2009-09-22

Heute …

war ich bei einem Messerschleifprofi, der mich nach langem intensiven Gespräch über Messer, Metallfraß etc. für meine Schleifkünste lobte und mir bestätigte auf dieser Ebene hätte ich nichts falsch gemacht mit meinen Messern! Und das nach gut 20 Jahren Besitz, ich war also noch sehr jung als ich sie geschenkt bekam und hatte von nix eine Ahnung.

Ich würde nun sehr gerne vor Stolz platzen.

Aber wer erbt dann die Katzen und wer schreibt das Blog weiter?

2009-09-21

Der hier …

ist Prokastinierer und seit kurzem Neuberliner, macht gerade die Urlaubsvertretung von Niggemeiers Blog, hat solcher Art Dreck im Ärmel und schreibt nicht nur bonfortinös über Oma und Opa, von denen man auch nicht weiß, ob sie ihrem Enkel nur Gutes wollen. Herm's Farm. Mit Apostroph. Im Browser dann ohne.

Pentax K7 und Kundenliebe

Als ich die Pentax K7 im Frühsommer diesen Jahres testen durfte, konnte ich nur einen einzigen echten Kritikpunkt an dieser sonst, meiner Meinung nach, absolut gelungenen durchdachten Kamera feststellen. Man hatte uns über den Vierwegregler die Möglichkeit genommen, direkt den Spot zum Scharfstellen im Sucher verstellen zu können. Das wurde in den zahlreichen Foren diskutiert, zunehmend auch leidenschaftlich heiß, weil in deutschen Foren es ja nur ein schwarz oder weiß zu diskutieren gibt. Und wer auf diese Funktion Wert legte, galt halt ein bisschen blöd, denn schließlich gäbe es althergebrachte Methoden, die zum gleichen Ergebnis brächten. Das stimmt, es gibt sie, ich beherrsche sie auch. Dennoch konnte ich nicht verstehen, warum man eine in der Praxis sehr willkommene Weiterentwicklung einer solchen Methodik zugunsten der Möglichkeit bunte Filter direkt auswählen in einer dem professionelleren Fotografenbereich zugeordneten Kamera nach hinten stellt. Ich hätte nix gesagt, hätte es sich bei der K7 um eine abgespeckte Einsteigerkamera gehandelt. Es wurde also diskutiert, ob ein „ok“ mehr uns im direkten Fotografierprozess zumutbar sei oder nicht. Ich fand nicht. Und mich hatte das auch richtig geärgert. Ich wollte fotografieren, nicht spielen. Vorgestellt wurde die K7 am 20. Mai 2009, ausgeliefert wurde sie ab Ende Juni. Das erste Firmware-Update, das genau diese Funktion denen, die direkt über den Vierwegregler den Fokuspunkt ändern wollen ermöglicht, kam Ende Juli. Das finde ich schnell reagiert und dafür ein „thumps up, Pentax!“ Insofern meine Empfehlung für die Pentax K7 endgültig und ohne Widerrede: kaufen!

„Ich soll hier den Doofmann spielen.“

Endlich sagt uns ein Politiker (Peer Steinbrück) genau das zur finanziellen Situation Deutschlands, was wir Bürger längst alleine wissen, sich nur kein Politiker vor der Wahl zu sagen wagt.

Noch ein …

Monsterkissenfan.



Schwarzweißer Kater verweigert sich weiterhin. Aber das gäbe auch definitiv Platzprobleme …

2009-09-20

Cooking Video Contest

Im Schatten der allgemeinen Kochwahns, der nun Hollywood erreicht hat, haben die Macher von The Criterion Collection zu einem … äh … bemerkenswerten Koch-Video-Contest aufgerufen: Der Jeanne Dielman – Criterion Collection Cooking Video Contest.

Jeanne Dielman, 23, Quai du Commerce, 1080 Bruxelles“ ein Film der Regisseurin Chantal Akerman, setzte sich auf bemerkenswerte Weise zwischen den Zeilen mit Feminismus auseinander. Man beachte dabei: der Film wurde 1975 gedreht. 1975 war ich zehn Jahre alt, meine Mutter seit knapp vier Jahren von meinem Vater geschieden und ich könnte Geschichten noch und nöcher erzählen von damaligen (verheirateten) Arbeitgebern meiner Mutter, die es nur als allzu selbstverständlich befanden, dass eine geschiedene alleinerziehende Frau von zwei Kindern gefälligst die Beine breit zu machen habe, würde sie ihren Job behalten wollen. Meine Mum wechselte damals ihre Arbeitsstellen oft.

Jeanne Dielman ist eine belgische Hausfrau in ihrer Tagesroutine. Licht anschalten, Kartoffeln aufsetzen, den Abwasch erledigen, Licht ausschalten. Wenn's klingelt, empfängt sie ihren einen täglichen Freier und vergisst beim Raumwechsel nie das Licht, hat sie auch diese tägliche Hausfrauenpflicht erledigt, wird gebadet, dann kehrt sie zurück zum ihrem Küchenjob. Beim Kochen wird die Hauptdarstellerin immer nur aus der einen Perspektive beobachtet, sie bereitet routiniert ihre bürgerliche Küche und spricht dabei kein Wort. Dialoge sind in dem Film eine Rarität, dabei hatte Akerman diesem Film drei Stunden und 15 Minuten Zeit gegeben. Sehr gut verdeutlicht in dieser Szene. (Jemand hat auf youtube den Film in 19 Teilen hochgeladen.)

In einer Film-Szene bearbeitet Jeanne Dielman einen Teller Hackfleisch zu Tode.



Dementsprechend sind die Köche in ihren bürgerlichen Küchen in aller Welt nun aufgerufen, ihren eigenen Jeanne-Dielman-Film zu drehen in dem sie entweder Hackfleisch, Schnitzel oder Kartoffeln zubereiten und bei youtube hochzuladen. Einsendeschluss ist der 28. September 2009. Neun Filme gibt es bis jetzt, die allesamt still und schräg sind.

Ich mag dieses Projekt.

Frau Merkel …



hätte gerne noch mehr Kameras auf Bahnhöfen installiert. Weil die tödliche Übergriffe auf Fahrgäste so gut verhindern können, wie wir letzte Woche einmal mehr gelernt haben. Da Frau Merkel aber nie mit Bus und Bahn fährt, kann sie natürlich nicht begriffen haben, dass auf Bahnhöfen, die noch mit echtem Abfertigungspersonal bemannt oder befraut waren in der Vergangenheit seltener Menschen durch Todschlägereien umkamen. Kameras schlagen nicht zurück, Kameras holen keine Hilfe. Kameras können nicht einmal den Krankenwagen rufen. Und weil sie das eh nicht können, muss man Notfall-Rufanlagen auf Bahnhöfen nicht mehr funktionsbereit vorhalten, das scheint logisch.

In einem Land zu einer Zeit in der aber ein Teil der Menschen sich für keinen Blödsinn zu schade ist, um endlich auch einmal ins Fernsehen zu kommen und so zu fünf Minuten Ruhm und Ehre zu gelangen, ist ein ordentlicher menschenschädigender Auftritt auf einem Bahnhof die allerbeste Garantie, um nicht etwa bei RTL zu versauern, sondern gleich bei ARD & ZDF in die Hauptmeldungen zu kommen. Wenn schon, dann alleroberste Nachrichtenliga. Das ist die neue Rechtordnung: früher wurde keiner auf Bahnhöfen tot geprügelt und weil genug Leute da waren, die eingegriffen haben oder Hilfe holen konnten, wurden etwaige Angreifer direkt fest genommen. Heute wird eben tot geprügelt und man hält es für den besonderen Verdienst an der Sache, wenn man die Täter später aufgrund der Kamerabilder identifizieren kann und irgendwann festnehmen kann. Nachdem der Film als Paradebeispiel für Nachahmer in allen Nachrichtensendungen der Billigsender mehrmals täglich ausgestrahlt wurde.

Verkauft wird uns das übrigens als Sicherheit.

Ach ja, Videokameras auf Bahnhöfen halten auch Selbstmörder ganz oft vom Suizid-Versuch ab. Die anderen stürzen sich halt auf freier Strecke von der Brücke. Haben üblicherweise ja auch nichts mehr von ihrem Konterfei in der Presse.