2009-03-03

Von Sehnsüchten und so.

2009-03-02

Ich glaube …

hier kann jemand (Jens Weinreich) unsere Unterstützung gebrauchen. Kleinvieh macht auch Dreck.

Für einen Hotelriesen natürlich nur Peanuts,

für eine kleine Designerin womöglich die Existenz. Die in Berlin ansässige Designerin Mari Otberg kreiert Kleider, hauptsächlich Hochzeitskleider. Ihren eigenen Namen hat sie in dem Namen für ihre Label mit dem passenden Wortspiel zum Heiraten: «JustMariOt» (mit einem «t») also zu deutsch «nur Mari Ot» und führt unter diesem Namen ihren eigenen kleinen Laden. Kommt eine große Hotelkette daher, die sich Mariott (mit zwei «t») nennt und findet, der Name der Designerin würde doch zu sehr dem eigenen Firmennamen ähneln, entwickelt ein Angstsyndrom und zwingt die Frau juristisch ihren Labelnamen zu liquidieren. Ohne ihren Namen nutzen zu dürfen, sieht die Designerin allerdings keinen Sinn mehr in dieser Form von Existenz und gibt konsequent den Laden auf.

Müssen wir uns künftig umtaufen lassen, wenn wir zufällig Mercedes heißen und einen Mann heiraten, der zufällig Benz heißt, wenn unser berufliches Glück in Führung einer Imbissbude liegt und wir diese nach uns selbst benennen wollen?

Ich habe gerade via Kontakseite des Mariott-Konzerns kurz und knapp dem Konzern erzählt, was ich von seinem Handeln halte und warum ich garantiert nicht in diesem Leben in einem der Hotels dieses Konzerns nächtigen möchte und werde.

Kicher …

Geht doch mal wieder zur Volkshochschule:

Männer  Frauen

Wir sind die Sintflut …



Ab Minute vier läuft er sich richtig warm.

via Tilla

2009-03-01

Nun mehr …

befinde ich mich hinsichtlich meiner neuen beruflichen Aufgabe (der einen von den dreien oder nein, es sind doch eher vier) auf einem neuen Level des Lernens. In den ersten drei Monaten lernte ich viele Gesichter, Namen, Abkürzungen (im Geiste auszuschreiben), Zuordnungen (offensichtliche und versteckte) kennen, erlernte wieder das Reisen, das sehr frühe Aufstehen, lernte den Sekt von Lufthansa, die Laugenstange und den Playboy als Morgenlektüre von AirBerlin kennen. Lernte über merkwürdige Umgänge miteinander, hintereinander, voreinander, dass gestärkte Hemden ein trügerisches Anzeichen von Vorhandensein von Stil sein können aber nicht sein müssen, wie käuflich Menschen doch sind, wie armselig Menschen doch sind, wie – und das nehme ich am liebsten und am meisten mit – großartig Menschen doch sind. Ich lernte wie schlecht das Essen im Gesundheitswesen sein kann: werdet mir bitte bloß nie Politiker und seid dabei Vegetarier, denn das passt gar nicht! Ich las mich durch Akten, Fakten, Schreiben, Berichte, wunderte mich über Sprachen, denen ich doch aufgrund meiner geburtlichen Disposition eigentlich mächtig sein sollte, verstand vieles nicht. Und wenn ich verstand, erschreckte es mich recht ordentlich. Zum Glück werde ich wissend und wohlbehüted begleitet. Kurzum: ich habe meinen Spaß und sehe eine Entwicklung hinsichtlich des Verstehens zum Positiven hin. Allmählich.

Also folge ich nun der nächsten Stufe des Lernlevels: man schult mich. Sehr freundlich und intensiv sowie wohl umsorgt. Dabei lerne ich über mich, dass ich ja doch an der Schule ein bisschen was vom Dreisatz mitgenommen habe und man sich vor dem Wurzelziehen nicht übertrieben sorgen muss, solange man einen Taschenrechner besitzt. Ihr werdet es nicht glauben, ich hatte doch tatsächlich in der vergangenen Woche mathematische Erfolgserlebnisse. (Ich lernte übrigens auch, wie sehr unglaublich unterschiedlich einzelne Taschenrechner funktionen. Obwohl sie alle das Gleiche machen sollen.) Ich lerne, dass Menschen, mit 6+3 (oh, diese Aufgabe spendierte passend zum Thema eben der auf der Tastatur stehende Lino, dann soll sie bleiben) … mit abgeschlossenem Studium und Dissertationen im Hintergrund genau so ungerne rechnen wie ich, obwohl sie es in ihrem Job viel öfter können müssten als ich. (Was ein wenig Panikgefühl auslösen könnte, würde man länger und intensiver darüber nachdenken. Aber solange sie wenigstens unterm Strich ausgerechnet bekommen, was sie verdienen oder nicht – immer zuwenig –, ist's ja gut.)

Ich lernte in dieser Woche Studien und Reviews lesen und auswerten, was Evidenz bedeutet und wo sie einen in der Beurteilung von Statistiken gerne auf das Glatteis führt. Nun werde ich noch mehr Freude an Statistiken haben. Besonders viel Spaß machen dabei übrigens die der besonderen Sorte: von der Pharmazie in Auftrag gegeben. Heissa! Dann empfindet man detektivische Freude beim Lesen zwischen den Fakten und Zeilen. Zum Beispiel, wenn ein alteingesessenes Medikament in der Behandlung einer Diagnose untermedikamentiert wird, damit das als neu einzuführende Allheilmittel entgegen der alten Behandlung als das bessere Medikament dargestellt werden kann. (Was im Klartext bedeutet, dass man eine Menge x von Patienten schlicht bei krankhafter Disposition mal eben für die Zahlen über die Klinge springen lässt.) Kurz und gut: ich habe wirklich meinen Spaß! Nur ob mir die neue Form von Zynismus wirklich gut zu Gesicht steht, die ich gerade entwickle, ich weiß es nicht …

Wieder was gelernt!

Kannte ich noch nicht: Das Godwin-Gesetz Trifft es aber, wie die Faust auf‘s Auge.