2009-02-09

Schwingungen

Ich hatte einen einzigen großartigen Moment in meinem Leben mit RTL. Einen an den ich mich jetzt noch nach Jahren erinnern kann. Dieser Moment war vor Bohlen und daher kann ich den Hype um D. auch nicht verstehen. Mein großartiger RTL-Moment war voll Unterhaltung durchtränkt und wer mich hätte beobachten können dabei, der hätte mich extatisch vor dem Fernseher sitzen sehen, vermutlich mit offenem Mund, der sich später vom Anblick der geglotzten Dämlichkeit in die Grimasse eines breiten Grinsens hochgearbeitet hatte.

In RTL Exklusiv (was hatte ich überhaupt um diese Uhrzeit vor dem Fernseher zu suchen?) besuchte das RTL-Exklusiv-Team eine Esoterik-Messe. Dann buchte das RTL-Exklusiv-Team kurzerhand einen Stand auf der Esoterik-Messe. Danach fuhr das RTL-Exklusiv-Team entschlossen in einen Automarkt und kaufte dort ein. Zurück auf der Messe verkauften sie den Besuchern der Esoterik-Messse eine böse Schwingungen vertreibende Behandlung.

Das RTL-Exklusiv-Team legte die willigen Kunden auf eine Liege, sie bereiteten eine güldene Schockdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten über die Patienten aus, sie schlossen das rote Kabel eines Starterhilfekabels an die Decke an und ließen das schwarze Kabel hinter einem Vorhang in die Leere laufen. Dann nahmen sie Geld von ihnen. Ein RTL-Exklusiv-Team interviewte die erfolgreich „therapierten” Kunden nach ihrer Behandlung und bis auf einen, der ehrlich zugab nichts gespürt zu haben (wahrscheinlich wurde er vom RTL-Exklusiv-Team mit Geld dazu gezwungen), gaben alle anderen ehrlich zu, sehr viel gespürt zu haben und sich gleich viel besser, gesünder und vor allem gereinigter zu fühlen.

Seit ich diesen Beitrag gesehen habe, hege ich die manchmal nicht leicht zu kontrollierende Vision mit entmagnetisiertem Kaffee sehr reich und berühmt zu werden. Alleine die Skrupel, die ich gelegentlich habe, halten mich davon noch ab andere Menschen therapeutisch in ihrer unbedingtes Kaffeeglück zu führen.

Ehrlich, seit ich nur noch entmagnetisierten Kaffee trinke, stehe ich morgens auf und gehe abends zu Bett. Esse ich regelmäßig Obst, hat der Zahnarzt nicht mehr gebohrt, taut der Kühlschrank selbstätig ab, färbt die chemische Haarfärbung meine grauen Haare erfolgreich in Goldblond, erreichen mich Krisenmeldung nur noch auf einem Ohr, ist die Telefonrechnung bezahlt und einen Job habe ich auch gefunden.

Möglicherweise ist es aber auch nur die Panik, die mich davon abhält. Die Panik eines Tages erfolgreich zu sein und in der bitteren Konsequenz dann in Steglitz in einer Villa zu sitzen, mein Lebensglück dem Chi der Villa in die Hände zu legen. Die Sorge eines Tages zu glauben, dass nur Duschwasser bei Vollmond dem Hahn entnommen, wirklich reines und gutes Duschwasser sein kann. Überhaupt glauben …

Malte hat mich heute mit dieser großartigen Geschichte an meinen einzigen großartigen RTL-Fernsehmoment erinnert.

2009-02-08

Soviel zur Regel …

wenn oben Veneers, dann besser auch unten Veneers… weile sonste komische aussehene

Berliner Hahn

Es gibt diese ewig wiederkehrenden Wahrscheinlichkeiten: Zum Beispiel die, wenn ich mich auf einer Fete anschicke Nachschub an Getränken zu besorgen, von anderen Gästen Bier nachgeordert wird und ich grundsätzlich zurück frage „welches?” (weil ich kein Bier trinke und wirklich null Ahnung habe von dem Thema, was ich den Leute auch genau so erkläre damit sie sich darüber im Klaren sind, dass sie mir hier am Besten überhaupt gar keine freie Hand beim Einkauf lassen), sagen die trotzdem „och irgendso‘n Pils”, („irgendso'n” gehört in Berlin unbedingt zusammen geschrieben!), dann komme ich wieder mit meinen Einkäufen auf denen „Berlin” und „Pils” steht – als vor Mauerfall geborene Westberlinerin und mit deren Fall ins Exil geschickte Ex-Insulanerin, muss ich schon aus Liebe zur Heimat so auf Berlin fixiert einkaufen – und anstelle eines „Dankeschön!” ernte ich ultralange Fressen (oder Gesichter – je nachdem auf welcher Seite der Umgangssprachregelung man sein Päuschen einlegen mag.) Party gesprengt. Und ich bin wieder schuld.

Berliner Bier kann man eigentlich überhaupt nicht trinken. Berliner Bier eignet sich allenfalls warm zur Nierenspülung. Berliner Bier muss das schlimmste trinkbare Nass auf Erden sein und Berliner Bier würde man nicht einmal dem Hund vom Nachbarn zum trinken geben, obwohl man den hasst wie die Pest, weil der immer die neuen Alufelgen vom Auto anpinkelt. Vermutlich genau deswegen, denn Alufelgenpinkelei ist an sich gar nicht so schlimm. Aber niemand sieht seine Alufelgen gerne mit Berliner Bier blank gestrahlt. Das ist das, was ich in den mehreren Jahrzehnten auf diesem Planeten als Nichtbiertrinkerin gelernt habe, bevor Berliner Bier auf den Tisch kommt: lieber freiwillig auf nichtaromatisiertes stilles Quellwasser umschwenken.

Wiederkäut man wiederum in einem Gespräch mit unbekannten Biertrinkern diese Tatsache sinngemäß als Nullahnung-Inhaberin aber eben Berlingebürtige, damit man bitteschön wenigstens einmal in geselliger Runde so tun kann, als hätte man von irgendwas überhaupt eine Ahnung, gucken die anwesenden – meist zugereisten – Biertrinker auf das unterentwickelte Bierselbstbewußtsein in mir und versuchen ihm liebevoll den Kopf zu tätscheln, indem sie solche Floskeln von sich geben, wie „oooooooch, soooo schlimm ist Berliner Bier doch gar nicht.” (Bei „oooooooch” weiß ich schon sofort, was als Nächstes kommt und was die anwesende trinkende Meute tatsächlich denkt.)

Frage ich dann begeistert zurück (weil doch die Berliner Bierindustrie so tragisch am Boden liegt und unterstützt gehört), ob ich dann jetzt mal eine Runde ordern soll, werden sie indes sofort grün im Gesicht, erscheinen denkbar unentspannt, winken übertrieben hektisch ab und behaupten plötzlich innerhalb der letzten 20 Sekunden zum Sommelier mutiert zu sein und der könne gar kein Bier mehr trinken, wegen irgendwelcher Geschmacksnerven-Paralelluniversendispute zwischen Hopfen und Traube. Unglaublich, was ich im direkten Anschluss an so eine lächerliche Frage alles zu hören bekomme. Damit könnte man glatt ganze Yps-Heftgenerationen füllen. Manchmal sitzte ich dann auch von null auf hundert plötzlich alleine da, mit ungefähr noch 20 halbvollen Biergläsern mit Sorten aus allen anderen Regionen des Bundesgebietes, nur kein Berliner Bier darunter, und das in einer Berliner Ausgeh-Schatulle. Pah!

Weil die Berliner Bierindustrie aber immer noch so tragisch am Boden liegt, habe ich mir eine Möglichkeit überlegt, wie man ihr wieder auf die Füsse verhelfen kann und bin auf eine grandiose Idee gekommen. Dazu gehört der unbedingte Appetit auf eines der leckersten selbstgemachten Brathähnchen, das Ihr jemals gegessen habt und von Euch mit links unglaublich einfach zubereitet wurde. Vertraut mir, auch wenn Eure Kochfähigkeiten bis dato in der Übernahme einer Currywurst am Imbiss bestanden haben. Ihr benötigt:

1 Brathähnchen
Salz, Pfeffer
1-2 Teelöffel milden Paprika
1 Teelöffel Kräuter der Provence
1 Dose Berliner Kindl (und die größte Schwierigkeit dürfte sein, das überhaupt noch in Dosen zu bekommen. Aber eine Lebensmittelkette mit dem großen „K” und dem kleinen „s” am Ende und hier und da mit Öffnungszeiten bis 24:00 Uhr hilft Euch dabei.)
1 Auflaufform mit etwas Wasser gefüllt.

Das Hähnchen wird gewaschen mit der aus den Gewürzen gemixten Mischung eingerieben. Die Dose Berliner Kindl wird aufgemacht, das Hähnchen mit der unteren Öffnung darauf gesetzt, das Bauwerk kommt in die Auflaufform und die wird in den vorgeheizten Ofen (Vorsicht beim Transport, die Dose steht wacklig!) auf die unterste Schiene gestellt und bei (ich habe nur) Gas Stufe 3 – je nach Größe des Gockels – 45-60 Minuten im Ofen gegrillt.



Am Ende habt ihr ein perfektes Brathähnchen mit superknuspriger Haut – und zwar rundherum an allen und ich meine wirklich allen Seiten – und dem zartesten Hähnchenfleisch überhaupt. Es liegt sehr wohl ein bisschen Berliner Bierduft in der Luft aber das Fleisch schmeckt völlig geschmacksneutral nach Huhn.

Nein, das Gericht funktioniert selbstverständlich NICHT mit anderen Biersorten in der Dose! Nicht mit Cola und auch nicht mit nichtaromatisiertem stillen Quellwasser! Wieso bitteschön fragt Ihr mich das überhaupt so unverschämt dreist und blöd?!

Guten Appetit!

wahre Worte


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Gedanken zum Teeallerlei

bei Herrn r|ob, lest ruhig auch in den Kommentaren …

2009-02-07

Fiesestes

Berliner dissen!

2009-02-06

Deutsche Bahn AG dreht bei!

Seit bekannt wurde, dass netzpolitik.org von der Deutschen Bahn AG abgemahnt wurde, hat sich viel getan. In der Blogszene als auch in den Medien. Markus Beckdahl hatte das Paper des Berliner Datenschutzbeauftragten, dass hierzulande allen großen deutschen Medien anonym zugespielt wurde, online gestellt. In Blogs kann man das ja tun, bei Redaktionen oder auch Online-Redaktion werden solchen Informationen ja leider nur gefiltert wieder gegeben.

Nun denn, gestern war Markus noch mit einem Deutschlandradio Kultur-Interview (Lese- und hörempfehlung!) das dumerweise auf den Seiten der Tagesschau verlinkt worden ist. Heute erklärt die Deutsche Bahn AG, sie werde „keine weiteren juristischen Schritte gegen «diesen Blogger» unternehmen.” Die DB AG habe die Abmahnung als Mittel erachtet, um dieses Memo aus dem Netz zu bekommen. Das aufgrund der Abmahnung von zahlreichen Blogs erst recht verlinkt bzw. von ihnen selbst online gestellt wurde. Da ist wohl etwas gründlich daneben gegangen, wie so einiges bei der Bahn in letzter Zeit.

Was ich mich aber frage, hat denn wirklich keiner von den DB AG-Leuten im November letzten Jahres mitbekommen, was passiert, wenn man sich mit Online-Kompetenzen anlegt, so wie beispielsweise Lutz Heilmann mit Wikimedia? Seither weiß doch jeder halbwegs politisch Interessierte und ein paar politisch Uninteressierte zu allem Überfluss dazu, was Heilmann genau vermeiden wollte mit seiner Wiki-Sperrung, nämlich das er mal bei der Stasi war. Das war doch DER Präzidensfall dafür, was man sich besser kneift oder?

2009-02-05

Vielen Dank an …

alle meine Blogleser, die mich dieser Tage per Mail und SMS auf die Konsequenz der Woche aufmerksam gemacht: creezy muss sparen, sparen, sparen!

Ansonsten muss ich mich in Anbetracht der großartigen Neuigkeiten sammeln, erwarte zitternd die ersten Fotos sowie die ersten technischen Details. Die Réanimation des Käfers fand ich nicht gelungen, die des Minis sehr wohl, insofern hege ich noch Zweifel, ob man mich mit einer neuen Citroën Déesse wirklich so „heureuse” machen kann … es könnte auch ins Auge gehen.

Ansonsten bin ich aber schon stolz, dass soviele Menschen alleine bei der Erwähnung einer solchen Meldung direkt an mich denken! Möchte bitte jemand Citroën als neuen Namen für deren neues Flagschiff vielleicht passenderweise «créezyesse» vorschlagen?!

Merci mes amis! Ihr seht mich ungemein fröhlich gestimmt!

Unwichtige Listen …

gibt es ja eine Menge. Ich hätte da eine wenig relevante «ToDo»-Liste zu bieten, die hat ihre Höhen und Tiefen und ist mir noch etwas unsympatischer, seit ich realisiert habe, dass ich das Wort «Steuer» nunmehr gar nicht mehr von ihr streichen brauche, allenfalls je nach Anfang, Mitte oder Ende Monats dessen Stellenwert verschieben darf. Tatsächlich überweist das Finanzamt recht schnell, wenn ich online die Umsatzsteuermeldung abgebe, ob ich das umgekehrt auch so schnell hinbekomme? Ich vermute, die stecken mich sehr schnell in ihr Erziehungsprogramm.

Zurück zur Liste. Noch eine sehr unrelevante Liste wäre die des Magazins FHM. Weil das Magazin so hipp ist, nennt es die Liste ziemlich englisch «FHM – 100 Unsexiest Women in the World.» Erstaunlicherweise erklärten die wahlbefugten Herren sehr gerne bevorzugt auf fundamentalen Sex getrimmte Weibchen als in ihren Augen eher weniger sexy. Da hat sich die Gülcan wohl ganz umsonst ihre Bälle aufpeppen lassen.

Gar nicht umsonst hingegen hat der erklärte Homophobiker Bushido sich seine femininen Züge vergolden lassen: Die Wählerschaft hat ihn auf die oberen Ränge der unsexiestens Tussi des Jahres gekürt. Platz 13 als «Unsexiest Woman in the World» für die zickige Memme aus Raphausen – kein Kerl will mit ihm schnackseln. Und die wenigsten Weiber wohl auch nicht.

FHM – you made my day!

2009-02-04

Schwund …

dieses Jahr klappen die Türen in einem fort. Herr Exit verließ und in Richtung Köln, dauerhaft. Herr Bellerophon (der Typ bloggt auch nicht mehr sondern twittert nur noch) verlässt uns im März und zieht ein halbes Jahr zu den hübschen blonden Schwedenmännern (er beauptet, er würde dort studieren …), Frau Antsche verlässt mich und Freund Micha und ihre Patenkatzen Tally, Nishi und Lino und geht mal eben lässig für fünf Monate nach Sydney ihr Englisch auffrischen.

Wenigstens ist Frau Generator wieder im Lande nach zwei Monaten San Fransico. Langhaarig und braungebrannt …

Die Deutsche Bahn AG zelebriert ihre peinlichste Woche …

und mahnt das Blog netzpolitik.org ab.

netzpolitik.org – ein Blog, dass exemplarisch für die Themen Politik, Datenschutz in einer – unserer – Demokratie steht – hatte am 31. Januar 2009 ein anonym zur Verfügung gestelltes Memo des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten veröffentlicht und als Download zur Verfügung gestellt. Dieses Dokument ist der Grund, warum die Mitarbeiter-Rasterfahndung der DB AG dieser Tage überhaupt publik wurde. Es ist das Memo aus und von dem gerade alle Medien berichten und spiegelt die Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bahn AG mit der Network Deutschland GmbH wieder.

Meine Bewunderung gilt netzpolitik.org insofern, weil die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet wurde und die Posts nicht aus dem Netz entfernt wurden. Denn eine Abmahnung bekommen, heißt nicht immer im Unrecht sein – was leider zu viele Blogger aus Angst vor finanziellen Konsequenzen aus den Augen verlieren. Markus schreibt hier über den aktuellen Stand der Dinge– und wie Netzpolitik im positiven Sinne funktioniert. Unter Umständen wird diese Abmahnung ein nicht unangenehmer Boomerang für die Deutsche Bahn AG – aber mit Imageschaden kennt die sich ja besser aus als mit den eigenen Fahrplänen.

Edit: Macht Spaß-Post: wirres sein comedy-dienstag bei bahn-tv
Edit 2: wirres wird noch besser!

Herzlich

bis vergangenen Samstag hatte ich überhaupt nie auf dem Plan gehabt, dass „Der Dieter” ein gebürtiger Ostfriese ist.

Das erklärt und entschuldigt vieles.

Ein echtes ehrliches …

Crêpes-Tutorial bei der wundervollen Mme. Différenttielle.

Wortfolter

Volkszahnbürste

2009-02-03

Blitzerpizza



Jetzt weiß ich, warum meine Lieblingspizzeria in Kreuzberg, die für € 1,99 anbietet: sie liegt in einer verkehrsberuhigten Zone.

Ich vertrete die These,

jetzt, da es es endlich für diese komischen Kaffeemaschinen selbst befüllbare (!!!) Kaffepads gibt (wieso eigentlich, weil der Kaffee bisher so eklig schmeckte?), dass alle Angestellten, die in den Firmen tätig sind, die solche Pad-Kaffeemaschinen produzieren, sich niemals freiwillig und selbstfinanziert so ein Teil zu Hause hinstellen würden.

2009-02-01

Textguerilla

Charmantes frisches Vielautorenblog von Leuten, die mit Buchstaben dealen!

Aprops dpa

Vielleicht ist die Antwort aber auch ganz einfach die, dass eine Meldung, die weder von dpa noch von der „Bild”-Zeitung verbreitet wird, für 98 Prozent der deutschen Medien gar nicht existiert.

Das hat gesessen! Bonfortinöses Blogpost von Herrn Niggemeier.

Histörchen

Nee, wat sind die Fotografen und Fotografinnen heute wieder lustig!




Klick auf's Bild, um es ganz zu sehen.

Auch sehr treffsicher: 18 Months.

Bio-Zertifikat vom Stempelmacher anne Ecke

«Ob Bio-Zertifikate zu leichtfertig vergeben werden?», fragt die taz dieser Tage und zitiert in dem Artikel Thomas Dosch, den Chef von Bioland, der sich über den aktuellen Franzsander-Bio-Streit ärgert, aber auch über «die Ungenauigkeit einer dpa-Meldung.»

Ich gucke indes seit Jahren auf diesen unrealistisch expandierenden Bio-Markt und frage mich immer, wie machen die das? Wie schaffen die es von heute auf morgen so zu tun, als könnten sie auf verbrannter Erde den Boden völlig «ökologisch» bestellen, nachdem auf ihm Jahrzehnte lang vorher die chemisch gepimpte Gülle ausgekippt und das durch ihn produzierte Grünzeug pestizitär schützend ummantelt worden war? Immerhin befinden sich Nahrungsmittelernte und Ernährung von Zuchtvieh in einem nicht weg zu diskutierenden Kreislauf und auch ich lernte schon in der Schule, wie lange Boden in der Landwirtschaft brach liegen muss bis er wieder für die anspruchsloseren Getreidesorten aufbereitet werden kann. Wie also kann man plötzlich Bioprodukte ziehen, was Generationen vorher nicht möglich schien und das dann auch noch in den nachgefragten Massen, dass selbst ein jeder Discounter «Bio» zu erstaunlich bezahltbaren Preisen anbieten kann? Und - gerade bei Gemüse und Obst mittlerweile in dieser erstaunlich – zumindest visuellen – hochwertigen Qualität?

Ich für mich persönlich hege ausdrücklich Zweifel und der aktuelle Fall zeigt, dass im Biobereich in der nahen Zukunft die Herde der schwarzen Schafe häufiger geschlossen durch das Ökolandbild maschieren werden. Dabei mache ich diesen schwarzen Schafen ehrlich gesagt weniger einen Vorwurf, als eher uns, die wir doch immer noch viel zu naive uninteressierte und siegelgläubige Verbraucher sind, und an Produktionswege glauben, die in dieser Masse überhaupt nicht finanzierbar sind.