Das ist alles so eklig!
Mich verstört gerade (neben allem anderen, was den Fall Identitätsdiebstahl der Collien Fernandes betrifft), wie hinterfragt wird – und das passiert nie ohne Hintergedanken –, warum Collien Fernandes ihren Ex-Mann ausgerechnet in Spanien angezeigt hätte?
Frau Fernandez hatte, nach eigener Aussage, im Januar 2024 in Deutschland Anzeige gegen unbekannt gestellt, als sie von ihrer gefälschten, sexualisierten Identität im Internet erfahren hatte. Nachdem sie erfahren hatte, wer der mutmaßliche Täter war, zeigte sie diesen in Person Ende 2025 in Spanien an.
Es ist bekannt, dass die gesamte Familie die letzten Jahre des Zusammenlebens auf Mallorca lebte. Es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Herrn Ulmen vorgeworfenen Taten, wie Identitätsdiebstahl u. m., in dieser Zeit auf spanischem Boden geschehen sind. Herr Ulmen lebt dort wohl immer noch.
Insofern ist es mehr als logisch, dass die Anzeige in Spanien gestellt wurde und in der Folge die juristische Aufarbeitung dort auch erfolgen sollte. Was also soll diese Frage?
Aber darum geht es den meisten Hinterfragenden sehr wahrscheinlich nicht. Bekannt ist, dass Spanien in der Gesetzgebung – was auch den Schutz von Frauen generell anbelangt – um ein Vielfaches weiter als Deutschland (es vermutlich jemals sein wird) ist. Spanien ist auch viel weiter, was den Schutz einzelner Personen im Internet anbelangt. Frau Fernandes hatte zugegeben, dass ihr das bei der Anzeige bewusst gewesen war und mit ein Grund für sie gewesen war, auf die spanische Justiz zu vertrauen.
Da darf man ruhig bei einer solchen Frage in den Raum stellen, ob hier nicht wieder die übliche Täter-Opfer-Umkehr geschehen soll. Denn insgeheim wird damit gefragt: Warum wird der arme Mann nicht in Deutschland angezeigt (später mutmaßlich angeklagt), wo ihn womöglich die deutlich weniger harte Strafe treffen würde, weil die deutsche Justiz derartige Straftatbestände mangels ausreichender Gesetzgebung kaum ahnden wird? Insbesondere vor allem nicht existierte zum Zeitpunkt der Tat, was durchaus Einfluss hat auf ein etwaiges Strafmaß bei möglicher Verurteilung.
Ja, Spanien schützt mittlerweile Frauen gegen Täter deutlich besser als Deutschland und ahndet generell Kriminaltaten im Internet in einem anderen Ermittlungstempo und mit einer anderen Strafverfolgung. Dem sollte man mit maximalem Unverständnis als Person in Deutschland begegnen, ihn hinterfragen und maximalen politischen Druck machen.
Einer Person, die von ihrem Recht Gebrauch macht, einen mutmaßlichen Täter dort anzuzeigen, wo er lebt, mutmaßlich Taten dort begangen hat, als Frage impliziert, ihr – dem Opfer – das vorzuwerfen, das ist unglaublich verlogen. Es ist eklig!
Mich macht es so sehr sauer.
Frau Collien Fernandes wünsche ich alle Kraft der Welt, das Geschehen irgendwann einmal verarbeiten zu können. Großes Mitleid habe ich mit dem Kind beider Personen.
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Fröhlich sein, freundlich bleiben und bitte immer gesund wieder kommen!
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