehmen, sie können die Welt da draußen für alle lebenswerter machen!

2016-02-17

Der (für mich) perfekte Käsekuchen



Käsekuchen. Die Vielfalt von Rezepten für dieses eine Kuchenprodukt ist doch erstaunlich vielfältig. Mit oder ohne Boden, mit Früchten drinnen in Rundform oder oben drauf als Blechkuchen, saftig oder trocken, mächtig oder (angeblich) im Fett reduziert – dabei ist die Rosinenfrage noch gar nicht gestellt, geschweige denn beantwortet.

Meine Kindheitserinnerung an Käsekuchen ist, dass ich ihn nur gerne bei uns zu Hause gegessen habe. Meine Mum hatte irgendwann ein Rezept für Käsekuchen ohne Boden in der Hand. Und das war ein Glücksfall für mich, denn ich konnte den Käsekuchen vom Bäcker meist mit furztrockenen und brecheisenharten Mürbeteigboden nicht ausstehen. Mama konnte Käsekuchen wirklich gut backen und ich freute mich immer, wenn sie das tat obwohl Käsekuchen sicherlich nicht auf den vorderen zehn Plätzen meiner Lieblingskuchen stand. Aber ihr Käsekuchen war immer eine sichere, weil leckere und saftige Nummer.

Ich selbst fing erst an Käsekuchen zu backen, weil mein damaliger Freund den Kuchen zu seinem Lieblingskuchen erklärte. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile habe ich mich sogar mit Käsekuchen mit Boden angefreundet. Mürbeteig ist bekanntermaßen meine große Liebe nicht. Aber … es gab so etwas wie eine Annäherung. Ich hatte ihm wirklich fast abgeschworen, ließ aber eines Sonntags auf Twitter ein sehr frustriertes Mürbeteiggrummeltweet ab, bekam dort viel Zuspruch und virtuelles Schulterklopfen wie „der gelingt immer”-Rezepte und „Du schaffst das!”-Parolen von hilfreichen Foodbloggern zurück getweetet und ließ mich nochmal auf das Abendteuer ein. Womöglich waren auch ein paar Tipps aus YouTube-Clips hilfreich. Und: eine richtig gute Silikonbackmatte mit Kreismaß von der sich der Teig nach dem Ausrollen sehr gut lösen lässt. Letztes Jahr reduziert bei TKmaxx mitgenommen. Ein kleiner Glückskauf, wie sich später herausstellte, der mir die Mürbeteigtüren gänzlich neu öffnete. Heute mache ich Mürbeteig ganz entspannt und sogar sehr gerne.

Übrigens auch seit ich aus seinem Rezept kalte Butter gestrichen habe und durch zimmerwarme Butter ersetzt habe. Ganz anderes Mürbeteiggefühl, meiner kleinen Meinung nach auch ein besserer Geschmack. Dann wandert mein Mürbeteig eben etwas länger in den Kühlschrank. Meist mache ich ihn eh am Abend zuvor schon, insofern ist das gar kein Problem. (Und Unterschiede im mürbe sein, konnte ich nicht wirklich feststellen.)

Ein No Go! ist für mich bei Käsekuchen irgendwas mit „Mager”. Letztendlich backe ich zwei bis drei Mal im Jahr einen Käsekuchen und esse ihn nie alleine, da darf er dann ruhig vollwertig sein! Diese Woche hat mich die charmante Frau @Giraffentiger besucht und wünschte sich einen Käsekuchen zum Kaffee. Den sollte sie haben!



Sowieso von ihr ein sehr schöner Wunsch, denn so konnte ich auch wieder einmal meiner hübschen neuen Haushaltshilfe Grethe Weiser (aka Klarstein Küchenmaschine) ein paar Aufgaben übertragen, die sie zu meiner vollsten Zufriedenheit (die Grethe rührt einen Eischnee: boah ey!!!) ausführte. Hier nun meinfür mich – perfektes Käsekuchenrezept für Euch:


Zutaten

Boden

250g Mehl
75g Zucker
125g warme Butter
1 Ei
1 Prise Salz
1 Esslöffel Grieß


Quarkteig

1 kg Quark (mein Favorit mittlerweile der 40%ige Sahnequark von Aldi)
4 Eier (trennen)
200g Zucker
1 Packung Vanillezucker oder das ganze Mark einer Vanilleschote (ich mache mir Vanillezucker im selbst und nehme einen Esslöffel davon)
1 Packung Vanillepudding
200ml Sahne (geschlagen)
125 g zerlassene Butter

Etwas Butter zum Ausfetten der Springform

Auf Wunsch: Früchte. Und wer mehr Säure im Teig mag, gibt etwas Zitronenschalenabrieb dazu


Zubereitung

Das Mehl sieben und mit allen Zutaten zu einem weichen Teig verkneten in Klarsichtfolie einwickeln und im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen. Dann ausrollen und in die ausgefettete Springform legen. Es ist genug Teig vorhanden, um auch einen Rand zu ziehen. Den aber mag ich persönlich nicht, mache ich deswegen nie.

Den Teig im vorgeheizten Boden bei ca. 150 Grad 10-12 Minuten blind backen. (Heißt: Backpapier auf den Teig legen und mit Erbsen bestschweren.) Nach dem Blindbacken auf den Teigboden etwas Grieß streuen. (Wer den Boden hart haben möchte, spendiert ihm an dieser Stelle mehr Zeit im Ofen.)

Für den Quarkteig den Quark gut abtropfen lassen, am Besten über Nacht. Das nehme ich mir zwar immer vor, schaffe es aber nie – also fülle ich ihn dazu in eine Mullwindel. (Die kaufte ich mir beim Drogeristen einmal im Doppelpack und nutze diese für alle Abtropf- bzw. Siebvorgänge in der Küche). So wandert er in ein Sieb und drücke mehrmals sanft die Flüssigkeit aus dem Mulltuch.

Die Eier werden getrennt. Aus dem Eiklar mit einer Prise Salz Eischnee schlagen. Die Sahne wird steif geschlagen (könnte aber auch flüssig zugegeben werden). Ich muss sie natürlich schlagen, wegen Grethe! Der Quark wird mit dem Zucker, Vanille, (Zitronenabrieb) Eiern und der Butter verrührt, dann gebe ich die Sahne darunter und ganz zum Schluss wird vorsichtig der Eischnee in zwei Teilen untergehoben. Er soll möglichst keine Luft verlieren, denn die macht den Kuchen nachher schön locker!

Nun, wenn gewünscht, ein paar Früchte versenken. Bei diesem Kuchen habe ich meinen tiefgefrorenen Himbeervorrat vom letzten Sommer aufgebraucht. Tiefgefrorene Früchte sind besser, denn sie sinken nicht alle gleich zum Boden.



Ab mit der duftenden Schönheit in den vorgeheizten Backofen und zwar bei nur 150 Grad Celsius für 70-80 Minuten. (Ich habe ihn hier 80 Minuten backen lassen, weil ich etwas Farbe am Käsekuchen mag. Wer ihn heller wünscht, stellt den Ofen früher aus. Er sollte eh zum Auskühlen im Ofen bleiben, also bekommt er noch genügend Restwärme). Ach ja, nun verbleibt einem nur noch eine tragische Tätigkeit auszuführen: Schüssel auslecken!

Protipp: Beim Backen nicht ein einziges Mal die Tür öffnen! Und wenn der Kuchen fertig gebacken ist, die Tür noch solange geschlossen halten bis der Kuchen im Ofen abgekühlt ist. Mindestens eine Stunde! Das ist die allerbeste Maßnahme, um unschöne Risse auf des Kuchen Oberfläche zu vermeiden: den Kuchen bei niedriger Hitze länger backen und nicht stören. Dann bekommt Euer Käsekuchen eine Haut, die ist glatt wie ein Kinderpopo! Und der Mürbeteigboden schließt unten gut ab, ist aber noch angenehm weich in der Konsistenz. Genauso wie ich es mag!

2016-02-16

Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland nimmt – trotz aller zunehmenden Sichherheitsaspekte im Fahrzeug – steigt wieder. Der Fahrlehrer, Jörg Holtmann hat ein Buch geschrieben, dass die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr thematisiert aber auch aufzeigt, wie alle Verkehrsteilnehmer besser – sprich für sich selbst und andere gefahrenloser – am Straßenverkehr teilnehmen könnten. Im Grunde eine Selbstverständlichkeit aber wie Holtmann sagt „Die Autofahrer sind verantwortungslos.” (Würde ich 1:1 auch übersetzen in „sehr viele Radfahrer handeln für andere, vor allem aber sich selbst gegenüber verantwortungslos.”). Link zum Spiegel-Interview mit Jörg Holtmann.

Vor einiger Zeit habe ich von einer Umfrage gelesen, die Verkehrsteilnehmer zu einer möglichen Helmpflicht für Radfahrer befragte. An dem Ergebnis war, für mich, vorrangig interessant, dass die größte Gruppe der Helmpflichtbefürworter interessanterweise gerade die Autofahrer waren. Und das habe ich als solches nicht verstanden, denn dem Autofahrer kann im Prinzip egal sein, ob ein anderer Verkehrsteilnehmer seinen Kopf durch einen Helm schützt, hat er doch sein Fahrzeug so zu lenken, dass für andere keine Gefahren von diesem ausgehen. Es sei denn, er nimmt Unfälle mit Radfahrern per se bereits in kauf, was ich wiederum eher skeptisch betrachte.

Natürlich ist es sinnvoller einen Helm auf dem Rad zu tragen. Aber ist das wirklich der Schutzgedanke der Autofahrer anderen gegenüber, der zu diesem Ergebnis geführt hat oder doch viel mehr der Wunsch nach mehr Freibrief noch weniger Rücksicht nehmen zu müssen auf andere Verkehrsteilnehmer?

2016-02-14

So ein Samstag halt …

Gestern war Samstag, ein sonniger Samstag. Die ersten sonnigen Samstage im Jahr, sind Tage an denen der Berliner gerne mal am Rad dreht. Aber das ist sicherlich kein regional auf Berlin beschränkter Habitus. Der erste sonnige Samstag im Jahr hat etwas Magisches. Er weckt die Stadt, die eh schon nie wirklich ruhig wirkt, zu einem noch mal ganz neuen Leben.

Plötzlich sind alle da und draußen. Schon zu Uhrzeiten, die sonst Stille und Einsamkeit verheißen, bewegt sich die Stadt mit einem Enthusiasmus, dass man das Gefühl haben könnte, man hätte ein Ticket für die Fahrt in eine völlig neue Landschaft gezogen. Alle Menschen sind freundlich und haben ihr Lächeln wieder gefunden. In den Lärm der Großstadt mischen sich die frühlingshaften Laute der Vögel.

Es ist, als würde Berlin plötzlich in eine Schneekugel gezogen und von oben fiele ständig feinster glücklich machender Sonnenstrahlenglitzerstaub auf die Stadt.

Ich kann mich dem Zauber natürlich nicht entziehen und haben getan, was alle Berliner taten. Ich bin raus, einkaufen gegangen und habe die Plätze heimgesucht, die man im Winter gelegentlich länger nicht zwangsläufig heimsucht: Märkte. So bin ich gestern zum Bio-Markt am Südstern gefahren und habe mich mit guten Äpfeln, gelben Beeten, einer frischen Knoblauchknolle, heiß geliebten Papagai-Tulpen und Vorzugsmilch beglückt.

Auf dem Markt steht nämlich seit einiger Zeit ein freundlicher Bauer mit polnischem Einschlag in der Sprache mit dem wärmenden Lächeln und bietet gute Landkultur, vor allem aber unbehandelte Milchprodukte feil. Im Sommer habe ich mich nie getraut bei der Milch zuzuschlagen, da ich keine Kühltasche dabei hatte. Denn aus so einer Milch wird in der Hitze schnell Dickmilch. Aber gestern war der Liter frische Milch meiner und heute beglückt mich ein Sonntagskaffee mit Rahmschicht am Rand der Tasse und Fettsee auf der Oberfläche. (Erstaunlich zu schmecken wie deutlich weniger süß diese Milch ist im Vergleich zu ihren behandelten Kollegen.) Das macht mich gerade ein bisschen glücklich, wenn ich ehrlich bin. Echte ehrliche unschuldige Milch, die es überhaupt nicht nötig hat mit ihrem niedrigen Fettgehalt zu prahlen und jede Tasse Kaffee zur Prinzessin krönt.

Bei Soluna und Öl gab es um kurz vor drei Uhr wirklich nur noch Brote von gestern – alles ratzekahl leer gekauft, wie schon ihr Stand vorne am Markt. Also kein Walchenbrot für mich. Ein kleines Roggenbrot vom Vortag mit ordentlich Kümmel. Tsss … da hat man mal einen Plan, den schon alle anderen Frühaufsteher schon vor mir hatten. Und ich liebe das Verkaufspersonal bei Soluna und Ö, die sind so … Zucker!

Weiter zur Markthalle am Marheinekeplatz, auch Samstags immer ein Platz des sich Treffens und der Lebensfreude. Lange Schlange stehen am Lieblingswurststand. Aber das lohnt sich und es gibt dort immer feinen Bratenaufschnitt, den die Katzen sehr lieben.
Die Markhalle hat nun die obere Etage – früher Ausstellungsfläche – dem Kommerz gestiftet, was an sich sinnvoll ist für eine Markthalle. Dort sind recht neu ein Restaurant und ein veganer Supermarkt eingezogen. Das finde ich an sich sehr gut. Es gibt eine schöne Nuss- und Hülsenfruchttheke zum selber zapfen. Und einen minimal, um ihn nicht lächerlich groß zu nennen, großen Gemüse/-Obststand. Dafür eine vier Mal so große Fläche an veganem Convenience-Food. Der ganze Reichtum der Stärke-Industrie. Und an der Kasse viele Kochbücher von dem Vegankoch, der momentan unglaublich viel rechtspopulistische Sülze labert, dessen Kochbücher ich als Händler mit etwas Rückgrat höflich dem Müll anvertraut hätte aka dem Verlag zurück übersandt hätte – natürlich nicht ohne meinen Kunden schriftlich zu erklären, warum.

Aber … politisches ökologisches Bewusstsein, das ist tatsächlich bei den hippen Veganern vielleicht viel seltener gesät als ich es ihnen zutrauen möchte. Man merkt für viele es es ein Trend, der nicht so sehr hinterfragt wird. Sie laufen mit, ungefähr so, wie sie alle gerade zerrissene Jeans tragen, weil’s eben alle tun. Nun, ich komme aus der Generation, die die zerrissene Jeans erfunden hat also mir ist der Herdentrieb noch sehr bewusst in Erinnerung. Ich meine das also gar nicht böse, es ist menschlich und jede junge Generation hat ein Recht darauf Moden zu folgen. Ach … mir hat sich gestern beim Anblick dieser vielen Kühltheken mit in Plastikfolie verpacktem Essen das Herz ein bisschen schwer getan. So kann doch Veganismus auch nicht die Antwort auf unser ökologisches und gesundheitliches Problem sein, oder?

Ich habe mir dann in der Markthalle noch ein bisschen Vanillemarkpulver, nicht im veganen Supermarkt, gegönnt. Eine Etage tiefer, einfach weil ich in dem Kräuterladen unten gerne einkaufe – obwohl das Verkaufspersonal dort das Verkaufen grundsätzlich nicht erfunden hat. Auf deren Vanillepulver steht übrigens auch Bio und es kostet einen Euro weniger. Wie unhipp.

Aber hey, Sonne und Vogelgesänge – und rahmende Milch! Dabei ist noch gar nicht Frühling.

Kau- oder Schluckschwierigkeiten?

Auch dafür gibt es ein Blog! Claudia Braunstein hat aus dem Übel ihrer Krankheit ihr schönes Blog Geschmeidige Köstlichkeiten erschaffen, mit Rezepten, Tipps und einem Restaurantführer, in/auf dem sich Menschen mit momentanen oder dauerhaften Schluckproblemem viele Anregungen und sicherlich auch etwas Trost in Frustmomenten holen können – oder wie sie es selbst nennt: „Barrierefreie Rezepte für Menschen mit Kau- und/oder Schluckstörungen.”

Die gute Nachricht: die Rezepte sind auch für alle anderen wunderschön anzusehen und genießbar.