2026-02-24

10 Jahre Lyon Street Food Festival

Ach Lyon!
Les Berges du Rhône, face au Grand Hôtel-Dieu © Brice Robert Photographe for Only Lyon Tourisme

Damals … naja, also als ich noch mit wahlweise dem (sehr geliebten) Citroën AX oder später dem Peugeot 106 si von Berlin über Aachen nach Südfrankreich in die Cevennen gefahren bin, lag auf dem Weg immer Lyon. Die Ausfahrt von Lyon zu passieren, das war immer das Zeichen, dass der größte Teil der Reise hinter uns lag und der Süden Frankreichs begann. Ab Lyon war irgendwie … Urlaub. Nur noch vier Stunden bis nach Saint-Jean-de-Buèges – aber ab da mit viel mehr Abwechslung, die uns wach sein ließ. Oft sind wir in der Nacht (wir waren immer Nachtfahrer) durch Lyon gefahren und haben diese schöne Stadt in völliger Ruhe genießen dürfen.

Ja, ich gebe es zu: Ich habe Sehnsucht! Nach dieser Stadt, die seit 2.000 Jahren der südliche Gegenentwurf zu Paris in Frankreich ist. Die mit ihrer Entwicklung zu einer modernen Stadt mit kunstvoller Ausrichtung der französischen Hauptstadt wirklich Paroli bietet. Deren historischer Stadtbereich bereits 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden ist. Wunderschön Vieux-Lyon, die Altstadt, die ein einziges wunderschönes Festival der Renaissance-Architektur ist! Oder der arbeitende Hügel, Croix-Rousse, das frühere Zentrum der Seidenweber. Schließlich befinden wir uns in der Region der früheren Seidenraupenzucht und Seidenspinnerei.

Der Zusammenschluss der größten Flüsse Frankreichs, der Rhône und Saône, die im Süden der Altstadt aufeinander treffen und mit ihren kleinen Nebenflüssen, Lyon fast so etwas wie venezianischen Charme verleihen, brachte Lyon den Titel wichtigste Handelsstadt im westlichen Europa ein. Es gibt so unendlich viel zu entdecken in dieser wunderschönen Stadt, die ihre Schönheit in die heutige Moderne hinübergerettet hatte.
Vue panoramique sur la Saône vers le quai Saint-Antoine, © VL for Only Lyon Tourisme

Und dann … Paul Bocuse. Der Koch aller Köche, Koch des Jahrhunderts, wurde in Collonges-au-Mont-d’Or in der Nähe von Lyon geboren und machte mit seiner Geschichte Lyon zum Mekka der Nouvelle Cuisine. Und das heißt in Zahlen: Alleine in Lyon locken 5.300 Restaurants um die Gunst ihrer Gäste aus dem In- und Ausland. Alle mit dem Erbe dieses großen Künstlers ihrer Zunft im Gepäck. Man kann hervorragend essen in Lyon. Und viel.

So feiert in diesem Jahr das Lyon Street Food Festival in den Hallen des Les Grandes Locos, der ehemaligen Lokomotiven-Hallen, sein zehnjähriges Bestehen. Vom 10. bis 14. Juni wird hier gekocht, probiert, gegessen und getrunken. Hierfür treffen sich 140 namhafte Köche aus dem In- und Ausland, die ihre Kunst zelebrieren und ihre Kochkunst einem Publikum aus Connaisseuren präsentieren. Lyon ist eine einzige köstliche Party mit Musik und Kultur – die nicht nur auf den Tellern stattfindet.
Le quartier Saint-Georges vu depuis la Saône, © NinOVersaLPhotographY for Only Lyon Tourisme

Lyon ist von Deutschland aus direkt mit der Bahn zu erreichen. Über 1.200 Kilometer Radwege machen das Automieten im Grunde überflüssig. Über 400 Leihstationen von Velo’v im Stadtgebiet verteilt, ermöglichen es Touristen, Lyon bequem mit dem Rad zu erkunden. Oder man setzt auf die City Card, die preislich mit 29,90 Euro für das 24h-Ticket beginnt, dafür kostenlose Nutzung des ÖPNV, freien Museumseintritt, Sightseeing Cruise auf der Saône und eine geführte Tour auf dem Croix-Rousse bietet.

Wer durchaus luxuriös residieren möchte in einer der spannendsten Städte Frankreichs – in die Räume eines Renaissancegebäudes aus dem 14. Jahrhundert ist das Hôtel Cour des Loges Lyon (Radisson Collection) frisch eingezogen. Florentinische Innenhöfe, französische Kassettendecken, römische Säulen – alles wurde charmant erhalten und mit dem heutigen Anspruch einer 5-Sterne-Hotellerie ergänzt. SPA-Bereich mit Pool, Fitnessbereich und 61 individuellen Zimmern bzw. Suiten, dem Bistro Le Comptoir und Gourmetrestaurant Les Loges – unter der Leitung von Küchenchef Anthony Bonnet, der sich schon mit 29 Jahren seinen Michelin-Stern erkochte.

Kurz: Lyon ist immer einer Besuch wert!


Radisson Hôtel Cour des Loges Lyon
6 Rue du Bœuf, 69005 Lyon, Frankreich
Telefon: +33 4 72 77 44 44

2026-02-23

Ich verstehe es immer nicht …

Gestern war ich in einem Restaurant. Ab 18 Uhr, ich war mit dem Besitzer verabredet und habe dann auch die Zeit in der das Restaurant (zum Glück) gut besucht war den Abend dort verbracht. So gegen 20:00 Uhr bin ich auf die Damentoilette gegangen.

Erst einmal habe ich feststellen dürfen, dass auf der Toilette (es gibt zwei Kabinen) in meiner das Toilettenpapier alle war. Nun steht in der Toilette ein Regal und in diesem Regal stehen sichtbar ausreichend viele Toilettenpapierrollen. Es wäre also gar kein Problem gewesen, die Papierrolle zu wechseln. Die letzte Besucherin wird bemerkt haben, dass sie die Rolle alle gemacht hatte. Und selbst, wenn man sich nicht zuständig fühlt – was hindert Frauen, Menschen, daran, zum Tresen zu gehen und zu sagen: Das Toilettenpapier ist alle? Wenn man etwas Verantwortung für die Gemeinschaft fühlt? Ich habe dann die Rolle gewechselt, es war eine Sache von drei Sekunden.

Ich verstehe es nicht. Niemand will auf eine Toilette gehen und feststellen müssen, dass das Papier alle ist. Und der Service bekommt das natürlich auch nicht ständig mit. Also, was zur Hölle ist das Problem?

Dann bin ich zum Waschbecken gegangen. Man kann sich dort die Hände waschen und am Automaten trockenpusten lassen, als auch Papier benutzen. Für die Papierhandtücher steht dort ein offener Korb direkt am Waschbecken.

Es lagen drei Papiertücher vor dem Korb, zwei Papiertücher hinter dem Korb. Und auch das kapiere ich nicht. Erst einmal verstehe ich nicht, was so schwer daran ist, so ein Papierknäuel zielgerichtet in den Korb zu bekommen. Und was, wenn es ausnahmsweise nicht klappt, so schwer daran ist, sich kurz zu bücken und die Sache in Ordnung zu bringen?

Wann sind wir deutschen Frauen zu solchen rücksichtslosen Ferkelinnen geworden? Und ich sage bewusst deutsche Frauen – denn ich erlebe solche Toilettenzustände eher nicht im Ausland. Also, was ist genau das Problem – wieso kann man eine Toilette nicht so hinterlassen, wie man sie selber vorfinden möchte? Was?

2026-02-22

Die RIVO Spreeterrassen

Die RIVO Spreeterrassen sind wunderschön – aber auch etwas versteckt – an der Spree auf der Kreuzberger Seite gelegen und servieren mediterrane Küche mit einem Hauch Levante-Style. Mir hat der Besuch sehr viel Spaß gemacht!

Es gibt eine Tradition im Sommer, die gepflegt werden will. Bei der bevorzugten italienischen Eisdiele in der Skalitzer Straße wandern zwei Kugeln Eis in das Cornetto und dann wird gemütlich hochgelaufen zum Schlesischen Tor und zur Spree hinunter. Dort findet der Eisgenuss meist sein logisches Ende – weil nämlich aufgegessen – und dann guckt man beglückt über die Steinbrüstung und bewundert auf der gegenüberliegenden Seite die Schiffe entlang der East Side Gallery und die Oberbaumbrücke. Ganz nebenbei ist man gerade ziemlich happy mit dem eigenen Berlin.
Und rätselt, was für eine Restauration sich unterhalb dieser Mauer wohl befindet? Zur Lösung dieser Frage müsste man die Treppen herabsteigen, um das RIVO zu entdecken. Aber … wer macht das schon so ins Blaue, denn selbst wenn im Sommer die Terrassen bestuhlt sind? Alles wirkt eine Spur intim und es gehört schon eine Portion Chuzpe dazu, auf Entdeckung zu gehen.

Dass ich neulich einer Einladung ins RIVO folgen durfte, hatte mich dann sehr vorfreudig gestimmt, dieses Restaurant erleben zu dürfen. Und das sogar in einem Winter, in dem die Spree rund um die Oberbaumbrücke zugefroren ist und die Terrasse des Restaurants direkt am Eis abschließt – was selten genug vorkommt.
Ich habe dann aber doch nicht die Schlittschuhe genommen, um vorzu(r)eisen. Vom U-Bahnhof Schlesisches Tor sind es keine vier Minuten bis zum RIVO, das zur FARO Gruppe gehört, zu Fuß. Die Anreise mit dem Auto mit langer Parkplatzsuche kann man sich wirklich sparen, zumal die RIVO-Bar hervorragend bestückt ist, von Talenten bedient wird und auch die Weinkarte umfangreich und abwechslungsreich durch aller Menschenländer gestaltet ist. Auf der Karte bietet sich eine feine Auswahl von Cocktails als Aperitivi an.
Mein persönlicher Favorit: der Negroni, dessen Bitternis den Magen vorsortiert für das, was kommen mag. Der Espresso-Martini zeugt ebenso von edlem Aperitivo-Charme. Wie schon angemerkt, die charmanten Menschen hinter dem Bartresen, verstehen ihr Handwerk!

Wer nach Nennung der Cocktails vermutet, hier würde italienisch verwöhnt, liegt genau richtig! Dabei ist die Karte des RIVO angenehm übersichtlich: sieben Vorspeisen, acht Hauptgänge, zwei Desserts. Vorrangig Süditalien grüßt mit einem Hauch Frankreich. Etwas Levante-Küche zeigt sich vor allem in den Beilagen, die gerne püriert auf die Teller kommen. Wer es luxuriös mag, darf sich gerne optional eine Portion Trüffel der Saison oder Imperial Kaviar zu seinem favorisierten Gang dazu bestellen. In beiden Kategorien findet sich je ein veganes Gericht.

Ich werde im ersten Gang doch wieder schwach bei dem Pulpo, der auf einem Beet von schwarzem Bohnenpüree ruht. Ach, so zart bekommen ihn nur Italiener hin! Gut abgeschmeckt, wird er mit einer leichten Ziegenkäsecreme und S’chug serviert, das eine prägnante Schärfe auf den Teller bringt und durchaus südlichen Charme vermittelt.
Das Püree zurückhaltend, aber in Kombination mit den anderen Beilagen war seine Aufgabe, aufmerksamer Begleiter zu sein, gut gelöst. Visuell sowieso! Der Oktopus war wirklich zart, gut gewürzt – eine Freude. Eine gute Wahl von mir.
Auf den anderen Tellern tummelten sich eine ordentliche Portion Rindertartar mit einer noch erstaunlicheren Portion Schnittlauch, frisch gehobeltem Meerrettich und Senfkaviar oder luftige Jacobsmuscheln auf Erbse, mit Vanille und Minze abgestimmt und Croûtons für den Crunch.
Beim nächsten Mal würde ich die Ceviche bestellen, die fruchtig mit Ananas, Koriander und Mais auf dem schönsten Teller am Tisch serviert wurde. Der Testlöffel hatte mich sehr begeistert!
Preislich liegen alle Vorspeisen bei 16–21 Euro. Glücklich macht das dazu gereichte würzige Sauerteigbrot mit einer fantastischen Kruste.

Eine vegane Variante wäre Schwarze Walnuss mit Beeten und Petersilienwurzel gewesen.
Im Glas begleitete uns ein Cloudy Bay Sauvignon Blanc aus dem schönen Neuseeland (2024). Ein eleganter Weißwein, der edle tropische Früchte im Glas zeigt, wie Stachelbeere und Passionsfrucht, etwas Grapefruit. Leichter Genuss, aber eine erhabene Präsenz.

Der vegetarische Gang im Secondo: Spitzkohl, Barigoul, Trüffel, den nur niemand von uns wählte. Ich bestellte den Kabeljau mit andalusischem Kartoffelpüree, Tapenade und Cime di Rapa. Sehr fein, geschmacklich gut abgestimmt, und die würzige Tapenade aus schwarzen Oliven wie auch die leicht bittere Cime di Rape sorgten für geschmackliche Abwechslung auf dem Teller, der von dem grünen Kartoffelpüree farblich dominiert wurde.
Den Kabeljau hätte ich mir hautseitig etwas krachender gewünscht, aber er war perfekt glasig und gut gewürzt. Auf den Tellern meiner begeisterten Mitesserinnen: Petersilien-Risotto mit Walnuss, Kräutersaitling, Ziegenkäse und Trüffel – eine Portion, die von meiner Nachbarin nicht zu bewältigen war.
Auch die Lobster Linguini sahen fantastisch aus.
Und die Damen mit dem Dry Aged Rinderfilet (ganze 250 Gramm) teilten mit uns ihre Contorni – die man ganz italienisch – extra zum Gang wählen kann im RIVO. Unsere Gänge begleiteten wilder Broccoli, Trüffel Parmesan Fries (ich brauche keine Trüffel auf Pommes) indes im fluffigen Trüffelpüree – was für ein Vergnügen! Das hatten wir wiederum alle sehr ins Herz geschlossen. Die Hauptgänge liegen preislich bei 23–42 Euro, Beilagen ab 6 Euro.

Zu meinem Kabeljau war der Schiefer-Riesling von Nik Weis (St. Urbans-Hof) der erwachsene Begleiter. Bis 60 Jahre alte Reben auf blauem Schiefer (Mosel) und rotem Schiefer (Saar) gezogen, im Stahltank ausgebaut und lustige 11,5 % Vol. Dieser Wein hat eine edle, kühle Präsenz, leichte Raucharomen mit weißen Blüten von Aprikose und apfeliger Säure. Spaß im Glas!

Holy crunch! Steht Crème brûlée auf der Karte, ist sie meine – altes Naturgesetz.
Die im RIVO ist ein Gemälde mit ihrem Beeren-Potpourri und in der Creme mit leichter Nougat-Note. Maik, der uns den Abend mit seiner höflichen Aufmerksamkeit perfekt gestaltete, schenkt uns dazu einen Sauternes 2022 von Chateau Jany aus dem Bordeaux ein.
Ein feiner Desertwein, der weiße Früchte und Honig im Glas verschmelzen ließ, die im Abgang einen Hauch Earl Grey dalassen. Fein.
Fazit: Ich bin froh, endlich einmal die Treppen zum RIVO gegangen zu sein. Wer sich das traut, wird ein wirklich charmantes Restaurant (bzw. Eventlocation) in allerbester Berliner Lage vorfinden.

Mit einem wirklich charmanten Service, einer kreativen Küche, die problemlos in frühere Urlaube entführt, und der Blick auf die Spree ist sowieso eine kleine Sensation für sich! Unbedingt probieren – nur: Besser vorher reservieren, denn als Eventlocation kann es auch passieren, dass das RIVO nur für die jeweilige Gesellschaft geöffnet ist.


RIVO - Spreeterrassen Restaurant & Eventlocation
May-Ayim-Ufer 9, 10997 Berlin
E-Mail: kontakt@rivo-spreeterrassen.de
Tel.: +49 (0)30 208477440
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 17 - 24 Uhr

2026-02-19

Der dümmste Schwachsinn …

… der seitens dieser desaströs inkompetenten Bundesregierung nun durch die Medien tapert, ist meiner Meinung nach, das Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche. Das kommt so sehr sichtlich aus der Kiste: „Wir haben selber keine Ahnung vom Thema, also verbieten.”

Dieses Verbot würde lediglich bedeuten, dass man Kindern versagt, frühzeitig kompetent in die Nutzung des Internets eingeführt zu werden, damit sie hier so früh wie möglich umfassende Kompetenz aufbauen können. Weil man selber technische wie auch inhaltliche Zusammenhänge nicht begreift – und schon mal gar nicht Geld in die Hand nehmen möchte, um Kindern das Wissen womöglich in Schulen zu vermitteln (für mich heute absolutes Pflichtfach) –, geht man lieber den bequemen Weg: Ein Verbot muss her.

Völlig albern in einer Zeit, in der die Nutzung sozialer Medien zur Jugend gehört, wie für uns früher die BRAVO. Und: Australien zeigt es gerade, das Verbot wird in großem Stil umgangen werden. Übrigens von den Eltern selber. Warum? Weil heutige Eltern soziale Medien als Kommunikationsform mit den Kindern zum Nachrichtenaustausch verwenden. Das ist state of the art, da gibt es auch kein Zurück mehr. Keiner schreibt heute noch eine SMS. Natürlich nutzen Eltern mit echter Medienkompetenz hierfür auch die richtigen sozialen Medien (z. B. Signal) und sorgen dafür, dass die falschen Medien (WhatsApp) nicht auf dem Smartphone der Kids landen.

Regierungsseitig wird doch bloß wieder Bequemlichkeit zelebriert. Ja. Netzbildung für Kinder ist ein herausforderndes Thema, und nicht alle Eltern verfügen heute (das ist nämlich längst keine Frage mehr des Alters, sondern eben von eigener Kompetenz, die auch heute längst nicht jede*r hat) über diese in ausreichendem Rahmen. Das merkt man immer dann, wenn Papis mit Klarnamen Influencerinnen auf TikTok dissen.

Es ist sicherlich richtig, Medienzeiten zu beschränken. Genau hinzusehen, wo das Kind online agiert, mit wem es kommuniziert. Den Kindern müssen Inhalte erklärt werden, Strukturen müssen aufgezeigt werden. Sie müssen unter Anleitung lernen zu differenzieren – sich davon zu distanzieren. Selber erkennen lernen, wann es richtig und wichtig ist, eigene Stoppschilder zu setzen.

Das schafft man aber nur mit Zeit, die man in Kinder investiert. Mit Vertrauen, das man in sie setzt. Mit klugem Austausch. Das ist auch keine einmalige Sache, da muss man dranbleiben, hinterfragen, beraten und sich unter Umständen selbst Beratung holen. Es ist ein Prozess und nein, keiner, der irgendwem in den Schoß fällt. Aber nur so gibt man dem Kind die faire Chance, für sich die guten Seiten des Internets ins Leben zu holen und die sehr üblen Seiten selbstbestimmt (!) abzuwählen. Denn selber Gefahren zu erkennen und mit Vertrauenspersonen darüber zu sprechen – das ist echte Medienkompetenz bei Kindern. Auch immer wieder den eigenen Konsum zu hinterfragen, das eigene Auftreten im Netz, ist ein hervorragendes Instrument, das man Kids unbedingt mitgeben sollte. Es wird solche Instrumente öfter wiederverwenden können, spätestens wenn es Partydrogen und Rauschmitteln begegnet.

Aber ganz vorne dabei sehe ich die Schulen in der Pflicht. Es braucht Lehrer*innen, die – zwingend – weitergebildet gehören in dem Thema. Die darin Kompetenz erlangen müssen – egal, ob sie es interessiert. Immer noch ist an viel zu vielen Schulen das Thema Internet, Smartphone, Computer bei den Lehrern verankert, die sich dafür interessieren. Das genau reicht eben nicht mehr! Da dürfen sich heute immer noch viel zu viele Lehrkräfte wegducken.

Und: Es braucht Investitionen. Aber die schieben CDU/CSU und SPD ja lieber den reichen Lobbyorganisationen auf das Konto, anstatt in unsere Zukunft zu investieren.

Und noch eines: Der meiner persönlichen Meinung nach inkompetenteste Bundeskanzler, der jetzt wieder das zu Tode gerittene Pferd Klarnamenpflicht aus dem Hut zaubert, ist schon deswegen das völlig falsche Sprachrohr für irgendwelche Forderungen im Internet. Zumindest solange er, seine politischen Strippenzieher und öffentliche Behörden Deutschlands aktive Accounts bei X führen.

Setzt euch erst mal auf euren Hosenboden, ihr Pfeifen, und macht eure demokratischen Hausaufgaben auf dieser faschistoiden Plattform.

2026-02-18

Ich bin sehr verliebt …

… in dieses unglaublich schöne, kreative, intelligente (!), energiegeladene, künstlerisch abwechslungsreiche, genial von den Kameras geführte Stück Kunst und Musik, dass da Bad Bunny im Super Bowl vom Leder gerissen hatte.

Ich bin auf so vielen Ebenen beeindruckt und überzeugt, bin wieder einmal begeistert von dem riesengroßen Talent der Lady Gaga, möchte, dass Ricky Martin bitte nur noch melodramatische Chansons singt und liebe diese täglichen Reaktionen der Menschen im Internet, die einfach so wundervoll viel Spaß mit diesem Event hatten und sich davon haben die eigene Kreativität entzünden lassen.

Funfact No. 1: Ich weiß bis heute nicht, wer den Super Bowl gewonnen hat.

Funfacht No. 2: Die einzige Person, die das Spektakel (im schönsten Sinne dieses Wortes) ganz fürchterlich fand, ist der olle weiße, in die USA zugewanderte Mann mit schlechtester Frisurberatung, der gerade auf dem Präsidententhron seiner Demenz zollt – und kein Wort verstanden hat!

Und ich gebe zu, ich hatte Bad Bunny bis dato nicht wirklich auf der Liste. Klar, kennt man einige seiner Hits, weil die einen auch hierzuland hier und da begleiten. Aber was ist das für ein entzückendes Menschenkind? Wie unglaublich viele Gehirnzellen hat der? Was für ein Rückgrad? Was für gnadenlose Stylisten lässt der an sich ran – und wann kommt dieser Gegenentwurf Lateinamerikas zu Ken endlich als Barbie-Puppe?

Ich glaube, diese knapp 14 Minuten Ausflug in lateinamerikanische Geschichte, werden einen sehr großen Run auf spanische Sprachkurse auslösen und die Tourimuszahlen in Lateinamerika ordentlich wachsen lassen. Mehr kann man wirklich nicht verlangen von einer solchen Show.

2026-02-17

Katzen Israels

Was natürlich noch fehlt aus der israelischen Berichterstattung, die weisen Schönheiten auf den Straßen Israels! Teil 1.

Mein absoluter Liebling ever ever ever. Aus Gründen:
Die Hafen-Diva von Jaffa in Tel Aviv
Mrs. Wärempumpe, dealt in Jerusalem mit sinnvoller Technik.
Dieses freundliche Reiseführerin begleitete uns in Jerusalem auf dem Kreuzgang
Man streitet ja etwas über Marias wirkliche Herkunft: Jerusalem, Nazareth, Jerusalem …? Jedenfalls, falls doch Jerusalem, ist dieses Exemplar Marias besonders ehrenvolle Müllkeeperin. (In der Nähe ihres angeblichen Geburtsortes.)
Cafehausbetreiberin irgendwo an der Autobahn in Richtung Totes Meer
Sie war mit ihren kleineren Brüdern und Schwestern charmantes Unterhaltungsprogramm in einem Hotel.
Dieses wunderschöne Expemplar begrüßte unseren Bus am Ort der Bergpredigt am See Genezareth. Zum Klauen!
Echtes Tel Aviver-Gangmitglied.
Zur gleichen Gang gehörend:
Langhaarkatzen in Wildniss haben es wirklich nicht leicht, dieser kleine Engel hätte dringend eine Schur gebraucht.

Wat ‘ne fiese Möp!

Dieser Infekt, der sich gerade herumschleicht. Täuscht ein bisschen an mit Halsschmerzen und Hüsteln. Tut so, als wäre er drei Tage später vorbei, um dich dann aber so etwas von aus der Bahn zu kippen.

Ich war fünf Tage lang froh überhaupt einmal am Tag das Katzenklo säubern zu können, mir eine Kanne Tee kochen zu können (und trinken zu können) und mir die Zähne zu putzen.

Nebenbei habe ich mich von irgendeinem zu früh geschlüpften Insekt im Schlafzimmer abstechen lassen.

Laut Test kein Covid, keine Grippe. Einfach nur eine Bronchitis aus der Hölle. Ganz ehrlich, diese erste Hälfte vom Februar kann weg.

High Five an eine sehr verständnisvolle, kleine, schrecklich gelangweilte, graue, zuckersüße Katze.