2026-04-09

Es gibt ja nichts, …

… was es nicht gibt!

2026-04-08

Meine Güte! Was haben wir uns da eingefangen?

Vielleicht sind wir gestern gerade so am Beginn des 3. Weltkrieges vorbei geschrammt. Der Kanzler? Scheint nicht zu existieren. Sieht auch nicht seine Funktion darin, vielleicht seinen Wählern Angst zu nehmen, Zuspruch zu geben in einer solchen Zeit.

In den Medien findet Friedrich Merz erst fünf Spalten tiefer stattt. Und zwar damit:

Kann die deutsche Regierung noch abstruser werden?

Ach und übrigens, das Landgericht Flensburg hat geurteilt und dieser Peinlichkeit von Kanzler (angeblich ja Jurist) die nächste juristische Schlappe serviert: Letzte Generation keine kriminelle Vereinigung Die Aktionen sind keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.

Und noch eimal, diese – meiner persönlichen Meinung nach – Flitzpiepe soll Jura studiert haben. Man will es kaum glauben.

2026-03-31

Kartoffel an Preußisch-Blau – nur im HERITAGE!

Die Aussichten könnten viel schlechter sein. Wer das HERITAGE betritt und einen Fensterplatz als Refugium für die nächsten Stunden sein eigen nennen kann, guckt auf den Gendarmenmarkt, insbesondere auf das Konzerthaus, rechts davon auf den Deutschen Dom.

Tiefes, dunkles Blau ist die Hauptkomponente im Einrichtungsstil des Restaurants – dunkler kann ein Blau kaum noch vorkommen. Wenige wissen, dass man das Preußisch Blau aus dem Tuschkasten in Malersprache auch Berliner Blau nennt, da passt das schon. Innenarchitektin Oana Rosen hat den Räumen mit der Farbe preußische Kühle mit moderner Gemütlichkeit verliehen, die Kunst an den Wänden stammt vom Fine Art Photokünstler András Dobi aus Ungarn.
Das Restaurant HERITAGE gehört zum Hotel Luc. Das Boutiquehotel zählt zur Autograph Collection der MHP-Gruppe und hatte 2022 in Berlin seine Türen geöffnet. 75 Zimmer und 17 Suiten mit Fitness- und Sauna-Bereich, zwei große Möglichkeiten für Konferenzen – und allerbeste Lage am U-Bahnhof Stadtmitte.

Die schönen Räume zu (beinahe) ebener Erde teilen sich auf in den Restaurant- und Barbereich, eine private Lounge kann auch reserviert werden. Im Sommer lockt die Terrasse in der Charlottenstraße.
Übrigens: Luc, so nannte der Philosoph Voltaire seinen guten Freund Fritz, wir reden von Friedrich II, den Großen, beim Kosenamen. In der Sprache Voltaires wird „Luc” gerne im Wortspiel als höflichere Variante für das recht derbe „Cul” (Arsch) verwendet. Beide Männer verband über 42 Jahre eine intensive Freundschaft mit hohem Briefaufkommen – und offensichtlich gerne auch deftigem Sarkasmus in ihrer Kommunikation.
Es ist sehr gemütlich hier – und es gibt keinen Grund, auch für Berliner, dieses Restaurant nicht für sich zu entdecken. Geöffnet ist das HERITAGE ab 06.30 Uhr und serviert dann (nicht nur) Hotelgästen das Frühstücksbüfett. Mit einer kurzen Pause zwischen 11:00 und 12:00 Uhr werden die Wünsche zum Mittag und Abend der Gäste erfüllt.
Wir dürfen uns auf Einladung dem „The Taste of HERITAGE“-Menü widmen. Vier Gänge mit einem Glas Champagner zur Begrüßung und Weinbegleitung zu jedem Gang, werden auf dem wunderschönem Porzellan der Königlichen Porzellan-Manufaktur serviert.
Dem Gelage am Gendarmenmarkt ist geschuldet, dass sich das HERITAGE gemeinsam mit dem Hotel im Fan-Duktus jenem König, dann Kurfürsten Friedrich II., verschrieben hat. Oder wie wir hier im provinziellen Hauptstädtchen gerne sagen: Dem alten Fritze. Im HERITAGE begegnet er an der Bar als Gin Fritz.

Dieser Mann, im Gegensatz zum aktuellen Fritz, hatte noch ein Gespür und Interesse am Wohlergehen seines Volkes und erließ den berühmten Kartoffelerlass, um das (zunächst diesbezüglich eher undankbare) Volk so vor einer weiteren Hungersnot nach mehreren Getreidemissernten zu schützen. Das Volk hielt die Teufelsknolle für giftig, Fritz ließ sie trotzdem im Land erzwungen anbauen – der Rest ist deutsche Geschichte.

Diese Kartoffel ist nun der heilige Gral im Hotel Luc und HERITAGE. Irgendwie sympathisch. Wir finden sie in der Dekoration – und auf der Karte!
So zeichnet sich dann auch im Menü der erste Gang durch Pommes Allumettes besonders aus, denn in deren Nest ruht ein delikates Bœuf Tartare und ein apartes Eigelb on top. Das Bœuf Tartare ist ganz wunderbar abgeschmeckt und duftet elegant nach Kapern, das Eigelb tut nachdrücklich, was es tun soll, und umhüllt das Tartare elegant-reichhaltig mit seiner Creme. Die Pommes Allumettes sind knusprig und kalt. Ich bin ehrlich, ich präferierte sie in warmer Variante. Frittierte kalte Kartoffeln bringen immer eine gewisse Bitterkeit mit, die ich hier im Kontext nicht wertschätzen vermochte. Nun, es isst wie es ist.
Es folgt eine Kürbissuppe. Sie beherrschte die hohe Kunst, uns zu verwöhnen. Heiß, duftend – köstlich. Sie wird cremig und würzig, mit Kokoscreme und Tahin angemacht, der Sesamduft steht ihr außerordentlich gut – wie auch der frische Crunch der Granatapfelkerne. Ein weiterer Levantegruß versteckt sich im Süppchen: geerdete Kichererbsen. Jeder am Tisch ist ein bisschen in diese Suppe verliebt. Ist so!
Derweil sind wir vom Champagner umgestiegen auf einen der offenen Weine, als da wären ein Chardonnay – Domaine Laballe Sud Quest von 2023. Und ich wünsche mir den Eins – Zwei – DRY Pinot Noir Rosé von Leitz im Rheingau ins Glas. Ein sehr zarter Schmelz und feine Frucht – ihn stelle ich mir sehr gut zum Spargel vorl!
Zum Hauptgang wechseln einige, auch ich, in unserer Runde auf den Sauvignon Blanc vom legendären Emil Bauer aus der Pfalz. Wie schon 2023 in der Flasche, auch 2026 im Glas mit seinen klaren, demokratischen Grüßen. Klassiker.
Meine Nachbarin bleibt in der Welt des Rosé und wählt eine Pinot Noir Cuvée (Weinberge in Wachenheim und Ruppertsberg) von Dr. Bürkling-Wolf (Pfalz, 2023)– und ja, diesen Wein werde ich mir definitv merken. Spannender Charakter, ein besonderer Rosé. Und ein Etikett, bei dem Rosmunde Pilcher schwach werden würde.

Ach, geht einfach mal Wein trinken im HERITAGE. Ist doch bald Frühling und die schöne Zeit auf der Terrasse nicht mehr weit. Hier lebt sich charmantes Brasserie-Feeling in Berlins schönster Jahreszeit an einer der beeindruckendsten Adressen dieser Stadt. J'en serais ravi. Zumal euch Der Alte Fritz hier ins Ohr flüstert: „Kein Mensch taugt ohne Freude.”
Nun, da, wo der Preußenkönig sein fröhliches Unwesen treibt, sind natürlich die Hugenotten in Berlin nicht weit. Es ist also kein Wunder, dass Küchendirektor Florian Glauert mit seinem Team sich der deutsch-französischen Cuisine verschrieben hat. Der gebürtige Berliner Glauert hat jahrelange Erfahrung in der Sterne-Gastronomie im In- und Ausland gesammelt.
So gelingt der nächste Gang sehr französisch – und spätwinterlich saisonal. Die Jus zum Short Rib duftet schon in Richtung unseres Tisches, da können wir unseren delikaten Hauptgang noch gar nicht erblicken.
Wat ’ne Soße! Das Short Rib ist butterweich und fällt von selbst vom beeindruckenden Knochen, der auf dem Teller durchaus eine visuelle Ansage macht. Dazu gibt es ein cremiges Kartoffelgratin. Wir erfreuen uns ob dieser Opulenz – ich mich insbesondere über diese glänzende Jus, die nach Port und rotem Gewächs duftet und einfach ein Geschenk ist!
Auch der Nachtisch hat (mittlerweile eingedeutschten) französischen Charme. Fondant au chocolat mit etwas Vanilleeis und eingelegter Kumquats auf einem Maracuja-Spiegel. Letzterer ergänzt auch meinem Teller. Meine Nachbarin, die Probleme beim Genuss von Nüssen hat, vertraut lieber alternativ auf die Collection von Sorbet, dem ich mich anschließe.
Das uns servierte, bildschöne Gemälde besteht aus einem sehr cremigen Bananen-, Erdbeer- und Veilchensorbet. Ach, Veilchen! Da lassen die, leider stillgelegten, Galeries Lafayette von um die Ecke grüßen.
Wir genießen einen aromatischen Espresso und beschließen den Abend beglückt, köstlich bekocht und vor allem so sehr charmant bedient von Sheila Scheidemann, der Food and Beverage Managerin im HERITAGE. Das Menü kostet derzeit € 99,—, mit Weinbegleitung zusätzlich für vier Gläser € 49,—, alkoholfreie Begleitung mit zusätzlichen € 39,— berechnet.

Selbstverständlich lädt das HERITAGE ein, auch à la carte zu dinieren, um jeden Gang des Menüs auch einzeln genießen zu können. Die Karte liest sich bonfortionös und lässt – naturallement – auch Vegetarier bzw. Veganer nicht verhungern! Wie klingt beispielsweise als Vorspeise Vatare HERITAGE – Jackfruit, Rote Beete Pilze, Rauchmaj – vegan oder Pilze à la Crème mit knusprigen La Ratte-Kartoffeln, Belper Knolle und schwarzem Trüffel?

Eben!

Restaurant HERITAGE
Charlottenstraße 51, 10117 Berlin
Homepage
Reservierung erbeten

2026-03-29

Ich und mein Monk

Ich passe tatsächlich weitreichend in das künstlich geschaffene Weltbild eines Monks. Hängst du deine Bilder in nicht Millimeter gleich abgemessenen Abständen und Höhen auf und gibst ihnen zudem noch einen Schwung zur Schräghängung – und ich bin deine Freundin.

Nicht.

Das hat viel mit dem Thema Hochsensibilität zu tun. Monken schafft Ordnung, suggeriert Klarheit, lenkt die Antennen nicht ab, während sie Signale empfangen. Vermeintlich. Das ist so, damit lebe ich. Deutlich leichter, seit ich um die Zusammenhänge weiß. Mein Monk ist immer bei mir und tut mir nur geht so gut. Aber mittlerweile kann ich ihn hier und dann streicheln und ab und zu belustigt belächeln. Das ist natürlich auch das große Geschenk, das einem das Leben macht, wenn man dann das Glück hat, zur älteren Frau zu werden. Schrullige ältere Frau zu sein, es kümmert mich nicht mehr, was die anderen denken.

Dieses Monken hat beispielsweise dazu geführt, dass ich, seit ich selbständig wohne, nie farbige Wände in meinen Wohnungen hatte. Klassisch weiß, Raufaser – was anderen langweilig vorkommen mag, ist mein heiligster Schutz. Wenig Buntness hilft meiner inneren Ordnung. Da mutet es regelrecht wahnwitzig an, dass ich seit letztem Jahr überlege, eine Wand in meinem Wohnzimmer in einem zarten Türkiston tünchen zu wollen.

Tünchen. So ein schönes Wort! Wird auch viel zu selten verwendet: Ich tünche, du tünchst, wir tünchen. Lasst uns mehr tünchen! Naja, also nicht in meiner Wohnung, da nur die eine Wand, vielleicht. Es ist schon ein irrsinniger innerer Rock’n’Roll für mich, dass ich überhaupt darüber nachdenke.

Lange Einleitung. Kommen wir zurück zu meiner Monkigness oder heißt es Monkigkeit? Egal, bin ja eh für unglaubwürdige Wortschöpfungen bekannt. Mein Monk begleitet mich eher nach innen gerichtet. Dafür begleitet er mich ständig. Beispiele gefällig?

Wenn ihr Filme oder Fernsehen oder irgendwas mit Bildmaterial guckt, wo eine professionelle Maske ihre talentierten Finger im Spiel hatte, dann seht ihr Gesichter. Ich aber sehe weiße Striche auf der Oberlippe. Weil, der gehört da so hin! Das ist eine unumstößliche Maskenbildnerregel: Die Oberlippe gehört weiß gestrichen.

Keine Ahnung warum, vermutlich sieht dann die Lippe voller aus oder das böse harte Filmlicht zeichnet so weniger harten Schatten unter den Nasenbereich. Oder weil wir Zuschauer zu doof sind, das Ende der Lippen und den Anfang vom Philtrum zu erkennen. Dieser immer präsente Strich wird sicherlich einen solventen Grund haben, sonst würde er nicht ständig gezeichnet werden.

Nur: Ich sehe ihn. Und zwar ausschließlich. Er ist für mich das Element in einem Filmgesicht. Du kannst mich nach einem Film fragen, ob die Schauspielerin grüne oder gelbe Kontaktlinsen trug. Das weiß ich nicht, denn mein Monk und ich haben ausschließlich den weißen Strich auf der Oberlippe gesehen. Manchmal ist er so omnipräsent und überhaupt nicht verblendet, da möchte ich die jeweilige Täterperson in der Maske fragen, was sie sich eigentlich dabei gedacht hat.

Manchmal ist er ganz zart, kaum wahrnehmbar – dann entspannen Monk und ich uns sogar und können mit unseren Augen weiter hochwandern zum immer präsenten weißen Lidstrich im Auge, denn die müssen ja auch zwingend größer gezeichnet werden. Übrigens auch dann, wenn das Sujet der Schauspielkunst von Natur aus sehr große Augen bereits hat. Egal, Hauptsache Kuhauge gemalt.

Also … ich finde diesen weißen Lippenstrich völlig überflüssig und er nervt mich … seit immer. Er lenkt mich von allem ab. Von der Figur, dem Gesicht, dem Können des/der Schauspieler*in. Naja, nichtsnutziges Gegendere. Männer bekommen nämlich seltener weiße Lippenstriche gemalt. Außer Dragqueens, da wird auch der weiße Lippenstrich auf der Oberlippe gerne maximal überzeichnet. Nur, dort tut er meinem Monk inside weniger weh, weil bekanntermaßen Make-ups von Dragqueens nicht gerade eine Kunstform der Zurückhaltung sind.

So. Soviel zu meinem einen inneren Monk, der mich hart und zuverlässig seit Jahrzehnten begleitet. Ich habe mir diesen hässlichen Oberlippenstrich übrigens nie gezogen, als ich mich noch täglich sehr gerne geschminkt hatte, mit allem, was die Make-up-Industrie mir verkaufen wollte. Und ich freue mich sehr, dass ihr nun künftig auch nicht mehr in ein Filmgesicht gucken könnt, ohne diesen verderbten Strich wahrzunehmen. Herzlich willkommen in creezys Monkhausen!

Mein zweiter innerer Monk tanzt regelmäßig Pogo in … Kochsendungen. In Kochsendungen wird nämlich sehr gerne ein Plural eines Fachbegriffes einer uns fremden Sprache, der sich aber in den deutschen Sprachgebrauch eingemummelt hat, doppelt gebildet, der irrationale Plural verwendet: GnocchiS.

Da zieht mein innerer Monk regelmäßig zum Sprung an. Jetzt gibt es eine relativ klare Regel in der – mittlerweile ziemlich aufgeweichten – deutschen Sprachregelung, vor allem zu Latinismen und Italienismen, die es in unseren alltäglichen Sprachduktus geschafft haben. Und das betrifft in der italienischen Sprache vorrangig wohl das Vokabular der Küche und Musik.

Wir benutzen im Singular eben jenen, also „den Gnoccho“. Seltener „der Spaghetto“ (der kommt selten alleine), eher noch der Raviolo. Und verändern dessen Plural (o auf i) einfach nicht mit einem angelsächsischen „s” dazu. No way! Es bleibt auch in unserer Sprache der italienische Plural unverändert. Es sind Gnocchi. Spaghetti. Ravioli. Punkt.

Und das ist offensichtlich schwer zu verstehen – ich rege mich da weniger über Kochshowkandidaten auf – aber sehr bei den Profis vor den Kameras, die dann immer wieder von GnocchiS (also übersetzt Klößchenchen) oder RavioliS (Teigtaschenschen) sprechen. Immer und immer wieder. Das sind doppelte Pluräler – und glaubt es mir: „Doppelte Pluräler” das ist schon von Haus aus die allerhässlichste Wortkombination, die die deutsche Grammatik ihr eigen nennt!

Und jedes Mal, wenn Björn Freitag, dessen Wortschatz eh schon nur zu 78 % aus „Mega” und „Krass” besteht, obendrein acht Mal in einer Sendung seit über zwanzig Jahren „Gnocchis” falsch sagt, ja, dann fühlen Monk und ich eine heftige Unwucht. Jedes verdammte Mal! Man, der Typ macht Food-Reisesendungen nach Italien – und bekommt es nicht hin im TV den korrekten Plural vom Gnoccho in seiner eigenen Heimatsprache zu bilden?!

Diese harte Unwucht fühlen Monk und ich ürigens auch, wenn Jurorin Sarah Henke immer wieder BruSCHetta sagt (ach so, wir sind bei der Küchenschlacht im ZDF – also im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem mit dem angeblichen Bildungsauftrag), anstatt Bruschetta mit hartem K, dann werde ich wirklich sauer. Bekommen die in ihren TV-Jobs wirklich keinerlei Spracherziehung? Oder überhaupt in ihren Jobs? Übrigens: Juror Thomas Martin bekommt die Pluralbildung eines italienischen Substantivs korrekt hin. Und das Bruschetta.

Wirklich, wenn mein 90-jähriger Nachbar das falsch ausspricht, geschenkt! Aber Moderatoren, Juroren, die in ihrem eigenen Kosmos und in ihrer eigenen Fachsprache – im öffentlichen Fernsehen – kommunizieren? Monk und ich können da einfach nicht amused sein.

Langes Blogpost, kurz gefasst: Ihr guckt halt TV, ich leide ständig, weil ich omnipräsent Dinge sehe oder Wörter höre, die meinem Monk die tägliche Dosis Extasy ist.

Hier übrigens sind ganz zauberhafte Pluräler der deutschen Sprache aufgeführt!

2026-03-28

Deutscher Journalismus

Geschichte über eine ältere Frau (über 80) und wie sie etwas unkonventionell lebt.

Bildredaktion dazu: Stockfoto, ältere Frau sitzt auf einem Stuhl und strickt, natürlich grauhaarig mit Brille.

Header dazu: Oma lebt so und so …

Im Artikel: Nicht ein einziger Hinweis darauf, dass diese Frau Kinder noch Enkel hat, also Großmutter ist.

Mich ödet diese zunehmende Drittklassigkeit der Schreiberzunft nur noch an. Das ist noch schlimmer, als schon alle Witze bereits dreimal gehört zu haben.

2026-03-27

These

Lars Klingbeil wurde einst als Neoliberaler von der FDP in die SPD eingeschleust, um diese hart zu unterwandern.

Jetzt, da die FDP im Sterben liegt, hat sie natürlich kein Interesse mehr daran ihren blassen Sondermüll wieder einzusammeln. Und da, wo es nach Verwesung riecht, wird halt auch Parteienübergreifend gestorben.

2026-03-26

Tischlein deck dich! im Nah und Fern | Fusion Kitchen

Ich finde, es gehört eine ordentliche Portion Mut dazu, in diesen Zeiten in Berlin ein Restaurant zu eröffnen. Lisa, Kevin und Maikel sind's. Also mutig. Die drei Begründer*innen des Nah und Fern | Fusion Kitchen in der Schönhauser Allee 135 a haben im letzten Sommer ein gemütliches Refugium, unweit der U-Bahn-Station Eberswalder Straße, eröffnet.

Die Einrichtung ist klar, modern und trotzdem gemütlich. Im Winter bollert der kleine Kamin in dem hinteren Zimmer, das von den wunderschönen Fenstern in warmes Licht getaucht ist. Berliner würden sagen, das ist ein schmucker Ort mit kleinen Raffinessen. Und einem sehr freundlichen Empfang.
Die drei Gastrobegeisterten haben ihre persönlichen Talente und Professionen in die gemeinsame Waagschale geworfen und eine GmbH gegründet. Die Geschwister Lisa und Kevin mit deutsch-vietnamesischen Wurzeln und Koch Maikel Gööck (als Geschäftsführer). Das spricht für Selbstbewusstsein und ihren Glauben an das Nah und Fern – auch in diesen komplexten Zeiten für Gastronomien.
Lisa, als gelernte Restaurationsfachkraft, ist uns Gästen eine reizende Begleitung durch den Abend, Kevin sieht seinen Platz hinter der Bar. Zu Recht, die Cocktailkarte des Nah und Fern | Fusion Kitchen kann sich sehen lassen – auch in ihrer alkoholfreien Variante.
Die restliche Spirituosenkarte ist angenehm übersichtlich. Drei weiße Weine, zwei Rote, ein Rosé, zwei Crémant (weiß/rosé), zwei Biere mit, zwei ohne Umdrehungen. Ich mag das, der Sauvignon Blanc von Jochen Uebel aus der Pfalz begleitet unser Menü – absolut passend.
Maikel Gööck war lange Küchenchef in der Rôtisserie Weingrün, wo Lisa und er sich gefunden haben. Seine Küche ist die Begegnung der deutsch-französischen Liaison, die nun durch den Ausflug ins ferne Vietnam zu einer wundervollen, leichten Ménage à trois gewachsen ist. Die Karte des Nah und Fern | Fusion Kitchen ist da Programm. In jedem vermeintlich deutschen, französischen oder asiatischen Gang begegnet uns ein aromatischer Gegenspieler der jeweils anderen Küche. Das ist überraschend gut und macht Spaß!
Auch die Karte ist dabei angenehm übersichtlich geraten. Es gibt vier Vorspeisen, drei Hauptspeisen, drei Desserts – natürlich auch in einer veganen Variante zu genießen. Parallel dazu kann ein 3- bzw. 4-Gang-Menü gewählt werden. Einige Gänge lassen sich charmant upgraden – zum Beispiel der aromatische Reisnudelsalat, den es gegen Aufpreis auch mit Garnele gibt.
Den Reisnudelsalat mit Tofu ergänzen auf der Vorspeisenkarte Rindertatar oder der (wirklich!) perfekte Caesar Salad mit Granatapfelkern.
Die Hauptgänge: Backhähnchen, Bao Buns oder vietnamesische Königsberger Klopse – vom Kalb – und geröstete Miso-Aubergine mit Kartoffel-Wantans als vegetarische Variante. Für Abwechslung sorgen die Menüs auf der Karte, deren Gänge sich von den üblichen Angeboten gänzlich unterscheiden – so durchaus Flexibilität im Angebot ermöglichen. Wir probieren aber das einzigartige Menü zu einem besonderen Event: Lisa, Kevin und Maikel feiern ihr Kiezfest „Tischlein deck dich!” und möchten sich mit diesem Menü ihrer Nachbarschaft am 31.03.2026 ab 18 Uhr (das getimte Menü startet um 18:45 Uhr) vorstellen. Und ja, es lohnt sich!
Es wird ein 3-Gang-Menü zum Sharing serviert, wahlweise mit Bier- oder Weinbegleitung für je 74,— bzw. 84,— Euro pro Person inklusive Wasser.
Der Aperitif (optional) wird mit 5,— Euro berechnet. Wir starten damit und lassen uns von Kevins Signature Drink überzeugen: Das ist der Yuzu Spritz, mit und ohne Alkohol bestellbar. Leicht, softes Zitrusaroma, zarte Süße, die sich nicht in den Vordergrund spielt.
Sensationell das selbst gebackene Brot, das mit Miso-Butter serviert wird. Krachend knusprig, würziger Geschmack der lockeren Krume. Die erste Portion geht aufs Haus, die nächste wird für 3 Euro serviert.
Ganz ehrlich? Ich könnte hierherkommen und nur das Brot essen! Und mit der Idee war ich nicht alleine.
Zu diesem extrem köstlichen Brot servieren sie als Vorspeise den schon erwähnten Reisnudelsalat und einen gepickelten Knollensellerie mit Kräutersalat als Inlay und dazu einem würzigen Sesam-Dressing, er hatte mein Herz im Sturm erobert. Leichter Biss, gute Aromen – der Sesam tut der erdigen Knolle wirklich gut.

Auch zum Teilen gedacht, sind die drei Begleiter des Hauptganges.
Und da werden die faszinierend zarten-knusprigen Backhähnchen von Borgmeier mit spicy Chili-Mayonnaise von der Hauptkarte serviert, die uns in der Runde sehr begeistert haben. Das Fleisch butterzart, der Crunch krachend gelungen.
Gemeinschaftliche Liebe zum begleitenden Nouc-Cham-Kartoffelsalat, der mit einem Hauch Fischsauce abgeschmeckt wird. Asiatische Fischsauce, zarte Schärfe der Nouc-Cham an Kartoffel mit Radieser und Schnittlauch, den aromatischen Knusper liefert die Senfsaat – unbedingt merken!
Ein zartes, perfekt rosa gebratenes Flanksteak im Tagliata-Style serviert (mit Estragon-Beure-Blanc) und die asiatische, würzige Komponente: geschmorte Short Ribs mit gepickelten Zwiebeln. Wirklich zart und würzig in ihrer perfekt abgeschmeckten Teriyaki-Sauce. Begleitet von eingelegtem Gemüse und einer sehr gelungenen Variante des Caesar-Salats mit Wasabi-Limettendressing und Granatapfelkernen.

Dieses Menü ist eine gelungene Kombination zwischen den Welten, Maikel versteht seinen Job in der Küche absolut, und die Kreativität, die alle drei uns Gästen im Nah und Fern zumuten, unterhält und öffnet unseren Horizont! In diesem Menü kann sich jeder wiederfinden – und auch wenn es jetzt etwas sehr fleischlastig klingt, natürlich haben die drei eine vegane Variante in petto!

Wir hatten einen schönen und vor allem leckeren Abend, so charmant begleitet von unseren herzlichen Gastgebern. Der ein noch köstlicheres Ende fand mit der Runde Cocktails, die Kevin zauberte, und Lisa servierte dazu eine besondere Crème brûlée mit Aromatiken von Limette und Ingwer und dazu ein Zitrusfruchtkompott mit Jackfruit.
Also: Wenn ihr am 31.3.2026 noch nichts vorhabt. Hier könnt ihr euren Tisch und euer Menü buchen.

Und auch sonst empfehle ich herzliche gerne einen Besuch im Nah und Fern | Fusion Kitchen. À la carte bietet es mit spannende Begegnungen. Das Nah und Fern öffnet seine Fusion Kitchen Dienstags bis Samstags von 17.00-22:00 Uhr.