2014-04-26

Heute …

einen großen Schritt getan. Ab mit mir in die Blockade gegen die Nazi-Demo in Kreuzberg. Solche Menschenmassen habe ich seit gefühlt einer Ewigkeit nicht ertragen können, so ist so manche Demonstration, die mir inhaltlich wichtig gewesen wäre, die letzten Jahre ohne mich ihren Weg gegangen. Und ich habe es heute ausgehalten. Wenn mir auch manchmal ulkig war. (Danke an der Stelle an die äußerst charmante Begleitung u. a. von Foxxibär und anderen.) 6.000 Leute gegen eine Handvoll braune Brut. Und sie sind keinen Schritt in diesen Bezirk gekommen.

Nishias Blutergebnisse haben also ergeben, dass sie eine an sich topfitte Katze ist mit einem rundum gesunden Stoffwechsel, tollen Nierenwerten, perfekte Pankreaswerten – aber einer Leukämie. Und auch wenn der eigentlich Leukose-Test dann doch negativ war, was er tückischerweise eben oft ist bei dieser Krankheit, sprechen alle anderen relevanten Werte für diese Krankheit. Sie erhält nun täglich eine Cortison-Tablette, die ja mal so richtig unterirdisch kacke (*pardon my french*) schmecken muss und uns beim ins Mäulchen spritzen mir mehr Kratzer als ihr Freude bringt. Der Tastbefund des Darmes unter der Narkose lies das den Arzt schon vermuten. Dafür hat sie Zähnchen wie eine dreijährige Katze. Sie hat mir in der Narkose und später so leid getan, wie sie da in meinem Arm später ganz tief vertrauend geschlafen hatte …

Wenn wir sie aus der Phase jetzt geleitet bekommen und beim Cortison bleiben, das eventuell später auch noch reduzieren können, hat sie gute Chancen – bei ordentlicher das Immunsystem gestärkter Lebensweise – eine richtig alte Katze zu werden. Sie wird elf. Die schlussendlichen Konsequenzen für die anderen Katzen, wann sie sich das eingefangen hat … naja, ich muss das erst alles setzen lassen. Die Woche war nicht schön.

Dafür vorhin beim befreundeten türkischen Supermarkt um die Ecke: „300 g Hühnerleber bitte!” „Ist für Katze ne?” „Ja.” (War ein bisschen gelogen, war hauptsächlich für meinen Salat. Die Katzen selbst sind zur Zeit noch auf Diät wegen der Infektion.) *Der Verkäufer wiegt Leber ab und haut hinterher eine Schaufel Hühnerherzen in die Tüte* „Ich liebe Katzen!” Da ist mir doch glatt das Herz übergeblubbert. Mein Kreuzberg, so isses eben.

Die Herzen gingen dann an die Nachbarskatze. Ist ja auch eine Katze.

Genau gegenüber von diesem Supermarkt stehen am Kotti die Menschen, denen es nicht so gut geht und die ihre täglichen Drogen brauchen. Da bin ich neulich mit dem Rad durch gefahren und höre den einen Junkie zum anderen sagen, als sie sich in die Arme fallen: „Ey, Du lebst noch? Det hätte icke ja nich' jedacht!” Ich bin fast vom Rad gefallen vor Lachen, so tragisch sich das aus unserer Sicht anhört, die beiden waren so mit sich im Reinen und hatten ihren Spaß. Ich habe mein Leben noch nie darüber nachgedacht, ob Junkies ein besonderer Humor auszeichnet. Next Level.

Jottchen, wie ich dieses Kottbusser Tor liebe mit seiner Übermacht an gebrochenen aber sehr echten eigenen Menschen. Der ist genau richtig so!

Aus gegebenem Anlass, weil wir uns gerade in geographischen Gefilden befinden: das neue „The Bird”, der Westableger vom ostzonalen „The Bird” liegt nicht (!) im Graefekiez, wie neulich ein Foursquare Eintrag behauptet hatte. Es liegt in der Kottbusser Straße genau auf der gegenüber liegenden, der Neuköllner Seite, und wenn Ihr jetzt als ggf. Touristen einem Neuköllner erzählt, das dort wäre noch das Graefekiez … *macht eine typische pantomimische Handbewegung, die den Kehlen-Durchschnitt symbolisiert*. Kurz: kommt nicht gut!

2014-04-23

Gerade vom Tierarzt …

… gekommen, Blutabgabe von Nishi unter Narkose. Heute ist zum ersten Mal im Rahmen der Vermutungen unter Berücksichtigung der Auffälligkeiten die mögliche Diagnose „Leukose” gefallen. ,-(

Die ersten Blutergebnisse kommen hoffentlich heute Abend. Wir brauchen viele gedrückte Daumen.

2014-04-21

Feuer holdrio!

Gestern Abend stelle ich den Herd und Ofen an, weil ich den Spargel kochen möchte und das Fleisch in den Ofen schieben möchte, will aus der Küche gehen, als mich merkwürdige Geräusche mich nochmals umdrehen lassen. Der Herd blitzt vor sich hin, die Ecke der eingeschalteten Induktionsplatte qualmt und einen kurzen Moment später realisiere ich, dass es schon unter dem Herd am Anschluss zur Dose brennt.

Bingo! Die Sicherung ist nicht raus geflogen. Herd ausgemacht, Feuer ausgeschlagen, Nishia davon überzeugt, dass die Ecke kein guter Aufenthaltsort zum Stillen der Neugierde ist, Sicherung ausgeschaltet.

Schreck verarbeitet. Da war ich nämlich etwas sehr aufgelöst bis Nerven blank. Strom gegenüber habe ich null Selbstbewusstsein und solche Attitüden eines Gerätes kann mein Vertrauen auf Lebenszeit zerstören.

Das war nicht lustig, gar nicht lustig. Zumal mein Plan war, die Sachen aufzustellen und „kurz” zu Nachbars Katze hinüber zu gehen, ihr Futter hinzustellen. Kurz wäre dann fatal gewesen in diesem einen besonderen Fall. Oder auch nur, wenn ich im anderen Zimmer gesessen hätte am Rechner zum Beispiel. Die Küche liegt so um die Ecke, das bekommt man gar nicht so schnell mit!

Das ist doch verdammt noch mal der hochgradige Albtraum!

Nishia geht es nicht toll. Sie wirkt wie auf Drogen, ist uninteressiert, schläft viel, gerne im Schrank, meckert, wenn man sie anfasst. Ich hoffe sehr, es sind nur die Medikamente, die sie so sein lassen. Das Projekt Darmflora-Aufbau-Tabletten infiltrieren stoppe ich hiermit.

Kein sorgenfreies Ostern irgendwie.

2014-04-20

Fröhliche Ostern!









Wir sind dieses Jahr wirklich sehr dankbar über die Wetterlage in diesem Frühling und an diesem Aprilwochenende. Habt eine schöne Zeit, feiert schön und genießt vor allem die Kinderfreuden in diesen Tagen!

2014-04-19

Unser Deal …

… dass ich im Gegenzug zu einmal Medikamente aufgelöst ins Mäulchen spritzen mit Nishia direkt eine Runde „fang das Band!” spiele, funktioniert unerwarteterweise famos.

Es steht drei Milliliter Spritzinhalt in 60 Sekunden zu sechs Stunden Band spielen.

Irgendeine von uns führt, ich habe das dumme Gefühl, ich bin's nicht.

2014-04-18

Sagt gestern …

… die Propagandistin im Schnäppchen-Kaufhaus durch ihr Mikrofon: „Ich sage immer, Schnäppchen muss man schnappen solange es die Schnäppchen gibt!”

Propagandistin ist doch auch ein Job aus der Hölle. Den ganzen Tag Schmalsinn labern, der beim anderen nichts als Schaden auslöst. Also jedenfalls keine akuten Kaufgelüste fördert.

Im Hamy am Hermannplatz gesessen und mir das Tagescurry gegönnt. Draußen auf der Bank in der Sonne sitzend, setzt sich eine Dreierformation an den Tisch. Das junge Volk, dem Style nach eher alternativ als hipstig, entscheidet sich 20 Minuten lang für ein Gericht von den acht Gerichten, die die Speisekarte nur vorschlägt. Natürlich bestellen sie alles mit Tofu oder „vegetarisch”. Dann unterhalten sie sich ausgiebig über ihre Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten. Sie scheinen über der und des anderen Unverträglichkeit herzlich erschrocken und tief besorgt, dann legen sie selbst noch einen drauf. So geht es die Reihe rum. Ich fühle mich in der Battle ihrer Kreuzallergien gefangen und ausreichend beschmutzt. Als das Essen kommt, erklärt eine von ihnen wie hipsteruncool es sei, das Thai-Food als Deutsche in Deutschland mit Stäbchen zu essen. Sie philosophieren in der Folge emotional bewegt über Stäbchen-Essen. Oder nicht Stäbchen-Essen. Auf meiner Stirn läuft auf einem unsichtbaren Laufband die Frage, warum sie sich eigentlich im Gottes Namen das Essen so ausufernd madig machen müssen? Sie sehen die Frage natürlich nicht. Ich erfreue mich an meinem Curry, verzichte aber auf einen vietnamesischen Kaffee, denn ich mag denen nicht mehr in ihrem Leid beisitzen müssen.

Als sie mit dem Essen fertig sind, steckt sich einer von ihnen eine Zigarette an und schmeißt das Zellophan der frisch geöffneten Schachtel auf die Straße.

Jaja, kein Fleisch essen, wegen Tierschutz und so aber sich 'nen Scheiß drum kümmern, ob die nächste Taube oder Krähe am Zellophan erstickt. Alles klar!

2014-04-17

Nishia …

vorhin erstmals das Antibiotika mit der Spritze in den Mund gespritzt. Weil sie es nicht mehr in Stücken in sechs verschiedenen Sorten Catsticks unterschiedlicher Hersteller möchte, nicht mehr zerstäubt über/im Futter, nicht mehr in der Leberwurst, nicht mehr in der Malzpaste, nicht mehr …

Danach eine halbe Stunde lang ganz wild mit ihr und dem Band gespielt, damit sie es ganz schnell wieder vergisst.

Ich bin jetzt traumatisiert.

Langsam bin ich immer weniger entspannt. Nach dem letzte Woche alle drei Katzen mit Durchfall zu kämpfen hatten und die beiden anderen brav ihre Medizin in einem Catstick verdrücken und wieder genesen scheinen, wird und wird es bei Nishia, die nun schon länger damit kämpft als die beiden anderen, nicht besser. Trotz Stuhluntersuchung und Behandlung des Befundes, trotz Medikamente, trotz Futtermitteldiät in alle Richtungen. Leider, spricht der Tierarzt, geht momentan bei Katze und Hund Dünnpfiff extrem um und bei einigen Tieren ist es sehr sehr schwierig dem beizukommen.

Somit muss ich aber, um andere Diagnosen auszuschließen, nächste Woche in die richtig teure Richtung der Behandlungen wie Blut untersuchen lassen (was bei Nishi heißt sedieren lassen), Ultraschall und so weiter. Das alles drückt gerade mächtig auf's Haupt, die Sorge um den kleinen Fellwuschel allem voran.

Nervenfasern …

Und bitte: in den Kommentaren keine Katastrophen-Fern-Diagnosen und keine Angriffe gegen den Tierarzt, wenn es geht. Das würde weder Katze noch mir beim akuten Problem weiterhelfen, im Gegenteil. Vielen Dank!