2015-05-25

Ohne dieses Internet …

… hätte ich niemals Sätze geschrieben wie:

»Mein Sauerteig namens Chantalle wird immer aussehen wie Coco Chanel!«

2015-05-17

Das Kissen, das beinahe sechs Mal einen Reißverschluss eingenäht bekam.



Im letzten Jahr habe ich in einer Filiale von Traumbeere (aka Dummydoll) ein Stück Reststoff gefunden, das mein Herz ein Stück höher schlagen ließ. Ein orientalisches Muster mit viel Türkis-Anteilen darinnen, ein schöner fester Baumwollstoff mit etwas Stretch. Leider war der Rest wirklich wenig, einen knappen Meter. Und so bin ich einige Tage später noch mal zur zweiten Filiale gefahren, um dort eventuell noch mehr vom Stoff erhaschen zu können. Aber auch dort gab es nur noch den Rest, das waren wieder nur ein knapper Meter.

Erst zu Hause fiel mir auf, dass der letzte Rest mit einem deutlichen Fehler im Druck gedruckt worden war. Während der Stoff ein leichten Okerton als Grundton trägt, war dieses Stück partiell weiß. Insofern mit dem ersten Stück Stoff so gut wie nicht verwertbar. Zurück bringen wollte ich ihn auch nicht. Und während ich hin und her überlegte, was nun damit zu nähen sei, entschied ich mich für ein Kissen für den Balkon. Da herrscht Türkis gut vor und die Katzen würde etwas Unstimmigkeit im Stoff nicht weiter stören. Überhaupt sollte es für die Katzen sein, denn eine kleine bunte ältere Katze mag die etwas stabileren wenig kuschligen Auflagen nicht zu schätzen.



Also den Kreis zugeschnitten und knapp 20 cm nahtverdeckten Reißverschluss an beide Hälfte geheftet. Reißverschlüsse kann ich mittlerweile halbwegs passabel einnähen, wenn gleich mich ab und an das Nähbild noch nicht ganz überzeugt. Das ist eine Frage der Übung, das ist mir wohl klar. Tatsächlich sehen sie schon recht gut aus, wenn ich mir meine Erstversuche wieder in das Gedächtnis zu rufe. Alleine die Stelle, wo der Zipper am Nähfuß vorbei gezogen werden muss, läuft die Naht manchmal aus ihrer Geraden – obwohl ich die Nadel wie empfohlen immer im Stoff stecken lassen, wenn der Zipper verschoben werden muss. Und die Enden vom Reißverschluss. Die Stelle, an der man zur gegenüber liegenden Seite des Reißverschluss näht. Wann man die Zipfel festnäht, wann nicht, diese Stelle wird mir immer noch und immer wieder gerne zum Verhängnis.



So nähte ich auch bei diesem Stück die Zipfel zunächst fest. Was sich als kontraproduktiv erweisen sollte, spätestens wenn die beiden Kissenseiten aufeinander genäht werden sollten – man hätte sie in der Naht gesehen. Also trennte ich den Reißverschluss noch einmal aus. Der zweite Versuch führte dazu, dass ich den nahtverdeckten Reißverschluss durchnähte, also es schaffte ihn mit sichtbarer Naht zu nähen. Aufgetrennt. Beim dritten Versuch sah es eigentlich ganz gut aus – bis ich die Enden vernähte. Aufgetrennt. Beim vierten Versuch riss der Oberfaden und die Naht verlief auf einer Seite also mit Bruch und doppelreihig. Aufgetrennt. Beim fünften Versuch habe ich alle vorher exerzierten Fehler beherzt ausgelassen und den Reißverschluss – für meinen Perfektionismus – halbwegs ertragbar eingenäht. Ich konnte zum Glück noch selbst über mich lachen. Schlussendlich übt man das natürlich besser an einem einfachen Kissen als in einem teuren Stück Stoff eines künftigen Kleides. Aber Reißverschlüsse sind für Nähnovizen wirklich keine schöne oder formulieren wir es bewusst positiv: eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Finde ich. (Vermutlich gibt es Leute, die es lieben Reißverschlüsse einzunähen.)

Gerade eben habe ich übrigens den Reißverschluss fotografiert und finde, er könnte glatt noch mal aufget… Kleiner Witz.



Nun denn, das Kissen ist fertig. Mit dem Stoff zu arbeiten ist wunderschön und wirklich gerne hätte ich noch mehr davon! (Leider war im Webstreifen kein Name noch Hersteller genannt. Eine widerliche Unsitte! So kann ich nicht einmal online noch forschen, ob es ihn in irgendeinem Shop noch gibt.)



Tally und Nishi sind noch nicht beeindruckt vom Kissen aber Shiina hat den Sinn meiner Reißverschlussqual durchaus erkannt und gibt jetzt das Katzenprinzesschen auf der Erbse.

2015-05-14

Bio-Energy

Bei Aldi gibt es jetzt Grillanzünder mit „Bio-Energy”. Manchmal denke ich, wir sollten weniger industriealisieren, dafür weniger Menschen studieren lassen und viel mehr Menschen wieder auf dem Feld arbeiten lassen. Vor allem die, die BWL und Kommunikationsdesign oder Marketingswissenschaft studieren möchten. Verpackungsdesigner sollen auch wieder mehr Kohl ernten.

Das könnte diese Menschen von weiteren dummen Ideen abhalten.

2015-04-28

The Great British Sewing Bee

Erste Staffel „The Great British Sewing Bee” auf YouTube angesehen. Bin jetzt als Anfängerin leicht bis mittelschwer bis einhundertprozentig desillusioniert. Alleine im Finale das Nähen eines Herrenhemdes: ich hätte in der zur Verfügung stehenden Zeit es vermutlich gerade geschafft die Knöpfe per Hand anzunähen.

Long way to go! (Für mich.)

Aber es ist ein tolles Format – sehr britisch. Und die nähenden Mitkämpfer sind allesamt sehr talentierte reizende Personen, die alle auf einem sehr hohen Level, als Laien, nähen können und die ihren ganz besonderen Charme natürlich auch allesamt dank ihrer speziellen britischen Akzente haben. Hach, und wenn „Lady Ann” sagt „I love handstitching.”, was das genaue Gegenteil ist zu dem, was ich über das Nähen per Hand denke. Ich bedauere so sehr, dass ich anständig Nähen nicht mehr in der Grundschule gelehrt bekommen habe.

Jetzt kann ich mich auf die nächsten Staffeln freuen, die alle bei YouTube anzusehen sind. Das Format wird übrigens in einer deutschen Variante im Herbst dieses Jahr auf Vox ausgestrahlt werden, gehostet natürlich vom Vox-Haus-Designer Guido Maria Kretschmer.

Danke an dieser Stelle für das Fundstück „Sewing Bee” an Constanze von Nahtzugabe.

Edit: In der zweiten Staffel ist eine Frau dabei, die gehörlos ist. Die Briten sind uns in dem Punkt immer ein Stück voraus.

2015-04-24

Und sonst so …



Tally: „WAS ist DAS denn?”
Ich: „Katzenfutter.”
Tally: „DAS ist WAS?”
Ich: „Katzenfutter. Diätfutter. Nierendiätfutter. SEHR teuer. Das Teuerste, das es gibt.”
Tally: *guckt* (Untertitel: brennt mich mit ihrem Blick nieder.)
Ich: „Du sollst ab sofort Nierendiätfutter bekommen, sagen Deine Blutwerte, sagt Dein Tierarzt.”
Tally: „Ich will das nicht.”
Ich: „Hey, als Lino das bekommen hatte, konntest Du ihm das gar nicht schnell genug wegfressen!”
Tally: „Das war etwas ganz anderes.”
Ich: „Ach?”
Tally: „Ja, damals sollte ich das auch nicht essen. Da war das sehr lecker.”
Ich: *gucke doof aber nicht erwartungslos*
Tally: „Na und heute soll ich das essen. Da ist das natürlich nicht lecker.”
Ich: „Das ist doch völlig unlogisch.”
Tally: „Das ist völlig logisch. Es ist schließlich Katzenlogik.”

Die letzten Blutergebnisse haben ergeben, dass der T4-Wert (Schilddrüse) nun im viel zu niedrigen Bereich war, kaum mehr messbar. Und sie somit nur noch 2.5 mg am Tag bekommt, also nur noch eine Tablette, was ich sehr angenehm finde, denn die kann ich ihr abends geben und dann ist sie tagsüber nicht so komplett ausgeschaltet. (Was sie nicht davon abhält, das mit der Tablettengabe eingeführte morgendliche Ritual „Katzenstick auf dem alten Bauernschrank” weiterhin täglich einzufordern.) Langsam geht auch ihre Berühungsempfindlichkeit zurück. Sie quatscht wieder mehr und bringt mir täglich zwei bis drei Mal von ihr gefangene Bänder als Opfergabe dar. Ich war sehr unglücklich, was das Medikament bzw. die Überdosierung aus ihr gemacht hatte.



Leider, darin hat sich meine Sorge bestätigt, sind nun die Kreatininwerte erhöht, zwar noch im vorderen Drittel … aber ab sofort bekommt sie also Diätfutter für die Nieren angereicht. Ebenfalls erhöht die Leberwerte, das kann eventuell noch mit den Schilddrüsenwerten zusammen spielen und die Leukos sind zu hoch. Weswegen sie jetzt weiterhin eine etwas auf länger angesetzte Antibiose erhält. Die erste Spritze haben meine Cousine und ich ihr Sonntag sehr tapfer gegeben. Also wir beide tapfer und Tally auch tapfer.



Naja, und ein Zahn gehört wohl saniert. Diese Prozedur wollen wir ihr aber erst zumuten, wenn ihre Nierenwerte wieder ein wenig besser aussehen. Was wiederum heißt: nächsten Monat erneute Blutkontrolle. Es ist auf unterschiedlichen Ebenen also für uns eine anstrengende Zeit. Ich war sehr sehr froh, dass Tallys Patenkatzentante Frau bhuti uns direkt mit einer Nierendiät-Futterspende ausgeholfen hatte diesen Monat.

So langsam kommt Tally nun wieder in einen Zustand, der ihr wieder etwas mehr körperlichen Aktionismus ermöglicht. So war das kleine bunte Katzenmädchen gestern nach langer Zeit ganz mutig auf dem Balkon unterwegs. Ich hatte ein wenig die Pflanzen umgestellt, weil ich bemerkte, dass sie mit der letzten Präsentation ihren Lieblingsguckplatz nicht mehr aufsuchen wollte, denn dafür muss das Blumenregal halt stellenweise frei sein, damit das alte Katzenmädchen die Stufen ungestört erklimmen kann. Aber sie war gestern auch so mutig über Stuhllehnen zu springen, den zweiten Korbstuhl (den sie bisher keines Blickes würdigte) zu erklimmen, um über ihn das breite Fensterbrett zu bewandern, das ich dieses Jahr auch extra für die Tiger nicht so vollgestellt habe. Also … äh … noch nicht so vollgestellt habe.



Immer wieder irre, wie dann drei Katzen ganz unabhängig voneinander sagen: „Och, jetzt ist's aber echt schön so! Guck mal, jetzt kann ich mir auch hier hinlegen und dort und da!” Die geschaffenen Sonnen- und Schattenliegeplätze werden von den Damen also angenommen wie ein Schweizer Uhrwerk.

2015-04-22

Rache.

Es ergab sich gestern ein Dialog zwischen einer Katze (grau, teneriffisch) und einer unausgeschlafenen Dosenöffnungsbeauftragten.

Ich – nachdem ich von einer Katze (grau, teneriffisch) Fotos aufgenommen hatte, auf denen sie, nun sagen wir einmal, nicht ganz vorteilhaft abgebildet ist: „Wenn Du mich morgen wieder vor sieben Uhr weckst, was nach Adam Riese vor sechs Uhr ist, dann zeige ich diese Fotos dem Internet.”

Sie: „…”

Nun …





2015-04-16

Diese Zeit …

Joggen gewesen. Hunde gesehen, die sich glücklich in der Sonne im Gras gewälzt haben.

Ein Schwan-Pärchen, dass am Urban-Hafen sich zärtliche Schnabelstreichler schenkte und seine Flügel adrett hübsch in den Wind zeichnete. Später flog noch ein Schwan im blauen Himmel über den Moritzplatz.

Nishia saß auf dem Balkon und ließ den Wind sich an ihrer hübschen Fellaerodynamik erfreuen.

Frühling.