2009-12-11

Potzblitz

Recht hat sie am zweiten Tag ihrer 10 Tage, 10 Listen: unbequeme Themen, die Katharina von esskultur.at. Sagenhafte Punkte rund um die Ernährung, die sich nicht einmal an zehn Abenden im erlauchten Freundeskreis mit Rotwein salopp diskutieren ließen.

Dekorationskatze



(Tolle neue Regale!)

2009-12-10

Fledermaus Fürst Frederick Fon Flatter

Kurz: Fred, macht täglich in Comics. Macht aber gerade auch ganz entzückend den „Der Fetzige Fred-Adventskalender“:


comic by fred

Außerdem hat Frederick sehr nette Geschenke: Hintergrundbilder oder ein Fred-Memory. Einfach so.

2009-12-09

Klare Sache!

Es passiert mir immer wieder, dass ich nach langer Gewohnheit einen Rückschritt entgegen industrieller Küchenevolution mache und Dinge tue, die meine Oma wie selbstverständlich getan hat – sie notgedrungen, weil's das industrielle Pendant damals noch gar nicht gab. Und hier und da auch aus Überzeugung. Meine Erfahrung in den allermeisten Fällen: warum das teure chemisch aufgeplusterte Ersatzprodukt kaufen, wenn es doch so einfach ist, die Dinge selber zu tun? Und meist deutlich besser schmeckt. „Besser schmecken“ liegt für mich darin begründet, dass meine Oma (Kaltmamsell bei Osram) für uns gut gekocht hatte und ich somit noch mit der gustatorischen Wahrnehmung einer ursprünglichen Küche sozialisiert wurde. Der Apfelsaft kam vom Baum aus Omas und Opas Garten (ein Grund, warum ich heute noch sehr selten Apfelsaft aus der Flasche trinke), das Kompott ebenfalls aus Früchten eingemacht, geerntet vom kleinen Grundstück. Ein Apfelbaum, ein Birnenbaum haben ausgereicht, dass die ganze Familie diesbezüglich bis zur nächsten Saison sehr gut über die Runden – uns manchmal die mangelnde Vielfalt aus den Ohren – kam und dass wir Kinder Mandarinen aus der Dose als exotisches Glück der ganz seltenen Ausnahme empfanden. Das Glück haben viele Kinder heute nicht mehr. Es gibt zu viel zu jeder Jahreszeit, Geschmäcker verflüchtigen sich und oft schmeckt nur noch gut, was die Industrie als Geschmack vor definiert.

Als ich in meine erste eigene Wohnung einzog und zwangsläufig dem zögernd wachsenden Vergnügen meiner ersten eigenen Küche gegenüber stand, habe ich natürlich auch zu Maggi-Tüten gegriffen. Überhaupt Maggi! Gab es zu meiner Kinderzeit nur Flüssiges und ehrlich, gelegentlich Maggi in den Eintopf getropft, ganz wenig, das mag ich auch heute noch – das ist auch so eine Oma-Küchen-Erfahrung in jungen Lebensjahren. Aber zurück zu den Tüten: als Jugendliche habe ich meine Unwissenheit in der Küche durch die Tüte ersetzt. Bis ich irgendwann mein echtes erstes Paprika geschenkt bekam und mit Hilfe eines Kochbuches feststellte, wie einfach doch diese Tütenwürze durch eine ganz pure Mischung aus erstaunlich wenigen Gewürzen aus meinem Regal hergestellt zu ersetzen war. Und zwar deutlich einfacher und schneller in der Herstellung als die Industrie es einen glauben machen wollte, nebenbei in der Konsequenz viel günstiger. Solche Lernerfahrungen, der Wille die Dinge einmal selber auszuprobieren, haben mich rückwärts von der Bequemlichkeit weg, dafür in meiner Küchenentwicklung vorwärts gehen lassen. Getrieben von der Erfahrung dabei immer wieder, oft unverhofft, die längst verloren geglaubten Geschmäcker meiner Jugend wiedergetroffen zu haben.

Genauso ging es mir mit Butterschmalz, etwas womit unsere Großmütter ständig in der Küche arbeiteten, weil es hierzulande Öle, geschweige denn Olivenöle, damals noch gar nicht gab. Butterschmalz hat interessanterweise vor einigen Jahren durch die indische Küche zurück den Weg in die deutschen Küche gefunden, nämlich als „Ghee“ als der ultimative Geschmacksträger verkauft. Trotzdem ist es nur Butterschmalz und Oma hatte das damals schon, nicht aus dem Kühlregal. Selbstgemacht. Einfach.

Meistens brate ich mit Öl. Wenn nicht zu lange bei zu hoher Temperatur gebraten wird besonders gerne mit Olivenöl, weil ich es selbst günstig aromatisieren kann. In den seltenen anderen Fällen mit anderem hitzebeständigerem Öl. Ab und an kaufte ich auch Butterschmalz aus dem Handel, des angeblich guten Geschmacks wegen, den ich doch nie in diesem Produkten fand. Das roch und schmeckte nicht wie bei Oma. Und was nicht wie bei Oma riecht und schmeckt, stimmt einfach nicht!

Letzte Woche habe ich aus dem Kühlregal zwei Pakete Butter mitgenommen mit dem festen Vorsatz, endlich Butter selbst zu klären, um ein anständiges halbwegs reines Butterschmalz herzustellen. Gestern war es soweit, mein vor gut zehn Tagen selbst vakuumiertes im Kühlschrank zum Reifen gelagertes also gut „abgehangenes“ Roastbeef (Steamy Kitchen brachte mich mit diesem Post darauf), sollte seine endgültigen Bestimmung zugeführt werden. Und zu einem Braten gehört gutes Butterschmalz. Und das macht man so:



Die Butter (zwei Pakete ergeben in der Menge hinterher eine Schüssel in Bol-Größe) wird in einem Topf verflüssigt also erhitzt bis sie ganz leicht zu köcheln beginnt.



Nun hebt man vorsichtig die oben ausgetretene Molke mit einer Schöpfkelle vorsichtig ab.



Je sorgfältiger man dabei vorgeht, desto qualitativ hochwertiger ist hinterher das Butterschmalz – wird also nicht verbrennen.



Die Butter ruht nun, bis sich der Satz auf dem Boden des Topfes absetzt.



Ich habe eine Fett-Trennkanne in die ich die flüssige Butter gegossen habe und ca. eine Stunde später so flüssiges Fett vom Molkesatz vorsichtig getrennt. Man kann die Butter auch noch einmal filtrieren, will man das Schmalz besonders rein haben. (Soweit ich weiß, wiederholen die Inder diese Vorgänge mehrmals, um besonders konzentriertes Ghee zu erhalten.)

Übrig bleibt herrlich gelbes Butterschmalz,



das im Kühlschrank bis in alle Ewigkeiten halten dürfte – vorausgesetzt es wird kaum verwendet. Was bei mir nicht passieren wird, ich habe gestern dann sofort das Roastbeef in einem Esslöffel Fett angebraten (Butterschmalz kann sehr sparsam verwendet werden) und die Küche durchzog ein feiner Buttergeruch so wie sich durch das ebenfalls im Fett angebratene, später abgelöschte Röstgemüse intensive köstliche Butteraroma bis in die Soße trug.



Ein Geschmackserlebnis wie in Omas Küche. Und die übliche Erfahrung: mit wie wirklich wenig Aufwand dieses Butterschmalz selber herzustellen war. Ich hätte es wirklich viel früher schon selber machen sollen.

Am Allerliebsten …

sind mir ja die Leute, die mir Mails von ihren sechs verschiedenen Mail-Accounts schicken, um mich dann anzupflaumen, wenn ich eine Antwort an den falschen Account schicke.

2009-12-08

Kinderaugen

bekommen wir die letzten sechs fünf stark: nur noch zwei Ampeln heute nicht auch noch umgeschaltet?

Der olle Spinatesser



Gestern nacht, also heute sehr früh, habe ich noch auf Twitter rumgefrozzelt angesichts des heutigen Google-Headers, ob Popeye nun doch das Zeitliche gesegnet hätte. Aber so schlimm ist es zum Glück noch nicht gekommen, es wird nur standesgemäß der Geburtstag von Elzie Crisler Segar, kurz E. C. Segar, dem Schöpfer von Popeye zelebriert. Segar ist nicht sehr alt geworden, verstarb bereits 1938 im Alter von nur 43 Jahren. Meine Frotzeleien zu später Stunde hatte zur Folge, dass Markus und ich uns via Twitter lustige Popeye-Clips zuschoben und kommentierten.

Popeye selbst, Urvater von unserem Meister Propper und praktisch gleichzeitig Urmutter vom Blub in einer Person, wurde von Cegar nur als Nebenfigur im täglichen Comicstrip des New York Journals geschaffen. Jedoch avancierte er flugs zum eigentlichen Star der Serie „Thimble Theatre“ – der Rest ist Geschichte.

Ich selbst war als Kind nicht so eins mit Popeye. Ich mochte seinen Namen sehr, ich mochte auch die Marine-Nummer– obwohl Popeye in den Comics selber es mehr mit dem Festland hatte. Das mit dem Spinat war mir suspekt – dabei kann ich mich nicht einmal erinnern jemals Spinat nicht sehr gerne gegessen zu haben. Will sagen, schon als Kind war Spinat mit einem Setzei für mich sehr hohe und gern genossene Küchenkunst. Bluto fand ich nicht so dolle bis überflüssig aber Olivia: die habe ich gehasst! Von Olivia fühlte ich mich schon als kleines Mädchen regelrecht belästigt. Olivia war zu groß, zu dürr, zu gouvernantenhaft, zu humorbefreit, zu zickig – zu doof! Tussi! Olivia ging gar nicht und da ich Popeye grundsätzlich nur im Doppelpack (nun ja, tatsächlich nur im Dreier mit Bluto) haben konnte, habe ich mein Herz viel lieber Goofy geschenkt. Ich habe dieses Jahr ein Walt Disney Adventskalender mit sehr viel Goofy innen drinnen (leider auch mit Mickey Mouse, was mich direkt zu Minnie Mouse führt, die ich ungefähr so gut leiden konnte wie Olivia. Die einzige für mich akzeptable Frau bei Disney war Gundel Gaukeley, Hexe wem Ehre gebührt.)

Es gibt nur eine Folge „Fright to the Finish“, eine Popeye-Folge zu Halloween, in der ich richtig Spaß an Olivia hatte und zwar aufgrund einer kurzen Szene, die ich ganz großartig fand und diese Szene trage ich seit meiner Kindheit bis heute im Herzen, seht selbst ungefähr ab 1 Minute und 50 Sekunden:

2009-12-07

Web für Sehbehinderte

Auf diese Applikation hatte neulich schon Text & Blog hingewiesen: „Readability.“ Stellt Webseiten ohne viel Schnickschnack und Werbeeinblendungen ganz plein dar, der Font , Größe und Laufweite der Schrift können vom User selbst definiert werden. Packt man sich einfach in die Lesezeichenleiste und bei Klick wird die gerade aufgerufene Homepage schlicht und lesbar dargestellt.

Ein Post dieses Blogs beispielsweise so:



Extrem nützlich bei Kopfschmerz und schützt gelegentlich vor Augenkrebs. Und auf von Markus neulich vorgestellt, „Printliminator“ – von Webseiten, die gedruckt werden sollen, ein eigenes pleines Style-Sheet zum Druck kreieren.

Premiumcontent

2009-12-04

Adventskalender-Wirtschaftskrise

offensichtlich dieses Jahr bei Pentax und allen anderen namhaften Firmen, die wirklich Geld scheffeln. Aber NICHT bei Valentinas Kochbuch! Da gibt es jeden Tag ein traumhaftes Kochbuch zu gewinnen!

LMAOOOO

Blogwachteln!

Wie großartig ist das denn?

2009-12-03

Online-Petition für eine kostenlose Vorstufe bei Abmahnungen

Zu Abmahnungen gibt es viel zu sagen und viele Meinungen – wenigstens zwei, je nachdem auf welcher Seite man im Abmahnungsprozeß steht. Natürlich sollen Urheber, Markenrechtinhaber etc. ihr Recht bekommen, wird mit ihren Werken, Waren, Logos von Dritten unrechtmäßig eingesetzt Geld verdient. Der üble Beigeschmack aber bleibt, wenn Privatmenschen von Anwälten, deren primäre recht simple Arbeitskunst darin zu bestehen scheint Abmahnungen auszusprechen, mit horrenden Forderungen überzogen werden und man sich fragen muss, ob der entstandene Schaden (wenn überhaupt einer entstanden ist) wirklich gerechtfertigt ist – oder damit nur eine profitable Nebeneinnahmequelle der Firmen und Kanzleien generiert werden sollen.

Zur Zeit kann man eine Online-Petition zeichnen, die in ihrer Begründung fordert, der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Abmahnungen im Internet einer kostenlosen Vorstufe bedürfen.

„Abmahnungen im Internet sollen in Zukunft eine für den beklagten kostenlose Vorstufe bekommen. Der Abmahner soll mit dem Beklagten in Kontakt treten und diesem seinen Abmahngrund mitteilen und diesem so eine Möglichkeit geben um diesen möglichen Verstoß innerhalb von einer Frist zu beseitigen.“

Ich bin sofort dafür, denn das würde diesem widerlichen Abmahn-Biz Einhalt gebieten in dem immer mehr Privatmenschen, die beispielsweise im Internet – wenn hier auch öffentlich aber in einem offensichtlich doch für den privaten Gebrauch publizierten Medium (private Homepage) – einen rechtlichen Verstoß begehen, man ihnen aber generell schlicht Unwissenheit und nicht bösen Vorsatz unterstellen kann. Und jemanden erst einmal auf dessen Fehler hinzuweisen und ihn zu bitten, diesen rückgängig zu machen, ist ein faires Verhalten, das wir schon im Kindergarten gelernt haben. Leider hat das so manch hoch studierter Geldeintreiber verlernt.

Petition hier zeichnen.