2009-11-21

Besucher …

Neulich schon hatte ich so ein Phänomen der dritten Art als die beiden Mädels abends wie gebannt stundenlang durch den schwarzen Samtvorhang in Richtung Balkon starrten. Da Katzen großes Talent besitzen, Dinge zu sehen die wir nicht sehen können, entschloss ich mich nach einer Weile zu glauben, wir hätten einen Besucher der dritten Dimension im Haus zu Besuch im Ohrensessel sitzend und ging irgendwann schlafen.

Heute – strahlendes Wetter – das Schlafzimmer ist noch etwas sehr rumpelig vollgestellt weil ich gerade meinen Flur mit neuen Ablageflächen umgestalte, öffne ich die Balkontür und entlasse die Tiger wie gewohnt in einen frühlingshaften Spätherbst nach draußen. Kümmere mich um meinen Abwasch von gestern, tippe was, antworte Mails und gehe irgendwann zum Balkon, weil's doch langsam frisch wird …

… um dort, wo Talytha immer auf der Balustrade sitzt, eine Katze sitzend vorzufinden, die zwar eindeutig wie meine Tally eine Schildpatt ist aber mit deutlich mehr Weißanteil im Fell, von kleinerer Statur und jünger, knapp dem Fratzalter entsprungen. Sie glotzt mich an, ich glotze zurück – wir beide glotzen lange. Intensiv. Sprachlos.



Selten sooo doof geglotzt bis ich die Sprache wieder gefunden habe und mich sorgenvoll fragte, wenn das da nicht meine Talytha ist, wo ist dann Tally? (Eine fremde Katze auf dem Balkon sorgt meiner Erfahrung nach wenigstens für ein zweite schreiende, fauchende Katze, die dem Besucher klipp und klar macht, in wessem Revier er sich gerade aufhält.) Und hat ihr die Katze womöglich vorgemacht, wie man über den Balkonvorsprung zu flüchten hat? Ich rufe sie, keine Antwort. Ich suche sie, unsichtbar. Adrenalin vom Feinsten. Katzensticks! Bei Tally brauche ich nur Katzensticks zu denken und sie steht Spalier. Ich gehe zum Schrank, knistere mit den Packungen rum, schlimm unsichtbare Tally. Panik macht sich breit. Fremde Katze sitzt immer noch auf dem Balkon und glotzt. Also gebe ich ihr den Stick als Friedensangebot. Den sie sich reichen lässt ohne sofort zu flüchten. Tür zu.

Die Ecken noch einmal absuchend finde ich ein kleines aufgeschrecktes buntes Katzenhäufchen im Wohnzimmer und ihr Verhalten sagt mir, sie denkt gar nicht an Flucht in eine Welt in der so komische andere Katzenmonster beheimatet sind. Und weil das kleine bunte Katzenmädchen gerade sehr verstört ist und somit im Fluchtmodus, die anderen beiden von dem ähnlich aussehenden Besucher vom anderen Stern gar nichts mitbekommen haben, meinte Lino nun auch noch sie ganz gentlemanunlike zu jagen.

Die Besucherin war dann kurz weg. Und gleich wieder da, sie hat offensichtlich großen Spaß an meinem unserem Balkon. Sie findet auch Blaumeisen toll, die meinen Balkon anfliegen. Mittlerweile haben nun auch Nishia und Lino sie entdeckt. Nishia hat sie auf meinem Arm durch die Fensterscheibe fröhlich angeschnurrt, wenn auch ihr Schwanz deutlich andere Signale sendete. Lino aber sitzt jetzt auf dem Fensterbrett, doppelt so breit wie hoch, knurrig und gibt Soundvariationen von sich, die ich von dem Kater noch nie gehört habe. Gleich hat er 'nen Herzkasper.



Sie indes findet den Kater auf der anderen Seite des Fensters sehr spannend und auch wenn sie für sich ebenfalls lustige Klangwelten abspielt, würde sie sehr gerne durch das Fenster kommen und mit dem lustigen Katzenmann auf der anderen Seite spielen. Sie ist noch sehr babyhaft und weiß nicht, dass der Kater offensichtlich findet, mit seinen beiden Mädels schon ausreichend bedient zu sein und das frische Katz‘ liebend gerne auf Spieß gegrillt hätte.



Toll, jetzt habe ich hier drei blankliegende Nervenkostüme in Fell gekleidet und eine Halbstarke, die auf dem Balkon genau das macht, was ich meinen Katzen erfolgreich verboten habe – Blaumeisen jagen, durch meine Fauna zu krabbeln und über Balkonvorsprünge zu springen, um dann über das Dach zu flüchten.

Aber niedlich ist sie, zweifelsohne. Auch wenn ich in dieser Wohnung offensichtlich die Einzige bin, die so von ihr denkt. Sie wird auch erst mal nicht gehen, schließlich ist da dieses tolle Katzen-TV hinter der Fensterscheibe.

2009-11-20

Präparieren

Herr Exit kochte bereits letzten Sonntag sein blogkochshow '09-Menü und legte mit seiner Bratapfeltorte die Latte ziemlich hoch. Vorher servierte er eine entzückende Möhrentarte, der olle Bäckerkönig, danach Lachspasta mit Grapefruit-Weißweinsoße Niveaumäßig ebenso hoch kochten die Jungs von Northerndelight mit Orangen-Möhrencreme, Lammrücken mit Walnusskruste und Grapefruit-Prosecco-Gelee. Die haben das Making-Of sogar gefilmt! Da kann man nicht meckern.

Heute haben sich Julius und Spontiv himself an den Herd begeben – und wie: Estragon-Karotten-Tomaten-Suppe, zarte Butterbohnen an Putenmedaillons mit Süßkartoffel-Walnuss-Püree und abschließend ein Rübli-Brownie an karamellisierter Grapefruit-Mousse und Vanillesoße bei Julius. Herr Spontiv behauptet (noch), er könne nicht mehr kochen. Ich glaube ihm das nicht und wette, er wird uns genau wie letztes Jahr mit seinem veröffentlichten Menü den Rest geben.

Bleiben also noch die Frauen in der Runde übrig. Frau Indica, Frau Bhuti und Madame Jekylla, die, soweit ich weiß, am Samstag die Küchenfenster beschlagen lassen. Ich für meine Wenigkeit, habe das heute schon getan und die Vorbereitungen getroffen für mein morgiges blogkochshow-Event. Es wird lustig, sage ich Ihnen! Herr Foxxi, der morgen mein herzlich gerne gesehener bloggender Gast sein wird, nimmt nämlich nur für dieses Dinner schon seit drei Monaten ab wie Kate Moss am Grashalm kauend.



So wanderten heute eine Hälfte der Vanilleschote zusammen mit Sternanis, Nelke und Zimt in einen anständigen Schluck Orangenlikör zum vergnügt vor sich hinziehen. Und damit mein Kühlschrank auch richtig sein fröhlichfeuchtes Vergnügen haben kann und es ihm nicht mit den dunklen Gestalten langweilig wird, wanderten ein paar der Deko-Physallis angeritzt hinterher und schunkeln in der Runde vor sich hin. Sage bitte keiner, ich kümmere mich nicht um meine Discounter-Ware!

2009-11-19

Aus lauter Langeweile …

habe ich mir heute zur Abwechslung die Zähne sandstrahlen lassen.

2009-11-18

Suizid ist, wenn sich einer umbringt

Eine lange, lesenswerte Stellungnahme von jemanden, der seinem Leben beinahe ein Ende bereitet hätte.

Tolle Rechnung!

In Berlin gibt es im Westen wie im Osten einen Laden in dem Koch- und Küchenbegeisterte ihren Spaß haben. Natürlich gibt es dieser Art mehrere Läden in der Stadt – aber die hier sind besonders sympathisch. Das coledampf's CulturCentrum. Da war ich gestern mal wieder und habe schon einmal für Weihnachten Research betrieben, als auch Artikel A. gleich mitgenommen.

Und diese bezaubernde Rechnung mit politischem Statement erhalten (bitte von ganz oben lesen):



Bei Klick auf's Bild wird's größer!

2009-11-17

Liebe zu einem unbekannten Kind …

ist wohl bei strömenden Regen ohne Schirm, ohne Mütze, ohne irgendwas zum Schutz (ich) gemeinsam mit Mütze und Regenschirm (Minimensch) an einer Ampel an einer kleinen Straße zu stehen und so zusammen die komplette Ampelphase abzuwarten in der wirklich keines aber auch überhaupt kein einziges Auto, nicht einmal ein doofer Radfahrer unseren Weg kreuzt.

Wäre nett, würde mich das Muttertier heute in ihr Nachtgebet einschließen.

2009-11-16

Falls Ihr je gefragt habt …

was die da in Berlin eigentlich den ganzen Tag lang machen:



(aus dem Tagesschau-Blog)