2015-02-18

Bin schuld

Habe gerade versehentlich eine Bäckerei-Verkäuferin in den Wahnsinn getrieben, weil ich sie bat, das eine Toskana-Brötchen zusammen mit den beiden kleinen Pfannkuchen in eine Tüte zu packen. Das fand sie schlimm. Ich erklärte ihr, alle drei Backwaren würden binnen 120 Sekunden aus ihrem Papiergefängnis befreit. Da schüttelte sie sich dennoch vor Ekel. Ich versuchte es mit einer Notlüge und erklärte ihr, auf das Brötchen käme jetzt eh gleich nur Marmelade. Sie meinte, das würde sie nun etwas beruhigen.

Das Brötchen als auch die Pfannkuchen (für Karnevalisten: Berliner) haben die gemeinsame Zwangshaft überlebt. Auf das Brötchen kam grobe Leberwurst mit Gurke (hier: Spreeschmaus). Ich würde behaupten, keiner hat Schaden genommen. Ob die Pfannkuchen nach Brötchen schmecken werden, weiß ich noch nicht.

Die arme Frau wird vermutlich morgen wegen dem Ekel unter einem Ausbruch von Lippenherpes klagen.

Ich bin schuld.

2015-02-15

Baobab – der Affenbrotbaum

Baobab – der Affenbrotbaum. Dieser Baum speichert außerordentlich viel Wasser, Afrikaner legen in seinem Stamm kleine Zisternen an, um ihre Dörfer vor Feuer zu schützen. 20 Jahre dauert es, bis dieser Baum blüht und erstmals Früchte trägt. Von diesen Bäumen ernähren sich Tiere und Menschen, er ist ein Lebensretter in kargen Dürrezeiten.

Daher ist es besonders sinnvoll und wichtig, dass wir First World-Deppen diesen Menschen jetzt die Früchte wegessen, damit wir deren Pulver in unsere veganen Smoothies kippen können. Ähnliches gilt für fast alle anderen Produkte, die in diesem bornierten Artikel aufgeführt werden auch.

Kleines exemplarisches Beispiel: Dass vor allem Vegetarier und Veganer oder die angeblichen Intoleranzler seit einiger Zeit Quinoa schick finden und in den Bio-Läden nachfragen, hat mittlerweile dazu geführt, dass sich in Peru die ärmsten Menschen ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können. 500 g Quinoa kosten hierzulande bis zu 5,— Euro. Das heißt für die Peruaner eine Preissteigerung von bis zu 90 %, vorausgesetzt sie finden es überhaupt noch in ihren Regalen. Wenn der Gurdian schreibt, ein Kilo Quinoa kostet in Peru mittlerweile doppelt so viel wie zwei Kilo Hühnchen … ja, was glauben wir, wie oft sich die ärmsten Peruaner im Jahr wohl Hühnchen leisten können?

Wir essen den ärmsten Menschen dieser Welt aus Gründen der „Schickness” ihr Essen weg und nennen das dann Superfood? Wie erbärmlich sind wir eigentlich?

Saisonales Eierschmücken



Ich weiß noch, wie mein Opa zur Osterzeit immer in Omas Küche zwangsbeheimatet wurde. Dann saß er dort und musste die Ostereier in eine große Schüssel auspusten, damit wir Kinder ausreichend viel Schmuckmaterial hatten. Es waren ja nicht nur die großelterliche und die elterliche Wohnung zu schmücken. Omas Garten hatte auch ausreichend viele Bäume, die wir durch fröhliche Kinderarbeit bunt gestalten wollten. Jedes Jahr wieder!

Es war also eine nicht wenig anstrengende Zeit für Opa und offensichtlich nicht seine Lieblingswochenendbeschäftigung. Wenn er nicht mehr wollte, dann bekam er ordentlich Druck von meiner Oma. Das ist eine schöne Kindheitserinnerung. Dieses Eier anmalen, schmücken und meist gab es von den Eiern natürlich Eierkuchen in viel Butter ausgebacken satt. Und diese lustige Ehekrise meiner Großeltern, die immer knapp zwischen Spaß und und sehr ernsten Ernst manövrierte!

Ich mache das heute noch sehr gerne und ich schätze die vorösterliche Zeit in der die ersten Tulpen blühen und in der Vase die ersten Ziersträuche zarte Knospen werfen.



Neulich ist mir auf der Grünen Woche der Stand vom „Ukrainischem Kunsthandwerk” begegnet. Die vertreiben Thermohüllen für Eier! Thermohüllen sind dabei Banderolen für ausgepustete oder bereits gekochte Eier, die man um das Ei stülpt, dass dann mit einer Zange für drei Sekunden in heißes (nicht kochendes) Wasser legt.



Die Folie schrumpft um das Ei und schwupps habt Ihr perfekt geschmückte Eier. Natürlich funktioniert das Ganze auch an normalen Plastikeiern, die es im Handel zu kaufen gibt, falls man die Eier nicht nur für eine Saison schmücken möchte.



Ich hätte mich dumm und dusselig kaufen können am Stand, denn die Design-Auswahl ist höchst umfangreich und reicht von diversen Motiven für Kinder über Serbische Malerei, Babuschkas hin zu Ikonen und sonstigen wilden Mustern oder … NEMOS!



Auf der Grünen Woche hatte ich erst einmal drei Streifen zum Testen mitgenommen und gestern Abend haben wir mit meinem kleinen Großcousin erste Testeibeschmückung gemacht. Natürlich mit NEMO! Der Knirps hatte unglaublich viel Spaß dabei. Also beim „Schrumpfen” der Folien als auch hinterher mit den Eiern.

Bei Eiern in der Größe S passen die Folien komplett, bei größeren Eiern (auf den Fotos ist es M) bleiben oben und unten noch freie Stellen. Das ist schon eine sehr vergnügliche Angelegenheit!

2015-02-14

Der Herr Don Dahlmann …

… hat für Mobilegeeks ein bisschen was zum Thema Datensammlung im Auto geschrieben. Ich weiß zwar nicht, wie man ausgerechnet Oldtimer aus den 70igern empfehlen kann, weiß doch jeder, dass die 60iger das viel bessere Oldtimer-Jahrzent waren, aber so in der Sache hat er einen schönen Text geschrieben, der irgendwie alle angeht.

Der gestrige „schöner Sterben mit Facebook”-Text von Carsten Drees ist übrigens auch lesenwert.

2015-02-12

ZDF

Am Sonntag läuft im ZDF wieder das typische Sonntag-Abend-Füllmaterial. Irgendeine Liebesgeschichte in der ein Liebespaar und zwei Elternpaare eine Rolle spielen.

Bei einem der Elternpaare heißt es im Trailer lapidar, die Mutter sei depressiv. Im Film sieht das dann so aus: eine Frau liegt in seidenen Kissen und erklärt ihrem Mann, „das sei bestimmt nur ein kurzer Schub.” In einer späteren Szene steht diese Frau wieder auf zwei Beinen, feiert mit ihrem Mann und dem anderen Elternpaar eine Party und trinkt dabei lustig und besselt Champus.

Äh ZDF, weißt Du was? Fuck off!

Sagen Sie nichts!



2015-02-10

Japan-Fans

Stevan Paul und Katharina Seiser waren – unabhängig voneinander – die letzten Wochen in Tokio und haben sich selbstverständlich durch Tokios Küche geschlemmt und sind in neue Dimensionen des Essens vorgedrungen. Wer also Sehnsucht nach Japan hat beziehungsweise sich für japanische Küche interessiert, sollte den Blogs der beiden in nächster Zeit folgen.

Stevan machte heute schon den Anfang mit Tokio (!), der Tag, an dem ich aufhörte, außerhalb Japans Sushi zu bestellen.