2026-06-30

Wenn deutsche weiße Männer die deutsche weiße Freiheit genießen …

Ich greife juristisch vorweg, im nachfolgenden kommuniziere ich ausschließlich meine persönliche Meinung:

Dieter Nuhr hatte neulich mal wieder unfassbaren Mist gelabert, was wir allerspätestens seit der Covid-Pandemie von ihm gewohnt sind. Dieses Mal aber fand er es lustig, sich über Opfer lustig zu machen bzw. Frauen, die sexuelle Übergriffe, Angriffe auf ihr Leben bis hin zu ihrem Tod erfahren mussten, in die Schublade der Schlampe zu stecken. Natürlich alles unter dem Etikett „Satire darf das“.

Kleine Randbemerkung: Der Mann ist Vater einer Tochter.

Daraufhin gab es Antworten. Viele Antworten von Frauen. Jetzt geht es dem alten, weißen und deutschen Mann nicht gut. Er ist ein Opfer. Opfer seiner unverstandenen Kunst, wie er es sieht. Opfer seiner sehr wohl verstandenen, schlechten Satire, wie viele Frauen, auch ich, es sehen. Es ist, er ist – meiner persönlichen Meinung nach – ganz schön erbärmlich.

So lange im Geschäft und hält Kritik an seinem Werk so sehr schlecht aus. Die ARD duckt sich weg und findet, das sei alles Kunst. Ja, mag sein. Aber manchmal kann Kunst eben auch weg.

Was wirklich bemerkenswert merkbefreit ist (höflich formuliert): Während sich der Herr Nuhr hinter seiner künstlerischen Freiheit versteckt, möchte er über ihn kritisch schreibenden Frauen im Journalismus deren Meinungsfreiheit verbieten. Auch findet er es unnötig, dass wir Frauen über Frauenfeindlichkeit diskutieren.

Der alte weiße deutsche Mann möchte also wieder einmal einer Frau vorschreiben, was sie zu befinden und zu schreiben hat. Wann sie Sex haben darf mit einem neuen Partner, ja sowieso. Es wird, das muss man auch hinbekommen, also immer schlechter als besser.

Mela Eckenfels hat hierzu die exzellente Antwort „Nuhr SLAPPdashery” verfasst. Durchaus lesenswert!

2026-06-27

Es ist schon ein bisschen merkwürdig anzusehen, …

… fährt man* dieser Tage im provinziellen Hauptstädtchen mit öffentlichen Fahrzeugen, diese jungen Mädchen, Frauen zu sehen, die den üblichen Online-Schminktutorials dem Trend „Glow, mehr Glow, ganz viel Glow” zum Opfer gefallen sind und stellenweise aus „ganz viel Glow”, vermutlich, weil mehr wichtig ist, „super viel Glow” in ihr Gesicht malen.

Glow ist in. Soweit ist's klar.

Aber wenn sich auf „super viel Glow” aus dem Schminkkasten dann natürliches 40-Grad-Glow darauf legt, dann liegt die Assoziation mit Öl eingeschmierter Schweinespeckschwarte einfach sehr nahe.

*Von einer aus der Schminkgeneration „bloß ja nirgendwo glänzen” gesendet.

2026-06-26

Wird warm …

… deswegen serviere ich euch das eine oder andere Rezept hier aus dem Blog nochmals, vielleicht helfen euch die Anregungen über die kommenden tropischen Tagen und Nächte. Einiger der Rezepte habe ich auf Reisen innerhalb Europas kennengelernt und ins Reisegepäck gesteckt.

Aus Osteuropa stammt das Rezept der kalten Kirschsuppe. Ganz schnell aus Sauerkirschen gemacht, muss halt nur abkühlen. Perfekt dazu auch gekühlter Grießbrei. Wirklich mein Lieblingsessen an heißen Tagen, seit … schon immer.

Von Mallorca und nach wie vor mein Lieblingssommerdrink, ein echter Energizer ist der Mix aus frischer Gurke, frischer Ananas (und/oder ihrem Saft) und Eiswürfeln durch den Mixer (Pürierstab kann es auch) entsendet. Köstlich und man fühlt sich hinterher einfach so viel besser!

Gleiche Richtung in der Wirkung mit etwas Koffein, grandios der Caffè Lecese oder förmlicher Caffè alla Salentina. Ihr benötigt einen Espresso (oder Kaffee), Mandelsirup (oder Mandelmilch, dann noch Zucker zusätzlich – das Gehirn braucht die Energie bei dem Wetter) und Eiswürfel. Für alle, die das Sahnige im Affogato al Caffè nicht mögen, die perfekte Alternative. Hier geht's zum Rezept. Ja, da wo Caffè drauf steckt, steckt Italien drinnen.)

In Tunesien wird die wundervolle Citronade Tunisienne serviert, benötigt etwas Vorbereitungszeit. Aber der Sommer hat ja erst begonnen, das geht noch was.

Trotz der Hitze schnell etwas kochen? Da empfehle ich die Seppie e piselli com un volta. Sepia und Erbsen aus der Tiefkühltruhe zusammen mit klein geschnittenen angedünsteten Zwiebeln, Sugo und Basilikum. Geht ratzfatz und die Aufenthaltzeit am Herd ist sehr übersichtlich. Mit etwas Chili aufgepeppt, sorgt die Schärfe bei der Hitze auch antibakteriell. Magen-Darm-Viren mögen Hitze ja sehr.


Melonengurken-Pfirsich-Salat mit Garnelen

Ich persönlich mag herzhafte Gerichte mit Früchten sehr. Ich weiß, da scheiden sich die Geister. Zur Zeit gibt es noch keine Pfirsiche aus Deutschland – dafür Nektarinen oder die, von mir mehr geschätzten, Urfrüchte mit Pelz aus Griechenland oder Spanien. Diese Früchte im nachhaltigen Anbau aus der EU werden übrigens gerade in dem schönen Projekt EU Fruit Basket (auch mit schönen Rezepten) beworben. habe ich neulich einen Sommersalat gemacht. Melonengurke, Garnelen, Pfirsich und Zitrone (Limette), Salz und Pfeffer. Auch Tropeazwiebeln, kurz in etwas Weißweinessig gepickelt, passen perfekt dazu. Geht schnell, kann jeder ud ist schön bunt und wirklich sehr lecker bei hohen Temperaturen!

Zutaten

1 Melonengurke (alternativ Salatgurke)
2 reife Pfirsiche
200 Gramm Garnelen (kurz anbraten)

Salz (besonders schick und crunchy: Salzflocken), Pfeffer
Saft einer Zitrone und etwas Abrieb

Zubereitung


Das Gemüse bzw. Obst in Würfel schneiden. Die Melonengurke schält man zuvor, eine Bio-Feldgurke besser nicht. Die Garnelen kurz anbraten. Alles in eine Schüssel geben, salzen und pfeffern mit etwas Olivenöl und Zitronensaft (und Abrieb) abschmecken. Die optionalen Zutaten hinzufügen.

Optional


1 Tropea-Zwiebeln in Scheiben geschnitten und in etwas Weißwein einlegen (stoppt Gärprozess der Zwiebel) – Tropea-Zwiebeln sind süßer mit weniger Schärfe als herkömmliche Zwiebeln – und die rote Farbe tut dem Salat auch gut.
Oliven passen natürlich auch
Frische Chili klein geschnitten
Warum nicht ein paar Pinienkerne dazu geben?

Die Melonengurken gibt es in Berlin derzeit auf einigen Wochenmärkten, in manchen Edeka-Filialen und sicherlich bei der Osteria Terra Verde in der Rheinstraße 18. Natürlich tut es auch die hiesige Feldgurke zur Not.

2026-06-25

So so …

Verbote von sozialen Medien für Kinder funktionieren also gar nicht. Also nicht wenig. Gar nicht. Sagt Australien nach sechs Monaten Testlauf. Karin Prien: „Doch, wir machen das.”

2026-06-16

Zusage

Ich wollte das schon immer einmal machen. Wahlhelferin sein. Jetzt beim dritten Anlauf hat es geklappt und ich habe die Zusage für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Man sichert uns Abbau von Bürokratie zu und Online-Schulungen.

Spannend. So spannend. Ja, ich freue mich!

2026-06-15

Französischer Wind im the Main im TITANIC Gendarmenmarkt Berlin

Selbst die gesündeste Beziehung benötigt dann und wann einen Tapetenwechsel. Diesen hat Familie Aygün, die Betreiber des Hotels TITANIC Gendarmenmarkt Berlin, ihrem Beef Grill Club (by Hasir) 2026 radikal verordnet. Mit der kompletten innenarchitektonischen Umgestaltung ist auch eine neue Restaurantleitung ins Boot geholt worden. Einen neuen Namen gibt es obendrauf: the Main (by Beef Grill Club)!

the Main möchte unter sich Küchenleitung von David Creuzet – aus Paris stammend, hat sich nach Deutschland verliebt – am hugenottisch eingefärbten Straßenumfeld wie dem Gendarmenmarkt, vor allem der Hausadresse Französische Straße 30, frankophil-international präsentieren. Creuzet kocht elegant französisch mit wenig Chi-Chi, dafür absoluter Konzentration auf sein gutes Handwerk.
Für einen italienischen Einfluss auf der neuen Karte zeigt sich Sous-Chef Matteo De Angelis (rechts im Bild), der aus Rom stammt, kreativ. Er komplettiert das Menü mit luxuriös begleiteter Pasta, neu konstruierter Burrata und einem cremigen Tiramisù con Pistacchio …
Der den früheren Beef Grill Club dominierende Reifeschrank ist einer transparenten Theke gewichen, in der immer noch die fleischigen Klassiker in sehr großzügigen Cuts auf ihre Zubereitung warten.
Echte Fleischfans brauchen sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Doch wird sich die Karte künftig mehr der Raffinesse der französischen und internationalen Haute Cuisine annähern. Natürlich mit den saisonalen Produkten der Region.

Asien klingt auch hier und dort an, z. B. mit dem perfekt gebratenen Tuna Tataki mit Kaviar-Krönung. Und mit der französischen Zwiebelsuppe und Gruyère, einer Rinderconsommé, dem Lammkarree in Kräuterkruste oder dem Café-de-Paris-Steak grüßt die Grande Nation nicht schüchtern in den Gängen.
Oliver Töremis (rechts im Bild) ist der Exot im the Main: der seltene gebürtige Berliner. Er öffnet als Restaurantleiter und Sommelier des Hauses seine erlesenen Flaschen und freut sich besonders darauf, mit der neuen Karte verstärkt auch neue Weinschätze heben zu dürfen. Spürbare Freude, wenn man mit ihm darüber spricht, künftig noch mehr die französischen Weingüter ins Haus zu holen. Zur Seite stehen Creuzet und Töremis ein motiviertes und lebendiges Serviceteam auf sehr hohem Niveau, das vielsprachig den internationalen Gästen des Hauses den perfekten Aufenthalt garantiert. Man fühlt sich hier als Gast in jeder Sekunde ausgesprochen wohl.
Ich darf Journalistin Anke Sademann anlässlich ihrer Pressedinnereinladung begleiten – und habe selber aber das Vergnügen, die neue Bar-Lounge-Restaurantwelt des the Main unbeeinflusst einer Pressemitteilung auf mich wirken zu lassen. Das Restaurant befindet sich nun in der Endphase seines dreimonatigen Soft-Openings. Am 18. Juni ist die offizielle Eröffnung, danach möchte man sich in der Hauptreisezeit (nicht nur) den Gästen des feudalen Titanic Hotels präsentieren.
Gleich der Eingang erinnert an eine typische Berliner Hinterhofzufahrt früher Jahre und dank der neuen Lichtinstallationen aber auch an ein von Rot dominiertes Studio 54 in New York. Im Restaurant grüßen jede Menge Lichtschwerter im Design. It all comes back! Dass künftig auch einmal im Monat zu einem Dine-and-Dance-Evening geladen wird, wundert also nicht.
Direkt in diesem Entrée liegt die Bar, die sich als Einladung aller Bewohner und Besucher Berlins versteht. Integriert in das luxuriöse Hotel TITANIC Gedarmenmarkt Berlin, möchte das the Main künftig ein Treffpunkt der internationalen Berliner Vielfalt sein und versteht seine Bar als gleichberechtigtes Zuhause der Gäste zum Restaurant.
Nach links öffnet sich die Bar in einen gemütlichen Raum, in dem sie eine Theke komplett umläuft.
Rechter Hand darf in der gemütlich-gediegenen Lounge natürlich auch dem qualmenden Laster gefrönt werden. Geradezu öffnet sich dann der Restaurantraum des the Main mit 125 Sitzplätzen, einem Außenbereich und offener Küche, die in ihrer faszinierenden Länge, dennoch fragil in die räumliche Konzeption des großen Raumes konzipiert wurde. Vielleicht sitzt man etwas tief in dem Ledersofa, aber immer sehr bequem.
David Creuzet serviert uns einen Querschnitt seiner neuen Karte und Oliver Töremis kredenzt uns mit höflicher Noblesse seine (perfekt ausgewählten) Weine. Begrüßt werden wir klassisch und charmant, très français mit Austern, Zitrone und geliebter Échalotte-Vinaigrette, dazu einen Champagner Moët Chandon Rosé. Deliziös!
Die folgend beschriebenen Gänge sind keine besondere Offerte für die Presse: „the Main zum Teilen” ist Bestandteil der Karte und als Menü ab zwei Personen zu bestellen. Mit einem Preis von 99,— Euro pro Person bildet es die Karte in ihrer Vielfalt komplex ab. Uns wird es in einer Variante für drei Personen serviert.
Dem Entrée folgt eine Auswahl der Vorspeisen, alle natürlich auch einzeln à la carte zu bestellen. Das Tuna Tataki mit Sesam, Yuzu, Koriander und Kaviar trifft man immer öfter auf den Karten der gehobenen Berliner Küchen. Die hervorragende Qualität des Thunfischs spricht für sich. Das the Main Tatar Tokyo Style ruht auf einem sehr knusprigen Brioche-Taler, ist deutlich gewürzt mit leicht süßlicher Note und wird mit einem vorbehandelten Jaune d’Oeuf serviert. Der Crunch des Brioche, der zarte Schmelz vom Rind – das macht einfach Spaß! Ponzu und Nori sorgen für den asiatischen – sprichwörtlichen – Hauch.
Von mir visuell vermeintlich als Polenta identifiziert, enttarnt sich eine als im Dreieck servierte Pommes Anna, einfach mit zarter Röstung und Würze, das Luxustopping regelt Sauerrahm mit Kaviar. Die größte Freude löst bei uns allen die Burrata aus: Sie wird auf einem Bett von knackiger junger Artischocke, leicht gegrillt und mit zartem Petersilienpesto mariniert, serviert, die alleine schon dem Magen eine öffnende Grundstimmung vermittelt und ein aromatische Erlebnis mit knackigem Biss ist. Dazu die perfekte, säuerliche und cremig fließende Burrata mit Haselnussspalten, die sich unter einer großzügigen Haube von Sommertrüffeln versteckt. Grandios!
Ein Weißwein, ein Grauburgunder von Konrad Salwey aus Baden (2024) begleitet unsere Vorspeisen. Hell im Glas ist er ein würziger Begleiter zu dem Arrangement unterschiedlicher, eben aucha asiatischer, Nationen mit seiner Mineralik und Aromen gelber Früchte.
Den Primo, die Pasta, lassen wir aus – aber ihre Variationen lesen sich durchaus losgelöst von Nonnas Hausfrauenkunst. Die Sugo der Rigatoni hat Vodka gesehen, Tagliatelle kommen al Tartufo, Ravioli mit Meeresfrüchten in einer Hummer-Bisque und Spaghetti in Limetten-Creme mit Dill werden mit Kaviar serviert (ab 18,– bis 38,– Euro). Durchaus eine Empfehlung für den Mittagstisch!

Zum Main Course schenkt uns Oliver Töremis einen La Vitalis, Cairanne (Domaine Jubain) aus dem Rhône-Tal ins Glas. Die Reben Syrah, Carignan, Grenache, Mourvèdre, Cinsault wachsen auf Schotter und kargem Lehm. Es ist ein sehr harmonischer Rotwein von 2020 mit der eindrucksvollen Note roter Beeren ohne aufdringlich zu wirken. Er bietet dem kräftigen Porterhouse Paroli, schmeichelt aber auch dem kräftig gewürzten Hummer mit seiner unaufdringlichen Eleganz einer Zartbitter-Praline.
So folgt also auf unserem Tisch der Anschluss an frühere Zeiten, als sich das Haus noch über den Grill definierte, qualitativ sehr hochwertiges Rind mit Hummer Thermidor! Serviert wird uns (für drei Personen) ein beeindruckendes US-Porterhouse, am Tisch geschnitten. Das Roastbeef ist geschmackvoll durchzogen, das Filet (Tenderloin) zart mit geschmackgebender Fettkrone. Wenn solo aus der Karte bestellt, sind mit 1,2 kg Gewicht hier für 179,– Euro mindestens vier Personen gut bedient. Im Menü heißt es offen Beef Mastercuts.

Dazu gibt es im Menü ein feines Kartoffelpüree mit Räuchernote, das zart und damit eindeutig, der feinen französischen Kochkunst geschuldet, durch das Sieb passiert ist: zart, butterig und wirklich ein delikater Begleiter zu den kräftigen Saucen und Fleisch. Pommes (Loaded Fries) gibt es auch, aber für mich finden sie neben diesem Püree nicht mehr statt!

In Knoblauch gedünsteter wilder Brokkoli mit Grilltomaten. Dazu gleichberechtigte, geschmackvolle Begleiter: die Kalbsjus und eine Sauce de Cognac (Remy Martin) mit grünem Pfeffer. Begeisterung über die würzige Beurre de Café Paris: Sie schmilzt mit leichtem Karamellgeschmack und einen intensiven Currynote im Abgang auf dem Fleisch, das sich selbstverständlich auch an Salzflocken und frisch geschrottetem Pfeffer auf dem Teller bedienen kann. Das Fleisch ist sehr rare serviert und saftig aromatisch.
Den Hummer Thermidor möchte ich nicht unerwähnt lassen. Er ist vom Garpunkt perfekt, so perfekt! Zart, leicht glasig, schmilzt er förmlich im Mund. Aber auch sehr würzig serviert, denn mit Gruyère gratiniert – dass man das zarte Hummeraroma leicht vermissen konnte. Diese Zubereitung ist sicherlich einzigartig, persönlich hätte mir etwas nussige Beurre gereicht – zumal alle Beilagen des Hauptganges durchaus Dominanz in ihrer eigenen Würze mit auf den Teller brachten.
David Creuzet und Matteo de Angelis zeigen ihr Können und vor allem, dass sie Spaß an Kräutern und Gewürzen haben. Übrigens: Die Fleischkarte mag zur früheren Grillküche etwas reduzierter scheinen, aber ein Chateaubriand zu servieren, lässt sich David Creuzet nicht nehmen! Und ja, es gibt auch feine Fischgerichte und Angebote für Vegetarier im the Main.
Die Auswahl an Desserts überzeugt ganz anders und besonders, nämlich mit auffällig zurückgenommener Süße. Auch hier wieder die Fusion der beiden Kochidentitäten: Im the Main wird die Italo-Legende Sorbetto al Limone zum Champagner-Zitronen-Sorbet. Das Tiramisù di Pistacchio (langsam reicht’s jetzt aber auch wieder mit der Pistazie) ist luftig, cremig und eben mit einer feinen Note dieses Sumachgewächses.
Die am Tisch mit Vanilleeis vorgelegte Baklava (von mir liebevoll Baklava-Whopper getauft) ist zart, auch sie ist in Kombination mit dem Eis nicht zu süß und sie wirkt mit ihrem Knusper erstaunlich frisch und leicht. Herausragend aber ist der New York Cheesecake mit einem Beerencoulis! Kein klassischer NY-Cheesecake, denn der sparsame Einsatz von Süßmitteln kommt diesem Cheesecake so sehr zugute. Er ist luftig, sein Boden kross – ein Dessertraum, der die übliche amerikanische Schwere vor der Eingangstür hat stehen lassen. Man kann, sollte aber das the Main nicht verlassen, ohne ihn probiert zu haben! Alle Desserts haben uns große Freude bereitet und – das ist ein kleines Wunder – es geschafft, uns genau nicht pappsatt zurückzulassen!

Fazit also: Das the Main kann sich sehen lassen, einen Besuch – ob nur der Bar oder gemeinsam mit einem fantastischen Restauranterlebenis – empfehle ich sehr. Denn … mindestens der New York Cheesecake muss erlebt werden!


the Main
Titanic Gendarmenmarkt Berlin
Französische Straße 30, 10117 Berlin-Mitte
phone: Tel. 030 / 20 14 37 08 60
Öffnungzeiten: Mo–Do, 12–1 Uhr, Fr/Sa, 12–2 Uhr

2026-06-12

Die junge Generation kocht famos!

Es dürfte Lesern meines Blogs bekannt sein, ich gucke sehr gerne die Küchenschlacht. Aktuell läuft eine Championsweek, heißt: Sechs Gewinner*innen der Vorrunden stellen sich erneut dem Wettkampf, um Ende des Jahres in die große Schlussrunde einziehen zu dürfen. Der Titel Hobbykoch des Jahres und 25.000 Euro Hauptgewinn winken. Sie sind allerdings dann auch hart erarbeitet, finde ich!

Und auch dieses Mal ist die Runde sehr jung. Vorrangig Menschen unter und rund um die 30 Lebensjahre. Und was sie auf den drehbaren runden Tisch zaubern, ist fantastisch, kreativ, zeigt deren herausragendes Können.

Ich bin begeistert. Und damit zeichnet sich eine Entwicklung ab, die mich doch froh stimmt. Das Interesse vieler junger Menschen in diesem Land am Essen, am Kochen. An der Zubereitung hervorragender Produkte, dem Erlernen spezieller Zubereitungen in Workshops oder schlicht den üblichen sozialen Medien. Dass junge Menschen heute u. U. auch viel weiter reisen als meine Generation noch, wird auch hineinspielen. In der internationalen Küche macht man ihnen auch nicht mehr sehr viel vor. Toll!

Zunehmend kommen ältere Hobbyköch*innen kaum noch über die wöchentliche Ziellinie – vermutlich bewerben sie sich inzwischen auch weniger. Meine Generation, mit den gleichen Interessen, wird sich schon dort durchbeworben haben. Aber wer dort jetzt kocht in der Küchenschlacht, kocht einfach auf einem ganz anderen, deutlich höheren Niveau – als es in den Anfangsjahren dieses Formates üblich war. Und das freut mich sehr.

Man lernt nicht mehr von den Profiköch*innen sondern von den Teilnehmer*innen – besser geht’s eigentlich nicht. Und die Entwicklung vorrangig anhand der Teilnehmer festmachen zu dürfen. Ich finde es respektabel.

Und … in dieser Woche habe ich erst einmal aufgehört zu streamen. Ich finde alle so grandios, dass ich nicht möchte, dass die Woche zu Ende geht. Kann so ein Format von seinen Zuschauer*innen ein schöneres Lob bekommen?