Es gibt …
… Kohlrouladen, Baby!
Der den Sommer im Garten verbringende Nachbar ist nun zurück gezogen und räumte diese Woche die Balkonmöbel in den Keller. Er erkläre mir gegenüber den Sommer für beendet. Ich kommentierte das im Stillen mit „Weichei”.
Gestern stand ich mit Nachbarn und Hund draußen und übte mich wieder im Ball werfen, da machte sich nach einiger Weile ein Gespür von leichter Unterkühlung breit. Da leistete ich dem Nachbarn Abbitte, wieder im Stillen, und resignierte. Meine Balkonmöbel überwintern trotzdem draußen, die sind doch nicht aus Zuckerwatte.
So wusch ich gestern die Winterjacke. Jetzt waschen die Rollkragenpullis (my love) und Handschuhe. Als nächstes dürfen sich die winterlichen wollenen Röcke und Schals drehen. Nishia liegt gerade glücklich auf ihrem/meinem XXL-Lieblingsstrickschal.
Überlege außerdem bereits jetzt die Weihnachtspyramiden-Installation durchzuführen. So hat man doch gleich viel länger etwas von der Weihnachtszeit. Denn was Supermärkte können, kann ich auch!
Ach!
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Aus der von mir begründeten Reihe „Matjes kann mehr als Sahne und Zwiebel” heute ein gestern von mir kurzfristig ausprobiertes Rezept, das sehr schnell angefertigt – und angemessen gekühlt – eine charmante Sommerbegleitung sein könnte: eine Salsa vom Matjes. Also Matjes in einer anderen Umgebung als gewohnt, nämlich scharf mit frischem Aroma von Limetten.
Die Menge ist für vier Portionen als Vorspeise.
Zutaten
4 milde größere Matjesfilets
2 rote kleinere Chilischoten
2 Limetten, da auch Zesten verwendet werden vom grünen Bauern
2 kleine rote Zwiebeln
3 Blätter frischer Koriander
Pfeffer
Zubereitung
Die Matjesfilets werden in sehr feine Streifen geschnitten, ca drei Millimeter breit. Sie sollten beim Vermengen nicht zerfallen. Die Chilis in feine Ringe schneiden. Wer es nicht so scharf mag, sortiert die Kerne. Die roten Zwiebeln schälen, in zwei Hälften schneiden und auch diese in sehr dünne Ringe schneiden.
Von einer halben Limette sehr feine Zesten ziehen, beide Limetten danach ausdrücken.
Alle Zutaten zusammen mit den gezupften Korianderblättern und den Limettenzesten vorsichtig vermengen und pfeffern. Den Saft der Limetten aber erst sehr kurz vor dem Servieren an die Salsa geben, damit der Fisch nicht weiter gart.
Leicht gekühlt im Glas servieren mit frittierten Kartoffelchips oder auf einem kleinen Rösti angerichtet.
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Labels: ran an den herd
„Mein Ende gehört mir!” Der Slogan mit dem zur Zeit die Gesellschaft für Humanes Sterben (Freud ließ mich hier zuerst „Werben” schreiben, ich finde, Ihr solltet das wissen.) auf die aktuelle Debatte in Deutschland aufmerksam macht zum Thema Sterbehilfe. Jedes Bundesland regelt die Beihilfe eines Arztes zur Selbsttötung anders, hier soll es nun zu einer bundeseinheitlichen Regelung kommen. Debatten folgen derzeit auf politischer Ebene und werden im November in einer Anhörung vor dem Bundestag ihren ersten Höhepunkt finden. Mit einer Gesetzesvorlage und -verabschiedung muss man nicht vor Ende 2015 rechnen – wenn dann was entschieden werden wollte.
Prof. Dr. Udo Reiter, der ehemalige Intendant des MDR, der am 9. Oktober diesen Jahres sein Leben freiwillig beendete, war langjähriges aktives Mitglied der DGHS und Fürkämpfer für ein freibestimmtes Sterben in unserer Gesellschaft. Noch eine Woche vor seinem Suizid sprach er in einer im Fernsehen ausgestrahlten Talkshow darüber, dass er sich wünsche, wenn er es dann für sich für richtig halten würde, einen Cocktail einnehmen zu dürfen, um friedlich einschlafen zu können.
Ein unerfüllter Wunsch. Udo Reiter wählte, warum auch immer, die Waffe.
Menschen, die sich eine lange Lebensphase mit ihrer Gesundheit, Krankheit und somit zwangsläufig ihrem Tod auseinander setzen und für sich eine sehr persönliche und ihr Leben grundlegend beeinflussende Entscheidung treffen, wäre künftig mehr als zu wünschen, dass sie sich nicht auf so schreckliche Weise suizidieren müssen, wie sich vor einen Zug zu werfen oder sich mit der Waffe zu richten.
Ich denke dieser Tage vor allem an den Menschen, der Udo Reiter aufgefunden hat. An den Lokführer, der heute mit dem Suizid von Robert Enke für immer ganz anders leben muss, als wir alle das tun müssen. An die Menschen, die in dieser Nacht vor Ort waren und sehen mussten.
Als meine Großmutter sich suizidierte, wählte sie die Herrentoilette ihres Altenheims als Ort. Mit Bedacht, so stand es in ihrem letzten Brief, sie glaubte, dass Männer mit dem Anblick ihrer Leiche wohl besser klar kommen würden. Ich habe mit dem Freitod meiner Oma irgendwann abschließen können und kann ihre Entscheidung immer mehr nachvollziehen. Ich habe aber heute noch ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken daran, wie es dem Menschen im Nachgang ergangen sein muss, der sie so auffinden musste. Der sie noch versuchte zu retten, denn sie lebte noch, wurde auch lebend ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte ließen sie dort gnädig gehen in weiser Voraussicht der entstandenen zerebralen Schäden.
Sicher liegt in der Natur der Umgebung in der sich alles abspielte, dass dieser Mann diese schreckliche Erleben nicht mehr ein ganzes Leben mit sich tragen musste, begleitet wird es ihn wohl aber haben – bis zu seinem Ende.
Ich habe meinen Opa als ich zehn Jahre alt war, sehr schnell und sehr schrecklich an Krebs sterben sehen. Die Oma wählte den Freitod kurze Zeit später, ich war zwölf. Neunzehn war ich als mein Vater binnen eines halben Jahres an den Folgen seines Lungenkrebs starb, schrecklich verstarb. Mit Schmerzen. Mit Atemnot. Ein Tod begleitet durch langsames Ersticken. Und dieses Ersticken begleitet durch fürchterlichen Schmerz. Salopp gesprochen, das kann man sich ruhig klar machen, haben manche Menschen im Sterben die doppelte Ar***-Karte.
Den ersten normalen Tod, weil hier das Alter seinen ganz einfachen Tribut zollte, erlebte ich zehn Jahre später, als meine andere Oma verstarb – weit in ihren Siebzigern. Diese zwangsläufig für mich sehr frühe Auseinandersetzung mit dem Tod unter schmerzvollen Bedingungen, hat mich mein Leben lang angetrieben, mich mit dem Tod auseinander zu setzen. Ich hatte damals nach dem Tod meines Vaters für mich die Entscheidung getroffen, sollte ich irgendwann die Diagnose Krebs erhalten, dass ich ab einem bestimmten Moment der im Krankheitsverlauf ein vorhersehbares Ende meines Lebens diktiert, eine finale Entscheidung für mich treffen wollte. Und das muss man eben auch können. Ich bereitete mich also darauf vor.
Das heißt noch lange nicht, dass ich es tun werde, wenn es soweit ist. Aber ich möchte es tun können. Übrigens hat mich die Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Suizid besonders in dem Erleben der Krankheit, mit der ich mich gerade auseinander setze, davor beschützt, für mich ungünstige Entscheidungen zu treffen. Meine Erfahrung ist, je mehr man sich bewusst mit dem Sterben auseinander setzt, um so näher ist man dem Leben und liebt dieses auch in dunklen Stunden – auf eigene Weise.
Und dennoch möchte ich die Freiheit haben für mich, wenn ich den unbedingten Wunsch habe meine letzte Stunde selber zu bestimmen, diese Stunde es werden zu lassen. Und zwar so, dass ich möglichst wenig Menschen durch die aktive Vorgehensweise mit belasten muss.
Denn gerade der Freitod beeinträchtigt andere Menschen noch ganz anders als die sich in der Trauer befindlichen Freunde und Verwandte. Der Lokführer, der gezwungen wird, einen Menschen zu überrollen. Der Mensch, der den sich erschossenen Menschen auffinden muss – ein ganz schrecklicher Anblick, die meisten richten die Waffe gegen den Kopf – das sind traumatische Erlebnisse für die, die aufinden, die übrig bleiben; für die, die vor Ort ermitteln und aufräumen müssen. Und mit dieser Entscheidung des Anderen dann ein Leben lang leben müssen.
Herr Münterfering, derzeit gerne in jeder Diskussion zugelassene Gegenstimme zur weiterführenden Legalisierung der Sterbehilfe, möge einmal an diese Menschen denken, wenn er von den Kranken verlangt, Verantwortung in ihrem Sterben zu tragen für die Hinterbliebenen und die, die pflegen. Herr Müntefering möge sich einmal mit der medizinischen Seite auseinander setzen, derer, die nach der Pflege eines Verstorbenen im Erleben eines schrecklichen Sterbens und Dahinsiechens traumatisiert sind. Krank werden in der Folge. Arbeitslos. In der Folge oft selbst hochgradig Suizid gefährdet.
Herr Müntefering möge sich bitte auch mit dem künftigen Erleben unserer Generation in der Pflege auseinander setzen, denn wir werden, da zunehmend vom schnöden Mammon diktiert, weder schöner noch angenehmer sterben. Da wirkt es eher zynisch, folgt er in der Debatte (s)einer Argumentation, wir mögen doch bitte auch die Arbeit des Pflegepersonals wertschätzen. Das künftige Pflegepersonal wird uns in Deutschland zunehmend in unserem Sterben nicht verstehen, weil es unsere Sprache kaum bis gar nicht spricht.
Wir sollten nicht so tun als würden diese Menschen, die selbst über ihr Sterben bestimmen möchten, das ohne Überlegung und Verantwortung tun. Diesem besonderen Wunsch gehen lange und viele Gedanken voraus, intensive Gespräche. Ich erlebe es bei einer Freundin mit einem Krebs-Rezidiv, die bei der ersten Diagnose noch von der Lösung Schweiz sprach als für sich unabdingbare Lösung. Die gleiche Freundin heute – in der Rezidivbehandlung, die bis zu ihrem Tod, begleiten wird – für sich entschieden hat, den Weg bis zum Ende zu gehen und sich heute in Richtung Hospiz orientiert und uns darauf vorbereitet.
Die Idee vom Tod unterliegt immer der eigenen Entwicklung. Die Freiheit das eigene Ende selbst bestimmen zu können, heißt doch nicht zwangsläufig, dass es auch alle tun werden. Sie bedeutet lediglich: wir können uns auch für einen anderen Weg entscheiden. Sie bedeutet Frieden. Wir alle sollten wählen dürfen. Und wir sollten uns vor allem eine Gesellschaft erhalten, in der eine solche Entscheidung nicht durch An- oder Abwesenheit von Geldern vorrangig betrieben wird.
Diese Sorge treibt mich in diesem Land viel mehr um zur Zeit!
at 11:57 3 comments
Labels: abschied, creezy und wie sie die welt sah
Habt Ihr diesen Monitor-Beitrag gesehen?
Es geht darin um eine junge Frau, zweifache Mutter, arbeitlos, der seitens des Jobcenters hinsichtlich ihrer beruflichen Qualifikation ein psychologischer Text aufgezwungen wurde. Hintergrund dieses Tests ist, das ist seit einiger Zeit bekannt und wird auch massiv kritisiert, dass die Jobcenter mit diesen Tests eine Aussortierung von arbeitsuchenden Menschen vornehmen. Laut Arbeitsagentur dienen diese Tests dazu festzustellen, ob ein Arbeitsuchender notwendige Kompetenzen aufweist, um an einer beruflichen Weiterbildung teilzunehmen. Es werden dabei nicht etwaige besondere berufliche Kompetenzen getestet, es wird lediglich der geistige Zustand überprüft. Er wird geprüft, ob der künftige Maßnahmenteilnehmer nicht vielleicht zu blöd ist, den Stift zu halten. Die Bewertung wird dem Bezugsempfänger nicht transparent gemacht.
Inoffiziell ist bekannt, dass die Arbeitsagentur diese Tests vorrangig dafür benutzt, um an einer Weiterbildung interessierte Bezugsempfänger, unter dem Vorwand eines Gutachtens dann abzulehnen – um Kosten zu sparen. Diese Begutachtung fällt dann tatsächlich nur manchmal auch nach einer persönlichen psychologischen Begutachtung aus. Der Bezugsempfänger muss Fragen beantworten, die in einer Art Flyer aufbereitet wurden.
Der SWR berichtete hierüber bereits im Juli 2013 im report unter dem Titel „Willkür bei der Arbeitsagentur”.
Bei dem Fall der in dem monitor-Beitrag besprochenen Frau geht die Agentur für Arbeit einen sehr interessanten neuen Weg, der in seiner Dreistigkeit wohl kaum noch getoppt werden kann. Diese Frau musste diesen Test machen, wurde laut ihrer eigenen Aussage gar nicht von einem Psychologen zum Gespräch gebeten. Man beschied ihr aber nach diesem Test laut „Gutachten nach Aktenlage” eine dauerhafte geistige Behinderung.
Das ist ein Skandal, der lt. monitor immer häufiger passiert in dieser Republik!
Noch einmal: diese Frau ist 41 Jahre alt, war immer in der Lage die ihr von der Agentur zugewiesenen 1-Euro-Jobs auszuüben, sie hat zwei Kinder groß gezogen, äußert sich vor der Kamera in klaren strukturierten Sätzen, denen man problemlos folgen kann. Sie schreibt eigenverantwortlich und selbstständig ihre Bewerbungen. Sie ist laut ihrer Aussage weder vom Sozialmedizinischen Dienst begutachtet worden, noch jemals in den 41 Jahre zuvor mit einer psychischen geistigen Behinderung diagnostiziert worden.
Das tut nun aber ihr zuständiges Jobceter. Ohne eine persönliche Begutachtung! Ohne Befugnis, ohne jegliche Kompetenz. Schon gar nicht mit der Beauftragung dieser Bezugsempfängerin, dass man an ihr eine derartige Begutachtung überhaupt durchzuführen habe.
Der eigentliche Hintergrund dieser Diagnose, davon abgesehen, dass man der Dame nunmehr keine Weiterbildung finanzieren muss, ist natürlich ein weiterer aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit legitimer Grund: sie kann jetzt nämlich befinden, dass die Dame aufgrund ihrer Behinderung dem Arbeitsmarkt für drei Stunden am Tag gar nicht mehr zur Verfügung stehen kann und sie somit an die Bundesversicherungsanstalt verweisen mit dem Hinweis, sie möge dort um ihre Verrentung ersuchen. Die BfA jedoch wird die Dame als absolut arbeitsfähig befunden und die Dame wieder zurück an das Jobcenter verweisen. Das kann aber Leistungszahlung verweigern, weil die Dame ja nicht arbeitsfähig ist.
In diesem Prozess stecken in diesem Land sehr viele Menschen. Sie werden von den Jobcentern in Frührente geschickt, weil man Leistungen sparen möchte, weil man die Statistik beschönigen möchte, weil man nicht zugeben möchte, dass der Arbeitsmarkt für einen Großteil der Bürger dieses Landes nicht mehr existiert.
Guckt man sich diesen monitor-Beitrag an, wird man – während vor der Kamera in dem Testflyer geblättert wird – einen interessanten Testteil entdecken, nämlich die Überprüfung der Fähigkeit des räumlichen Sehens. Das ist insofern sehr spannend, weil hier offensichtlich wird, dass gegebenenfalls ein mangelhaftes Sehvermögen, das meines medizinischen Fachwissens nach eine rein körperliche Beeinträchtigung darstellt und keine geistige, womöglich in die Beurteilung der geistigen Kompetenz einbezogen wird.
Das ist schon ein starkes Stück! Ich, zum Beispiel, habe eine Amblyopie, also an einem Auge einen verkümmerten Sehnerv. Mir als Kind das „sehende” Auge zuzukleben, um den faulen Sehnerv zu aktivieren, hatte man versäumt. Sie äußert sich darin, dass ich auf einem Auge extrem kurzsichtig bin, was die andere Seite mit einer extremen Weitsichtigkeit aber wett macht. Eine Katastrophe ist das nichtn. Es wirkt sich lediglich negativ auf mein räumliches Sehen aus. Ich sehe etwas später als andere, wenn von rechts hinten etwas in mein Blickfeld rutscht. Ich spiele nicht gerne Computerspiele, die mit tieferen Ebenen daher kommen, denn das zu erfassen, sich im Bildwechsel schnell zurecht zu finden, ist für mich unangenehm anstrengend. Gestört hat es mich nie, ich kenne es nicht anders. Das Tragen einer Brille hilft nicht, denn der verkümmerte Sehnerv meldet nun mal keine scharfen Bilder an das Gehirn.
Jetzt stelle ich mir vor, ich mache diesen bekloppten Test von der Agentur und erziele womöglich beim Punkt „räumliches Sehen” keine Punkte. Vielleicht versage ich noch bei zweikommafünf Rechenaufgaben – und dann bin ich womöglich prompt geistig behindert – aus Sicht einer Behörde, die überhaupt keine Befugnis hat, solche Urteile über die ihr anvertrauten Schutzbefohlenen zu fällen? Und die sich bei einer solchen möglichen Diagnose dann auch noch als zu bescheuert heraus kristallisiert, die betreffende Person vorab einer fachkompetenten Person vorzustellen?
Seht Euch diesen Beitrag an. Nehmt diesen unglaublich inkomptenten Pressesprecher des Jobscenters zur Kenntnis.
Ihr könnt übrigens etwas tun: Ihr könnt Euren Lieblingsabgeordneten schreiben und ihn auffordern bei dieser Behörde den Test und vor allem sein Bewertungsschema zu veröffentlichen, also transparent zu machen. Außerdem könnt Ihr die Aufforderung aussprechen, die Anwendung dieser zweifelhaften psychologischen Tests – vor allem aber eine Begutachtung alleine aufgrund der Aktenlage – ab sofort zu unterbinden.
Oder könnt Ihr sicher sein, ob nicht auch Euch diese Art von Schikane treffen kann?
(Kommentare sind aus Gründen der Erfahrung aus.)
at 20:23
Labels: arm dran, große weite welt
Bei Streikemotionen gibt es als Betroffener zwei Möglichkeiten in der Handhabung:
1. Total sauer sein auf die Streikenden, alles doof finden was sie wollen, schmollen und am liebsten denen auf die Fresse geben und vor allem, ganz wichtig, als nichtorganisierter Arbeitnehmer in die TV-Kameras bellen, man selbst könne ja auch nicht „einfach” streiken, nur weil man mehr Geld wolle.
2. Oder man wendet sich an den Tarifpartner und erklärt ihm, man erwartet nun, dass er sich endlich auf die Forderungen der Streikenden, Arbeitnehmer etwas schneller mehr hin bewegt.
at 09:22 7 comments
Labels: dies und das
Hochzeitsgesellschaft unten im Engelbecken. Fototermin mit Braut und Bräutigam und den üblich wichtigen Personen – vielleicht vor islamischer Buddha-Brunnen-Kulisse. Der Bräutigam schön staatlich, die Braut in einem Kleid mit einem Reifrock, dessen Durchmesser offensichtlich mit der Kugel vom Fernsehturm konkurrieren möchte. Die Gesellschaft schreitet durch den Garten zurück zum Becken. Ein Teil der Gesellschaft. Die Braut stöckelt. Auf Kies mit Brautschuhen zu laufen, das mag am Brautttag eine der besonderen Herausforderungen zu sein.
Der Ehemann schreitet wie ein stolzer Pfau vorneweg, dahinter fünf Männer, sein Gefolge. Es folgt die Braut, alleine. Hinter ihr wieder eine Handvoll in Anzügen gewandete Herren. Man schickt sich an die seitliche Treppe hochzusteigen. Keiner, schon mal gar nicht der Bräutigam, schickt sich an, der Braut dabei helfend die Hand zu reichen.
Da ist die Frau einmal in ihrem Leben endlich die Prinzessin, von der sie vielleicht immer träumte, sie sein zu wollen. Und dann sind auf einmal alle Prinzen abwesend.
at 17:49 2 comments
Labels: mein kiez