2016-07-01

Und sonst so …

Um bruchstückchenweise weiter vorzukommen im PGL (Plan für Glück und Lebensfreude), hier Schublade Gesundheit, gehe ich nun seit Anfang Juni in eine therapeutische Maßnahme. In dem einen Modul, das ich auf Anraten des Fachpersonals besuchen soll, das übrigens so von den Klienten gewünscht wurde mit dem Obertitel „Bewegung”, Untertitel „Nordic Walking”, zweitem Untertitel „machen, was wir wollen”, waren wir in der ersten Stunde, in der die möglichen Wetteralternativen zu „machen, was wir wollen” besprochen haben noch zu dritt, wobei ein Teilnehmer eine gute Stunde zu spät kam. Seitdem war ich immer, bis auf das eine Mal als eine Hospitantin dazu kam, alleine.

Die Sache mit dem Sport scheint deren Sache nicht so zu sein. Dabei ist Sport gerade in unserem Fall ein echtes must have. Und wir reden hier im beschlossenen Fall nicht von Zwangsteilnahmen (z. B. muss ich kein Nordic Walking machen, was ich einfach nicht mag, kann also einfach so mitlaufen) und im Großen und Ganzen einfachen sportlichen Ideen in der sonnigen Außenwelt, wie Frisbee, Boule, Wikinger Schach etc.

Gestern wollte man besprechen, was man nun mit dieser wenig erfolgreichen Gruppe anfangen sollte. Plötzlich waren zwei Leute mehr da. Allerdings Klienten, die man neu in die Gruppe gebeten hatte. Ich bin auch wieder brav hingegangen – trotz doofer Zerrung am Fuß. Die Fußsohle, im Schlaf gezerrt, womöglich ist nämlich der Haushalt gar nicht der gefährlichste Ort im Leben. Wir hörten dann, dass die Anderen nicht in die Gruppe kämen, weil man sich nicht gerne bewegen wolle. Außerdem sei diese Maßnahme zu früh am Tag. Sie wurde nämlich aufgrund der Sommerzeit und möglichen hohen Temperaturen – sorry, aber im Gegensatz zum restlichen Deutschland hatte Berlin einen ganz passablen Sommer bisher – um eine gnadenlose halbe Stunde nach vorne geschoben auf (!) 10 Uhr anstatt 10:30 Uhr. Gut, das Krankheitsbild lässt viele Patienten morgens nicht immer gut hochkommen. Aber 30 Minuten? Seriously?

Also wurde besprochen, dass die Maßnahmeleitung beschlossen hatte, man würde in dieser Gruppe nun Essen für das einen Tag später stattfindenden freitäglichen Kaffee und Kuchen-Treffen, an dem ich nie teilnehme, zubereiten. Von Sport zu Mord.

Gestern haben wir dann nach dem Besprechen, weil ich nicht laufen mochte, uns kurzerhand für Entspannungsübungen entschieden. Irgendwo in den Archiven lag eine CD rum und wir legten uns auf die Matte und relaxten unsere Muskeln nach Edmund Jacobson. Ich mochte das in der Klinik schon ganz gerne. Interessant dabei finde ich, wie man sich da wirklich rein arbeiten muss. Muskeln an- und entspannen. Bewusst. Irre zu erleben, was rechts gut kann und links gar nicht. Wie schwer es ist, loszulassen. Wie schwer es ist, ganz bequem aktiv unaktiv zu sein.

Wer es einmal selbst ausprobieren möchte, auf der Homepage der Technischen Krankenkasse kann man sich die Files in langen oder kurzen Versionen mit und ohne Musik herunter laden.

Jedenfalls waren wir dann in der neuen Gruppierung sehr glücklich mit dem alternativen Programm, dass wir genau so jetzt weitermachen werden. Und hinterher gab es ein schönes Gespräch.

Und ich arbeite mich vor. Letzte Woche wollte man – wieder auf Wunsch der Klienten – einen Grillnachmittag verbringen. Dazu wurde ich auch eingeladen. Explizit wurde ich eingeladen – nachdem ich erzählt hatte, dass ich sehr gerne koche und backe – einen Tag vorher in der Vorbereitungsgruppe mitzumachen. Da stand ich dann vor den Listen auf der links ganz viele Namen standen, die zum Grillen kommen wollten und rechts kümmerliche zwei Namen von Leuten, die helfen sollten. (Nicht wollten, ich hatte das aktive Überreden im Vorfeld mitbekommen.)

Ich habe dann „nein danke“ gesagt – zu beiden Aktionen. Zum Event selber, weil mir das noch zu viel soziale Aktion ist. Und zur Vorarbeit ganz bewusst, weil ich eben genau nicht für alle anderen die gesunde, aktive Leistungsfähige geben wollte. Die ich geben kann und hinterher immer flach liege, weil ich über meine Grenzen marschiere, was mir selten gut tut. Obwohl mich danach – das ist die andere Baustelle – ein schlechtes Gewissen plagte. Ich habe also ganz bewusst (wie die meisten anderen, die zwar grillen wollten aber nichts dazu beitragen wollten) nicht sozial agiert und abgesagt. Für viele mag das eine Selbstverständlichkeit zu sein, Dinge nicht zu tun, die man nicht tun möchte. Für mich ist das ganz neu und noch sehr selten und überhaupt nicht von guten Gefühlen begleitet. Mich strengt das unglaublich an: nicht zu liefern.

Aber immerhin scheint es als bestünde für mich noch Hoffnung.

2016-06-28

Professionelle Justiz – war einmal?

Der Anwalt von Gina-Lisa Lohfink stellte in dem Einspruchsverfahren gestern, neben drei weiteren, einen Befahngenheitsantrag gegen die Richterin, weil sich die Justizsprecherin des Amtsgerichts Tiergarten in einer Art und Weise geäußert hatte, die schon erstaunlich boulevardesque ist. Und dies von der Richterin nicht gerügt worden ist.

Hintergrund: Am ersten Verfahrenstag haben junge Männer auf dem Gang im Gericht Frau Lohfink bedrängt und beschimpft und beleidigt. Mit offensichtlichem Vorsatz. Diese Männer wurden daraufhin aus dem Gericht geführt von Polizeibeamten aber – scheinbar ist es völlig legitim, dass in einem solchen Haus eine Frau mit Schmährufen bedacht wird und so muss das nicht rechtlich geahndet werden – man hatte vergessen die Personalien dieser Herren aufzunehmen. Dass Frau Lohfink eventuell Anzeige wegen Beleidigung und körperlichen Übergriff gegen diese Männer stellen hätte wollen, schien offensichtlich in den Gedankenspähren dieser uniformierten Herren ganz weit weg.

Soweit so schlecht.

Um aber über dieses Versagen der hiesigen Justiz in Berlin-Tiergarten hingweg zu spielen, erdreistet sich die Justizsprecherin allen Ernstes Vermutungen in den Raum zu stellen, diese Personen seien von Frau Lohfinks Anwalt selbst zu diesem Handeln aufgefordert worden, um dem Fall mehr mediale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Frau Lohfink ist übrigens nach dem Vorfall auf der Toilette kollabiert. Man musste eine Krankenschwester holen.

Wenn eine Richterin so ein Stimmung machendes Auftreten ihrer Pressesprecherin nicht rügt, muss man von Befangenheit ausgehen. Ohne Beweise ist das eine üble Nachrede. Ich verstehe den Anwalt, wenn er da auch um seine Reputation bemüht ist.

Gerechte Justiz wird wahrlich anders gemacht.

2016-06-26

Faszinierend, …

… wie schnell die kleine bunte Katze die Tablette ausspuckt. Ich meine, ich habe die ihr noch nicht mal ins Mäulchen gelegt, da fliegt das Ding schon durchs Zimmer.

Wie macht die das?

Wahre Worte …

schreibt das Nuf hier in ihrem Blogpost „Die Neu-Mama-Falle.” (Unbedingt auch den verlinkten Gastbeitrag von Frau Kirsche lesen.)

«Also greifen die perfektesten, best-gestylten, SEO optimiertesten Blogs die Werbedeals ab. Und viele andere Blogs, die ebenfalls Geld verdienen wollen, passen sich an [4].

Für mich persönlich bedeutet das lediglich – ich lese diese Blogs nicht mehr. Denn genau diese polierte Kunstwelt gibt mir einfach nichts.»


So geht es mir – leider – mit vielen Foodblogs. Wenn die Persönlichkeit eines Blogs und dessen Autor bzw. Autorin auf der Strecke bleibt, weil sie dem SEO zuliebe geopfert und somit gegen viele, viele, viele andere Blogs zu austauschbar wird, höre ich auf zu lesen.

2016-06-25

Lost in Kreuzberg



Wer immer seine FlipFlops vermisst, sie sind schon zum Oranienplatz vorgelaufen.

2016-06-23

Food Blog Day 2016

Disclosure: Ich nahm neulich an einer Veranstaltung, dem Food Blog Day 2016, teil in der es vorrangig darum ging, das Foodblogger von Firmen mit deren Produkten unterschiedlicher Couleur bespaßt wurden und man netzwerkelt und gut unterhalten wird. Insofern werde ich im folgenden Blogpost eventuell, höchstwahrscheinlich bis sehr sicher Firmennamen erwähnen und über deren Produkte sprechen. Weder wurde ich dazu gezwungen, noch genötigt. Ich tue das einfach, weil ich manche dieser Sachen ganz cool fand, manche nicht.

Foodblogger-Happening in Berlins Stilwerk und an anderen illustren Orten, die geographisch stellenweise so weit auseinander lagen, dass ich meine Termine leider nur im Stilwerk abhalten konnte und somit nicht zum von mir geplanten Meet & Greet vom Burda Verlag – Burda Home – in einem im Ostteil gelegenen Hotel gekommen bin – obwohl eben jener Verlag der Hauptorganisator dieser foodistischen Veranstaltung ist und ich da eigentlich sehr gerne hingegangen wäre. Schon deswegen, weil die Chefredakteurin von Sweet Dreams, Jutta Kässinger, einen ziemlichen coolen Style trägt und farblich absolut in meine Küche passen würde – davon abgesehen, dass sie eine rattenscharfe Stimme hat!



Egal, ich stand Samstag morgens um neun Uhr im Stilwerk im schönen Charlottenburg und gönnte mir erst einmal einen Kaffee und knabberte ein wenig am sehr gesunden Frühstücksbuffet. Ihr wisst schon: Körner hier, veganes Joghurt da. Und Kuchen von denen mir andere Mitesser berichteten, der würde eher mehr im Mund als weniger werden. So eine ähnliche Paleo-Brot-Erfahrung hatte ich allerdings neulich schon auf der Next Organic, daher ließ ich dieses Mal dankend vom Kuchen ab – stellte mich bei den Kaffeemaschinen instinktiv korrekt bei der strongen Mischung an – ohne die vorhandene Codierung der anwesenden Kaffeesorten (hey, es war erst neun Uhr!) überhaupt mitbekommen zu haben.

Mathias Nagel von Connecting Companies (der veranstaltenden Agentur) begrüßte uns freundlich und Max Thinius vom bevh, Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V., hielt einen für die frühe Stunde dynamischen ersten Vortrag zum Thema Food und eCommerce. Schicke neue Technologien von denen man glaubt, wir müssten die künftig alle haben und in Anspruch nehmen. Was wir in baldiger Zukunft auch alle glauben werden. Online-Bestellerei und Lieferei, das wird unsere neue Religion. Ich bin da zwar noch ein bisschen bockig, will mir immer noch mein Obst selbst vor Ort im Handel aussuchen können, denn immerhin habe ich mir die Melonen-Abklopftechnik über die Jahre hart erkämpft! Schlussendlich aber werde auch ich irgendwann daran glauben müssen … also mich dem Hype annähern müssen. Max Thinius selbst ist ganz gut im Vortrag, er bügelt etwaige Kritik schon vorab in seinem Vortrag so elegant weg, dass die eh urst-wenig kritische FoodbloggerInnen-Gemeinde denn auch gar nicht erst in eine kritische Diskussion steigen wollte. War aber, glaube ich, eh keine Zeit mehr dafür.
Flavor 8

Schon ging's ab in die erste Präsentation. Ich hatte mich für das freundliche Schweizer Unternehmen Victorinox entschieden, das uns die Möglichkeiten der Messerwelten zeigte.



Ein bisschen durften wir schnippeln, so richtig spannend war es leider nicht. Lag – für mich auch zum Teil daran – dass wir quasi mit den Einsteigermessern arbeiten sollten, die mich in ihrer Haptik so gar nicht ansprechen. Plastikgriffe. Die können am Messer ruhig sein – aber es gibt eben solche und solche. Diese hier waren zu leicht, unschönes Handgefühl. Bei Messern bin ich Emo-Chicken.



Victorinox kann da mehr, weiß ich, die haben sehr gute, geradezu intelligente Messer. Es wäre schön gewesen, sie hätten die Chance genutzt, uns Appetit auf das richtig gute Material aus ihrem Haus zu machen.
Flavor 5

Bei der Anmeldung war ich ein bisschen vom Messerthema geblendet und hatte dabei übersehen, dass hier im Anschluss noch ein Workshop von einer Bloggerin gehalten wurde, die uns erklärte, wie man schön bloggt. Und welches soziales Netzwerk man füttern sollte, um auf sein Blog aufmerksam zu machen. Dass es also Facebook, Instagram, Printerest und Snappchat gibt. Und dass sie es schön findet, wenn Fotos einen eigenen Style haben. Und wie doof es doch ist, wenn man ihr vorhalten würde, sie hätte doch als Foodbloggerin ein so schönes Leben und bekäme so viele Dinge gestellt und dabei hätte sie doch auch ein Problem, wenn ihr eine Firma einen ganzen Karton Nudeln schicken würde, denn wo solle sie auch hin mit den ganzen Nudeln? Das mit den vielen Nudeln hatte mich persönlich tief berührt. Da war sie, so früh am Morgen: die ganze Härte des Foodbloggerlebens!

Lange Rede: ich war nach diesem Vortrag büsschen unentspannt. Ich mag und kann dieses Rumgedudel nicht mehr hören müssen. Meint jemand, er sei so erfolgreich mit seiner Blogarbeit und möchte sein KnowHow teilen (und auch damit logischerweise Geld verdienen) – dann Butter bei de Fische! Zahlen, konstruktives Input zur Preisgestaltung von Honorararbeiten, Tipps zur Akquise. Insiderwissen zur Trafficgenerierung und -messung. Informationen über relevantes Handwerkszeug – darüber möchte ich etwas hören. Aber mir etwas über das persönliche Nudelflutleiden vorzusäuseln, und womöglich sogar vor Menschen, von denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie z. B. im Studium sich am Ende des Monats vielleicht nicht mal mehr Nudeln leisten können – das ist genau nicht mein Humor! Ich möchte fair sein: ich hatte diesen Workshop im Vorfeld übersehen, wäre sonst gar nicht hingegangen. Da bin ich als Zielgruppe zu kritisch. Mein Fehler! Trotzdem: ist der Wunsch nach inhaltlicher Substanz wirklich so außerirdisch?
Flavor 4



Nächster Stopp: Rapsöl! Die ufop, Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. informierte uns über die nterschiedlichen Gewinnungsmethoden und somit Arten von Rapsöl, dann durften wir selbst ran. Unser Koch Urs hatte für uns ein kleines Paradies von Kräutern



zusammen gesucht und mit vielen netten anderen Dingen, wie Obst, Nüsse, Käse, Gewürze und haste nicht gesehen und wir durften alle unser eigenes Pesto kreieren.



Vorab gab es eine Rapsöl-Verkostung und ich hatte mich schon an anderer Stelle einmal über Rapsöl ausgelassen: Ja, da ist über die letzten Jahre ein guter, geschmackvoller Konkurrent zum Olivenöl im eigenen Land heran gewachsen. Vor allem das kaltgepresste Rapsöl finde ich sehr lecker. Sehr kraftvoll, erdig mit Walnuss im Geschmack – das kann wirklich sehr gut als Konkurrent zum Olivenöl mit Brot servieren am Tisch. Tolles Zeug.



Und die Pesto-Produktion zusammen mit ganz vielen Bloggern hat richtig Spaß gemacht!
Flavor 9

Nun sollte ich eigentlich Freizeit haben, weil mein nächster Workshop von Fissler auf den Nachmittag – nämlich zeitgleich zu meinem Burda-Termin (ich bin nicht schuld!) verlegt wurde. Diesen freien Moment kündigte mir aber die liebreizende Anne von Chevre Culinaire – die uns generell sehr charmant und immer gut gelaunt durch den ganzen Tag im Stilwerk hofierte und wie ein guter Geist ständig zur Stelle war – direkt auf und befahl mir zum Mittagessen zu den Freunden des Verbandes der Kalifornischen Trockenpflaume zu schreiten,



weil dort nämlich der Herr Heiko Antoniewicz kochte und ein Menü servieren sollte, das seinesgleichen sucht. (Der Glatzkoch hat das Menü ganz hervorragend beschrieben.) Und Recht hatte sie! (Danke nochmal, Anne!)





Es gab ein sehr feines Menü mit Kabeljau in Essenz, Hirschfilet und Stickstoffeffekt-Dessert rund um die Pflaume kreiert. Konzentrierte Koriandercreme hier, geräuchertes Salz da.





Antoniewicz hat wirklich Spaß an Kochchemie. Dazu gab es während des Anrichtens – die Jungs hatten schon stundenlang vorher gekocht für uns – hier und da ein Tipp vom Chef zur Zubereitung.



Uns wurden unsere Fragen beantwortet, bevor wir die großartigen Menügänge auf allerfeinstem Geschirr im Stehen verspeisen durften und dabei und hinterher ein wenig sehr glücklich waren. Hach!
Flavor 10

Dann: Fissler!



Es war in München (glaube ich) da wurde den Teilnehmerinnen gezeigt, wie man in einem Fissler Schnellkochtopf einen Käsekuchen backt. Fand ich extrem spannend; war aber hier in Berlin dazu eingeladen, eine tiefsinnige Brühe im Schnellkochtopf anzufertigen. Auch eine sehr kurzweilige Veranstaltung mit einem lustigen Chef Thomas Vetter, der uns Suppen ansetzen ließ und, solange diese köchelten, uns die von der Vortruppe angefertigten Suppen noch mit allerlei Gewürzen aber dafür sehr großem Aha-Effekt in kürzester Zeit mit erstaunlich wenig Aufwand im völlig neuen Sup(p)er Trooper-Strahlen präsentierte.



Eine Hühnersuppe bekam etwas – die Gewürze vorher in einem Topf erwärmt – Zimt, Kardamon, Sternanis, Curcuma und Ras el Hanout – kurzfristig angeboten, wurde dann abgeseiht und mit etwas frischer Minze serviert. Sehr lecker! Ich mag nämlich Sternanis nicht in Suppen. Die asiatische Variante, wenn er darin schwimmt – das ist nicht meines. Obwohl ich Sternanis sonst schätze (z. B. im Rotkohl). Aber hier kam er nur sehr kurz mit der Brühe in Kontakt, das war eine ganz feine Nuance, die der Suppe ganz klar Gewinn schenkte. Wieder was gelernt.

Die Schnellkochtöpfe von Fissler – keine Frage – sind der Rolls Royce auf dem Markt. Ich bin so alt, ich kenne die noch (oder schon – wie man es sehen möchte) aus Tagen als hierzulande nur Fissler alleine Schnellkochtöpfe angeboten hatte. Diese Zeiten sind natürlich vorbei und nun bietet Fissler zum Schnellkochtopf einen Smart-Home-Intelligence-Kitchen-App-Schnullidulli-Sensor mit Smartphone-Conncetion an.



Oder sagen wir es so: sie müssen das natürlich anbieten. Das tut ein bisschen weh. Denn Schnellkochtöpfe brauchten diesen Firlefanz die letzten 30 Jahre nicht und brauchen das auch jetzt nicht. Ich verstehe, dass man als Unternehmen in diesem Range mitspielen muss. Sicherlich wird's Leute geben, die es zwei drei Mal ganz toll finden, dass ihnen der Topf auf dem Smartphone Vollzug meldet. Für mich wäre es bloß Zeug in meiner Küche, das ich in regelmäßigen Abständen updaten lassen muss, weil es wieder einmal irgendeine Sicherheitslücke in der Software gibt und vor allem die mir antrainierten Kochinstinkte killt.

(Ich schrieb übrigens Freunden von mir, von denen ich a) weiß, sie haben einen Fissler Schnellkochtopf und lieben ihn und b) viel Haus und Garten, um gegebenenfalls es als sinnvoll zu erachten in der Hängeliege ganz weit weg vom Herd über die Fertigstellung des Gargutes an ihr iPhone informiert zu werden, das sie dann vermutlich doch gar nicht in der Hängematte mit an der Frau/am Mann führen, dass es da dieses tolle neue Tool für ihren Schnellkochtopf gibt. Hey, und die steuern ihren autonom fahrenden Rasenmäher via App! Und diese Zielgruppe nun antwortete mir mit „seufz”. Soviel also dazu.)

Lange Rede mit genügend Kleingeld würde ich mir sofort den Fissler-Schnellkochtopf kaufen. UND sehr sicher die Kochmesser von Fissler. Ich durfte Thomas ein bisschen zuschnippeln und die Messer von denen sind wirklich *pardon my french* geiler heißer Scheiß! Guter Griff mit ausreichend Schwere, kluger Stahl, geschmeidiges Arbeiten. Da würde ich so einige meiner Messer austauschen wollen – und ich habe wirklich nicht die schlechtesten Messer am Markt.

Alles in allem ein kurzweiliger Workshop mit sehr guter Brühe – ich fühlte mich hinterher wie das berühmte Duracell-Häschen mit 'nem frischen Crush auf neue Messer. Eine gute Brühe ist für mich immer noch der beste Energizer.
Flavor 9



Schon war der Tag fast rum – alles war so kurzweilig, ich wusste nicht, wo der Tag geblieben war. Jedenfalls musste ich mich kurz in den Berliner frühen Sommerabend an den KuDamm begeben, um bei Warendorf Küchen einem Melitta Workshop zu lauschen.



Den Barista Timon kennt Ihr mittlerweile vermutlich alle Kaffee kochend mit irgendwelchen Promis schäkernd vom Sehen aus dem TV. Hier nun hat der gute Mann gesprochen und uns sehr viel über Kaffeebrühkultur, Kaffeesorten, den nur 800 möglichen Kaffeearomen erzählt – und das hat aber mal so was von Spaß gemacht.



Kaffee verkosten. Kaffee schlürfen. Zu unterschiedlichen Temperaturzeitpunkten mit ohne Schokolade, Himbeermacarons und Salzkekse zur Geschmacksentwicklung bzw. -neutralisierung. Geschmäcker analysieren.



Ich bin bekennender Kaffeejunkie und es war einfach mein Thema. Eine ganz große Freude und – nicht nur ich – wir sind ganz happy aus dieser informativen Runde gekommen …
Flavor 10



… um wieder zurück ins Stilwerk zu marschieren, wo wir bei einem frischen Sekt und/oder jungen Riesling und feinem Fingerfood in genussvoller charmanter Gemeinschaft diesen – wirklich für mich unerwartet sehr schönen – Tag ausklingen ließen.
Flavor 10



Was ich abschließend ganz entzückend fand, war eine Goodie Bag-Tüte von Burda (mit sehr viel Lesestoff) und einem Blumensträußchen mit dem Hinweis, dass das echte Goodie Bag zu uns nach Hause geschickt würde. (Wurde es – merci!) Das war perfekter Service zu einem perfekten sehr schönen Tag in immer wieder so charmanter foodinteressierter Gesellschaft.
Flavor *I heart*


The morning after Food Blog Day 2016. Man beachte die Hintergrundkatze.

Vielen Dank für so viel Vergnügen!

Einziger Kritikpunkt: die nicht unerheblich weite geographische Trennung der Veranstaltungsräume. Um die Wege zu bewältigen, dafür war zwischen den einzelnen Workshops zu wenig Zeit (vom Ku'Damm bis zur Oberlandstraße zu YouTube fährt man eben eine Stunde, ich weiß das, ich habe da gewohnt.) Das zerschießt einem andere Sessions – weil man in den Öffentlichen sitzt. Das ist ein bisschen schade. Naja, und eine Buchungssoftware, die smart genug ist, Doppelbelegungen für Workshops zu erkennen, hätte durchaus auch Vorteile.

Blogger, die auch vor Ort waren:

Eva
Sabrina
Anja
Jörg

2016-06-22

Ihr kommt nie darauf …

… wo ich heute war. Nie!











Fotos Samsung Galaxy 4, eigentlich ganz okay für Zoom und so …