2008-07-04

One Night Stand

Gestern Nacht fuhr ich also nach einem wunderschönen Abend mit Freundin aus H. jetzt zum Glück in B. lebend, mit Zucciniplätzchen-Korianderpaste-u.v.m.-Platte vom Türken, gekühlten Rosé vom Spanier (Profi-Weinhändler, bot an die Flasche zu öffnen UND fragte, ob wir Gläser dabei hätten, sonst hätte es noch Becher auf‘s Haus gegeben), langen Gesprächen über Glück, Freude und Angst vor dem Glück und den Dingen, die sich richtig anfühlen und denen, die nicht, Sonnenuntergang, Fotos mit fremder Pentax gemacht für die Anwesenden linksseitig, damit mal alle drauf sind (dieser Klick der K10D ist schon anders und sehr sexy), Korkenzieherausleihe und damit andere Menschen happy gemacht rechtsseitig, die uns gleich zum Probeschluck einladen wollten aber wir hatten ja selbst (merke Weinkompetenzgespräche führt man in dieser Stadt im Freien und auf dem Berg nicht unweit von Berlins Weinberg), knallrotem Himmel, Wetterleuchten und den Regen ankündigen, endlich etwas Frische in den heißen Stadttag bringenden aufbrausenden Wind auf dem Kreuzberg. Gelernt, wenn die Berlinerin denkt, langsam solle man gehen wegen dem Wetter, das aufzieht und so, die Hamburgerin immer noch stolz und glücklich die Nase in den Wind streckend befindet, noch viel länger auszuhalten, weil «das bisschen» Wind mache noch gar nix. Recht sollte sie behalten. Dennoch fuhr ich also spät nach Hause und während ich immer an zwei Querstraßen hochfahren kann zum Columbiadamm, wähle ich gestern die hintere, bei der ich immer weiter oben ein Stück zurück fahren muss, um zur Friesenstraße zurück zu kommen aber die Freundin sollte später verabschiedet werden und die Heimstraße ist eh schöner zum hochfahren und sie endet vor der Kfz-Zulassung in der Jüteborger Straße und da steht gestern in der Einfahrt doch allen Ernstes eine …

schwarze Citroën Déesse (!) ID 19 (!!) als Cabriolet (!!!)

… mit roten Kennzeichen und ich musste es ganz ehrlich anfassen, das Auto, alles, das Verdeck, die runden Scheinwerfer einer 19, die beiden niedlichen Auspuffröhrchen, den Blinker und ich habe den Geruch von altem Auto eingesogen und auf der linken Seite schloss das Fenster nicht ganz mit dem Verdeck und ich konnte die Nase rein stecken und wer mich dabei beobachtet hat, der muss gedacht haben, die spinnt doch die Olle, aber das war mir egal, weil es mein persönlicher kleiner absoluter Glücksmoment war, denn einem DS19-Cabrio werde ich wohl nie wieder gegenüber stehen (vermutlich war es wieder nur ein Umbau, denn so ein von Haus aus seltenes Cabrio würde wohl keiner Nachts auf der Straße so einfach stehen lassen) und es war einfach nur traumhaft schön, obwohl auf dem Chrom schon die unebenen Pickel vom Rost zu fühlen waren, aber diese kleinen Falten des Alters tun wahrer Schönheit keinen Abbruch. Und dann fuhr ich irgendwann weiter nach Hause, nachdem ich mir ihr Bild auf die Festplatte unlöschbar gebrannt habe und hörte von Johnny Cash «One» auf dem MP3-Player, später mir fiel auf, dass der Rosinenbomber nicht mehr steht wo er immer stand auf dem Flugplatzgelände und es begegnete mir ausnahmsweise der Flughafen-Fuchs nicht, den ich sonst doch immer spät nachts treffe. Aber trotzdem war alles wunderschön und im übrigen begann der gestrige Tag damit, dass mir der liebe Physiker schon DS-Bilder vom Oldtimertreffen schickte, die ich hier auch posten darf, was ich hiermit tue. Ich hätte dann gerne jetzt jeden Donnerstag so einen Déesse-Donnerstag …


Also so etwas in schwarz nur mit einem luftigen Verdeck wie …



dieses Modell darüber verfügt, was wiederum ein wunderschönes Cabriolet ist und



das sage ich, obwohl ich keine roten Autos an Frauen mag aber dieses hier,



würde mir bonfortinös stehen und …



beachtet bitte auf diesem Foto der rechts geparkte Citroën SM mit Maserati-Motor, den man als Citroën-Fan eigentlich auch mal gehört haben sollte.

1 Kommentare:

haekelschwein hat gesagt…

Der Citroën SM war der Traumwagen meiner Kindheit seit ich auf dem Dachboden eine alte Autozeitung mit einem Test dieses wahnsinnig hübsch-hässlichen Coupes gefunden hatte.

Und dann noch diese senffarbene Lackierung: Ein wahrer Höhepunkt geschmacklicher Grenzwertigkeit!

Danke für das Auffrischen dieser Erinnerung... :)

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